BUNDESGESETZBLATT

FÜR DIE REPUBLIK ÖSTERREICH

Jahrgang 2010

Ausgegeben am 12. August 2010

Teil II

255. Bekanntmachung:

Lehrpläne für den Katholischen Religionsunterricht an Volksschulen und für den Evangelischen Religionsunterricht an Volksschulen und an Sonderschulen

255. Bekanntmachung der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur betreffend die Lehrpläne für den Katholischen Religionsunterricht an Volksschulen und für den Evangelischen Religionsunterricht an Volksschulen und an Sonderschulen

Artikel 1

Bekanntmachung betreffend den Lehrplan für den Katholischen Religionsunterricht an Volksschulen

Auf Grund des § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes, BGBl. Nr. 190/1949, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. Nr. 256/1993, wird bekannt gemacht:

Die Bekanntmachung des Lehrplans für den Katholischen Religionsunterricht an Volksschulen in der Verordnung des Bundesministers für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, mit welcher die Lehrpläne der Volksschule und der Sonderschule erlassen werden, BGBl. Nr. 134/1963, zuletzt geändert durch die Verordnung BGBl. II Nr. 290/2008, wird wie folgt geändert:

In Anlage A, Fünfter Teil, lit. a wird der folgende von der Bischofskonferenz am 25. März 1985 (Vorschulstufe) bzw. am 7. November 1991 (Grundschule) approbierte und in der überarbeiteten Fassung in der Vollversammlung der Bischofskonferenz von 21. bis 23. Juni 2010 zur Kenntnis genommene Lehrplan für den Katholischen Religionsunterricht an Volksschulen mit Wirksamkeit vom 1. September 2010 bekannt gemacht:

„a) Katholischer Religionsunterricht

1. Bildungs- und Lehraufgabe:

Katholischer Religionsunterricht im Rahmen der schulischen Bildung

Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule in besonderer Weise ihren Auftrag zur Mitwirkung an der religiösen Bildung (Art. 14 Abs. 5a des Bundes-Verfassungsgesetzes und § 2 des Schulorganisationsgesetzes) in Form eines eigenen Unterrichtsgegenstandes. Dieser versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern und an der Schule.

Er nimmt das unterschiedliche Ausmaß kirchlicher Sozialisation bzw. religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und will alle Schülerinnen und Schüler ansprechen, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen.

Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die entsprechend dem christlichen Menschenbild davon ausgehen, dass der Mensch auf Transzendenz ausgerichtet ist. So erhalten die zu behandelnden Grundfragen nach Herkunft, Zukunft und Sinn eine religiöse Dimension.

Der Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt seinen Standpunkt aus der Orientierung an der biblischen Offenbarung und der kirchlichen Tradition.

Ökumenische und interreligiöse Anliegen sollen nach Möglichkeit Berücksichtigung finden und so ein gelebtes Zeichen des Dialogs zwischen Konfessionen und Religionen sein.

Inhalt und Anliegen des Religionsunterrichts

In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube.

Daher sind Inhalt des Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der christliche Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den christlichen Gemeinden gelebt wird. Lebens-, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des christlichen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat in Jesus Christus seine Mitte.

Zugleich werden Schülerinnen und Schüler ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz und zur Werteerziehung sowie zur Gestaltung des Schullebens und der Schulkultur.

Bedeutung des Religionsunterrichts für die Gesellschaft

Der Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur Katholischen Kirche soll einen Beitrag zur Bildung von Identität leisten, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert. Das erfordert eine ausführliche Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Toleranz gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen, als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch.

Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung von christlichem Glauben soll zum Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen und befähigen. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich in Kirche und Gesellschaft zu engagieren.

Die Stellung des Religionsunterrichts an der Volksschule

Religiöse Bildung im Religionsunterricht ist ein kommunikatives und prozessorientiertes Geschehen und bringt die dem christlichen Glaubensverständnis eigene Sicht von Gott, Mensch und Welt ein. Sie nimmt dabei Rücksicht auf biografische, geschlechtsspezifische und entwicklungspsychologische Gegebenheiten.

Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung und Entwicklung der eigenen Identität durch die Erschließung des Lebens aus der christlichen Perspektive.

Der Religionsunterricht ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Volksschule. Die allgemeinen Unterrichtsprinzipien gelten auch für den Religionsunterricht. Als Pflichtgegenstand leistet er einen wesentlichen Beitrag zur Allgemein- und Persönlichkeitsbildung.

Der Religionsunterricht lädt ein, aus christlichen Wurzeln zu leben, eine persönliche Spiritualität zu entwickeln und den Glauben in unterschiedlichen Ausdrucksformen zu feiern.

Beiträge zu den Aufgaben der Schule

Der Unterricht in Katholischer Religion leistet auf dem Hintergrund der christlichen Botschaft einen eigenständigen Beitrag zu den wesentlichen Aufgaben der Schule:

-

zur Werteerziehung und zur Gestaltung kultureller Werte

-

zur Entwicklung und Vermittlung grundlegender Kenntnisse, Fähigkeiten, Einsichten und Einstellungen

-

zur Entwicklung der Persönlichkeit

-

zum sozialen Lernen

-

zur individuellen Förderung eines jeden Kindes

-

zur Konfliktbewältigung und zur Friedenserziehung und

-

zu interreligiösem, ökumenischem und interkulturellem Lernen

Integration

In der Regel sind der Lehrplan der Grundschule und die individuellen Lernvoraussetzungen der Kinder und ihre spezifischen Bedürfnisse Ausgangspunkte der Unterrichtsplanung (siehe Lehrplan der Volksschule, Zweiter Teil, I, Z 7 zu „Integration“). Inklusiver Unterricht eröffnet neue Perspektiven schulischen Lernens und ermöglicht Unterrichtsqualitäten zu entwickeln, die im Sinne des gemeinsamen lebensbegleitenden Lernens von Bedeutung sind.

 

2. Didaktische Grundsätze:

Allgemeine didaktische Grundsätze

Die allgemeinen didaktischen Grundsätze des Lehrplans der Grundschule gelten auch für den Religionsunterricht:

-

Kindgemäßheit und Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen

-

Soziales              Lernen

-

Lebensbezogenheit und Anschaulichkeit

-

Konzentration der Bildung

-

Sachgerechtheit

-

Aktivierung und Motivierung

-

Individualisieren, Differenzieren und Fördern

-

Sicherung und Kontrolle des Unterrichtertrages

Religionsdidaktische Grundsätze

Basis für die religionsdidaktischen Grundsätze bildet die theologische Korrelation als wechselseitige Erschließung von Glauben und Leben. Das Prinzip „der doppelten Treue, der Treue zu Gott und der Treue zu den Menschen“, wie es in Catechesi Tradendae (Nr. 55) festgehalten ist, ist Grundlage für die religionspädagogische Arbeit in der Grundschule.

a)

Theologisieren – Den Glauben gemeinsam reflektieren lernen

              Im Theologisieren wird Sprache für Religiöses gefunden, vielfältig vernetztes Wissen aufgebaut und Raum gegeben für existenzielle Fragen der Menschheit.

b)

Traditionen – Aus den christlichen Wurzeln lernen

              Die christliche Tradition bietet Antworten auf die Sinnfragen des Menschen. Glaubenswissen, tragende Rituale, Grundgebete und Brauchtum zeigen, wie Menschen leben und gelebt haben.

c)

Biblische Texte – Aus Biografien lernen

              Im Religionsunterricht kommt das Leben zur Sprache. Wie Gott im Leben der Menschen wirkt, wird in der Bibel offenbar. Der Zugang zu biblischen Texten, das Erzählen und Lebendigwerden des Textes sind wesentliche Grundzüge eines Religionsunterrichts, der sich seiner biblischen Schätze bewusst ist.

d)

Kräfteschulung – Mit allen Sinnen lernen

              Die Schulung menschlicher Grundkräfte – staunen, bitten, loben, danken, sich freuen, Empathie üben, achtsam sein, trösten – gehört zu den Aufgaben des Religionsunterrichts.

e)

Beziehungen – Beten lernen

              Beziehung und Kommunikation beeinflussen entscheidend das Gelingen von Lernprozessen. Der Religionsunterricht hilft, eine Sprache zu finden für die Hinwendung zum DU und für das Gebet.

f)

Symbole, Rituale und Sakramente – Feiern lernen

              Symbolerziehung              trägt dazu bei, dass Wirklichkeit mehrdimensional wahrgenommen werden kann. Im Religionsunterricht werden die Symbole des Glaubens erschlossen und Möglichkeiten eröffnet, Leben und Glauben zu feiern (Kirchenjahr, Sakramente, Rituale für unterschiedliche Lebenssituationen, Brauchtum, Schulkultur).

g)

Bild und Sprache – Ästhetisches Lernen

              Ästhetische Erziehung bemüht sich um eine erhöhte Wahrnehmungskompetenz und einen differenzierten und kritischen Zugang zur Wirklichkeit. Religionsunterricht erschließt die vielfältige Sprache von Kunst, unterstützt ein Lernen mit allen Sinnen und fördert kreative Ausdrucksformen.

h)

Gewissensbildung – Versöhnung lernen

              Aufbauend auf christlichen Werten ermöglicht ethisches Lernen einen konstruktiven Umgang mit Konflikten und Krisen, Schuld und Sünde, gibt Orientierung und wirkt gemeinschaftsstiftend. Das Lernen einer solidarischen und empathischen Grundhaltung und die Bereitschaft zur Versöhnung angesichts der Brüchigkeit des Lebens sind wichtige Beiträge des Religionsunterrichts für die Herzensbildung der Schülerinnen und Schüler.

i)

Multireligiosität – Von der Vielfalt lernen

              Schule spiegelt die multikulturelle Gesellschaft wider. Das Wissen um die eigene Identität und Religion und um andere Religionen und Bekenntnisse, sowie die Akzeptanz des bleibenden Fremdseins fördern den Dialog. Sie bauen mit an einer ökumenischen Grundhaltung, die von gegenseitiger Achtung getragen ist. Sie sind ein wesentlicher Beitrag zur Friedenserziehung.

