Lehrpläne - Ausbildung von Leibeserziehern und Sportlehrern
Bundesgesetzblatt Nr. 529 aus 1992, zuletzt geändert durch Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 286 aus 2004,
Anlage eins /, 3
01.09.2004
31.01.2012
Semesterweise gestaffeltes Inkrafttreten vergleiche Artikel römisch eins, Paragraph 2, Absatz 6,):
1.9.2004 (1. Semester)
1.2.2005 (2. Semester)
Tritt hinsichtlich des 1. Semesters mit Ablauf des 30. September 2011 und hinsichtlich des 2. Semesters mit Ablauf des 31. Jänner 2012 außer Kraft vergleiche Artikel römisch eins, Paragraph 2, Absatz 8,).
Anlage A.3
römisch eins. ALLGEMEINES BILDUNGSZIEL
Der Lehrgang zur Ausbildung von Tennislehrern hat in einem zweisemestrigen Bildungsgang unter Bezugnahme auf Paragraph eins, des Bundesgesetzes über Schulen zur Ausbildung von Leibeserziehern und Sportlehrern zur Aufgabe, die Teilnehmer eingehend mit den erzieherischen und fachlichen Aufgaben eines Tennislehrers vertraut zu machen.
Tennislehrer im Sinne dieser Verordnung ist eine nach den folgenden Bestimmungen ausgebildete und qualifizierte Person, die befähigt ist, sowohl den planmäßigen Aufbau der Grundschule im Tennisunterricht zu gestalten als auch die Betreuung und Unterweisung von Fortgeschrittenen und Leistungssportlern im Tennis durchzuführen.
römisch zwei. STUNDENTAFEL
(Gesamtstundenzahl und Stundenausmaß der einzelnen
Unterrichtsgegenstände. Die Aufteilung der Stunden innerhalb der
einzelnen Semester erfolgt durch den Schulleiter.)
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1. Semester 2. Semester Summe
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A. Pflichtgegenstände
I. Theorie
1. Religion ................... 5 - 5
2. Deutsch .................... - 2,5 2,5
3. Lebende Fremdsprache ....... 5 - 5
4. Betriebskunde und
Kaufmännisches Rechnen ..... - 5 5
5. Sportbiologie (Funktionelle
Anatomie, Physiologie und
Gesundheitserziehung) ...... 7,5 - 7,5
6. Erste Hilfe ................ - 5 5
7. Sportpsychologie und
Lebenskunde ................ - 5 5
8. Allgemeine Pädagogik,
Didaktik und Methodik ...... 2,5 - 2,5
9. Spezielle Methodik und
Didaktik ................... 12,5 - 12,5
10. Allgemeine Bewegungslehre
und Biomechanik ............ 2,5 - 2,5
11. Spezielle Bewegungslehre und
Biomechanik ................ 7,5 7,5 15
12. Allgemeine Trainingslehre .. 7,5 - 7,5
13. Spezielle Trainingslehre ... 7,5 15 22,5
14. Seminar für Fachfragen ..... 5 5 10
15. Spezielle Organisationslehre 7,5 - 7,5
16. Wettkampfbestimmungen und
Regelkunde ................. - 2,5 2,5
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70 47,5 117,5
II. Praxis
17. Allgemeine praktisch –
methodische Übungen ........ 10 7,5 17,5
18. Spezielle praktische Übungen 5 7,5 12,5
19. Spezielle praktisch –
methodische Übungen ........ 25 30 55
20. Massage .................... - 12,5 12,5
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40,0 57,5 97,5
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Summe: 110 105 215
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römisch drei. Unterrichtspraxis
Zwischen dem 1. und dem 2. Semester sind 20 Stunden Praxis bei einem staatlich geprüften Tennislehrer zu erbringen.
