BUNDESGESETZBLATT
FÜR DIE REPUBLIK ÖSTERREICH

Jahrgang 2010

Ausgegeben am 12. August 2010

Teil römisch zwei

255. Bekanntmachung:

Lehrpläne für den Katholischen Religionsunterricht an Volksschulen und für den Evangelischen Religionsunterricht an Volksschulen und an Sonderschulen

255. Bekanntmachung der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur betreffend die Lehrpläne für den Katholischen Religionsunterricht an Volksschulen und für den Evangelischen Religionsunterricht an Volksschulen und an Sonderschulen

Artikel 1
Bekanntmachung betreffend den Lehrplan für den Katholischen Religionsunterricht an Volksschulen

Auf Grund des Paragraph 2, Absatz 2, des Religionsunterrichtsgesetzes, Bundesgesetzblatt Nr. 190 aus 1949,, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Nr. 256 aus 1993,, wird bekannt gemacht:

Die Bekanntmachung des Lehrplans für den Katholischen Religionsunterricht an Volksschulen in der Verordnung des Bundesministers für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, mit welcher die Lehrpläne der Volksschule und der Sonderschule erlassen werden, Bundesgesetzblatt Nr. 134 aus 1963,, zuletzt geändert durch die Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 290 aus 2008,, wird wie folgt geändert:

In Anlage A, Fünfter Teil, Litera a, wird der folgende von der Bischofskonferenz am 25. März 1985 (Vorschulstufe) bzw. am 7. November 1991 (Grundschule) approbierte und in der überarbeiteten Fassung in der Vollversammlung der Bischofskonferenz von 21. bis 23. Juni 2010 zur Kenntnis genommene Lehrplan für den Katholischen Religionsunterricht an Volksschulen mit Wirksamkeit vom 1. September 2010 bekannt gemacht:

„a) Katholischer Religionsunterricht 1. Bildungs- und Lehraufgabe: Katholischer Religionsunterricht im Rahmen der schulischen Bildung

Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule in besonderer Weise ihren Auftrag zur Mitwirkung an der religiösen Bildung (Artikel 14, Absatz 5 a, des Bundes-Verfassungsgesetzes und Paragraph 2, des Schulorganisationsgesetzes) in Form eines eigenen Unterrichtsgegenstandes. Dieser versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern und an der Schule.

Er nimmt das unterschiedliche Ausmaß kirchlicher Sozialisation bzw. religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und will alle Schülerinnen und Schüler ansprechen, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen.

Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die entsprechend dem christlichen Menschenbild davon ausgehen, dass der Mensch auf Transzendenz ausgerichtet ist. So erhalten die zu behandelnden Grundfragen nach Herkunft, Zukunft und Sinn eine religiöse Dimension.

Der Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt seinen Standpunkt aus der Orientierung an der biblischen Offenbarung und der kirchlichen Tradition.

Ökumenische und interreligiöse Anliegen sollen nach Möglichkeit Berücksichtigung finden und so ein gelebtes Zeichen des Dialogs zwischen Konfessionen und Religionen sein.

Inhalt und Anliegen des Religionsunterrichts

In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube.

Daher sind Inhalt des Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der christliche Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den christlichen Gemeinden gelebt wird. Lebens-, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des christlichen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat in Jesus Christus seine Mitte.

Zugleich werden Schülerinnen und Schüler ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz und zur Werteerziehung sowie zur Gestaltung des Schullebens und der Schulkultur.

Bedeutung des Religionsunterrichts für die Gesellschaft

Der Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur Katholischen Kirche soll einen Beitrag zur Bildung von Identität leisten, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert. Das erfordert eine ausführliche Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Toleranz gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen, als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch.

Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung von christlichem Glauben soll zum Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen und befähigen. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich in Kirche und Gesellschaft zu engagieren.

Die Stellung des Religionsunterrichts an der Volksschule

Religiöse Bildung im Religionsunterricht ist ein kommunikatives und prozessorientiertes Geschehen und bringt die dem christlichen Glaubensverständnis eigene Sicht von Gott, Mensch und Welt ein. Sie nimmt dabei Rücksicht auf biografische, geschlechtsspezifische und entwicklungspsychologische Gegebenheiten.

Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung und Entwicklung der eigenen Identität durch die Erschließung des Lebens aus der christlichen Perspektive.

Der Religionsunterricht ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Volksschule. Die allgemeinen Unterrichtsprinzipien gelten auch für den Religionsunterricht. Als Pflichtgegenstand leistet er einen wesentlichen Beitrag zur Allgemein- und Persönlichkeitsbildung.

Der Religionsunterricht lädt ein, aus christlichen Wurzeln zu leben, eine persönliche Spiritualität zu entwickeln und den Glauben in unterschiedlichen Ausdrucksformen zu feiern.

Beiträge zu den Aufgaben der Schule

Der Unterricht in Katholischer Religion leistet auf dem Hintergrund der christlichen Botschaft einen eigenständigen Beitrag zu den wesentlichen Aufgaben der Schule:

Integration

In der Regel sind der Lehrplan der Grundschule und die individuellen Lernvoraussetzungen der Kinder und ihre spezifischen Bedürfnisse Ausgangspunkte der Unterrichtsplanung (siehe Lehrplan der Volksschule, Zweiter Teil, römisch eins, Ziffer 7, zu „Integration“). Inklusiver Unterricht eröffnet neue Perspektiven schulischen Lernens und ermöglicht Unterrichtsqualitäten zu entwickeln, die im Sinne des gemeinsamen lebensbegleitenden Lernens von Bedeutung sind.

2. Didaktische Grundsätze: Allgemeine didaktische Grundsätze

Die allgemeinen didaktischen Grundsätze des Lehrplans der Grundschule gelten auch für den Religionsunterricht:

Religionsdidaktische Grundsätze

Basis für die religionsdidaktischen Grundsätze bildet die theologische Korrelation als wechselseitige Erschließung von Glauben und Leben. Das Prinzip „der doppelten Treue, der Treue zu Gott und der Treue zu den Menschen“, wie es in Catechesi Tradendae (Nr. 55) festgehalten ist, ist Grundlage für die religionspädagogische Arbeit in der Grundschule.

  1. Litera a
    Theologisieren – Den Glauben gemeinsam reflektieren lernen

              Im Theologisieren wird Sprache für Religiöses gefunden, vielfältig vernetztes Wissen aufgebaut und Raum gegeben für existenzielle Fragen der Menschheit.

  1. Litera b
    Traditionen – Aus den christlichen Wurzeln lernen

              Die christliche Tradition bietet Antworten auf die Sinnfragen des Menschen. Glaubenswissen, tragende Rituale, Grundgebete und Brauchtum zeigen, wie Menschen leben und gelebt haben.

  1. Litera c
    Biblische Texte – Aus Biografien lernen

              Im Religionsunterricht kommt das Leben zur Sprache. Wie Gott im Leben der Menschen wirkt, wird in der Bibel offenbar. Der Zugang zu biblischen Texten, das Erzählen und Lebendigwerden des Textes sind wesentliche Grundzüge eines Religionsunterrichts, der sich seiner biblischen Schätze bewusst ist.