 

3. Art und Gliederung des Lehrplans

Der Lehrplan für den Religionsunterricht der Grundschule ist ein Lehrplan mit Rahmencharakter. Er beinhaltet verpflichtende Themenfelder und Grundanliegen. Die Themenfelder und Inhalte der einzelnen Schulstufen sind so angeordnet, dass Differenzierung und Individualisierung in Planung und Umsetzung erleichtert werden.

Der Lehrplan gliedert sich in Grundstufe I (Vorschulstufe, erste und zweite Schulstufe) und Grundstufe II (dritte und vierte Schulstufe) und ermöglicht den Religionslehrerinnen und Religionslehrern Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrinhalte.

Besondere schulische und pastorale Gegebenheiten können eine Verschiebung der Themenfelder notwendig machen.

Durch fächerübergreifendes und projektorientiertes Arbeiten unter Wahrung der fachspezifischen Ziele und Inhalte wird ein ganzheitlicher Lernprozess angestrebt.

Der Lehrplan der Vorschulstufe ermöglicht einen Schulstufenwechsel entsprechend dem Entwicklungsstand des Kindes.

Das Kirchenjahr, bestimmte Feste und Festzeiten sowie Gedenktage der Heiligen prägen das schulische Geschehen der Grundschule. Dies wird auf allen vier Schulstufen mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung berücksichtigt und gilt ebenso für die Gebets- und Sakramentenerziehung.

Die Schulstufen gliedern sich jeweils in

-

ein Leitmotiv

-

sieben Themenfelder mit einem Grundanliegen

-

Themen und exemplarische Inhalte

Vorschulstufe

GEBORGENHEIT SUCHEN – GOTT SCHENKT MIR VERTRAUEN

Themenfeld 1

ICH BIN – GOTT IST MIT MIR

Grundanliegen:

Sich selbst und andere wahrnehmen und vertrauen – Gott ist bei mir

-

Ich und mein Name

-

Ich und die Anderen

-

Gott ist bei mir

Themenfeld 2

ICH ENTDECKE DIE WELT – GOTT IST DA

Grundanliegen:

Auf die Schöpfung Gottes schauen und vertrauen – Gott ist da

-

Die Welt ist voller Wunder – entdecken und staunen

-

Die Welt ist voller Geheimnisse – wachsen und vergehen

-

Gott ist da – loben und danken

Themenfeld 3

ICH ERLEBE LICHT – GOTT SCHENKT LICHT

Grundanliegen:

Jesus, das Licht Gottes, erwarten und feiern

-

Licht und Dunkelheit erfahren

-

Heilige Menschen bringen Licht in unsere Welt

-

Jesus, das Licht von Gott

Themenfeld 4

ICH ENTDECKE MEINE RELIGION – GOTT TEILT SICH MIT

Grundanliegen:

Still werden und von Jesus hören, wie Gott ist

-

Still werden und hören

-

Durch die Bibel von Jesus erfahren, wie Gott ist

-

Miteinander beten

Themenfeld 5

ICH ERLEBE LEID UND FREUDE – GOTT TRÄGT

Grundanliegen:

Freude und Leid in unserem Leben und im Leben Jesu zur Sprache bringen, bedenken und feiern

-

Ablehnung und Angenommensein

-

Jesus geht einen schweren Weg – Gott trägt

-

Die Freude der Osterbotschaft

Themenfeld 6

ICH BIN GERUFEN – GOTT SCHENKT MIR NEUES LEBEN

Grundanliegen:

Durch die Taufe zur Gemeinschaft der Christinnen und Christen gehören

-

Wachsen und sich verändern

-

Gott ruft mich beim Namen

-

Die Taufe

Themenfeld 7

ICH LEBE IN GEMEINSCHAFT– GOTTES GEIST VERBINDET

Grundanliegen:

Freude und Begeisterung erleben

Gottes Geist verbindet und hält lebendig

-

Freude und Begeisterung stecken an

-

Das Leben feiern – der Sonntag

-

Gottes Geist wirkt

1. Schulstufe

GEBORGENHEIT SUCHEN – GOTT SCHENKT VERTRAUEN

Themenfeld 1.1

NICHT ALLEIN SEIN – GOTTES ZUWENDUNG ERFAHREN

Grundanliegen:

Die Sehnsucht nach Geborgenheit wahrnehmen und vertrauen, dass Gott da ist

Ich bin beim Namen gerufen

-

Ich bin einmalig – ich habe einen Namen (Jes 43,1)

Erfahrung von Zuwendung und Sehnsucht nach Geborgenheit

-

Ich bin nicht allein – ich habe meinen Platz

-

Aufeinander zugehen

Menschen erfahren Gottes Zuwendung

-

Gott segnet Abraham (Gen 15,1-7)

-

Ich bin da (Ex 3,1-17)

-

Gott geht mit (Buch Jona); Hannah (1 Sam 1,1-2,1); Elija (1 Kön 19)

-

Zeichen des Segens – das Kreuzzeichen

Themenfeld 1.2

DIE WELT STAUNEND ENTDECKEN – GOTT FÜR DIE SCHÖPFUNG LOBEN UND DANKEN

Grundanliegen:

Auf die Schöpfung Gottes schauen: Staunen – Loben – Danken

Die Welt staunend entdecken

-

Fülle des Lebens: Die Natur mit allen Sinnen erfahren – Erntedank

-

Geheimnis des Lebens: Werden und Vergehen – Allerheiligen und Allerseelen

Die Welt als kostbares Geschenk Gottes sehen

-

Menschen glauben: Gott hat die Welt erschaffen und uns anvertraut (Gen 1-2,4a)

-

Im Gebet Gott loben und danken (Ps 148)

Themenfeld 1.3

LICHT UND FINSTERNIS ERLEBEN – GOTT SCHENKT LICHT

Grundanliegen:

Erfahrungen von Licht und Dunkelheit mitteilen und deuten

Jesus, das Licht Gottes, erwarten und feiern

Licht und Finsternis erfahren

-

Erfahrungen von Licht und Dunkelheit deuten

-

Menschen bringen Licht in die Welt

-

Heilige

Jesus ist das Licht Gottes für die Menschen

-

Menschen warten auf Jesus – Advent (Jes 9,1.5-6a)

-

Jesus, das verheißene Licht (Lk 1,26-38)

-

Die Geburt Jesu (Lk 2,1-20)

Themenfeld 1.4

HÖREN UND ERZÄHLEN – GOTT TEILT SICH MIT

Grundanliegen:

Still werden, Hören und Erzählen einüben und offen werden für die Erfahrung, dass Gott sich den Menschen in Jesus mitteilt

Worte berühren

-

Aufmerksamkeit und Stille üben

-

Bedeutsame Worte und Geschichten miteinander teilen

Die Frohe Botschaft berührt

-

Die Bibel – das Buch des Lebens für Christinnen und Christen

-

Begegnungen mit Jesus

-

Jesus und die Kinder (Mk 10,13-16)

-

Jesus macht sehend – Bartimäus (Mk 10,46-52

-

Wer ist dieser Jesus – Seesturm (Lk 8,22-25)

Beten – Dasein vor Gott

-

Vom Vertrauen beim Beten (Mt 7,7-10)

-

Das Vater unser (Mt 6,9-13)

-

Gebetshaltungen

Themenfeld 1.5

NÄHE ERSEHNEN – GOTT WILL UNSER HEIL

Grundanliegen:

Angenommensein und Abgelehntwerden zur Sprache bringen und die Auferstehung Jesu als Ja zum Leben feiern

Sehnsucht nach Angenommensein

-

Erfahrungen von Ablehnung und Angenommensein

-

Jesus heilt einen Aussätzigen (Lk 5,12-16)

Österliche Bußzeit – Fastenzeit

-

Jesus erfährt Ablehnung und liebt bis in den Tod

-

Die Heilige Woche

Ostern – Auferstehung feiern

-

Jesus lebt (Joh 20,11-18)

-

Das Osterfest

Themenfeld 1.6

DEM LEBEN VERTRAUEN – GOTT SCHENKT NEUES LEBEN

Grundanliegen:

Wachsen und Werden erleben und beobachten

Die Taufe als Aufnahme in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen verstehen

Freude am Wachsen und Werden

-

Lebenskraft Erde – vom Aufblühen der Natur

-

Lebenskraft Liebe – von der Verwandlung der Menschen

Gott schenkt in der Taufe neues Leben

-

Die Symbole der Taufe

-

Gott ruft mich beim Namen

-

Aufgenommen in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen (Apg 16,13-15)

Themenfeld 1.7

FREUDE WEITERGEBEN – VON GOTTES GEIST ERFÜLLT SEIN

Grundanliegen:

Freude und Begeisterung zur Sprache bringen und das Wirken des Heiligen Geistes als ansteckende und verändernde Kraft erleben

Freude und Begeisterung erleben

-

Worüber ich mich freue – was mich begeistert

-

Begeisterung steckt an

Pfingsten feiern

-

Gott sendet seinen Geist (Apg 2,1-6)

