Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0079820

Entscheidungsdatum

07.05.1974

Geschäftszahl

4Ob314/74; 4Ob346/74; 4Ob312/75; 4Ob369/76; 4Ob382/76; 4Ob353/77; 4Ob374/77; 4Ob406/78; 4Ob367/79; 4Ob372/79; 4Ob405/79; 4Ob409/79; 4Ob394/82; 4Ob340/83; 4Ob314/84; 4Ob9/88; 4Ob40/88; 4Ob37/90; 4Ob109/90 (4Ob110/90); 4Ob169/90; 4Ob114/91; 4Ob80/92; 4Ob91/93; 4Ob62/93 (4Ob63/93); 4Ob122/94; 4Ob38/95; 4Ob5/96; 4Ob96/97i; 4Ob215/97i; 4Ob183/97h; 4Ob173/98i; 4Ob309/98i; 4Ob138/99v; 4Ob192/99k; 4Ob312/99g; 4Ob109/00h; 4Ob226/01s; 4Ob287/01m; 4Ob174/02w; 4Ob177/02m; 4Ob106/03x; 4Ob149/03w; 4Ob143/03p; 4Ob219/03i; 4Ob237/03m; 4Ob37/04a; 4Ob141/04w; 4Ob78/05g; 4Ob32/07w; 4Ob57/07x; 4Ob142/08y; 17Ob32/08t; 4Ob224/08g; 4Ob184/09a; 6Ob81/09v; 4Ob118/10x; 4Ob148/10h; 4Ob97/12m; 4Ob161/12y; 1Ob244/11f; 4Ob244/12d; 4Ob69/15y; 4Ob135/15d; 6Ob234/15b; 2Ob29/16b; 4Ob57/17m; 1Ob162/17f; 4Ob97/17v; 10Ob60/17x

Norm

KSchG §30 Abs1; MedienG §13 Abs4; PatG §159; UWG §25 Abs4; UrhG §58 Abs1

Rechtssatz

Die Regelung der Urteilsveröffentlichung beruht auf dem Gedanken, dass es häufig im Interesse der Allgemeinheit liegt, unlautere Wettbewerbshandlungen in aller Öffentlichkeit aufzudecken und die beteiligten Verkehrskreise über die wahre Sachlage aufzuklären. Die Urteilsveröffentlichung soll also vor allem das Publikum aufklären und einer Weiterverbreitung unrichtiger Ansichten entgegenwirken.

Entscheidungstexte

TE OGH 1974-05-07 4 Ob 314/74

TE OGH 1974-10-22 4 Ob 346/74

Beisatz: § 12 RabG (T1)

Beisatz: Der Einkauf in Wien. (T2)

Veröff: ÖBl 1975,67

 

TE OGH 1975-04-22 4 Ob 312/75

Beisatz: Beurteilung nach pflichtgemäßem Ermessen, ob die besonderen Umstände des Einzelfalles die Urteilsveröffentlichung rechtfertigen. (T3)

Veröff: ÖBl 1976,25

 

TE OGH 1976-10-19 4 Ob 369/76

Beisatz: Zierkerze mit Mozartbüste. (T4)

 

TE OGH 1977-01-11 4 Ob 382/76

Beisatz: Fernschule "Merkblatt für Fernkursinteressenten". (T5)

Beis wie T3

 

TE OGH 1977-09-13 4 Ob 353/77

Beis wie T3; Veröff: ÖBl 1978,13

 

TE OGH 1977-09-27 4 Ob 374/77

TE OGH 1979-03-13 4 Ob 406/78

Beis wie T3

 

TE OGH 1979-07-10 4 Ob 367/79

Beis wie T3

 

TE OGH 1979-09-11 4 Ob 372/79

Veröff: ÖBl 1980,372

 

TE OGH 1979-12-18 4 Ob 405/79

Beis wie T3; Veröff: ÖBl 1980,73

 

TE OGH 1980-01-15 4 Ob 409/79

TE OGH 1983-01-11 4 Ob 394/82

TE OGH 1983-06-14 4 Ob 340/83

TE OGH 1984-02-21 4 Ob 314/84

Beis wie T3; Veröff: ÖBl 1984,81

 

TE OGH 1988-04-26 4 Ob 9/88

Auch; Beisatz: "6 aus 45" (T6)

Veröff: SZ 61/100 = MR 1988,96 = ÖBl 1988,159

 

TE OGH 1988-07-12 4 Ob 40/88

Auch; Beisatz: Egger-Bier (T7)

Veröff: SZ 61/168

 

TE OGH 1990-03-13 4 Ob 37/90

Beisatz: Eine Aufklärung des Publikums darüber, dass die Beklagte in Hinkunft nicht Dienstnehmer ohne Rücksicht auf eine allenfalls bestehende Konkurrenzklausel aufnehmen darf (das aber offenbar schon einmal getan hat), würde keinem schutzwürdigen Zweck dienen. (T8)