  1. Litera d
    Kräfteschulung – Mit allen Sinnen lernen

              Die Schulung menschlicher Grundkräfte – staunen, bitten, loben, danken, sich freuen, Empathie üben, achtsam sein, trösten – gehört zu den Aufgaben des Religionsunterrichts.

  1. Litera e
    Beziehungen – Beten lernen

              Beziehung und Kommunikation beeinflussen entscheidend das Gelingen von Lernprozessen. Der Religionsunterricht hilft, eine Sprache zu finden für die Hinwendung zum DU und für das Gebet.

  1. Litera f
    Symbole, Rituale und Sakramente – Feiern lernen

              Symbolerziehung              trägt dazu bei, dass Wirklichkeit mehrdimensional wahrgenommen werden kann. Im Religionsunterricht werden die Symbole des Glaubens erschlossen und Möglichkeiten eröffnet, Leben und Glauben zu feiern (Kirchenjahr, Sakramente, Rituale für unterschiedliche Lebenssituationen, Brauchtum, Schulkultur).

  1. Litera g
    Bild und Sprache – Ästhetisches Lernen

              Ästhetische Erziehung bemüht sich um eine erhöhte Wahrnehmungskompetenz und einen differenzierten und kritischen Zugang zur Wirklichkeit. Religionsunterricht erschließt die vielfältige Sprache von Kunst, unterstützt ein Lernen mit allen Sinnen und fördert kreative Ausdrucksformen.

  1. Litera h
    Gewissensbildung – Versöhnung lernen

              Aufbauend auf christlichen Werten ermöglicht ethisches Lernen einen konstruktiven Umgang mit Konflikten und Krisen, Schuld und Sünde, gibt Orientierung und wirkt gemeinschaftsstiftend. Das Lernen einer solidarischen und empathischen Grundhaltung und die Bereitschaft zur Versöhnung angesichts der Brüchigkeit des Lebens sind wichtige Beiträge des Religionsunterrichts für die Herzensbildung der Schülerinnen und Schüler.

  1. Litera i
    Multireligiosität – Von der Vielfalt lernen

              Schule spiegelt die multikulturelle Gesellschaft wider. Das Wissen um die eigene Identität und Religion und um andere Religionen und Bekenntnisse, sowie die Akzeptanz des bleibenden Fremdseins fördern den Dialog. Sie bauen mit an einer ökumenischen Grundhaltung, die von gegenseitiger Achtung getragen ist. Sie sind ein wesentlicher Beitrag zur Friedenserziehung.

3. Art und Gliederung des Lehrplans

Der Lehrplan für den Religionsunterricht der Grundschule ist ein Lehrplan mit Rahmencharakter. Er beinhaltet verpflichtende Themenfelder und Grundanliegen. Die Themenfelder und Inhalte der einzelnen Schulstufen sind so angeordnet, dass Differenzierung und Individualisierung in Planung und Umsetzung erleichtert werden.

Der Lehrplan gliedert sich in Grundstufe römisch eins (Vorschulstufe, erste und zweite Schulstufe) und Grundstufe römisch zwei (dritte und vierte Schulstufe) und ermöglicht den Religionslehrerinnen und Religionslehrern Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrinhalte.

Besondere schulische und pastorale Gegebenheiten können eine Verschiebung der Themenfelder notwendig machen.

Durch fächerübergreifendes und projektorientiertes Arbeiten unter Wahrung der fachspezifischen Ziele und Inhalte wird ein ganzheitlicher Lernprozess angestrebt.

Der Lehrplan der Vorschulstufe ermöglicht einen Schulstufenwechsel entsprechend dem Entwicklungsstand des Kindes.

Das Kirchenjahr, bestimmte Feste und Festzeiten sowie Gedenktage der Heiligen prägen das schulische Geschehen der Grundschule. Dies wird auf allen vier Schulstufen mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung berücksichtigt und gilt ebenso für die Gebets- und Sakramentenerziehung.

Die Schulstufen gliedern sich jeweils in

Vorschulstufe GEBORGENHEIT SUCHEN – GOTT SCHENKT MIR VERTRAUEN Themenfeld 1 ICH BIN – GOTT IST MIT MIR

Grundanliegen:

Sich selbst und andere wahrnehmen und vertrauen – Gott ist bei mir

Themenfeld 2 ICH ENTDECKE DIE WELT – GOTT IST DA

Grundanliegen:

Auf die Schöpfung Gottes schauen und vertrauen – Gott ist da

Themenfeld 3 ICH ERLEBE LICHT – GOTT SCHENKT LICHT

Grundanliegen:

Jesus, das Licht Gottes, erwarten und feiern

Themenfeld 4 ICH ENTDECKE MEINE RELIGION – GOTT TEILT SICH MIT

Grundanliegen:

Still werden und von Jesus hören, wie Gott ist

Themenfeld 5 ICH ERLEBE LEID UND FREUDE – GOTT TRÄGT

Grundanliegen:

Freude und Leid in unserem Leben und im Leben Jesu zur Sprache bringen, bedenken und feiern

Themenfeld 6 ICH BIN GERUFEN – GOTT SCHENKT MIR NEUES LEBEN

Grundanliegen:

Durch die Taufe zur Gemeinschaft der Christinnen und Christen gehören

Themenfeld 7 ICH LEBE IN GEMEINSCHAFT– GOTTES GEIST VERBINDET

Grundanliegen:

Freude und Begeisterung erleben

Gottes Geist verbindet und hält lebendig

1. Schulstufe GEBORGENHEIT SUCHEN – GOTT SCHENKT VERTRAUEN Themenfeld 1.1 NICHT ALLEIN SEIN – GOTTES ZUWENDUNG ERFAHREN

Grundanliegen:

Die Sehnsucht nach Geborgenheit wahrnehmen und vertrauen, dass Gott da ist

Ich bin beim Namen gerufen

Erfahrung von Zuwendung und Sehnsucht nach Geborgenheit

Menschen erfahren Gottes Zuwendung

Themenfeld 1.2 DIE WELT STAUNEND ENTDECKEN – GOTT FÜR DIE SCHÖPFUNG LOBEN UND DANKEN

Grundanliegen:

Auf die Schöpfung Gottes schauen: Staunen – Loben – Danken

Die Welt staunend entdecken

Die Welt als kostbares Geschenk Gottes sehen

Themenfeld 1.3 LICHT UND FINSTERNIS ERLEBEN – GOTT SCHENKT LICHT

Grundanliegen:

Erfahrungen von Licht und Dunkelheit mitteilen und deuten

Jesus, das Licht Gottes, erwarten und feiern

Licht und Finsternis erfahren

Jesus ist das Licht Gottes für die Menschen

Themenfeld 1.4 HÖREN UND ERZÄHLEN – GOTT TEILT SICH MIT

Grundanliegen:

Still werden, Hören und Erzählen einüben und offen werden für die Erfahrung, dass Gott sich den Menschen in Jesus mitteilt

Worte berühren

Die Frohe Botschaft berührt

Beten – Dasein vor Gott

Themenfeld 1.5 NÄHE ERSEHNEN – GOTT WILL UNSER HEIL

Grundanliegen:

Angenommensein und Abgelehntwerden zur Sprache bringen und die Auferstehung Jesu als Ja zum Leben feiern

Sehnsucht nach Angenommensein

Österliche Bußzeit – Fastenzeit

Ostern – Auferstehung feiern

Themenfeld 1.6 DEM LEBEN VERTRAUEN – GOTT SCHENKT NEUES LEBEN

Grundanliegen:

Wachsen und Werden erleben und beobachten

Die Taufe als Aufnahme in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen verstehen

Freude am Wachsen und Werden

Gott schenkt in der Taufe neues Leben

Themenfeld 1.7 FREUDE WEITERGEBEN – VON GOTTES GEIST ERFÜLLT SEIN

Grundanliegen:

Freude und Begeisterung zur Sprache bringen und das Wirken des Heiligen Geistes als ansteckende und verändernde Kraft erleben

Freude und Begeisterung erleben

Pfingsten feiern

Die Botschaft Jesu breitet sich aus

2. Schulstufe MITEINANDER LEBEN UND FEIERN - GOTT BEGEGNEN Themenfeld 2.1 ZU JEMANDEM GEHÖREN – VON GOTT GETRAGEN SEIN

Grundanliegen:

Erfahrungen von Geborgenheit wahrnehmen, darin für Gottes Gegenwart offen werden und darauf antworten

Menschen, die mein Leben prägen

Menschen erleben: Gott liebt uns, er hält zu uns

Auf die Gegenwart Gottes antworten

Themenfeld 2.2 MITEINANDER LEBEN – IN JESUS GOTT BEGEGNEN

Grundanliegen:

Sich der Vielfalt von Begegnungen bewusst werden

Gottes Liebe im Umgang Jesu mit den Menschen entdecken und neue Handlungsmöglichkeiten sehen

Miteinander leben

In Jesus Gott begegnen

Themenfeld 2.3 EMPFANGEN UND GEBEN – GOTT SCHENKT UNS SEINEN SOHN

Grundanliegen:

Empfangen und Schenken als Grunderfahrungen des Menschen wahrnehmen

Die Geburt Jesu als Geschenk Gottes feiern

Beschenkt werden und schenken

Gott schenkt Leben – Unerwartetes geschieht

Gott schenkt sich selbst – in Jesus ist er uns ganz nahe

Themenfeld 2.4 SICH NACH DEM HEIL SEHNEN – GOTT ERMÖGLICHT VERSÖHNUNG

Grundanliegen:

Auf die Auswirkungen des eigenen Handelns aufmerksam werden

Neue Wege suchen und sich von Gottes Liebe aufrichten lassen

Menschen sehnen sich nach dem Guten

Jesus sagt den Menschen Gottes Vergebung zu

Gottes Vergebung erfahren

Themenfeld 2.5 FÜREINANDER DASEIN – JESUS LEBT FÜR UNS

Grundanliegen:

Brot in seiner Bedeutung wahrnehmen

Die geheimnisvolle Gegenwart Jesu in Brot und Wein feiern

Brot Nahrung für das Leben

Jesus – das Brot des Lebens

Jesu Leben für andere – über den Tod hinaus

Themenfeld 2.6 MAHL FEIERN – JESUS IN DER EUCHARISTIE BEGEGNEN

Grundanliegen:

Über die Erfahrungen des Miteinander-Mahlfeierns die Bedeutung der Eucharistiefeier verstehen lernen

Um einen Tisch versammelt

Mit dem Auferstandenen Mahl feiern

Fronleichnam – Feier der bleibenden Gegenwart Jesu unter uns

Themenfeld 2.7 EINANDER BESTÄRKEN – GOTT BEGLEITET UNS

Grundanliegen:

Sich der eigenen Fähigkeiten und Stärken bewusst werden und für eine gerechte Gesellschaft eintreten

Gott geht alle Wege mit

Meinen Stärken auf der Spur

Der Geist der Stärke

3. Schulstufe MITEINANDER UNTERWEGS SEIN – GOTT BEGLEITET UNS Themenfeld 3.1 GEMEINSAM LEBEN – MIT GOTT VERBUNDEN SEIN

Grundanliegen:

Das Leben in Gemeinschaft als Gabe und Aufgabe sehen und Gott als geheimnisvolle Mitte erahnen

Gemeinschaft stärkt und fordert heraus

Gott inmitten der Menschen

Themenfeld 3.2 GEMEINSAM UNTERWEGS SEIN – GOTT GEHT MIT

Grundanliegen:

Das eigene Leben als Glaubensweg deuten und in der Exoduserzählung Rettung und Befreiung durch Gott erkennen

Wegerfahrungen

Gott geht mit – die Exodusgeschichte

Themenfeld 3.3 EINE HEILE WELT ERSEHNEN – GOTT RETTET

Grundanliegen:

Die Welt in ihrer Brüchigkeit und die Sehnsucht nach Rettung wahrnehmen

Jesus als den von Gott verheißenen Retter feiern

Wenn Wege auseinander führen

Menschen sehnen sich nach Heil

Weihnachten: Christus, der Retter ist da

Menschen auf der Suche nach Gott

Themenfeld 3.4 EINANDER ERMUTIGEN – AUS GOTTES FÜLLE LEBEN

Grundanliegen:

In biblischen Erzählungen die Zusage Gottes entdecken: Gott will ein Leben in Fülle für alle

Spuren des Reiches Gottes im eigenen Leben finden

Einander ermutigen und aufrichten

Gott will ein Leben in Fülle

Themenfeld 3.5 MIT GRENZEN LEBEN – GOTTES ERLÖSENDER KRAFT VERTRAUEN

Grundanliegen:

Grenzen erkennen und mit ihnen leben lernen

Aus dem Glauben an die Auferstehung neue Kraft gewinnen

Wenn ein Lebensweg zum Kreuzweg wird

Jesus überwindet Sünde und Tod

Neues bricht auf – das Leben feiern

Neuanfänge im Alltag

Themenfeld 3.6 ALS BESCHENKTE DANKBAR SEIN – ERLÖSUNG FEIERN

Grundanliegen:

Mit dem Aufbau der Heiligen Messe vertraut werden und diese als Feier des neuen Lebens verstehen

Eucharistie feiern – Geschenk der Erlösung

Der Aufbau der Heiligen Messe

Themenfeld 3.7 IN GEMEINSCHAFT DAS LEBEN WAGEN – DURCH GOTTES GEIST VEREINT UND ERMUTIGT

Grundanliegen:

Die Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden in ihren Anfängen und ihrem bleibenden Auftrag kennen lernen und von ihren Aufgaben, Visionen und Taten hören

Lebendige Gemeinschaft wird sichtbar

Menschen verkünden das Wort Gottes, handeln in seinem Geist und werden Gemeinde

Kirche – Volk Gottes unterwegs – Haus aus lebendigen Steinen

4. Schulstufe DIE WELT MITGESTALTEN - GOTT RUFT UND ERMUTIGT UNS Themenfeld 4.1 WUNDER IN DER WELT ENTDECKEN – DIE SCHÖPFUNG ALS GESCHENK GOTTES BEGREIFEN

Grundanliegen:

Die Welt in ihrer Vielfalt entdecken, dankbar und verantwortungsvoll mitgestalten und Gott als Schöpfer bekennen

