BUNDESGESETZBLATT
FÜR DIE REPUBLIK ÖSTERREICH

Jahrgang 2005

Ausgegeben am 26. September 2005

Teil römisch zwei

307. Verordnung:

Frequenznutzungsverordnung 2005 - FNV 2005

307. Verordnung des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie betreffend die Frequenznutzung (Frequenznutzungsverordnung 2005 - FNV 2005)

Auf Grund des Paragraph 52, des Bundesgesetzes, mit dem ein Telekommunikationsgesetz erlassen wird (Telekommunikationsgesetz 2003 – TKG 2003), Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 70 aus 2003, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 178 aus 2004,, wird verordnet:

Geltungsbereich

Paragraph eins,

  1. Absatz eins,Mit dieser Verordnung werden im Frequenzspektrum bis 1 000 GHz die Frequenznutzungen den Frequenzbereichen zugeordnet sowie die zur Sicherstellung einer effizienten und störungsfreien Frequenznutzung erforderlichen Nutzungsbedingungen festgelegt.
  2. Absatz 2,Die Festlegungen enthalten die Frequenzzuteilung betreffende rechtliche Rahmenbedingungen sowie technische und betriebliche Bedingungen, welche bei der Nutzung von Frequenzen einzuhalten sind.
  3. Absatz 3,In Kursivschrift geschriebene Eintragungen im Frequenznutzungsplan berücksichtigen die internationale Harmonisierung sowie die technische Entwicklung und stellen zukünftige Frequenznutzungen dar.

