Kurztitel

Bodensee-Schiffahrts-Ordnung

Kundmachungsorgan

Bundesgesetzblatt Nr. 93 aus 1976, zuletzt geändert durch Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 419 aus 2001,

Typ

römisch fünf

Paragraph/Artikel/Anlage

Anlage 3

Inkrafttretensdatum

01.01.2002

Außerkrafttretensdatum

31.12.2005

Abkürzung

BSO

Index

99/06 See- und Binnenschifffahrt

Text

                                                           Anlage C

                                                          _________

                           ABGASVORSCHRIFTEN

                           INHALTSVERZEICHNIS

§ 1.               Verfahren zur Erteilung einer

                   Abgastypenprüfbescheinigung

§ 1.1              Einleitung

§ 1.2              Motorarten und Einsatzzwecke

§ 1.3              Antrag zur Erteilung einer

                   Abgastypenprüfbescheinigung

§ 1.4              Abgastypenprüfung

§ 1.5              Erteilung der Abgastypenprüfbescheinigung

§ 1.6              Prüfnummer

§ 1.7              Ablehnung

§ 1.8              Eintragung der Abgaswerte

§ 1.9              Verpflichtung zur Serienüberprüfung

§ 1.10             Begriffsbestimmungen

§ 2.               Verfahren zur Abgasprüfung

§ 2.1              Grundsatz

§ 2.1.1            Gasförmige Emissionen

§ 2.1.2            Abgastrübung (Rauch)

§ 2.2              Verfahren

§ 2.2.1            Leistungsprüfstand

§ 2.2.2            Meßverfahren

§ 2.2.3            Prüfprogramm

§ 2.2.4            Prüfablauf

§ 2.3              Ausrüstung und Einstellung

§ 2.4              Bestimmte Einstellungen

§ 2.5              Abweichung von Herstellerangaben

§ 2.6              Nennleistung

§ 2.7              Weitere Überprüfungen

§ 2.8              Referenzwerte für die Abgasnachuntersuchung

§ 3.               Abgasgrenzwerte

§ 3.1              Grundsatz

§ 3.2              Abgasgrenzwerte Stufe 1

§ 3.3              Abgasgrenzwerte Stufe 2

§ 3.4              Rundung

§ 4.               Bauvorschriften

§ 4.1              Grundsatz

§ 4.2              Vereitelungsvorrichtungen

§ 4.3              Abgasentnahmesonden

§ 4.3.1            Grundsatz

§ 4.3.2            Besondere Abgasentnahmesonde für die

                   Abgastypenprüfung

§ 4.3.3            Besondere Abgasentnahmesonde für die

                   Abgasnachuntersuchung

§ 4.4              Anschluß für Drehzahlmessung

§ 4.4.1            Grundsatz

§ 4.4.2            Ottomotoren

§ 4.4.3            Dieselmotoren

§ 4.5              Kurbelgehäuse-Entlüftung

§ 4.6              Treibstoff

§ 4.7              Benzineinfüllstutzen

§ 4.8              Verstelleinrichtungen

§ 5.               Änderung von typengeprüften Motoren

§ 5.1              Technische Änderungen

§ 5.2              Neue Abgastypenprüfung

§ 6.               Übereinstimmung mit der Produktion

                   (Serienüberprüfung)

§ 6.1              Grundsatz

§ 6.2              Erste Stichprobe

§ 6.3              Einfahren der Motoren

§ 6.4              Wartungsarbeiten

§ 6.5              Einwendungen zur Auswahl

§ 6.6              Bestandene Prüfung

§ 6.7              Nicht bestandene Prüfung

§ 6.8              Instandsetzung fehlerhafter Motoren

§ 6.9              Endgültige Stichprobe

§ 6.10             Entzug der Abgastypenprüfbescheinigung

§ 6.11             Wirkung des Entzuges

§ 7.               Verschiedenes

§ 7.1              Einbauvorschriften

§ 7.2              Wartungs- und Bedienungsvorschriften

§ 7.3              Einrichtungen zur Abgastypenprüfung

§ 7.3.1            Leistungsprüfstand und Motorausrüstung

§ 7.3.2            Geräte für die Probeentnahme und Gasanalyse

§ 7.3.3            Messung und Berechnung des Abgasdurchsatzes

§ 7.3.4            Verwendung der Analysatoren und Entnahmegeräte

§ 7.3.5            Kalibrierverfahren

§ 7.3.6            Vorprüfungen

§ 7.4              Treibstoff

§ 7.4.1            Ottomotoren (Motoren mit Fremdzündung)

§ 7.4.2            Dieselmotoren (Motoren mit Selbstzündung)

§ 7.4.3            Motoren für gasförmige oder alkoholische

                   Treibstoffe

§ 7.4.4            Schmierstoffe für 2-Takt-Motoren

§ 7.5              Atmosphärische Bedingungen im Prüflabor

§ 7.6              Durchführung der Prüfung

§ 7.7              Auswertung der Aufzeichnungen

§ 7.8              Berechnung der Emissionen

§ 7.8.1            Grundsatz und Wichtungsfaktoren

§ 7.8.2            Kohlenstoffbilanz

§ 7.8.3            Zulässige alternative Verfahren zur

                   Schadstoffmassenbestimmung

§ 8.               Analysesysteme

§ 8.1              Grundsatz

§ 8.2              Zusätzliche Analysatoren

§ 8.3              Analysesystem mit beheizter Probeentnahme

§ 8.4              Analysesystem mit unbeheizter Probeentnahme

§ 8.5              Verzeichnis der Abkürzungen und Begriffe in § 8

§ 9.               Abkürzungen und Einheiten

ANHANG 1 (zu Paragraph eins Punkt 3,)

Hauptmerkmale des Motors und Angaben für die Durchführung der Prüfungen

ANHANG 2 (zu Paragraph 13 Punkt 11, Litera a, Absatz 4, BSO, zu Paragraph 2 Punkt eins Punkt 2,) Messung der Abgastrübung (Rauch) mit der Filtermethode

ANHANG 3 (zu Paragraph eins Punkt 6,)

Prüfnummer für die Abgastypenprüfbescheinigung

ANHANG 4(zu § 1.5)

Abgastypenprüfbescheinigung

                                                      Anlage C

                                              _______________________

                                              (zu § 13.11 lit. a BSO)

§ 1.               Verfahren zur Erteilung einer

                   Abgastypenprüfbescheinigung

§ 1.1              Einleitung

1.1.1              Diese Anlage beschreibt das Verfahren zur

                   Erteilung einer Abgastypenprüfbescheinigung, die

                   erforderlichen Einrichtungen und Verfahren der

                   Prüfung der Abgasemissionen von Ottomotoren und

                   Dieselmotoren für den Schiffsantrieb, die

                   Einrichtungen und das Verfahren für die Bestimmung

                   der Abgastrübung (Rauch) an Dieselmotoren sowie

                   die Abgasmessung (Referenzmessung) an Ottomotoren

                   im Leerlauf.

1.1.2              Der Geltungsbereich dieser Anlage sowie die

                   Anerkennung von Typenprüfungen von anderen

                   Verfahren (zB ECE-Regelung Nr. 49, ECE-Regelung

                   Nr. 24) ist im Artikel 13.11a der Bodensee-

                   Schiffahrts-Ordnung (BSO) geregelt.

§ 1.2              Motorenarten und Einsatzzwecke

1.2.1              Es wird zwischen folgenden Motorarten

                   unterschieden:

                   1. Innenbord - Ottomotoren;

                   2. Außenbord - Ottomotoren;

                   3. Innenbord - Dieselmotoren;

                   4. Außenbord - Dieselmotoren.

1.2.2              Fahrzeuge, bei denen die Motorenarten nach § 1.2.1

                   zum Einsatz kommen, werden in folgende Gruppen

                   unterteilt:

                   Gruppe A:  Vergnügungsfahrzeuge; Fahrzeuge, die

                   für Sport- oder Vergnügungszwecke bestimmt sind

                   oder hierfür verwendet werden;

                   Gruppe B:  Fahrzeuge, die nicht der Gruppe A

                   angehören und gewerblichen Zwecken dienen.

                   Fahrzeuge der Gruppe A, die auch gewerblichen

                   Zwecken dienen, bleiben in der Gruppe A.

§ 1.3              Antrag zur Erteilung einer

                   Abgastypenprüfbescheinigung

1.3.1              Grundsatz

                   Um eine Abgastypenprüfbescheinigung für eine

                   Motorenfamilie oder einen Motor zu erhalten, hat

                   der Hersteller einen Antrag bei der zuständigen

                   Behörde einzureichen.

                   Dem Antrag ist folgendes beizufügen:

                   - Gesamtansicht des Motors mit Lage und Anordnung

                     der Bauteile und Baugruppen;

                   - Zeichnungen des Brennraumes und der Oberfläche

                     des Kolbens;

                   - Zeichnungen über die Lage und Ausgestaltung der

                     Abgasentnahmesonden;

                   - Zeichnungen über die Ausgestaltung der

                     Kurbelgehäuseentlüftung;

                   - Zeichnungen über die Art, Lage und Ausgestaltung

                     von Emissionskontrolleinrichtungen und

                     abgasrelevanten Bauteilen;

                   - eine technische Beschreibung des Motors, die

                     alle Angaben gemäß Anhang 1 enthält;

                   - Wartungsvorschriften, welche alle

                     Wartungsarbeiten und Einstelldaten enthalten;

                   - Ein- oder Anbauvorschriften, die beim Einbau des

                     Motors in ein Fahrzeug einzuhalten sind;

                   - eine Betriebsanleitung für den Betrieb des

                     Motors;

                   - Zeichnung über den Anbringungsort der Nummer der

                     Abgastypenprüfbescheinigung;

                   - die mutmaßliche Anzahl in Verkehr kommender

                     Motoren für die verschiedenen Motortypen;

                   - die Resultate der Abgasmessungen der

                     ausgewählten Prüfmotoren und deren

                     Referenzwerte für die Abgasnachuntersuchung;

                   - bestätigte Angaben über die für die Motoren

                     jeder Motorenfamilie minimale Einfahrdistanz zur

                     Stabilisierung der emissionsrelevanten Teile,

                     damit die Abgasprüfungen aussagekräftig und

                     reproduzierbar sind;

                   - eine Erklärung darüber, daß

                     - an den geprüften Motoren nur solche

                       Instandhaltungsarbeiten vorgenommen wurden,

                       die vom Hersteller für den betreffenden

                       Motortyp vorgeschrieben sind;

                     - die Motoren den Bestimmungen dieser Verordnung

                       entsprechen.

1.3.2              Die zuständige Behörde kann zusätzliche Angaben

                   verlangen, namentlich über die Prüfmotoren, die

                   Prüfeinrichtungen, den verwendeten Treibstoff und

                   allenfalls durchgeführte

                   Dauerhaftigkeitsprüfungen.

                   Der Hersteller darf keinen Antrag für eine neue

                   Motorenfamilie einreichen, wenn für diese schon

                   eine Abgastypenprüfbescheinigung vorliegt und die

                   konstruktiven Merkmale unverändert sind.

§ 1.3.3            Bedingungen für die Einteilung in Motorenfamilien

1.3.3.1            In Motorenfamilien, für die ein Antrag auf eine

                   Abgastypenprüfgenehmigung gestellt wird, dürfen

                   nur Motoren eingeteilt werden, die hinsichtlich

                   der Schadstoffemissionen gleichartige

                   Eigenschaften haben. Ein Motor darf nicht in

                   mehreren Motorenfamilien enthalten sein.

1.3.3.2            Motoren, welche in den folgenden konstruktiven

                   Merkmalen übereinstimmen, sind in dieselbe

                   Motorenfamilie einzuteilen:

                   - Abstand von Mittelpunkt zu Mittelpunkt der

                     Zylinderbohrungen;

                   - Anordnung, Zahl der Zylinder und Ausführung des

                     Zylinderblockes (zB luft- oder wassergekühlt,

                     4-Zylinder-Reihenmotor, V6-Motor usw.);

                   - Lage der Ein- und Auslaßventile oder -öffnungen;

                   - Verbrennungs- und Arbeitsverfahren;

                   - Luftansaugverfahren (zB Aufladung);

                   - Art des Abgasnachbehandlungssystems;

                   - Merkmale des Abgasnachbehandlungssystems, bei

                     Systemen mit Katalysatoren:

                     -  Art des Katalysators (Oxidations- oder

                        Dreiwegkatalysator);

                     -  Volumen des Katalysators mit einer Toleranz

                        von maximal +/- 15% der aktiven Oberfläche;

                   - Art der Gemischaufbereitung;

                   - Art des Ladeluftkühlers (wenn vorhanden).

§ 1.4              Abgastypenprüfung

                   Der Hersteller hat den Motor in einer der

                   technischen Prüfstellen prüfen zu lassen, welche

                   die zuständige Behörde bezeichnet.

                   Die zuständige Behörde kann auch auf eine vom

                   Hersteller nach diesen Vorschriften durchgeführte

                   Abgastypenprüfung (Werksprüfung) abstellen, sofern

                   innerhalb von zwei Jahren nach Erteilung der

                   Abgastypenprüfbescheinigung eine Serienüberprüfung

                   gemäß § 6 durchgeführt wird.

                   Sofern der Hersteller über geeignete

                   Prüfeinrichtungen verfügt, kann die technische

                   Prüfstelle in gegenseitigem Einvernehmen die

                   Prüfung beim Hersteller durchführen, wobei der

                   Hersteller das Personal und die Einrichtungen zur

                   Verfügung stellen muß. Die technische Prüfstelle

                   kann die Prüfeinrichtungen des Herstellers

                   kontrollieren.

§ 1.5              Erteilung der Abgastypenprüfbescheinigung

                   Der Hersteller hat der zuständigen Behörde das

                   Ergebnis der Abgastypenprüfung zu übermitteln.

                   Entspricht der abgastypengeprüfte Motortyp oder

                   die abgasgeprüfte Motorenfamilie diesen

                   Vorschriften, ist die Abgastypenprüfbescheinigung

                   nach Anhang 4 zu erteilen.

§ 1.6              Prüfnummer

                   Die Abgastypenprüfbescheinigung hat eine

                   Prüfnummer nach Anhang 3 zu enthalten. Diese ist

                   an jedem Motor, der dem nach diesen Vorschriften

                   genehmigtem Typ entspricht, gut sichtbar und

                   ständig lesbar anzubringen.

§ 1.7              Ablehnung

                   Die Erteilung der Abgastypenprüfbescheinigung ist

                   abzulehnen, wenn der Motor bei der

                   Abgastypenprüfung diesen Vorschriften nicht

                   entspricht.

