BUNDESGESETZBLATT
FÜR DIE REPUBLIK ÖSTERREICH

Jahrgang 2016

Ausgegeben am 20. April 2016

Teil römisch zwei

84. Verordnung:

Nebenbeschäftigungsverordnung – Inneres

84. Verordnung der Bundesministerin für Inneres über unzulässige Nebenbeschäftigungen (Nebenbeschäftigungsverordnung – Inneres)

Auf Grund des Paragraph 56, Absatz 7, des Beamten-Dienstrechtsgesetzes 1979 (BDG 1979), Bundesgesetzblatt Nr. 333 aus 1979,, und des Paragraph 5, Absatz eins, des Vertragsbedienstetengesetzes 1948 (VBG), Bundesgesetzblatt Nr. 86 aus 1948,, jeweils zuletzt geändert durch Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 164 aus 2015,, wird verordnet:

Generelle Unzulässigkeit von Nebenbeschäftigungen

Paragraph eins,

Für Bedienstete, die im Rahmen ihrer dienstlichen Aufgaben Tätigkeiten ausüben, für die die Ausstellung von Urkunden, die über ihre Identität täuschen, vorgesehen ist, sind alle Nebenbeschäftigungen unzulässig.

Gewährung von Förderungen

Paragraph 2,

Für Bedienstete, die im Rahmen ihrer dienstlichen Aufgaben maßgeblichen Einfluss auf die Gewährung von Förderungen und auf die dazu notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen haben, sind Nebenbeschäftigungen als Organe von juristischen Personen, Personengesellschaften sowie sonstiger Rechtsträger, die für solche Förderungen aus dem jeweiligen Einflussbereich des Bediensteten in Betracht kommen, jedenfalls unzulässig.

Vergabeverfahren

Paragraph 3,

  1. Absatz eins,Für Bedienstete, die im Rahmen ihrer dienstlichen Aufgaben maßgeblichen Einfluss auf Vergabeverfahren nach dem Bundesvergabegesetz 2006 (BVergG 2006), Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 17 aus 2006,, und auf die dazu notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen haben, sind Nebenbeschäftigungen im Geschäftsbereich von Bewerbern, Bietern und Auftragnehmern nach diesem Bundesgesetz sowie sonstigen Unternehmen, die jeweils mit dem Bereich des Bundesministeriums für Inneres in einer Geschäftsbeziehung stehen, jedenfalls unzulässig, wenn diese Geschäftsbeziehungen im jeweils in Betracht kommenden Einflussbereich des Bediensteten liegen.
  2. Absatz 2,Absatz eins, ist auch auf Vergabeverfahren anzuwenden, die nicht dem BVergG 2006 unterliegen.

Exekutivbedienstete

Paragraph 4,

  1. Absatz eins,Für Exekutivbedienstete (Absatz 3,) sind jedenfalls folgende Nebenbeschäftigungen unzulässig:
    1. Ziffer eins
      Personenschutz;
    2. Ziffer 2
      Portierdienste;
    3. Ziffer 3
      Berufsdetektiv;
    4. Ziffer 4
      Aufstellung und/oder Betrieb von Geschwindigkeitsmessgeräten;
    5. Ziffer 5
      sonstige Tätigkeit im Kernbereich des Sicherheitsgewerbes (Paragraph 94, Ziffer 62, Gewerbeordnung 1994 – GewO 1994, Bundesgesetzblatt Nr. 194 aus 1994,);
    6. Ziffer 6
      Tätigkeit im Waffengewerbe (Büchsenmacher) einschließlich des Waffenhandels (Paragraph 94, Ziffer 80, GewO 1994);
    7. Ziffer 7
      Versicherungstätigkeit unter Verwertung von im Zusammenhang mit einer konkreten Amtshandlung dienstlich erworbenen Kenntnissen hinsichtlich bestehender oder potentieller Kunden;
    8. Ziffer 8
      Tätigkeit im Rahmen von Inkassoinstituten (Paragraph 94, Ziffer 36, GewO 1994);
    9. Ziffer 9
      Vermittlung von spezifischen sicherheits- und kriminalpolizeilichen Kenntnissen und Fertigkeiten in Konkurrenz zu Angeboten der Sicherheitsakademie gemäß Paragraph 11, Sicherheitspolizeigesetz (SPG), Bundesgesetzblatt Nr. 566 aus 1991,.
  2. Absatz 2,Im örtlichen Wirkungsbereich ihrer dienstlichen Tätigkeit sind überdies folgende Nebenbeschäftigungen unzulässig:
    1. Ziffer eins
      Fahrlehrer;
    2. Ziffer 2
      Taxi- oder Autobuslenker;
    3. Ziffer 3
      Ordner- und Kontrolldienste;
    4. Ziffer 4
      Transportbegleiter (Verkehrslotse).
  3. Absatz 3,Exekutivbedienstete sind Beamte des Aktivstandes sowie Vertragsbedienstete, die dem Wachkörper Bundespolizei angehören oder gemäß Paragraph 5, Absatz 2, SPG zur Ausübung unmittelbarer Befehls- und Zwangsgewalt ermächtigt sind, und die sich nicht in einem Urlaub unter Entfall der Bezüge befinden.

Sprachliche Gleichbehandlung

Paragraph 5,

Soweit in dieser Verordnung auf natürliche Personen bezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Frauen und Männer in gleicher Weise.

Verweisungen

Paragraph 6,

Verweisungen in dieser Verordnung auf Bundesgesetze sind als Verweisungen auf die jeweils geltende Fassung zu verstehen.

Inkrafttreten

Paragraph 7,

  1. Absatz eins,Die Verordnung tritt mit 1. Mai 2016 in Kraft.
  2. Absatz 2,Die Paragraphen eins bis 4 gelten auch für solche Nebenbeschäftigungen, die vor Ablauf des 30. April 2016 gemeldet wurden.

Mikl-Leitner