 

TE OGH 1990-09-11 4 Ob 109/90

Auch

 

TE OGH 1991-06-28 4 Ob 169/90

TE OGH 1992-02-25 4 Ob 114/91

Auch; Beisatz: Die Befugnis zur Veröffentlichung ist daher in einem solchen Umfang zu erteilen, dass diejenigen Personen, die von dem Verstoß Kenntnis erlangt haben, jetzt auch über die Wettbewerbswidrigkeit des Handelns (und über den wahren Sachverhalt) aufgeklärt werden. (T9)

Veröff: SZ 65/23 = JBl 1992,599 = ÖBl 1992,21

 

TE OGH 1992-11-10 4 Ob 80/92

Veröff: WBl 1993,164

 

TE OGH 1993-07-27 4 Ob 91/93

Auch; Beis wie T9; Beisatz: Hier: Fünfundzwanzig bis dreißig abgesetzte nachgeahmte Ringe. (T10)

Veröff: SZ 66/91

 

TE OGH 1993-07-27 4 Ob 62/93

Veröff: ÖBl 1993,156 = WBl 1994,30

 

TE OGH 1994-11-08 4 Ob 122/94

Auch

 

TE OGH 1995-04-25 4 Ob 38/95

Auch

 

TE OGH 1996-01-30 4 Ob 5/96

Beis wie T9

 

TE OGH 1997-04-22 4 Ob 96/97i

nur: Die Regelung der Urteilsveröffentlichung beruht auf dem Gedanken, dass es häufig im Interesse der Allgemeinheit liegt, unlautere Wettbewerbshandlungen in aller Öffentlichkeit aufzudecken und die beteiligten Verkehrskreise über die wahre Sachlage aufzuklären. (T11)

 

TE OGH 1997-09-09 4 Ob 215/97i

Auch

 

TE OGH 1997-09-23 4 Ob 183/97h

TE OGH 1998-09-29 4 Ob 173/98i

Vgl; Beis wie T9; Veröff: SZ 70/174

 

TE OGH 1999-01-26 4 Ob 309/98i

nur T11; Beis wie T3

 

TE OGH 1999-07-13 4 Ob 138/99v

Vgl auch; Beis wie T3; Veröff: SZ 72/118

 

TE OGH 1999-09-14 4 Ob 192/99k

Auch; nur T11

 

TE OGH 1999-12-21 4 Ob 312/99g

Auch; nur: Die Urteilsveröffentlichung soll also vor allem das Publikum aufklären und einer Weiterverbreitung unrichtiger Ansichten entgegenwirken. (T12)

Veröff: SZ 72/206

 

TE OGH 2000-05-03 4 Ob 109/00h

Ähnlich; Beisatz: Kläger hat nach allgemeinen zivilprozessualen Vorschriften im erstinstanzlichen Verfahren schlüssig darzulegen, worin sein Interesse an der begehrten Publikationsbefugnis besteht, und die besonderen Umstände zu beweisen, die das Veröffentlichungsinteresse rechtfertigen. (T13)

 

TE OGH 2001-10-16 4 Ob 226/01s

Auch; Beisatz: Normzweck ist demnach das Bedürfnis, den entstandenen Schaden gutzumachen und den Verletzten vor weiteren Nachteilen zu bewahren, nicht hingegen die Bestrafung des Verletzers. (T14)

 

TE OGH 2002-02-12 4 Ob 287/01m

Beisatz: Die Berechtigung des Begehrens auf Urteilsveröffentlichung hängt somit davon ab, ob an der Aufklärung des Publikums im begehrten Ausmaß ein schutzwürdiges Interesse der Klägerin besteht; diese Frage hat das Gericht nach pflichtgemäßem Ermessen unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls zu prüfen. Bei der dabei vorzunehmenden Interessenabwägung sind den Interessen dessen, dem das Recht auf Urteilsveröffentlichung zugesprochen wird, und dem Interesse der beteiligten Verkehrskreise an der Aufklärung ausgewogen Rechnung zu tragen. (T15)

 

TE OGH 2002-10-15 4 Ob 174/02w

Auch; Veröff: SZ 2002/134

 

TE OGH 2002-10-15 4 Ob 177/02m

nur T11; Beisatz: Hier: Internetwerbung. (T16)

 

TE OGH 2003-05-20 4 Ob 106/03x

Auch

 

TE OGH 2003-07-08 4 Ob 149/03w

Auch; Beisatz: Wenn ein Unternehmen Informationspflichten nicht erfüllt und sich damit gesetzwidrig verhält, so kann dem Begehren auf Urteilsveröffentlichung nicht entgegengehalten werden, die Beklagte müsse sich aufgrund des Unterlassungsgebots ohnehin in Zukunft gesetzeskonform verhalten. In einem solchen Fall liegt es vielmehr im allgemeinen Interesse, die beteiligten Verkehrskreise über die unlauteren Geschäftspraktiken aufzuklären. (T17)