-

Gottes Geist erfüllt die Herzen der Menschen und verändert sie

Die Botschaft Jesu breitet sich aus

-

Christinnen und Christen leben und feiern miteinander – Sonntag

2. Schulstufe

MITEINANDER LEBEN UND FEIERN - GOTT BEGEGNEN

Themenfeld 2.1

ZU JEMANDEM GEHÖREN – VON GOTT GETRAGEN SEIN

Grundanliegen:

Erfahrungen von Geborgenheit wahrnehmen, darin für Gottes Gegenwart offen werden und darauf antworten

Menschen, die mein Leben prägen

-

Wohin ich gehöre – wem ich vertraue

-

Ich brauche jemanden, der mich annimmt (Sir 6,14)

Menschen erleben: Gott liebt uns, er hält zu uns

-

Gott sorgt – der gute Hirte (Ps 23; Lk 15,3-7)

-

Gott segnet – die Jakobserzählung (Gen 27-33)

Auf die Gegenwart Gottes antworten

-

Beten: danken, bitten, loben, schweigen, klagen, singen, tanzen, …

-

Gebetsräume, Gebetszeiten

Themenfeld 2.2

MITEINANDER LEBEN – IN JESUS GOTT BEGEGNEN

Grundanliegen:

Sich der Vielfalt von Begegnungen bewusst werden

Gottes Liebe im Umgang Jesu mit den Menschen entdecken und neue Handlungsmöglichkeiten sehen

Miteinander leben

-

Auf vielfältige Weise einander begegnen

-

Einander zum Segen werden

In Jesus Gott begegnen

-

Sehend werden – Heilung eines Blinden bei Betsaida (Mk 8,22-25)

-

Heil werden – Tochter des Jairus (Mk 5,21-24.35-43)

-

Aufbrechen – Männer und Frauen gehen mit Jesus mit (Lk 8,1-3; Mt 4,18-22)

Themenfeld 2.3

EMPFANGEN UND GEBEN – GOTT SCHENKT UNS SEINEN SOHN

Grundanliegen:

Empfangen und Schenken als Grunderfahrungen des Menschen wahrnehmen

Die Geburt Jesu als Geschenk Gottes feiern

Beschenkt werden und schenken

-

Grunderfahrung des Schenkens und des Beschenktwerdens

-

Leben ist Geschenk

Gott schenkt Leben – Unerwartetes geschieht

-

Elisabet und Maria (Lk 1,5-45)

-

Gegrüßet seist Du, Maria

Gott schenkt sich selbst – in Jesus ist er uns ganz nahe

-

Weihnachtsevangelium (Lk 2,1-20)

Themenfeld 2.4

SICH NACH DEM HEIL SEHNEN – GOTT ERMÖGLICHT VERSÖHNUNG

Grundanliegen:

Auf die Auswirkungen des eigenen Handelns aufmerksam werden

Neue Wege suchen und sich von Gottes Liebe aufrichten lassen

Menschen sehnen sich nach dem Guten

-

Wahrnehmen, wer ich bin

-

Schuldig werden

-

Versöhnung erfahren: Zeichen und Gesten der Versöhnung

Jesus sagt den Menschen Gottes Vergebung zu

-

„Deine Sünden sind dir vergeben“ (Lk 5,17-26)

-

„Dein Glaube hat dir geholfen“ (Lk 7,36-50)

-

„Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt“ (Lk 19,1-10)

Gottes Vergebung erfahren

-

Wege der Versöhnung

-

Der barmherzige Vater (Lk 15,11-32)

-

Das Sakrament der Versöhnung

Themenfeld 2.5

FÜREINANDER DASEIN – JESUS LEBT FÜR UNS

Grundanliegen:

Brot in seiner Bedeutung wahrnehmen

Die geheimnisvolle Gegenwart Jesu in Brot und Wein feiern

Brot Nahrung für das Leben

-

Brot für Leib und Seele

Jesus – das Brot des Lebens

-

Brot für alle (Joh 6,1-15)

-

Die Gegenwart Jesu – das letzte Abendmahl (Lk 22,14-20)

Jesu Leben für andere – über den Tod hinaus

-

Jesus, das lebendige Brot – Emmaus (Lk 24,13-35)

Themenfeld 2.6

MAHL FEIERN – JESUS IN DER EUCHARISTIE BEGEGNEN

Grundanliegen:

Über die Erfahrungen des Miteinander-Mahlfeierns die Bedeutung der Eucharistiefeier verstehen lernen

Um einen Tisch versammelt

-

Gemeinsames Essen verbindet

-

Miteinander feiern

Mit dem Auferstandenen Mahl feiern

-

Jesus lädt uns ein

-

Das Wort Gottes hören

-

Jesus begegnet uns in Brot und Wein (Apg 2, 46-47)

-

Gesegnet in den Alltag gehen

Fronleichnam – Feier der bleibenden Gegenwart Jesu unter uns

Themenfeld 2.7

EINANDER BESTÄRKEN – GOTT BEGLEITET UNS

Grundanliegen:

Sich der eigenen Fähigkeiten und Stärken bewusst werden und für eine gerechte Gesellschaft eintreten

Gott geht alle Wege mit

-

Josefsgeschichte (Gen 37-50)

Meinen Stärken auf der Spur

-

Was mich stark macht

-

Wie wir einander bestärken können

Der Geist der Stärke

-

Die Apostel handeln im Geist Jesu (Apg 5,12-16)

-

Menschen handeln heute im Geist Jesu

3. Schulstufe

MITEINANDER UNTERWEGS SEIN – GOTT BEGLEITET UNS

Themenfeld 3.1

GEMEINSAM LEBEN – MIT GOTT VERBUNDEN SEIN

Grundanliegen:

Das Leben in Gemeinschaft als Gabe und Aufgabe sehen und Gott als geheimnisvolle Mitte erahnen

Gemeinschaft stärkt und fordert heraus

-

Leben in Gemeinschaften als Gabe und Aufgabe

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Glaube lebt in Gemeinschaft

Gott inmitten der Menschen

-

Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst (Ps 8)

-

Jesu Versprechen: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20)

-

Jesu Zusage und Auftrag: „Der Friede sei mit euch“ (Joh 20,19-23)

Themenfeld 3.2

GEMEINSAM UNTERWEGS SEIN – GOTT GEHT MIT

Grundanliegen:

Das eigene Leben als Glaubensweg deuten und in der Exoduserzählung Rettung und Befreiung durch Gott erkennen

Wegerfahrungen

-

Spuren des Glaubens im Alltag

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Persönliche Wegerfahrungen

Gott geht mit – die Exodusgeschichte

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Mit Jahwe den Aufbruch wagen (Ex 1-11)

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Jahwe rettet und befreit (Ex 12-20; Num 13,18-20.25-28)

-

Gott geht auch meine Wege mit

Themenfeld 3.3

EINE HEILE WELT ERSEHNEN – GOTT RETTET

Grundanliegen:

Die Welt in ihrer Brüchigkeit und die Sehnsucht nach Rettung wahrnehmen

Jesus als den von Gott verheißenen Retter feiern

Wenn Wege auseinander führen

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Brüche und Aufbrüche

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Auf Herbergssuche sein

Menschen sehnen sich nach Heil

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Hoffnungsbilder

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Propheten verheißen den Messias (Jes 7,14b; Jes 11,1-10)

Weihnachten: Christus, der Retter ist da

-

Erfüllte Verheißung (Lk 1,46-56)

-

Der freudenreiche Rosenkranz

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Gott rettet (Mt 1,18-25)

Menschen auf der Suche nach Gott

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Huldigung der Sterndeuter (Mt 2,1-12)

Themenfeld 3.4

EINANDER ERMUTIGEN – AUS GOTTES FÜLLE LEBEN

Grundanliegen:

In biblischen Erzählungen die Zusage Gottes entdecken: Gott will ein Leben in Fülle für alle

Spuren des Reiches Gottes im eigenen Leben finden

Einander ermutigen und aufrichten

-

Erfahrung von Ermutigung und Zuspruch

-

Liebe lernen (Buch Rut)

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Jesus richtet auf – die gekrümmte Frau (Lk 13,10-17)

Gott will ein Leben in Fülle

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Senfkorn und Sauerteig (Mt 13,31-33)

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Vom Schatz im Acker und von der Perle (Mt 13,44-46)

-

Die Seligpreisungen (Mt 5,1-12)

Themenfeld 3.5

MIT GRENZEN LEBEN – GOTTES ERLÖSENDER KRAFT VERTRAUEN

Grundanliegen:

Grenzen erkennen und mit ihnen leben lernen

Aus dem Glauben an die Auferstehung neue Kraft gewinnen

Wenn ein Lebensweg zum Kreuzweg wird

-

Grenzen erleben

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Leidvolle Wege

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Der Kreuzweg Jesu

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Der schmerzhafte Rosenkranz

Jesus überwindet Sünde und Tod

-

Die Botschaft des Engels: „Er ist auferstanden“ (Mt 28,1-8)

-

Die Botschaft des Auferstandenen: „Fürchtet euch nicht“ (Mt 28,9-10)

-

Christi Himmelfahrt (Apg 1,1-11)

Neues bricht auf – das Leben feiern

Neuanfänge im Alltag

Themenfeld 3.6

ALS BESCHENKTE DANKBAR SEIN – ERLÖSUNG FEIERN

Grundanliegen:

Mit dem Aufbau der Heiligen Messe vertraut werden und diese als Feier des neuen Lebens verstehen

Eucharistie feiern – Geschenk der Erlösung

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Die Frohe Botschaft hören

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Geheimnis des Glaubens: „Deinen Tod o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit“

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„Tut dies zu meinem Gedächtnis“ (Lk 22,19b)

