Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0028129

Entscheidungsdatum

25.04.2023

Geschäftszahl

1Ob318/50; 1Ob243/71; 5Ob18/76; 3Ob511/77; 5Ob640/78; 7Ob538/81; 5Ob4/82; 3Ob647/82; 7Ob718/83; 3Ob521/84; 5Ob83/87; 11Os50/90; 6Ob10/92; 4Ob555/94; 9ObA141/95; 4Ob2024/96t; 8Ob32/98h; 6Ob175/98y; 6Ob73/99z; 9ObA136/99m; 5Ob99/02y; 4Ob113/04b; 6Ob56/05m; 6Ob271/05d; 6Ob34/07d; 5Ob153/08y; 5Ob179/09y; 5Ob39/10m; 8ObA87/13x; 5Ob110/13g; 5Ob37/20g; 6Ob55/20m; 5Ob59/23x

Norm

ABGB §1009

GmbHG §25 Abs4

Rechtssatz

Selbstkontrahieren des Vertreters ist nur dann zulässig, wenn es der Machtgeber gestattet hat beziehungsweise nachträglich genehmigt, oder wenn jede Gefährdung des Machtgebers ausgeschlossen ist.

Entscheidungstexte

TE OGH 1950-06-14 1 Ob 318/50

TE OGH 1971-09-16 1 Ob 243/71

Veröff: SZ 44/141 = EvBl 1972/88 S 156

TE OGH 1976-10-12 5 Ob 18/76

Vgl

TE OGH 1977-04-19 3 Ob 511/77

Beisatz: Im Falle der Gefahr einer Interessenkollision ist das Insichgeschäft unzulässig und ungültig. (T1)

Veröff: HS 10170

TE OGH 1978-07-14 5 Ob 640/78

Vgl; Veröff: SZ 51/115

TE OGH 1981-04-09 7 Ob 538/81

Beisatz: Hier: Komplementär einer Kommanditgesellschaft. (T2)

Veröff: SZ 54/57 = GesRZ 1981,174

TE OGH 1982-03-02 5 Ob 4/82

Auch; Beisatz: Ist das Selbstkontrahieren unzulässig, so fehlt dem Vertreter die Vertretungsmacht. (T3)

Veröff: JBl 1984,315

TE OGH 1982-12-15 3 Ob 647/82

Auch; Beisatz: Ohne solche Zustimmung des (der) Vertretenen kann ein Insichgeschäft nur dann zulässig sein, wenn dadurch die Gefahr einer Interessenkollision nicht einmal zu befürchten ist. (T4)

Veröff: EvBl 1983/39 S 159

TE OGH 1984-05-24 7 Ob 718/83

Auch; Beisatz: Beiziehung des in seinen Interessen gefährdeten Gesellschafters. (T5)

Veröff: JBl 1985,618

TE OGH 1985-01-09 3 Ob 521/84

auch; Beisatz wie T4

Anmerkung, Veröff: EvBl 1986/86 S 308 = GesRZ 1986,97

TE OGH 1987-10-06 5 Ob 83/87

Auch; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Machthaber des Verpfänders begründet Hypothek für seine Forderung. (T6)

Veröff: NZ 1988,54; hiezu Hofmeister NZ 1988,56

TE OGH 1990-08-08 11 Os 50/90

Vgl auch

TE OGH 1992-06-11 6 Ob 10/92

Veröff: SZ 65/86 = GesRZ 1992,289 = RdW 1992,340 = WBl 1992,402

TE OGH 1994-09-20 4 Ob 555/94

Auch

TE OGH 1995-11-22 9 ObA 141/95

Auch; Beis wie T1; Beisatz: Paragraph 48, ASGG. (T7)

TE OGH 1996-04-16 4 Ob 2024/96t

Beisatz: Oder wenn das Selbstkontrahieren dem Vertretenen ausschließlich rechtliche Vorteile bringt. Ferner ist das Selbstkontrahieren gestattet, wenn keine Gefahr der Schädigung des Vertretenen besteht, insbesondere wenn die Ware oder Leistung einen Marktpreis oder Börsenpreis hat. (T8)

Veröff: SZ 69/90

TE OGH 1998-02-12 8 Ob 32/98h

Vgl auch; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Artikel 34 und Artikel 4, WG Domizilierung eines Sichtwechsels beim Aussteller. (T9)

TE OGH 1998-10-29 6 Ob 175/98y

Beis wie T8; Beisatz: Analogie zu Kollisionsregeln der Paragraphen 271, f ABGB über Rechtsgeschäfte Minderjähriger mit ihren Eltern oder Vormündern. (T10)

TE OGH 1999-12-15 6 Ob 73/99z

Vgl auch; Beis wie T8

TE OGH 1999-11-17 9 ObA 136/99m

Beis wie T8; Beisatz: Hier: Geschäftsführer einer GmbH. (T11)

TE OGH 2002-06-11 5 Ob 99/02y

Auch

TE OGH 2004-07-06 4 Ob 113/04b

Beisatz: Oder Machtgeber nur Vorteile zukommen. (T12)

TE OGH 2005-10-06 6 Ob 56/05m

Auch; Beisatz: Grundsätzlich verbietet Paragraph 25, Absatz 4, GmbHG dem Geschäftsführer einer GmbH Geschäfte mit der Gesellschaft einschließlich des Selbstkontrahierens. Insichgeschäfte des Geschäftsführers können nur durch die (formlose) Zustimmung aller Gesellschafter saniert werden. (T13)

TE OGH 2005-12-01 6 Ob 271/05d

Beisatz: Ein Insichgeschäft ist zulässig, wenn der Vertretene das Rechtsgeschäft nachträglich genehmigt, etwa dadurch, dass er sich die Vorteile daraus zuwendet. (T14)

Veröff: SZ 2005/178

TE OGH 2007-03-16 6 Ob 34/07d

Auch; Beis wie T13; Veröff: SZ 2007/36

TE OGH 2008-09-23 5 Ob 153/08y

TE OGH 2010-03-25 5 Ob 179/09y

Beisatz: Insichgeschäfte sind nur insoweit zulässig, als keine Interessenkollision droht und der Abschlusswille derart geäußert wird, dass die Erklärung unzweifelhaft feststeht und nicht unkontrollierbar zurückgenommen werden kann. Sie sind zulässig, wenn das Geschäft dem Vertretenen nur Vorteile bringt, keine Gefahr der Schädigung des Vertretenen besteht oder dieser einwilligt. (T15) Beisatz: Soweit die Gefahr einer Interessenkollision droht, handelt der Machthaber bei Doppelvertretung ebenso wie bei Selbstkontrahieren im engeren Sinn insoweit ohne Vertretungsmacht. (T16)

TE OGH 2010-08-31 5 Ob 39/10m

Beis wie T15; Beis wie T16

TE OGH 2014-02-27 8 ObA 87/13x

Auch; Beis wie T13

TE OGH 2014-02-21 5 Ob 110/13g

Vgl auch; Beis wie T15; Beis wie T16; Beisatz: Die Einwilligung des Machtgebers heilt diesen Vertretungsmangel und wird insofern nicht als schenkungsvertragliche Willenserklärung, sondern als Vollmacht zum Insichgeschäft gewertet. (T17); Veröff: SZ 2014/12

TE OGH 2020-04-08 5 Ob 37/20g

TE OGH 2020-05-20 6 Ob 55/20m

Vgl; Beis wie T13

TE OGH 2023-04-25 5 Ob 59/23x

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1950:RS0028129