Jahrgang 2022 | Ausgegeben am 27. Juli 2022 | Teil römisch zwei |
296. Verordnung: | Änderung der 1. Tierhaltungsverordnung |
Aufgrund des Paragraph 24, Absatz eins, Ziffer eins, des Tierschutzgesetzes (TSchG), Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 118 aus 2004,, Artikel 2,, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 86 aus 2018,, wird im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus verordnet:
Die 1. Tierhaltungsverordnung, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 485 aus 2004,, zuletzt geändert durch Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 151 aus 2017,, wird wie folgt geändert:
Novellierungsanordnung 1, In Paragraph eins, wird dem Wort „Lamas“ die Wortfolge „und Alpakas“ angefügt.
Novellierungsanordnung 2, In Paragraph 2, Absatz 3 a, wird der Ausdruck „§ 25 Absatz 6, durch den Ausdruck „§ 35 Absatz 6, ersetzt.
Novellierungsanordnung 3, Paragraph 2, Absatz 5, lautet:
Novellierungsanordnung 4, Paragraph 2, Absatz 6, entfällt.
Novellierungsanordnung 5, In Paragraph 3, wird der Punkt am Ende der Ziffer 6, durch das Wort „und“ ersetzt; folgende Ziffer 7, wird angefügt:
„7. die in den Anlagen 1 bis 11 festgelegten Weiterbildungserfordernisse erfüllt werden.“
Novellierungsanordnung 6, Nach Paragraph 6, Absatz 5, wird folgender Absatz 6, angefügt:
Novellierungsanordnung 7, Anlage 1 Punkt 2.11.2. lautet:
Novellierungsanordnung 8, Dem Punkt 2.2. der Anlage 2 wird am Ende folgender Satz angefügt:
„Die Haltung durch Anbindung an den Hörnern ist verboten.“
Novellierungsanordnung 9, Der Anlage 2 wird in Punkt 2.7. folgender Absatz angefügt:
„Die Verwendung anderer mechanischer Hilfsmittel als der manuell benutzten Ketten und Stricke beim Kalben dürfen lediglich unter außergewöhnlichen Umständen und nur unter der Bedingung verwendet werden, dass sie mit einer Vorrichtung zum raschen Loslassen versehen sind und von einer im Umgang mit dieser Vorrichtung erfahrenen Person eingesetzt werden. Ist eine manuelle Geburtshilfe ohne die erhebliche Gefahr von Verletzungen bei Kuh oder Kalb nicht möglich, ist ein Tierarzt beizuziehen.“
Novellierungsanordnung 10, Anlage 2 Punkt 2.8.2. lautet:
„Das Kupieren des Schwanzes von Kälbern im Ausmaß von höchstens 5,00 cm, wenn dies zur Minderung der Verletzungsgefahr für die Tiere unbedingt erforderlich ist und durch andere betriebliche Maßnahmen die Verletzungsgefahr nicht beseitigt werden kann sowie der Eingriff durch einen Tierarzt nach wirksamer Betäubung und postoperativ wirksamer Schmerzbehandlung durchgeführt wird.“
Novellierungsanordnung 11, In der Anlage 5 wird in Punkt 2.1. die Wort- und Zeichenfolge „größen- und temperaturmäßig“ durch die Wortfolge „physisch und temperaturmäßig“ ersetzt.
