BUNDESGESETZBLATT
FÜR DIE REPUBLIK ÖSTERREICH

Jahrgang 2019

Ausgegeben am 13. März 2019

Teil römisch zwei

71. Verordnung:

Änderung der Düngemittelverordnung 2004

71. Verordnung der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus, mit der die Düngemittelverordnung 2004 geändert wird

Auf Grund der Paragraphen 6, Absatz eins, 7, Absatz 2 und 8 Absatz eins, des Düngemittelgesetzes 1994, Bundesgesetzblatt Nr. 513 aus 1994,, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 58 aus 2017, und die Bundesministeriengesetz-Novelle 2017, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 164 aus 2017,, wird verordnet:

Die Düngemittelverordnung 2004, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 100 aus 2004,, zuletzt geändert durch die Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 181 aus 2014,, wird wie folgt geändert:

Novellierungsanordnung 1, In Paragraph eins, Ziffer 23, wird der Punkt durch einen Strichpunkt ersetzt; folgende Ziffer 24, wird angefügt:

  1. Ziffer 24
    „Kennzeichnung“: Angaben, Abbildungen oder Zeichen, einschließlich Hersteller- oder Handelsmarken, die sich auf Produkte beziehen und auf Verpackungen, Behältnissen, Schriftstücken, Tafeln, Etiketten, Ringen oder Verschlüssen jeglicher Art angebracht sind und Produkte begleiten oder sich auf Produkte beziehen sowie sonstige Informationen, die Produkte betreffen und dem Abnehmer durch sonstiges Begleit- oder Werbematerial schriftlich oder in anderer Form, einschließlich über moderne technologische Mittel zur Verfügung gestellt werden.“

Novellierungsanordnung 2, Paragraph 2, Absatz 5, lautet:

  1. Absatz 5,Seuchenhygienische, phytosanitäre, veterinär- und gentechnikrechtliche Bestimmungen sowie chemikalienrechtliche Bestimmungen im Sinne des Paragraph 5, Absatz eins, des Chemikaliengesetzes 1996 – ChemG 1996, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 53 aus 1997,, in der Fassung des Bundesgesetzes Bundesgesetzblatt römisch eins. Nr. 44 aus 2018,, bleiben unberührt.“

Novellierungsanordnung 3, Paragraph 4, Absatz 2, entfällt; Absatz 3, erhält die Absatzbezeichnung „(2)“.

Novellierungsanordnung 4, In Anlage 1 Z römisch drei („Typenliste“) Ziffer eins, („Mineralischer Stickstoffdünger“) Punkt 4 („Besondere Bestimmungen“) wird folgender Anstrich angefügt:

Novellierungsanordnung 5, In Anlage 1 Z römisch drei („Typenliste“) Ziffer 8, („Organischer Dünger“) Punkt 3 Litera a, („tierische Ausgangsstoffe“) wird das Wort „Guano“ durch die Wortfolge „Seevogelguano, Fledermausguano“ ersetzt.

Novellierungsanordnung 6, In Anlage 1 Z römisch drei („Typenliste“) Ziffer 8, („Organischer Dünger“) Punkt 3 Litera b, („pflanzliche Ausgangsstoffe“) wird nach dem Wort „Biogasgülle“ die Wortfolge „und Huminsäure“ eingefügt.

Novellierungsanordnung 7, In Anlage 1 Z römisch drei („Typenliste“) Ziffer 11, („Kultursubstrate“) Punkt 2 („Ausgangsstoffe“) wird nach dem Wort „Nadelstreu“ die Wortfolge „und Huminsäure“ eingefügt.

Novellierungsanordnung 8, In Anlage 1 Z römisch drei („Typenliste“) Ziffer 11, („Kultursubstrate“) Punkt 3 („Besondere Bestimmungen“) lautet der erste Anstrich:

„-Die Substratgruppe und der Einsatzbereich des Kultursubstrates sind anzugeben:

Substratgruppe

Einsatzbereiche (Beispiele)

Kultursubstrate für Pflanzen mit

geringem und mittlerem Nährstoffbedarf

Aussaat, Jungpflanzen, salzempfindliche Pflanzen

Kultursubstrate für Pflanzen mit

höherem Nährstoffbedarf

blüten- und fruchttragende Kulturen sowie Rasenanlagen, Hochbeet-, Container-, Topfpflanzen

Kultursubstrate

für Sonderkulturen

trockenheitsliebende Pflanzen, Sukkulenten, Kakteen, Epiphyten, Moorbeet- und, Wasserpflanzen“

   

