Jahrgang 2010 |
Ausgegeben am 12. August 2010 |
Teil römisch zwei |
255. Bekanntmachung: | Lehrpläne für den Katholischen Religionsunterricht an Volksschulen und für den Evangelischen Religionsunterricht an Volksschulen und an Sonderschulen |
Auf Grund des Paragraph 2, Absatz 2, des Religionsunterrichtsgesetzes, Bundesgesetzblatt Nr. 190 aus 1949,, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Nr. 256 aus 1993,, wird bekannt gemacht:
Die Bekanntmachung des Lehrplans für den Katholischen Religionsunterricht an Volksschulen in der Verordnung des Bundesministers für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, mit welcher die Lehrpläne der Volksschule und der Sonderschule erlassen werden, Bundesgesetzblatt Nr. 134 aus 1963,, zuletzt geändert durch die Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 290 aus 2008,, wird wie folgt geändert:
In Anlage A, Fünfter Teil, Litera a, wird der folgende von der Bischofskonferenz am 25. März 1985 (Vorschulstufe) bzw. am 7. November 1991 (Grundschule) approbierte und in der überarbeiteten Fassung in der Vollversammlung der Bischofskonferenz von 21. bis 23. Juni 2010 zur Kenntnis genommene Lehrplan für den Katholischen Religionsunterricht an Volksschulen mit Wirksamkeit vom 1. September 2010 bekannt gemacht:
Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule in besonderer Weise ihren Auftrag zur Mitwirkung an der religiösen Bildung (Artikel 14, Absatz 5 a, des Bundes-Verfassungsgesetzes und Paragraph 2, des Schulorganisationsgesetzes) in Form eines eigenen Unterrichtsgegenstandes. Dieser versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern und an der Schule.
Er nimmt das unterschiedliche Ausmaß kirchlicher Sozialisation bzw. religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und will alle Schülerinnen und Schüler ansprechen, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen.
Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die entsprechend dem christlichen Menschenbild davon ausgehen, dass der Mensch auf Transzendenz ausgerichtet ist. So erhalten die zu behandelnden Grundfragen nach Herkunft, Zukunft und Sinn eine religiöse Dimension.
Der Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt seinen Standpunkt aus der Orientierung an der biblischen Offenbarung und der kirchlichen Tradition.
Ökumenische und interreligiöse Anliegen sollen nach Möglichkeit Berücksichtigung finden und so ein gelebtes Zeichen des Dialogs zwischen Konfessionen und Religionen sein.
In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube.
Daher sind Inhalt des Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der christliche Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den christlichen Gemeinden gelebt wird. Lebens-, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des christlichen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat in Jesus Christus seine Mitte.
Zugleich werden Schülerinnen und Schüler ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz und zur Werteerziehung sowie zur Gestaltung des Schullebens und der Schulkultur.
Der Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur Katholischen Kirche soll einen Beitrag zur Bildung von Identität leisten, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert. Das erfordert eine ausführliche Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Toleranz gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen, als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch.
Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung von christlichem Glauben soll zum Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen und befähigen. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich in Kirche und Gesellschaft zu engagieren.
Religiöse Bildung im Religionsunterricht ist ein kommunikatives und prozessorientiertes Geschehen und bringt die dem christlichen Glaubensverständnis eigene Sicht von Gott, Mensch und Welt ein. Sie nimmt dabei Rücksicht auf biografische, geschlechtsspezifische und entwicklungspsychologische Gegebenheiten.
Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung und Entwicklung der eigenen Identität durch die Erschließung des Lebens aus der christlichen Perspektive.
Der Religionsunterricht ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Volksschule. Die allgemeinen Unterrichtsprinzipien gelten auch für den Religionsunterricht. Als Pflichtgegenstand leistet er einen wesentlichen Beitrag zur Allgemein- und Persönlichkeitsbildung.
Der Religionsunterricht lädt ein, aus christlichen Wurzeln zu leben, eine persönliche Spiritualität zu entwickeln und den Glauben in unterschiedlichen Ausdrucksformen zu feiern.
Der Unterricht in Katholischer Religion leistet auf dem Hintergrund der christlichen Botschaft einen eigenständigen Beitrag zu den wesentlichen Aufgaben der Schule:
In der Regel sind der Lehrplan der Grundschule und die individuellen Lernvoraussetzungen der Kinder und ihre spezifischen Bedürfnisse Ausgangspunkte der Unterrichtsplanung (siehe Lehrplan der Volksschule, Zweiter Teil, römisch eins, Ziffer 7, zu „Integration“). Inklusiver Unterricht eröffnet neue Perspektiven schulischen Lernens und ermöglicht Unterrichtsqualitäten zu entwickeln, die im Sinne des gemeinsamen lebensbegleitenden Lernens von Bedeutung sind.
Die allgemeinen didaktischen Grundsätze des Lehrplans der Grundschule gelten auch für den Religionsunterricht:
Basis für die religionsdidaktischen Grundsätze bildet die theologische Korrelation als wechselseitige Erschließung von Glauben und Leben. Das Prinzip „der doppelten Treue, der Treue zu Gott und der Treue zu den Menschen“, wie es in Catechesi Tradendae (Nr. 55) festgehalten ist, ist Grundlage für die religionspädagogische Arbeit in der Grundschule.
Im Theologisieren wird Sprache für Religiöses gefunden, vielfältig vernetztes Wissen aufgebaut und Raum gegeben für existenzielle Fragen der Menschheit.
