BUNDESGESETZBLATT
FÜR DIE REPUBLIK ÖSTERREICH

Jahrgang 2005

Ausgegeben am 30. Juni 2005

Teil römisch zwei

203. Verordnung:

Tragen von Uniformen und die Verpflichtung zur Ausweisleistung

203. Verordnung der Bundesministerin für Inneres über das Tragen von Uniformen und die Verpflichtung zur Ausweisleistung

Auf Grund des Paragraph 60, Beamten-Dienstrechtsgesetz 1979 (BDG 1979), BGBl. Nr. 333, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 176 aus 2004,, und des Paragraph 23, Vertragsbedienstetengesetz 1948 (VBG), BGBl. Nr. 86, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 176 aus 2004,, wird verordnet:

Paragraph eins,

Die Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes des Bundesministeriums für Inneres sind verpflichtet, im Dienst die amtlich zugewiesene oder mit Zustimmung des Bundesministeriums für Inneres beschaffte Dienstkleidung (Uniform) und die zur Verfügung gestellten Ausrüstungsgegenstände zu tragen.

Paragraph 2,

  1. Absatz eins,Anderen Bediensteten kann in Fällen, in denen sie als Repräsentanten des Bundesministeriums für Inneres mit Außenwirksamkeit auftreten und eine dienstliche Notwendigkeit gegeben ist, vom Bundesministerium für Inneres im Einzelfall das Tragen der Repräsentationsuniform gestattet werden.
  2. Absatz 2,Die in Absatz eins, genannten Bediensteten sind in den von der Trageermächtigung umfassten Obliegenheiten zum Tragen der Uniform verpflichtet.

Paragraph 3,

  1. Absatz eins,Die Verpflichtung nach Paragraphen eins und 2 entfällt, wenn
    1. Ziffer eins
      das Bundesministerium für Inneres für einen bestimmten Personenkreis oder für bestimmte Verwendungen anordnet, dass Zivilkleidung zu tragen ist oder getragen werden kann,
    2. Ziffer 2
      eine Organisationseinheit der Bundespolizei für bestimmte begründete Fälle eine Verfügung nach Ziffer eins, setzt,
    3. Ziffer 3
      eine dringende Amtshandlung die Notwendigkeit zum Tragen der Zivilkleidung erfordert und die Zustimmung des Leiters der jeweiligen Organisationseinheit nicht eingeholt werden kann.
  2. Absatz 2,Wird nach Absatz eins, Ziffer 2, für mehr als 3 Monate das Tragen von Zivilkleidung angeordnet, ist hiefür auch die Zustimmung der obersten Dienstbehörde einzuholen.

Paragraph 4,

  1. Absatz eins,Die in Uniform Dienst versehenden Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes des Bundesministeriums für Inneres haben entsprechend der Bestimmungen der Richtlinienverordnung die Dienstnummer bekannt zu geben und sich auf Verlangen mit dem Dienstausweis auszuweisen.
  2. Absatz 2,Bei der Dienstverrichtung in Zivilkleidung haben sich die Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes des Bundesministeriums für Inneres mit dem Dienstabzeichen (Kokarde) oder mit dem Dienstausweis bzw. auf Verlangen jedenfalls mit dem Dienstausweis auszuweisen.
  3. Absatz 3,Eine Ausweisleistung nach Absatz eins und 2 kann unterbleiben, sofern dadurch die Erfüllung der Aufgabe oder der Zweck des Einschreitens gefährdet ist.

