Amtliche Verlautbarung der österreichischen Sozialversicherung im Internet: www.avsv.at

Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger

 

Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger veröffentlicht gemäß § 675 Abs. 2 ASVG:

Zähnärzte-Gesamtvertrag (kompilierte Fassung)

 

Stand: Gesamtvertrag vom 4. Juli 1956, idF der Sondervereinbarung vom 19. November 1958

 

§ 1 GRUNDLAGEN

(1) Dieser Gesamtvertrag wird gemäß §§ 338, 341 und 342 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG) sowie gemäß § 38 Abs. 2 Z 8 Ärztegesetz (ÄG) in der jeweils geltenden Fassung zum Zwecke der Bereitstellung und Sicherstellung der ausreichenden ärztlichen Versorgung der bei den im § 2 angeführten Krankenversicherungsträgern Versicherten und ihrer anspruchsberechtigten Angehörigen (im Folgenden unter der Bezeichnung "Anspruchsberechtigte" zusammengefasst) abgeschlossen.

(2) Vertragsparteien im Sinne dieses Gesamtvertrages sind die Kammer einerseits und die im § 2 angeführten Krankenversicherungsträger andererseits.

§ 2 GELTUNGSBEREICH

Dieser Gesamtvertrag wird vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger für folgende Krankenversicherungsträger mit deren Zustimmung und mit Wirkung für diese abgeschlossen:

1.

Steiermärkische Gebietskrankenkasse

8011 Graz, Josef-Pongratz-Platz 1, Postfach 900

2.

Betriebskrankenkasse Kapfenberg

8605 Kapfenberg, Friedrich-Böhler-Straße 11, Postfach 94

4.

Betriebskrankenkasse Austria Tabak

1060 Wien, Porzellangasse 51, Postfach 14

5.

Betriebskrankenkasse voestalpine Bahnsysteme

8700 Leoben, Kerpelystraße 201

6.

Betriebskrankenkasse Zeltweg

8740 Zeltweg, Alpinestraße 1

7.

Sozialversicherungsanstalt der Bauern

1031 Wien, Ghegastraße 1

(im Folgenden kurz Versicherungsträger genannt).

§ 3 FESTSETZUNG DER ZAHL UND VERTEILUNG DER VERTRAGSÄRZTE

(1) Die Zahl der Vertragsärzte und ihre örtliche Verteilung wird unter Berücksichtigung der Zahl der Versicherten im Einvernehmen zwischen den Vertragsparteien im Anhang 1 zu diesem Gesamtvertrag festgesetzt.

(2) Bei der örtlichen Verteilung der Vertragsärzte ist zu beachten, dass unter Berücksichtigung der örtlichen - und Verkehrsverhältnisse sowie einer allfälligen Verschiedenheit von Wohn- und Beschäftigungsort die Möglichkeit der Inanspruchnahme der Behandlung gesichert sein muss. In der Regel soll die Auswahl zwischen mindestens zwei in angemessener Zeit erreichbaren Vertragsärzten freigestellt sein.

(3) Wird ein Einvernehmen über die Zahl der Vertragsärzte, ihre örtliche Verteilung sowie über die beantragte Abänderung der festgesetzten Zahl und der Verteilung nicht erzielt, so entscheidet die Landesschiedskommission.

(4) In begründeten Ausnahmefällen können einvernehmlich Außerplanstellen errichtet werden, die ad personam gelten und mit dem Ausscheiden des Inhabers erlöschen. Die Bestimmungen des § 4 Abs. 1 des Gesamtvertrages bezüglich der Ausschreibung finden für Außerplanstellen keine Anwendung.

§ 4 AUSSCHREIBUNG FREIER VERTRAGSARZTSTELLEN

(1) Die freien Vertragsarztstellen werden im Einvernehmen mit der Kammer vom Versicherungsträger in den Mitteilungen der Kammer ausgeschrieben. Der Wortlaut der Ausschreibung und die erforderlichen Beilagen zur Bewerbung sind zwischen den Vertragsparteien zu vereinbaren (Anhang 2).

(2) Die Anträge auf Vertragsabschluss sind innerhalb der Ausschreibungsfrist schriftlich bei der Kammer einzureichen. Die in der Ausschreibung bezeichneten Zeugnisse und Nachweise sind im Original oder in beglaubigter Abschrift beizuschließen.

