Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0023597

Entscheidungsdatum

18.12.1973

Geschäftszahl

3Ob167/73; 7Ob220/74; 5Ob535/76; 2Ob541/81; 1Ob667/83; 8Ob650/88; 7Ob51/00a; 6Ob132/03k; 3Ob160/04g; 1Ob34/05i; 6Ob77/05z; 3Ob252/07s; 7Ob250/10f; 7Ob250/10f; 3Ob222/13p; 3Ob160/14x; 10Ob53/15i; 1Ob143/16k; 1Ob158/16s; 5Ob89/17z; 9Ob58/18x; 4Ob13/19v; 6Ob221/18w; 5Ob82/19y

Norm

ABGB §1295 IId2; ABGB §1295 römisch zwei e

Rechtssatz

Der Inhaber eines Geschäftes, in das jedermann der Zutritt offensteht, muss alle Gefahrenquellen, die sich aus dem Geschäftsbetrieb ergeben, ausschalten. Die Verpflichtung des Geschäftsinhabers zu den nötigen Maßnahmen der Gefahrenabwehr setzt voraus, dass ihm eine Gefahrenquelle für die Allgemeinheit bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt erkennbar ist vergleiche JBl 1967,34).

Entscheidungstexte

TE OGH 1973-12-18 3 Ob 167/73

Veröff: EvBl 1974/109 S 239

TE OGH 1974-11-21 7 Ob 220/74

Veröff: JBl 1975,544

TE OGH 1976-05-11 5 Ob 535/76

Ähnlich; Beisatz: Entstehen von Sorgfaltspflichten mit Aufnahme des vorvertraglichen Kontaktes. (T1)

TE OGH 1981-12-15 2 Ob 541/81

Beisatz: Ausrutschen auf einer Weinbeere bei einem Obststand. (T2)

Veröff: RZ 1982/50 S 195

TE OGH 1983-07-13 1 Ob 667/83

Auch; Veröff: ZVR 1984/280 S 283

TE OGH 1988-09-22 8 Ob 650/88

Auch; Beisatz: Hier: Sturz eines alkoholisierten Gastes über eine nicht ausreichend gesicherte Kellerstiege. (T3)

TE OGH 2000-03-29 7 Ob 51/00a

Vgl auch; nur: Die Verpflichtung des Geschäftsinhabers zu den nötigen Maßnahmen der Gefahrenabwehr setzt voraus, dass ihm eine Gefahrenquelle für die Allgemeinheit bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt erkennbar ist. (T4)

Beisatz: Hier: Seilabsperrung zur Unterteilung einer Eisfläche. (T5)

TE OGH 2003-09-11 6 Ob 132/03k

nur T4

TE OGH 2004-10-20 3 Ob 160/04g

Auch; Beisatz: Die vor- bzw nachvertragliche Sorgfaltspflicht kann sich auch auf den (nicht im Eigentum des Geschäftsinhabers stehenden) Gehsteigbereich direkt vor dem Geschäftseingang erstrecken. (T6)

TE OGH 2005-04-12 1 Ob 34/05i

Auch; Beis wie T6; Beisatz: Diese Pflicht darf allerdings auch bei der Vertragshaftung nicht überspannt werden; sie wird durch die Zumutbarkeit möglicher Maßnahmen der Gefahrenabwehr begrenzt. (T7)

Beisatz: Hier: Umstürzen eines am Gehsteig zu Werbezwecken aufgestellten Verkaufsständers. (T8)

TE OGH 2005-06-23 6 Ob 77/05z

Auch; Beisatz: Eine Bank ist grundsätzlich verpflichtet, die diskrete Auszahlung hoher Geldbeträge zu ermöglichen; der Vorwurf fehlender Sichtschutzeinrichtungen kann nur nach einer entsprechenden Güterabwägung näher geprüft werden. (T9)

TE OGH 2007-12-19 3 Ob 252/07s

Auch; Beisatz: Hier: Verpflichtung einer Bank, bei Barauszahlung höherer Beträge an Kunden Gefahrenquellen auszuschalten. (T10)

Veröff: SZ 2007/207

TE OGH 2011-06-16 7 Ob 250/10f

Auch; Beis ähnlich wie T6; nur T4

TE OGH 2013-12-19 3 Ob 222/13p

Auch; Beis wie T6

TE OGH 2014-11-19 3 Ob 160/14x

Auch

TE OGH 2015-10-22 10 Ob 53/15i

Auch; Beisatz: Sturz aufgrund einer Lacke im Supermarkt. (T11)

TE OGH 2016-08-30 1 Ob 143/16k

Auch; Beisatz: Hier: Sturz auf vereister Stelle vor einer Autowaschbox. (T12)

TE OGH 2016-09-27 1 Ob 158/16s

TE OGH 2017-09-26 5 Ob 89/17z

Auch

TE OGH 2019-02-27 9 Ob 58/18x

TE OGH 2019-05-28 4 Ob 13/19v

Vgl; Beisatz: Stur auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums. (T13); Veröff: SZ 2019/47

TE OGH 2019-06-27 6 Ob 221/18w

Auch; Beisatz: Die Grundsätze gelten auch für den Veranstalter (hier: Verein) eines Balls in einem Gasthaus. (T14)

TE OGH 2019-10-22 5 Ob 82/19y

Beis wie T6

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1973:RS0023597