Unsere Welt – vielfältig und geheimnisvoll

Die Welt ist Gottes Schöpfung und Geschenk

Christinnen und Christen bekennen:

„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.“

Themenfeld 4.2 DAS LEBEN GESTALTEN – AUF GOTTES WEISUNGEN ACHTEN

Grundanliegen:

In den Geboten Gottes Orientierung und Hilfe für ein geglücktes Leben finden

Mein Leben – meine Welt

Gottes Gebote als Weisung für ein Leben in Freiheit und Verantwortung

Themenfeld 4.3 VIELE STIMMEN RUFEN – AUF GOTTES RUF HÖREN

Grundanliegen:

Sich von Gott gerufen wissen und die Menschwerdung Gottes feiern

Vieles spricht an und fordert heraus

Gott spricht Menschen an – sie hören sein Wort und antworten

Gott wird Mensch – Weihnachten

Christinnen und Christen bekennen:

„Ich glaube (…) an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria.“

Themenfeld 4.4 ORIENTIERUNG SUCHEN – SICH NACH DER BOTSCHAFT JESU RICHTEN

Grundanliegen:

In der Nachfolge Jesu Orientierung für die eigene Lebensgestaltung finden

Ins Leben gehen – Orientierung suchen

Auf Jesus schauen – Orientierung finden

Jesus nachfolgen – Lieben lernen

Themenfeld 4.5 DEM LEID BEGEGNEN – SICH IN DUNKLEN STUNDEN VON GOTT BEGLEITET WISSEN

Grundanliegen:

Leid als Teil unseres Lebens sehen und in der Botschaft vom Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu den Grund unseres Glaubens und unserer Hoffnung erkennen

Leid und Unheil fordern heraus

Menschen fragen - Warum lässt Gott uns leiden?

Jesus vertraut im Leid auf Gott

Der Auferstandene gibt Hoffnung über den Tod hinaus

Christinnen und Christen bekennen:

„(…), gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“

Themenfeld 4.6 VON GEMEINSAMEN IDEEN GETRAGEN SEIN – MIT CHRISTUS KIRCHE WERDEN

Grundanliegen:

Die Kraft gemeinsamer Ideen entdecken, den Glauben bekennen und das Heilshandeln für die Menschen als Auftrag der Kirche begreifen

Der Glaube an Jesus Christus breitet sich aus und lebt in der Kirche fort

Christinnen und Christen bekennen und feiern den gemeinsamen Glauben

Christinnen und Christen bekennen:

„Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige Katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen“

Themenfeld 4.7 UNTERWEGS MIT ALLEN MENSCHEN – MIT GOTT DEN FRIEDEN WAGEN

Grundanliegen:

Gemeinsames und Unterscheidendes der Konfessionen und Religionen entdecken und in Solidarität für Mensch und Welt gemeinsam handeln

Menschen suchen und fragen nach Gott

Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung als gemeinsame Aufgaben aller Menschen

Gottes Verheißung

Volksschule Oberstufe

Für die Volksschule Oberstufe siehe die Bekanntmachung für den Katholischen Religionsunterricht an Hauptschulen, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 571 aus 2003,.“

Artikel 2
Bekanntmachungen betreffend die Lehrpläne für den Evangelischen Religionsunterricht an Volksschulen und an Sonderschulen

Auf Grund des Paragraph 2, Absatz 2, des Religionsunterrichtsgesetzes, Bundesgesetzblatt Nr. 190 aus 1949,, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Nr. 256 aus 1993,, wird bekannt gemacht:

Die Bekanntmachungen der Lehrpläne für den Evangelischen Religionsunterricht an Volksschulen und an Sonderschulen in der Verordnung des Bundesministers für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, mit welcher die Lehrpläne der Volksschule und der Sonderschule erlassen werden, Bundesgesetzblatt Nr. 134 aus 1963,, zuletzt geändert durch die Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 290 aus 2008,, werden wie folgt geändert:

Novellierungsanordnung 1, In Anlage A, Fünfter Teil, Litera b, wird der folgende vom Evangelischen Oberkirchenrat A. und H. B. am 8. Juni 2010 beschlossene Lehrplan für den Evangelischen Religionsunterricht an Volksschulen mit Wirksamkeit vom 1. September 2010 bekannt gemacht:

„b) Evangelischer Religionsunterricht Art und Gliederung des Lehrplans

Der Lehrplan für den Religionsunterricht an der Grundschule ist ein Lehrplan mit Rahmencharakter. Dieser ermöglicht den Religionslehrerinnen/Religionslehrern Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrinhalte sowie hinsichtlich der Festlegung der Unterrichtsmethoden und -mittel nach verschiedenen didaktischen Gesichtspunkten. Der Lehrplan bildet demnach die Grundlage für die eigenständige und verantwortliche Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Unterrichts.

Er umfasst:

Die einzelnen Schulstufen umfassen:

römisch eins. Bildungs- und Lehraufgabe:

Der Religionsunterricht ist ein Ort des Lernens, an dem der Erziehungsauftrag der Schule in besonderer Weise ernst genommen wird. Eingerichtet vom Staat und besorgt von der Kirche, nimmt er die sittlich-religiöse Dimension im Bildungsauftrag der Schule wahr und ist damit pädagogisch unverzichtbarer Bestandteil der Erziehung in einer pluralistischen Gesellschaft.

Evangelischer Religionsunterricht in der Grundschule bietet den Kindern an, sich mit dem Evangelium von der Menschenfreundlichkeit Gottes, wie es im Alten und Neuen Testament der Bibel bezeugt ist, selbstständig auseinanderzusetzen. In wachsender Mündigkeit soll der christliche Glaube, der die Freiheit des Menschen begründet, als tragfähiger Grund der Lebensgestaltung begriffen werden.

Für den Evangelischen Religionsunterricht ergibt sich daraus eine Reihe von Aufgaben:

  1. Ziffer eins
    Die Lebenswirklichkeit der Kinder in ihrer Fülle und ihren Widersprüchlichkeiten wahrnehmen und ihnen Raum und Zeit geben sich auszudrücken;
  2. Ziffer 2
    die Kinder in ihren existenziellen Grundfragen, Ängsten und Nöten annehmen und begleiten;
  3. Ziffer 3
    die Bedeutung der biblischen und kirchlichen Überlieferung der Erfahrungswelt der Kinder erschließen;
  4. Ziffer 4
    den Kindern helfen, ihren Glauben als tragende Grundlegung, Orientierung und Sinngebung in ihrer Beziehung zu sich selbst, zu ihren Mitmenschen, zur Schöpfung und zu Gott zu verstehen;
  5. Ziffer 5
    theologische und philosophische Gedanken der Kinder fördern und in den Unterricht einbeziehen, problematische Denkweisen hinterfragen und eventuell korrigieren;
  6. Ziffer 6
    im Schulgeschehen christliche Gemeinschaft für Kinder, Lehrende und Eltern erlebbar gestalten;
  7. Ziffer 7
    den Kindern die lokale Evangelische Pfarrgemeinde und ihr Umfeld bekannt machen;
  8. Ziffer 8
    die Feste im Kirchenjahr feiern erfahren und den Zugang zu Symbolen christlichen Glaubens eröffnen;
  9. Ziffer 9
    über elementare biblische und christliche Inhalte in klaren Zusammenhängen sinnvoll aufeinander aufbauend kindgerecht informieren und orientieren;
  10. Ziffer 10
    die Lebensfreude der Kinder wecken und bewahren; sie daraus Verhaltensweisen entwickeln lassen, die durch die menschenfreundliche Zuwendung Gottes getragen sind;
  11. Ziffer 11
    zu Achtung gegenüber anderen Religionen und Weltanschauungen hinführen, zur Entwicklung einer ökumenischen Gesinnung beitragen, interkulturelles Lernen ermöglichen und zur Übernahme solidarischer Verantwortung in der Welt ermutigen;
  12. Ziffer 12
    in den Kindern Wachsamkeit, Sensibilität, Kritikfähigkeit und Engagement für Kirche und Gesellschaft fördern und festigen;
  13. Ziffer 13
    den Zusammenhang von Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung verstehen lernen und ein Leben in Freiheit und Verantwortung einüben.