Der Aufbau der Heiligen Messe

 

Themenfeld 3.7

IN GEMEINSCHAFT DAS LEBEN WAGEN – DURCH GOTTES GEIST VEREINT UND ERMUTIGT

Grundanliegen:

Die Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden in ihren Anfängen und ihrem bleibenden Auftrag kennen lernen und von ihren Aufgaben, Visionen und Taten hören

Lebendige Gemeinschaft wird sichtbar

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Was eine Gemeinschaft lebendig macht

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Das Leben der Urgemeinde: Gemeinschaft, Teilen, Mahl halten, Lobpreis (Apg 2,42-47)

Menschen verkünden das Wort Gottes, handeln in seinem Geist und werden Gemeinde

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Die Berufung des Saulus (Apg 9,1-30)

-

Gottes Geist führt zusammen (Apg 13-28)

Kirche – Volk Gottes unterwegs – Haus aus lebendigen Steinen

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Was eine Pfarrgemeinde lebendig macht

4. Schulstufe

DIE WELT MITGESTALTEN - GOTT RUFT UND ERMUTIGT UNS

Themenfeld 4.1

WUNDER IN DER WELT ENTDECKEN – DIE SCHÖPFUNG ALS GESCHENK GOTTES BEGREIFEN

Grundanliegen:

Die Welt in ihrer Vielfalt entdecken, dankbar und verantwortungsvoll mitgestalten und Gott als Schöpfer bekennen

Unsere Welt – vielfältig und geheimnisvoll

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Die Welt entdecken, ergründen und bestaunen

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Menschen fragen: Woher kommen wir und wohin gehen wir

Die Welt ist Gottes Schöpfung und Geschenk

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Gottes Atem schafft Leben (Gen 2,4b-25)

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„Lobe den Herrn, meine Seele“ (Ps 104)

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„Preist den Herrn, all ihr Werke des Herrn“ (Dan 3,57-82)

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Menschen übernehmen Verantwortung für die Schöpfung

Christinnen und Christen bekennen:

„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.“

Themenfeld 4.2

DAS LEBEN GESTALTEN – AUF GOTTES WEISUNGEN ACHTEN

Grundanliegen:

In den Geboten Gottes Orientierung und Hilfe für ein geglücktes Leben finden

Mein Leben – meine Welt

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In verschiedenen Welten leben

-

Die Gestaltung unseres Lebensraumes

-

Sich nach geglücktem Leben sehnen - Allerheiligen, Allerseelen

Gottes Gebote als Weisung für ein Leben in Freiheit und Verantwortung

-

Gott will, dass es den Menschen gut geht (Joh 5,1-9; Mk 2,23-28)

-

Gott führt in die Freiheit (Gal 5,1; Ex 20,1-2)

-

Die zehn Gebote (Ex 20,1-17)

Themenfeld 4.3

VIELE STIMMEN RUFEN – AUF GOTTES RUF HÖREN

Grundanliegen:

Sich von Gott gerufen wissen und die Menschwerdung Gottes feiern

Vieles spricht an und fordert heraus

-

Ich bin gerufen und gemeint

-

Ich kann entscheiden und antworten

Gott spricht Menschen an – sie hören sein Wort und antworten

-

Abraham, Sara, Hagar (Gen 12-22)

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Johannes der Täufer (Lk 3,1-20)

Gott wird Mensch – Weihnachten

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Der Engel des Herrn

-

Simeon und Hanna bezeugen die Menschwerdung Gottes (Lk 2,25-38)

-

Gott wird Mensch, auch heute

Christinnen und Christen bekennen:

„Ich glaube (…) an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria.“

Themenfeld 4.4

ORIENTIERUNG SUCHEN – SICH NACH DER BOTSCHAFT JESU RICHTEN

Grundanliegen:

In der Nachfolge Jesu Orientierung für die eigene Lebensgestaltung finden

Ins Leben gehen – Orientierung suchen

-

Traditionen prägen

-

Menschen als Wegweiser

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Menschenrechte – Kinderrechte

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Die Goldene Regel (Mt 7,12)

Auf Jesus schauen – Orientierung finden

-

Jesus lebt in der Tradition des Judentums - der zwölfjährige Jesus im Tempel (Lk 2,41-52)

-

Jesus hört die Not (Mt 15,21-28)

Jesus nachfolgen – Lieben lernen

-

Das Gebot der Liebe (Mk 12,28-34)

-

Der barmherzige Samariter (Lk 10,25-37)

-

Die Werke der Barmherzigkeit (Mt 25,35-40)

Themenfeld 4.5

DEM LEID BEGEGNEN – SICH IN DUNKLEN STUNDEN VON GOTT BEGLEITET WISSEN

Grundanliegen:

Leid als Teil unseres Lebens sehen und in der Botschaft vom Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu den Grund unseres Glaubens und unserer Hoffnung erkennen

Leid und Unheil fordern heraus

-

Erfahrungen von Abschied, Verlust und Sterben

-

Menschen stehen einander bei – mitfühlen, mittragen und trösten

Menschen fragen - Warum lässt Gott uns leiden?

-

Klagepsalmen (Ps 13; Ps 22,2)

Jesus vertraut im Leid auf Gott

-

Die Leidensgeschichte (Mt 26-27)

Der Auferstandene gibt Hoffnung über den Tod hinaus

-

Die Feier der Osternacht

-

Die Auferweckung Jesu (1 Kor 15,1-7)

-

Dem Auferstandenen begegnen – Jesus und Thomas (Joh 20,24-29)

-

Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh 14,1-6)

Christinnen und Christen bekennen:

„(…), gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“

Themenfeld 4.6

VON GEMEINSAMEN IDEEN GETRAGEN SEIN – MIT CHRISTUS KIRCHE WERDEN

Grundanliegen:

Die Kraft gemeinsamer Ideen entdecken, den Glauben bekennen und das Heilshandeln für die Menschen als Auftrag der Kirche begreifen

Der Glaube an Jesus Christus breitet sich aus und lebt in der Kirche fort

-

Der Auftrag des Auferstanden (Mt 28,16-20)

-

Begabungen, Berufungen, Dienste und Ämter (1 Kor 12,4-11)

-

Miteinander verbunden – Ortskirche und Weltkirche

Christinnen und Christen bekennen und feiern den gemeinsamen Glauben

-

Gebetsschatz der Kirche

-

Liturgische Feiern

Christinnen und Christen bekennen:

„Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige Katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen“

Themenfeld 4.7

UNTERWEGS MIT ALLEN MENSCHEN – MIT GOTT DEN FRIEDEN WAGEN

Grundanliegen:

Gemeinsames und Unterscheidendes der Konfessionen und Religionen entdecken und in Solidarität für Mensch und Welt gemeinsam handeln

Menschen suchen und fragen nach Gott

-

Die Christlichen Konfessionen – Ökumene

-

Die Abrahamitischen Religionen

-

In Wertschätzung einander begegnen

Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung als gemeinsame Aufgaben aller Menschen

-

Menschen sehnen sich nach Gerechtigkeit und Frieden

-

Menschen arbeiten für eine gerechte Welt und für die Bewahrung der Schöpfung

Gottes Verheißung

-

Am Ende der Tage wird es geschehen (Mi 4,1-5)

-

Ein neuer Himmel und eine neue Erde (Offb 21,1-4)

Volksschule Oberstufe

Für die Volksschule Oberstufe siehe die Bekanntmachung für den Katholischen Religionsunterricht an Hauptschulen, BGBl. II Nr. 571/2003.“

 

Artikel 2

Bekanntmachungen betreffend die Lehrpläne für den Evangelischen Religionsunterricht an Volksschulen und an Sonderschulen

Auf Grund des § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes, BGBl. Nr. 190/1949, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. Nr. 256/1993, wird bekannt gemacht:

Die Bekanntmachungen der Lehrpläne für den Evangelischen Religionsunterricht an Volksschulen und an Sonderschulen in der Verordnung des Bundesministers für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, mit welcher die Lehrpläne der Volksschule und der Sonderschule erlassen werden, BGBl. Nr. 134/1963, zuletzt geändert durch die Verordnung BGBl. II Nr. 290/2008, werden wie folgt geändert:

1. In Anlage A, Fünfter Teil, lit. b wird der folgende vom Evangelischen Oberkirchenrat A. und H. B. am 8. Juni 2010 beschlossene Lehrplan für den Evangelischen Religionsunterricht an Volksschulen mit Wirksamkeit vom 1. September 2010 bekannt gemacht:

„b) Evangelischer Religionsunterricht

Art und Gliederung des Lehrplans

Der Lehrplan für den Religionsunterricht an der Grundschule ist ein Lehrplan mit Rahmencharakter. Dieser ermöglicht den Religionslehrerinnen/Religionslehrern Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrinhalte sowie hinsichtlich der Festlegung der Unterrichtsmethoden und -mittel nach verschiedenen didaktischen Gesichtspunkten. Der Lehrplan bildet demnach die Grundlage für die eigenständige und verantwortliche Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Unterrichts.

Er umfasst:

-

Die allgemeine Bildungs- und Lehraufgabe

-

Die didaktischen Grundsätze und fachdidaktischen Hinweise

-

Die Aufgliederung des Lehrstoffes nach Schulstufen (wobei jeweils die Vorschulstufe, die erste und zweite Schulstufe im Sinne der Grundstufe I, die dritte und vierte Schulstufe im Sinne der Grundstufe II als Einheit zu sehen sind)

Die einzelnen Schulstufen umfassen:

-

Das didaktische Stichwort der Schulstufe

-

Den Lehrstoff, der in acht bis neun korrelativ angelegte Lernfelder, in denen das jeweilige Thema durch die Verbindung von didaktischem Stichwort und elementarisierter Bildungs- und Lehraufgabe in seiner anthropologischen und theologischen Bezogenheit angesprochen wird, mit Angabe der Ziele und vorgeschlagenen Inhalte. Je nach Gegebenheiten und Notwendigkeit (zB Schulstufen übergreifender Unterricht) kann die Reihenfolge der Lernfelder verändert und/oder einzelne Teile zusammengefügt und ausgetauscht werden.