Die christliche Tradition bietet Antworten auf die Sinnfragen des Menschen. Glaubenswissen, tragende Rituale, Grundgebete und Brauchtum zeigen, wie Menschen leben und gelebt haben.
Im Religionsunterricht kommt das Leben zur Sprache. Wie Gott im Leben der Menschen wirkt, wird in der Bibel offenbar. Der Zugang zu biblischen Texten, das Erzählen und Lebendigwerden des Textes sind wesentliche Grundzüge eines Religionsunterrichts, der sich seiner biblischen Schätze bewusst ist.
Die Schulung menschlicher Grundkräfte – staunen, bitten, loben, danken, sich freuen, Empathie üben, achtsam sein, trösten – gehört zu den Aufgaben des Religionsunterrichts.
Beziehung und Kommunikation beeinflussen entscheidend das Gelingen von Lernprozessen. Der Religionsunterricht hilft, eine Sprache zu finden für die Hinwendung zum DU und für das Gebet.
Symbolerziehung trägt dazu bei, dass Wirklichkeit mehrdimensional wahrgenommen werden kann. Im Religionsunterricht werden die Symbole des Glaubens erschlossen und Möglichkeiten eröffnet, Leben und Glauben zu feiern (Kirchenjahr, Sakramente, Rituale für unterschiedliche Lebenssituationen, Brauchtum, Schulkultur).
Ästhetische Erziehung bemüht sich um eine erhöhte Wahrnehmungskompetenz und einen differenzierten und kritischen Zugang zur Wirklichkeit. Religionsunterricht erschließt die vielfältige Sprache von Kunst, unterstützt ein Lernen mit allen Sinnen und fördert kreative Ausdrucksformen.
Aufbauend auf christlichen Werten ermöglicht ethisches Lernen einen konstruktiven Umgang mit Konflikten und Krisen, Schuld und Sünde, gibt Orientierung und wirkt gemeinschaftsstiftend. Das Lernen einer solidarischen und empathischen Grundhaltung und die Bereitschaft zur Versöhnung angesichts der Brüchigkeit des Lebens sind wichtige Beiträge des Religionsunterrichts für die Herzensbildung der Schülerinnen und Schüler.
Schule spiegelt die multikulturelle Gesellschaft wider. Das Wissen um die eigene Identität und Religion und um andere Religionen und Bekenntnisse, sowie die Akzeptanz des bleibenden Fremdseins fördern den Dialog. Sie bauen mit an einer ökumenischen Grundhaltung, die von gegenseitiger Achtung getragen ist. Sie sind ein wesentlicher Beitrag zur Friedenserziehung.
Der Lehrplan für den Religionsunterricht der Grundschule ist ein Lehrplan mit Rahmencharakter. Er beinhaltet verpflichtende Themenfelder und Grundanliegen. Die Themenfelder und Inhalte der einzelnen Schulstufen sind so angeordnet, dass Differenzierung und Individualisierung in Planung und Umsetzung erleichtert werden.
Der Lehrplan gliedert sich in Grundstufe römisch eins (Vorschulstufe, erste und zweite Schulstufe) und Grundstufe römisch zwei (dritte und vierte Schulstufe) und ermöglicht den Religionslehrerinnen und Religionslehrern Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrinhalte.
Besondere schulische und pastorale Gegebenheiten können eine Verschiebung der Themenfelder notwendig machen.
Durch fächerübergreifendes und projektorientiertes Arbeiten unter Wahrung der fachspezifischen Ziele und Inhalte wird ein ganzheitlicher Lernprozess angestrebt.
Der Lehrplan der Vorschulstufe ermöglicht einen Schulstufenwechsel entsprechend dem Entwicklungsstand des Kindes.
Das Kirchenjahr, bestimmte Feste und Festzeiten sowie Gedenktage der Heiligen prägen das schulische Geschehen der Grundschule. Dies wird auf allen vier Schulstufen mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung berücksichtigt und gilt ebenso für die Gebets- und Sakramentenerziehung.