Novellierungsanordnung 12, In der Anlage 5 wird in Punkt 2.7. nach dem ersten Satz folgender Satz eingefügt:
„Jedenfalls müssen dabei zwei unterschiedliche Materialien angeboten werden.“
Novellierungsanordnung 13, Der Anlage 5 wird in Punkt 2.9. folgender Absatz angefügt:
„Im Rahmen der Betreuung sind Maßnahmen zu treffen, um das Risiko für Schwanzbeißen und andere Verhaltensstörungen zu verringern. Hierfür sind bei der Haltung von Schweinen mit kupierten Schwänzen Maßnahmen gemäß Anlage 5 Punkt 2.11. zu ergreifen, mit dem Ziel das Schwanzkupieren zu beenden. Dabei sind die Unterbringung und Bestandsdichte zu berücksichtigen und gegebenenfalls Unterbringungsbedingungen oder Haltungsformen anzupassen.“
Novellierungsanordnung 14, Anlage 5 Punkt 2.10. Ziffer eins, lautet:
Novellierungsanordnung 15, Anlage 5 Punkt 2.10. Ziffer 3, lautet:
Novellierungsanordnung 16, Anlage 5 Punkt 2.10. Ziffer 4 und 5 lauten:
Novellierungsanordnung 17, In der Anlage 5 wird nach Punkt 2.10. folgender Punkt 2.11. eingefügt:
„2.11. MAẞNAHMEN ZUR REDUKTION DES SCHWANZKUPIERENS UND DEREN DOKUMENTATION
2.11.1. Verpflichtende Risikoanalyse
Bei der Haltung von Schweinen mit kupierten Schwänzen ist durch den Tierhalter eine standardisierte Risikoanalyse (Erhebung und Bewertung) für jede Produktionsart gemäß der Leitlinie „Risikoanalyse und Optimierungsmaßnahmen zur Verringerung des Risikos von Schwanzbeißen bei Schweinen“ durchzuführen.
2.11.1.1 Leitlinie zur Durchführung der Risikoanalyse
Die Leitlinie ist im Abstand von drei Jahren von der Fachstelle für tiergerechte Tierhaltung und Tierschutz zu evaluieren und gegebenenfalls, unter Einbeziehung des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, sowie unter Einbeziehung der Veterinärmedizinischen Universität, der Universität für Bodenkultur, der Landwirtschaftskammer Österreich und des Verbands österreichischer Schweinebauern, zu überarbeiten. Die Leitlinie und allfällige Änderungen sind durch den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz in den Amtlichen Veterinärnachrichten kundzumachen.
2.11.1.2. Dokumentation im Rahmen der Risikoanalyse
Insbesondere sind gesondert für alle Produktionsarten, getrennt nach kupiert und unkupiert, folgende Risikofaktoren zu dokumentieren:
2.11.1.3. Maßnahmen aufgrund der Ergebnisse der Risikoanalyse
Treten innerhalb von zwölf Monaten im Durchschnitt bei weniger als 2% der zu den Erhebungstagen gehaltenen Tiere Schwanz- und Ohrverletzungen auf, so ist der Halter verpflichtet eine Bucht mit mindestens acht unkupierten Tieren zu halten. Dies hat zum ehestmöglichen Zeitpunkt, jedenfalls aber vor Abgabe der nächsten Tierhaltererklärung zu erfolgen. Ist es dem Halter nicht möglich bis zum genannten Zeitpunkt eine Bucht mit unkupierten Tieren einzustallen, so hat er das in der Tierhaltererklärung gemäß Anhang A in Punkt 3. Litera b, zu bestätigen. Die Unerlässlichkeit des Schwanzkupierens im Fremdbetrieb ist mit der Tierhaltererklärung des jeweiligen Betriebs nachzuweisen.
Wenn an drei aufeinanderfolgenden Jahren der Anteil der Tiere mit Schwanz- oder Ohrverletzungen bei den Kategorien Saugferkel, Absetzferkel, Jungsauen/Jungeber und Mastschweine in der Tierhaltererklärung gemäß Anhang A jeweils über 4% gelegen ist, dann hat der Halter nachweislich folgende Maßnahmen zu setzen:
2.11.2. Tierhaltererklärung
Halter von kupierten Schweinen haben die Ergebnisse der Erhebung von Schwanz- und Ohrverletzungen und die Ergebnisse der Risikoanalyse jährlich in der Tierhaltererklärung gemäß Anhang A gemeinsam mit den zu treffenden bzw. bereits ergriffenen Optimierungsmaßnahmen zu dokumentieren und zu bestätigen.
Weiters sind darin die Gründe für die nachweisliche Unerlässlichkeit des Kupierens der Schwänze zum Zeitpunkt der Abgabe der Tierhaltererklärung anzuführen.
Halter die ausschließlich unkupierte Tiere halten, haben neben den Dokumentationspflichten gemäß Punkt 5.4. die Ergebnisse der Erhebung von Schwanz- und Ohrverletzungen jährlich in der Tierhaltererklärung gemäß Anhang B zu dokumentieren und zu bestätigen.
