BUNDESGESETZBLATT
FÜR DIE REPUBLIK ÖSTERREICH

Jahrgang 2024

Ausgegeben am 30. April 2024

Teil I

51. Bundesgesetz:

Änderung des Bundesgesetzes über die Förderung von Handwerkerleistungen

(NR: GP XXVII IA 3988/A S. 259. BR: 11474 AB 11486 S. 966.)

51. Bundesgesetz, mit dem das Bundesgesetz über die Förderung von Handwerkerleistungen geändert wird

Der Nationalrat hat beschlossen:

Das Bundesgesetz über die Förderung von Handwerkerleistungen, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 31 aus 2014,, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 45 aus 2016,, wird wie folgt geändert:

Novellierungsanordnung 1, In Paragraph eins, Absatz eins, lauten Ziffer eins und 2:

  1. Ziffer eins
    die Stärkung der Wirtschaftsleistung der Bauwirtschaft
  2. Ziffer 2
    die Förderung der Beschäftigung in der Bauwirtschaft“

Novellierungsanordnung 2, Paragraph eins, Absatz 3, lautet:

  1. Absatz 3Soweit eine Förderung nach diesem Bundesgesetz gewährt wird, können die zu Grunde liegenden Aufwendungen steuerlich nicht als Betriebsausgaben, Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden.“

Novellierungsanordnung 3, Paragraph 2, Absatz eins und 2 lautet:

  1. Absatz einsGegenstand der Förderung ist die Inanspruchnahme von Arbeitsleistungen für Maßnahmen in Zusammenhang mit der Renovierung, Erhaltung, Modernisierung, Schaffung und Erweiterung von im Inland privat genutztem Wohn- und Lebensbereich. Der Rechtstitel für die Nutzung (beispielsweise Eigentum, Wohnungseigentum, Miteigentum, Miete, Baurecht) ist unbeachtlich.
  2. Absatz 2Leistungserbringer muss ein Unternehmen mit Sitz oder Niederlassung in Österreich sein, das im Zeitraum der Leistungserbringung über eine zur Erbringung der Leistungen gemäß Paragraph 2, Absatz eins, erforderliche Berechtigung zur Ausübung des (reglementierten) Gewerbes aufrecht verfügt.“

Novellierungsanordnung 4, Paragraph 2, Absatz 3 bis 7 lautet:

  1. Absatz 3Gefördert werden nur Kosten für die reine Arbeitsleistung. Insbesondere sind Fahrtkosten, Materialkosten, Kosten für Waren sowie Kosten der Entsorgung nicht Gegenstand der Förderung.
  2. Absatz 4Über die Erbringung der Maßnahmen muss der Förderungswerber (Paragraph 3,) eine Schlussrechnung im Sinne des Paragraph 11, des Umsatzsteuergesetzes 1994, Bundesgesetzblatt Nr. 663 aus 1994,, vorlegen. In dieser Schlussrechnung müssen die Kosten für die reine Arbeitsleistung gesondert ausgewiesen sein. Zusätzliche Rechnungsanforderungen sind in den Richtlinien gemäß Paragraph 8, näher auszugestalten.
  3. Absatz 5Der Förderungswerber muss nachweisen, dass die Zahlung auf das Konto des Leistungserbringers (Absatz 2,) erfolgt ist.
  4. Absatz 6Für die geförderte Arbeitsleistung dürfen keine weiteren Zuschüsse, Steuerbegünstigungen oder sonstige Förderungen in Anspruch genommen werden.
  5. Absatz 7Die Maßnahmen müssen nach dem 1. März 2024 begonnen und vor dem 31. Dezember 2025 abgeschlossen werden.“

Novellierungsanordnung 5, Paragraph 3, Absatz eins, lautet:

  1. Absatz einsFörderungswerber kann nur eine natürliche Person sein.“

Novellierungsanordnung 6, Paragraph 3, Absatz 2, entfällt.

Novellierungsanordnung 7, In Paragraph 3, erhält Absatz 3, die Absatzbezeichnung „(2)“.

Novellierungsanordnung 8, Paragraph 4, samt Überschrift lautet:

„Förderungsausmaß

Paragraph 4,

Die Höhe der Förderung ist in den Richtlinien gemäß Paragraph 8, mit einem Fördersatz von 20% der förderbaren Kosten festzulegen, wenn die förderbaren Kosten je Schlussrechnung mindestens 250 Euro (ohne Umsatzsteuer) betragen. Die Höchstgrenze der förderbaren Kosten pro Förderungswerber, Wohneinheit und Kalenderjahr beträgt für im Jahr 2024 durchgeführte Maßnahmen 10 000 Euro (ohne Umsatzsteuer), für im Jahr 2025 durchgeführte Maßnahmen 7 500 Euro (ohne Umsatzsteuer). Pro Kalenderjahr und Förderwerber kann maximal ein Förderantrag gestellt werden.“

