Erläuterungen Allgemeiner Teil Hauptgesichtspunkte des Entwurfes:

Gemäß Art. I § 6 Abs. 2 des BIFIE-Gesetzes 2008, BGBl. I Nr. 25, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 151/2015, ist die Mitwirkung an anderen Erhebungen als an Überprüfungen der Bildungsstandards sowie an nationalen und internationalen Surveys oder Assessments für Schülerinnen und Schüler nur dann verpflichtend, wenn dies durch Verordnung der Bundesministerin für Bildung und Frauen angeordnet wird.

Im Jahr 2016 sollen durch das BIFIE (inter)nationale Erhebungen (Surveys, Assessments) in folgenden Bereichen durchgeführt werden:

1.

Haupttest zur IEA-Studie PIRLS 2016 (April und Mai 2016);

2.

Evaluierung der Bildungsstandards im Pflichtgegenstand „Deutsch“ – 8. Schulstufe (April bis Juni 2016);

3.

Bildungsstandards: Pilotierung der Items zur Messung der Leistungen der Schülerinnen und Schüler im Pflichtgegenstand „Mathematik“ – 4. Schulstufe (Mai 2016).

Die Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern an diesen (inter)nationalen Leistungsmessungen und Qualitätsbewertungen im Sinne von Surveys und Assessments ist auf Grund des BIFIE-Gesetzes 2008 verpflichtend und befreit diese von der Teilnahme am Unterricht im erforderlichen Ausmaß. Eine sinnvolle Auswertung mit dem Ziel, bildungsstrategische Schlussfolgerungen treffen zu können, erfordert die Kontexterhebung über schulische und außerschulische Lern- und Lebensbedingungen. Schülerinnen und Schüler sind nur dann verpflichtet, an derartigen Kontexterhebungen teilzunehmen, wenn dies durch Verordnung der Bundesministerin für Bildung und Frauen angeordnet wird.

Besonderer Teil Zu § 1 (Testungen):

1. Haupttest zur IEA-Studie PIRLS 2016:

In den Monaten April und Mai 2016 findet an 152 Volksschulen (bundesweit) der Haupttest zur IEA-Studie (International Association for the Evaluation of Educational Achievement) PIRLS 2016 (Progress in International Reading Literacy Study 2016) statt. Die Studie erfasst die Lesekompetenz am Ende der Grundschule im internationalen Vergleich.

2. BIST „Deutsch“, 8. Schulstufe (D 8):

Im den Monaten April bis Juni 2016 findet an den 8. Schulstufen von zirka 1400 Schulen der Sekundarstufe I (bundesweit) die flächendeckende Überprüfung der Bildungsstandards im Pflichtgegenstand „Deutsch“ statt. Die Überprüfung wird am 20. April 2016 an allen öffentlichen und, mit auf Dauer verliehenem Öffentlichkeitsrecht ausgestattenen, privaten Volksschuloberstufen, Hauptschulen, Neuen Mittelschulen und allgemein bildenden höheren Schulen, wenn sie Klassen auf der 8. Schulstufe führen, administriert. In begründeten Ausnahmefällen kann der Ersatztermin am 28. April in Anspruch genommen werden.

Testzeitraum für den Kompetenzbereich „Sprechen“ (an zirka 120 ausgewählten Schulen) ist der 2. Mai bis 10. Juni 2016. Aus organisatorischen Gründen findet die Überprüfung der Kompetenz „Sprechen“ nur in Form einer Teilstichprobe statt. Die anderen Kompetenzen werden flächendeckend überprüft.

3. BIST-Pilotierung „Mathematik“, 4. Schulstufe (M 4):

Im Mai 2016 (10. Mai, Ersatztermin 19. Mai) findet in Vorbereitung auf die zweite flächendeckende Überprüfung in Mathematik auf der 4. Schulstufe an zirka 120 Volksschulen eine Pilotierung der Aufgabenstellungen zur Messung der Leistungen der Schülerinnen und Schüler im Pflichtgegenstand „Mathematik“ statt.