Paragraph 5,

  1. Absatz eins,Außerhalb des Dienstes darf die vom Bundesministerium für Inneres festgelegte Dienstkleidung (Uniform) von den unter Paragraph eins, angeführten Bediensteten nur dann getragen werden, wenn keine Gefährdung dienstlicher Interessen zu erwarten ist.
  2. Absatz 2,Die Berechtigung nach Absatz eins, gilt jedenfalls nicht:
    1. Ziffer eins
      wenn im Hinblick auf Zeit, Ort oder Anlass dienstliche Interessen oder das Ansehen der Exekutive gefährdet werden könnten,
    2. Ziffer 2
      bei Dienstbefreiungen, Dienstfreistellungen oder Außerdienststellungen im Sinne der Bestimmungen der Paragraphen 17 bis 19, 78 a bis 79 BDG 1979 oder 29g bis 29i VBG 1948,
    3. Ziffer 3
      wenn eine Nebenbeschäftigung ausgeübt wird,
    4. Ziffer 4
      vor Gericht oder einer Verwaltungsbehörde, ausgenommen als Zeuge über dienstliche Wahrnehmungen,
    5. Ziffer 5
      während der Dauer einer Suspendierung,
    6. Ziffer 6
      außer Dienst bei Teilnahme an politischen oder sonstigen öffentlichen Kundgebungen,
    7. Ziffer 7
      für die Dauer eines Karenzurlaubes gemäß Paragraphen 75 bis 75 c BDG 1979, Paragraphen 29 b bis e VBG 1948 sowie einer Karenz nach Paragraphen 15 bis 15 g Mutterschutzgesetz und Paragraphen 2 bis 7 c Väter-Karenzgesetz,
    8. Ziffer 8
      bei Dienstzuteilungen zu Behörden oder Dienststellen außerhalb des Bundesministeriums für Inneres
  3. Absatz 3,Die Berechtigung nach Absatz eins, kann überdies in sonstigen begründeten Einzelfällen eingeschränkt oder auch aufgehoben werden.
  4. Absatz 4,Außerhalb des Dienstes darf die Repräsentationsuniform von den unter Paragraph 2, angeführten Bediensteten unter den in Paragraph 6, festgelegten Voraussetzungen getragen werden.

Paragraph 6,

Im Ruhestand darf die Repräsentationsuniform von den unter Paragraphen eins und 2 angeführten Bediensteten bei jenen feierlichen Anlässen getragen werden, für die im Hinblick auf die außergewöhnlichen, den Interessen des Dienstes förderlichen Umstände im Einzelfall eine Trageerlaubnis erteilt wurde.

Paragraph 7,

  1. Absatz eins,Der Grenzübertritt in Uniform und das Tragen der Uniform im Ausland bedarf einer Bewilligung des Bundesministeriums für Inneres. Davon ausgenommen sind Tätigkeiten, die aufgrund zwischenstaatlicher Vereinbarungen auf ausländischem Staatsgebiet vorgenommen werden können.
  2. Absatz 2,Eine Bewilligung nach Absatz eins, ist nicht erforderlich, wenn eine der im Paragraph eins, Absatz eins, genannten Personen als Verbindungsbeamter/Spezialattachè ins Ausland dienstzugeteilt wird.
  3. Absatz 3,Die Verpflichtung zur Einholung einer Bewilligung zum Tragen der Dienstkleidung und eventueller Ausrüstung von der autorisierten Behörde des fremden Staates wird durch Absatz 2, nicht berührt.

Paragraph 8,

Die in dieser Verordnung verwendeten geschlechtsspezifischen Begriffe und Bezeichnungen gelten für weibliche und männliche Bedienstete gleichermaßen.

Paragraph 9,

  1. Absatz eins,Diese Verordnung tritt mit 1. Juli 2005 in Kraft.
  2. Absatz 2,Die Verordnung des Bundesministers für Inneres über das Tragen von Dienstkleidung - Uniformierungsvorschrift der Bundespolizei (UV-BP) sowie Verordnung des Bundesministers für Inneres vom 18. Oktober 1995 über das Tragen von Dienstkleidern und Dienstabzeichen durch Gendarmeriebedienstete (Gendarmerieuniformtrageverordnung - GUTV) bleiben bis 31. Dezember 2007 in Kraft. Die gleichzeitige Verwendung von Uniformsorten nach der UV-BP oder der GUTV und von Uniformsorten des Wachkörpers Bundespolizei ist jedoch nicht zulässig.

Prokop