Begriffsbestimmungen

Paragraph 2

. (1) In dieser Verordnung bezeichnet der Begriff

  1. Ziffer eins
    „Zivil/nicht-zivil“, dass Teile des betreffenden Frequenzbereiches für zivile Nutzung nicht zur Verfügung stehen;
  2. Ziffer 2
    „nicht-zivil“, dass der betreffende Frequenzbereich für zivile Nutzung nicht zur Verfügung steht;
  3. Ziffer 3
    „Nutzungsbeschränkungen“ Einschränkungen zur Sicherung einer effizienten und störungsfreien Frequenznutzung;
  4. Ziffer 4
    „Sonstige Anwendungen“ Anwendungen elektromagnetischer Wellen, die keine Funkanwendungen sind, wobei jedoch die Möglichkeit der Beeinflussung zwischen der sonstigen Anwendung und der Funkanwendung besteht.
  1. Absatz 2,In dieser Verordnung bedeutet die Abkürzung
    1. Ziffer eins
      „BOS“ Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben;
    2. Ziffer 2
      „CB-Funk“ Jedermannfunk im 27-MHz-Bereich;
    3. Ziffer 3
      “CEPT" European Conference of Postal and Telecommunications Administrations (Europäische Konferenz der Verwaltungen für Post und Telekommunikation);
    4. Ziffer 4
      „CH97“ Multilaterale Koordinierungsvereinbarung, Chester, 1997, über technische Kriterien, Koordinierungsgrundsätze und -verfahren für die Einführung des terrestrischen digitalen Fernsehrundfunks (DVB-T), Chester, 1997;
    5. Ziffer 5
      „DECT“ Digital Enhanced Cordless Telecommunications System (Digitales drahtloses Telekommunikationssystem);
    6. Ziffer 6
      „DGPS“ Differential Global Positioning System (Funkortungssystem mit Korrektursignalübertragung);
    7. Ziffer 7
      „DME“ Distance Measuring Equipment (Entfernungsmessgeräte im Flugfunkdienst);
    8. Ziffer 8
      „E-GSM“ Extended GSM-band (erweitertes GSM-Band);
    9. Ziffer 9
      „ELT“ Emergency Locator Transmitter (Sender zur Kennzeichnung der Notposition im Flugfunkdienst);
    10. Ziffer 10
      „ENG/OB“ Electronic News Gathering/Outside Broadcasting (Elektronische Berichterstattung/ Reportageanlagen);
    11. Ziffer 11
      „EPIRB“ Emergency Position Indicating Radiobeacon (Funkbake zur Kennzeichnung der Notposition im Seefunkdienst);
    12. Ziffer 12
      „ECC“ Electronic Communication Committee (Ausschuss für Angelegenheiten der elektronischen Kommunikation);
    13. Ziffer 13
      „ECC/DEC.....“ Entscheidung des Electronic Communication Committee
    14. Ziffer 14
      „ECC/REC.....“ Empfehlung des Electronic Communication Committee
    15. Ziffer 15
      „ERC“ European Radiocommunication Committee (europäischer Ausschuss für Angelegenheiten der Funkkommunikation, Vorgängerorganisation zu ECC);
    16. Ziffer 16
      „ERC/DEC.....“ Entscheidung des European Radiocommunication Committee
    17. Ziffer 17
      „ERC/REC.....“ Empfehlung des European Radiocommunication Committee
    18. Ziffer 18
      „ERP“ äquivalente Strahlungsleistung;
    19. Ziffer 19
      „ERMES“ European Radio Messaging System (Europäisches Funkrufsystem);
    20. Ziffer 20
      „FSB-...“ Luftschnittstellenbeschreibungen;
    21. Ziffer 21
      „GALILEO“ zukünftiges globales Satelliten-Navigationssystem;
    22. Ziffer 22
      „GE60“ Regionalabkommen über die Benutzung von Frequenzen in den Bändern 68 – 73 MHz und 76 - 87,5 MHz durch den Rundfunkdienst einerseits und durch den festen Funkdienst und den beweglichen Funkdienst andererseits, Genf, 1960;
    23. Ziffer 23
      „GE75“ Schlussakte der Regionalen Verwaltungskonferenz für den Langwellen-/ Mittelwellenrundfunk, Genf, 1975;
    24. Ziffer 24
      „GE84“ Schlussakte der Regionalen Verwaltungskonferenz für die Planung des UKW-Tonrundfunks, Genf, 1984;
    25. Ziffer 25
      „GE85“ Schlussakte der Regionalen Verwaltungskonferenz für die Planung des beweglichen               Seefunkdienstes              und Flugnavigationsdienstes im Mittelwellenbereich (Region 1), Genf, 1985;
    26. Ziffer 26
      „GLONASS“ Globales Satelliten-Navigationssystem;
    27. Ziffer 27
      „GMDSS“ Global Maritime Distress and Safety System (Weltweites Seenot- und Sicherheitsfunksystem);
    28. Ziffer 28
      „GMPCS“ Global Mobile Personal Communications by Satellite (globales mobiles satellitengestütztes Kommunikationssystem)
    29. Ziffer 29
      „GPS" Global Positioning System (Globales Satelliten-Navigationssystem);
    30. Ziffer 30
      „GSM“ Global System for Mobile Communications (Weltweites Mobilkommunikationssystem);
    31. Ziffer 31
      „HIPERLAN“ High Performance Local Area Network (Hochqualitatives Funk-LAN);
    32. Ziffer 32
      „ILS“ Instrument Landing System (Instrumentenlandesystem);
    33. Ziffer 33
      „ISM“ Industrial, Scientific, Medical (Industrielle, wissenschaftliche und medizinische Anwendungen);
    34. Ziffer 34
      „ITU“ International Telecommunication Union (Internationale Fernmeldeunion);
    35. Ziffer 35
      „KW-Empfehlungen der Donaukommission, 2001“ Empfehlungen für den Funkverkehr in der Donauschifffahrt im Kurzwellenbereich, Budapest 2001;
    36. Ziffer 36
      „MA02“ Besondere Vereinbarung der Europäischen Konferenz der Verwaltungen für Post und Telekommunikation (CEPT) über die Nutzung des Bandes 1 452 - 1 479,5 MHz für den terrestrischen digitalen Tonrundfunk;
    37. Ziffer 37
      „NAVTEX" Automated direct-printing telegraph system for navigational and meteorological warnings and urgent information to ship (Internationales Seefahrtsinformationssystem);
    38. Ziffer 38
      „PLB" Personal Locator Beacon (Notfunksender);
    39. Ziffer 39
      „PMR446“ Private Mobile Radio 446 (Funkanlagen kleiner Leistung im 446 MHz-Bereich);
    40. Ziffer 40
      „R-GSM“ Global System for Mobile Communications for Railways (Weltweites Mobilkommunikationssystem für die Eisenbahnen);
    41. Ziffer 41
      „RLAN" Radio Local Area Network (drahtloses lokales Netzwerk);
    42. Ziffer 42
      „RTTT“ Road Transport & Traffic Telematics (Straßen-Transport- und Verkehrs-Telematiksystem);
    43. Ziffer 43
      „S-DAB“ Satellite Digital Audio Broadcasting (Satellitengestütztes digitales Tonrundfunksystem);
    44. Ziffer 44
      „ST61“ Regionales Abkommen für die europäische Rundfunkzone, Stockholm, 1961;
    45. Ziffer 45
      „T-DAB“ Terrestrial Digital Audio Broadcasting (Terrestrischer digitaler Tonrundfunk);
    46. Ziffer 46
      „TETRA“ Terrestrial trunked radio (Terrestrischer Bündelfunk);
    47. Ziffer 47
      „UMTS/IMT-2000“ Universal Mobile Telecommunication System (Universelles digitales Mobilkommunikationssystem für Europa, mit IMT-2000 kompatibel);
    48. Ziffer 48
      „VOFunk“ Vollzugsordnung für den Funkdienst (Radio Regulations);
    49. Ziffer 49
      „VOR“ VHF-Omnidirectional Range (UKW-Drehfunkfeuer);
    50. Ziffer 50
      „WI95, Rev. MA02" Besondere Vereinbarung der europäischen Konferenz der Verwaltungen für Post und Telekommunikation (CEPT) über die Nutzung der Bänder 47 – 68 MHz, 87,5 – 108 MHz, 174 – 230 MHz, 230 – 240 MHz und 1 452 - 1 492 MHz für die Einführung des terrestrischen digitalen Tonrundfunks (T-DAB), Wiesbaden, 1995, wie revidiert bei der CEPT T-DAB Planungstagung (2), Bonn, 1996, Maastricht, 2002.

