Kurztitel

Zweite Verordnung gegen forstschädliche Luftverunreinigungen

Kundmachungsorgan

BGBl. Nr. 199/1984

Typ

V

§/Artikel/Anlage

Anl. 2

Inkrafttretensdatum

01.07.1984

Index

80/02 Forstrecht

Text

Anhang 2

Bei Durchführung von Messungen gemäß § 7 ist wie folgt vorzugehen:

1.

Meßzeitraum

Der Meßzeitraum zur Feststellung und Beurteilung von Immissionen soll ein Jahr nicht überschreiten, wenn innerhalb dieses Zeitraumes keine wesentlichen Veränderungen der Emissionssituation eintreten. Ein kürzerer Zeitraum als ein Jahr ist zulässig, wenn die Immissionen auch in diesem Zeitraum oder nur für diesen (Vegetationszeit) beurteilt werden können oder sollen.

 

2.

Stichprobenmessungen gasförmiger Luftverunreinigungen und Staubniederschlagsmessungen

a)

Meßgebiet

In ebenem Gelände hat das Meßgebiet nach Möglichkeit eine quadratische Fläche um die Emissionsquelle zu umfassen; in Tallagen ist das Meßgebiet dem Verlauf des Tales anzupassen. Im Meßgebiet ist je Quadratkilometer eine Meßstelle einzurichten, für das gebirgige Gelände gilt dies nur nach Maßgabe der Aufschließung. Im gebirgigen Gelände ist überdies auf die Höhenausdehnung dahingehend Bedacht zu nehmen, daß hier in Profilen quer zum Talverlauf eine größere Meßstellendichte anzustreben ist.

b)

Meßplan für Stichprobenmessungen gasförmiger Luftverunreinigungen

Bei Stichprobenmessungen sind die Anzahl der Meßstellen, die Meßzeiten und die Meßorte in einem Meßplan festzulegen, der, unter Berücksichtigung der Topographie und der meteorologischen Ausbreitungsbedingungen, vor Beginn der Messungen aufzustellen ist. Vom Sachverständigen können auch außerhalb des Waldes Meßstellen festgelegt werden, wenn sich auf Grund der im Wald getroffenen Feststellungen die Notwendigkeit dazu ergibt (Kausalitätsherstellung) oder wenn im benachbarten Wald keine für Messungen zugängliche oder brauchbare Meßstelle vorhanden ist. Jede Meßstelle ist innerhalb des Meßzeitraumes mindestens 13mal auszumessen. Die Meßstellen eines Meßgebietes sind während des Meßzeitraumes so anzufahren, daß eine „zeitliche Deckung“ bei den einzelnen Meßstellen erzielt wird. Das Anfahren von Meßstellen in derselben Reihenfolge bei aneinanderfolgenden Meßserien ist nicht zulässig. Kann ein Meßgebiet bei einer Meßserie nur an mehreren Tagen bearbeitet werden, so sind die Meßstellen so in Gruppen zusammenzufassen, daß für jeden Meßtag eine Deckung des Meßgebietes gegeben ist.

c)

Staubmessungen

Für die Staubniederschlagsmessungen ist ein anerkanntes Verfahren, wie das mit dem BERGERHOFF-Gerät, anzuwenden. Bei Staubmessungen gilt für die Festlegung der Anzahl der Meßstellen und der Meßorte sowie für Messungen außerhalb des Waldes lit. b sinngemäß. Die Meßzeiten der Staubmessungen betragen jeweils 28 Tage. Bei der Auswahl der Meßorte zur Erfassung des Staubniederschlages aus Anlagen (Anhang 4) ist besondere Sorgfalt anzuwenden. Erforderlichenfalls ist der Staubniederschlag chemisch zu analysieren.

3.

Dauermessungen gasförmiger Luftverunreinigungen

Als Meßorte für Dauermessungen sind in einem Meßgebiet die Örtlichkeiten mit den höchsten Immissionen vorzusehen. Die Ergebnisse von Dauermessungen einer Meßstelle allein dürfen nicht auf eine größere Fläche umgelegt werden. In Zusammenschau mit den Ergebnissen zeitsynchron abgelaufener Stichprobenmessungen sind aber Rückschlüsse auf die Immissionsverteilung innerhalb eines Zuwehungssektors zulässig, wenn damit die Abgrenzung des Einflußbereiches einzelner oder mehrerer Quellen erleichtert wird.

Zuletzt aktualisiert am

23.03.2017

Gesetzesnummer

10010456

Dokumentnummer

NOR12133363

alte Dokumentnummer

N8198412859L