Novellierungsanordnung 9, Paragraph 5, lautet:

Paragraph 5,

Der Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft kann Förderungen (einschließlich Verwaltungskosten) nach diesem Bundesgesetz im Gesamtausmaß von höchstens 300 Millionen Euro für die Jahre 2024 und 2025 gewähren. “

Novellierungsanordnung 10, Paragraph 6, Absatz eins, lautet:

  1. Absatz einsMit der Abwicklung der Förderungen nach diesem Bundesgesetz wird die Buchhaltungsagentur des Bundes als Abwicklungsstelle festgelegt.“

Novellierungsanordnung 10a, In Paragraph 6, Absatz 2, wird folgender 1. Satz eingefügt:

„Der Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft wird ermächtigt, einen Vertrag über die inhaltliche Ausgestaltung der Abwicklung mit der Abwicklungsstelle abzuschließen.“

Novellierungsanordnung 11, Paragraph 6, Absatz 2, Ziffer 2, lautet:

  1. Ziffer 2
    den Abschluss der Verträge im Namen und auf Rechnung des Bundesministers für Arbeit und Wirtschaft mit den Förderungswerbern, die Abrechnung und die Auszahlung der Förderungsmittel sowie die Kontrolle der Einhaltung der Förderungsbedingungen“

Novellierungsanordnung 12, In Paragraph 6, Absatz 2, wird nach Ziffer 3, folgende Ziffer 4, eingefügt:

  1. Ziffer 4
    das Entgelt der Abwicklungsstelle“

Novellierungsanordnung 13, In Paragraph 6, Absatz 2, werden Ziffer 4 bis 7 durch folgende Ziffer 5 bis 8 ersetzt:

  1. Ziffer 5
    die Vorlage eines geprüften Rechnungsabschlusses an den Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft
  2. Ziffer 6
    die Vorlage von Tätigkeitsberichten an den Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft
  3. Ziffer 7
    die Vertragsauflösungsgründe
  4. Ziffer 8
    den Gerichtsstand.“

Novellierungsanordnung 13a, Paragraph 6, Absatz 3, lautet:

  1. Absatz 3Die Geschäfte sind mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmannes zu führen. Für die Abwicklung der Förderung ist gesondert Buch zu führen.“

Novellierungsanordnung 14, Paragraph 6, Absatz 4 bis 6 lautet:

  1. Absatz 4Dem Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft ist jederzeit Einsicht insbesondere in die Förderungsansuchen und in die deren Abwicklung betreffenden Unterlagen zu gewähren.
  2. Absatz 5Dem Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft sind von der Abwicklungsstelle Auskünfte über Förderungsansuchen und deren Abwicklung zu erteilen und auf Verlangen entsprechende Berichte zu übermitteln.
  3. Absatz 6Die Abwicklungsstelle unterliegt hinsichtlich ihrer Tätigkeit nach diesem Gesetz der Kontrolle durch den Rechnungshof.“

Novellierungsanordnung 15, Paragraph 6, Absatz 8, entfällt.

Novellierungsanordnung 16, Paragraph 7, Absatz eins, lautet:

  1. Absatz einsFörderungsansuchen sind unter Anschluss der erforderlichen Unterlagen bei der Abwicklungsstelle (Paragraph 6,) einzubringen.“

Novellierungsanordnung 17, Paragraph 7, Absatz 2, entfällt.

Novellierungsanordnung 18, In Paragraph 7, werden Absatz 3 bis 6 durch folgende Absatz 2 bis 5 ersetzt:

  1. Absatz 2Die Förderungsansuchen sind gemäß den jeweiligen Bestimmungen dieses Gesetzes und den Richtlinien von der Abwicklungsstelle zu prüfen.
  2. Absatz 3Nach stattgebender Entscheidung hat die Abwicklungsstelle einen Förderungsvertrag mit dem Förderungswerber abzuschließen.
  3. Absatz 4Bei Ablehnung ist der Förderungswerber von der Abwicklungsstelle unter Angabe der für die Entscheidung maßgeblichen Gründe zu verständigen.
  4. Absatz 5Im Förderungsvertrag gemäß Absatz 3, sind Bedingungen, Auflagen und Vorbehalte aufzunehmen, die insbesondere der Einhaltung der Ziele dieses Bundesgesetzes dienen.“

Novellierungsanordnung 18a, Nach Paragraph 7, Absatz 5, wird folgender Absatz 6, angefügt:

  1. Absatz 6Die in den Verfahren nach diesem Bundesgesetz erforderlichen Schriften und Amtshandlungen sind von den Stempelgebühren und den Bundesverwaltungsabgaben befreit.“

Novellierungsanordnung 19, Paragraph 8, Absatz eins, lautet:

  1. Absatz einsDer Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft hat im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Finanzen Richtlinien für die Durchführung der Förderungen zu erlassen.“