I. Bildungs- und Lehraufgabe:

Der Religionsunterricht ist ein Ort des Lernens, an dem der Erziehungsauftrag der Schule in besonderer Weise ernst genommen wird. Eingerichtet vom Staat und besorgt von der Kirche, nimmt er die sittlich-religiöse Dimension im Bildungsauftrag der Schule wahr und ist damit pädagogisch unverzichtbarer Bestandteil der Erziehung in einer pluralistischen Gesellschaft.

Evangelischer Religionsunterricht in der Grundschule bietet den Kindern an, sich mit dem Evangelium von der Menschenfreundlichkeit Gottes, wie es im Alten und Neuen Testament der Bibel bezeugt ist, selbstständig auseinanderzusetzen. In wachsender Mündigkeit soll der christliche Glaube, der die Freiheit des Menschen begründet, als tragfähiger Grund der Lebensgestaltung begriffen werden.

Für den Evangelischen Religionsunterricht ergibt sich daraus eine Reihe von Aufgaben:

1.

Die Lebenswirklichkeit der Kinder in ihrer Fülle und ihren Widersprüchlichkeiten wahrnehmen und ihnen Raum und Zeit geben sich auszudrücken;

2.

die Kinder in ihren existenziellen Grundfragen, Ängsten und Nöten annehmen und begleiten;

3.

die Bedeutung der biblischen und kirchlichen Überlieferung der Erfahrungswelt der Kinder erschließen;

4.

den Kindern helfen, ihren Glauben als tragende Grundlegung, Orientierung und Sinngebung in ihrer Beziehung zu sich selbst, zu ihren Mitmenschen, zur Schöpfung und zu Gott zu verstehen;

5.

theologische und philosophische Gedanken der Kinder fördern und in den Unterricht einbeziehen, problematische Denkweisen hinterfragen und eventuell korrigieren;

6.

im Schulgeschehen christliche Gemeinschaft für Kinder, Lehrende und Eltern erlebbar gestalten;

7.

den Kindern die lokale Evangelische Pfarrgemeinde und ihr Umfeld bekannt machen;

8.

die Feste im Kirchenjahr feiern erfahren und den Zugang zu Symbolen christlichen Glaubens eröffnen;

9.

über elementare biblische und christliche Inhalte in klaren Zusammenhängen sinnvoll aufeinander aufbauend kindgerecht informieren und orientieren;

10.

die Lebensfreude der Kinder wecken und bewahren; sie daraus Verhaltensweisen entwickeln lassen, die durch die menschenfreundliche Zuwendung Gottes getragen sind;

11.

zu Achtung gegenüber anderen Religionen und Weltanschauungen hinführen, zur Entwicklung einer ökumenischen Gesinnung beitragen, interkulturelles Lernen ermöglichen und zur Übernahme solidarischer Verantwortung in der Welt ermutigen;

12.

in den Kindern Wachsamkeit, Sensibilität, Kritikfähigkeit und Engagement für Kirche und Gesellschaft fördern und festigen;

13.

den Zusammenhang von Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung verstehen lernen und ein Leben in Freiheit und Verantwortung einüben.

Der Religionsunterricht hat Teil am allgemeinen Bildungsziel der Schule (§ 2 des Schulorganisationsgesetzes), an den Lehrzielen der Grundschule sowie an den fächerübergreifenden Unterrichtsprinzipien: Gesundheits-, Lese-, Medien- und Musische Erziehung, Politische Bildung, Erziehung zum Umweltschutz, Sexual-, Sprech-, Verkehrs- und Wirtschaftserziehung.

II. Didaktische Grundsätze und Fachdidaktische Hinweise:

Allgemeine didaktische Grundsätze für die Grundschule:

Kindgemäßheit und Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen, soziales Lernen, Lebensbezogenheit und Anschaulichkeit, Konzentration der Bildung, Sachgerechtheit, Aktivierung und Motivierung, Differenzieren und Fördern, Sicherung und Kontrolle des Unterrichtsertrages sowie

Grundschulgemäße Lernformen:

Individualisiertes Lernen, selbsttätiges Lernen, entdeckendes Lernen, Lernen im Spiel, offenes Lernen, projektorientiertes Lernen, wiederholendes Lernen, übendes Lernen uvm. sind auch für den Religionsunterricht konstitutiv. Der Lernort „Evangelischer Religionsunterricht“ stellt seine spezifischen Anforderungen an den Unterrichtsprozess und an die Lehrerinnen/Lehrer.

Diese können wie folgt umschrieben werden:

1.

Die Kinder bedingungsfrei annehmen;

2.

die Lebenswirklichkeit der Kinder mit ihren erwachsenen Bezugspersonen berücksichtigen und in das unterrichtliche Geschehen einbeziehen (etwa die unterschiedlichen Familienformen, Peer groups);

3.

im sozialen Umgang Nähe und Distanz verantwortungsvoll leben;

4.

Konflikte erkennen, durchleben und Lösungsmöglichkeiten suchen;

5.

die Grundlagen für gegenseitige Schuldvergebung und Versöhnung bilden;

6.

einen konkurrenzfreien Raum schaffen – im Gegensatz zu ausschließlicher Leistungsorientierung und -bewertung;

7.

Kinder durch persönliche Glaubensvorstellungen nicht einengen, sondern ermutigen, selbstständig nach dem Glauben zu suchen;

8.

ganzheitliche Unterrichtsformen gemeinsam erleben;

9.

um die Kinder- und Jugendkultur wissen;

10.

die Botschaft des Evangeliums kindgerecht vermitteln und zur Umsetzung motivieren;

11.

Gottesbilder angstfrei und Vertrauen schaffend vermitteln;

12.

biblische und außerbiblische Geschichten erzählen und eine narrative Unterrichtskultur entwickeln;

13.

kognitive Inhalte vermitteln und gewichten;

14.

männliche und weibliche Identifikationsfiguren für die Glaubensentwicklung der Kinder aus Bibel und Kirchen-Geschichte anbieten;

15.

Orientierung in Lebensfragen im christlichen Sinne vermitteln, Kritikfähigkeit und Wachsamkeit fördern und unterstützen;

16.

die vielfältigen Formen des Glaubens zum Ausdruck kommen lassen: Gebet, Lied, Tanz, Bild, Schweigen, Feiern, Tun (Diakonie);

17.

die religiöse/ökumenische Schulkultur nach Möglichkeit mitgestalten: Gottesdienste, Schulfeiern, religiöse Übungen, Lehrveranstaltungen und Exkursionen als Ergänzung zum Unterricht.

III. Unterrichtsplanung

Im Sinne des § 17 Abs. 1 des Schulunterrichtsgesetzes ist unterrichtliches Planen Ausdruck der eigenständigen und verantwortlichen Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Lehrerin/des Lehrers. Die Religionslehrer/Religionslehrerinnen haben bei ihrer unterrichtlichen Arbeit von einer Jahresplanung auszugehen, die eine Konkretisierung des Lehrplans für die jeweilige Schulstufe sowie für die Klassen- und Schulsituation bezogen auf ein Unterrichtsjahr darstellt. Im Jahresplan erfolgt ab Beginn des Schuljahres eine erste vorläufige zeitliche Anordnung der Lernfelder und Inhalte bei Orientierung an den Erfahrungs- und Lernbereichen bzw. Teilbereichen des Religionsunterrichtes. Dabei sind der (kirchliche) Jahresfestkreis, regionale und örtliche Bedingungen, die Möglichkeiten von Querverbindungen zu anderen Unterrichtsgegenständen, die Durchführung von Schulveranstaltungen und die Realisierung der ,,Unterrichtsprinzipien“ zu berücksichtigen.

Die klassenbezogene langfristige Jahresplanung soll während des Schuljahres durch mittel- und kurzfristige Planungen ergänzt werden, in welchen die verschiedenen grundschulgemäßen Lernformen Beachtung finden. Diese Planungen sollen auch die aktuellen Bedürfnisse und Interessen der Schülerinnen/Schüler berücksichtigen und ihnen ein dem Alter und der Entwicklung entsprechendes Maß an Mitbestimmung ermöglichen. Aktuelle Ereignisse und Lernanlässe sind aufzugreifen.

Die Arbeit mit den Religionsbüchern ist dieser eigenverantwortlichen Konzeption unterzuordnen.

Zur Gestaltung eines sinnvollen fächerübergreifenden Unterrichtes ist die Kooperation mit den Klassenlehrerinnen/Klassenlehrern und im Hinblick auf möglichst ganzheitliche Lernprozesse - allerdings unter Wahrung der fachspezifischen Ziele und Inhalte - anzustreben.

