Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0065074

Entscheidungsdatum

16.12.1958

Geschäftszahl

4Ob5/58; 8ObA61/97x; 9ObA31/05g; 9ObA30/05k

Norm

KollVG §2 Abs2; KollVG §2 Abs3; KollVG §21

Rechtssatz

Nach dem österreichischen KollVG ist das Günstigkeitsprinzip anders als im Geltungsbereich des Tarifvertragsgesetzes der westdeutschen Bundesrepublik nicht zwingender Rechtssatz, sondern ein dispositiver Grundsatz. Auch die Einzelabrede (die Sondervereinbarung) kann durch den Abschluss eines KollV aufgehoben werden, wenn sich aus dem KollV die Absicht, eine günstigere Bestimmung zu beseitigen, ergibt. Es besteht nur die Besonderheit, dass Einzelabreden (Sondervereinbarungen) durch KollV in der Regel nicht unbedingt (automatisch) inhaltlich derogiert werden, wenn sie für die Arbeitnehmer günstiger sind. Sie werden derogiert, wenn und soweit die Kollektivvertragsparteien sie beseitigen wollen.

Entscheidungstexte

TE OGH 1958-12-16 4 Ob 5/58

Veröff: SZ 31/152 = EvBl 1959/235 S 408 = JBl 1959,424 = SozM IC,315 = Arb 6986

TE OGH 1998-07-06 8 ObA 61/97x

Vgl auch

TE OGH 2005-05-11 9 ObA 31/05g

Vgl auch; Veröff: SZ 2005/74

TE OGH 2005-05-11 9 ObA 30/05k

Vgl auch

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1958:RS0065074