römisch drei. ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN UND DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE
Im Unterricht ist in allen Gegenständen, besonders in den theoretischen Fächern, auf die spätere Tätigkeit des Tennislehrers Bedacht zu nehmen. Der Lehrstoff ist sportbezogen darzubieten, wobei die Verwendung von Anschauungsmaterial wie Filmen, Demonstrationen usw. zum besseren Verständnis des Gebotenen und zur leichteren Anwendung in der Praxis beitragen soll. Fächerübergreifender Unterricht ist anzustreben und auf Querverbindungen zwischen einzelnen Gegenständen ist hinzuweisen.
römisch vier. LEHRPLÄNE FÜR DEN RELIGIONSUNTERRICHT
(Bekanntmachung gemäß Paragraph 2, Absatz 2, des Religionsunterrichtsgesetzes)
Der Lehrplan für den Religionsunterricht im Lehrgang zur Ausbildung von Sportlehrern (Anlage A.1 Abschnitt römisch vier) ist sinngemäß anzuwenden, wobei der Religionslehrer nach pädagogischen und methodischen Gesichtspunkten auszuwählen hat.
Bildungs- und Lehraufgabe:
Siehe Anlage A. 1 Abschnitt römisch vier.
Lehrstoff:
Siehe Anlage A. 1 Abschnitt römisch vier.
Der Lehrstoff ist entsprechend der Ausbildungsdauer zu kürzen und
zu raffen.
2. DEUTSCH
Bildungs- und Lehraufgabe:
Gewandtheit im mündlichen und schriftlichen Ausdruck im Hinblick auf die beruflichen Erfordernisse.
Lehrstoff:
Referate und Präsentationen zu sportrelevanten Themen; Diskussionen; Verhalten bei Interviews.
3. LEBENDE FREMDSPRACHE
Bildungs- und Lehraufgabe:
Verbesserung der Sprachfertigkeit und Einführung in die Sportsprache.
Lehrstoff:
Konversation im Hinblick auf die spätere Unterrichtserteilung; Erweiterung des sportspezifischen Wortschatzes; Übungen zur Verbesserung des Lese- und Hörverständnisses mit Hilfe einfachster Texte bzw. Tonbandaufnahmen aus dem Bereich des Sports; Übersetzen von leichten Sporttexten, Sportreportagen, aktuellen Zeitungsartikeln usw.
Bildungs- und Lehraufgabe:
Wissen um die Organisation und Verwaltung eines Vereines, Betriebes, einer Sportstätte. Wirtschaftliches Denken, Vermitteln mathematischer Kenntnisse, die zur Lösung von Aufgaben im wirtschaftlichen und sportlichen Betrieb erforderlich sind.
Lehrstoff:
Wirtschaftliche Betriebsführung; Versicherungsfragen; Sportmanagement; Sportmarketing; Steuerfragen.
Bildungs- und Lehraufgabe:
Kenntnis des menschlichen Körpers und seiner Funktionen, um das Training nach den biologischen Grundsätzen gestalten zu können. Wissen um die Eigengesetzlichkeit des organischen Lebens und Verständnis für die Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit, damit im Tennislehrberuf darauf Rücksicht genommen werden kann. Wissen um grundsätzliche Fragen der Hygiene. Verstehen der Problematik des Dopings.
Lehrstoff:
Aufbau und Funktion der Zelle; Gewebelehre; Gelenke und Knochenverbindungen; Entstehung einer Bewegung; Muskel und Muskelstoffwechsel; Herzanatomie; Kreislauf; Atmung; Ernährung und Verdauung; Nervensystem; Niere; Harnwege (Anatomie, Physiologie);
Hormonsystem; Doping: Bestimmungen, Arten, Auswirkungen;
Leistungsdiagnostik; Wirkung verschiedener Trainingsbelastungen (übergreifend); Testverfahren und Interpretation; Spezialthemen (Wiederherstellung, Massage, Sauna); Grundlage der Sporthygiene und ihre Anwendung in der Praxis.
6. ERSTE HILFE
Bildungs- und Lehraufgabe:
Vermittlung von Kenntnissen, die notwendig sind, um Erste Hilfe leisten zu können.