§ 1.8              Eintragung der Abgaswerte

                   In die Abgastypenprüfbescheinigung sind

                   einzutragen:

                   - die bei der Abgastypenprüfung ermittelten

                     Abgaswerte;

                   - die bei der Abgastypenprüfung im Leerlauf

                     ermittelten Referenzwerte für die

                     Abgasnachuntersuchung nach § 2.8;

                   - erfüllte Abgasgrenzwert-Stufe nach § 3;

                   - Datum der Bescheinigung.

§ 1.9.             Verpflichtung zur Serienüberprüfung

                   Mit der Erteilung der Abgastypenprüfbescheinigung

                   und deren Annahme durch den Hersteller

                   verpflichtet sich dieser, nach den Weisungen der

                   zuständigen Behörde auf seine Kosten

                   Serienüberprüfungen nach § 6 durchführen zu

                   lassen.

§ 1.10             Begriffsbestimmungen

1.10.1             „Technische Prüfstelle”: Stelle, die

                   Abgastypenprüfungen bzw. Serienüberprüfungen

                   durchführt.

1.10.2             „Hersteller”: Unternehmen, das den Motor

                   konstruiert hat oder diesen produziert oder

                   produzieren läßt oder wer sonst ein berechtigtes

                   Interesse an der Erteilung einer

                   Abgastypenprüfbescheinigung nachweist.

1.10.3             „Typenprüfbescheinigung für einen Motor”: die

                   Genehmigung eines Motorentyps im Hinblick auf die

                   gasförmigen Schadstoffe und bei Dieselmotoren

                   zusätzlich im Hinblick auf die Abgastrübung

                   (Rauch).

1.10.4             „Emissions-Kontrollsysteme”: Kombination aller

                   Teile, die zur Kontrolle, Steuerung und

                   Verminderung der Abgas- und

                   Kurbelgehäuseemissionen dienen.

1.10.5             „Gasförmige Schadstoffe”: Kohlenmonoxid CO,

                   Kohlenwasserstoffe HC (ausgedrückt als C1H1,85;

                   bei der Bestimmung der Referenzwerte für die

                   Abgasnachuntersuchung als C6H14), Stickoxide NOx

                   (ausgedrückt als NO2 - Äquivalent).

1.10.6             „Abgastrübung (Rauch)”: sichtbarer Schwarzrauch

                   (Ruß) bestimmt mit der Filtermethode nach

                   Anhang 2.

1.10.7             „Kurbelgehäuseemissionen”: in die Atmosphäre

                   oder in das Wasser ausgestoßene Gase oder Dämpfe

                   aus den innerhalb oder außerhalb des Motors

                   liegenden Räumen, die über innere oder äußere

                   Verbindungen an den Ölsumpf angeschlossen sind.

1.10.8             „Nennleistung (Dauerleistung)”: auf

                   Normbezugsbedingungen bezogene Dauerleistung in

                   Kilowatt (kW) bei Nenndrehzahl nach DIN 6271

               Teil 1 oder ISO 3046, abgenommen auf dem

               Prüfstand am Ende der Kurbelwelle, an einem

               entsprechenden anderen Bauteil oder bei

               Außenbordmotoren an der Propellerwelle. Sofern

               die gemessene maximale Leistung, die der Motor

               abgeben kann, mehr als 110% der auf

               Normbezugsbedingungen bezogenen Dauerleistung

               beträgt, gilt im Sinne dieser Verordnung die

               maximale Leistung als Nennleistung

               (Dauerleistung), die zugehörige Drehzahl als

                   Nenndrehzahl.

1.10.9.            „Nenndrehzahl”: Drehzahl, bei welcher der Motor

                   die Nennleistung abgibt.

1.10.10            „Propellerleistungskurve”: Leistungskurve nach

                   der Gleichung

                               P = (n/nN)250 x PVN,

                   die durch den Vollastpunkt bei Nenndrehzahl geht.

1.10.11            „Motorenfamilie”: Basiseinheiten, in welche der

                   Hersteller seine Produktionsreihe für die Auswahl

                   von Prüfmotoren einteilt.

§ 2.               Verfahren zur Abgasprüfung

§ 2.1              Grundsatz

2.1.1              Gasförmige Emissionen

                   Die Emissionen an Kohlenmonoxid,

                   Kohlenwasserstoffen, Stickoxiden und Kohlendioxid

                   von Ottomotoren und Dieselmotoren werden auf einem

                   Leistungsprüfstand während einer vorgeschriebenen

                   Folge von Betriebsbedingungen (§§ 2.2.3, 2.2.4)

                   gemessen und ermittelt.

2.1.2              Abgastrübung (Rauch)

                   Die Abgastrübung (Rauch) von Dieselmotoren ist im

                   Vollastpunkt (Drehzahl bei der größten Leistung)

                   mit der Filtermethode zu messen (geregelt in

                   Anhang 2).

§ 2.2              Verfahren

2.2.1              Leistungsprüfstand

                   Für die Prüfung ist der Motor auf einen

                   Leistungsprüfstand aufzubauen. Außenbordmotoren

                   werden dabei nach § 7.3.1.3 in einen

                   Wasserbehälter gestellt und die

                   Propellerantriebswelle bei abgenommenem Propeller

                   mit der Leistungsbremse verbunden.

2.2.2              Meßverfahren

                   Die zu messenden gasförmigen Emissionen aus dem

                   Motorabgas sind:

                     Kohlenwasserstoffe HC,

                     Kohlenmonoxid CO,

                     Stickoxide NOx,

                     Kohlendioxid CO2.

                   Während einer vorgeschriebenen Folge von

                   Betriebszuständen bei betriebswarmem Motor sind

                   die Mengen der oben genannten Gase im Abgas

                   fortlaufend zu bestimmen. Ebenso ist der

                   Treibstoffverbrauch laufend genau zu messen. Die

                   nach §§ 2.2.3 und 2.2.4 vorgeschriebene Folge von

                   Betriebszuständen umfaßt eine Anzahl von Drehzahl-

                   und Lastzuständen, die den typischen

                   Betriebsbereich von Schiffsmotoren abdecken. Die

                   Belastung des Motors erfolgt entsprechend einer

                   Propellerleistungskurve mit der Gleichung

                                  Peff = (n/nN)2.50  x  PVN

                   PVN Nicht reduzierte Vollastleistung bei

                       Nenndrehzahl

                   nN  Nenndrehzahl,

                   die durch den Nennleistungspunkt geht. Während

                   jedes Betriebszustandes sind die Konzentrationen

                   der zu messenden Gase, der Treibstoffverbrauch und

                   die Leistung zu bestimmen (vgl. § 7.3 ff.); die

                   Massenwerte sind, wie in § 7.8 beschrieben, zu

                   bestimmen und für die Berechnung der Emissionen in

                   g/h und g/kWh zu verwenden.

                   Anschließend sind bei noch warmem Motor die

                   Referenzwerte für die Abgasnachuntersuchung nach

                   § 2.8 zu messen und zu bestimmen.

2.2.3              Prüfprogramm

                   Die Prüfung des Motors ist nach folgendem Programm

                   durchzuführen (Prüfprogramm):

_____________________________________________________________________

  Meßpunkt         Drehzahl          Leistung         Wichtungsfaktor

  Nr.                n                  P                     WF

_____________________________________________________________________

  1                  nLeerlauf          0                     0,3

  2                  0,4 nN          0,1012 PVN               0,1

  3                  0,5 nN          0,1768 PVN               0,1

  4                  0,6 nN          0,2789 PVN               0,1

  5                  0,7 nN          0,4100 PVN               0,2

  6                  0,8 nN          0,5724 PVN               0,05

  7                  0,9 nN          0,7684 PVN               0,05

  8*1)                nN                PVN                   0,05

  9*1)                nPmax             P`max                 0,05

_____________________________________________________________________

                      min-1              kW                     h

_____________________________________________________________________

                   *1)   Meßpunkt 8 und 9 fallen zusammen, wenn PVN

                         nicht mehr als 5% von P`max abweicht

                         (Wichtungsfaktor WF = 0,1).

                   nN    Nenndrehzahl gemäß § 2.6

                   PVN   Nicht reduzierte Vollastleistung bei

                         Nenndrehzahl

                   nPmax Drehzahl bei maximaler Leistung

                   P`max Nicht reduzierte maximale Leistung

2.2.4              Prüfablauf

                   Nachdem der Motor aufgewärmt wurde, wird er für

                   die Abgastypenprüfung zweimal nach dem

                   Prüfprogramm betrieben:

                   1. Anwärmphase: während zehn Minuten mit frei

                                   wählbarer Teillast, anschließend

                                   während 20 Minuten mit Vollast bei

                                    50 + /- 5% der Nenndrehzahl

                   2. Prüfung:      1. Phase: der warme Motor wird

                                    ohne Abstellen gemäß § 2.2.3 vom

                                    Meßpunkt 1 bis Meßpunkt 9

                                    betrieben; dabei werden die

                                    Emissionen und die übrigen

                                    erforderlichen Daten gemessen;

                                    2. Phase: der warme Motor wird

                                    ohne Abstellen gemäß § 2.2.3 vom

                                    Meßpunkt 9 bis Meßpunkt 1

                                    betrieben; dabei werden die

                                    Emissionen und die übrigen

                                    erforderlichen Daten gemessen.

                   Bei Dieselmotoren erfolgt gleichzeitig oder direkt

                   anschließend die Messung der Abgastrübung (Rauch)

                   bei Vollast gemäß den Ausführungen in Anhang 2

                   dieser Verordnung.

                   Bei Ottomotoren sind die Referenzwerte im Leerlauf

                   nach § 2.8 bei warmem Motor zu messen.

§ 2.3              Ausrüstung und Einstellung

                   Die Ausrüstung und Einstellung der zu prüfenden

                   Motoren muß den Angaben im Antrag entsprechen.

§ 2.4              Bestimmte Einstellungen

                   Soweit bei den zu prüfenden Motoren verstellbare

                   abgasrelevante Bauteile oder Baugruppen vorhanden

                   sind, kann die technische Prüfstelle eine

                   bestimmte Einstellung verlangen. Die von der

                   technischen Prüfstelle verlangte Einstellung muß

                   innerhalb der vom Antragsteller angegebenen

                   Toleranzen liegen.

                   Der Hersteller muß die Toleranzen so festlegen,

                   daß sie von Werkstätten mit üblichen Einrichtungen

                   und Arbeitsmöglichkeiten eingehalten werden

                   können.

                   Die bei der Abgastypenprüfung verwendeten

                   Einstellungen verstellbarer Bauteile oder

                   Baugruppen sind auf der

                   Abgastypenprüfbescheinigung einzutragen. Die

                   vollständigen Einstellungen sind in den

                   Betriebsanweisungen anzugeben.

                   Die zuständige Behörde kann das Anbringen von

                   Plomben oder anderen Sicherungen an

                   emissionsrelevanten Bauteilen oder Baugruppen

                   vorschreiben.

§ 2.5.             Abweichung von Herstellerangaben

                   Wird bei der Abgastypenprüfung die vom Hersteller

                   angegebene Nennleistung bei der entsprechenden

                   Nenndrehzahl um mehr als 5% unterschritten oder

                   überschritten, ist die Abgastypenprüfung

                   ungültig.

§ 2.6              Nennleistung

                   Als Nennleistung für die Abgastypenprüfung gilt

                   die Dauerleistung nach ISO 3046/1-1986 oder

                   DIN 6271,Teil 1. Wenn die maximale Leistung mehr

                   als 110% der Dauerleistung beträgt, gilt diese für

                   die Abgastypenprüfung als Nennleistung.

§ 2.7              Weitere Überprüfungen

                   Die technische Prüfstelle kann geprüfte Motoren

                   oder Teile davon längstens bis zur

                   Serienüberprüfung insbesondere dann zu weiteren

                   Überprüfungen zurückhalten, wenn Zweifel darüber

                   bestehen, ob der Motor diese Vorschriften

                   dauerhaft einhält.

§ 2.8              Referenzwerte für die Abgasnachuntersuchung

§ 2.8.1.           Referenzwerte für Ottomotoren ohne Katalysator

                   Bei der Abgastypenprüfung für Ottomotoren ohne

                   Katalysator sind im Leerlauf die Konzentrationen

                   von Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und

                   Kohlenwasserstoffen (als Hexanäquivalente) mit

                   der ergänzten Analysenanlage (§ 8) oder mit einem

                   nach nationaler Zulassung typengeprüften

                   Abgasprüfgerät zweimal zu messen. Hierbei darf die

                   Drehzahl 40% der Nenndrehzahl nicht

                   überschreiten. Der Mittelwert aus beiden

                   Messungen ist für die Berechnung des

                   Referenzwertes zu verwenden.

Die bei der Abgasnachuntersuchung einzuhaltenden Referenzwerte sind wie folgt zu berechnen und auf der Abgastypenprüfbescheinigung einzutragen:

--------------------------------------------------------------------

Referenzwert = Mittelwert                - Toleranz    + Toleranz

--------------------------------------------------------------------

CO               Mittelwert <0,7% Vol.      frei     1% Vol. absolut

CO               Mittelwert 0,71% Vol.

                 bis 2,5% Vol.              frei     40%

CO               Mittelwert >2,5% Vol.      frei     1% Vol.

HC               Mittelwert                 frei     40%

CO2              Mittelwert                 1% Vol.  frei

Drehzahl         Mittelwert                 frei     200 U/min

--------------------------------------------------------------------

2.8.2              Referenzwerte für Ottomotoren mit Katalysator

                   Für Ottomotoren mit Katalysator gibt der

                   Hersteller Einstellwerte vor Katalysator (mit

                   Toleranzen) und Kontrollwerte nach Katalysator an.

                   Die Einstellwerte vor Katalysator können bei

                   elektronisch geregelten Systemen durch

                   entsprechende elektrische Einstellwerte ersetzt

                   werden.

§ 3.               Abgasgrenzwerte

§ 3.1              Grundsatz

                   Die Masse des ermittelten Kohlenmonoxids, der

                   ermittelten Kohlenwasserstoffe und der ermittelten

                   Stickoxide sowie die Abgastrübung bei

                   Dieselmotoren darf bei Ottomotoren und bei

                   Dieselmotoren, welche gemäß diesen Vorschriften

                   geprüft werden, die nachfolgenden Abgasgrenzwerte

                   nicht übersteigen.