Der Religionsunterricht hat Teil am allgemeinen Bildungsziel der Schule (Paragraph 2, des Schulorganisationsgesetzes), an den Lehrzielen der Grundschule sowie an den fächerübergreifenden Unterrichtsprinzipien: Gesundheits-, Lese-, Medien- und Musische Erziehung, Politische Bildung, Erziehung zum Umweltschutz, Sexual-, Sprech-, Verkehrs- und Wirtschaftserziehung.

römisch zwei. Didaktische Grundsätze und Fachdidaktische Hinweise: Allgemeine didaktische Grundsätze für die Grundschule:

Kindgemäßheit und Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen, soziales Lernen, Lebensbezogenheit und Anschaulichkeit, Konzentration der Bildung, Sachgerechtheit, Aktivierung und Motivierung, Differenzieren und Fördern, Sicherung und Kontrolle des Unterrichtsertrages sowie

Grundschulgemäße Lernformen:

Individualisiertes Lernen, selbsttätiges Lernen, entdeckendes Lernen, Lernen im Spiel, offenes Lernen, projektorientiertes Lernen, wiederholendes Lernen, übendes Lernen uvm. sind auch für den Religionsunterricht konstitutiv. Der Lernort „Evangelischer Religionsunterricht“ stellt seine spezifischen Anforderungen an den Unterrichtsprozess und an die Lehrerinnen/Lehrer.

Diese können wie folgt umschrieben werden:

  1. Ziffer eins
    Die Kinder bedingungsfrei annehmen;
  2. Ziffer 2
    die Lebenswirklichkeit der Kinder mit ihren erwachsenen Bezugspersonen berücksichtigen und in das unterrichtliche Geschehen einbeziehen (etwa die unterschiedlichen Familienformen, Peer groups);
  3. Ziffer 3
    im sozialen Umgang Nähe und Distanz verantwortungsvoll leben;
  4. Ziffer 4
    Konflikte erkennen, durchleben und Lösungsmöglichkeiten suchen;
  5. Ziffer 5
    die Grundlagen für gegenseitige Schuldvergebung und Versöhnung bilden;
  6. Ziffer 6
    einen konkurrenzfreien Raum schaffen – im Gegensatz zu ausschließlicher Leistungsorientierung und -bewertung;
  7. Ziffer 7
    Kinder durch persönliche Glaubensvorstellungen nicht einengen, sondern ermutigen, selbstständig nach dem Glauben zu suchen;
  8. Ziffer 8
    ganzheitliche Unterrichtsformen gemeinsam erleben;
  9. Ziffer 9
    um die Kinder- und Jugendkultur wissen;
  10. Ziffer 10
    die Botschaft des Evangeliums kindgerecht vermitteln und zur Umsetzung motivieren;
  11. Ziffer 11
    Gottesbilder angstfrei und Vertrauen schaffend vermitteln;
  12. Ziffer 12
    biblische und außerbiblische Geschichten erzählen und eine narrative Unterrichtskultur entwickeln;
  13. Ziffer 13
    kognitive Inhalte vermitteln und gewichten;
  14. Ziffer 14
    männliche und weibliche Identifikationsfiguren für die Glaubensentwicklung der Kinder aus Bibel und Kirchen-Geschichte anbieten;
  15. Ziffer 15
    Orientierung in Lebensfragen im christlichen Sinne vermitteln, Kritikfähigkeit und Wachsamkeit fördern und unterstützen;
  16. Ziffer 16
    die vielfältigen Formen des Glaubens zum Ausdruck kommen lassen: Gebet, Lied, Tanz, Bild, Schweigen, Feiern, Tun (Diakonie);
  17. Ziffer 17
    die religiöse/ökumenische Schulkultur nach Möglichkeit mitgestalten: Gottesdienste, Schulfeiern, religiöse Übungen, Lehrveranstaltungen und Exkursionen als Ergänzung zum Unterricht.

römisch drei. Unterrichtsplanung

Im Sinne des Paragraph 17, Absatz eins, des Schulunterrichtsgesetzes ist unterrichtliches Planen Ausdruck der eigenständigen und verantwortlichen Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Lehrerin/des Lehrers. Die Religionslehrer/Religionslehrerinnen haben bei ihrer unterrichtlichen Arbeit von einer Jahresplanung auszugehen, die eine Konkretisierung des Lehrplans für die jeweilige Schulstufe sowie für die Klassen- und Schulsituation bezogen auf ein Unterrichtsjahr darstellt. Im Jahresplan erfolgt ab Beginn des Schuljahres eine erste vorläufige zeitliche Anordnung der Lernfelder und Inhalte bei Orientierung an den Erfahrungs- und Lernbereichen bzw. Teilbereichen des Religionsunterrichtes. Dabei sind der (kirchliche) Jahresfestkreis, regionale und örtliche Bedingungen, die Möglichkeiten von Querverbindungen zu anderen Unterrichtsgegenständen, die Durchführung von Schulveranstaltungen und die Realisierung der ,,Unterrichtsprinzipien“ zu berücksichtigen.

Die klassenbezogene langfristige Jahresplanung soll während des Schuljahres durch mittel- und kurzfristige Planungen ergänzt werden, in welchen die verschiedenen grundschulgemäßen Lernformen Beachtung finden. Diese Planungen sollen auch die aktuellen Bedürfnisse und Interessen der Schülerinnen/Schüler berücksichtigen und ihnen ein dem Alter und der Entwicklung entsprechendes Maß an Mitbestimmung ermöglichen. Aktuelle Ereignisse und Lernanlässe sind aufzugreifen.

Die Arbeit mit den Religionsbüchern ist dieser eigenverantwortlichen Konzeption unterzuordnen.