Lehrstoff:
Erkennen von Sportverletzungen und lebensbedrohlichen Zuständen (Unterkühlung, Schock, Hitzschlag, Sonnenstich usw. ) sowie die richtige Versorgung mit besonderer Berücksichtigung der Herzmassage und Atemspende; praktische Durchführung von Maßnahmen in der Ersten Hilfe; Verbandslehre; Versorgung sportspezifischer Verletzungen.
Bildungs- und Lehraufgabe:
Einführung in die psychologischen Grundbegriffe aus dem Bereich der Verhaltens-, Lern- und Entwicklungspsychologie. Übertragung auf das Gebiet des sportlichen Trainings und der einzelnen Trainingsphasen. Wissen um eine sinnvolle Lebensgestaltung.
Lehrstoff:
Gruppendynamik und Führungsverhalten; psychoregulative Maßnahmen (Stress, Angst, Aggression); Konfliktlösung und Gesprächsführung.
Bildungs- und Lehraufgabe:
Verstehen der Grundsätze der Didaktik und Methodik des Sports sowie Wissen um die Erkenntnisse zur kritischen Wertbestimmung des Sports und einer sinnvollen und zielführenden Trainingsgestaltung.
Lehrstoff:
Methoden des Unterrichts; Führungsstile, Schulungsmethoden für verschiedene leistungsbestimmende Faktoren.
Bildungs- und Lehraufgabe:
Vermittlung der Grundsätze der Lehrmethode.
Lehrstoff:
Unterrichtsplanung; Organisation des Gruppenunterrichts; Aufstellungs- und Betriebsformen im Gruppenunterricht (Schule und Verein); Tennis im Seniorenalter; Tennisvariationen (Beach-, Snow- und Streettennis).
Bildungs- und Lehraufgabe:
Verstehen von allgemeinen Bewegungsabläufen sowie ihre kritische Beurteilung. Wissen um die spartenspezifischen Bewegungen und deren Beeinflussung sowie ihre kritische Beurteilung im Hinblick auf ein erfolgreiches Wirken im Tennissport.
Lehrstoff:
Allgemeine Gesetze und Prinzipien der Sportmotorik; sportmotorische Grundeigenschaften und komplexe sportmotorische Eigenschaften sowie deren Beurteilung aus der Sicht der Bewegungslehre; Bewegungseigenschaften; Einführung in die Biomechanik sportlicher Bewegungen; Bewegungsanalysen; Testverfahren.
Bildungs- und Lehraufgabe:
Vermittlung der Bewegungslehre der Grund- und Spezialschläge.
Lehrstoff:
Bewegungsmöglichkeiten in den Gelenken und Gelenkbeanspruchungen bei den einzelnen Schlag- und Bewegungstechniken;
Variationsmöglichkeiten innerhalb der einzelnen Schlagtechniken;
Möglichkeiten der Schlagoptimierung (Ansatzpunkte und Methoden).
Schlaganalyse; Funktionsanalyse; Bewegungsanalyse; Korrekturmethoden; Schlaganalysen im Leistungstraining anhand von Fallbeispielen; Bewegungsstruktur im Leistungstraining anhand von Fallbeispielen.
Bildungs- und Lehraufgabe:
Erreichen der Fähigkeit, selbständig ein wirksames und sachgemäßes Training vorzubereiten und durchzuführen.
Lehrstoff:
Faktoren der sportlichen Leistungsfähigkeit; Setzen von Trainingsreizen - Belastungsmerkmale; Anpassungsvermögen; Trainingsbelastungsmethoden; Trainingsgrundsätze; allgemeine und spezielle Trainingsmittel; Planung und Kontrolle des Trainings (Trainingsbuch, Trainingsplan, Tests usw.); Belastungsfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen.
Bildungs- und Lehraufgabe:
Vermittlung des Grund- und Spezialwissens über Leistungsentwicklung; Trainings- und Wettkampfplanung. Trainingsinhalte der Trainingsabschnitte und Trainingsmethoden.