§ 3.2              Abgasgrenzwerte Stufe 1

3.2.1              Spezifische Abgasgrenzwerte in g/kWh

                   Die nach § 7.8 berechneten Schadstoffemissionen in

                   Gramm pro Kilowatt und Stunde dürfen nicht größer

                   sein als:

             Kohlenmonoxid       Kohlenwasserstoffe      Stickoxide

Leistung     CO = A x PN-m       HC = A x PN-m         NOx = A x PN-m

in kW              g/kWh                g/kWh                 g/kWh

_____________________________________________________________________

              A       m             A       m             A       m

_____________________________________________________________________

  <4         600     0,5          60       0,7747        15       0

4 - 100      600     0,5          39,39    0,4711        15       0

>100         60     0            10,13    0,1761        15       0

_____________________________________________________________________

PN = Nennleistung gemäß § 2.6

3.2.2              Massenemissionen in g/h

                   Die nach § 7.8 berechneten Massenemissionen in

                   Gramm pro Stunde dürfen bei Ottomotoren der

                   Gruppen A und B sowie bei Dieselmotoren der

                   Gruppe A nicht größer sein als:

                     4 500 g/h für Kohlenmonoxid CO

                       290 g/h für Kohlenwasserstoffe HC

                     1 100 g/h für Stickoxide NOx.

3.2.3              Abgastrübung (Rauch) bei Dieselmotoren

                   Die nach § 2.2.4 bei Dieselmotoren zu bestimmende

                   Bosch-Schwärzungszahl (BSZ) darf nicht größer sein

                   als:

                     BSZ 4,0 für Saugmotoren

                     BSZ 3,0 für Motoren mit Abgasturbolader

§ 3.3              Abgasgrenzwerte Stufe 2

3.3.1              Spezifische Abgasgrenzwerte in g/kWh

3.3.1.1            Spezifische Abgasgrenzwerte für Ottomotoren in

                   g/kWh

                   Die nach § 7.8 berechneten Schadstoffemissionen in

                   Gramm pro Kilowatt und Stunde dürfen für

                   Ottomotoren nicht größer sein als:

             Kohlenmonoxid       Kohlenwasserstoffe      Stickoxide

Leistung     CO = A x PN-m       HC = A x PN-m         NOx = A x PN-m

in kW              g/kWh               g/kWh                    g/kWh

_____________________________________________________________________

              A       m             A       m             A       m

_____________________________________________________________________

  <4         400     0,6505       30       0,6505       10    0,1505

4 - 100      400     0,6505       30       0,6505       10    0,1505

>100         20     0             3,375   0,1761        5    0

_____________________________________________________________________

PN = Nennleistung gemäß § 2.6

3.3.1.2            Spezifische Abgasgrenzwerte für Dieselmotoren in

                   g/kWh

                   Die nach § 7.8 berechneten Schadstoffemissionen in

                   Gramm pro Kilowatt und Stunde dürfen für

                   Dieselmotoren nicht größer sein als:

             Kohlenmonoxid       Kohlenwasserstoffe      Stickoxide

Leistung     CO = A x PN-m       HC = A x PN-m         NOx = A x PN-m

in kW              g/kWh               g/kWh                    g/kWh

_____________________________________________________________________

              A       m             A       m             A       m

_____________________________________________________________________

  <4         400     0,6505       30       0,6505       10        0

4 - 100      400     0,6505       30       0,6505       10        0

>100         20     0             3,375   0,1761       10        0

_____________________________________________________________________

PN = Nennleistung gemäß § 2.6

3.3.2              Massenemissionen in g/h

                   Die nach § 7.8 berechneten Massenemissionen in

                   Gramm pro Stunde dürfen bei Ottomotoren der

                   Gruppen A und B sowie bei Dieselmotoren der Gruppe

                   A nicht größer sein als:

                   - 1500 g/h für Kohlenmonoxid CO

                   -   95 g/h für Kohlenwasserstoffe HC

                   -  360 g/h für Stickoxide NOx.

3.3.3              Abgastrübung (Rauch) bei Dieselmotoren

                   Die nach § 2.2.4 bei Dieselmotoren zu bestimmende

                   Bosch-Schwärzungszahl (BSZ) darf nicht größer sein

                   als:

                     BSZ 3,5 für Saugmotoren

                     BSZ 2,5 für Motoren mit Abgasturbolader

§ 3.4              Rundung

                   Die Abgasgrenzwerte und die Prüfergebnisse sind

                   auf zwei signifikante Ziffern zu runden (ISO 31/0

                   Anhang B2 Regel B).

§ 4.               Bauvorschriften

§ 4.1              Grundsatz

                   Alle Teile, die einen Einfluß auf die Emissionen

                   gasförmiger Schadstoffe haben können, müssen so

                   beschaffen, gebaut und montiert sein, daß der

                   Motor bei betriebsüblicher Beanspruchung und bei

                   Einhaltung der vom Hersteller vorgeschriebenen

                   Wartung trotz der Einwirkung veränderlicher

                   Größen, wie Hitze, Kälte, Wasser, wiederholtem

                   Kaltstart Erschütterungen, diesen Vorschriften

                   entspricht. Der Motor muß bei der

                   Abgasnachuntersuchung die Referenzwerte nach § 2.8

                   einhalten.

§ 4.2              Vereitelungsvorrichtungen

                   Ein Motor darf keine Konstruktionselemente oder

                   technischen Einrichtungen aufweisen, die in

                   irgendeiner Art die Wirksamkeit der

                   abgasrelevanten Elemente des Motors so verändern,

                   regulieren oder verzögern, daß das

                   Emissionsverhalten des Motors ungünstig beeinflußt

                   wird. Notabschalt- oder ähnliche

                   Sicherheitseinrichtungen sind in diesem Sinne

                   keine Vereitelungsvorrichtungen.

                   Einrichtungen zur Regelung der Drehzahl von

                   Motoren müssen so gebaut sein, daß die

                   Abgasgrenzwerte eingehalten werden.

§ 4.3              Abgasentnahmesonden

4.3.1              Grundsatz

                   Alle Motoren müssen mit einer Abgasentnahmesonde

                   ausgerüstet sein, welche die Entnahme eines

                   genügenden, gut gemischten und unverdünnten

                   Abgasteilstromes aller Zylinder bei der

                   Abgastypenprüfung und der Abgasnachuntersuchung

                   erlaubt. In die Sonde darf kein Kühlwasser oder

                   Wasserdampf gelangen. Die Sonde muß zudem so

                   angeordnet sein, daß vor der Entnahmestelle keine

                   in den Abgasen enthaltenen Schadstoffe

                   kondensieren können.

                   Wenn der Motor mit Auflade- und ähnlichen

                   Einrichtungen oder mit besonderen, die Abgase

                   beeinflussenden Einrichtungen, wie Lufteinblasung,

                   Portliner, Abgasrückführung, Reaktoren,

                   Katalysatoren, ausgerüstet ist, muß die

                   Abgasentnahme mit Entnahmesonde nach diesen

                   Einrichtungen erfolgen.

                   Die Einlaßöffnung der Abgasentnahmesonde muß in

                   der Mitte des Abgaskanal-Querschnitts und

                   mindestens 50 mm „stromabwärts” nach der

                   Einmündung des Auslaßkanals oder Auslaßventils des

                   letzten Zylinders angeordnet werden.

                   Bei besonderen technischen Bedingungen können

                   mehrere Abgasentnahmesonden eingebaut werden,

                   deren Ausgänge vor dem Meßanschluß in geeigneter

                   Weise zusammenzuführen sind.

                   Der Meßanschluß der Abgasentnahmesonde muß leicht

                   zugänglich und mit einem verschließbaren Endstück

                   von mindestens 20 mm Länge, 10 mm äußerem und 8 mm

                   innerem Durchmesser versehen sein.

                   Die Sonden müssen aus einem Material bestehen, das

                   bei den im Motor herrschenden Bedingungen nicht

                   korrodiert oder verzundert.

4.3.2              Besondere Abgasentnahmesonden für die

                   Abgastypenprüfung

4.3.2.1            Abweichend von § 4.3.1 kann der Hersteller für die

                   Abgastypenprüfung besondere Abgasentnahmesonden

                   vorsehen, die so eingebaut werden müssen, daß die

                   Abgase aller Zylinder erfaßt und gut gemischt für

                   die Messungen zur Verfügung stehen. Die

                   Vorschriften nach § 4.3.1 sind im übrigen

                   einzuhalten.

4.3.2.2            Abweichend von § 4.3.1 kann auch je Zylinder eine

                   Abgasentnahmesonde vorgesehen werden, deren

                   Ausgänge vor dem Meßanschluß zusammenzuführen

                   sind. Die Einlaßöffnungen der Abgasentnahmesonden

                   müssen für alle Zylinder - auf den Zylinder

                   bezogen - an der gleichen Stelle liegen; der

                   Abstand zur Achse der Auslaßventile oder

                   Auslaßschlitze hat 50 mm (+/- 10 mm) zu betragen.

                   Die Vorschriften nach § 4.3.1 sind im übrigen

                   einzuhalten. Der Einbau der Abgasentnahmesonden

                   weiter „stromabwärts” ist im Einvernehmen mit

                   der technischen Prüfstelle zulässig, sofern kein

                   Kühlwasser oder Wasserdampf in die Entnahmesonden

                   gelangen kann.

4.3.2.3            Wenn der Hersteller nach §§ 4.3.2.1 oder 4.3.2.2

                   besondere Abgasentnahmesonden für die

                   Abgastypenprüfung vorsieht und einbaut, so hat er

                   die für die Serienüberprüfung ausgewählten Motoren

                   unter Aufsicht der technischen Prüfstelle in

                   gleicher Art und Weise mit Abgasentnahmesonden

                   auszurüsten.

4.3.3              Besondere Abgasentnahmesonde für die

                   Abgasnachuntersuchung

                   Abweichend von § 4.3.1 kann der Hersteller für

                   die Abgasnachuntersuchung eine oder mehrere

                   besondere Abgasentnahmesonden vorsehen, die an

                   allen Motoren eingebaut sein müssen. Die Entnahme

                   eines gut gemischten Abgasteilstromes muss von

                   allen Zylindern eines Motors möglich sein. Bei

                   Motoren mit mehreren Gemischaufbereitungssystemen

                   muß die Entnahme eines Abgasteilstromes so

                   erfolgen, daß Abgase aus Zylindern aller

                   Gemischaufbereitungssysteme erfaßt werden. Die

                   Vorschriften nach § 4.3.1 sind im übrigen

                   einzuhalten.

§ 4.4              Anschluß für Drehzahlmessung

4.4.1              Grundsatz

                   Alle Motoren müssen mit leicht zugänglichen

                   Möglichkeiten für Drehzahlmessungen ausgerüstet

                   sein.

4.4.2              Ottomotoren

                   Das Zündkabel für einen Zylinder oder eine diesem

                   entsprechende Einrichtung muß leicht zugänglich

                   sein, sodaß die Klemmen der Meßgeräte leicht und

                   ohne Aufwand angebracht werden können. Wenn dies

                   nicht möglich ist, muß ein besonderer Meßanschluß

                   vorhanden sein.

                   Motoren, die der technischen Prüfstelle zur

                   Abgastypenprüfung zur Verfügung gestellt werden,

                   müssen zudem mit einem leicht zugänglichen

                   Anschluß des Primär-Stromkreises der Zündung

                   versehen sein.

4.4.3              Dieselmotoren

                   Dieselmotoren müssen an einem mit der Kurbelwelle

                   oder der Einspritzpumpe fest verbundenen Teil mit

                   einer leicht zugänglichen Einrichtung versehen

                   sein, die eine sichere, berührungslose

                   Drehzahlmessung (optisch, induktiv) ermöglicht.

§ 4.5              Kurbelgehäuse-Entlüftung

                   Die Kurbelgehäuse-Entlüftung aller Motoren ist in

                   geschlossener Bauweise auszuführen, und zwar so,

                   daß alle aus dem Kurbelgehäuse stammenden Gase und

                   Dämpfe über die Ansaugluft oder das angesaugte

                   Gemisch der Verbrennung im Motor zugeführt werden.

                   Kurbelgehäuseemissionen dürfen weder gas- oder

                   dampfförmig noch in kondensierter Form in die Luft

                   oder ins Wasser abgegeben werden.

§ 4.6              Treibstoff

                   Ottomotoren müssen so konstruiert sein, daß sie

                   mit handelsüblichem unverbleitem Kraftstoff

                   dauernd betrieben werden können. Am Motor und beim

                   Benzineinfüllstutzen muß ein dauerhaft lesbares

                   Schild mit der sinngemäßen Aufschrift „NUR

                   UNVERBLEITES BENZIN” angebracht werden.

§ 4.7              Benzineinfüllstutzen

                   Der Benzineinfüllstutzen muß so beschaffen sein,

                   daß die Betankung mit einem Zapfhahn mit einem

                   äußeren Durchmesser der Endöffnung von 23,6 mm

                   oder mehr nicht möglich ist. Die Betankung darf

                   nur mit einem Zapfhahn mit folgenden Abmessungen

                   möglich sein:

                   - der Außendurchmesser der Endöffnung darf nicht

                     größer als 21,3 mm sein;

                   - das Endstück muß aus einem mindestens 63 mm

                     langen geraden Rohrstück bestehen.

                   Der Tankeinfüllstutzen muß dauerhaft und so

                   beschaffen sein, daß ein unbefugtes Abändern nicht

                   möglich ist.

§ 4.8              Verstelleinrichtungen

                   Bei allen Motoren dürfen die

                   Verstelleinrichtungen, soweit deren Verstellung

                   unzulässige Änderungen des Emissionsverhaltens

                   bewirken, wie einstellbare Teile der

                   Gemischaufbereitung, der Einspritzeinrichtung und

                   der Zündanlage, nur mit Spezialwerkzeugen

                   zugänglich sein. Bei Ottomotoren gilt dies auch

                   für die Leerlaufgemischeinstellung, nicht aber für

                   die Leerlaufdrehzahlverstellung. Bei Dieselmotoren

                   gilt dies insbesondere für die Reglereinstellung.

§ 5.               Änderung von typengeprüften Motoren

§ 5.1              Technische Änderungen

                   Nimmt der Hersteller technische Änderungen an

                   typengeprüften Motoren vor, die bewirken, daß

                   einzelne Angaben im Antrag zur

                   Abgastypenprüfbescheinigung oder in der

                   Abgastypenprüfbescheinigung nicht mehr zutreffen,

                   sind die Änderungen der zuständigen Behörde zu

                   melden.

§ 5.2              Neue Abgastypenprüfung

                   Die zuständige Behörde kann vom Hersteller

                   zusätzliche Angaben und Prüfergebnisse verlangen

                   oder eine neue Abgastypenprüfung anordnen.

                   Wenn der geänderte Motor diesen Vorschriften

                   entspricht, wird eine Abgastypenprüfbescheinigung

                   erteilt, welche die technischen Änderungen

                   einschließt.