Grundanliegen:
Sich selbst und andere wahrnehmen und vertrauen – Gott ist bei mir
Grundanliegen:
Auf die Schöpfung Gottes schauen und vertrauen – Gott ist da
Grundanliegen:
Jesus, das Licht Gottes, erwarten und feiern
Grundanliegen:
Still werden und von Jesus hören, wie Gott ist
Grundanliegen:
Freude und Leid in unserem Leben und im Leben Jesu zur Sprache bringen, bedenken und feiern
Grundanliegen:
Durch die Taufe zur Gemeinschaft der Christinnen und Christen gehören
Grundanliegen:
Freude und Begeisterung erleben
Gottes Geist verbindet und hält lebendig
Grundanliegen:
Die Sehnsucht nach Geborgenheit wahrnehmen und vertrauen, dass Gott da ist
Ich bin beim Namen gerufen
Erfahrung von Zuwendung und Sehnsucht nach Geborgenheit
Menschen erfahren Gottes Zuwendung
Grundanliegen:
Auf die Schöpfung Gottes schauen: Staunen – Loben – Danken
Die Welt staunend entdecken
Die Welt als kostbares Geschenk Gottes sehen
Grundanliegen:
Erfahrungen von Licht und Dunkelheit mitteilen und deuten
Jesus, das Licht Gottes, erwarten und feiern
Licht und Finsternis erfahren
Jesus ist das Licht Gottes für die Menschen
Grundanliegen:
Still werden, Hören und Erzählen einüben und offen werden für die Erfahrung, dass Gott sich den Menschen in Jesus mitteilt
Worte berühren
Die Frohe Botschaft berührt
Beten – Dasein vor Gott
Grundanliegen:
Angenommensein und Abgelehntwerden zur Sprache bringen und die Auferstehung Jesu als Ja zum Leben feiern
Sehnsucht nach Angenommensein
Österliche Bußzeit – Fastenzeit
Grundanliegen:
Wachsen und Werden erleben und beobachten
Die Taufe als Aufnahme in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen verstehen
Freude am Wachsen und Werden
Gott schenkt in der Taufe neues Leben
Grundanliegen:
Freude und Begeisterung zur Sprache bringen und das Wirken des Heiligen Geistes als ansteckende und verändernde Kraft erleben
Freude und Begeisterung erleben
Pfingsten feiern
Die Botschaft Jesu breitet sich aus
Grundanliegen:
Erfahrungen von Geborgenheit wahrnehmen, darin für Gottes Gegenwart offen werden und darauf antworten
Menschen, die mein Leben prägen
Menschen erleben: Gott liebt uns, er hält zu uns
Auf die Gegenwart Gottes antworten
Grundanliegen:
Sich der Vielfalt von Begegnungen bewusst werden
Gottes Liebe im Umgang Jesu mit den Menschen entdecken und neue Handlungsmöglichkeiten sehen
Miteinander leben
In Jesus Gott begegnen
Grundanliegen:
Empfangen und Schenken als Grunderfahrungen des Menschen wahrnehmen
Die Geburt Jesu als Geschenk Gottes feiern
Beschenkt werden und schenken
Gott schenkt Leben – Unerwartetes geschieht
Gott schenkt sich selbst – in Jesus ist er uns ganz nahe
Grundanliegen:
Auf die Auswirkungen des eigenen Handelns aufmerksam werden
Neue Wege suchen und sich von Gottes Liebe aufrichten lassen
Menschen sehnen sich nach dem Guten
Jesus sagt den Menschen Gottes Vergebung zu
Gottes Vergebung erfahren
Grundanliegen:
Brot in seiner Bedeutung wahrnehmen
Die geheimnisvolle Gegenwart Jesu in Brot und Wein feiern
Brot – Nahrung für das Leben
Jesus – das Brot des Lebens
Jesu Leben für andere – über den Tod hinaus
Grundanliegen:
Über die Erfahrungen des Miteinander-Mahlfeierns die Bedeutung der Eucharistiefeier verstehen lernen
Um einen Tisch versammelt
Mit dem Auferstandenen Mahl feiern
Fronleichnam – Feier der bleibenden Gegenwart Jesu unter uns
Grundanliegen:
Sich der eigenen Fähigkeiten und Stärken bewusst werden und für eine gerechte Gesellschaft eintreten
Gott geht alle Wege mit
Meinen Stärken auf der Spur
Der Geist der Stärke
Grundanliegen:
Das Leben in Gemeinschaft als Gabe und Aufgabe sehen und Gott als geheimnisvolle Mitte erahnen
Grundanliegen:
Das eigene Leben als Glaubensweg deuten und in der Exoduserzählung Rettung und Befreiung durch Gott erkennen
Grundanliegen:
Die Welt in ihrer Brüchigkeit und die Sehnsucht nach Rettung wahrnehmen
Jesus als den von Gott verheißenen Retter feiern
Grundanliegen:
In biblischen Erzählungen die Zusage Gottes entdecken: Gott will ein Leben in Fülle für alle
Spuren des Reiches Gottes im eigenen Leben finden
Grundanliegen:
Grenzen erkennen und mit ihnen leben lernen
Aus dem Glauben an die Auferstehung neue Kraft gewinnen
Neuanfänge im Alltag
Grundanliegen:
Mit dem Aufbau der Heiligen Messe vertraut werden und diese als Feier des neuen Lebens verstehen
Grundanliegen:
Die Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden in ihren Anfängen und ihrem bleibenden Auftrag kennen lernen und von ihren Aufgaben, Visionen und Taten hören
Grundanliegen:
Die Welt in ihrer Vielfalt entdecken, dankbar und verantwortungsvoll mitgestalten und Gott als Schöpfer bekennen
Christinnen und Christen bekennen:
„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.“
Grundanliegen:
In den Geboten Gottes Orientierung und Hilfe für ein geglücktes Leben finden
Grundanliegen:
Sich von Gott gerufen wissen und die Menschwerdung Gottes feiern
Christinnen und Christen bekennen:
„Ich glaube (…) an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria.“
Grundanliegen:
In der Nachfolge Jesu Orientierung für die eigene Lebensgestaltung finden
Grundanliegen:
Leid als Teil unseres Lebens sehen und in der Botschaft vom Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu den Grund unseres Glaubens und unserer Hoffnung erkennen
Christinnen und Christen bekennen:
„(…), gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“
Grundanliegen:
Die Kraft gemeinsamer Ideen entdecken, den Glauben bekennen und das Heilshandeln für die Menschen als Auftrag der Kirche begreifen
Christinnen und Christen bekennen:
„Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige Katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen“
Grundanliegen:
Gemeinsames und Unterscheidendes der Konfessionen und Religionen entdecken und in Solidarität für Mensch und Welt gemeinsam handeln
Für die Volksschule Oberstufe siehe die Bekanntmachung für den Katholischen Religionsunterricht an Hauptschulen, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 571 aus 2003,.“
Auf Grund des Paragraph 2, Absatz 2, des Religionsunterrichtsgesetzes, Bundesgesetzblatt Nr. 190 aus 1949,, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Nr. 256 aus 1993,, wird bekannt gemacht:
Die Bekanntmachungen der Lehrpläne für den Evangelischen Religionsunterricht an Volksschulen und an Sonderschulen in der Verordnung des Bundesministers für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, mit welcher die Lehrpläne der Volksschule und der Sonderschule erlassen werden, Bundesgesetzblatt Nr. 134 aus 1963,, zuletzt geändert durch die Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 290 aus 2008,, werden wie folgt geändert:
Novellierungsanordnung 1, In Anlage A, Fünfter Teil, Litera b, wird der folgende vom Evangelischen Oberkirchenrat A. und H. B. am 8. Juni 2010 beschlossene Lehrplan für den Evangelischen Religionsunterricht an Volksschulen mit Wirksamkeit vom 1. September 2010 bekannt gemacht:
Der Lehrplan für den Religionsunterricht an der Grundschule ist ein Lehrplan mit Rahmencharakter. Dieser ermöglicht den Religionslehrerinnen/Religionslehrern Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrinhalte sowie hinsichtlich der Festlegung der Unterrichtsmethoden und -mittel nach verschiedenen didaktischen Gesichtspunkten. Der Lehrplan bildet demnach die Grundlage für die eigenständige und verantwortliche Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Unterrichts.