Veröff: SZ 2003/79

 

TE OGH 2003-09-23 4 Ob 143/03p

Auch; Beis wie T9; Beis wie T14

 

TE OGH 2003-11-18 4 Ob 219/03i

Auch; Beis wie T9

 

TE OGH 2003-12-16 4 Ob 237/03m

Vgl auch; Beisatz: Zweck der Urteilsveröffentlichung ist es, das Publikum über einen bestimmten Gesetzesverstoß aufzuklären, der auch in Zukunft noch nachteilige Wirkungen besorgen lässt. (T18)

Beis wie T3

 

TE OGH 2004-03-16 4 Ob 37/04a

Auch; Beisatz: Dieser Gedanke bestimmt Art und Umfang der Urteilsveröffentlichung. Die Urteilsveröffentlichung hat daher in einem angemessenen Verhältnis zur Wirkung der beanstandeten Aussage zu stehen. (T19)

Beisatz: Die Frage, ob und in welchem Umfang eine Veröffentlichung des Urteils nach den Umständen des Falles zur Aufklärung des Publikums geboten ist, insbesondere auch, ob Teile des Urteilskopfs gesperrt, fett oder sonst wie zu drucken sind, bildet - von einer groben Fehlbeurteilung abgesehen - keine erhebliche Rechtsfrage. (T20)

 

TE OGH 2004-08-18 4 Ob 141/04w

Beis wie T19; Beisatz: Hier: Wettbewerbsverstoß im Internet - Pop-Up-Fenster. (T21)

Veröff: SZ 2004/128

 

TE OGH 2005-05-24 4 Ob 78/05g

Auch; Beis wie T4

 

TE OGH 2007-04-23 4 Ob 32/07w

TE OGH 2007-06-12 4 Ob 57/07x

Auch; Beisatz: Im Gegensatz zu T21 wird die Veröffentlichung in Pop-Up-Fenstern wegen der inzwischen weit verbreiteten Pop-Up-Blocker als unzureichend angesehen. (T22)

 

TE OGH 2008-08-26 4 Ob 142/08y

Beis wie T9; Beis wie T19

 

TE OGH 2009-01-20 17 Ob 32/08t

Auch; Beis wie T18; Beisatz: § 159 PatG enthält, ebenso wie § 25 UWG, keine Einschränkung auf periodische Medien. (T23) Beisatz: Es ist notwendig, mit der Urteilsveröffentlichung jene Verkehrskreise zu erreichen, denen gegenüber die beanstandete Werbung wirksam geworden ist. (T24)

 

TE OGH 2009-01-20 4 Ob 224/08g

Auch; Beisatz: Während § 13 Abs 4 MedienG auf die Erreichung eines gleichen Veröffentlichungswerts abzielt, kommt es im Rahmen des § 85 Abs 1 UrhG auf ein angemessenes Verhältnis der Veröffentlichung zur Wirkung der Rechtsverletzung sowie darauf an, die beteiligten Verkehrskreise über die wahre Sachlage aufzuklären. (T25)

 

TE OGH 2009-12-16 4 Ob 184/09a

Auch; Beisatz: Eine „Harmonisierung" der Urteilsveröffentlichungsvorschriften des UWG und des MedienG kommt nicht in Betracht. (T26)

 

TE OGH 2009-12-18 6 Ob 81/09v

Vgl; Beis wie T3; Bem: Hier: Urteilsveröffentlichung gemäß § 30 Abs 1 KSchG. (T27)

 

TE OGH 2010-08-31 4 Ob 118/10x

Auch; Beis wie T26

 

TE OGH 2010-10-05 4 Ob 148/10h

Auch; Beis wie T26

 

TE OGH 2012-09-18 4 Ob 97/12m

Vgl auch; Beis wie T15

 

TE OGH 2012-11-28 4 Ob 161/12y

Vgl auch; Beis wie T15

 

TE OGH 2012-08-01 1 Ob 244/11f

Vgl auch; nur T11; nur T12

 

TE OGH 2013-03-19 4 Ob 244/12d

Vgl auch; Beis wie T15

 

TE OGH 2015-05-19 4 Ob 69/15y

Vgl auch; Beis ähnlich T20

 

TE OGH 2015-09-22 4 Ob 135/15d

Auch; Beis ähnlich wie T20

 

TE OGH 2016-01-14 6 Ob 234/15b

Auch; Beis wie T20

 

TE OGH 2017-02-23 2 Ob 29/16b

TE OGH 2017-03-28 4 Ob 57/17m

Auch; Beis wie T20

 

TE OGH 2017-10-25 1 Ob 162/17f

Vgl; Beis wie T20; Beis wie T27

 

TE OGH 2017-12-21 4 Ob 97/17v

Auch; Beis wie T20

 

TE OGH 2018-02-20 10 Ob 60/17x

Auch; Beis wie T3

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1974:RS0079820