                   Sind die technischen Änderungen umfangreich oder

                   betreffen sie wesentliche Konstruktionsmerkmale,

                   muß ein vollständiger Antrag gemäß diesen

                   Vorschriften eingereicht und ein neues

                   Abgastypenprüfverfahren durchgeführt werden.

§ 6.               Übereinstimmung mit der Produktion

                   (Serienüberprüfung)

§ 6.1              Grundsatz

                   Die Serienüberprüfung wird von der zuständigen

                   Behörde des Landes angeordnet, welche die

                   Abgastypenprüfbescheinigung erteilt hat.

§ 6.2              Erste Stichprobe

                   Die zuständige Behörde kann eine technische

                   Prüfstelle beauftragen, in einer ersten Stichprobe

                   bis zu drei in Betrieb stehende oder zur

                   Inbetriebnahme vorgesehene Motoren der gleichen

                   Motorenfamilie zufällig auszuwählen und einer

                   Abgastypenprüfung nach diesen Vorschriften zu

                   unterziehen. Der Hersteller hat die vorgesehenen

                   Motoren zur Verfügung zu stellen; diese

                   Verpflichtung geht er mit der Einreichung des

                   Antrages zur Typenprüfbescheinigung ein.

§ 6.3              Einfahren der Motoren

                   Die technische Prüfstelle hat die ausgewählten

                   Motoren nach Angaben des Herstellers oder im

                   Zweifel nach eigenem Ermessen einzustellen.

§ 6.4              Wartungsarbeiten

                   Die technische Prüfstelle hat an den ausgewählten

                   Motoren die Wartungsarbeiten auszuführen, die nach

                   den Anleitungen des Herstellers vorgesehen sind

                   oder wenn offensichtliche Defekte vorliegen.

                   Die Wartungsarbeiten können auch durch den

                   Hersteller unter Aufsicht der technischen

                   Prüfstelle ausgeführt werden.

§ 6.5              Einwendungen zur Auswahl

                   Wenn der Hersteller Einwendungen bezüglich der

                   Auswahl der Motoren vorzubringen hat, so muß er

                   dies der zuständigen Behörde vor Beginn der

                   Abgastypenprüfungen mitteilen.

§ 6.6              Bestandene Prüfung

                   Die Serienüberprüfung gilt als bestanden, wenn

                   die abgasrelevante Ausrüstung der in die erste

                   Stichprobe einbezogenen Motoren mit den Angaben im

                   Antrag für die Abgastypenprüfbescheinigung

                   übereinstimmt und die Abgasgrenzwerte eingehalten

                   werden.

                   Die zuständige Behörde gibt dem Hersteller das

                   Ergebnis der Serienüberprüfung innerhalb von

                   30 Tagen nach Abschluß der Abgasmessungen

                   schriftlich bekannt.

§ 6.7              Nicht bestandene Prüfung

                   Werden in der ersten Stichprobe nicht alle

                   Abgasgrenzwerte eingehalten oder stimmt die

                   emissionsrelevante Ausrüstung nicht mit den

                   Angaben im Antrag für die

                   Abgastypenprüfbescheinigung überein, so gilt die

                   Serienüberprüfung als nicht bestanden. Der

                   Hersteller hat dann folgende Möglichkeiten:

                   1. er bringt alle im Geltungsbereich dieser

                      Verordnung bereits in Betrieb stehenden und zur

                      Inbetriebnahme vorgesehenen fehlerhaften

                      Motoren entsprechend der

                      Abgastypenprüfbescheinigung innerhalb von

                      sechs Monaten auf seine Kosten in einen diesen

                      Vorschriften entsprechenden Zustand, oder

                   2. er verlangt die Durchführung weiterer Prüfungen

                      mit einer endgültigen Stichprobe gemäß § 6.9.

§ 6.8              Instandsetzung fehlerhafter Motoren

                   Entschließt sich der Hersteller zur Instandsetzung

                   der Motoren, so hat er der zuständigen Behörde

                   innerhalb von 30 Tagen, gerechnet ab der

                   schriftlichen Benachrichtigung, mitzuteilen,

                   welche technischen Maßnahmen er durchzuführen

                   beabsichtigt. Die zuständige Behörde kann diese

                   Frist auf Antrag des Herstellers einmal um weitere

                   30 Tage verlängern.

                   Die zuständige Behörde kann die instand gesetzten

                   Motoren mit einer ersten Stichprobe überprüfen.

                   Die Kosten für die Überprüfung der instand

                   gesetzten Motoren hat der Hersteller zu tragen.

§ 6.9              Endgültige Stichprobe

                   Wählt der Hersteller die Durchführung einer

                   endgültigen Stichprobe, so hat er schriftlich zu

                   erklären, daß er auch die Kosten für die

                   zusätzlichen Prüfungen übernimmt.

                   Der Hersteller kann der zuständigen Behörde

                   Vorschläge über den Umfang der endgültigen

                   Stichprobe unterbreiten. Die zuständige Behörde

                   legt den Umfang der endgültigen Stichprobe fest

                   (maximal 19 Motoren) und wählt die zu prüfenden

                   Motoren aus.

                   Die endgültige Stichprobe enthält die bei der

                   ersten Stichprobe geprüften Motoren. Die über die

                   Motoren der ersten Stichprobe hinaus in der

                   endgültigen Stichprobe enthaltenen Motoren werden

                   einer Abgastypenprüfung nach diesen Vorschriften

                   unterzogen.

                   Die Serienüberprüfung gilt als bestanden, wenn die

                   emissionsrelevante Ausrüstung aller geprüften

                   Motoren mit den Angaben im Antrag für die

                   Abgastypenprüfbescheinigung übereinstimmt und

                   folgende Bedingung für jeden Schadstoff erfüllt

                   ist:

                           x-+k x s ≤L, wobei

                   x-: arithmetisches Mittel für jeden Schadstoff,

                   L: zulässiger Grenzwert nach § 3 ist;

                          s2 = Summe (x- - x) 2, wobei x ein

                                      ---------  beliebiges

                                        n - 1    Einzelergebnis ist;

                          k: von n abhängiger statistischer Faktor

                             nach folgender Tabelle:

                   n         k                n         k

                    2      0.973             11      0.265

                    3      0.613             12      0.253

                    4      0.489             13      0.242

                    5      0.421             14      0.233

                    6      0.376             15      0.224

                    7      0.342             16      0.216

                    8      0.317             17      0.210

                    9      0.296             18      0.203

                   10      0.279             19      0.198

                   Die zuständige Behörde hat dem Hersteller das

                   Ergebnis der Serienüberprüfung mit der endgültigen

                   Stichprobe innerhalb von 30 Tagen nach Abschluß

                   der Messung schriftlich bekanntzugeben.

§ 6.10             Entzug der Abgastypenprüfbescheinigung

                   Ist die Serienüberprüfung nicht bestanden, so ist

                   die Abgastypenprüfbescheinigung von der

                   zuständigen Behörde zu entziehen. Vom Entzug ist

                   abzusehen, wenn der Hersteller sich verpflichtet,

                   alle im Geltungsbereich dieser Verordnung bereits

                   zugelassenen, fehlerhaften Motoren entsprechend

                   der Abgastypenprüfbescheinigung innerhalb von

                   sechs Monaten auf seine Kosten in Ordnung zu

                   bringen.

                   Entschließt sich der Hersteller zur Instandsetzung

                   der Motoren, so ist nach § 6.8 zu verfahren.

                   Die Abgastypenprüfbescheinigung ist auch zu

                   entziehen, wenn der Hersteller seinen

                   Verpflichtungen in zeitlicher oder materieller

                   Hinsicht nicht nachkommt.

§ 6.11             Wirkung des Entzuges

                   Der Entzug der Abgastypenprüfbescheinigung

                   bewirkt, daß im Geltungsbereich dieser Verordnung

                   mit diesen Motoren ausgerüstete Fahrzeuge ab

                   diesem Zeitpunkt nicht neu zum Verkehr zugelassen

                   werden dürfen und die Abgastypenprüfbescheinigung

                   dieser Motoren ungültig wird.

                   Die zuständige Behörde hat die zuständigen

                   Behörden der anderen Vertragsstaaten, ihre eigenen

                   für die Zulassung zuständigen Behörden und den

                   Hersteller über den Entzug der

                   Abgastypenprüfbescheinigung zu unterrichten. Die

                   Zulassungsbehörden haben die Halter von Fahrzeugen

                   mit fehlerhaften Motoren über den Entzug der

                   Abgastypenprüfbescheinigung zu unterrichten.

                   Fahrzeuge, die nach Ablauf der

                   Instandsetzungsfrist noch immer einen fehlerhaften

                   Motor aufweisen, dürfen nicht mehr verkehren. Die

                   Zulassung ist nach Ablauf der Instandsetzungsfrist

                   zu entziehen (§ 14.06 BSO).

§ 7.               Verschiedenes

§ 7.1              Einbauvorschriften

                   Für jeden Motor muß eine schriftliche

                   Einbauvorschrift des Herstellers für den

                   Schiffsbauer vorliegen. Diese Einbauvorschrift hat

                   alle notwendigen Angaben zu enthalten, die vom

                   Schiffsbauer beim Einbau des abgasgeprüften Motors

                   in ein Fahrzeug zu beachten sind, damit das

                   Abgasverhalten des Motors durch den Einbau in ein

                   Fahrzeug nicht verändert wird.

§ 7.2              Wartungs- und Bedienungsvorschriften

                   Für jedes Fahrzeug, dessen Motor diesen

                   Vorschriften unterliegt, muß eine schriftliche

                   Wartungs- und Betriebsanleitung des Herstellers

                   vorliegen. Diese muß eine Anleitung zur Bedienung

                   des Motors sowie die nötigen Angaben zur

                   Sicherstellung des richtigen Funktionierens von

                   Emissionskontrollsystemen enthalten. Ebenso müssen

                   die Intervalle für abgasrelevante Wartungsarbeiten

                   und deren Umfang aufgeführt sein.

§ 7.3              Einrichtungen zur Abgastypenprüfung

7.3.1              Leistungsprüfstand und Motorausrüstung

                   Die Abgastypenprüfungen von Motoren sind auf

                   Leistungsprüfständen durchzuführen, die folgende

                   Ausrüstung aufweisen:

7.3.1.1            einen Motorprüfstand, der ausreichende

                   Eigenschaften aufweist, um das in dieser Anlage

                   beschriebene Prüfprogramm nach § 2.2.2 ff.

                   durchzuführen;

7.3.1.2            Meßgeräte für Zeit, Drehzahl, Drehmoment,

                   Treibstoffverbrauch, Temperatur von Kühl- und

                   Schmiermitteln, Ansaugunterdruck, Abgasgegendruck,

                   Ansauglufttemperatur, Luftfeuchtigkeit,

                   atmosphärischen Druck und Treibstofftemperatur;

                   zusätzlich können, insbesondere zur Bestimmung der

                   Massenemissionen, Meßgeräte für die Messung des

                   Luftdurchsatzes, des Ansaugunterdruckes und des

                   Abgasdurchsatzes verwendet werden;

                   die Meßgenauigkeit dieser Geräte muß dem jeweils

                   letzten Stand der geltenden ECE-Regelungen

                   entsprechen;

7.3.1.3            ein Motorkühlsystem mit ausreichender

                   Leistungsfähigkeit, um während der Dauer der

                   vorgeschriebenen Motorprüfung normale

                   Betriebstemperaturen mit ausreichender Konstanz

                   aufrechterhalten zu können. Außenbordmotoren sind

                   hiezu in einen Wasserbehälter mit einer

                   höhenverstellbaren Überlauföffnung zu stellen. Die

                   Wasserhöhe ist in der Regel 150 mm über der

                   Kavitationsplatte einzustellen. Der Abgasaustritt

                   muß, wie beim Bootsbetrieb des Außenbordmotors, in

                   das Wasser erfolgen, um den Abgasgegendruck

                   in realistischer Größenordnung zu halten. Auf

                   Antrag des Herstellers kann zur korrekten

                   Einhaltung des vorgeschriebenen Gegendruckes der

                   Motor an eine Fremdkühlung angeschlossen werden;

7.3.1.4            eine bis zu den Entnahmestellen des Abgases

                   serienmäßige Auspuffanlage. Die weitere

                   Ausführung der Auspuffanlage muß den

                   Erfordernissen der Abgasentnahme und des

                   Prüfstandbetriebs (Abgas ohne Wasserzugabe)

                   Rechnung tragen und die abgasrelevanten

                   Eigenschaften einer serienmäßigen

                   Schiffsauspuffanlage aufweisen. Sie ist von der

                   Prüfstelle in Abstimmung mit dem Hersteller

                   festzulegen. Der Abgasgegendruck der Auspuffanlage

                   darf sich vom oberen Grenzwert bei Nennleistung

                   gemäß den Angaben des Herstellers in den Wartungs-

                   oder Einbauunterlagen um höchstens +/- 650 Pa

                   unterscheiden;

7.3.1.5            ein Ansaugsystem des Motors, das im

                   Nennleistungspunkt eine Saugrohrunterdrucktoleranz

                   von +/- 300 Pa, bezogen auf den oberen Grenzwert,

                   den der Hersteller für den mit einem sauberen

                   Luftfilter zu prüfenden Motor angibt, aufweist.

                   Die Prüfung zur Messung der Abgasemissionen ist an

                   einem kompletten Motor vorzunehmen, wobei alle

                   serienmäßigen Zubehörteile, welche die Leistung,

                   Drehzahl und Emissionen normalerweise beeinflussen

                   können, angebaut und in Betrieb sein müssen. Bei

                   fremdangetriebenen Zubehörteilen ist nach DIN 6271

                   oder ISO 3046/1 zu verfahren.

                   Die Leistungsabnahme hat bei Innenbordmotoren an

                   der Kurbelwelle und bei Außenbordmotoren an der

                   Propellerwelle zu erfolgen.

7.3.2              Geräte für die Probeentnahme und Gasanalyse

7.3.2.1            Der zur Analyse entnommene Abgasteilstrom ist vom

                   Meßanschluß der Abgasentnahmesonde(n) über eine

                   beheizte, möglichst kurze und korrosionsfreie

                   Leitung den Analysatoren zuzuführen. Die

                   Temperatur der Leitung ist auf 190 ºC     +/- 10

                   ºC     konstant zu halten. Die Leitung muß mit

                   einem beheizten Filter mit einem Wirkungsgrad von

                   99% versehen sein, mit dem Teilchen >0,3 mym

                   zurückgehalten werden können.

                   Die auf den beheizten Flammenionisations-Detektor

                   (HFID) führende Leitung muß bis zu dessen Eingang

                   beheizt sein. Die Temperatur der Leitung ist auf

                   190 ºC     +/- 10 ºC     konstant zu halten.