Er umfasst:
Die einzelnen Schulstufen umfassen:
Der Religionsunterricht ist ein Ort des Lernens, an dem der Erziehungsauftrag der Schule in besonderer Weise ernst genommen wird. Eingerichtet vom Staat und besorgt von der Kirche, nimmt er die sittlich-religiöse Dimension im Bildungsauftrag der Schule wahr und ist damit pädagogisch unverzichtbarer Bestandteil der Erziehung in einer pluralistischen Gesellschaft.
Evangelischer Religionsunterricht in der Grundschule bietet den Kindern an, sich mit dem Evangelium von der Menschenfreundlichkeit Gottes, wie es im Alten und Neuen Testament der Bibel bezeugt ist, selbstständig auseinanderzusetzen. In wachsender Mündigkeit soll der christliche Glaube, der die Freiheit des Menschen begründet, als tragfähiger Grund der Lebensgestaltung begriffen werden.
Für den Evangelischen Religionsunterricht ergibt sich daraus eine Reihe von Aufgaben:
Der Religionsunterricht hat Teil am allgemeinen Bildungsziel der Schule (Paragraph 2, des Schulorganisationsgesetzes), an den Lehrzielen der Grundschule sowie an den fächerübergreifenden Unterrichtsprinzipien: Gesundheits-, Lese-, Medien- und Musische Erziehung, Politische Bildung, Erziehung zum Umweltschutz, Sexual-, Sprech-, Verkehrs- und Wirtschaftserziehung.
Kindgemäßheit und Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen, soziales Lernen, Lebensbezogenheit und Anschaulichkeit, Konzentration der Bildung, Sachgerechtheit, Aktivierung und Motivierung, Differenzieren und Fördern, Sicherung und Kontrolle des Unterrichtsertrages sowie
Individualisiertes Lernen, selbsttätiges Lernen, entdeckendes Lernen, Lernen im Spiel, offenes Lernen, projektorientiertes Lernen, wiederholendes Lernen, übendes Lernen uvm. sind auch für den Religionsunterricht konstitutiv. Der Lernort „Evangelischer Religionsunterricht“ stellt seine spezifischen Anforderungen an den Unterrichtsprozess und an die Lehrerinnen/Lehrer.
Diese können wie folgt umschrieben werden:
Im Sinne des Paragraph 17, Absatz eins, des Schulunterrichtsgesetzes ist unterrichtliches Planen Ausdruck der eigenständigen und verantwortlichen Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Lehrerin/des Lehrers. Die Religionslehrer/Religionslehrerinnen haben bei ihrer unterrichtlichen Arbeit von einer Jahresplanung auszugehen, die eine Konkretisierung des Lehrplans für die jeweilige Schulstufe sowie für die Klassen- und Schulsituation bezogen auf ein Unterrichtsjahr darstellt. Im Jahresplan erfolgt ab Beginn des Schuljahres eine erste vorläufige zeitliche Anordnung der Lernfelder und Inhalte bei Orientierung an den Erfahrungs- und Lernbereichen bzw. Teilbereichen des Religionsunterrichtes. Dabei sind der (kirchliche) Jahresfestkreis, regionale und örtliche Bedingungen, die Möglichkeiten von Querverbindungen zu anderen Unterrichtsgegenständen, die Durchführung von Schulveranstaltungen und die Realisierung der ,,Unterrichtsprinzipien“ zu berücksichtigen.
Die klassenbezogene langfristige Jahresplanung soll während des Schuljahres durch mittel- und kurzfristige Planungen ergänzt werden, in welchen die verschiedenen grundschulgemäßen Lernformen Beachtung finden. Diese Planungen sollen auch die aktuellen Bedürfnisse und Interessen der Schülerinnen/Schüler berücksichtigen und ihnen ein dem Alter und der Entwicklung entsprechendes Maß an Mitbestimmung ermöglichen. Aktuelle Ereignisse und Lernanlässe sind aufzugreifen.