Novellierungsanordnung 20, Dem Paragraph 8, Absatz 2, werden folgende Ziffer 6 und 7 angefügt:

  1. Ziffer 6
    Geltungsdauer,
  2. Ziffer 7
    Evaluierung. “

Novellierungsanordnung 21, Vor Paragraph 9, wird folgender Paragraph 8 a, samt Überschrift eingefügt:

„Datenverarbeitung und -übermittlung zur Abwicklung und Kontrolle der Förderung

Paragraph 8 a,

  1. Absatz einsDer Abwicklungsstelle sind zum Zwecke der Abwicklung und Kontrolle von Förderungen nach diesem Bundesgesetz von den Meldebehörden die erforderlichen Meldeauskünfte unentgeltlich zu erteilen.
  2. Absatz 2Der Bundesminister für Inneres hat der Abwicklungsstelle zur Wahrnehmung der ihr gemäß diesem Bundesgesetz übertragenen Aufgaben einen Zugriff auf die aufrechten Anmeldungen gemäß Paragraph 16 a, Absatz 4, des Meldegesetzes 1991, Bundesgesetzblatt Nr. 9 aus 1992,, unentgeltlich zu ermöglichen.
  3. Absatz 3Der Abwicklungsstelle gemäß Paragraph 6, sind im Zusammenhang mit der Abwicklung und Prüfung der gegenständlichen Förderung die Daten gemäß Abschnitt A bis G der Anlage des Gebäude- und Wohnungsregistergesetzes, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 9 aus 2004,, unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.
  4. Absatz 4Im Zusammenhang mit der Abwicklung und Prüfung der gegenständlichen Förderung ist die Abwicklungsstelle gemäß Paragraph 6, berechtigt, die Anzahl der Dienstnehmer je Unternehmen, welches eine Schlussrechnung über förderfähige Maßnahmen nach diesem Bundesgesetz ausstellt, beim Dachverband der österreichischen Sozialversicherungsträger unentgeltlich abzufragen.
  5. Absatz 5Die Bundesanstalt Statistik Österreich hat der Abwicklungsstelle gemäß Paragraph 6, zur Wahrnehmung der dieser gemäß diesem Bundesgesetz übertragenen Aufgaben einen Online-Zugriff gemäß Paragraph 25, Absatz 6, des Bundesstatistikgesetzes 2000, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 163 aus 1999,, auf das Unternehmensregister gemäß Paragraph 25, des Bundesstatistikgesetzes 2000, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 163 aus 1999,, unentgeltlich einzuräumen.
  6. Absatz 6Die Wirtschaftskammer Österreich hat der Abwicklungsstelle gemäß Paragraph 6, in regelmäßigen Intervallen die Daten von Unternehmen, die förderfähige Leistungen nach diesem Bundesgesetz erbringen können, unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.
  7. Absatz 7Der Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft und die Abwicklungsstelle sind für die Abwicklung der Förderungen gemeinsame Verantwortliche im Sinne des Artikel 26, der Verordnung (EU) 2016/679 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG (Datenschutz-Grundverordnung – DSGVO), ABl. Nr. L 119 vom 4.5.2016 S. 1. Sie sind berechtigt, personenbezogene Daten zu verarbeiten, welche für die Gewährung, Abwicklung und Kontrolle der Förderungen notwendig sind. Hierunter fallen die
    1. Ziffer eins
      personenbezogenen Daten der Antragsteller (insbesondere Name, Anschrift, Geburtsdatum, elektronische Zustelladresse);
    2. Ziffer 2
      personenbezogenen Daten der Dienstleister (insbesondere Name bzw. Firma, Anschrift bzw. Sitz, elektronische Zustelladresse).
  8. Absatz 8Der Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft und die Abwicklungsstelle haben alle Förderdaten zehn Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in welchem die Förderung beantragt wurde, aufzubewahren und anschließend zu löschen.
  9. Absatz 9Der Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft wird ermächtigt, die nähere Ausgestaltung der Überprüfung des Vorliegens der Fördervoraussetzungen sowie weitere zur Kontrolle erforderliche datenschutzrechtliche Bestimmungen (insbesondere allfällige Anpassungen oder Ergänzungen von Daten) durch Aufnahme in die Förderungsrichtlinie gemäß Paragraph 8, festzulegen.“

Novellierungsanordnung 22, Paragraph 11, samt Überschrift lautet:

„Vollziehung

Paragraph 11,

  1. Absatz einsMit der Vollziehung dieses Bundesgesetzes ist der Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft betraut, hinsichtlich Paragraph 8, Absatz eins, der Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Finanzen und hinsichtlich Paragraph 8 a, Absatz 2, der Bundesminister für Inneres.
  2. Absatz 2Der Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft hat über die Vollziehung dieses Bundesgesetzes sowie über die dem Bund daraus erwachsenden Belastungen dem Nationalrat bis spätestens 31. Dezember 2024 zu berichten.“

Van der Bellen

Nehammer