Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0038356

Entscheidungsdatum

11.11.1971

Geschäftszahl

1Ob296/71; 1Ob534/78; 1Ob557/82; 13Os62/88; 8Ob508/89; 8Ob688/89; 1Ob630/90; 1Ob598/91; 1Ob608/92; 1Ob597/93; 3Ob543/95; 6Ob2299/96y; 9Ob111/98h; 1Ob364/99g; 9Ob104/00k; 3Ob80/06w; 9Ob120/06x; 16Bkd5/07; 1Ob97/09k; 7Ob143/12y; 8Ob92/14h; 1Ob60/17f; 5Ob95/18h

Norm

ABGB §1002; ABGB §1152 I; RAO §17; RATG allg

Rechtssatz

Der Rechtsanwalt hat seinem Klienten gegenüber in erster Linie Anspruch auf das vereinbarte Entgelt (§ 17 Abs 1 RAO). Besteht keine Vereinbarung, hat er Anspruch auf angemessenes Entgelt. Bei Ansprüchen, für die ein Tarif besteht, ist in der Regel nur der entsprechende Tarifsatz als angemessenes Entgelt anzusehen. Hiebei kommt in erster Linie der Rechtsanwaltstarif in Betracht. Allenfalls ist der Rechtsanwaltstarif analog anzuwenden.

Entscheidungstexte

TE OGH 1971-11-11 1 Ob 296/71

Veröff: EvBl 1972/124 S 234 = NZ 1973,104

TE OGH 1978-03-08 1 Ob 534/78

Veröff: SZ 51/27

TE OGH 1982-06-30 1 Ob 557/82

nur: Der Rechtsanwalt hat seinem Klienten gegenüber in erster Linie Anspruch auf das vereinbarte Entgelt (§ 17 Abs 1 RAO). Besteht keine Vereinbarung, hat er Anspruch auf angemessenes Entgelt. (T1)

TE OGH 1988-10-27 13 Os 62/88

Vgl auch

TE OGH 1989-05-31 8 Ob 508/89

Veröff: SZ 62/102 = AnwBl 1990,45 (Pritz)

TE OGH 1990-07-26 8 Ob 688/89

Veröff: AnwBl 1991,54

TE OGH 1991-02-13 1 Ob 630/90

TE OGH 1991-09-18 1 Ob 598/91

Auch; nur T1; nur: Bei Ansprüchen, für die ein Tarif besteht, ist in der Regel nur der entsprechende Tarifsatz als angemessenes Entgelt anzusehen. (T2)

TE OGH 1992-11-11 1 Ob 608/92

Auch; Beisatz: Auch den von der Vertreterversammlung des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages gemäß § 37 RAO beschlossenen Autonomen Honorar - Richtlinien (AHR) kommt in diesem Zusammenhang Bedeutung zu. (T3)

TE OGH 1993-12-21 1 Ob 597/93

nur T2; nur: Hiebei kommt in erster Linie der Rechtsanwaltstarif in Betracht. Allenfalls ist der Rechtsanwaltstarif analog anzuwenden. (T4)

TE OGH 1995-06-28 3 Ob 543/95

nur T1

TE OGH 1996-12-18 6 Ob 2299/96y

nur T1

TE OGH 1998-04-15 9 Ob 111/98h

Beisatz: Erst mangels eines entsprechenden Tarifs kommt den AHR als kodifiziertem Gutachten über die Angemessenheit der im Rechtsanwaltstarifgesetz nicht näher geregelten anwaltlichen Leistungen für die Honorarberechnung Bedeutung zu. (T5); Beisatz: Für Unterhaltssachen gilt jedoch § 9 Abs 1 RATG. (T6)

TE OGH 2000-04-28 1 Ob 364/99g

Beis wie T5

TE OGH 2001-04-11 9 Ob 104/00k

Beis wie T6

TE OGH 2006-07-26 3 Ob 80/06w

Auch; Beis wie T5

TE OGH 2007-03-28 9 Ob 120/06x

Auch; nur T4

TE OGH 2008-05-19 16 Bkd 5/07

TE OGH 2009-06-09 1 Ob 97/09k

Auch; Beisatz: Die zwingende Bemessungsvorschrift des § 10 Z 6 lit a RATG (Höchstgrenze von 19.620 EUR) gilt auch bei mehreren beanstandeten Äußerungen. Sie ist - mangels anderweitiger Vereinbarung - auch Grundlage für den Honoraranspruch des Rechtsanwalts gegenüber seinem Mandanten. (T7)

TE OGH 2012-11-28 7 Ob 143/12y

nur T1; auch nur T4

TE OGH 2014-09-29 8 Ob 92/14h

Auch; Beisatz: Hier: Vereinbarung zwischen Klient und Rechtsanwalt über die Höhe des Stundensatzes. In Bezug auf den Zeitaufwand ist eine Angemessenheitskontrolle zulässig. (T8)

TE OGH 2017-03-29 1 Ob 60/17f

Auch; Beis wie T8

TE OGH 2018-06-12 5 Ob 95/18h

Beis wie T5

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0038356