Kurztitel

Theaterarbeitsgesetz

Kundmachungsorgan

Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 100 aus 2010, zuletzt geändert durch Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 94 aus 2024,

Typ

BG

Paragraph/Artikel/Anlage

Paragraph 41

Inkrafttretensdatum

01.09.2025

Abkürzung

TAG

Index

60/01 Arbeitsvertragsrecht

Text

Gastverträge

Paragraph 41,

  1. Absatz eins,Ein Gastvertrag im Sinne dieses Bundesgesetzes liegt vor, wenn das Mitglied (der Gast)
    1. Ziffer eins
      zur Mitwirkung bei nicht mehr als fünf Aufführungen in einem Spieljahr verpflichtet ist oder
    2. Ziffer 2
      zur Mitwirkung bei mehr als fünf, aber nicht mehr als 60 Aufführungen im Spieljahr gegen ein Entgelt verpflichtet ist, das die festen Bezüge, die den am jeweiligen Theaterunternehmen im selben Kunstfach tätigen übrigen Mitglieder (Ensemblemitglieder) im Durchschnitt gebühren (Durchschnittsbezug), übersteigt.
      1. Litera a
        Der/Die Theaterunternehmer/in hat dem Gast den Durchschnittsbezug auf Verlangen bekannt zu geben. Der Betriebsrat ist berechtigt, in die vom Theaterunternehmen geführten Aufzeichnungen zur Berechnung des Durchschnittsbezugs Einsicht zu nehmen.
      2. Litera b
        Zur Errechnung des Durchschnittsbezugs der Ensemblemitglieder sind die diesen Mitgliedern gebührenden Bruttobezüge einschließlich etwaiger Sonderzahlungen innerhalb des unmittelbar vorhergehenden Spieljahrs vor Vertragsabschluss mit dem Gast zusammenzuzählen und ist daraus durch Division durch die Gesamtzahl der Ensemblemitglieder ein Durchschnittsbezug für zwölf Monate zu bilden. Aus dem jeweiligen Gastvertrag sind sodann die vertraglich für die vorgesehenen Proben und Aufführungen vereinbarten Anwesenheitszeiten des Gastes zusammenzuzählen. Das hiefür gebührende Bruttoentgelt des Gastes für den sich durch die Zusammenrechnung ergebenden Zeitraum ist in weiterer Folge im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit dem Gast dem errechneten Durchschnittsbezug der entsprechenden Ensemblemitglieder für einen solchen Zeitraum gegenüberzustellen. Zur Umrechnung des ermittelten monatlichen Durchschnittsbezugs gemäß dem ersten Satz auf Einzeltage ist 1/26 dieses monatlichen Durchschnittsbezugs heranzuziehen. Die errechneten Geldbeträge sind auf Cent kaufmännisch auf- oder abzurunden.
      3. Litera c
        Ist im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses die gesamte Dauer der Anwesenheitszeiten (Proben und Aufführungen) mangels endgültiger Anzahl der Vorstellungen für eine bestimmte Produktion noch nicht fixiert, so ist für die Beurteilung gemäß Ziffer 2, erster Satz und Litera b, nur die bereits im Gastvertrag vorgesehene Anwesenheitszeit für die bereits vereinbarte Vorstellungsanzahl heranzuziehen. Vertragliche Vereinbarungen über weitere Anwesenheitszeiten für diese Produktion sind jeweils gesondert im Sinne der Ziffer 2, erster Satz und Litera b, zu beurteilen, soweit insgesamt nicht mehr als 60 Anwesenheitszeiten im Spieljahr vorliegen.
  2. Absatz 2,Im Falle des Fehlens vom im selben Kunstfach tätigen Mitgliedern gemäß Absatz eins, Ziffer 2, innerhalb eines Theaterunternehmens entsteht ein Gastvertrag im Sinne des Absatz eins, Ziffer 2,, wenn sich aus dem dem Gast gebührenden Bruttoentgelt für die Anwesenheitszeiten gemäß Absatz eins, Ziffer 2, Litera b, fiktiv zumindest ein Monatsbruttogehalt in Höhe des 15-fachen der Höchstbeitragsgrundlage nach Paragraph 45, ASVG ergibt. Zur Errechnung des fiktiven Monatsbruttogehalts des Gastes ist das für den einzelnen Anwesenheitstag des Gastes im Durchschnitt gebührende Bruttoentgelt zu errechnen und mit 26 zu multiplizieren.
  3. Absatz 3,Weitere Voraussetzung für das Vorliegen eines Gastvertrags gemäß Absatz eins, Ziffer eins, und 2 ist, dass der Gast nicht mit Monatsbruttogehalt entlohnt wird.
  4. Absatz 4,Auf Gastverträge finden die Bestimmungen der Paragraphen 5, 8, Absatz 2, und 3, die Paragraphen 9, 18, 20, 24, Absatz 4,, die Paragraphen 25, bis 27, Paragraph 29,, Paragraph 34, und Paragraph 35, Absatz 3, keine Anwendung.
  5. Absatz 5,Abweichend von Absatz 4, finden auf Gastverträge gemäß Absatz eins, Ziffer eins, und 2 die nachfolgenden Bestimmungen Anwendung, wenn sich aus dem dem Gast gebührenden Bruttoentgelt für die im einzelnen Bühnenarbeitsvertrag vereinbarten Anwesenheitszeiten gemäß Absatz eins, Ziffer 2, Litera b, fiktiv (Berechnung nach Maßgabe des Absatz 2, letzter Satz) höchstens ein Monatsbruttogehalt ergibt, welches das 15-fache der Höchstbeitragsgrundlage nach Paragraph 45, ASVG nicht übersteigt:
    1. Ziffer eins
      Paragraph 9, Absatz eins, bis 4 und 6 bis 8;
    2. Ziffer 2
      Paragraph 35, Absatz 3, mit der Maßgabe, dass die Fortzahlung der Bezüge spätestens mit dem Ablauf der Zeit des befristeten Vertrages endet.

Schlagworte

Theaterunternehmerin

Zuletzt aktualisiert am

18.07.2024

Gesetzesnummer

20007012

Dokumentnummer

NOR40263207