Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0074853

Entscheidungsdatum

21.09.1972

Geschäftszahl

2Ob4/72; 8Ob289/79; 2Ob113/09w; 1Ob154/11w; 2Ob49/12p; 2Ob135/17t

Norm

StVO §20 IE

Rechtssatz

"Reaktionszeit" (richtig: "Vorbremszeit") ist die Zeitspanne zwischen dem Erfassen der Verkehrslage und der Ausführung der entsprechenden Maßnahmen durch die Betätigung der in Betracht kommenden Einrichtungen, also eine Zeit, die auch bei aufmerksamer und reaktionsbereiter Fahrweise verstreichen muss, bis die durch die erkannte Gefahrenlage ausgelöste Abwehrhandlung wirksam zu werden beginnt; sie umfasst auch die sogenannte Bremsansprechzeit.

Entscheidungstexte

TE OGH 1972-09-21 2 Ob 4/72

Veröff: ZVR 1974/7 S 7

 

TE OGH 1980-02-21 8 Ob 289/79

Veröff: ZVR 1980/279 S 283

 

TE OGH 2010-02-17 2 Ob 113/09w

Auch; nur: "Reaktionszeit" ist die Zeitspanne zwischen dem Erfassen der Verkehrslage und der Ausführung der entsprechenden Maßnahmen durch die Betätigung der in Betracht kommenden Einrichtungen. (T1); Beisatz: Mit dem „Erfassen der Verkehrslage“ ist bereits die Gefahrenerkennung, also die objektive Reaktionsaufforderung gemeint. (T2); Beisatz: Die Frage, ob im Einzelfall in einer bestimmten Situation (vorwiegend des Straßenverkehrs) die Gefährlichkeit eines Verhaltens erst nach einer gewissen Zeit der Beobachtung erkannt werden kann, betrifft den Tatsachenbereich und nicht die rechtliche Beurteilung. (T3); Veröff: SZ 2010/11

 

TE OGH 2011-09-01 1 Ob 154/11w

nur T1

 

TE OGH 2012-03-28 2 Ob 49/12p

nur T1; Auch Beis wie T3; Beisatz: Als Reaktionszeit wird auch der Zeitaufwand bezeichnet, der zur Verarbeitung des sich bietenden Bildes im Gehirn, zur Fassung eines Entschlusses und zur entsprechenden Handhabung der Fahrzeugvorrichtungen notwendig ist. (T4); Bem: Vgl SZ 24/67; 2 Ob 108/89. (T5)

 

TE OGH 2018-03-22 2 Ob 135/17t

nur T1

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0074853