                   Das zur Messung der Stickoxide dem

                   Chemiluminiszenz-Analysator (CLA) zuzuführende

                   Abgas muß trocken sein. Dazu ist die zum CLA

                   führende Leitung über ein Kühlelement und einen

                   Filter zu führen.

                   Für Abgasmessungen an Ottomotoren kann nach § 8.4

                   auf eine beheizte Abgasentnahmeleitung verzichtet

                   werden.

7.3.2.2            Die Analyse der Abgase ist mit folgenden Geräten

                   durchzuführen:

                   - Kohlenmonoxid (CO) und Kohlendioxid (CO2):

                     Nichtdispersiver Infrarot-Absorptionsanalysator

                     NDIR;

                   - Kohlenwasserstoffe (HC):

                     Flammenionisations-Detektor mit beheizten

                     Ventilen, Rohrleitungen usw., Wandtemperatur auf

                     190 ºC     +/- 10 ºC     (HFID);

                     propankalibriert, ausgedrückt in Kohlenstoffatom

                     Äquivalent C1 (für Ottomotoren können auch

                     unbeheizte Flammenionisations-Detektoren (FID)

                     verwendet werden);

                     Hinweis: die C1-Werte entsprechen dem

                     dreifachen Massewert eines Propan-C3H8-

                     kalibrierten FID.

                   - Stickoxide (NOx):

                     Chemiluminiszenz-Analysator (CLA) mit

                     NO2/NO-Konverter, (für Otto- und Dieselmotoren

                     können auch beheizte HCL-Analysatoren mit einem

                     Temperaturbereich von 95 bis 200 ºC     zusammen

                     mit beheizter Zuleitung verwendet werden);

                   Die Genauigkeit der Analysatoren muß zwischen

                   +/- 2,5% des Skalenendwertes liegen. Die Meßskala

                   ist entsprechend der zu messenden Werte zu wählen.

                   Analysesysteme sind in § 8 beschrieben. Zugelassen

                   sind auch die für ECE-Regelung Nr. 49-01

                   verwendeten Analyseanlagen. Andere Systeme können

                   verwendet werden, wenn nachgewiesen wird, daß sie

                   gleichwertige Ergebnisse liefern.

                   Die Analysenanlage und die Analysatoren sind nach

                   den Vorschriften der Gerätehersteller zu betreiben

                   und zu warten. Zusätzlich sind sinngemäß die bei

                   ECE-Regelung Nr. 49-01 (Annex 4, Appendix 2)

                   vorgeschriebenen Kalibrierungsverfahren

                   (FID-Eichung, NOx-Konverterkontrolle usw.)

                   periodisch auszuführen.

7.3.3              Messung und Berechnung des Abgasdurchsatzes

7.3.3.1            Der Treibstoffverbrauch kann gravimetrisch oder

                   mit einem Durchflußmeßgerät gemessen werden,

                   dessen Genauigkeit zwischen +/- 2,5% des

                   Skalenendwertes betragen muß. Die

                   Wiederholungsgenauigkeit bei beiden Verfahren muß

                   innerhalb von +/- 1% liegen, der Meß- bzw.

                   Durchflußbereich muß mindestens 125% des höchsten

                   während der Prüfung zu erwartenden

                   Treibstoffverbrauchs betragen.

                   Durchflußmeßgeräte müssen zudem folgende

                   Bedingungen erfüllen:

                   - Auflösung: 0,5% des Skalenendwertes;

                   - Nullpunktabweichung: weniger als 0,5% des

                     Skalenendwertes während zwei Stunden;

                   - Temperaturbereich: 15 ºC     - 65 ºC    

                     Umgebungstemperatur;

                   - Ansprechzeit: 90% der Endanzeige von 0 bis

                     maximalen Treibstoffdurchfluß in weniger als

                     10s.

7.3.3.2            Für die Berechnung des Abgasdurchflusses und der

                   Massenemissionen kann der Luftdurchsatz durch

                   geeignete Geräte und Einrichtungen gemessen

                   werden. Für die Messung des Treibstoffverbrauches

                   gilt § 7.3.3.1.

                   Zur Messung des Luftdurchsatzes ist ein geeignetes

                   Strömungsmeßgerät zu verwenden, dessen

                   Wiederholungsgenauigkeit zwischen +/- 2,5% der

                   Anzeige liegen muß. Zwischen das Luftansaugsystem

                   des Motors und den Strömungsmesser ist eine

                   Dämpfungskammer zu schalten, deren Volumen minimal

                   100 mal größer sein muß, als das Hubvolumen eines

                   Zylinders des zu prüfenden Motors.

                   Auf die Dämpfungskammer kann verzichtet werden,

                   wenn frequenzunempfindliche Meßgeräte verwendet

                   werden.

7.3.3.3            Anstelle der Verfahren nach §§ 7.3.3.1 oder

                   7.3.3.2 kann der Abgasdurchsatz mit einer

                   Durchflußdüse (Venturirohr) oder einem

                   gleichwertigen Meßsystem direkt gemessen werden.

                   Die Wiederholungsgenauigkeit des verwendeten

                   Meßsystems muß zwischen +/- 2,5% der Anzeige

                   liegen. Die Bestimmung des Abgasdurchsatzes muß

                   mit einer Genauigkeit von +/- 2,5% oder genauer

                   erfolgen.

7.3.4              Verwendung der Analysatoren und Entnahmegeräte

                   Bei der Verwendung der Analysatoren sind die

                   Anweisungen der Gerätehersteller für die

                   Inbetriebnahme und den Betrieb zu beachten.

                   Insbesondere sind die nachstehenden

                   Mindestanforderungen nach §§ 7.3.5 und 7.3.6 zu

                   beachten.

7.3.5              Kalibrierverfahren

7.3.5.1            Die Kalibrierung ist höchstens einen Monat vor der

                   Abgasprüfung durchzuführen. Sämtliche Geräte sind

                   zu kalibrieren und die Kalibrierkurven anhand von

                   Kalibriergasen zu überprüfen.

                   Der Gasdurchsatz muß der gleiche wie bei der

                   Gasentnahme sein.

7.3.5.2            Gase

7.3.5.2.1          Betriebsgase

                   Die für die Kalibrierung und für den Einsatz der

                   Geräte verwendeten reinen Gase müssen folgende

                   Bedingungen erfüllen:

                   - gereinigter Stickstoff (Reinheit ≤1 ppm C,

                     ≤1 ppm CO, ≤400 ppm CO2, ≤0,1 ppm NO);

                   - gereinigte synthetische Luft (Reinheit

                     ≤1 ppm C, ≤1 ppm CO, ≤400 ppm CO2,

                     ≤0,1 ppm NO), Sauerstoffgehalt zwischen 18 und

                     21 Volumenprozent;

                   - gereinigter Sauerstoff (Reinheit =>99,5

                     Volumenprozent O2);

                   - Wasserstoff-/Helium-Gemisch (40 +- 2% H2-Anteil)

                     (Reinheit ≤1 ppm C, ≤400 ppm CO2) oder

                   - bei bestehenden Anlagen; gereinigter Wasserstoff

                     (100% H2, Reinheit ≤ 1 ppm C, ≤400 ppm CO2).

7.3.5.2.2          Kalibriergase

                   Die für die Kalibrierung verwendeten Gasgemische

                   müssen die nachstehend genannte chemische

                   Zusammensetzung haben:

                   - C3H8 und gereinigte synthetische Luft (siehe

                     reine Gase);

                   - CO und gereinigter Stickstoff;

                   - CO2 und gereinigter Stickstoff;

                   - NO und gereinigter Stickstoff (der NO2-Anteil im

                     Kalibriergas darf 5% des NO-Gehaltes nicht

                     überschreiten).

                   Die tatsächliche Konzentration eines

                   Kalibriergases muß auf +/- 2% mit dem Nennwert

                   übereinstimmen. Alle Konzentrationen sind in

                   vol-% anzugeben.

                   Alle Konzentrationen sind auf das Volumen bezogen

                   anzugeben (vol-%, vol-ppm).

                   Die vorgeschriebenen Konzentrationen können auch

                   mit einem Gas-Mischdosierer durch Verdünnung mit

                   gereinigtem Stickstoff oder mit gereinigter

                   synthetischer Luft erzielt werden. Das Mischgerät

                   muß so genau sein, daß die Konzentration der

                   verdünnten Kalibriergase auf +/- 2% bestimmt

                   werden kann.

7.3.5.3            Die Analysatoren sind mindestens während zwei

                   Stunden vorzuheizen.

7.3.5.4            Es ist eine Dichtigkeitsprüfung des Systems

                   durchzuführen. Die Sonde oder bei festeingebauten

                   Sonden die Abgasprobenleitung ist dabei von der

                   Auspuffanlage oder den Gasentnahmesonden zu

                   entfernen und ihr Ende zu verschließen. Die Pumpe

                   der Analysatoren ist einzuschalten. Gleichwertige

                   andere Verfahren sind zulässig.

7.3.5.5            Wenn erforderlich, muß der NDIR-Analysator

                   abgestimmt und das Brennen der Flamme des

                   HFID-Analysators optimiert werden.

7.3.5.6            Die CO- und NOx-Analysatoren sind unter Verwendung

                   von Stickstoff, der HC-Analysator unter Verwendung

                   von gereinigter und trockener Luft, auf Null

                   einzustellen. Unter Verwendung entsprechender

                   Kalibriergase sind die Analysatoren neu

                   einzustellen. Dies gilt sinngemäß auch für den

                   CO2-Analysator.

7.3.5.7            Die Nulleinstellung ist nochmals zu überprüfen;

                   falls erforderlich muß das Verfahren nach

                   § 7.3.5.5 wiederholt werden.

7.3.5.8            Die NDIR-Analysatoren sind mit Kalibriergasen zu

                   kalibrieren, die etwa 25, 50, 75 und 90% eines

                   jeden verwendeten Meßbereichs entsprechen; die

                   CLA- und HFID-Analysatoren sind zu kalibrieren,

                   dabei sind etwa 50 und 90% eines jeden

                   Meßbereiches zu verwenden. Die Konzentration

                   dieser Werte ist mit einer Genauigkeit von

                   +/- 2,5% zu ermitteln.

7.3.5.9            Die Ergebnisse der Kalibrierung sind mit früheren

                   Werten zu vergleichen. Eine deutliche Abweichung

                   weist auf einen Fehler im System hin, der zu

                   lokalisieren und zu korrigieren sowie mit einer

                   neuen Kalibrierung zu überprüfen ist. Unter

                   Berücksichtigung der Kalibriergase ist die

                   passendste Kalibrierkurve zu wählen.

7.3.6              Vorprüfungen

7.3.6.1            Für die Beheizung der NDIR-Analysatoren ist eine

                   Mindestzeit von zwei Stunden vorzusehen;

                   vorzugsweise ist der Analysator jedoch ständig in

                   eingeschaltetem Zustand zu belassen. Die

                   Blendenradmotoren können ausgeschaltet werden,

                   wenn die Analysatoren nicht in Betrieb sind.

7.3.6.2            Der HFID- oder der FID-Analysator ist mittels

                   trockener synthetischer Luft auf Null

                   einzustellen; am Verstärker- und Registriergerät

                   muß ein stabiler Nullpunkt erreicht sein.

7.3.6.3            Die Meßbereichsgase sind zuzuführen und der

                   Verstärkungsgrad ist entsprechend der

                   Kalibrierkurve einzustellen. Es muß der gleiche

                   Durchsatz für die Kalibrierung, die

                   Meßbereichspunkte und die Probeentnahme verwendet

                   werden, um eine Korrektur des Druckes in der

                   Analysekammer zu vermeiden. Bei den zu

                   verwendenden Meßbereichsgasen muß die

                   Konzentration der Komponenten jeweils 75 bis 95%

                   des vollen Skalenendwertes betragen. Die

                   Konzentration muß mit einer Genauigkeit von

                   +/- 2,5% erreicht werden.

7.3.6.4            Die Nulleinstellung ist zu überprüfen. Wenn

                   erforderlich, sind die Verfahren nach §§ 7.3.6.2

                   oder 7.3.6.3 zu wiederholen.

7.3.6.5            Der Gasdurchsatz ist zu überprüfen.

7.3.6.6.           Die Null- und Meßbereichspunkte sind nach jeder

                   Prüfung oder nötigenfalls während der Prüfung

                   erneut zu kontrollieren. Wenn dabei eine

                   Veränderung des Skalenendwertes von mehr als 2%

                   festgestellt wird, ist die Prüfung zu wiederholen.

§ 7.4              Treibstoff

                   Für die Abgastypenprüfungen sind folgende

                   Bezugstreibstoffe zu verwenden:

7.4.1              Ottomotoren (Motoren mit Fremdzündung)

                   Referenz-Treibstoff:  CEC RF-08-A-85

                   Typ: unverbleites Referenzbenzin

                               Grenzwerte und Einheiten         ASTM-

                                  min.         max.         Verfahren

ROZ                               95,0                         D 2699

MOZ                               85,0                         D 2700

Dichte bei 15 ºC                   0,748         0,762         D 1298

Dampfdruck nach Reid               0,56 bar      0,64 bar      D 323

Siedeverlauf

- Siedebeginn                     24 ºC         40 ºC          D 86

- 10 vol-% Destillat              42 ºC         58 ºC          D 86

- 50 vol-% Destillat              90 ºC        110 ºC          D 86

- 90 vol-% Destillat             155 ºC        180 ºC          D 86

- Siedeende                      190 ºC        215 ºC          D 86

Rückstand                                        2%            D 86

Analyse der Kohlenwasser-

stoffe

- Alkene                                        20 vol-%       D 1319

- Aromaten                 inkl. 5 vol-% max.                  D 1319

                              Benzol*          45 vol-%       *D 3606

                                               Rest           *D 2267

- Alkane                                                       D 1319

Verhältnis Kohlenstoff/

Wasserstoff                      Verhältnis angeben

Oxidationsbeständigkeit        480 min.                        D 525

Abdampfrückstand                               4mg/100ml       D 381

Schwefelgehalt                                 0,04 Masse-%    D 1266

                                                               D 2622

                                                               D 2785

Kupferkorrosion bei

50 ºC                                              1           D 130

Bleigehalt                                     0,005 g/l       D 3237

Phosphorgehalt                                 0,0013 g/l      D 3231

Ein Zusatz von sauerstoffhaltigen Komponenten ist verboten.

