Kurztitel

Einkommensteuergesetz 1988

Kundmachungsorgan

Bundesgesetzblatt Nr. 400 aus 1988, zuletzt geändert durch Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 80 aus 2003,

Paragraph/Artikel/Anlage

Paragraph 102,

Inkrafttretensdatum

27.08.2003

Außerkrafttretensdatum

30.12.2004

Text

Veranlagung beschränkt Steuerpflichtiger

Paragraph 102, (1) Zur Einkommensteuer sind zu veranlagen:

  1. Ziffer eins
    Einkünfte eines beschränkt Steuerpflichtigen, von denen kein Steuerabzug vom Arbeitslohn, vom Kapitalertrag oder nach den Paragraphen 99 bis 101 vorzunehmen ist.
  2. Ziffer 2
    Steuerabzugspflichtige Einkünfte eines beschränkt Steuerpflichtigen, die
    • Strichaufzählung
      zu den Betriebseinnahmen eines inländischen Betriebes,
    • Strichaufzählung
      zu den Einkünften aus der Beteiligung an einem Handelsgewerbe als stiller Gesellschafter oder
    • Strichaufzählung
      zu den Gewinnanteilen gemäß Paragraph 99, Absatz eins, Ziffer 2,
    gehören.
  3. Ziffer 3
    Einkünfte, von denen eine Lohnsteuer nach Paragraph 70, Absatz 2, oder eine Abzugsteuer nach Paragraph 99, Absatz eins, Ziffer eins und 6 zu erheben ist, über Antrag des beschränkt Steuerpflichtigen. Dabei dürfen in den Fällen des Paragraph 70, Absatz 2, Ziffer 2, Werbungskosten sowie in den Fällen des Paragraph 99, Absatz eins, Ziffer eins, Betriebsausgaben nicht abgezogen werden, wenn sie ohne Beibringung eines inländischen Besteuerungsnachweises an Personen geleistet wurden, die hiemit der beschränkten Steuerpflicht unterliegen. Der Antrag kann innerhalb von fünf Jahren ab dem Ende des Veranlagungszeitraumes gestellt werden.
Erfolgt eine Veranlagung nach den Ziffer eins bis 3, bleiben jene Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit bei der Veranlagung außer Ansatz, von denen Lohnsteuer im Ausmaß von 20% des vollen Betrages einzubehalten war, sofern nicht ein Antrag auf Veranlagung dieser Einkünfte nach Ziffer 3, gestellt worden ist. Bei der Veranlagung der steuerabzugspflichtigen Einkünfte nach Ziffer 2 und 3 sind die durch Steuerabzug einbehaltenen Beträge anzurechnen.
  1. Absatz 2Bei der Veranlagung beschränkt Steuerpflichtiger gilt folgendes:
    1. Ziffer eins
      Betriebsausgaben (Paragraph 4, Absatz 4,) oder Werbungskosten (Paragraph 16,) dürfen nur insoweit berücksichtigt werden, als sie mit diesen Einkünften in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen.
    2. Ziffer 2
      Sonderausgaben (Paragraph 18,) sind abzugsfähig, wenn sie sich auf das Inland beziehen. Soweit Sonderausgaben bereits nach Paragraph 70, Absatz 2 und 3 berücksichtigt wurden und ein Antrag im Sinne des Absatz eins, Ziffer 3, gestellt wird, sind sie bei der Veranlagung anzusetzen. Der Verlustabzug (Paragraph 18, Absatz 6 und 7) steht nur für Verluste zu, die in inländischen Betriebsstätten entstanden sind, die der Erzielung von Einkünften im Sinne von Paragraph 2, Absatz 3, Ziffer eins bis 3 dienen. Er kann nur insoweit berücksichtigt werden, als er die nicht der beschränkten Steuerpflicht unterliegenden Einkünfte überstiegen hat.
    3. Ziffer 3
      Die Paragraphen 34,, 35, 38, 41 und 105 sind nicht anwendbar.
  2. Absatz 3Die Einkommensteuer ist bei beschränkt Steuerpflichtigen gemäß Paragraph 33, Absatz eins, zu berechnen; beim Steuerabzug vom Arbeitslohn angesetzte Absetzbeträge sind zu berücksichtigen.
  3. Absatz 4Die Einkommensteuer für Einkünfte, die dem Steuerabzug unterliegen, gilt bei beschränkt Steuerpflichtigen außer in den Fällen des Absatz eins, Ziffer 2 und 3 als durch den Steuerabzug abgegolten. Steuerabzugspflichtige Einkünfte im Sinne des Paragraph 97, Absatz eins und 2 gelten bei natürlichen Personen jedenfalls als durch den Steuerabzug abgegolten.