Zur Gestaltung eines sinnvollen fächerübergreifenden Unterrichtes ist die Kooperation mit den Klassenlehrerinnen/Klassenlehrern und im Hinblick auf möglichst ganzheitliche Lernprozesse - allerdings unter Wahrung der fachspezifischen Ziele und Inhalte - anzustreben.

römisch vier. Lehrplan der einzelnen Schulstufen Erste Schulstufe Didaktische Stichworte:, SEHEN, HÖREN UND SICH FREUEN Bildungs- und Lehraufgabe:

Wahrnehmen – annehmen – begleiten

Lernfeld 1.1: Ich – Du – Wir

Die Religionsunterrichtsgruppe entspricht im Regelfall nicht der neugebildeten Klasse. Es entsteht eine neue Gemeinschaft, in der sich die Kinder als von Gott geliebte Menschen verstehen.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Gott wird greifbar

Lernfeld 1.2: Jesus ist die Nähe Gottes

Die Kinder lernen Jesus als den kennen, der die Nähe Gottes für seine Mitmenschen spürbar machte. Aus dieser Nähe wachsen Vertrauen und Hingabe.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Angebot zur Gottesbeziehung

Lernfeld 1.3: Mut und Vertrauen: Abraham und Sara

Das erste Schuljahr bedeutet eine massive Veränderung im Leben der Kinder. Mit Sara und Abraham können sie mutig im Vertrauen auf Gott ihre neue Lebenssituation sehen.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Formen gelebten Glaubens

Lernfeld 1.4: Ausdrucksformen des Glaubens

Glaube kennt so viele Mitteilungsformen wie dem Menschen Ausdrucksmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Die Kinder lernen den Reichtum kennen und aus ihm schöpfen.

Vorgeschlagene Inhalte:

Lieder, Gebet, Stille, Tanz, Segen

Bildungs- und Lehraufgabe:

Feste feiern

Lernfeld 1.5.1: Weihnachten: Das Geburtsfest Christi

Die Kinder stellen zwischen dem Fest Weihnachten und der Geburt Jesu einen Bezug her. Sie entdecken und feiern im Weihnachtsfest das Fest der Liebe Gottes zu den Menschen.

Vorgeschlagene Inhalte:

Lernfeld 1.5.2: Passion – Ostern: Trauer – Freude

Vergehen und Neuwerden sowie Gefühle von Schmerz und Trauer sind den Kindern nicht unbekannt. Durch die Kunde von Jesu Tod und Auferstehung erkennen die Kinder, dass Gott ihre Traurigkeit in Freude verwandeln kann.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Christlichen Lebensräumen begegnen

Lernfeld 1.6: Unsere Pfarrgemeinde

Die Kinder erfahren, dass sie zu einer Pfarrgemeinde der Evangelischen Kirche A. B., H. B. oder zur Evangelisch-methodistischen Kirche gehören und wo diese ist.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Information zur Bibel und Kirchengeschichte

Lernfeld 1.7: Palästina zur Zeit Jesu

Mit den biblischen Geschichten tauchen die Kinder in eine ihnen unbekannte Welt ein. Durch Anschauung und Identifikationsmöglichkeiten wird ihnen die Umwelt Jesu in Ansätzen erschlossen.

Vorgeschlagene Inhalte:

Der Lebensalltag zur Zeit Jesu

Bildungs- und Lehraufgabe:

Ethische Fragen

Lernfeld 1.8: Freude an der Schöpfung

Kinder nehmen Wunderbares und Schönes in unserer Welt mit allen Sinnen wahr.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Interkulturelles Lernen, Ökumene, Solidarität

Lernfeld 1.9: Ich bin Evangelisch

Kinder entdecken unterschiedliche Zugehörigkeiten.

Vorgeschlagene Inhalte:

Mein Zuhause

Zweite Schulstufe Didaktische Stichworte:, FÜREINANDER DA SEIN Bildungs- und Lehraufgabe:

Wahrnehmen – annehmen – begleiten

Lernfeld 2.1: Streit und Versöhnung

Kinder leiden unter Streit. Gutes Zusammenleben und versöhnte Beziehungen miteinander müssen immer neu geübt werden. Friedliche Konfliktlösungen kann man lernen. Jesus macht uns Mut dazu.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Gott wird greifbar

Lernfeld 2.2: Augen haben wie Jesus

Kinder lernen über sich selbst hinauszusehen, Augen für andere zu haben, für das Verletzte, die Hungrigen, die Ungeliebten und Heimatlosen: Zu dieser diakonischen Aufgabe will uns Jesus ermutigen.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Angebot zur Gottesbeziehung

Lernfeld 2.3: „Trotz allem“: Jakob und Esau

In den Geschichten von den unterschiedlichen Brüdern finden sich die Kinder wieder. Ihr Vertrauen in Gott kann wachsen, wenn sie hören, wie Gott zu denen hält, die Fehler machen.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Formen gelebten Glaubens

Lernfeld 2.4: Beten

Kinder lernen im Gebet Gott als Du zu erfahren, mit dem sie über alles reden können.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Feste feiern

Lernfeld 2.5.1: Weihnachten: Das Fest der Hoffnung

Im Leben von Kindern und Erwachsenen gibt es schwierige „dunkle“ Situationen. Menschen warten und warteten auf jemanden, der ihnen Hoffnung gibt und das Dunkel beendet.

Jesus wurde geboren, um beides zu erfüllen.

Vorgeschlagene Inhalte:

Lernfeld 2.5.2: Passion – Ostern: Verlassensein - Hoffnung erfahren

Zur Alltagserfahrung der Kinder gehören Gefühle der Verlassenheit und Einsamkeit. Alle Beteiligten an der Leidensgeschichte erleben diese Gefühle in ihrer tiefsten Form. Durch die Begegnung mit dem Auferstandenen wachsen neue Hoffnung und Lebensmut. Dies erleben wir auch in der Feier des Abendmahls.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Christlichen Lebensräumen begegnen

Lernfeld 2.6: Ich bin evangelisch, und du?

Kinder erfassen das Typische am Evangelischsein.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Information zur Bibel und Kirchengeschichte

Lernfeld 2.7: Glaube und Leben

Glaube lebt von Vorbildern. Zu christlichem Handeln muss eingeladen werden. Die Kinder erkennen an historischen Persönlichkeiten, was Christ sein heißen kann.

Vorgeschlagene Inhalte:

Erweiterung:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Ethische Fragen

Lernfeld 2.8: Zukunft der Schöpfung

Kinder erfahren, dass sich Menschen für den Schutz der Mitwelt einsetzen. Ausgehend vom Schöpfungsauftrag wächst Verantwortungsbewusstsein und Mut, sich dafür zu engagieren.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Interkulturelles Lernen, Ökumene, Solidarität

Lernfeld 2.9: Im Haus der Christinnen und Christen

Die Kinder erkennen die gemeinsamen Grundlagen des christlichen Glaubens. Sie sehen, was sie mit anderen Konfessionen verbindet oder von ihnen trennt.

Vorgeschlagene Inhalte:

Dritte Schulstufe Didaktische Stichworte:, GEHEN – UNTERWEGS SEIN Bildungs- und Lehraufgabe:

Wahrnehmen – annehmen – begleiten

Lernfeld 3.1: Wir leben in Gemeinschaft

Kinder erleben neben gelingender Gemeinschaft auch Scheitern, Ausgrenzung und Schuld.

Die sensible Wahrnehmung, dass in einer Gemeinschaft alle Platz haben, muss immer wieder geübt werden. Neuanfang ist möglich und Vergebung kann zugesprochen werden. Jesus hat dies gelebt.