7.4.2              Dieselmotoren (Motoren mit Selbstzündung)

                   Bezugstreibstoff: CEC RF-03-A-84 *1)*2)*3)

                   Typ: Dieseltreibstoff

                               Grenzwerte und Einheiten     ASTM-

                                  min.         max.     Verfahren *1)

Dichte bei 15 ºC                 0,835       0,845           D 1298

Cetan-Zahl *4)                  49           53              D 613

Siedeverlauf *5)

- 50 vol-% Destillat          245 ºC                         D 86

- 90 vol-% Destillat          320 ºC        340 ºC    

Siedeende                     370 ºC    

Viscosität, 40 ºC              2,5 mm2/s     3,5 mm2/s       D 445

Schwefelgehalt                anzugeben      0,3 Masse-%     D 1266

                                                             D 2622

                                                             D 2785

Flammpunkt                    55 ºC                          D 93

CFPP                                          -5 Grad        EN 116

                                                             (CEN)

Conradsonzahl

(Verkokungsneigung bei 10%

Rückstand)                                    0,30 Masse-%    D 189

_____________________________________________________________________

*1) Gleichwertige ISO-Verfahren werden übernommen, sobald sie für alle oben angegebenen Eigenschaften veröffentlicht sind.

*2) Die in der Vorschrift angegebenen Werte sind „tatsächliche Werte”. Bei der Festlegung ihrer Grenzwerte wurden die Bestimmungen aus dem ASTM-Dokument D 3244 Definition einer Grundlage bei Streitigkeiten über die Qualität von Erdölprodukten” angewendet, und bei der Festlegung eines Höchstwertes wurde eine Mindestdifferenz von 2 R über Null berücksichtigt; bei der Festlegung eines Höchst- und Mindestwertes beträgt die Mindestdifferenz 4 R

(R = Reproduzierbarkeit). Ungeachtet dieser Maßnahme, die aus statistischen Gründen notwendig ist, sollte der Hersteller des Treibstoffes jedoch einen Nullwert anstreben, bei dem der festgesetzte Höchstwert 2 R ist und einen Mittelwert bei Angaben von Höchst- und Mindestwert darstellt. Falls Zweifel bestehen, ob ein Treibstoff die vorgeschriebenen Anforderungen erfüllt, gelten die Bestimmungen des Dokuments ASTM D 3244.

*3) Wird die Berechnung des thermischen Wirkungsgrades eines Motors gewünscht, so kann der Heizwert des Treibstoffes nach folgender

Formel berechnet werden:

Spezifische Energie (Heizwert)(netto) in MJ/kg = (46,423 - 8,792d2

+ 3,170d (1-(x + y + s)) + 9,420s - 2,499x.

Dabei bedeuten:

d = die Dichte bei 15 ºC    

x = das Massenverhältnis des Wassers (% geteilt durch 100)

y = das Massenverhältnis der Asche (% geteilt durch 100)

s = das Massenverhältnis des Schwefels (% geteilt durch 100).

*4) Die angegebene Spanne für die Cetanzahl entspricht nicht der Anforderung einer Mindestspanne von 4 R. Bei Streitigkeiten zwischen dem Teibstofflieferanten und dem Verwender können jedoch die Bestimmungen des Dokuments ASTM D 3244 zur Regelung solcher Streitigkeiten herangezogen werden, sofern anstelle von Einzelmessungen Wiederholungsmessungen in ausreichender Anzahl, um die notwendige Genauigkeit zu gewährleisten, vorgenommen werden.

*5) Die angegebenen Zahlen geben die insgesamt verdampften Mengen an (prozentualer zurückgewonnener Anteil plus prozentuale Verlustanteile).

                               Grenzwerte und Einheiten     ASTM-

                                  min.         max.     Verfahren *1)

Aschegehalt                               0,01 Masse-%     D 482

Wassergehalt                              0,05 Masse-%     D 95

                                                           D 1744

Kupferlamellenkorrosion                     1              D 130

Säurezahl (starke Säure)                  0,20 mg KOH/g

Oxidationsbeständigkeit *2)               2,5 mg/100 ml    D 2274

Zusätze *3)

_____________________________________________________________________

*1) Gleichwertige ISO-Verfahren werden übernommen, sobald sie für alle oben angegebenen Eigenschaften veröffentlicht sind.

*2) Auch bei überprüfter Oxidationsbeständigkeit ist die Lagerbeständigkeit wahrscheinlich begrenzt. Es wird empfohlen, sich auf Herstellerempfehlungen hinsichtlich Lagerbedingungen und -beständigkeit zu stützen.

*3) Für diesen Treibstoff dürfen nur natürliche Destillate und Crackkomponenten verwendet werden; eine Entschwefelung ist zulässig, jedoch dürfen keine metallischen Zusätze oder Zusätze zur Zündbeschleunigung enthalten sein.

7.4.3              Motoren für gasförmige oder alkoholische

                   Treibstoffe

                   Die Definition von gasförmigen oder alkoholischen

                   Treibstoffen bleibt vorläufig den Herstellern

                   überlassen. Der Hersteller muß die genaue

                   Zusammensetzung des Treibstoffes angeben. Die

                   Zulassung des Treibstoffes durch die zuständige

                   Behörde bleibt vorbehalten.

7.4.4              Schmierstoffe für 2-Takt-Motoren

                   Die Wahl und Definition des dem Treibstoff nach

                   § 7.4.1 beizumischenden Schmierstoffes bleibt den

                   Herstellern überlassen. Der Hersteller muß die

                   genaue Zusammensetzung des Schmierstoffes angeben.

                   Die Zulassung des Schmierstoffes durch die

                   zuständige Behörde bleibt vorbehalten.

§ 7.5              Atmosphärische Bedingungen im Prüflabor

7.5.1              Der atmosphärische Bezugszustand ist:

                   Temperatur (T0): 298 K (250 ºC    );

                   Druck der trockenen Luft (ps): 99 kPa.

                   Anmerkung: Der Druck der trockenen Luft beruht auf

                   einem Gesamtdruck von 100 kPa und einem

                   Wasserdampfdruck von 1 kPa.

7.5.2              Die absolute Temperatur T in Kelvin (K) der

                   Ansaugluft und der trockene atmosphärische

                   Druck ps (barometrischer Druck minus Dampfdruck)

                   in Kilopascal (kPa) sind zu messen und die

                   Kennzahl F ist mittels folgender Formeln zu

                   berechnen:

7.5.2.1            Saugmotoren und mechanisch aufgeladene Motoren

                            F =  (99)   ( T )   0,7

                                 (--) x (---)

                                 (ps)   (298)

7.5.2.2            Turboladermotoren mit und ohne Ladeluftkühlung

                            F = (99)  0,7  (T)    1,5

                                (--)   x   (---)

                                (ps)        298

7.5.2.3            Eine Abgastypenprüfung ist dann als gültig

                   anzusehen, wenn die Kennzahl F innerhalb

                               0,96 ≤ F ≤ 1,06

                   liegt.

7.5.3              Hinweise

                   Die Prüfungen können in Prüfräumen mit

                   Klimaanlage, in denen der atmosphärische Zustand

                   geregelt werden kann, durchgeführt werden.

§ 7.6              Durchführung der Prüfung

7.6.1              Bei jedem Punkt des Prüfprogrammes muß die

                   vorgeschriebene Drehzahl innerhalb von

                   +/- 50 min-1 und das durch § 2.2.2 definierte

                   Drehmoment innerhalb +/- 2% des jeweiligen Wertes

                   konstant gehalten werden.

                   Die Treibstofftemperatur am Vergaser- oder

                   Pumpeneingang muß 311 +/- 5 K (38 +/- 5 ºC    )

                   betragen; kann der Hersteller diese Temperaturen

                   nicht einhalten, so kann die Prüfstelle andere

                   Temperaturen zulassen. Einspritzpumpe oder

                   Vergaser sind nach Herstellerangaben in der

                   Betriebs- oder Wartungsanleitung einzustellen. Die

                   Prüfstelle kann Abweichungen zulassen.

7.6.2              Die Abgastypenprüfung ist schrittweise wie folgt

                   durchzuführen:

7.6.2.1            die Meßgeräte und Analysatoren sind anzuschließen

                   und in Betrieb zu setzen;

7.6.2.2            das Kühlsystem ist in Betrieb zu setzen;

7.6.2.3            der Motor ist anzulassen und nach § 2.2.4

                   warmzufahren;

7.6.2.4            die Leistung bei der vom Hersteller angegebenen

                   Nenndrehzahl (Nennleistung) nach § 2.6 ist

                   zu messen; die Prüfpunkte sind nach §§ 2.2.2 und

                   2.2.3 zu berechnen und festzulegen. Wenn die

                   gemessene Leistung um mehr als +/- 5% von der

                   Angabe des Herstellers abweicht, ist nach § 2.5

                   die Prüfung abzubrechen;

                   danach ist die maximale Leistung des Motors zu

                   messen. Wenn die maximale Leistung mehr als 110%

                   der vom Hersteller angegebenen Nennleistung

                   beträgt, sind die Prüfpunkte nach § 2.2.2 mit der

                   maximalen Leistung festzulegen (vgl. § 2.6);

                   wenn die maximale Leistung der Nennleistung des

                   Motors entspricht, sind die Meßpunkte 8 und 9 des

                   Prüfprogramms nach § 2.2.3 je mit der gleichen

                   Leistung zu fahren;

7.6.2.5            die Gasanalysatoren sind auf Null einzustellen und

                   zu kalibrieren;

7.6.2.6            die Prüfung nach § 2.2.4 ist zu beginnen. Der

                   Motor ist bei jedem Prüfpunkt sechs Minuten lang

                   zu betreiben. Drehzahl- und Laständerung müssen

                   innerhalb der ersten Minute beendet sein. Das

                   Ansprechen der Analysatoren und der zeitliche

                   Verlauf der durch sie gemessenen Werte sind auf

                   einem Schreiber während der Gesamtdauer der sechs

                   Minuten aufzuzeichnen;

                   dabei muß das Abgas mindestens während der letzten

                   drei Minuten durch die Analysatoren strömen;

7.6.2.7            alle für die Berechnung der Abgasemissionen

                   erforderlichen zusätzlichen Daten, insbesondere

                   der Treibstoffdurchsatz, sind abzulesen und zu

                   protokollieren oder durch Geräte zu registrieren;

7.6.2.8            die Nullpunkt- und Meßbereichseinstellungen der

                   Analysatoren sind mindestens am Ende der Prüfung

                   nach § 7.3.6.6 zu kontrollieren und nötigenfalls

                   neu einzustellen.

§ 7.7              Auswertung der Aufzeichnungen

                   Die letzten 60 Sekunden bei jedem Prüfpunkt der

                   beiden Meßphasen nach § 2.2.4 sind auf dem

                   Meßstreifen zu bestimmen und aus den

                   Aufzeichnungen der mittlere gemessene Wert für HC,

                   CO, NOx und CO2 für diesen Zeitraum zu ermitteln.

                   Die Konzentration dieser Gase ist bei jedem

                   Prüfpunkt aus diesen Mittelwerten der

                   Aufzeichnungen und den entsprechenden

                   Kalibrierungsdaten zu bestimmen.

                   Wenn die gemessenen Konzentrationswerte der Gase

                   in der ersten und zweiten Phase der Prüfung nach

                   § 2.2.4 um mehr als

                       +/- 0,25% Vol CO,

                       +/- 300 ppm C1,

                       +/- 100 ppm NOx

                   gegenüber dem berechneten Mittelwert aus beiden

                   Phasen abweichen, ist die Messung oder

                   nötigenfalls die ganze Prüfung zu wiederholen.

                   Kann nach drei Versuchen diese Bedingung nicht bei

                   allen Meßpunkten eingehalten werden, ist die

                   Abgastypenprüfung abzubrechen.

§ 7.8              Berechnung der Emissionen

7.8.1              Grundsatz und Wichtungsfaktoren

                   Die in der Abgastypenprüfbescheinigung

                   anzugebenden endgültigen Ergebnisse der

                   Abgastypenprüfung sind nach §§ 7.8.2 oder 7.8.3 zu

                   berechnen und dabei die Wichtungsfaktoren (WF)

                   nach § 2.2.3 zu verwenden.

7.8.2              Kohlenstoffbilanz

7.8.2.1            Die Schadstoff-Massendurchsätze werden mit Hilfe

                   der Kohlenstoffbilanz wie folgt ermittelt:

7.8.2.1.1          Die ungemittelten Massenemissionen sind für jeden

                   Meßpunkt der ersten und zweiten Phase nach § 2.2.4

                   mit den folgenden Beziehungen zu berechnen:

                              COconc                Bh

    COmasse = 28  x --------------------------  x  -----

                   (COconc + CO2conc + HCconc     13.85

                             NOxconc                Bh

   NOxmasse = 46  x  -------------------------  x -----

                     (COconc + CO2conc + HCconc    13.85

                             HCconc                 Bh

   HCmasse = 13.85 x  -------------------------- x  -----

                      (COconc + CO2conc + HCconc)    13.85

                   Die Abkürzungen und Formelzeichen folgen aus § 9.

                   Für die Komponenten CO, HC und NO: sind die

                   relativen Molmassen 28, 46 und 13.85 eingesetzt.

                   Bh ist der Treibstoffdurchsatz pro Stunde.

                   Bei den Kohlenwasserstoffen sind die

                   Konzentrationen als C1 zu ermitteln und

                   einzusetzen. Die Stickoxide werden als NO

                   gemessen, bei der Massenberechnung wird jedoch die

                   relative Molmasse von NO2 eingesetzt.

7.8.2.1.2          Aus den Ergebnissen nach § 7.8.2.1.1 sind die

                   Mittelwerte für jeden Meßpunkt des Prüfprogramms

                   nach § 2.2.3 zu bilden. Die Mittelwerte sind mit

                   dem Wichtungsfaktor WF zu multiplizieren. Die

                   gewichteten Mittelwerte für die Meßpunkte 1 bis 8

                   bzw. 9 sind danach zu summieren. Die so

                   errechneten Schadstoff-Massendurchsätze in Gramm

                   pro Stunde bezogen auf das Prüfprogramm nach

                   § 2.2.3 sind auf der Abgastypenprüfbescheinigung

                   einzutragen und dürfen die Grenzwerte nach § 3

                   nicht übersteigen.

                   (Anm.: Formeln nicht authentisch darstellbar, es

                   wird auf die gedruckte Form des BGBl. verwiesen)

7.8.2.2            Für die Berechnung der (leistungsbezogenen)

                   Schadstoffemissionen in g/kWh gilt:

                   (Anm.: Formeln nicht authentisch darstellbar, es

                   wird auf die gedruckte Form des BGBl. verwiesen)

                   Im Meßpunkt 1 (Leerlauf) ist P1 = 0. Die

                   Wichtungsfaktoren haben die Dimension h und können

                   als fiktive Zeitanteile, bezogen auf eine Stunde

                   Gesamtlaufzeit, gedeutet werden.