§ 5 AUSWAHL DER VERTRAGSÄRZTE

(1) Die Kammer überprüft die Voraussetzungen der Bewerber für die vertragsärztliche Tätigkeit. Sie leitet die Anträge samt Beilagen mit ihrer Stellungnahme binnen drei Wochen nach Ablauf der Ausschreibungsfrist an den Versicherungsträger weiter und erstattet einen begründeten Vorschlag. Ist der Versicherungsträger mit dem Vorschlag nicht einverstanden, hat er einen begründeten Gegenvorschlag binnen vier Wochen nach Einlangen des Vorschlages der Kammer zu erstatten. Die Auswahl des Arztes für die freie Vertragsarztstelle bedarf des Einvernehmens zwischen Kammer und Versicherungsträger. Kommt innerhalb von zwei Wochen ab Einlangen des Gegenvorschlages des Versicherungsträgers ein Einvernehmen nicht zustande, so entscheidet die Landesschiedskommission auf Antrag einer der Vertragsparteien.

(2) Die Vertragsparteien können für die Auswahl der Vertragsärzte Richtlinien vereinbaren.

(3) Bis zur Besetzung einer freien Vertragsarztstelle kann im Falle eines dringenden Bedarfes im Einvernehmen mit der Kammer ein befristeter Einzelvertrag abgeschlossen werden.

(4) Angestellte Ambulatoriumsfachärzte eines der im § 2 genannten Versicherungsträger dürfen nicht gleichzeitig Vertragsärzte dieser Versicherungsträger sein. Sonstige angestellte Ärzte (Chefärzte, Kontrollärzte und dgl.) dürfen nicht gleichzeitig Vertragsärzte ihres Versicherungsträgers sein. Dies gilt auch für nicht angestellte Kontrollärzte. Ausnahmen sind nur im Einvernehmen zwischen den Vertragsparteien zulässig.

§ 6 EINZELVERTRAGSVERHÄLTNIS

(1) Das Vertragsverhältnis zwischen dem Versicherungsträger und dem Arzt wird durch den Abschluss eines Einzelvertrages begründet. (Anhang 3)

(2) Vertragsärzte im Sinne dieses Gesamtvertrages sind alle aufgrund der Bestimmungen des Gesamtvertrages in einem Vertragsverhältnis stehenden Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und approbierten Zahnärzte; Ärzte für Allgemeinmedizin unter Berücksichtigung der Bestimmung des § 7 Abs. 4.

(3) Durch den Einzelvertrag entsteht kein Anstellungsverhältnis.

(4) Eine Gleichschrift der Einzelverträge wird vom Versicherungsträger der Kammer übermittelt.

(5) Die Rechte und Pflichten der Parteien des Einzelvertrages ergeben sich aus diesem Gesamtvertrag, dem Einzelvertrag und den zwischen den Parteien des Gesamtvertrages abgeschlossenen Zusatzvereinbarungen.

§ 7 ABSCHLUSS DES EINZELVERTRAGES

(1) Dem Abschluss des Einzelvertrages zwischen dem Arzt und dem Versicherungsträger ist der im Anhang 3 beigefügte Muster-Einzelvertrag zugrundezulegen; dieser bildet einen Bestandteil dieses Gesamtvertrages. Abweichungen gegenüber dem Muster-Einzelvertrag, sowie besondere Vereinbarungen im § 3 des Einzelvertrages, können mit dem Vertragsarzt nur im Einvernehmen mit der Kammer vereinbart werden. Der Einzelvertrag und seine Abänderungen bedürfen zu ihrer Gültigkeit der Schriftform.

(2) Der Versicherungsträger hat dem Arzt den Einzelvertrag innerhalb von zwei Wochen nach einvernehmlicher Auswahl (§ 5 Abs. 1) oder nach Eintritt der Rechtskraft der Entscheidung der zuständigen Schiedskommission auszufolgen.

(3) Das Vertragsverhältnis beginnt mit dem Monatsersten, der auf das Einlangen des vom Vertragsarzt unterfertigten Einzelvertrages bei dem Versicherungsträger folgt.

(4) Der Einzelvertrag wird grundsätzlich auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Der Krankenversicherungsträger kann im Einvernehmen mit der Kammer im Falle eines dringenden Bedarfes auf dem Gebiete der konservierend-chirurgischen Zahnbehandlung mit einem niedergelassenen Arzt für Allgemeinmedizin einen zeitlich befristeten Einzelvertrag für die zahnärztliche Versorgung der Anspruchsberechtigten abschließen. Hiebei gelten die Bestimmungen der §§ 3 bis 5 des Gesamtvertrages – ausgenommen § 5 Abs. 1 erster Satz – nicht. Wenn sich ein für Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde oder ein approbierter Zahnarzt in diesem Ort oder dessen Einzugsgebiet niedergelassen und einen Einzelvertrag nach den Bestimmungen dieses Vertrages abgeschlossen hat, endet der befristete Einzelvertrag des Arztes für Allgemeinmedizin drei Monate nach Wirksamwerden des Einzelvertrages des Facharztes für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde oder des approbierten Zahnarztes.

