OGH
RS0078161
18.02.2021
3Ob443/55; 3Ob444/55; 4Ob345/71; 4Ob353/72; 4Ob328/73 (4Ob329/73); 4Ob304/77 (4Ob305/77); 4Ob327/80; 4Ob363/87; 4Ob20/88; 4Ob122/88; 4Ob5/89; 4Ob133/89; 4Ob14/90; 4Ob16/90; 4Ob30/90 (4Ob1003/90); 4Ob41/91; 4Ob14/92; 4Ob89/92; 4Ob100/92; 4Ob112/92; 4Ob15/93; 4Ob27/93; 4Ob18/94; 4Ob75/94; 4Ob100/94; 4Ob1135/94; 4Ob131/94; 4Ob141/94; 4Ob2249/96f; 4Ob2247/96m; 4Ob184/97f; 4Ob257/97s; 4Ob95/98v; 4Ob96/98s; 4Ob331/98z; 4Ob66/99f; 4Ob163/99w; 4Ob220/99b; 4Ob172/00y; 4Ob190/01x; 6Ob55/03m; 4Ob211/03p; 4Ob246/05p; 4Ob233/08f; 4Ob174/10g; 4Ob51/12x; 4Ob162/13x; 4Ob223/14v; 6Ob14/16a; 6Ob52/16i; 6Ob209/16b; 6Ob116/17b; 6Ob6/19d; 6Ob206/19s; 6Ob57/20f; 6Ob52/20w
UrhG §78
Durch Paragraph 78, UrhG soll jedermann gegen einen Missbrauch seiner Abbildung in der Öffentlichkeit geschützt werden, also insbesondere auch dagegen, dass er durch Verbreitung seines Bildnisses bloßgestellt, dass dadurch sein Privatleben der Öffentlichkeit preisgegeben oder sein Bildnis auf eine Art benützt wird, die zu Missdeutungen Anlass geben kann oder entwürdigend oder herabsetzend wirkt.
TE OGH 1955-09-21 3 Ob 443/55
Veröff: SZ 28/205
TE OGH 1955-09-21 3 Ob 444/55
TE OGH 1971-09-07 4 Ob 345/71
Beisatz: Ein entscheidender Gesichtspunkt dabei ist, ob die Person des Abgebildeten durch die Veröffentlichung in einen nicht den Tatsachen entsprechenden Zusammenhang gestellt wurde. (T1) Veröff: ÖBl 1972,49
TE OGH 1973-01-16 4 Ob 353/72
Veröff: ÖBl 1973,138
TE OGH 1973-09-25 4 Ob 328/73
Beisatz: Foto einer verheirateten Frau mit entblößten Brüsten auf Schallplatten (Andre Heller). (T2) Veröff: ÖBl 1973,140 = JBl 1974,529
TE OGH 1977-02-08 4 Ob 304/77
Beis wie T1; Beisatz: Entscheidend ist auch ob die Mitteilung von Tatsachen mit einer bestimmten Tendenz versehen wurde. Aipag-ORF-Tozzer. (T3) Veröff: SZ 50/22 = EvBl 1977/194 S 436 = ÖBl 1977,76
TE OGH 1980-04-29 4 Ob 327/80
Veröff: ÖBl 1980,166
TE OGH 1987-09-29 4 Ob 363/87
Beis wie T1; Beisatz: Frustrierte Jungwähler. (T4) Veröff: SZ 60/188 = JBl 1988,52 = ÖBl 1988,139 = MR 1988,17
TE OGH 1988-03-15 4 Ob 20/88
Beis wie T1; Veröff: SZ 61/58 = ÖBl 1988,162 = MR 1988,52 (M Walter)
TE OGH 1989-01-24 4 Ob 122/88
Veröff: MR 1989,52
TE OGH 1989-03-14 4 Ob 5/89
Veröff: MR 1989,54
TE OGH 1989-11-21 4 Ob 133/89
Veröff: MR 1990,58 (Polley)
TE OGH 1990-02-20 4 Ob 14/90
Veröff: MR 1990,226
TE OGH 1990-04-03 4 Ob 16/90
Veröff: MR 1990,141 (Polak)
TE OGH 1990-05-08 4 Ob 30/90
Veröff: SZ 63/75
TE OGH 1991-07-09 4 Ob 41/91
Veröff: SZ 64/89 = JBl 1992,527 = MR 1991,202 = ÖBl 1992,85
TE OGH 1992-04-07 4 Ob 14/92
Veröff: SZ 65/50 = ÖBl 1992,87
TE OGH 1992-11-10 4 Ob 89/92
TE OGH 1992-11-10 4 Ob 100/92
Veröff: ÖBl 1993,36 = MR 1993,59
TE OGH 1992-12-15 4 Ob 112/92
Veröff: ÖBl 1993,39 = MR 1993,61
TE OGH 1993-03-09 4 Ob 15/93
TE OGH 1993-05-04 4 Ob 27/93
TE OGH 1994-03-08 4 Ob 18/94
TE OGH, AUSL EGMR, AUSL EKMR 1994-06-28 4 Ob 75/94
Veröff: SZ 67/114
TE OGH, AUSL EGMR 1994-09-19 4 Ob 100/94
TE OGH 1994-11-22 4 Ob 1135/94
Auch
TE OGH 1994-11-08 4 Ob 131/94
TE OGH 1995-01-17 4 Ob 141/94
TE OGH 1996-09-17 4 Ob 2249/96f
Beisatz: Die Veröffentlichung eines Nacktfotos gegen den Willen des Abgebildeten ist geradezu ein klassischer Fall der Benützung des Bildes in einer Art "die zu Missdeutungen Anlass geben kann ... und entwürdigend wirkt." Auch eine durch eine sehr realistische ("naturgetreue") Fotomontage hergestellte Abbildung eines nackten Körpers, wirkt, auch wenn sie als Montage erkannt wird, für viele peinlich und ist daher geeignet, den solcherart Dargestellten in seiner Würde zu verletzen. (T5)
