Gericht

OGH

Rechtssatznummer

RS0090813

Entscheidungsdatum

17.09.2025

Geschäftszahl

1Os257/49; 5Os1150/53; 12Os50/66; 10Os121/67; 11Os161/71; 13Os52/72; 13Os84/72; 12Os179/72; 10Os51/74; 10Os98/75; 13Os110/75; 11Os1/76; 10Os156/76; 13Os165/76; 10Os56/77; 9Os149/80; 12Os62/81; 12Os47/81; 9Os149/81; 13Os175/82; 9Os116/83; 9Os84/84; 13Os106/84; 13Os160/84; 10Os1/85; 11Os78/85; 12Os135/85; 12Os38/86; 12Os110/86; 9Os114/86; 10Os55/87; 13Os61/87; 14Os90/88; 14Os190/88; 14Os154/89 (14Os155/89); 13Os86/91; 12Os44/92; 15Os29/93; 15Os90/93; 14Os26/94 (14Os29/94); 11Os83/94; 13Os141/94; 15Os191/94; 14Os22/95; 15Os6/95; 13Os41/97; 11Os49/97; 1Bkd1/95; 12Os31/03; 12Os46/03; 12Os131/04; 12Os60/04; 12Os92/05d; 15Os127/05y; 15Os10/06v; 11Os116/06b; 13Os74/07t; 1Bkd3/07; 13Os24/08s; 14Os92/08y (14Os93/08w); 13Os35/10m; 12Os190/10y; 13Os17/11s; 12Os115/14z; 13Os25/15y; 14Os41/15h; 13Os134/15b (13Os135/15z; 13Os136/15x); 26Os15/15y; 15Os129/17k (15Os130/17g); 13Os95/18x; 14Os85/23s; 13Os53/23b; 15Os45/25v; 12Os84/25g

Norm

StGB §31

StPO §265 Ab

Rechtssatz

Unanwendbarkeit des Paragraph 265, StPO (nunmehr Paragraph 31, StGB), wenn ein Teil mehrerer strafbarer Handlungen vor, ein Teil davon nach Fällung des früher ergangenen Strafurteiles begangen wurde.

Entscheidungstexte

TE OGH 1949-09-16 1 Os 257/49

Veröff: JBl 1950,16

TE OGH 1953-10-14 5 Os 1150/53

Veröff: EvBl 1954/112 S 150

TE OGH 1966-05-04 12 Os 50/66

Veröff: EvBl 1966/465 S 579

TE OGH 1968-03-07 10 Os 121/67

Vgl aber; Beisatz: Sinngemäße Anwendung möglich, wenn in einem neuen Urteil abgeurteilte Taten teils vor, teils nach einem vorangegangenen Urteil begangen wurden (diese sinngemäße Anwendung des Paragraph 265, StPO führt hier dazu, dass die Vorstrafe den Charakter eines ins Gewicht fallenden Erschwerungsumstandes verliert). (T1) Veröff: EvBl 1968/372 S 580

TE OGH 1971-10-29 11 Os 161/71

Beisatz: Doch kann bei der Strafbemessung nicht darüber hinweggegangen werden, dass ein wesentlicher Teil der nunmehr zur Aburteilung gelangten Taten vor dem früheren Urteil verübt wurde, und dass bei Bekanntsein dieser Taten eine Mitaburteilung seinerzeit möglich gewesen wäre. (T2) Veröff: EvBl 1972/153 S 272 = SSt 42/45

TE OGH 1972-08-17 13 Os 52/72

Beis wie T2

TE OGH 1972-10-12 13 Os 84/72

TE OGH 1972-12-11 12 Os 179/72

TE OGH 1974-07-09 10 Os 51/74

TE OGH 1975-09-30 10 Os 98/75

TE OGH 1975-10-28 13 Os 110/75

Vgl auch; Beisatz: Berücksichtigung einer Vorverurteilung gemäß Paragraph 31, StGB nur, wenn der Täter alle nachträglich abgeurteilten Taten vor der Fällung des früheren Urteils begangen hat; Abgehen davon nur, wenn das mitabgeurteilte, nach Fällung des früheren Urteils begangene Delikt geringfügig und auf die Strafbemessung im Hinblick auf die Schwere der vorher begangenen Straftaten praktisch nicht von Bedeutung ist. (T3)