Die Tierhaltererklärung ist bis 31. März des Folgejahres zur Dokumentation des Vorjahres in einem elektronischen System zu erfassen und gilt für ein Jahr.
2.11.3. TGD-Programm
Ein nach Paragraph 2 a, entwickeltes TGD-Programm, das Maßnahmen gemäß Punkt 2.11.1.3. beinhaltet, ist entsprechend der TGD-VO 2009, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 434 aus 2009,, nach der Veröffentlichung in den Amtlichen Veterinärnachrichten anzuwenden.
Unbeschadet allfällig verpflichtend zu setzender Maßnahmen gemäß Punkt 2.11.1.3. kann die Festlegung und Umsetzung von geeigneten Optimierungsmaßnahmen im Rahmen eines TGD-Programmes mit Unterstützung des TGD-Tierarztes erfolgen.“
Novellierungsanordnung 18, In der Anlage 5 wird nach Punkt 2.11. folgender Punkt 2.12. samt Überschrift eingefügt:
„2.12. WEITERBILDUNGSERFORDERNISSE
Alle Halter von Schweinen müssen alle vier Jahre mindestens vier Stunden nachweislich an Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen im Bereich der Schweinehaltung und Schweinegesundheit teilnehmen. Weiterbildungsveranstaltungen, die im Rahmen der Teilnahme am Tiergesundheitsdienst gemäß Anhang 4 Artikel eins, Ziffer 2, Tiergesundheitsdienst-Verordnung 2009 absolviert wurden, können angerechnet werden.“
Novellierungsanordnung 19, In Anlage 5 Punkt 3.3.2. wird die Wortfolge „Bis zum Ende der kritischen Lebensphase der Saugferkel kann die Sau zum Schutz der Saugferkel vor Erdrücken fixiert werden“ durch die Wort- und Zeichenfolge „Die Sau darf einen Tag vor der Geburt (vor dem errechneten Geburtstermin) bis fünf Tage nach der Geburt (kritische Lebensphase) zum Schutz der Saugferkel vor Erdrücken fixiert werden“ ersetzt.
Novellierungsanordnung 20, Nach Anlage 5 Punkt 5.2. wird folgender Punkt 5.2a. samt Überschrift eingefügt:
„5.2a. GRUPPENHALTUNG NEU
Für ab dem 1.1.2023 neu gebaute, umgebaute oder erstmals in Betrieb genommene Gruppenhaltungen von Absetzferkeln, Mastschweinen und Zuchtläufern gilt:
Tiergewicht1 | Mindestfläche | |
bis 20 kg | 0,25 m2/Tier | |
bis 30 kg | 0,40 m2/Tier | |
bis 50 kg | 0,50 m2/Tier | |
bis 85 kg | 0,65 m2/Tier | |
bis 110 kg | 0,80 m2/Tier | |
über 110 kg | 1,20 m2/Tier | |
1 im Durchschnitt der Gruppe | ||
Novellierungsanordnung 21, Anlage 5 Punkt 5.4. lautet:
„In Haltungsanlagen mit mehr als 200 Mastplätzen sind die Haltungsbedingungen der Schweine mindestens zweimal im Jahr durch einen Tierarzt beurteilen zu lassen und diese Beurteilungen (zB Betriebserhebungen im Rahmen des TGD) sind zu dokumentieren.
Folgende Parameter sind jedenfalls zu überprüfen: Beschäftigungsmaterial, Stallklima, Tiergesundheit insbesondere Verletzungen, Fütterung, Struktur und Sauberkeit der Bucht, Wettbewerb um Ressourcen (Platzangebot, Haltung).