Novellierungsanordnung 9, In Anlage 1 Z römisch drei („Typenliste“) Ziffer 11, („Kultursubstrate“) Punkt 3 („Besondere Bestimmungen“) wird der dritte Anstrich „- Angabe der verfügbaren Nährstoffe in Bereichen (in mg/l) unter Hinzufügung des Extraktionsmittels (zB: P2 O5 verfügbar (CAL): 200-500 mg/l).“ durch folgenden Anstrich ersetzt:

Novellierungsanordnung 10, Anlage 1 Z römisch drei („Typenliste“) Ziffer 12, („Bodenhilfsstoffe“) lautet samt Überschrift:

„12. Bodenhilfsstoffe

1. Ausgangsstoffe:

- Bodenkrümler: Silikatkolloide;

- Nitrifikationshemmstoff: Dicyandiamid, Dimethylpyrazolphosphat;

- alle Ausgangsstoffe, die für den Typ organischer Dünger (Ziffer 8,) zulässig sind;

- mineralische Stoffe, wie Blähton und -schiefer, Perlite, Bims, Schaumlava, Ton und Tonminerale, Steinmehl.

2. Besondere Bestimmungen:

Jene Bestandteile oder Wirkstoffe, durch die der Boden biotisch, chemisch oder physikalisch beeinflusst wird, sind anzugeben.
Das Produkt darf nicht mehr als drei keimfähige Samen und austriebsfähige Pflanzenteile je Liter enthalten.“

Novellierungsanordnung 11, Anlage 2 Z römisch eins („Schwermetall-Frachtenregelung“) lautet:

„Düngemittel, Bodenhilfsstoffe und Pflanzenhilfsmittel dürfen nur dann in Verkehr gebracht werden, wenn folgende Schwermetallfrachten gemäß der in der Kennzeichnung angegebenen maximalen Aufwandmenge auf landwirtschaftlichen Nutzflächen nicht überschritten werden:

Schwermetall

g/ha in einem Zeitraum von zwei Jahren

g/ha in einem Zeitraum von einem Jahr

Blei

400

200

Cadmium

10

5

Chrom

600

300

Kupfer *

700

350

Nickel

400

200

Quecksilber

10

5

Zink *

3000

1500

* Ausgenommen mineralische Spurennährstoffdünger. Sofern die mit der empfohlenen Aufwandmenge an Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen oder Pflanzenhilfsmitteln ausgebrachten Kupfer- und Zinkfrachten ausdrücklich in der Kennzeichnung angegeben sind, dürfen die Werte für diese Elemente maximal das Doppelte der angeführten Werte betragen.“

Novellierungsanordnung 12, In Anlage 2 Z römisch zwei („Grenzwerte“) Ziffer 2, („Organische Schadstoffe, Radioaktivität und Rückstände“) wird der Ausdruck „Polycyklische aromatische Kohlenwasserstoffe: Summe von Benzo(a)pyren Benzo(b)fluoranthen, Benzo(k)fluoranthen, Benzo(g,h,i)perylen, Fluoranthen, Indeno-(1,2,3-c,d)pyren“ durch den Ausdruck „16 PAK: Naphthalen, Acenaphtylen, Acenaphten, Fluoren, Phenanthren, Anthracen, Fluoranthen, Pyren, Benzo[a]anthracen, Chrysen, Benzo[b]fluoranthen, Benzo[k]fluoranthen, Benzo[a]pyren, Indeno[1,2,3-cd]pyren, Dibenzo[a,h]anthracen und Benzo[ghi]perylen“ ersetzt.

Novellierungsanordnung 13, In Anlage 2 Z römisch zwei („Grenzwerte“) wird folgende Ziffer 4, angefügt:

4. Fremd- und Ballaststoffe

Glas, Metalle und Kunststoffe > 2 mm

0,4 Mass.-%

Kunststoffe > 2 mm

0,1 Mass.-%“

Novellierungsanordnung 14, Anlage 2 Z römisch fünf („Verbote“) lautet:

„Folgende Stoffe dürfen in Produkten nicht enthalten sein:

  1. Ziffer eins
    Stoffe, die der Gefahrenklasse Keimzell-Mutagenität, (Kategorie 1A, 1B oder 2), der Gefahrenklasse Karzinogenität (Kategorie 1A, 1B oder 2) oder der Gefahrenklasse Reproduktionstoxizität (Kategorie 1A, 1B oder 2) im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 1272 aus 2008, über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, Amtsblatt Nummer L 353 vom 31.12.2008 Seite 1, zuzuordnen sind;
  2. Ziffer 2
    Material der Kategorie 1 gemäß Artikel 8, der Verordnung (EG) Nr. 1069 aus 2009, mit Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte, Amtsblatt Nummer L 300 vom 14.11.2009 Seite 1;
  3. Ziffer 3
    chemisch behandeltes Holz.“

Köstinger