Erläuterungen

Allgemeines:

Gemäß § 6 Abs. 4 Fachhochschul-Studiengesetz (FHStG), BGBl. Nr. 340/1993, in der Fassung BGBl. I Nr. 45/2014 berechtigt der erfolgreiche Abschluss eines Fachhochschul-Masterstudienganges oder eines Fachhochschul-Diplomstudienganges zu einem facheinschlägigen Doktoratsstudium an einer Universität, das im Falle einer im Vergleich mit den facheinschlägigen Master- oder Diplomstudien an den Universitäten kürzeren Regelstudiendauer des Fachhochschul-Masterstudienganges oder des Fachhochschul-Diplomstudienganges um den Differenzzeitraum verlängert wird.

Gemäß § 6 Abs. 5 Fachhochschul-Studiengesetz (FHStG), BGBl. Nr. 340/1993, in der Fassung BGBl. I Nr. 45/2014, hat die zuständige Bundesministerin oder der zuständige Bundesminister für die jeweils in Betracht kommenden Doktoratsstudien eine Verordnung zu erlassen. Der im Falle einer Verlängerung gemäß Abs. 4 festzulegende Gesamtumfang der Grundlagenfächer, der fachspezifischen Ergänzungsfächer und der Vertiefungsfächer hat sich an den fachspezifischen Anforderungen der Dissertation zu orientieren.

Anders als in den Vorjahren sind in diesem Entwurf nun sämtliche Fachhochschul- Masterstudiengänge und Fachhochschul-Diplomstudiengänge, die zum Doktoratsstudium berechtigen, angeführt (die bisherigen einschlägigen Verordnungen verlieren damit ihre Gültigkeit). Der beiliegende Entwurf ist wie folgt strukturiert:

§ 1 enthält alle FH-Master- oder Diplomabschlüsse, die keiner Ergänzungsprüfung für die Zulassung zum Doktoratsstudium an Universitäten bedürfen. Die Studiengänge sind aufsteigend nach Studiengangs-Kennzahl angeführt, daher leicht auffindbar und weisen zu den technischen, sozial- und wirtschafts-wissenschaftlichen oder auch philosophischen Doktoratsstudien der Universitäten hin. Dieser § 1 ist jedes Jahr um die jeweils neuen Fachhochschul-Masterstudien zu ergänzen.

§ 2 enthält eine Bestätigungsverpflichtung der jeweiligen Erhalter von Fachhochschul-Studiengängen für etwaige Namensänderungen der in § 1 angeführten Fachhochschul-Studiengänge.

§§ 3 – 20 umfassen nun all jene Fachhochschul-Masterstudiengänge oder Fachhochschul-Diplomstudiengänge, die für die Zulassung zum Doktoratsstudium an Universitäten Ergänzungsfächer bedürfen. Die entsprechenden Ergänzungsfächer wurden aus den damaligen Verordnungen übernommen.

§ 21 führt nun sämtliche bisher ergangenen Verordnungen an, die mit dieser Verordnung außer Kraft gesetzt werden sollten.

Zusätzlich werden im Entwurf 11 Fachhochschul-Masterstudiengänge aufgenommen, die im Studienjahr 2015/16 oder im Studienjahr 2016/17 neu beginnen. Sämtliche dieser Masterstudiengänge weisen eine Studiendauer von 4 Semestern und 120 ECTS-Punkte auf.

In den gesetzlichen Regelungen über Masterstudien an Universitäten findet sich keine Regelstudiendauer, weshalb zum Vergleich mit Fachhochschul-Masterstudiengängen die ECTS-Anrechnungspunkte heranzuziehen sind. Dabei entsprechen die in § 1 der Verordnung angeführten Fachhochschul-Masterstudiengänge mit 120 ECTS-Anrechnungspunkten vom Arbeitsaufwand den universitären Masterstudien, für die der Arbeitsaufwand gemäß § 54 Abs. 3 des Universitätsgesetzes 2002 mindestens 120 ECTS-Anrechnungspunkte zu betragen hat.

Kostenschätzung:

Fachhochschul-Studiengänge sprechen auf Grund ihrer Konzeption einen Personenkreis an, der zwar an einer wissenschaftlich fundierten Ausbildung interessiert, gleichzeitig jedoch berufsorientiert ausgerichtet ist. Es ist daher anzunehmen, dass generell ein geringerer Prozentsatz dieses Personenkreises als im universitären Bereich üblich, ein Doktoratsstudium anstrebt.

So waren mit Stichtag 9. Jänner 2015 761 Fachhochschul-Absolventinnen und Fachhochschul-Absolventen in Doktoratsstudien an Universitäten gemeldet. An diesem Stichtag waren an den österreichischen Universitäten insgesamt 27.114 Personen als Doktorats-Studierende tätig, der Anteil der FH-Absolventinnen und FH-Absolventen betrug daher nur 2,8 % (Quelle: BMWFW/Uni-Data). Da dieser geringe Prozentsatz auch für das Studienjahr 2017/18 anzunehmen ist, können die Kosten für Doktorats-Studierende mit Fachhochschulabschluss aus dem bestehenden universitären Angebot abgedeckt werden.