Bei der Haltung von ausschließlich unkupierten Schweinen sind im Betrieb zu folgenden Parametern Erhebungen durchzuführen und zu dokumentieren:
Novellierungsanordnung 22, Anlage 5 Punkt 8. lautet:
„8. ÜBERWACHUNG UND FOLGEMASSNAHMEN IM SCHLACHTHOF FÜR SCHWEINE
Werden nach Abschluss des Projekts gemäß Paragraph 2, Absatz 5, im Rahmen der Schlachttier- und Fleischuntersuchung Ergebnisse festgestellt, die auf schlechte Haltungsbedingungen schließen lassen, so werden diese dem Eigentümer oder Halter der Tiere zur Durchführung der Risikoanalyse mitgeteilt und der Behörde als Grundlage der risikobasierten Kontrolle gemäß der Tierschutz-Kontrollverordnung, BGBl römisch zwei Nr. 2004/492 zur Verfügung gestellt.“
Novellierungsanordnung 23, Anlage 5 Punkt 8. wird folgender Punkt 9. angefügt:
„9. ÜBERGANGSBESTIMMUNGEN
Die Bestimmungen der Punkte 3.1.1., 3.2. und 3.3.1. in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 61 aus 2012, gelten ab 1.1.2013 für alle neugebauten, umgebauten oder erstmals in Betrieb genommenen Anlagen und Haltungseinrichtungen, sowie für solche bestehenden Anlagen und Haltungseinrichtungen, bei denen die Anforderungen ohne bauliche Maßnahmen erfüllt werden können. Ab 1.1.2033 gelten die Bestimmungen der Punkte 3.1.1.und 3.2. in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 61 aus 2012, für alle Betriebe.
Mit Ablauf des 31.12.2032 treten die Bestimmungen des Punktes 3.3.1. in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 61 aus 2012, außer Kraft.
Die Bestimmungen des Punktes 3.3.2. in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 296 aus 2022, gelten ab 1.1.2023 für alle neugebauten, umgebauten oder erstmals in Betrieb genommenen Anlagen und Haltungseinrichtungen.
Ab 1.1.2033 gelten die Bestimmungen des Punktes 3.3.2. in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 296 aus 2022, auch im Falle notwendiger baulicher Maßnahmen für alle Anlagen und Haltungsbetriebe.
Die Bestimmungen des Punktes 5.2a. in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 296 aus 2022, gelten ab 1.1.2023 für alle neugebauten, umgebauten oder erstmals in Betrieb genommenen Anlagen und Haltungseinrichtungen.
Für Anlagen die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Bestimmungen gemäß der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 296 aus 2022,, bestehen, gelten die Bestimmungen des Punktes 5.2. weiter.“
Novellierungsanordnung 24, Der Anlage 5 wird folgender Anhang A angefügt:
Tierhaltererklärungzur Evaluierung und Optimierung der Haltungals Bestandteil des einzelbetrieblichen, kontinuierlichen Verbesserungsprozesses(Gültigkeit: 12 Monate)Betrieb: _______________________________________________ Anschrift: _______________________________________________ _______________________________________________ LFBIS Nr.: _______________________________________________ Teilnahme am Tiergesundheitsdienst: □ Ja □ Nein In meinem Schweinebetrieb gibt es die folgenden Tierkategorien: □ Zuchtsauen mit Saugferkel □ Absetzferkel □ Jungsauen, Jungeber □ Mastschweine 1. Ergebnis der Erhebung von Schwanz- und Ohrverletzungen: In meinem Betrieb sind Schwanz-/Ohrverletzungen in folgenden Produktionsstufen aufgetreten: □ Saugferkel im Ausmaß von __% □ Absetzferkel im Ausmaß von __% □ Jungsauen, Jungeber im Ausmaß von __% □ Mastschweine im Ausmaß von __% 2. In meinem Schweinebetrieb wurde eine standardisierte Risikoanalyse nach den Vorgaben der Leitlinie „Risikoanalyse und Optimierungsmaßnahmen zur Verringerung des Risikos von Schwanzbeißen bei Schweinen“ abgeschlossen. Diese umfasst alle unten angeführten Bereiche.