Die Arbeit mit den Religionsbüchern ist dieser eigenverantwortlichen Konzeption unterzuordnen.
Zur Gestaltung eines sinnvollen fächerübergreifenden Unterrichtes ist die Kooperation mit den Klassenlehrerinnen/Klassenlehrern und im Hinblick auf möglichst ganzheitliche Lernprozesse - allerdings unter Wahrung der fachspezifischen Ziele und Inhalte - anzustreben.
Wahrnehmen – annehmen – begleiten
Lernfeld 1.1: Ich – Du – Wir
Die Religionsunterrichtsgruppe entspricht im Regelfall nicht der neugebildeten Klasse. Es entsteht eine neue Gemeinschaft, in der sich die Kinder als von Gott geliebte Menschen verstehen.
Vorgeschlagene Inhalte:
Gott wird greifbar
Lernfeld 1.2: Jesus ist die Nähe Gottes
Die Kinder lernen Jesus als den kennen, der die Nähe Gottes für seine Mitmenschen spürbar machte. Aus dieser Nähe wachsen Vertrauen und Hingabe.
Vorgeschlagene Inhalte:
Angebot zur Gottesbeziehung
Lernfeld 1.3: Mut und Vertrauen: Abraham und Sara
Das erste Schuljahr bedeutet eine massive Veränderung im Leben der Kinder. Mit Sara und Abraham können sie mutig im Vertrauen auf Gott ihre neue Lebenssituation sehen.
Vorgeschlagene Inhalte:
Formen gelebten Glaubens
Lernfeld 1.4: Ausdrucksformen des Glaubens
Glaube kennt so viele Mitteilungsformen wie dem Menschen Ausdrucksmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Die Kinder lernen den Reichtum kennen und aus ihm schöpfen.
Vorgeschlagene Inhalte:
Lieder, Gebet, Stille, Tanz, Segen
Feste feiern
Lernfeld 1.5.1: Weihnachten: Das Geburtsfest Christi
Die Kinder stellen zwischen dem Fest Weihnachten und der Geburt Jesu einen Bezug her. Sie entdecken und feiern im Weihnachtsfest das Fest der Liebe Gottes zu den Menschen.
Vorgeschlagene Inhalte:
Lernfeld 1.5.2: Passion – Ostern: Trauer – Freude
Vergehen und Neuwerden sowie Gefühle von Schmerz und Trauer sind den Kindern nicht unbekannt. Durch die Kunde von Jesu Tod und Auferstehung erkennen die Kinder, dass Gott ihre Traurigkeit in Freude verwandeln kann.
Vorgeschlagene Inhalte:
Christlichen Lebensräumen begegnen
Lernfeld 1.6: Unsere Pfarrgemeinde
Die Kinder erfahren, dass sie zu einer Pfarrgemeinde der Evangelischen Kirche A. B., H. B. oder zur Evangelisch-methodistischen Kirche gehören und wo diese ist.
Vorgeschlagene Inhalte:
Information zur Bibel und Kirchengeschichte
Lernfeld 1.7: Palästina zur Zeit Jesu
Mit den biblischen Geschichten tauchen die Kinder in eine ihnen unbekannte Welt ein. Durch Anschauung und Identifikationsmöglichkeiten wird ihnen die Umwelt Jesu in Ansätzen erschlossen.
Vorgeschlagene Inhalte:
Der Lebensalltag zur Zeit Jesu
Ethische Fragen
Lernfeld 1.8: Freude an der Schöpfung
Kinder nehmen Wunderbares und Schönes in unserer Welt mit allen Sinnen wahr.
Vorgeschlagene Inhalte:
Interkulturelles Lernen, Ökumene, Solidarität
Lernfeld 1.9: Ich bin Evangelisch
Kinder entdecken unterschiedliche Zugehörigkeiten.
Vorgeschlagene Inhalte:
Mein Zuhause
Wahrnehmen – annehmen – begleiten
Lernfeld 2.1: Streit und Versöhnung
Kinder leiden unter Streit. Gutes Zusammenleben und versöhnte Beziehungen miteinander müssen immer neu geübt werden. Friedliche Konfliktlösungen kann man lernen. Jesus macht uns Mut dazu.
Vorgeschlagene Inhalte:
Gott wird greifbar
Lernfeld 2.2: Augen haben wie Jesus
Kinder lernen über sich selbst hinauszusehen, Augen für andere zu haben, für das Verletzte, die Hungrigen, die Ungeliebten und Heimatlosen: Zu dieser diakonischen Aufgabe will uns Jesus ermutigen.
Vorgeschlagene Inhalte:
Angebot zur Gottesbeziehung
Lernfeld 2.3: „Trotz allem“: Jakob und Esau
In den Geschichten von den unterschiedlichen Brüdern finden sich die Kinder wieder. Ihr Vertrauen in Gott kann wachsen, wenn sie hören, wie Gott zu denen hält, die Fehler machen.
Vorgeschlagene Inhalte:
Formen gelebten Glaubens
Lernfeld 2.4: Beten
Kinder lernen im Gebet Gott als Du zu erfahren, mit dem sie über alles reden können.
Vorgeschlagene Inhalte:
Feste feiern
Lernfeld 2.5.1: Weihnachten: Das Fest der Hoffnung
Im Leben von Kindern und Erwachsenen gibt es schwierige „dunkle“ Situationen. Menschen warten und warteten auf jemanden, der ihnen Hoffnung gibt und das Dunkel beendet.