                   Die errechneten, leistungsbezogenen

                   Schadstoffemissionen in Gramm pro Kilowattstunde

                   sind auf der Abgastypenprüfbescheinigung

                   einzutragen und dürfen die Grenzwerte nach § 3

                   nicht übersteigen.

7.8.3              Zulässige alternative Verfahren zur

                   Schadstoffmassenbestimmung

7.8.3.1            Anstelle der Kohlenstoffbilanz können die

                   anzugebenden endgültigen Prüfergebnisse auch

                   unter Verwendung des gemessenen

                   Kraftstoffverbrauches, des gemessenen

                   Luftdurchsatzes oder des gemessenen

                   Abgasdurchsatzes ermittelt werden. Bei

                   Fremdluftzusatz (zB Lufteinblasung) ist dieser in

                   der Berechnung des Gesamtdurchsatzes zu

                   berücksichtigen.

                   Für die Berechnung des Abgasdurchflusses gilt:

                                GEXH = GAIR + GFUEL             (1)

                   oder

                                V`EXH = VAIR - 0.75 GFUEL       (2)

                   oder

                                V”EXH = VAIR + 0.77 GFUEL      (3)

                   Die Kohlenmonoxid- und Stickoxidkonzentrationen

                   werden im trockenen Abgas gemessen. Aus diesem

                   Grund müssen die CO- und NOx-Emissionen aus dem

                   Volumen des trockenen Abgases V`EXH berechnet

                   werden (bei beheizten HCL-Analysatoren für die

                   NOx-Messung entfällt diese Korrektur). In der

                   Berechnung der HC-Emissionen muß entsprechend dem

                   verwendeten Meßverfahren GEXH oder V”EXH

                   berücksichtigt werden.

7.8.3.2            Falls GEXH verwendet wird, ist die gemessene

                   Kohlenmonoxid- und Stickoxidkonzentration auf

                   feuchten Bezugszustand nach folgenden Gleichungen

                   umzurechnen:

                               COeff = COtrocken x k            (1)

                             NOxeff = NOxtrocken x k            (2)

                                               (GFUEL)

                               k = 1 - 1.85 x  -------

                                                (GAIR)          (3)

                   dabei bedeuten:

                   GFUEL = Treibstoffdurchsatz (kg/s)(kg/h)

                   G tief AIR = Luftdurchsatz trocken (kg/s)(kg/h)

7.8.3.3            Die NOx-Konzentration ist wie folgt zu

                   korrigieren:

                             NOxkorr = NOxgemessen x k          (1)

                                          1

                      k = --------------------------------

                          1 + A(7m - 75) + B x 1.8(T - 302)     (2)

                   dabei bedeuten:

                                         GFUEL

                              A = 0.044  -----  - 0.0038        (3)

                                         GAIR

                                         GFUEL

                          B = - 0.116 x  -----  + 0.0053        (4)

                                         GAIR

                   m = Feuchtigkeit der Ansaugluft in Gramm H2O je

                       Kilogramm trockener Luft;

                   T = Lufttemperatur in K;

                   GFUEL

                   ----- = Treibstoff-Luft-Verhältnis (Luft bei

                   GAIR    trockenem Bezugszustand).

7.8.3.4            Der Massendurchsatz der Schadstoffe ist für jeden

                   Betriebspunkt wie folgt zu berechnen:

                      NOxmasse = 0.001587 x NOxconc x GEXH      (1)

                       COmasse = 0.000966 x COconc  x GEXH      (2)

                       HCmasse = 0.000478 x HCconc  x GEXH      (3)

                   oder

                      NOxmasse = 0.00205 x NOxconc x V`EXH      (1)

                       COmasse = 0.00125 x COHconc x V`EXH      (2)

                       HCmasse = 0.000619 x HCconc x V”EXH     (3)

7.8.3.5            Die Berechnung der auf das Prüfprogramm nach

                   § 2.2.3 bezogenen gewichteten Schadstoff-

                   Massendurchsätze und der leistungsbezogenen

                   Schadstoffemissionen erfolgt sinngemäß nach

                   §§ 7.8.2.1.2 und 7.8.2.2.

§ 8.               Analysesysteme

§ 8.1              Grundsatz

                   Für die Abgastypenprüfung können die nachfolgend

                   beschriebenen zwei Analysesysteme verwendet

                   werden, die auf der Verwendung eines FID-

                   Analysators oder eines HFID-Analysators zur

                   Messung der Kohlenwasserstoffe, eines NDIR-

                   Analysators zur Messung von CO und eines CLA-

                   Analysators zur Messung von NOx beruhen.

                   Das Abgasanalysesystem mit unbeheizter

                   Probeentnahme und einem FID-Analysator zur Messung

                   der Kohlenwasserstoffe darf nur bei Ottomotoren

                   angewendet werden.

§ 8.2              Zusätzliche Analysatoren

                   - NDIR-Analysator zur Messung des Kohlendioxids

                     (für die Berechnung des Abgasdurchsatzes nach

                     der Kohlenstoffbilanzmethode oder

                     Leerlaufmessung bei Ottomotoren)

                   - NDIR-Analysator für die Messung der

                     Kohlenwasserstoffe, Eineichung mit Hexan in

                     Stickstoff oder mit Korrekturfaktor mit Propan

                     in Stickstoff (Leerlaufmessung bei Ottomotoren)

                   Für die Leerlaufmessung bei Ottomotoren können

                   auch von dieser Anlage unabhängige Meßgeräte mit

                   nationaler Zulassung verwendet werden.

§ 8.3              Diagramm des Abgasanalysesystems mit beheizter

                   Probeentnahme und HFID-Analysator

                   (Zulässig für Messungen an Ottomotoren und

                   Dieselmotoren)

                   (Anm.: das Diagramm ist nicht darstellbar, es

                   wird auf die gedruckte Form des BGBl. verwiesen)

§ 8.4              Diagramm des Analysesystems mit unbeheizter

                   Probeentnahme und FID-Analysator

                   (Nur zulässig für Messungen an Ottomotoren)

                   (Anm.: das Diagramm ist nicht darstellbar, es

                   wird auf die gedruckte Form des BGBl. verwiesen)

§ 8.5              Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen und

                   Begriffe in § 8

                   SP               Probesonde nach § 4.3.

                   HSL              Beheizte Probeentnahmeleitung

                                    nach § 7.3.2.1.

                   F1               Beheizter Vorfilter sofern

                                    erforderlich; die Temperatur muß

                                    die gleiche wie bei der HSL sein.

                   T1               Temperaturmeßgeber des

                                    Probenstroms, der in die

                                    Aufheizkammer eintritt.

                   V1               Ventil zur wahlweisen

                                    Einleitung entnommener

                                    Auspuffgase, Kalibriergase, Luft-

                                    oder Bereichsgase in den

                                    Kreislauf. Das Ventil muß sich in

                                    der Aufheizkammer befinden oder

                                    bis zur Temperatur der

                                    Entnahmeleitung aufgeheizt

                                    werden.

                   V1, V2           Nadelventil zur Regulierung von

                                    Kalibrier- und Nullgas

                   F2               Filter zur Aussonderung von

                                    Feststoffteilchen; geeignet ist

                                    eine Glasfaserfilterscheibe mit

                                    70 mm Durchmesser. Der Filter muß

                                    leicht zugänglich sein und

                                    täglich oder gegebenenfalls

                                    häufiger gewechselt werden.

                   P1               Beheizte Probeentnahmepumpe

                   G1               Druckmesser zur Messung des

                                    Drucks in der Entnahmeleitung

                   V4               Druckregelventil zur Einstellung

                                    des Drucks in der

                                    Probeentnahmeleitung und des

                                    Durchflusses zum Detektor

                   FID              Beheizter

                                    Flammenionisierungsdetektor für

                                    Kohlenwasserstoffe

                   HFID             Wie FID, jedoch mit beheizter

                                    Probenentnahmeleitung.

                   FL1              Durchflußmesser zur Messung des

                                    By-pass-Durchflusses der

                                    entnommenen Auspuffgase

                   T1, R2           Druckregler für Luft und

                                    Kraftstoff

                   SL               Entnahmeleitung; diese Leitung

                                    muß aus Polytetrafluoräthylen

                                    (PTFE) oder aus rostfreiem Stahl

                                    bestehen.

                   B                Bad zum Abkühlen und Kondensieren

                                    von Wasser aus der Abgasprobe.

                                    Das Bad ist durch Eis oder ein

                                    Kühlsystem auf einer Temperatur

                                    von 273 K bis 277 K (0 ºC    ) zu

                                    halten.

                   C                Kühlspule und -falle zum

                                    Kondensieren und Sammeln von

                                    Wasserdampf; zB gewundene, 2,5 mm

                                    bis 3 mm lange Leitung aus

                                    rostfreiem Stahl, die mit einer

                                    Falle von 25 mm Durchmesser und

                                    150 mm Länge verbunden ist.

                   T2               Temperaturmeßgeber der

                                    Badetemperatur

                   V5, V6           Ablaßhahn zum Ablassen des

                                    Kondensats aus Fallen und Bad

                   V7               Dreiwegventil

                   F3               Filter zur Entfernung

                                    verunreinigender

                                    Feststoffteilchen aus den

                                    entnommenen Auspuffgasen vor der

                                    Analyse; ein Glasfaserfilter von

                                    mindestens 70 mm Durchmesser ist

                                    geeignet.

                   P2               Probeentnahmepumpe

                   V8               Druckregler zur Einstellung des

                                    Probendurchflusses

                   V9, V10,         Dreiwegkugelventile oder

                   V11, V12         Magnetventile zur wahlweisen

                                    Einleitung der entnommenen

                                    Abgase, des Nullgases oder des

                                    Kalibriergases in die

                                    Analysatoren.

                   V13, V14         Nadelventile zur Einstellung des

                                    Durchflusses zu den Analysatoren

                   CO               NDIR-Analysator für Kohlenmonoxid

                   NOx              CLA-Analysator für Stickoxide

                   FL2, FL3, FL4    By-pass-Durchflußmesser

§ 9.               Abkürzungen und Einheiten

                   P      kW        Nicht reduzierte Leistung

                                    gemessen nach ISO 3046

                                    entsprechend dem jeweils gültigen

                                    Stand

                   PVN    kW        Nicht reduzierte Vollastleistung

                                    bei nN

                   PN     kW        Nennleistung nach ISO 3046 oder

                                    DIN 6271 Teil 1 (vgl. § 1.10.8)

                   Pmax   kW        Reduzierte maximale Leistung;

                                    wenn sie 110% der Nennleistung

                                    übersteigt, gilt diese als

                                    Nennleistung.

                   P`max  kW        Nicht reduzierte maximale

                                    Leistung

                   CO      g        Kohlenmonoxid-Emission

                   COconc  ppm      Konzentration von Kohlenmonoxid

                   HC      g        Kohlenwasserstoff-Emission

                   HCconc  ppm      Konzentration von

                                    Kohlenwasserstoffen

                   NOx     g        Stickoxid-Emission

                   NOxconc  ppm     Konzentration von Stickoxiden

                   CO2       g      Kohlendioxid-Emission

                   CO2conc   ppm    Kohlendioxid-Konzentration

                   BSZ              Bosch-Schwärzungs-Zahl

                   conc.   vol-ppm  Volumenkonzentration

                           vol-%

                   masse     g/h    Massendurchsatz der luft- und

                                    wasserverunreinigenden Gase

                   Bh        g/h    Treibstoffverbrauch pro Stunde

                   be      g/kWh    spezifischer Kraftstoffverbrauch

                   WF               Wichtungsfaktor

                   nN      min-1    Nenndrehzahl des Motors (vgl.

                                    § 1.10.9.)

                   nPmax   min-1    Drehzahl bei maximaler Leistung

                   Fw               angezeigte Waagekraft der

                                    Leistungsbremse

                   Ps      mbar     Barometerstand, bezogen auf die

                                    trockene Luft

                   GEXH    kg/h     Massendurchsatz des feuchten

                                    Abgases

                   V`EXH   m3/h     Durchflußrate des

                                    Volumendurchsatzes des trockenen

                                    Abgases

                   V”EXH   m3/h    Durchflußrate des

                                    Volumendurchsatzes des feuchten

                                    Abgases

                   GAIR     kg/h    Massendurchsatz der Ansaugluft

                   VAIR     m3/h    Volumendurchsatz der

                                    Ansaugluft

                   GFUEL    kg/h    Treibstoffdurchsatz

                   FID              Flammenionisations-Detektor

                   HFID             Beheizter Flammenionisations-

                                    Detektor

                   NDIR             Nichtdispersiver

                                    Infrarotabsorptions-Analysator

                   CLA              Chemilumineszenz-Analysator

                   HCLA             Beheizter Chemilumineszenz-

                                    Analysator

                   ISO              International Organisation for

                                    Standardization

                   ECE              Economic Commission for Europe

                                                            Anhang 1

                                                           __________

                                                           (zu § 1.3)

Hauptmerkmale des Motors bzw. der Motorenfamilie und Angaben über die Durchführung der Prüfungen

Paragraph eins,

Beschreibung des Motors:

1.1               Marke............................................

1.2               Typ..............................................

1.3               Treibstoff Benzin/Diesel

1.4               Arbeitsweise: Fremdzündung/Kompressionszündung

                                 Zweitakt/Viertakt

1.5               Motorenart: Außenborder/Innenborder

1.7               Bohrung.................................mm

1.8               Hub.....................................mm

1.9               Hubraum.................................cm3

1.10              Anzahl Zylinder..................................

1.11              Zündreihenfolge..................................

1.12              Verdichtungsverhältnis...........................

1.13              Brennraum (Zeichnung)............................

1.14              Mindestquerschnittsflächen der Ein- und

                   Auslaßkanäle.....................................

1.15              Weitere Angaben..................................

§ 2. Kühlsystem

2.1               Flüssigkeitskühlung

2.1.1             Mit/ohne getrennten Seewasserkreis

2.1.2             Schemazeichnung des Kühlsystems (Beilage)

2.1.3             Art der Kühlflüssigkeit..........................

2.1.4             Kühlmittelpumpe; Kenndaten, Typ, Drehzahl........

2.1.5             Thermostat: Einstellung..........................

2.1.6             Kühler/ Wärmeaustauscher.........................

                   Zeichnung........................................