TE OGH 1996-09-17 4 Ob 2247/96m
Beisatz: Ist das veröffentlichte Bildnis des allgemein bekannten Klägers in keiner Weise entstellend und werden durch den Begleittext die Grenzen zulässiger politischer Kritik nicht überschritten, verletzt die Bildveröffentlichung die berechtigten Interessen des Klägers nicht. (T6)
TE OGH 1997-09-23 4 Ob 184/97f
Veröff: SZ 70/183
TE OGH 1997-09-23 4 Ob 257/97s
Auch
TE OGH 1998-04-21 4 Ob 95/98v
TE OGH 1998-05-26 4 Ob 96/98s
TE OGH 1999-01-26 4 Ob 331/98z
TE OGH 1999-06-01 4 Ob 66/99f
TE OGH 1999-09-13 4 Ob 163/99w
TE OGH 1999-10-19 4 Ob 220/99b
Vgl auch
TE OGH 2000-07-18 4 Ob 172/00y
Auch
TE OGH 2001-09-12 4 Ob 190/01x
Vgl auch
TE OGH 2003-04-24 6 Ob 55/03m
Vgl auch
TE OGH 2003-12-16 4 Ob 211/03p
Veröff: SZ 2003/169
TE OGH 2006-01-24 4 Ob 246/05p
TE OGH 2009-02-24 4 Ob 233/08f
Vgl; Beisatz: Die Veröffentlichung von Lichtbildern kann auch dann gegen Paragraph 78, UrhG verstoßen, wenn sie als solche unbedenklich sind, das heißt wenn sie den Abgebildeten weder entstellen noch Vorgänge wiedergeben, die seinem höchstpersönlichen Lebensbereich zuzuordnen sind. Es genügt, dass der Abgebildete durch den Begleittext mit Vorgängen in Verbindung gebracht wird, mit denen er nichts zu tun hat, oder der Neugierde und Sensationslust der Öffentlichkeit preisgegeben wird. Letzteres wird regelmäßig zutreffen, wenn Lichtbilder zur Illustration eines Berichts über den höchstpersönlichen Lebensbereich des Abgebildeten verwendet werden. (T7)
TE OGH 2011-05-10 4 Ob 174/10g
Beisatz: Hier: Der Kläger, der sich an keiner öffentlichen politischen Diskussion beteiligt, wird ohne jeden sachlichen Anknüpfungspunkt in einen assoziativen Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus gestellt. (T8)
TE OGH 2012-05-11 4 Ob 51/12x
Auch; Beisatz: Zeigt das Bild eine andere Person als im Begleittext behauptet, steht dem Genannten zwar kein Anspruch nach Paragraphen 78, 81, UrhG, sondern nach Paragraph 16, ABGB zu (siehe RS0127780), die Wertungen sind aber übertragbar. (T9)
Veröff: SZ 2012/55
TE OGH 2013-11-19 4 Ob 162/13x
Vgl auch; Beis ähnlich wie T9
TE OGH 2015-02-17 4 Ob 223/14v
Beis wie T1
TE OGH 2016-03-30 6 Ob 14/16a
Beisatz: Die Einbindung eines Bildnisses in eine Website erfüllt den Tatbestand des „Verbreitens“.(T10)
TE OGH 2016-10-24 6 Ob 52/16i
Auch
TE OGH 2016-12-22 6 Ob 209/16b
TE OGH 2017-10-25 6 Ob 116/17b
Auch
TE OGH 2019-06-27 6 Ob 6/19d
Beis wie T7; Beisatz: Hier: Unzulässige Veröffentlichung des Videos eines Polizeieinsatzes. (T11); Veröff: SZ 2019/59
TE OGH 2020-05-20 6 Ob 206/19s
Beis wie T7 nur: Die Veröffentlichung von Lichtbildern kann auch dann gegen Paragraph 78, UrhG verstoßen, wenn sie als solche unbedenklich sind, das heißt wenn sie den Abgebildeten weder entstellen noch Vorgänge wiedergeben, die seinem höchstpersönlichen Lebensbereich zuzuordnen sind. (T12)
Beisatz: Hier: Weitergabe eines Handyvideos. (T13)
TE OGH 2020-09-15 6 Ob 57/20f
Vgl; Beisatz wie T7 nur: Die Veröffentlichung von Lichtbildern kann auch dann gegen Paragraph 78, UrhG verstoßen, wenn sie als solche unbedenklich sind, der Abgebildete aber durch den Begleittext mit Vorgängen in Verbindung gebracht wird, mit denen er nichts zu tun hat, oder der Neugierde und Sensationslust der Öffentlichkeit preisgegeben wird. (T14)
TE OGH 2021-02-18 6 Ob 52/20w
Vgl; Beis wie T7
ECLI:AT:OGH0002:1955:RS0078161