Jesus wurde geboren, um beides zu erfüllen.
Vorgeschlagene Inhalte:
Lernfeld 2.5.2: Passion – Ostern: Verlassensein - Hoffnung erfahren
Zur Alltagserfahrung der Kinder gehören Gefühle der Verlassenheit und Einsamkeit. Alle Beteiligten an der Leidensgeschichte erleben diese Gefühle in ihrer tiefsten Form. Durch die Begegnung mit dem Auferstandenen wachsen neue Hoffnung und Lebensmut. Dies erleben wir auch in der Feier des Abendmahls.
Vorgeschlagene Inhalte:
Christlichen Lebensräumen begegnen
Lernfeld 2.6: Ich bin evangelisch, und du?
Kinder erfassen das Typische am Evangelischsein.
Vorgeschlagene Inhalte:
Information zur Bibel und Kirchengeschichte
Lernfeld 2.7: Glaube und Leben
Glaube lebt von Vorbildern. Zu christlichem Handeln muss eingeladen werden. Die Kinder erkennen an historischen Persönlichkeiten, was Christ sein heißen kann.
Vorgeschlagene Inhalte:
Erweiterung:
Ethische Fragen
Lernfeld 2.8: Zukunft der Schöpfung
Kinder erfahren, dass sich Menschen für den Schutz der Mitwelt einsetzen. Ausgehend vom Schöpfungsauftrag wächst Verantwortungsbewusstsein und Mut, sich dafür zu engagieren.
Vorgeschlagene Inhalte:
Interkulturelles Lernen, Ökumene, Solidarität
Lernfeld 2.9: Im Haus der Christinnen und Christen
Die Kinder erkennen die gemeinsamen Grundlagen des christlichen Glaubens. Sie sehen, was sie mit anderen Konfessionen verbindet oder von ihnen trennt.
Vorgeschlagene Inhalte:
Wahrnehmen – annehmen – begleiten
Lernfeld 3.1: Wir leben in Gemeinschaft
Kinder erleben neben gelingender Gemeinschaft auch Scheitern, Ausgrenzung und Schuld.
Die sensible Wahrnehmung, dass in einer Gemeinschaft alle Platz haben, muss immer wieder geübt werden. Neuanfang ist möglich und Vergebung kann zugesprochen werden. Jesus hat dies gelebt.
Vorgeschlagene Inhalte:
Erweiterung:
Gott wird greifbar
Lernfeld 3.2: Mit Jesus unterwegs zu den Menschen
Kinder erleben sich nicht nur behütet und in Sicherheit, sondern auch allein und missverstanden. Jesus wandte sich den Ausgestoßenen seiner Zeit zu. Das gibt den Kindern Orientierung und Lebensmut.
Vorgeschlagene Inhalte:
Angebot zur Gottesbeziehung
Lernfeld 3.3: Mit Gott auf dem Weg: Josef
Die Josefsgeschichte gibt den Kindern einen weiteren tragfähigen Grund von Vertrauen auf ihren Lebensweg mit. Gott führt zu einem guten Ende, zu gerettetem Leben.
Vorgeschlagene Inhalte:
Formen gelebten Glaubens
Lernfeld 3.4: Wir klagen über einen Verlust
Kinder haben bereits schmerzliche Erfahrungen mit Verlust und Tod. Die Klage und das Gespräch aber auch das Wahrnehmen von Werden und Vergehen anhand der Jahreszeiten sind Möglichkeiten des Umgangs damit.
Vorgeschlagene Inhalte:
Feste feiern
Lernfeld 3.5.1: Weihnachten: Gott kommt in die Welt: Ein Kind
Kinder erleben, dass vieles mit Gewalt geregelt wird und dass viele den „Starken“ nachlaufen.
Gott antwortet darauf in seinem Kommen als Kind.
Vorgeschlagene Inhalte:
Lernfeld 3.5.2: Passion – Ostern: Wege ins Leiden – Wege ins Leben
Wer sich einsetzt, setzt sich aus. Das haben Kinder bereits erfahren. Jesus bleibt seinem Weg bis zum Ende treu. Gott bestätigt diesen Weg durch seine Auferweckung. Das gibt Mut, Jesu Weg zu folgen.
Vorgeschlagene Inhalte:
Erweiterung:
Thomas (Jh. 20, 24-29)
Christlichen Lebensräumen begegnen
Lernfeld 3.6: Unsere Pfarrgemeinde – Nachbargemeinde(n) – Diözese, Landeskirche; lokale Kirchengeschichte
Evangelische Kinder, Lehrerinnen und Lehrer müssen oft mit Situationen der Vereinzelung und Benachteiligung fertig werden. Das Eingebunden-Sein in die größere Gemeinschaft der Pfarrgemeinde, Diözese, Landeskirche gibt Rückhalt.
Vorgeschlagene Inhalte:
Information zur Bibel und Kirchengeschichte
Lernfeld 3.7: Bibel
Die Kinder kennen bereits biblische Geschichten. Sie lernen, dass die Bibel Grundlage des Evangelischen Glaubens ist.
Vorgeschlagene Inhalte:
Ethische Fragen
Lernfeld 3.8: Regeln und Rechte
Zusammenleben braucht Regeln. Rechte schützen den Lebensraum von Schwachen.
