Gericht

OGH

Entscheidungsdatum

29.04.1975

Geschäftszahl

12Os31/75; 12Os168/75; 9Os43/79; 13Os99/84; 13Os61/86

Norm

StGB §222;

Rechtssatz

1. Unter Mißhandlung ist jede gegen das Tier gerichtete Tätlichkeit im Sinne einer für das körperliche Wohlbefinden desselben nachteiligen physischen Einwirkung, die sich als erheblicher Angriff auf den Körper des Tieres darstellt, zu verstehen.

 

2. Für die gerichtliche Strafbarkeit ist allerdings erforderlich, daß diese Mißhandlung einen Roheitsakt des Täters beinhaltet, dh ersichtlich einer gefühllosen Gesinnung desselben entspringt.

Entscheidungstexte

TE OGH 1975/04/29 12 Os 31/75

Veröff: SSt 46/21 = EvBl 1976/16 S 22 = JBl 1976,47 = RZ 1975/96 S 206

TE OGH 1976/01/26 12 Os 168/75

TE OGH 1979/06/19 9 Os 43/79

Ähnlich; Veröff: EvBl 1980/27 S 77 = RZ 1979/79 S 255

TE OGH 1984/09/13 13 Os 99/84

Beisatz: Äußerlich sichtbarer Verletzung oder Folgen bedarf es zur Herstellung des Tatbestands nicht. (T1) Veröff: RZ 1985/67 S 169

TE OGH 1986/07/17 13 Os 61/86

Vgl auch; nur: Unter Mißhandlung ist jede gegen das Tier gerichtete Tätlichkeit im Sinne einer für das körperliche Wohlbefinden desselben nachteiligen physischen Einwirkung, die sich als erheblicher Angriff auf den Körper des Tieres darstellt, zu verstehen. (T2) Beisatz: Qualen sind eine wesentliche, länger anhaltende Beeinträchtigung des Wohlbefindens. (T3) Veröff: JBl 1987,126

Rechtssatznummer

RS0095749