Zu §§ 2 und 4 (Erhebungen anlässlich der Testungen):

Die Schülerinnen und Schüler trifft eine Verpflichtung zur Mitwirkung an Überprüfungen der Bildungsstandards sowie an nationalen und internationalen Surveys oder Assessments. Bezüglich der Kontexterhebungen besteht die Mitwirkungspflicht aufgrund der in § 2 des vorliegenden Entwurfs enthaltenen Anordnung.

Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die im betreffenden Unterrichtsgegenstand nach dem Lehrplan der Sonderschule oder nach dem Lehrplan einer niedrigeren Schulstufe unterrichtet werden, sowie Schülerinnen und Schüler mit einer Körper- oder Sinnesbehinderung, die selbst mit allenfalls im Unterricht zur Verfügung stehenden Unterrichts- oder Hilfsmitteln unter den vorgegebenen Testbedingungen die gestellten Aufgaben nicht lösen können, sowie weiters außerordentliche Schülerinnen und Schüler (§ 4 Schulunterrichtsgesetz) sind gemäß der Verordnung über Bildungsstandards im Schulwesen, BGBl. II Nr. 1/2009, zuletzt geändert durch die Verordnung BGBl. II Nr. 185/2012, von der Teilnahme an Standardüberprüfungen ausgenommen.

Anlässlich der in § 1 Abs. 1 bis 3 genannten Testungen erfolgen Kompetenzmessungen sowie Kontexterhebungen bei Schülerinnen und Schülern über schulische und außerschulische Lern- und Lebensbedingungen. Fragen einer Kontexterhebung im Rahmen der Standardüberprüfung können zB die Lesegewohnheiten der Jugendlichen oder die Nutzung von Informationstechnologien innerhalb und außerhalb der Schule betreffen.

Zu § 3 (Auftraggeber, Datensicherheit):

Hinsichtlich der Testungen (§ 1) ist vorgesehen, dass zum Zweck der Ergebnisrückmeldung ausschließlich die betreffenden Schülerinnen und Schüler ihr persönliches Ergebnis mittels in den Testheften anzubringenden Codes im Internet abrufen können. Durch die Betrauung der Durchführung der Testungen gemäß § 1 und der Erhebungen gemäß § 2 durch das BIFIE wird sichergestellt, dass ein Personenbezug zu einzelnen Schülerinnen und Schülern nicht hergestellt werden kann. Siehe auch § 4 Abs. 4 der Verordnung über Bildungsstandards im Schulwesen.

Die Erhebungen (§ 2), an denen die Schülerinnen und Schüler gemäß § 4 teilzunehmen verpflichtet sind, erfolgen ohne direkten Personenbezug. Die im Rahmen der Erhebungen gewonnenen indirekt personenbezogenen Daten werden zu statistischen Zwecken für die angewandte Bildungsforschung, für das Bildungsmonitoring, für die Unterstützung der Qualitätsentwicklung im Schulsystem sowie für die nationale Bildungsberichterstattung verwendet. Der indirekte Personenbezug muss spätestens mit 31. Dezember 2018 gelöscht werden.

Zu § 5 (Inkrafttreten):

Die Verordnung soll mit Ablauf des Tages der Kundmachung im Bundesgesetzblatt in Kraft treten.

Die im Zusammenhang mit der Erhebung (§ 2) erhobenen indirekt personenbezogenen Daten der getesteten Schülerinnen und Schüler über schulische und außerschulische Lern- und Lebensbedingungen können bis Ende Dezember 2018 zum Zweck der statistischen Auswertung verwendet werden und sind sodann zu anonymisieren (vgl. dazu die Ausführungen zu § 3 des Entwurfes). Daher stehen ab diesem Zeitpunkt nur mehr rein statistische Daten zur Verfügung. Die Verordnung selbst kann somit mit Ablauf des 31. Dezember 2018 außer Kraft treten.