IV. Lehrplan der einzelnen Schulstufen

Erste Schulstufe

Didaktische Stichworte:
SEHEN, HÖREN UND SICH FREUEN

Bildungs- und Lehraufgabe:

Wahrnehmen – annehmen – begleiten

Lernfeld 1.1: Ich – Du – Wir

Die Religionsunterrichtsgruppe entspricht im Regelfall nicht der neugebildeten Klasse. Es entsteht eine neue Gemeinschaft, in der sich die Kinder als von Gott geliebte Menschen verstehen.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Mein Name ist wichtig

-

Meine Fähigkeiten – Ich kann viel – jede/r kann etwas Anderes

-

Wir leben nicht alleine

-

Zusammen können wir mehr

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Gott wird greifbar

Lernfeld 1.2: Jesus ist die Nähe Gottes

Die Kinder lernen Jesus als den kennen, der die Nähe Gottes für seine Mitmenschen spürbar machte. Aus dieser Nähe wachsen Vertrauen und Hingabe.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Jesus sucht Freunde (Mk. 1, 16-20)

-

Jesus schenkt Kindern seine Zuneigung (Mk. 10, 13-16)

-

Jesus hört Bartimäus (Mk. 10, 46-52)

-

Jesus erzählt, wie Gott ist (Luk. 15)

-

Jesus hilft in der Angst (Mk. 4, 36-41)

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Angebot zur Gottesbeziehung

Lernfeld 1.3: Mut und Vertrauen: Abraham und Sara

Das erste Schuljahr bedeutet eine massive Veränderung im Leben der Kinder. Mit Sara und Abraham können sie mutig im Vertrauen auf Gott ihre neue Lebenssituation sehen.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Abraham, ein Nomade

-

Gott hält mich

-

Abraham stiftet Frieden (Gen. 13)

-

Die Verheißung und das Warten (Gen. 15; 18)

-

Freude über Isaak (Gen. 21)

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Formen gelebten Glaubens

Lernfeld 1.4: Ausdrucksformen des Glaubens

Glaube kennt so viele Mitteilungsformen wie dem Menschen Ausdrucksmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Die Kinder lernen den Reichtum kennen und aus ihm schöpfen.

Vorgeschlagene Inhalte:

Lieder, Gebet, Stille, Tanz, Segen

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Feste feiern

Lernfeld 1.5.1: Weihnachten: Das Geburtsfest Christi

Die Kinder stellen zwischen dem Fest Weihnachten und der Geburt Jesu einen Bezug her. Sie entdecken und feiern im Weihnachtsfest das Fest der Liebe Gottes zu den Menschen.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Advent: Eine Zeit des Wartens und der Freude

-

Ein Engel kommt zu Maria – Jesus wird geboren

-

Die Hirten hören, sehen und freuen sich

-

Die Weisen kommen zur Krippe

Lernfeld 1.5.2: Passion – Ostern: Trauer – Freude

Vergehen und Neuwerden sowie Gefühle von Schmerz und Trauer sind den Kindern nicht unbekannt. Durch die Kunde von Jesu Tod und Auferstehung erkennen die Kinder, dass Gott ihre Traurigkeit in Freude verwandeln kann.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Vom Vergehen und Neuwerden

-

Freunde – Feinde / Freude – Schmerz

-

Tod

-

Frauen am Grab

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Christlichen Lebensräumen begegnen

Lernfeld 1.6: Unsere Pfarrgemeinde

Die Kinder erfahren, dass sie zu einer Pfarrgemeinde der Evangelischen Kirche A. B., H. B. oder zur Evangelisch-methodistischen Kirche gehören und wo diese ist.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Die Pfarrgemeinde: Kirche und Personen

-

Von Gott und Menschen angenommen: Die Taufe

-

Der Gottesdienst

-

Das Reformationsfest

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Information zur Bibel und Kirchengeschichte

Lernfeld 1.7: Palästina zur Zeit Jesu

Mit den biblischen Geschichten tauchen die Kinder in eine ihnen unbekannte Welt ein. Durch Anschauung und Identifikationsmöglichkeiten wird ihnen die Umwelt Jesu in Ansätzen erschlossen.

Vorgeschlagene Inhalte:

Der Lebensalltag zur Zeit Jesu

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Ethische Fragen

Lernfeld 1.8: Freude an der Schöpfung

Kinder nehmen Wunderbares und Schönes in unserer Welt mit allen Sinnen wahr.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Ich bin wunderbar gemacht

-

Sinneswahrnehmungen

-

Bedeutung von Sonne und Wasser

-

Wir zeigen unsere Freude im Lob (Ps. 104)

-

Erntedank

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Interkulturelles Lernen, Ökumene, Solidarität

Lernfeld 1.9: Ich bin Evangelisch

Kinder entdecken unterschiedliche Zugehörigkeiten.

Vorgeschlagene Inhalte:

Mein Zuhause

-

in der Familie

-

in der Religionsunterricht-Gruppe

Zweite Schulstufe

Didaktische Stichworte:
FÜREINANDER DA SEIN

Bildungs- und Lehraufgabe:

Wahrnehmen – annehmen – begleiten

Lernfeld 2.1: Streit und Versöhnung

Kinder leiden unter Streit. Gutes Zusammenleben und versöhnte Beziehungen miteinander müssen immer neu geübt werden. Friedliche Konfliktlösungen kann man lernen. Jesus macht uns Mut dazu.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Meine Gefühle – deine Gefühle

-

Streit im Alltag – Regeln zur Fairness

-

Wir lassen andere Meinungen gelten

-

Frieden – wie geht das?

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Gott wird greifbar

Lernfeld 2.2: Augen haben wie Jesus

Kinder lernen über sich selbst hinauszusehen, Augen für andere zu haben, für das Verletzte, die Hungrigen, die Ungeliebten und Heimatlosen: Zu dieser diakonischen Aufgabe will uns Jesus ermutigen.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Wir nehmen einander wahr – das Symbol Auge

-

Beim Ungeliebten zu Gast (Lk. 19, 1-10)

-

Gebt ihr ihnen zu essen! (Mt. 14, 13 ff)

-

Der gute Mensch aus Samarien (Lk. 10, 25 ff)

-

Die gekrümmte Frau (Lk. 13, 10-13)

-

Füreinander da sein (Mk. 2, 1-5, 10b-12)

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Angebot zur Gottesbeziehung

Lernfeld 2.3: „Trotz allem“: Jakob und Esau

In den Geschichten von den unterschiedlichen Brüdern finden sich die Kinder wieder. Ihr Vertrauen in Gott kann wachsen, wenn sie hören, wie Gott zu denen hält, die Fehler machen.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Die ungleichen Zwillinge: Esau und Jakob (Gen. 24, 25 i. A.)

-

Aus Brüdern werden Feinde (Gen. 27)

-

Gott will auch Jakob segnen (Gen. 28)

-

Jakobs Erlebnisse in der Fremde (Gen. 29; 30)

-

Jakob ringt mit Gott – die Brüder versöhnen sich (Gen. 32; 33)

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Formen gelebten Glaubens

Lernfeld 2.4: Beten

Kinder lernen im Gebet Gott als Du zu erfahren, mit dem sie über alles reden können.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Wie wir beten können

-

Gebet – Hinwendung zu Gott

-

Gott, wir bringen unsere Klagen vor dich

-

Psalmen

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Feste feiern

Lernfeld 2.5.1: Weihnachten: Das Fest der Hoffnung

Im Leben von Kindern und Erwachsenen gibt es schwierige „dunkle“ Situationen. Menschen warten und warteten auf jemanden, der ihnen Hoffnung gibt und das Dunkel beendet.

Jesus wurde geboren, um beides zu erfüllen.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Was mir das Leben schwer macht

-

Jesaja macht den Menschen Hoffnung (Jes. 9)

-

Mit Jesus kommt ein Hoffnungslicht in die Welt (Lk. 2, 1-7)

-

Wie wir füreinander Licht werden können

Lernfeld 2.5.2: Passion – Ostern: Verlassensein - Hoffnung erfahren

Zur Alltagserfahrung der Kinder gehören Gefühle der Verlassenheit und Einsamkeit. Alle Beteiligten an der Leidensgeschichte erleben diese Gefühle in ihrer tiefsten Form. Durch die Begegnung mit dem Auferstandenen wachsen neue Hoffnung und Lebensmut. Dies erleben wir auch in der Feier des Abendmahls.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Das letzte Abendmahl

-

Gethsemane: Verlassenheit und Angst

-

Gefangennahme – Kreuzigung

-

Emmausjünger

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Christlichen Lebensräumen begegnen

Lernfeld 2.6: Ich bin evangelisch, und du?

Kinder erfassen das Typische am Evangelischsein.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Unsere Kirche

-

Warum sind die Evangelischen in Österreich wenige?

-

Evangelisch kommt von Evangelium

-

Taufe und Abendmahl – unsere beiden Sakrament

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Information zur Bibel und Kirchengeschichte

Lernfeld 2.7: Glaube und Leben

Glaube lebt von Vorbildern. Zu christlichem Handeln muss eingeladen werden. Die Kinder erkennen an historischen Persönlichkeiten, was Christ sein heißen kann.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Albert Schweitzer

-

Elisabeth von Thüringen

-

Margarete Steiff

Erweiterung:

-

Elvine de la Tour

-

Nikolaus von Myra

-

Martin von Tours

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Ethische Fragen

Lernfeld 2.8: Zukunft der Schöpfung

Kinder erfahren, dass sich Menschen für den Schutz der Mitwelt einsetzen. Ausgehend vom Schöpfungsauftrag wächst Verantwortungsbewusstsein und Mut, sich dafür zu engagieren.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Unser Lebensraum

-

Pflanzen- und Tierwelten und ihre Bedrohung

-

Der besondere Auftrag des Menschen (Gen. 2, 15)

-

Gottes Bund mit Noah

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Interkulturelles Lernen, Ökumene, Solidarität

Lernfeld 2.9: Im Haus der Christinnen und Christen

Die Kinder erkennen die gemeinsamen Grundlagen des christlichen Glaubens. Sie sehen, was sie mit anderen Konfessionen verbindet oder von ihnen trennt.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Die Evangelischen Kirchen

-

Die röm.-kath. Kirche

-

Die Orthodoxen Kirchen

-

Gemeinsamkeiten – Unterschiede

Dritte Schulstufe

Didaktische Stichworte:
GEHEN – UNTERWEGS SEIN

Bildungs- und Lehraufgabe:

Wahrnehmen – annehmen – begleiten

Lernfeld 3.1: Wir leben in Gemeinschaft

Kinder erleben neben gelingender Gemeinschaft auch Scheitern, Ausgrenzung und Schuld.