2.1.7             Weitere Angaben..................................

2.2               Luftkühlung

2.2.1             Gebläse; Kenndaten, Typ, Drehzahl................

2.2.2             Schemazeichnung des Kühlsystems (Beilage)

2.2.3             Luftführung......................................

2.2.4             Temperaturregulierung............................

2.3               Kühlung des Auspuffsystems und gegebenenfalls

                   des Abgasturboladers; Beschreibung, Zeichnung,

                   Anteil am Kühlmitteldurchsatz

§ 3. Zulässige Temperaturen

3.1               Flüssigkeitskühlung..............................

3.2               Luftkühlung...................Bezugspunkt........

3.3               Kühler/Wärmetauscher.............................

3.4               Abgastemperaturen nach Auslaßorgan...............

3.5               Treibstofftemperatur min.:.......max.:...........

3.6               Schmiermittel....................................

§ 4. Verschiedene Einrichtungen

4.1               Aufladung ja/nein

4.2               Beschreibung/Typ.................................

4.3               Ölkühler ja/nein

4.4               Beschreibung.....................................

§ 5. Ansaugsystem

5.1               Ansaugkrümmer/Leitungen..........................

                   Beschreibung.....................................

5.2               Luftfilter; Marke, Typ...........................

5.3               Ansauggeräuschdämpfer............................

§ 6. Aufladung, Ladeluftrückkühlung

6.1               Beschreibung des Systems, Schemazeichnungen......

6.2               Art der Aufladung................................

6.3               Lader; Marke, Typ................................

6.3               Ergänzende Angaben...............................

§ 7. Kraftstoffsystem

7.1               Kraftstoffsystem; Beschreibung und Schema des

                   Gesamtsystems einschließlich Zusatzeinrichtungen

7.2               Kraftstoffpumpe..................................

7.3               Kraftstoffilter..................................

7.4               Druck.................oder Kennlinie.............

7.5               Einspritzanlage; Beschreibung des Systems,

                   Schemazeichnung, Arbeitsweise:

                   - Einspritzung in den Ansaugkrümmer

                   - Einspritzung in Vorkammer

                   - Einspritzung in Wirbelkammer

                   - Einspritzung in Hauptbrennraum

7.5.1             Einspritzpumpe...................................

7.5.2             Einspritzpumpe; Marke, Typ.......................

7.5.3             Einspritzmenge bei Vollast/Drehzahl..............

7.5.4             Einspritzzeitpunkt

7.5.5             Verstellkurve des Spritzverstellers..............

7.5.6             Abregeldrehzahl: unter Last......................

                                    ohne Last.......................

7.5.7             Einspritzleitungen; Beschreibung, Länge,

                   Durchmesser......................................

7.5.8             Einspritzdüsen; Marke, Typ.......................

7.5.9             Öffnungsdruck oder Kennlinie.....................

7.5.10            Regler; Marke, Typ...............................

7.5.11            Leerlaufdrehzahl.................................

7.5.12            Kaltstarteinrichtung.............................

7.6               Vergaser

7.6.1             Marke, Typ, Zahl.................................

7.6.2             Einstellelemente:

                   Düsen............................................

                   Lufttrichter.....................................

                   Füllstand in der Schwimmerkammer.................

                   Gewicht (Masse) des Schwimmers...................

7.6.3             Leerlaufsystem...................................

7.6.4             Leerlaufdrehzahl.................................

7.6.5             Hauptdüse(n).....................................

7.6.6             Durchmesser der engsten Stelle oder kleinster

                   Querschnitt zusätzlicher Drosseln................

7.6.7             Kaltstarteinrichtung.............................

7.6.8             Benzin-/ Luftverhältnis (Kennlinie)..............

§ 8.               Zündung (nur für Ottomotoren)

8.1               Art des Zündsystems; Beschreibung,

                   Schemazeichnung..................................

8.2               Zündverteiler; Beschreibung, Marke, Typ..........

8.3               Unterbrecher / Schließwinkel.....................

8.4               Zündzeitpunkt....................................

8.5               Zündverstellung (Kennlinie)......................

8.6               Zündkerzen; Marke, Typ...........................

8.7               Elektrodenabstand................................

8.8               Zündspannung.....................................

8.9               Betriebsspannung (Primärstromkreis)..............

8.10              Zündspule; Marke, Typ............................

§ 9. Ventile - Gaswechsel

9.1               Ventile

9.1.1             Ventilhübe; Öffnungs- und Schließwinkel..........

9.1.2             Einstellspiel....................................

9.1.3             Weitere Beschreibung.............................

9.2               Steuerschlitze

9.2.1             Schlitzabmessungen, Steuerzeiten.................

9.2.2             Weitere Steuerorgane bei Zweitaktmotoren,

                   Beschreibung.....................................

§ 10. Auspuffanlage

10.1               Auspuffkrümmer, Beschreibung.....................

10.2               Zulässiger Gegendruck (Kennlinie)................

10.3               Einzuhaltende technische Bedingungen beim Einbau

                   in Fahrzeuge.....................................

10.4               Besondere Einrichtungen (wie Portliner,

                   Lufteinblasung)..................................

10.5               Abgasentnahmesonden; Lage, Anordnung, Beschreibung

                   (Schemazeichnung)................................

10.6               Weitere Angaben..................................

§ 11. Besondere Emissionskontrollsysteme

11.1               Beschreibung allgemein...........................

11.2               Kurbelgehäuseentlüftung..........................

§ 12. Schmiersystem

12.1               Beschreibung des Systems.........................

12.2               Schmiermittelbehälter............................

12.3               Schmiermittelzuführung...........................

12.4               Füllmengen.......................................

12.5               Schmierölqualität................................

12.6               Weitere Angaben..................................

12.7               Gemischschmierung für Zweitaktmotoren............

12.7.1             Prozentualer Schmierölanteil.....................

12.7.2             Vorgeschriebene oder empfohlene Ölqualität.......

12.7.3             Kennlinie der Dosierpumpe........................

§ 13. Elektrische Anlage

13.1               Betriebsspannung.................................

13.2               Lichtmaschine / Alternator.......................

13.3               Regler...........................................

13.4               Anlasser.........................................

13.5               Weitere Angaben..................................

§ 14. Kraftübertragung

14.1               Schwungrad; Beschreibung.........................

                   Trägheitsmoment..................................

14.2               Kupplung; Beschreibung...........................

                   Trägheitsmoment..................................

14.3               Getriebe; Beschreibung...........................

                   Trägheitsmoment (Leerlaufstellung)...............

14.4               Übertragung auf Propeller; Beschreibung..........

14.5               Propeller; allgemeine Angaben....................

                   Anzahl Blätter...................................

                   Durchmesser......................................

                   Steigung.........................................

§ 15. Zusätzliche Angaben

15.1               Schmiermittel; Marke.............................

15.2               Typ und Viscosität...............................

15.3               Weitere Angaben..................................

§ 16. Motordaten

                   Die unten aufgeführten Leistungsdaten beziehen

                   sich auf die reduzierte Leistung nach

                   ISO 3046/1-1986 oder DIN 6271, Teil 1. Für die

                   Einstellung der Bremsbelastung nach der

                   Propellerkurve (16.7) sind sie auf effektive

                   Leistung entsprechend der momentanen

                   Umgebungsbedingungen umzurechnen.

16.1               Leerlauf-Drehzahl................................

16.2               Nenndrehzahl.....................................

16.3               Nennleistung.....................................

16.4               Drehzahl bei maximaler Leistung..................

16.5               Maximale Leistung................................

16.6               Abregeldrehzahl (Dieselmotor)....................

16.7               Propellerkurve (Soll)

                                  Drehzahl                Leistung

                   Meßpunkt        l/min                     kW

                   1  Leerlauf    ..................        entfällt

                   2  0.4 nN      ..................    ............

                   3  0.5 nN      ..................    ............

                   4  0.6 nN      ..................    ............

                   5  0.7 nN      ..................    ............

                   6  0.8 nN      ..................    ............

                   7  0.9 nN      ..................    ............

                   8  nN          ..................    ............

                   9  npmax       ..................    ............

§ 17. Abgasentnahmesonden und Meßanschlüsse

17.1               Abgasentnahmesonden..............................

17.2               Anschlüsse für Drehzahlmessung...................

§ 18. Zusammenstellung der Beilagen zum Antrag auf Erteilung einer

      Abgastypenprüfbescheinigung

                                               Anhang 2

                              _______________________________________

                              (zu Art. 13.11a Abs. 4 BSO, zu § 2.1.2)

      Messung der Abgastrübung (Rauch) mit der Filtermethode

§ 1.               Einleitung

                   Dieser Anhang beschreibt die erforderlichen

                   Einrichtungen und das Verfahren für die

                   Rauchmessung an Selbstzündungsmotoren

                   (Dieselmotoren) bei der Abgastypenprüfung (nach

                   § 2.1.2).

§ 2.               Meßprinzip

                   Die Messung wird bei Vollast im Betriebspunkt der

                   max. Leistung (Meßpunkt 8 oder 9 gemäß § 2.2.3)

                   durchgeführt. Die Messung ist mit einem Meßgerät

                   nach dem Filterprinzip auszuführen. Das

                   Meßergebnis ist als Bosch-Schwärzungszahl (BSZ)

                   auszudrücken (Skalenwert: 0-10 BSZ).

§ 3.               Prüfmotor

                   Die Rauchmessung ist an dem für die

                   Abgastypenprüfung ausgewählten Motor während oder

                   unmittelbar nach der Abgasmessung durchzuführen.

                   Dabei ist die Motorausrüstung und -einstellung

                   unverändert zu belassen. Die vorgeschriebenen

                   Betriebsbedingungen sind auch für die Rauchmessung

                   einzuhalten. Der Motor ist mit dem

                   Referenztreibstoff (Diesel) nach § 7.4.2 zu

                   betreiben.

§ 4.               Prüfeinrichtungen

§ 4.1              Motorenprüfstand und zugehörige Meßgeräte

                   Diese haben den Vorschriften nach § 7.3.1 zu

                   entsprechen.

§ 4.2              Filter-Rauchmeßgeräte

                   Es sind national zugelassene Rauchmeßgeräte zu

                   verwenden, die eine Anzeige des Rauchwertes in

                   Bosch-Schwärzungszahlen (BSZ) ermöglichen und mit

                   dem Basistyp korrelieren.

                   Basistyp: BOSCH-Filterpumpe EFAW 65A, Pumpeninhalt

                             330 cm3, Filterfläche 8 cm2,

                             (Durchschnitt 32 mm), Saugzeit ca. 2s

                             angeschlossen an eine BOSCH-Sonde mit

                             Schlauch, Innen-Durchschnitt 4 mm,

                             Länge 700 mm;

                   sowie:    BOSCH-Auswertegerät EFAW 68A mit

                             zugehörigem Fotoelementadapter für

                             definierte Filterrondellen.

§ 4.3              Sonden

                   Es sind die vom Gerätehersteller gelieferten

                   Sonden für den Einbau in das Auspuffrohr oder

                   für die Probenahme am Endstück zu verwenden und

                   nach dessen Vorschriften einzubauen. Es muß

                   sichergestellt sein, daß dabei keine Verdünnung

                   der Probenahme erfolgen kann.

                   Die in §§ 4.3.1 und 4.3.2 beschriebenen

                   Abgasentnahmesonden können für die Rauchmessung

                   verwendet werden, sofern deren Ausführung und Lage

                   die Messung nicht beeinflußt.

                   Sind mehrere Auspuffenden vorhanden, so sind

                   entweder die Ausgänge zu einem gemeinsamen Rohr

                   zusammenzuschließen oder die Messung in jedem von

                   ihnen durchzuführen.

§ 5.               Durchführung der Messung

§ 5.1             Vorbereitung

5.1.1             Die Versuchskonditionen im Prüfraum richten sich

                   nach § 7.5.

5.1.2             Das Rauchmeßgerät ist auf Leckfreiheit zu prüfen,

                   das Auswertegerät nach den Angaben des

                   Geräteherstellers zu kalibrieren.

5.1.3             Der Motor ist auf die vorgeschriebene

                   Betriebstemperatur zu bringen und der Vollastpunkt

                   auf dem Motorprüfstand einzustellen.

§ 5.2             Messung

5.2.1             Während der Rauchmessung sind gleichzeitig die

                   Motordrehzahl und die Leistung aufzunehmen.

5.2.2             Die Rauchwertbestimmung ist so oft zu wiederholen,

                   bis zwei aufeinanderfolgende Ergebnisse nicht um

                   mehr als 0,5 BSZ voneinander abweichen. Maßgebend

                   für die Auswertung ist das Mittel dieser beiden

                   Einzelergebnisse.

§ 5.3             Auswertung

                   Das gemittelte Prüfergebnis ist auf zwei

                   signifikante Ziffern zu runden (ISO 31/0,

                   Anhang B2 Regel B) und mit den Grenzwerten nach

                   §§ 3.2.3 bzw. 3.3.3 zu vergleichen.

                                                            Anhang 3

                                                           __________

                                                           (zu § 1.6)

Prüfnummer für die Abgastypenprüfbescheinigung

Die Prüfnummer der Abgastypenprüfbescheinigung setzt sich zusammen:

Anmerkung, Die graphische Tabelle ist nicht darstellbar, es wird auf die gedruckte Form des Bundesgesetzblatt hingewiesen.)

§ 1.               Prüfzeichen:

                   Land                              Prüfzeichen

                   Bundesrepublik Deutschland            M 1

                   Österreich                            M 12

                   Schweiz                               M 14

                   andere Länder                         M ...

§ 2.               Technische Prüfstellen

                   Zweistellige Nummern, welche durch die zuständigen

                   Behörden der Länder vergeben werden.

§ 3.               Motorenart (§ 1.2.1)

                   1  = Innenbord-Ottomotor (Motor mit Fremdzündung)

                   2  = Außenbord-Ottomotor (Motor mit Fremdzündung)

                   3  = Innenbord-Dieselmotor (Motor mit

                        Selbstzündung)

                   4  = Außenbord-Dieselmotor (Motor mit

                        Selbstzündung)

§ 4.               Laufnummer

                   Zweistellige Laufnummer, welche durch die

                   zuständige Behörde vergeben wird.

Beispiel für die Darstellung

           M01 10 3 90 01

                                                          Anhang 4

                                                      --------------

                                                        (zu § 1.5)

Anmerkung, Anhang (Formular) nicht darstellbar, es wird auf die gedruckte Form des Bundesgesetzblatt verwiesen)

Schlagworte

Einlaßventil, Einlaßöffnung, Auslaßöffnung, Oxidationskatalysator,

Noteinrichtung, Aufladeeinrichtung, Höchstwert, Drehzahländerung,

Nullpunkteinstellung, Kalibriergas, Kühlfalle, Einlaßkanal,

Öffnungswinkel, Motoreinstellung, Sportzweck, Verbrennungsverfahren,

Wartungsanleitung, Verstärkergerät, Nullbereichspunkt,

Betriebsanleitung, Kohlenmonoxidkonzentration, Benzinverhältnis

Zuletzt aktualisiert am

03.02.2022

Gesetzesnummer

10011484

Dokumentnummer

NOR40057162