Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0010101

Entscheidungsdatum

30.10.1968

Geschäftszahl

6Ob251/68; 5Ob47/71; 5Ob108/74; 5Ob82/75; 6Ob70/75; 3Ob516/78; 5Ob786/80; 1Ob720/82; 1Ob42/82; 7Ob528/86; 6Ob691/89; 1Ob512/96; 1Ob229/97a; 2Ob104/98b; 3Ob203/07k; 5Ob36/10w; 9Ob64/09s; 2Ob11/10x; 1Ob177/11b; 6Ob63/13b; 3Ob24/14x; 3Ob121/14m; 1Ob137/14z; 1Ob38/15t; 1Ob10/15z; 1Ob168/16m; 3Ob40/18f; 3Ob216/18p

Norm

ABGB §309; ABGB §1460

Rechtssatz

Voraussetzung für jede Ersitzung ist eine Besitzausübung, die die volle Zugehörigkeit der Sache zum Ausübenden so sichtbar zum Ausdruck bringt, dass sie eine Besitzausübung dritter Personen nicht zulässt.

Entscheidungstexte

TE OGH 1968-10-30 6 Ob 251/68

TE OGH 1971-03-10 5 Ob 47/71

TE OGH 1974-06-05 5 Ob 108/74

TE OGH 1975-06-17 5 Ob 82/75

TE OGH 1975-09-04 6 Ob 70/75

TE OGH 1979-02-21 3 Ob 516/78

Beisatz: Durch die Verwendung eines Grundstückes als Liegeplatz für das Vieh während der Nacht ist die Besitzausübung anderer Personen nicht ausgeschlossen. (T1)

TE OGH 1981-10-20 5 Ob 786/80

Vgl aber; Beisatz: Der Umstand, dass an der Sache eine Dienstbarkeit eines Dritten besteht, hindert die Ersitzung des Eigentums nicht. (T2)

TE OGH 1982-09-15 1 Ob 720/82

TE OGH 1982-11-03 1 Ob 42/82

Beisatz: Ausübung des Besitzes in der im § 312 ABGB beispielswiese aufgezählten Art. (T3) Veröff: JBl 1983,480 ( zust. Pfersmann )

TE OGH 1986-04-03 7 Ob 528/86

Auch

TE OGH 1990-01-18 6 Ob 691/89

TE OGH 1996-08-22 1 Ob 512/96

Auch; Veröff: SZ 69/187

TE OGH 1997-10-14 1 Ob 229/97a

Auch; Beis wie T3; Beisatz: Nur der Besitz, der jeden anderen Besitz ausschließt, kann zur Ersitzung führen. (T4)

TE OGH 1998-05-25 2 Ob 104/98b

TE OGH 2007-10-23 3 Ob 203/07k

Beisatz: Hier: Ersitzung eines Wanderweges bzw einer Schiabfahrt verneint. (T5)

TE OGH 2010-05-27 5 Ob 36/10w

Vgl; Beisatz: Die Besitzergreifungshandlungen und der Besitzwille bestimmen den Inhalt des Besitzes und damit das Ausmaß des zu ersitzenden Rechts. (T6); Beisatz: Für die Ersitzung müssen Handlungen gesetzt werden, die den Eigentümer von der Ausübung seines Rechts ausschließen. (T7)

TE OGH 2010-06-30 9 Ob 64/09s

Beis wie T3

TE OGH 2010-11-11 2 Ob 11/10x

Vgl Beis wie T4; Vgl Beis wie T3; Veröff: SZ 2010/142

TE OGH 2011-09-29 1 Ob 177/11b

Auch

TE OGH 2013-05-08 6 Ob 63/13b

Beisatz: Hier: Die einmalige Errichtung eines Kanals und die zweimalige Einräumung von Zufahrtsrechten über die Fläche in einem Zeitraum von fast 20 Jahren reicht für die Ersitzung des Eigentumsrechts nicht aus. (T8)

TE OGH 2014-06-25 3 Ob 24/14x

Beisatz: Das bloße Beweiden einer Liegenschaft in den Sommermonaten reicht für eine Ersitzung nicht aus, weil eine Bewirtschaftung dieser Art auch von einem Servitutsberechtigten oder einem vertraglich Nutzungsberechtigten vorgenommen werden könnte. (T9)

TE OGH 2014-10-22 3 Ob 121/14m

Beis ähnlich wie T9; Beisatz: Die Ausübung des Jagdrechts reicht zum Erwerb von Sachbesitz nicht aus. (T10)

TE OGH 2014-10-22 1 Ob 137/14z

Beis wie T9; Beisatz: Besitzakte, die die volle Zugehörigkeit nicht zum Ausdruck bringen, reichen zum Erwerb des Sachbesitzes nicht aus und sind demgemäß auch für die Ersitzung des Eigentums nicht hinreichend. (T11)

Beisatz: Die Jagdausübung ist keine taugliche Besitzergreifungshandlung; dies auch dann nicht, wenn die Flächen nicht land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden können. (T12)

Beisatz: 2. Rechtsgang zu 1Ob177/11b. (T13)

TE OGH 2015-04-23 1 Ob 38/15t

Auch; Beis wie T12

TE OGH 2015-04-23 1 Ob 10/15z

Vgl

TE OGH 2016-12-20 1 Ob 168/16m

Beis wie T4; Beisatz: Hier: Ersitzungszeit hinsichtlich öffentlichen Wasserguts vor dem 1.11.1934 (Inkrafttreten des WRG) abgeschlossen. (T14)

TE OGH 2018-03-21 3 Ob 40/18f

TE OGH 2018-12-19 3 Ob 216/18p

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1968:RS0010101