Die sensible Wahrnehmung, dass in einer Gemeinschaft alle Platz haben, muss immer wieder geübt werden. Neuanfang ist möglich und Vergebung kann zugesprochen werden. Jesus hat dies gelebt.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Wie Gemeinschaft gelingen kann

-

Die Goldene Regel – so einfach und doch so schwer

-

Scheitern und schuldig werden

-

Vergebung ist möglich, weil Gott uns vergibt

-

Versöhnung erleben im Abendmahl

Erweiterung:

-

Gegenseitiges Dienen (Mk. 10, 35-37 und 40-45)

-

Fußwaschung (Joh. 13, 1-20)

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Gott wird greifbar

Lernfeld 3.2: Mit Jesus unterwegs zu den Menschen

Kinder erleben sich nicht nur behütet und in Sicherheit, sondern auch allein und missverstanden. Jesus wandte sich den Ausgestoßenen seiner Zeit zu. Das gibt den Kindern Orientierung und Lebensmut.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Ich bin „draußen“ – ich werde hereingenommen

-

„Komm in die Mitte“ (Mk. 3, 1-6)

-

Das Vertrauen eines Fremden (Mt. 8, 5-13)

-

Die Frau, der Pharisäer und der Rabbi (Lk. 7, 36-50)

-

Jesus heilt einen Aussätzigen (Lk. 5, 12-16)

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Angebot zur Gottesbeziehung

Lernfeld 3.3: Mit Gott auf dem Weg: Josef

Die Josefsgeschichte gibt den Kindern einen weiteren tragfähigen Grund von Vertrauen auf ihren Lebensweg mit. Gott führt zu einem guten Ende, zu gerettetem Leben.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Josef und seine Brüder; Familienkonflikte (Gen. 37)

-

Josefs Erlebnisse in Ägypten (Gen. 39 und 40)

-

Der Pharao und Josef (Gen. 41)

-

Rettung der Familie Jakobs und Versöhnung (Gen. 42-46; 50)

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Formen gelebten Glaubens

Lernfeld 3.4: Wir klagen über einen Verlust

Kinder haben bereits schmerzliche Erfahrungen mit Verlust und Tod. Die Klage und das Gespräch aber auch das Wahrnehmen von Werden und Vergehen anhand der Jahreszeiten sind Möglichkeiten des Umgangs damit.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Die Begrenztheit aller Lebenswege

-

Wenn Kinder trauern

-

Vertrauen auf Geborgenheit bei Gott

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Feste feiern

Lernfeld 3.5.1: Weihnachten: Gott kommt in die Welt: Ein Kind

Kinder erleben, dass vieles mit Gewalt geregelt wird und dass viele den „Starken“ nachlaufen.

Gott antwortet darauf in seinem Kommen als Kind.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Was wir brauchen, um gut miteinander zu leben

-

Der Wunsch nach einem König, der alles richtet (1. Sam. 8)

-

Die Hoffnung auf den Messias

-

Gott schenkt sich als Kind

-

Simeon und Hanna (Lk. 2, 22-40)

Lernfeld 3.5.2: Passion – Ostern: Wege ins Leiden – Wege ins Leben

Wer sich einsetzt, setzt sich aus. Das haben Kinder bereits erfahren. Jesus bleibt seinem Weg bis zum Ende treu. Gott bestätigt diesen Weg durch seine Auferweckung. Das gibt Mut, Jesu Weg zu folgen.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Der Weg nach Jerusalem

-

Der Weg ans Kreuz

-

Osterwege

-

Begegnung des Auferstandenen mit Maria Magdalena (Jh. 20, 11-18)

Erweiterung:

Thomas (Jh. 20, 24-29)

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Christlichen Lebensräumen begegnen

Lernfeld 3.6: Unsere Pfarrgemeinde – Nachbargemeinde(n) – Diözese, Landeskirche; lokale Kirchengeschichte

Evangelische Kinder, Lehrerinnen und Lehrer müssen oft mit Situationen der Vereinzelung und Benachteiligung fertig werden. Das Eingebunden-Sein in die größere Gemeinschaft der Pfarrgemeinde, Diözese, Landeskirche gibt Rückhalt.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Die Inhalte werden bestimmt vom Umfeld des jeweiligen Unterrichtsortes bzw. der Entfernung zur nächsten Evangelischen Pfarrgemeinde.

-

Darauf beruhend wird die lokale Evangelische Kirche, auch in der Weite ihrer Diözese bzw. Landeskirche den Schüler/innen bekannt gemacht.

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Information zur Bibel und Kirchengeschichte

Lernfeld 3.7: Bibel

Die Kinder kennen bereits biblische Geschichten. Sie lernen, dass die Bibel Grundlage des Evangelischen Glaubens ist.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Das Buch der Bücher – erste Begegnung mit der „Heiligen Schrift“

-

Die Bibel – unser Glaubensbuch (AT, NT, Sprachen)

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Ethische Fragen

Lernfeld 3.8: Regeln und Rechte

Zusammenleben braucht Regeln. Rechte schützen den Lebensraum von Schwachen.

Im Doppelgebot der Liebe zeigt Jesus neue Wege.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Regeln für ein gutes Miteinander

-

Nächstenliebe

-

Gerechtigkeit

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Interkulturelles Lernen, Ökumene, Solidarität

Lernfeld 3.9: Fremdes wahrnehmen – aufeinander zugehen

Kinder aus unterschiedlichen Kulturkreisen befinden sich häufig in einem Klassenverband.

Abbau von Vorurteilen, Erwerb einer toleranten und akzeptierenden Haltung sind Ziele dieser Unterrichtseinheit.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Was mir Heimat gibt

-

Aufeinander zugehen

-

Ruth

Vierte Schulstufe

Didaktische Stichworte:
MITEINANDER LEBEN

Bildungs- und Lehraufgabe:

Wahrnehmen – annehmen – begleiten

Lernfeld 4.1: Schuld und Vergebung

Kinder erleben sehr schmerzhaft, dass sie schuldig werden können. Diese Erfahrung macht sie einsam und hoffnungslos, wenn sie keine Möglichkeit haben, sich mitzuteilen. Wir klären miteinander, dass alle Menschen Schuld mit sich herumtragen und öffnen den Blick für Entlastung und Vergebung.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Allein mit meiner Schuld (Mk. 14, 66-72)

-

Die Beichte

-

Vergebung erfahren – erlöst sein (Jh. 21,15-17)

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Gott wird greifbar

Lernfeld 4.2: Jesus beauftragt zum Miteinander

Kinder tragen ein Stück weit die Phantasie für eine neue Welt in sich. Gottes Welt im Miteinander zu leben – für diese Hoffnung lebte Jesus. Wir überlegen, was wir dazu tun können, auch wenn diese Welt sehr ferne von uns zu liegen scheint.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Wir stehen in eigener Verantwortung: Himmelfahrt (Apg. 1, 9 ff.)

-

Die Urgemeinde: Gemeinschaft (Apg. 2, 42 ff), Konflikte (Apg. 6, 1 ff)

-

Wir gehören zusammen (1. Kor. 12, 12 ff)

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Angebot zur Gottesbeziehung

Lernfeld 4.3: Gott befreit zur Geschwisterlichkeit: Moses

Die Kinder erfahren, dass Gott für die Bedrückten da ist: Die Befreiung aus der Sklaverei erinnern und feiern die Juden bis heute. Die Gebote – von Gott am Sinai gegeben – helfen, dass ein Leben in Freiheit gelingen kann.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Menschen herrschen über Rechtlose – Frauen wagen Widerstand (Ex. 1) Moses wird gerettet (Ex. 2)

-

Gott stellt sich vor (Ex. 3)

-

Auszug aus Ägypten (Ex. 7-12 i. A. 15, 21)

-

Der Bund zwischen Gott und Israel (Ex. 19)

-

Die neue Lebensordnung (Ex. 20; Lev. 19; Mt. 5, 43-48)

Erweiterung:

Weitere Moses-Geschichten in Auswahl

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Formen gelebten Glaubens

Lernfeld 4.4: Taufe und Abendmahl

Die beiden Sakramente sind Kennzeichen der Liebe Gottes zu uns. Das Versprechen Gottes in ihnen: seine Nähe, seine Vergebung brauchen Kinder wie Erwachsene.

Vorgeschlagene Inhalte:

-

Taufe Jesu am Jordan (Mk. 1, 9-13)

-

Die Taufe

-

Das Abendmahl

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Feste feiern

Lernfeld 4.5.1: Weihnachten: Christus kommt in eine unversöhnte Welt

Die Kinder erkennen, dass in der Weihnachtsbotschaft wichtige Grundwerte des Christentums enthalten sind, die zugleich Befreiung und Auftrag darstellen.

Vorgeschlagene Inhalte:

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Zacharias und Elisabeth (Lk. 1, 5-25)

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Maria macht Gott groß: Das Magnifikat (Lk. 1, 46-55)

Lernfeld 4.5.2: Passion – Ostern: Auferstehung ist Neubeginn

Kinder vertiefen ihr Verständnis von Passion und Ostern. Die Osterbotschaft enthält Erfahrungen von Befreiung aus Ängsten, Hoffnung in Situationen der Ausweglosigkeit, Neubeginn nach Niederlagen.