Lehrstoff:
Aufbau des Modelltrainings; das Drilltraining; Schlagoptimierung; taktisches Spezialwissen anhand von Modellsituationen; Einführung ins Coaching; tennisspezifisches Konditionstraining im Nachwuchsbereich; tennisspezifische Konditionstests.
Spezielle leistungsbestimmende psychische Faktoren; Methoden des mentalen Trainings; Trainings- und Wettkampfplanung; Trainings- und Wettkampfaufzeichnungen (Trainingsbuch); Wettkampftraining für Leistungsspieler in Vereinen; Kinder- und Jugendtraining.
Bildungs- und Lehraufgabe:
Verarbeitung von aktuellen und spartenspezifischen Themen als Vorbereitung auf die Unterrichtstätigkeit.
Lehrstoff:
Bildungs- und Lehraufgabe:
Vermittlung des Wissens über grundlegende und effiziente Organisationsformen in modernen Vereinen und Tennisschulen unter Berücksichtigung der verschiedensten Wirkungsebenen.
Lehrstoff:
Moderne Vereinsarbeit; Kinder- und Jugendarbeit in Vereinen; Tennisschulen und Tenniscamps; Systeme zur Abwicklung von Turnieren auf Vereinsebene und im Campbetrieb; Ranglistensysteme.
Marketing und Sponsoring; Zusammenarbeit Tennisschule-Verein-Schule; Tennislehrer im Tourismus; Tennislehrer im Breitensport.
Bildungs- und Lehraufgabe:
Vermittlung der aktuellen Regelkunde und Wettspielordnung.
Lehrstoff:
Tennisregeln und Wettspielordnung.
Bildungs- und Lehraufgabe:
Einführung in die diversen Formen der allgemeinen und speziellen Konditionsschulung.
Lehrstoff:
Schulung von bestimmten Konditionselementen; Schaffung bestimmter psycho-physischer Voraussetzungen.
Konditionsschulung im Bereich der leistungsbestimmenden konditionellen Belastungskomponenten für den Tennissport; tennisspezifische sportmotorische Tests.
Bildungs- und Lehraufgabe:
Verbesserung der Demonstrationsfähigkeit und Schlagsicherheit (Tests).
Lehrstoff:
Funktionstests (Aufschlag, Vorhand Topspin, Rückhand Slice, Vorhand und Rückhand Volley); Fähigkeit, alle geschnittenen Schläge und Spezialschläge zu demonstrieren.
Bildungs- und Lehraufgabe:
Vermittlung des praktisch-methodischen Grund- und Spezialwissens im Anfänger-, Fortgeschrittenen- und Hochleistungstraining.
Lehrstoff:
Trainerbeurteilungen; Einsatz von methodischen Hilfsmitteln; das Zuspiel; Bewegungsanalysen. Leistungstraining: Methoden der Schlagoptimierung; Methoden und Belastungen im Drilltraining;
Steigerung der Trainingsanforderungen anhand einer Trainingstabelle (Systematik); Aufbau des Modelltrainings anhand der 6 Grundmodelle;
tennisspezifisches Schnelligkeits- und Schnellkrafttraining (praktische Beispiele); tennisspezifisches Schnelligkeitsausdauertraining (praktische Beispiele);
tennisspezifisches Gewandtheitstraining; tennisspezifisches Ausdauertraining; taktisches Training; Einführung ins Coaching;
Funktionsanalysen (anhand einer Tabelle) und Bewegungsanalysen (Videoanalysen); Matchanalysen.
20. MASSAGE
Bildungs- und Lehraufgabe:
Vermittlung von theoretischen und praktischen Kenntnissen zur Durchführung der Massage.
Lehrstoff:
Theoretische Einführung in die Grundbegriffe (Wirkungsmechanismus, Verbote, Mittel usw.); Vertrautmachen mit den einzelnen Massagegriffen; Erlernen der Ganzmassage durch Aneinanderreihen der Griffe; Kurzmassage; Teilmassage; Selbstmassage; regenerative Maßnahmen.