TE OGH 1976-03-04 11 Os 1/76

TE OGH 1976-12-07 10 Os 156/76

Beis wie T2

TE OGH 1977-01-20 13 Os 165/76

TE OGH 1977-05-25 10 Os 56/77

Vgl; Beis ähnlich T3 nur: Abgehen davon nur, wenn das mitabgeurteilte, nach Fällung des früheren Urteils begangene Delikt geringfügig und auf die Strafbemessung im Hinblick auf die Schwere der vorher begangenen Straftaten praktisch nicht von Bedeutung ist. (T4)

TE OGH 1980-11-04 9 Os 149/80

TE OGH 1981-06-25 12 Os 62/81

TE OGH 1981-08-13 12 Os 47/81

TE OGH 1982-01-12 9 Os 149/81

TE OGH 1982-12-02 13 Os 175/82

TE OGH 1983-11-08 9 Os 116/83

TE OGH 1984-06-26 9 Os 84/84

TE OGH 1984-07-17 13 Os 106/84

Beisatz: Eine gesonderte Festsetzung von Zusatzstrafen für einzelne Fakten ist ausgeschlossen: Paragraph 28, StGB. (T5)

TE OGH 1984-10-18 13 Os 160/84

TE OGH 1985-07-02 10 Os 1/85

Beis wie T2

TE OGH 1985-06-25 11 Os 78/85

Vgl auch

TE OGH 1985-10-10 12 Os 135/85

Beisatz: Dass ein Teil der Straftaten vor dem früheren gesetzt wurde, ist lediglich bei der Strafbemessung zu berücksichtigen. Die Zusammenrechnung hat aber auch in diesem Fall alle gleichartigen Straftaten zu umfassen. (T6)

TE OGH 1986-05-22 12 Os 38/86

TE OGH 1986-09-04 12 Os 110/86

Vgl auch; Beisatz: Paragraph 31, StGB setzt voraus, dass alle im neuen Urteil zur Aburteilung gelangenden Straftaten vor Fällung des früheren Urteils begangen wurden. (T7)

TE OGH 1986-10-22 9 Os 114/86

Vgl; Beis wie T2

TE OGH 1987-05-26 10 Os 55/87

Vgl auch; Beisatz: Auch kein Milderungsgrund, wenn der weitaus überwiegende Teil der Straftaten nach der vorgehenden Verurteilung begangen wurde. (T8)

TE OGH 1987-05-14 13 Os 61/87

Beis wie T3

TE OGH 1988-06-22 14 Os 90/88

TE OGH 1989-03-01 14 Os 190/88

TE OGH 1990-04-24 14 Os 154/89

Beis wie T7

TE OGH 1991-10-16 13 Os 86/91

Beis wie T7

TE OGH 1992-05-07 12 Os 44/92

TE OGH 1993-03-11 15 Os 29/93

TE OGH 1993-08-26 15 Os 90/93

Vgl auch; Beisatz: Auch kein besonderer Milderungsgrund. (T9)

TE OGH 1994-04-12 14 Os 26/94

Vgl; Beis wie T2

TE OGH 1994-07-19 11 Os 83/94

TE OGH 1994-10-19 13 Os 141/94

TE OGH 1995-02-02 15 Os 191/94

Beisatz: Unabdingbare Voraussetzung für die Anwendbarkeit des Paragraph 31, StGB ist, dass alle in einem Urteil zur Aburteilung gelangenden Straftaten vor der Fällung des früheren Urteils begangen worden sind. (T10)

TE OGH 1995-03-10 14 Os 22/95

TE OGH 1995-03-09 15 Os 6/95

Beis wie T2

TE OGH 1997-04-16 13 Os 41/97

Beis wie T7

TE OGH 1997-05-06 11 Os 49/97

Beis wie T7

TE OGH 1998-11-06 1 Bkd 1/95

Vgl auch; Beisatz: Die Bedachtnahme auf eine Vorverurteilung setzt voraus, dass über alle Verfehlungen nach der Zeit ihrer Begehung bereits im Vorverfahren hätte geurteilt werden können (WK-StGB - 2 Paragraph 31, Rz 2). (T11)

TE OGH 2003-06-05 12 Os 31/03

Vgl auch; Beisatz: Die Bestimmung des Paragraph 31, StGB ist nur dann anzuwenden, wenn eine gemeinsame Aburteilung aller Taten bereits im früheren Verfahren zeitlich möglich gewesen wäre. (T12)

TE OGH 2003-07-03 12 Os 46/03

Vgl auch; Beisatz: Bedingung für die Anwendbarkeit des §31 StGB ist, dass alle im neuen Urteil zur Aburteilung gelangenden Straftaten vor Fällung des früheren Urteils, auf das nunmehr Bedacht genommen werden soll, begangen worden sind. (T13)