Vorgeschlagene Inhalte:

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Jesus in Jerusalem

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Das Osterevangelium

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Osterspuren

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Christlichen Lebensräumen begegnen

Lernfeld 4.6: Die Kirche

Auf der ganzen Welt leben Christen. Was sie verbindet ist die Entstehung der Kirche von Pfingsten her und die Bedeutung der Taufe.

Vorgeschlagene Inhalte:

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Glaubensbekenntnis(se)

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Der Glaube kommt überall hin (Mt. 28, 18-20; Apg. 8, 26 ff)

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Pfingsten (Apg. 2, 1 ff)

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Der Kämmerer aus Äthiopien (Apg. 8, 26-39)

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Information zur Bibel und Kirchengeschichte

Lernfeld 4.7: Reformation

Kinder verschiedener Evangelischer Bekenntnisse (evang. A. B., evang. H. B., evang.-meth.) gehören derselben Unterrichtsgruppe an. Gemeinsam wird ihnen der angstfreie und vertrauensvolle Zugang zu Gott vermittelt.

Vorgeschlagene Inhalte:

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Angst: Das Zeitgefühl im Spätmittelalter

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Die Entdeckung der Bibel

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Konsequenzen – persönliche, gesellschaftliche, kirchliche

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Ethische Fragen

Lernfeld 4.8: Die eine Welt

Informationen aus anderen Ländern werden von den Kindern mit Neugier entgegengenommen. Eine lebenswerte Zukunft der Menschheit hängt davon ab, ob ein „Miteinander Leben“ gelingt – im Kleinen wie im Großen.

Vorgeschlagene Inhalte:

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Es gibt viele Welten in der einen Welt

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Wir brauchen einander – die wirtschaftliche, soziale Verflochtenheit

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Wir können miteinander leben, wenn wir es lernen

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Die Verheißung Gottes: „Ein neuer Himmel und eine neue Erde

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(Jes. 65, 17 ff)

 

Bildungs- und Lehraufgabe:

Interkulturelles Lernen, Ökumene, Solidarität

Lernfeld 4.9: Kinder anderer Religionen leben bei uns

Kinder mit verschiedenen Religionsbekenntnissen gehen gemeinsam in die Schule.

Das Kennenlernen anderer Religionen fördert Akzeptanz und gegenseitiges Verstehen.

Vorgeschlagene Inhalte:

              Die Weltreligionen

Für die Vorschulstufe sind die Lernfelder der Grundstufe I entsprechend dem Entwicklungsstand der Kinder anzuwenden.

Für die Volksschule Oberstufe siehe die Bekanntmachung für den Evangelischen Religionsunterricht an Hauptschulen, BGBl. II Nr. 201/2002.“

 

2. In Anlage C1, Abschnitt 6, lit. b wird der folgende vom Evangelischen Oberkirchenrat A. und H. B. am 8. Juni 2010 beschlossene Lehrplan für den Evangelischen Religionsunterricht an Allgemeinen Sonderschulen mit Wirksamkeit vom 1. September 2010 bekannt gemacht:

„b) Evangelischer Religionsunterricht

Der Lehrplan für den Evangelischen Religionsunterricht ist ein Lehrplan mit Rahmencharakter.

Er ermöglicht den Religionslehrerinnen/Religionslehrern Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrinhalte sowie hinsichtlich der Festlegung der Unterrichtsmethoden und -mittel nach verschiedenen didaktischen Gesichtspunkten, sowohl für Integrations- als auch für Sonderschülerinnen und -schüler.

Alle Kinder und Jugendlichen sollen nach den möglichst höchsten Lehrplan-Zielen unterrichtet werden. Daher haben die Bildungs- und Lehraufgaben sowie die didaktischen Grundsätze des Volksschullehrplans und des Lehrplans der Hauptschule Grundlage für die Planung und Durchführung des Evangelischen Religionsunterrichts zu sein.

Der Lehrplan bildet gemeinsam mit dem Individuellen Förderplan demnach die Basis für die eigenständige und verantwortliche Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Unterrichts.

Im Rahmen der Reflexion ist zu entscheiden, ob die gesetzten Ziele erreicht wurden oder ob diese zu verändern sind.

I. Bildungs- und Lehraufgabe:

Für die Erteilung des Religionsunterrichtes gelten das Allgemeine Bildungsziel und die Allgemeinen Bestimmungen des Lehrplans der Allgemeinen Sonderschule sowie die Bildungs- und Lehraufgaben der Lehrpläne für den Evangelischen Religionsunterricht an Volks- und Hauptschulen.

II. Didaktische Grundsätze und fachdidaktische Hinweise:

Es gelten die allgemeinen didaktischen Grundsätze mit Bedachtnahme folgender fachdidaktischer Hinweise:

Die allgemeinen Bildungsziele des Lehrplans der Allgemeinen Sonderschule sehen vor, dass den Kindern und Jugendlichen nach Möglichkeit eine der Volksschule oder der Hauptschule entsprechende Bildung vermittelt wird. Diese Lehrpläne sollen die Grundlage für die Planung und Durchführung sein. Daher kann auf den in diesen Lehrplänen enthaltenen Lehrstoff für den Evangelischen Religionsunterricht verwiesen werden.

Der Lehrplan ist als Planungskonzept angelegt, der den Lehrerinnen und Lehrern in der Auswahl der Aufgaben und Inhalte ein Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse und Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler ermöglicht.

Die bestehenden Lehrpläne für den Evangelischen Religionsunterricht für die Volksschule und die Hauptschule ermöglichen das eigenständige und eigenverantwortliche Arbeiten der Religionslehrerinnen und Religionslehrer. Differenzierung und Individualisierung sind in allen Lehrplänen gefordert.

Das setzt voraus, dass Religionslehrerinnen und Religionslehrer das einzelne Kind und die Gruppe genau wahrnehmen und beobachten. Die Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen muss Ausgangsposition sein, ihre persönlichen Stärken und Begabungen sind als Basis der Unterrichtsarbeit zu erkennen und als Ressourcen bestmöglich zu nutzen.

Die Religionslehrerin/der Religionslehrer soll in die Individuellen Förderpläne der Schülerinnen und Schüler Einsicht nehmen und gegebenenfalls an deren Erstellung mitwirken. Differenzierungs- und Individualisierungsmaßnahmen können von der Religionslehrerin/dem Religionslehrer in kurzer Form beschrieben und dem Individuellen Förderplan beigelegt werden.

Nach Bedarf kann ein Kooperationsgespräch zwischen Religionslehrerin/Religionslehrer und der Lehrkraft bzw. den Lehrkräften geführt werden, um Einblick in die Arbeit mit dem Kind bzw. in den Individuellen Förderplan zu nehmen.

Zur Gestaltung eines sinnvollen fächerübergreifenden Unterrichtes und im Hinblick auf möglichst ganzheitliche Lernprozesse ist die Kooperation mit den für den Individuellen Förderplan verantwortlichen Lehrerinnen/Lehrern – allerdings unter Wahrung der fachspezifischen Ziele und Inhalte – anzustreben.

III. Gliederung nach Lehrplan-Hauptstufen:

Die acht Schulstufen des Lehrplans der Allgemeinen Sonderschule sind in drei Lehrplan-Hauptstufen zusammengefasst:

              Grundstufe              I: Vorschulstufe, 1. und 2. Schulstufe

              Grundstufe              II: 3. und 4. Schulstufe

              Sekundarstufe I: 5. bis 8. Schulstufe

Der Volksschullehrplan und der Lehrplan für die Hauptschule bieten einen geeigneten Rahmen für die Planung und Durchführung des Evangelischen Religionsunterrichts für Kinder und Jugendliche mit Sonderpädagogischem Förderbedarf. Die Auswahl der Ziele und Inhalte konzentriert sich auf das Wesentliche.“

3. In Anlage C2 und C3, Abschnitt 7, lit. b werden die abgedruckten Lehrpläne für den Evangelischen Religionsunterricht durch das folgende Zitat ersetzt:

„b) Evangelischer Religionsunterricht

Siehe die Bekanntmachung in Anlage C1.“

4. In Anlage C4, Fünfter Teil, lautet die lit. b:

„b) Evangelischer Religionsunterricht

Siehe die Bekanntmachung in Anlage C1. Entsprechend der Eigenart und den Behinderungen sowie der beschränkten Aufnahme- und Entwicklungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler können die Lehrpläne der Allgemeinen Sonderschule entsprechend verkürzt und vereinfacht werden.“

5. In Anlage C5 im Absatz „Allgemeine Bestimmungen“ wird nach der Wortfolge „oder der Lehrplan der Polytechnischen Schule (BGBl. II Nr. 236/1997, in der jeweils geltenden Fassung)“ die Wortfolge „sowie die darin bekannt gemachten Lehrpläne für den Religionsunterricht“ angefügt.

6. Anlage C6, Fünfter Teil lautet:

„FÜNFTER TEIL

LEHRPLÄNE FÜR DEN RELIGIONSUNTERRICHT

(Bekanntmachung gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes)

Siehe die Bekanntmachungen

BGBl.

II Nr. 364/2001 bezüglich des Katholischen Religionsunterrichts,

BGBl.

II Nr. 479/2001 bezüglich des Evangelischen Religionsunterrichts,

BGBl.

II Nr. 365/2001 bezüglich des Neuapostolischen Religionsunterrichts.“

Schmied