Im Doppelgebot der Liebe zeigt Jesus neue Wege.
Vorgeschlagene Inhalte:
Interkulturelles Lernen, Ökumene, Solidarität
Lernfeld 3.9: Fremdes wahrnehmen – aufeinander zugehen
Kinder aus unterschiedlichen Kulturkreisen befinden sich häufig in einem Klassenverband.
Abbau von Vorurteilen, Erwerb einer toleranten und akzeptierenden Haltung sind Ziele dieser Unterrichtseinheit.
Vorgeschlagene Inhalte:
Wahrnehmen – annehmen – begleiten
Lernfeld 4.1: Schuld und Vergebung
Kinder erleben sehr schmerzhaft, dass sie schuldig werden können. Diese Erfahrung macht sie einsam und hoffnungslos, wenn sie keine Möglichkeit haben, sich mitzuteilen. Wir klären miteinander, dass alle Menschen Schuld mit sich herumtragen und öffnen den Blick für Entlastung und Vergebung.
Vorgeschlagene Inhalte:
Gott wird greifbar
Lernfeld 4.2: Jesus beauftragt zum Miteinander
Kinder tragen ein Stück weit die Phantasie für eine neue Welt in sich. Gottes Welt im Miteinander zu leben – für diese Hoffnung lebte Jesus. Wir überlegen, was wir dazu tun können, auch wenn diese Welt sehr ferne von uns zu liegen scheint.
Vorgeschlagene Inhalte:
Angebot zur Gottesbeziehung
Lernfeld 4.3: Gott befreit zur Geschwisterlichkeit: Moses
Die Kinder erfahren, dass Gott für die Bedrückten da ist: Die Befreiung aus der Sklaverei erinnern und feiern die Juden bis heute. Die Gebote – von Gott am Sinai gegeben – helfen, dass ein Leben in Freiheit gelingen kann.
Vorgeschlagene Inhalte:
Erweiterung:
Weitere Moses-Geschichten in Auswahl
Formen gelebten Glaubens
Lernfeld 4.4: Taufe und Abendmahl
Die beiden Sakramente sind Kennzeichen der Liebe Gottes zu uns. Das Versprechen Gottes in ihnen: seine Nähe, seine Vergebung brauchen Kinder wie Erwachsene.
Vorgeschlagene Inhalte:
Feste feiern
Lernfeld 4.5.1: Weihnachten: Christus kommt in eine unversöhnte Welt
Die Kinder erkennen, dass in der Weihnachtsbotschaft wichtige Grundwerte des Christentums enthalten sind, die zugleich Befreiung und Auftrag darstellen.
Vorgeschlagene Inhalte:
Lernfeld 4.5.2: Passion – Ostern: Auferstehung ist Neubeginn
Kinder vertiefen ihr Verständnis von Passion und Ostern. Die Osterbotschaft enthält Erfahrungen von Befreiung aus Ängsten, Hoffnung in Situationen der Ausweglosigkeit, Neubeginn nach Niederlagen.
Vorgeschlagene Inhalte:
Christlichen Lebensräumen begegnen
Lernfeld 4.6: Die Kirche
Auf der ganzen Welt leben Christen. Was sie verbindet ist die Entstehung der Kirche von Pfingsten her und die Bedeutung der Taufe.
Vorgeschlagene Inhalte:
Information zur Bibel und Kirchengeschichte
Lernfeld 4.7: Reformation
Kinder verschiedener Evangelischer Bekenntnisse (evang. A. B., evang. H. B., evang.-meth.) gehören derselben Unterrichtsgruppe an. Gemeinsam wird ihnen der angstfreie und vertrauensvolle Zugang zu Gott vermittelt.
Vorgeschlagene Inhalte:
Ethische Fragen
Lernfeld 4.8: Die eine Welt
Informationen aus anderen Ländern werden von den Kindern mit Neugier entgegengenommen. Eine lebenswerte Zukunft der Menschheit hängt davon ab, ob ein „Miteinander Leben“ gelingt – im Kleinen wie im Großen.
Vorgeschlagene Inhalte:
Interkulturelles Lernen, Ökumene, Solidarität
Lernfeld 4.9: Kinder anderer Religionen leben bei uns
Kinder mit verschiedenen Religionsbekenntnissen gehen gemeinsam in die Schule.
Das Kennenlernen anderer Religionen fördert Akzeptanz und gegenseitiges Verstehen.
Vorgeschlagene Inhalte:
Die Weltreligionen
Für die Vorschulstufe sind die Lernfelder der Grundstufe römisch eins entsprechend dem Entwicklungsstand der Kinder anzuwenden.
Für die Volksschule Oberstufe siehe die Bekanntmachung für den Evangelischen Religionsunterricht an Hauptschulen, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 201 aus 2002,.“
Novellierungsanordnung 2, In Anlage C1, Abschnitt 6, Litera b, wird der folgende vom Evangelischen Oberkirchenrat A. und H. B. am 8. Juni 2010 beschlossene Lehrplan für den Evangelischen Religionsunterricht an Allgemeinen Sonderschulen mit Wirksamkeit vom 1. September 2010 bekannt gemacht:
Der Lehrplan für den Evangelischen Religionsunterricht ist ein Lehrplan mit Rahmencharakter.
Er ermöglicht den Religionslehrerinnen/Religionslehrern Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrinhalte sowie hinsichtlich der Festlegung der Unterrichtsmethoden und -mittel nach verschiedenen didaktischen Gesichtspunkten, sowohl für Integrations- als auch für Sonderschülerinnen und -schüler.