TE OGH 2005-01-13 12 Os 131/04

Vgl auch; Beisatz: Eine Bedachtnahme nach §31 StGB setzt voraus, dass sämtliche der nachträglichen Verurteilung zugrunde liegenden Taten vor dem Vorurteil (erster Instanz) begangen wurden. (T14)

TE OGH 2005-01-13 12 Os 60/04

Auch; Beisatz: Paragraph 31, Absatz eins, (erster Satz) StGB setzt voraus, dass sämtliche der nachträglichen Verurteilung zu Grunde liegende Taten - ein Dauerdelikt zur Gänze - vor dem Vor-Urteil römisch eins. Instanz begangen wurden, somit eine gemeinsame Verfahrensführung in erster Instanz möglich gewesen wäre (WK-StGB - 2 Paragraph 31, Rz 2). (T15)

TE OGH 2005-10-06 12 Os 92/05d

Auch

TE OGH 2005-12-15 15 Os 127/05y

Vgl auch; Beis wie T7; Beis wie T12

TE OGH 2006-03-16 15 Os 10/06v

Auch; Beis wie T11; Beis wie T13 nur: Paragraph 31, Absatz eins, (erster Satz) StGB setzt voraus, dass sämtliche der nachträglichen Verurteilung zu Grunde liegende Taten vor dem Vor-Urteil römisch eins. Instanz begangen wurden, somit eine gemeinsame Verfahrensführung in erster Instanz möglich gewesen wäre (WK-StGB - 2 Paragraph 31, Rz 2). (T16); Beisatz: Sämtliche der nachträglichen Verurteilung zugrundeliegenden Taten müssen also vor dem Vor-Urteil erster Instanz begangen worden sein. Daran ändert der Umstand nichts, dass das Berufungsverfahren eine zweite Tatsacheninstanz kennt, weil eine Vereinigung nach Paragraph 56, StPO dann nicht mehr möglich ist (WK-StGB - 2 Paragraph 31, Rz 2). (T17)

TE OGH 2007-03-27 11 Os 116/06b

Vgl auch; Beis wie T16

TE OGH 2007-10-03 13 Os 74/07t

Auch

TE OGH 2007-12-03 1 Bkd 3/07

Vgl; Beisatz: Das ununterbrochene Unterlassen der auf Grund des bestehenden Mandatsverhältnisses bestehenden Pflicht zur vollständigen Verbücherung des Kaufvertrages und somit das Aufrechterhalten eines rechtswidrigen Zustandes ist als Dauerdelikt zu qualifizieren. Auf bestehende Vorverurteilungen kann daher erst nach Abschluss der Tathandlung Bedacht genommen werden. (T18)

TE OGH 2008-06-11 13 Os 24/08s

Auch

TE OGH 2008-08-05 14 Os 92/08y

Auch; Beis wie T7

TE OGH 2010-06-17 13 Os 35/10m

Auch

TE OGH 2011-01-25 12 Os 190/10y

TE OGH 2011-04-07 13 Os 17/11s

Auch; Beis ähnlich wie T2; Beis ähnlich wie T7; Bem: Neuerliche ausdrückliche Ablehnung (iSd stRsp) der Anwendung der Paragraphen 31,,40 StGB in „Hybridfällen“. (T19)

TE OGH 2015-01-15 12 Os 115/14z

TE OGH 2015-04-15 13 Os 25/15y

TE OGH 2015-06-16 14 Os 41/15h

TE OGH 2016-03-09 13 Os 134/15b

Auch

TE OGH 2016-06-24 26 Os 15/15y

Vgl auch; Beis ähnlich wie T15; Beis ähnlich wie T18; Beisatz: Hier: Fortwährendes Nichtentsprechen von Aufträgen der Rechtsanwaltskammer als Dauerdelikt. (T20)

TE OGH 2017-11-22 15 Os 129/17k

Auch; Beis wie T15

TE OGH 2018-12-18 13 Os 95/18x

Auch

TE OGH 2023-09-06 14 Os 85/23s

vgl; Beisatz wie T15

TE OGH 2023-09-20 13 Os 53/23b

vgl

TE OGH 2025-07-16 15 Os 45/25v

vgl; Beisatz wie T15; Beisatz wie T19

TE OGH 2025-09-17 12 Os 84/25g

vgl; Beisatz wie T19

European Case Law Identifier

ECLI:AT:OGH0002:1949:RS0090813