Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0031822

Entscheidungsdatum

15.04.1971

Geschäftszahl

1Ob87/71; 1Ob344/71; 6Ob147/73; 6Ob175/74; 5Ob202/75; 4Ob320/77; 1Ob652/77 (1Ob653/77); 8Ob550/77; 1Ob708/78; 4Ob32/79; 7Ob759/82; 2Ob588/82; 6Ob656/83 (6Ob657/83, 6Ob658/83); 1Ob4/87; 4Ob73/88; 4Ob44/88; 4Ob541/89; 4Ob78/90; 7Ob575/90; 1Ob2/91; 1Ob36/89; 8Ob589/91; 4Ob52/93; 4Ob171/93; 6Ob220/01y; 4Ob15/02p; 4Ob109/02m; 6Ob97/06t; 6Ob102/17v; 6Ob25/18x

Norm

ABGB §1330 Abs2 BI; ABGB §1330 Abs2 BII; ABGB §1330 Abs2 BIII

Rechtssatz

Der Kläger muss beweisen, dass die verbreiteten Tatsachen, aus denen sein Schaden entstand, unwahr sind; darüber hinaus muss er dartun, dass es bei durchschnittlicher, jedermann zumutbarer Auffassung erkennbar gewesen sei, dass die verbreitete Mitteilung unwahr sei. Sache des Beklagten ist es dann, zu behaupten, dass ihm dennoch keine grobe Fahrlässigkeit bei Verbreitung der unwahren Tatsachen treffe, und zu beweisen, dass er Anhaltspunkte für die Wahrheit der von ihm verbreiteten Tatsachen hatte.

Entscheidungstexte

TE OGH 1971-04-15 1 Ob 87/71

Veröff: SZ 44/45 = RZ 1971,121 = ÖBl 1971,104 = JBl 1972,312 (kritisch Ostheim)

TE OGH 1972-01-19 1 Ob 344/71

TE OGH 1973-11-08 6 Ob 147/73

Veröff: SZ 46/114

TE OGH 1974-09-19 6 Ob 175/74

Veröff: EvBl 1975/146 S 296

TE OGH 1976-03-30 5 Ob 202/75

nur: Der Kläger muss beweisen, dass die verbreiteten Tatsachen, aus denen sein Schaden entstand, unwahr sind. (T1)

TE OGH 1977-06-14 4 Ob 320/77

Beisatz: Der Verletzer kann nur in Anspruch genommen werden, wenn er schuldhaft gehandelt hat (Die Frage, ob grobe Fahrlässigkeit vorliegen muss, wird hier ausdrücklich offengelassen). (T2) Veröff: SZ 50/86 = EvBl 1978/38 S 121 = ÖBl 1978,3 mit Anmerkung von Schönherr

TE OGH 1977-08-31 1 Ob 652/77

nur T1; Beisatz: Allein diese den allgemeinen Schadenersatzgrundsätzen entsprechende Beweislastverteilung entspricht auch wenn sie für den Kläger manchmal zu Härten führen kann, dem Interesse der Aufrechterhaltung der Meinungsfreiheit. (T3) Veröff: SZ 50/111 = EvBl 1978/65 S 182 = ÖBl 1978,34

TE OGH 1977-11-30 8 Ob 550/77

Vgl aber; Beisatz: Die Feststellung dieses Tatbestandes setzt kein grobes Verschulden voraus. Es genügt, dass der Verbreiter unwahrer Behauptungen wissen musste, dass seine Tatsachenbehauptungen unrichtig waren. (T4) Veröff: EvBl 1978/99 S 297 = ÖBl 1978,37

TE OGH 1978-10-18 1 Ob 708/78

Vgl aber; Beis wie T4; Veröff: RZ 1979/69 S 233

TE OGH 1979-05-08 4 Ob 32/79

Beis wie T2; Veröff: ÖBl 1979,134 = ZAS 1982,212

TE OGH 1982-10-28 7 Ob 759/82

nur: Der Kläger muss beweisen, dass die verbreiteten Tatsachen, aus denen sein Schaden entstand, unwahr sind; darüber hinaus muss er dartun, dass es bei durchschnittlicher, jedermann zumutbarer Auffassung erkennbar gewesen sei, dass die verbreitete Mitteilung unwahr sei. (T5)

TE OGH 1983-02-01 2 Ob 588/82

TE OGH 1985-03-28 6 Ob 656/83

Auch; nur T1; nur: Sache des Beklagten ist es dann, zu behaupten, dass ihm dennoch keine Fahrlässigkeit bei Verbreitung der unwahren Tatsachen treffe. (T6)

TE OGH 1987-05-26 1 Ob 4/87

nur T1; nur T6; Veröff: SZ 60/93 = JBl 1987,724 = MR 1987,131 (Korn)

TE OGH 1988-09-13 4 Ob 73/88

nur T5

TE OGH 1988-09-13 4 Ob 44/88

nur T1; Veröff: MR 1988,158 (Korn) = RdW 1989,24 = RZ 1988/68 S 284

TE OGH 1989-06-27 4 Ob 541/89

TE OGH 1990-04-24 4 Ob 78/90

nur T1; Beisatz: Kein Eingehen auf beachtliche Gegenargumente nötig. (T7)

TE OGH 1990-06-28 7 Ob 575/90

Auch; Beisatz: Dem Geschädigten obliegt der Beweis der objektiven Sorgfaltsverletzung, dem Täter der Beweis des Fehlens subjektiver Vorwerfbarkeit, der Beweis von Anhaltspunkten für die Wahrheit. (T8)

TE OGH 1991-04-10 1 Ob 2/91

Auch

TE OGH 1991-04-10 1 Ob 36/89

Veröff: SZ 64/36 = JBl 1991,796 = ÖBl 1991,161

TE OGH 1993-01-28 8 Ob 589/91

Auch

TE OGH 1993-05-04 4 Ob 52/93

nur T1

TE OGH 1993-12-14 4 Ob 171/93

nur T1

TE OGH 2001-10-18 6 Ob 220/01y

Auch; Beisatz: Den Beklagten, der die Behauptung eines Dritten weitergibt, trifft nicht nur die Beweislast hinsichtlich der wahrheitsgetreuen Wiedergabe der fremden Äußerungen, sondern auch hinsichtlich der Richtigkeit - selbst der in Vermutungsform - geäußerten Vorwürfe, weil unter Verbreiten jede Weitergabe fremder Behauptungen - auch wenn diese nur in Vermutungsform einen Tatverdacht aussprechen - anzusehen ist (so auch schon 6 Ob 2071/96v). (T9)

TE OGH 2002-03-13 4 Ob 15/02p

Auch; nur T6

TE OGH 2002-07-02 4 Ob 109/02m

Vgl auch; Beisatz: Ist die Rufschädigung im Sinne des § 1330 Abs 2 ABGB gleichzeitig Ehrenbeleidigung, so trifft die Beweislast für die Wahrheit der beanstandeten Behauptung - ebenso wie nach § 7 Abs 1 UWG - den Beklagten. (T10)

TE OGH 2006-05-24 6 Ob 97/06t

Vgl auch; Beisatz: Ebenso ist der Beklagte für alle rechtfertigenden Umstände beweispflichtig. (T11)

TE OGH 2017-07-07 6 Ob 102/17v

Auch; Beis ähnlich T10

TE OGH 2018-02-28 6 Ob 25/18x

Vgl auch; nur T1; Beis wie T10

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0031822