Alle Kinder und Jugendlichen sollen nach den möglichst höchsten Lehrplan-Zielen unterrichtet werden. Daher haben die Bildungs- und Lehraufgaben sowie die didaktischen Grundsätze des Volksschullehrplans und des Lehrplans der Hauptschule Grundlage für die Planung und Durchführung des Evangelischen Religionsunterrichts zu sein.
Der Lehrplan bildet gemeinsam mit dem Individuellen Förderplan demnach die Basis für die eigenständige und verantwortliche Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Unterrichts.
Im Rahmen der Reflexion ist zu entscheiden, ob die gesetzten Ziele erreicht wurden oder ob diese zu verändern sind.
Für die Erteilung des Religionsunterrichtes gelten das Allgemeine Bildungsziel und die Allgemeinen Bestimmungen des Lehrplans der Allgemeinen Sonderschule sowie die Bildungs- und Lehraufgaben der Lehrpläne für den Evangelischen Religionsunterricht an Volks- und Hauptschulen.
Es gelten die allgemeinen didaktischen Grundsätze mit Bedachtnahme folgender fachdidaktischer Hinweise:
Die allgemeinen Bildungsziele des Lehrplans der Allgemeinen Sonderschule sehen vor, dass den Kindern und Jugendlichen nach Möglichkeit eine der Volksschule oder der Hauptschule entsprechende Bildung vermittelt wird. Diese Lehrpläne sollen die Grundlage für die Planung und Durchführung sein. Daher kann auf den in diesen Lehrplänen enthaltenen Lehrstoff für den Evangelischen Religionsunterricht verwiesen werden.
Der Lehrplan ist als Planungskonzept angelegt, der den Lehrerinnen und Lehrern in der Auswahl der Aufgaben und Inhalte ein Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse und Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler ermöglicht.
Die bestehenden Lehrpläne für den Evangelischen Religionsunterricht für die Volksschule und die Hauptschule ermöglichen das eigenständige und eigenverantwortliche Arbeiten der Religionslehrerinnen und Religionslehrer. Differenzierung und Individualisierung sind in allen Lehrplänen gefordert.
Das setzt voraus, dass Religionslehrerinnen und Religionslehrer das einzelne Kind und die Gruppe genau wahrnehmen und beobachten. Die Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen muss Ausgangsposition sein, ihre persönlichen Stärken und Begabungen sind als Basis der Unterrichtsarbeit zu erkennen und als Ressourcen bestmöglich zu nutzen.
Die Religionslehrerin/der Religionslehrer soll in die Individuellen Förderpläne der Schülerinnen und Schüler Einsicht nehmen und gegebenenfalls an deren Erstellung mitwirken. Differenzierungs- und Individualisierungsmaßnahmen können von der Religionslehrerin/dem Religionslehrer in kurzer Form beschrieben und dem Individuellen Förderplan beigelegt werden.
Nach Bedarf kann ein Kooperationsgespräch zwischen Religionslehrerin/Religionslehrer und der Lehrkraft bzw. den Lehrkräften geführt werden, um Einblick in die Arbeit mit dem Kind bzw. in den Individuellen Förderplan zu nehmen.
Zur Gestaltung eines sinnvollen fächerübergreifenden Unterrichtes und im Hinblick auf möglichst ganzheitliche Lernprozesse ist die Kooperation mit den für den Individuellen Förderplan verantwortlichen Lehrerinnen/Lehrern – allerdings unter Wahrung der fachspezifischen Ziele und Inhalte – anzustreben.
Die acht Schulstufen des Lehrplans der Allgemeinen Sonderschule sind in drei Lehrplan-Hauptstufen zusammengefasst:
Der Volksschullehrplan und der Lehrplan für die Hauptschule bieten einen geeigneten Rahmen für die Planung und Durchführung des Evangelischen Religionsunterrichts für Kinder und Jugendliche mit Sonderpädagogischem Förderbedarf. Die Auswahl der Ziele und Inhalte konzentriert sich auf das Wesentliche.“
Novellierungsanordnung 3, In Anlage C2 und C3, Abschnitt 7, Litera b, werden die abgedruckten Lehrpläne für den Evangelischen Religionsunterricht durch das folgende Zitat ersetzt:
Siehe die Bekanntmachung in Anlage C1.“
Novellierungsanordnung 4, In Anlage C4, Fünfter Teil, lautet die lit. b:
Siehe die Bekanntmachung in Anlage C1. Entsprechend der Eigenart und den Behinderungen sowie der beschränkten Aufnahme- und Entwicklungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler können die Lehrpläne der Allgemeinen Sonderschule entsprechend verkürzt und vereinfacht werden.“
Novellierungsanordnung 5, In Anlage C5 im Absatz „Allgemeine Bestimmungen“ wird nach der Wortfolge „oder der Lehrplan der Polytechnischen Schule Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 236 aus 1997,, in der jeweils geltenden Fassung)“ die Wortfolge „sowie die darin bekannt gemachten Lehrpläne für den Religionsunterricht“ angefügt.
Novellierungsanordnung 6, Anlage C6, Fünfter Teil lautet:
(Bekanntmachung gemäß Paragraph 2, Absatz 2, des Religionsunterrichtsgesetzes)
Siehe die Bekanntmachungen
Schmied