Verfügbarkeit

Paragraph 3,

Eine Frequenz gilt als verfügbar, wenn die technischen Merkmale der Funkstelle, der die Frequenz zugeteilt werden soll, so festgelegt werden können, dass

  1. Ziffer eins
    durch ihren Betrieb bei anderen in- und ausländischen in Betrieb befindlichen Funkstellen oder koordinierten geplanten Funkstellen keine schädlichen Störungen im Sinne des Bundesgesetzes über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen (FTEG), Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 134 aus 2001, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 25 aus 2002,, verursacht werden oder zu erwarten sind und
  2. Ziffer 2
    die Kompatibilität mit Frequenznutzungen durch andere Funksysteme gegeben ist.

Frequenznutzungsplan

Paragraph 4,

  1. Absatz eins,Die Frequenznutzungen und erforderlichenfalls zugehörige Nutzungsbedingungen ergeben sich aus der Anlage (Frequenznutzungsplan).
  2. Absatz 2,Der Frequenznutzungsplan beinhaltet in
    1. Ziffer eins
      Spalte 1 die Frequenzbereiche entsprechend der Einteilung für die Region 1 gemäß Artikel 5 der Vollzugsordnung für den Funkdienst,
    2. Ziffer 2
      Spalte 2 die Frequenzbereichszuweisung gemäß der Verordnung des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie betreffend die Frequenzbereichszuweisung, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 306 aus 2005,,
    3. Ziffer 3
      Spalte 3 Frequenzteilbereiche oder Einzelfrequenzen (Mittenfrequenzen) für bestimmte Nutzungen,
    4. Ziffer 4
      Spalte 4 die vorwiegende Frequenznutzung,
    5. Ziffer 5
      Spalte 5 zusätzliche Verweise auf einschlägige Gesetze, Verordnungen, andere Rechtsvorschriften sowie multilaterale Vereinbarungen, die für die verschiedenen Frequenznutzungen gelten sowie Nutzungsbedingungen und allfällige Bemerkungen, die die jedenfalls einzuhaltenden Nutzungsbedingungen und sonstigen Bestimmungen der Vollzugsordnung für den Funkdienst ergänzen,
    6. Ziffer 6
      Spalte 6 die Luftschnittstellenbeschreibungen, die für die jeweilige Frequenznutzung gelten und bei deren Einhaltung davon ausgegangen wird, dass die in den Schnittstellenbeschreibungen angeführten grundlegenden Anforderungen gemäß Paragraph 3, des Bundesgesetzes über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen erfüllt sind.

Verweisungen

Paragraph 5,

In dieser Verordnung bezieht sich die Verweisung auf

  1. Ziffer eins
    die „Amateurfunkverordnung“ auf die Verordnung des Bundesministers für Wissenschaft und Verkehr zur Durchführung des Amateurfunkgesetzes (Amateurfunkverordnung), Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 126 aus 1999,, in der jeweils geltenden Fassung,
  2. Ziffer 2
    die „Betriebsfunkverordnung“ auf die Verordnung des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie, mit der Bestimmungen für die Errichtung und den Betrieb von Funkanlagen des festen Funkdienstes und des nicht öffentlichen beweglichen Landfunkdienstes im Bereich von 29,7 bis 470 MHz festgesetzt werden, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 264 aus 2004,, in der jeweils geltenden Fassung,
  3. Ziffer 3
    die „VOFunk“ auf die einen integrierenden Bestandteil des Internationalen Fernmeldevertrages, Bundesgesetzblatt Teil 3, Nr. 48 aus 2003,, bildende Vollzugsordnung für den Funkdienst,
  4. Ziffer 4
    die „Binnenschifffahrtsfunkverordnung“ auf die Verordnung des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie, mit der die technischen und betrieblichen Bestimmungen für die Errichtung und den Betrieb von Funkanlagen im Binnenschifffahrtsfunk auf Wasserstraßen festgesetzt werden, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 320 aus 2002, in der jeweils geltenden Fassung.

Außer-Kraft-Treten

Paragraph 6,

Mit dem In-Kraft-Treten dieser Verordnung tritt die Verordnung des Bundesministers für Wissenschaft und Verkehr betreffend die Frequenznutzung, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 457 aus 2003,, außer Kraft.

Gorbach