Vorgeschlagene Inhalte:

Erweiterung:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Gott wird greifbar

Lernfeld 3.2: Mit Jesus unterwegs zu den Menschen

Kinder erleben sich nicht nur behütet und in Sicherheit, sondern auch allein und missverstanden. Jesus wandte sich den Ausgestoßenen seiner Zeit zu. Das gibt den Kindern Orientierung und Lebensmut.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Angebot zur Gottesbeziehung

Lernfeld 3.3: Mit Gott auf dem Weg: Josef

Die Josefsgeschichte gibt den Kindern einen weiteren tragfähigen Grund von Vertrauen auf ihren Lebensweg mit. Gott führt zu einem guten Ende, zu gerettetem Leben.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Formen gelebten Glaubens

Lernfeld 3.4: Wir klagen über einen Verlust

Kinder haben bereits schmerzliche Erfahrungen mit Verlust und Tod. Die Klage und das Gespräch aber auch das Wahrnehmen von Werden und Vergehen anhand der Jahreszeiten sind Möglichkeiten des Umgangs damit.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Feste feiern

Lernfeld 3.5.1: Weihnachten: Gott kommt in die Welt: Ein Kind

Kinder erleben, dass vieles mit Gewalt geregelt wird und dass viele den „Starken“ nachlaufen.

Gott antwortet darauf in seinem Kommen als Kind.

Vorgeschlagene Inhalte:

Lernfeld 3.5.2: Passion – Ostern: Wege ins Leiden – Wege ins Leben

Wer sich einsetzt, setzt sich aus. Das haben Kinder bereits erfahren. Jesus bleibt seinem Weg bis zum Ende treu. Gott bestätigt diesen Weg durch seine Auferweckung. Das gibt Mut, Jesu Weg zu folgen.

Vorgeschlagene Inhalte:

Erweiterung:

Thomas (Jh. 20, 24-29)

Bildungs- und Lehraufgabe:

Christlichen Lebensräumen begegnen

Lernfeld 3.6: Unsere Pfarrgemeinde – Nachbargemeinde(n) – Diözese, Landeskirche; lokale Kirchengeschichte

Evangelische Kinder, Lehrerinnen und Lehrer müssen oft mit Situationen der Vereinzelung und Benachteiligung fertig werden. Das Eingebunden-Sein in die größere Gemeinschaft der Pfarrgemeinde, Diözese, Landeskirche gibt Rückhalt.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Information zur Bibel und Kirchengeschichte

Lernfeld 3.7: Bibel

Die Kinder kennen bereits biblische Geschichten. Sie lernen, dass die Bibel Grundlage des Evangelischen Glaubens ist.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Ethische Fragen

Lernfeld 3.8: Regeln und Rechte

Zusammenleben braucht Regeln. Rechte schützen den Lebensraum von Schwachen.

Im Doppelgebot der Liebe zeigt Jesus neue Wege.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Interkulturelles Lernen, Ökumene, Solidarität

Lernfeld 3.9: Fremdes wahrnehmen – aufeinander zugehen

Kinder aus unterschiedlichen Kulturkreisen befinden sich häufig in einem Klassenverband.

Abbau von Vorurteilen, Erwerb einer toleranten und akzeptierenden Haltung sind Ziele dieser Unterrichtseinheit.

Vorgeschlagene Inhalte:

Vierte Schulstufe Didaktische Stichworte:, MITEINANDER LEBEN Bildungs- und Lehraufgabe:

Wahrnehmen – annehmen – begleiten

Lernfeld 4.1: Schuld und Vergebung

Kinder erleben sehr schmerzhaft, dass sie schuldig werden können. Diese Erfahrung macht sie einsam und hoffnungslos, wenn sie keine Möglichkeit haben, sich mitzuteilen. Wir klären miteinander, dass alle Menschen Schuld mit sich herumtragen und öffnen den Blick für Entlastung und Vergebung.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Gott wird greifbar

Lernfeld 4.2: Jesus beauftragt zum Miteinander

Kinder tragen ein Stück weit die Phantasie für eine neue Welt in sich. Gottes Welt im Miteinander zu leben – für diese Hoffnung lebte Jesus. Wir überlegen, was wir dazu tun können, auch wenn diese Welt sehr ferne von uns zu liegen scheint.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Angebot zur Gottesbeziehung

Lernfeld 4.3: Gott befreit zur Geschwisterlichkeit: Moses

Die Kinder erfahren, dass Gott für die Bedrückten da ist: Die Befreiung aus der Sklaverei erinnern und feiern die Juden bis heute. Die Gebote – von Gott am Sinai gegeben – helfen, dass ein Leben in Freiheit gelingen kann.

Vorgeschlagene Inhalte:

Erweiterung:

Weitere Moses-Geschichten in Auswahl

Bildungs- und Lehraufgabe:

Formen gelebten Glaubens

Lernfeld 4.4: Taufe und Abendmahl

Die beiden Sakramente sind Kennzeichen der Liebe Gottes zu uns. Das Versprechen Gottes in ihnen: seine Nähe, seine Vergebung brauchen Kinder wie Erwachsene.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Feste feiern

Lernfeld 4.5.1: Weihnachten: Christus kommt in eine unversöhnte Welt

Die Kinder erkennen, dass in der Weihnachtsbotschaft wichtige Grundwerte des Christentums enthalten sind, die zugleich Befreiung und Auftrag darstellen.

Vorgeschlagene Inhalte:

Lernfeld 4.5.2: Passion – Ostern: Auferstehung ist Neubeginn

Kinder vertiefen ihr Verständnis von Passion und Ostern. Die Osterbotschaft enthält Erfahrungen von Befreiung aus Ängsten, Hoffnung in Situationen der Ausweglosigkeit, Neubeginn nach Niederlagen.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Christlichen Lebensräumen begegnen

Lernfeld 4.6: Die Kirche

Auf der ganzen Welt leben Christen. Was sie verbindet ist die Entstehung der Kirche von Pfingsten her und die Bedeutung der Taufe.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Information zur Bibel und Kirchengeschichte

Lernfeld 4.7: Reformation

Kinder verschiedener Evangelischer Bekenntnisse (evang. A. B., evang. H. B., evang.-meth.) gehören derselben Unterrichtsgruppe an. Gemeinsam wird ihnen der angstfreie und vertrauensvolle Zugang zu Gott vermittelt.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Ethische Fragen

Lernfeld 4.8: Die eine Welt

Informationen aus anderen Ländern werden von den Kindern mit Neugier entgegengenommen. Eine lebenswerte Zukunft der Menschheit hängt davon ab, ob ein „Miteinander Leben“ gelingt – im Kleinen wie im Großen.

Vorgeschlagene Inhalte:

Bildungs- und Lehraufgabe:

Interkulturelles Lernen, Ökumene, Solidarität

Lernfeld 4.9: Kinder anderer Religionen leben bei uns

Kinder mit verschiedenen Religionsbekenntnissen gehen gemeinsam in die Schule.

Das Kennenlernen anderer Religionen fördert Akzeptanz und gegenseitiges Verstehen.