□ Geeignete Optimierungsmaßnahmen werden/wurden eingeleitet. □ Art der eingeleiteten Optimierungsmaßnahmen: ___________________________________________________ ___________________________________________________ □ Teilnahme an einem TGD-Programm im Sinne des Punktes 2.11.3. der Anlage 5 der 1. Tierhaltungsverordnung □ Ja □ Nein 3. In meinem Schweinebetrieb ist für den Gesamtbestand das Kürzen der Schwänze derzeit unerlässlich, da a) in meinem Betrieb Schwanz-/Ohrverletzungen in folgenden Produktionsstufen aufgetreten sind (jeweils > 2% der Tiere im Vorjahr): □ Saugferkel □ Absetzferkel □ Jungsauen, Jungeber □ Mastschweine und/oder b) aus einem/mehreren Fremdbetrieb/en die Unerlässlichkeit dargelegt wurde, (eine/mehrere) entsprechende gültige Tierhalter-Erklärung/en liegt/liegen vor. 4. □ In meinem Schweinebestand wird seit _______ eine unkupierte Kontrollgruppe gehalten. 5. □ In meinem Schweinebestand werde ich gemäß Punkt 2.11.1.3. Anlage 5 der 1. Tierhaltungsverordnung ab ________ nachweislich eine unkupierte Kontrollgruppe halten (Zu diesem Zeitpunkt wird eine Bucht mit mindestens acht unkupierten Tieren belegt; unkupierte Schweine werden dauerhaft zB über eine farbige Markierung der Ohrmarke gekennzeichnet). Ort, Datum ______________________________________ Unterschrift Tierhalter/in ______________________________________ Unterschrift Tierarzt/Tierärztin* ______________________________________ Unterschrift Berater/in* ______________________________________ * Die Unterschrift durch den/die Tierhalter/in ist verpflichtend, die Bestätigung durch den Tierarzt/Berater, die Tierärztin/Beraterin ist freiwillig.“ | ||||||||||||||||||
Novellierungsanordnung 25, Der Anlage 5 wird folgender Anhang B angefügt:
Tierhaltererklärungzur Evaluierung und Optimierung der Haltungals Bestandteil des einzelbetrieblichen, kontinuierlichen Verbesserungsprozessesfür Betriebe mit ausschließlich unkupierten Tieren(Gültigkeit: 12 Monate)Betrieb: _______________________________________________ Anschrift: _______________________________________________ _______________________________________________ LFBIS Nr.: _______________________________________________ Teilnahme am Tiergesundheitsdienst: □ Ja □ Nein In meinem Schweinebetrieb gibt es die folgenden Tierkategorien: □ Zuchtsauen mit Saugferkel □ Absetzferkel □ Jungsauen, Jungeber □ Mastschweine Ergebnis der Erhebung von Schwanz- und Ohrverletzungen In meinem Betrieb sind Schwanz-/Ohrverletzungen in folgenden Produktionsstufen aufgetreten: □ Saugferkel im Ausmaß von __% □ Absetzferkel im Ausmaß von __% □ Jungsauen, Jungeber im Ausmaß von __% □ Mastschweine im Ausmaß von __% Ort, Datum ______________________________________ Unterschrift Tierhalter/in ______________________________________ Unterschrift Tierarzt/Tierärztin* ______________________________________ Unterschrift Berater/in* ______________________________________ * Die Unterschrift durch den/die Tierhalter/in ist verpflichtend, die Bestätigung durch den Tierarzt/Berater, die Tierärztin/Beraterin ist freiwillig.“ |
Novellierungsanordnung 26, Der Tabelle in der Anlage 6 unkt 1. wird folgende Zeile angefügt:
„Biodiversitäts-Weide | Eine Auslauffläche mit einer aus mindestens vier verschiedenen Pflanzenarten bestehenden Hecke oder einer Mischform aus Hecke und Bäumen, wobei auf der Gesamtfläche der Weide große Abstände bzw. Freiflächen zu vermeiden sind.“ |
Novellierungsanordnung 27, In der Anlage 6 Punkt 3.1. wird nach der Überschrift folgender erster Satz eingefügt:
„Die Käfighaltung von Küken und Junghennen ist verboten. Davon ausgenommen ist die Haltung von für den Verkauf bestimmten Junghennen für eine Dauer von höchstens 2 Wochen.“
Novellierungsanordnung 28, In der Anlage 6 Punkt 4.1. wird nach der Überschrift folgender erster Satz eingefügt:
„Die Käfighaltung von Legehennen und Zuchttieren ist verboten. Davon ausgenommen ist die Haltung von Zuchttieren für die Reinzucht und zur Leistungsprüfung.“
Novellierungsanordnung 29, Anlage 6 Punkt 4.1. Fußnote 2 lautet wie folgt:
„Sitzstangen, die über dem Einstreubereich angebracht sind, sind auf die Mindestsitzstangenlänge nicht anrechenbar. Gitterroste, die es den Tieren ermöglichen, sich ungehindert darauf fortzubewegen und zu ruhen, können bei der Berechnung der Mindestsitzstangenlänge berücksichtigt werden. Für Legehennen in Bodenhaltungen sind jedenfalls zumindest 7 cm je Tier als erhöhte Sitzstangen anzubieten. Die Haltung von Zuchttieren ist von diesen Erfordernissen ausgenommen.“
Novellierungsanordnung 30, In Anlage 6 Punkt 4.5.2. lautet der erste Spiegelstrich:
„- Die Auslauffläche hat mindestens 8,00 m2/Tier zu betragen. In Biodiversitäts-Weiden hat die Auslauffläche mindestens 4,00 m2/Tiere zu betragen mit mindestens 0,3 lfm Hecke/Tier oder eine Mischform aus Hecke und Bäumen im gleichen Ausmaß.“
Novellierungsanordnung 31, Anlage 6 Punkt 4.6.lautet:
„AUFZUCHTSYSTEM
4.6.1. In Alternativsystemen für Legehennen und Zuchttiere dürfen nur Tiere gehalten werden, deren Aufzucht bereits ab der 6. Woche in Alternativsystemen erfolgte.
4.6.2.Ab dem 1.1.2031 dürfen nur Tiere eingestallt werden, deren Aufzucht nicht in einem Käfigsystem erfolgte.“
Novellierungsanordnung 32, Anlage 6 Punkt 6.2. lautet:
“6.2. | BEWEGUNGSFREIHEIT | ||
Folgende Grenzwerte sind einzuhalten: | |||
Mastgeflügelart | Höchstbesatzdichte1) | Mindestauslauffläche2) | |
Gänse | 15kg/m² | 10m²/Tier | |
oder: | 21kg/m² | 50m²/Tier | |
Enten | 25kg/m² | 2m²/Tier | |
1) Zur nutzbaren Fläche zählen auch nicht eingestreute Flächen im Bereich der Bade- oder Duschmöglichkeit. 2) Für Gänse ist der Auslauf verpflichtend. Bei Enten kann der Auslauf auch durch einen Außenklimabereich im Ausmaß von 25% der nutzbaren Fläche ersetzt werden.“ | |||
Novellierungsanordnung 33, Anlage 6 Punkt 7. lautet:
„BESONDERE HALTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR JAPANWACHTELN
1. GEBÄUDE, STALLEINRICHTUNGEN
Die Käfighaltung von Japanwachteln ist verboten. Gehege für Japanwachteln müssen mindestens 5000 cm2 begehbare Fläche aufweisen, wobei jedem Tier ab einem Alter von 6 Wochen eine Fläche von mindestens 450 cm2 zur Verfügung stehen muss.
Das Gehege muss auf jeder Haltungsebene mindestens 40 cm hoch sein. Ausgenommen sind die Bereiche unter Aufstiegshilfen in die nächste Ebene, sofern diese vollständig begehbar sind.
Mindestens 45% der Fläche müssen mit einem geschlossenen Boden und Einstreu (zB Spreu, Sägemehl) ausgeführt sein. Die Einstreu muss durch geeignete Maßnahmen trocken und sauber gehalten werden. Bei der Verwendung von Gitterböden sind Gitter mit einer Maschenweite von 12mm x 12mm für erwachsene Japanwachteln bzw. von 8 mm x 8 mm für Küken zu verwenden. Der Gitteranteil des Bodens darf maximal 55% betragen.
In jedem Japanwachtelgehege müssen Futter- und Tränkevorrichtungen, Unterschlupf, Staubbademöglichkeit und für Legehennen die Möglichkeit zu einer ungestörten Eiablage gegeben sein.
