Gericht

OGH

Entscheidungsdatum

29.11.1960

Geschäftszahl

4Ob359/60; 4Ob335/60; 4Ob336/60; 4Ob323/64; 4Ob333/66; 4Ob307/72;

4Ob360/74; 4Ob351/75; 4Ob303/77; 4Ob405/76; 4Ob333/77; 4Ob398/77;

4Ob331/82; 4Ob353/83 (4Ob354/83); 4Ob382/84; 4Ob305/86; 4Ob396/86;

4Ob116/88; 4Ob71/89; 4Ob118/91; 4Ob5/93; 4Ob73/95; 4Ob56/97g;

4Ob128/01d; 4Ob143/02m

Norm

UWG §1 C2;

Rechtssatz

Maßstab für die Beurteilung der Sittenwidrigkeit einer Wettbewerbshandlung sind vor allem die anständigen Gebräuche auf dem Gebiet des Handels und Gewerbes, die auf dem sittlichen Anstandsgefühl der durchschnittlichen Mitbewerber beruhen.

Entscheidungstexte

TE OGH 1960/11/29 4 Ob 359/60

Veröff: SZ 33/133 = ÖBl 1961,68

TE OGH 1961/01/10 4 Ob 335/60

Veröff: ÖBl 1961,46

TE OGH 1961/01/10 4 Ob 336/60

TE OGH 1964/07/28 4 Ob 323/64

Veröff: ÖBl 1965,34

TE OGH 1966/10/04 4 Ob 333/66

Veröff: ÖBl 1967,10

TE OGH 1972/02/22 4 Ob 307/72

Veröff: MietSlg 24086 = ÖBl 1972,93

TE OGH 1974/12/17 4 Ob 360/74

Beisatz: Bewußt auf Verwechslung abzielende Unternehmensbezeichnung. (T1)

TE OGH 1975/12/16 4 Ob 351/75

Beisatz: Maßgebend ist der Gesamtcharakter, wie er sich aus Inhalt, Zweck und Beweggrund ergibt. (T2) Beisatz: Berater in Versicherungsangelegenheiten (T3) Veröff: ÖBl 1976,67 = VersR 1977,557

TE OGH 1977/02/08 4 Ob 303/77

Vgl auch; Beisatz: Anfangen von Kunden eines bestimmten Mitbewerbers durch Ansprechen, Verteilen von Werbezetteln, Aufstellen von Verkaufswagen oder dergleichen. (T4) Veröff: ÖBl 1977,96

TE OGH 1977/03/08 4 Ob 405/76

Ähnlich

TE OGH 1977/06/14 4 Ob 333/77

Auch; Beisatz: Abfangen potentieller Kunden in der unmittelbaren Nähe des "Geschäftes" der Kläger. (T5) Veröff: ÖBl 1977,154

TE OGH 1977/11/22 4 Ob 398/77

Beisatz: Erschleichen eines Markenrechtes. (T6) Veröff: ÖBl 1978,67

TE OGH 1983/01/11 4 Ob 331/82

Beisatz: Metro-Post (T7) Veröff: SZ 56/2 = EvBl 1983/49 S 184 = ÖBl 1983,40

TE OGH 1983/06/14 4 Ob 353/83

Veröff: RdW 1983,106 = ÖBl 1984,14

TE OGH 1984/11/13 4 Ob 382/84

TE OGH 1986/02/18 4 Ob 305/86

Beisatz: Heilmasseur (T8) Veröff: SZ 59/33

TE OGH 1987/03/24 4 Ob 396/86

Vgl

TE OGH 1989/04/18 4 Ob 116/88

Vgl auch

TE OGH 1989/09/12 4 Ob 71/89

Vgl aber; Veröff: SZ 62/147 = WBl 1990,25 = ÖBl 1990,7

TE OGH 1991/12/03 4 Ob 118/91

Vgl auch; Beisatz: Voraussetzung dafür ist aber, daß das beanstandete Verhalten einer Standesauffassung widerspricht, die innerhalb des Berufsstandes einheitlich befolgt wird und gefestigt ist. Aus einem Schreiben der Innung ist aber nicht die Ansicht der Standesgenossen zu entnehmen. (T9) Veröff: WBl 1992,167

TE OGH 1993/02/23 4 Ob 5/93

Auch; Beisatz: Standeswidriges Verhalten ist in der Regel einem Gesetzesverstoß gleichzuhalten. (T10)

TE OGH 1995/09/19 4 Ob 73/95

Vgl auch; Beisatz: Verbindlich sind die Standesregeln auch dann, wenn die Standesauffassung nicht in allen Punkten völlig einheitlich ist. (T11)

TE OGH 1997/04/08 4 Ob 56/97g

Auch

TE OGH 2001/07/10 4 Ob 128/01d

Vgl auch; Beis ähnlich T1

TE OGH 2002/08/20 4 Ob 143/02m

Beisatz: Das Sittenwidrigkeitsurteil im Sinn des § 1 UWG orientiert sich daher nunmehr entscheidend an den Funktionsbedingungen des Leistungswettbewerbes, die Unternehmerinteressen, Verbraucherinteressen sowie auch Allgemeininteressen zu berücksichtigen haben. (T12) Beisatz: Aus dem Leitbild des Leistungswettbewerbs lässt sich die Forderung ableiten, dass der einzelne Wettbewerber die freie Entschließung des Kunden nicht in einer Weise beeinträchtigen darf, die einen sachgerechten Vergleich der auf einem bestimmten Markt angebotenen Leistungen ausschließt. Solche Praktiken, durch die die freie Entschließung der Marktpartner in grob unsachlicher Weise beeinträchtigt wird, sind zum Beispiel Nötigung, Bedrohung, Überrumpelung, psychologischer Kaufzwang und ähnliches. (T13)

Rechtssatznummer

RS0077642