Vorgeschlagene Inhalte:

              Die Weltreligionen

Für die Vorschulstufe sind die Lernfelder der Grundstufe römisch eins entsprechend dem Entwicklungsstand der Kinder anzuwenden.

Für die Volksschule Oberstufe siehe die Bekanntmachung für den Evangelischen Religionsunterricht an Hauptschulen, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 201 aus 2002,.“

Novellierungsanordnung 2, In Anlage C1, Abschnitt 6, Litera b, wird der folgende vom Evangelischen Oberkirchenrat A. und H. B. am 8. Juni 2010 beschlossene Lehrplan für den Evangelischen Religionsunterricht an Allgemeinen Sonderschulen mit Wirksamkeit vom 1. September 2010 bekannt gemacht:

„b) Evangelischer Religionsunterricht

Der Lehrplan für den Evangelischen Religionsunterricht ist ein Lehrplan mit Rahmencharakter.

Er ermöglicht den Religionslehrerinnen/Religionslehrern Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrinhalte sowie hinsichtlich der Festlegung der Unterrichtsmethoden und -mittel nach verschiedenen didaktischen Gesichtspunkten, sowohl für Integrations- als auch für Sonderschülerinnen und -schüler.

Alle Kinder und Jugendlichen sollen nach den möglichst höchsten Lehrplan-Zielen unterrichtet werden. Daher haben die Bildungs- und Lehraufgaben sowie die didaktischen Grundsätze des Volksschullehrplans und des Lehrplans der Hauptschule Grundlage für die Planung und Durchführung des Evangelischen Religionsunterrichts zu sein.

Der Lehrplan bildet gemeinsam mit dem Individuellen Förderplan demnach die Basis für die eigenständige und verantwortliche Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Unterrichts.

Im Rahmen der Reflexion ist zu entscheiden, ob die gesetzten Ziele erreicht wurden oder ob diese zu verändern sind.

römisch eins. Bildungs- und Lehraufgabe:

Für die Erteilung des Religionsunterrichtes gelten das Allgemeine Bildungsziel und die Allgemeinen Bestimmungen des Lehrplans der Allgemeinen Sonderschule sowie die Bildungs- und Lehraufgaben der Lehrpläne für den Evangelischen Religionsunterricht an Volks- und Hauptschulen.

römisch zwei. Didaktische Grundsätze und fachdidaktische Hinweise:

Es gelten die allgemeinen didaktischen Grundsätze mit Bedachtnahme folgender fachdidaktischer Hinweise:

Die allgemeinen Bildungsziele des Lehrplans der Allgemeinen Sonderschule sehen vor, dass den Kindern und Jugendlichen nach Möglichkeit eine der Volksschule oder der Hauptschule entsprechende Bildung vermittelt wird. Diese Lehrpläne sollen die Grundlage für die Planung und Durchführung sein. Daher kann auf den in diesen Lehrplänen enthaltenen Lehrstoff für den Evangelischen Religionsunterricht verwiesen werden.

Der Lehrplan ist als Planungskonzept angelegt, der den Lehrerinnen und Lehrern in der Auswahl der Aufgaben und Inhalte ein Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse und Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler ermöglicht.

Die bestehenden Lehrpläne für den Evangelischen Religionsunterricht für die Volksschule und die Hauptschule ermöglichen das eigenständige und eigenverantwortliche Arbeiten der Religionslehrerinnen und Religionslehrer. Differenzierung und Individualisierung sind in allen Lehrplänen gefordert.

Das setzt voraus, dass Religionslehrerinnen und Religionslehrer das einzelne Kind und die Gruppe genau wahrnehmen und beobachten. Die Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen muss Ausgangsposition sein, ihre persönlichen Stärken und Begabungen sind als Basis der Unterrichtsarbeit zu erkennen und als Ressourcen bestmöglich zu nutzen.

Die Religionslehrerin/der Religionslehrer soll in die Individuellen Förderpläne der Schülerinnen und Schüler Einsicht nehmen und gegebenenfalls an deren Erstellung mitwirken. Differenzierungs- und Individualisierungsmaßnahmen können von der Religionslehrerin/dem Religionslehrer in kurzer Form beschrieben und dem Individuellen Förderplan beigelegt werden.

Nach Bedarf kann ein Kooperationsgespräch zwischen Religionslehrerin/Religionslehrer und der Lehrkraft bzw. den Lehrkräften geführt werden, um Einblick in die Arbeit mit dem Kind bzw. in den Individuellen Förderplan zu nehmen.

Zur Gestaltung eines sinnvollen fächerübergreifenden Unterrichtes und im Hinblick auf möglichst ganzheitliche Lernprozesse ist die Kooperation mit den für den Individuellen Förderplan verantwortlichen Lehrerinnen/Lehrern – allerdings unter Wahrung der fachspezifischen Ziele und Inhalte – anzustreben.

römisch drei. Gliederung nach Lehrplan-Hauptstufen:

Die acht Schulstufen des Lehrplans der Allgemeinen Sonderschule sind in drei Lehrplan-Hauptstufen zusammengefasst:

Der Volksschullehrplan und der Lehrplan für die Hauptschule bieten einen geeigneten Rahmen für die Planung und Durchführung des Evangelischen Religionsunterrichts für Kinder und Jugendliche mit Sonderpädagogischem Förderbedarf. Die Auswahl der Ziele und Inhalte konzentriert sich auf das Wesentliche.“

Novellierungsanordnung 3, In Anlage C2 und C3, Abschnitt 7, Litera b, werden die abgedruckten Lehrpläne für den Evangelischen Religionsunterricht durch das folgende Zitat ersetzt:

„b) Evangelischer Religionsunterricht

Siehe die Bekanntmachung in Anlage C1.“

Novellierungsanordnung 4, In Anlage C4, Fünfter Teil, lautet die lit. b:

„b) Evangelischer Religionsunterricht

Siehe die Bekanntmachung in Anlage C1. Entsprechend der Eigenart und den Behinderungen sowie der beschränkten Aufnahme- und Entwicklungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler können die Lehrpläne der Allgemeinen Sonderschule entsprechend verkürzt und vereinfacht werden.“

Novellierungsanordnung 5, In Anlage C5 im Absatz „Allgemeine Bestimmungen“ wird nach der Wortfolge „oder der Lehrplan der Polytechnischen Schule Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 236 aus 1997,, in der jeweils geltenden Fassung)“ die Wortfolge „sowie die darin bekannt gemachten Lehrpläne für den Religionsunterricht“ angefügt.

Novellierungsanordnung 6, Anlage C6, Fünfter Teil lautet:

„FÜNFTER TEIL LEHRPLÄNE FÜR DEN RELIGIONSUNTERRICHT

(Bekanntmachung gemäß Paragraph 2, Absatz 2, des Religionsunterrichtsgesetzes)

Siehe die Bekanntmachungen

  1. BGBl
    römisch zwei Nr. 364 aus 2001, bezüglich des Katholischen Religionsunterrichts,
  2. BGBl
    römisch zwei Nr. 479 aus 2001, bezüglich des Evangelischen Religionsunterrichts,
  3. BGBl
    römisch zwei Nr. 365 aus 2001, bezüglich des Neuapostolischen Religionsunterrichts.“

Schmied