Als Rückzugsmöglichkeit ist ein Unterschlupf einzurichten. Bei zweietagigen Systemen kann die untere Ebene als Unterschlupf angerechnet werden, wenn die obere Etage einen planen, undurchlässigen Boden aufweist.
Picksteine oder ähnliche Materialien, die dazu geeignet sind, den Schnabel abzuwetzen, müssen den Tieren angeboten werden.
2. STALLKLIMA, LICHT
Japanwachteln brauchen Schutz vor extremen Temperaturen, Nässe und Wind. Räume, in denen Tiere gehalten werden, müssen so gebaut, betrieben und belüftet werden, dass ein den Ansprüchen der Tiere angemessenes Klima erreicht wird. Bei Neu- und Umbauten muss der Wachtelstall durch natürliches Tageslicht beleuchtet sein. Die Beleuchtungsstärke muss im Bereich der Tiere mindestens 20 Lux betragen, wobei auf eine „flimmerfreie“ Beleuchtung zu achten ist. Die Lichtphase darf nicht künstlich auf über 16 Stunden pro Tag ausgedehnt werden. Intermittierende Lichtprogramme sind unzulässig.
Die Staubbelastung im Wachtelstall muss durch gute Belüftung und regelmäßige Reinigung tief gehalten werden.
3. ERNÄHRUNG
Das Futter kann mit frischem Gras, Salat, Äpfeln, Bananen und dergleichen angereichert werden. Wachteln müssen ständig Gelegenheit haben, Wasser aufzunehmen.
4. BETREUUNG
Unverträgliche Tiere dürfen nicht in der gleichen Gruppe gehalten werden.“
Novellierungsanordnung 34, Der Anlage 6 wird nach Punkt 7. folgender Punkt 8. angefügt:
„8. ÜBERGANGSBESTIMMUNGEN
8.1. Übergangsbestimmung für die Aufzucht von Küken und Junghennen
Bei zum Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens des Tierschutzgesetzes bestehenden Anlagen und Haltungseinrichtungen ist bei den Maßen gemäß Punkt 3.2. die lichte Höhe nicht zu berücksichtigen.
Die Bestimmung des Punktes 3.1., erster Absatz, gelten für alle ab dem 1.1.2023 neugebauten oder umgebauten Anlagen und Haltungseinrichtungen, ab dem 1.1.2031 auch im Falle notwendiger baulicher Maßnahmen für alle Anlagen und Haltungseinrichtungen.
8.2. Übergangsbestimmung für die Käfighaltung von Zuchttieren
Die Bestimmungen des Punktes 4.1., erster Absatz, gelten für alle ab dem 1.1.2023 neugebauten oder umgebauten Anlagen und Haltungseinrichtungen, ab dem 1.1.2031 auch im Falle notwendiger baulicher Maßnahmen für alle Anlagen und Haltungseinrichtungen.
8.3. Übergangsbestimmung für die Haltung von Legehennen und Zuchttieren in Alternativsystemen
Mit Ablauf des 31.12.2030 tritt die Bestimmung des Punktes 4.6.1. in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 296 aus 2022, außer Kraft. Die Bestimmung des Punktes 4.6.2. in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 296 aus 2022, gilt ab dem 1.1.2031.
8.4. Übergangsbestimmung für die Haltung von Japanwachteln
Die Bestimmungen des Punktes 7.1. gelten für alle ab dem 1.1.2023 neugebauten oder umgebauten Anlagen und Haltungseinrichtungen, ab dem 1.1.2031 auch im Falle notwendiger baulicher Maßnahmen für alle Anlagen und Haltungseinrichtungen.“
Novellierungsanordnung 35, In der Anlage 11 samt Überschrift wird nach dem Wort „Lamas“ die Wortfolge „und Alpakas“ angefügt.
Novellierungsanordnung 36, Der Anlage 11 wird folgender Punkt 6. samt Überschrift angefügt:
„6. ABSATZVERANSTALTUNGEN UND TIERSCHAUEN
Für die kurzfristige Haltung von Lamas und Alpakas für die Dauer von Absatzveranstaltungen oder Tierschauen finden die Bestimmungen hinsichtlich der Anforderungen an die Weide bzw. Gehegefläche keine Anwendung.“
Rauch