(gültig ab 01.12.1958)

§ 8 WECHSEL DER ORDINATIONSSTÄTTE

(1) Ein beabsichtigter Wechsel der Ordinationsstätte ist vom Vertragsarzt der Kammer und dem Versicherungsträger mittels eingeschriebenen Briefes bekannt zu geben. Wird innerhalb von zwei Wochen von den Vertragsparteien kein Einspruch erhoben, gilt dies als Zustimmung zum Fortbestand des Einzelvertrages. Im Falle eines Einspruches entscheidet auf Antrag des Vertragsarztes die Paritätische Schiedskommission.

(2) Der Wechsel der Ordinationsstätte bei Fortbestand des Einzelvertragsverhältnisses ist erst zulässig, wenn kein Einspruch gemäß Abs. 1 erhoben wurde oder die Paritätische Schiedskommission dem Wechsel der Ordinationsstätte zugestimmt hat.

§ 9 STELLVERTRETUNG

(1) Der Vertragsarzt hat im Falle einer persönlichen Verhinderung nur dann für seine Vertretung unter Haftung der Einhaltung der vertraglichen Bestimmungen Sorge zu tragen, wenn die zahnärztliche Versorgung der Anspruchsberechtigten anders nicht sichergestellt ist. Zum Vertreter eines Facharztes für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde kann nur ein Facharzt dieses Faches bestellt werden, sofern ein solcher für die Vertretung zur Verfügung steht und diese dem Vertretenen zugemutet werden kann.

(2) Sofern die Vertretung länger als zwei Wochen dauert, sind der Name des vertretenden Arztes und die voraussichtliche Dauer der Vertretung der Kammer und dem Versicherungsträger bekannt zu geben; dauert die Vertretung länger als drei Monate, so kann die Kammer oder der Versicherungsträger gegen die weitere Vertretung Einspruch erheben. Wird ein Einspruch im Einvernehmen der Vertragsparteien erhoben, so ist der Vertragsarzt verpflichtet, die weitere Vertretung einem Arzt zu übertragen, mit dem die Kammer und der Versicherungsträger einverstanden sind. Kommt der Vertragsarzt dieser Verpflichtung innerhalb eines Monates nicht nach, gilt dies als Verzicht auf die Fortsetzung des Einzelvertragsverhältnisses. Näheres regelt die Honorarordnung.

§ 10 ÄRZTLICHE BEHANDLUNG

(1) Die vertragsärztliche Behandlung der Anspruchsberechtigten obliegt dem Vertragsarzt nach den Bestimmungen dieses Gesamtvertrages und des Einzelvertrages. Diese ärztliche Tätigkeit ist grundsätzlich durch den Vertragsarzt selbst auszuüben.

(2) Die medizinisch notwendigen Leistungen in der Zahnbehandlung müssen ausreichend und zweckmäßig sein. Sie haben nach Maßgabe der Bestimmungen dieses Vertrages und der Honorarordnung alle Leistungen zu umfassen, die auf Grund der zahnärztlichen Ausbildung und der dem Vertragsarzt zu Gebote stehenden Hilfsmittel durchgeführt werden können.

(3) Durch die Krankenbehandlung soll die Gesundheit, die Arbeitsfähigkeit und die Fähigkeit, für die lebenswichtigen persönlichen Bedürfnisse zu sorgen, nach Möglichkeit wieder hergestellt, gefestigt oder gebessert werden.

(4) Wissenschaftlich nicht erprobte Heilmethoden dürfen für Rechnung des Versicherungsträgers nicht angewendet werden. Ärztliche Leistungen, die nicht der Beseitigung oder Linderung gesundheitlicher Störungen dienen, werden vom Versicherungsträger nicht vergütet.

(5) Der Vertragsarzt wird im Falle der Anspruchsberechtigung für die Behandlung des Ehegatten, der Kinder, Enkel und Eltern, soweit diese im gemeinsamen Haushalt leben, dem Versicherungsträger nur 50 v.H. der in der Honorarordnung vorgesehenen Tarifsätze verrechnen; er ist jedoch zur Verordnung von Heilmitteln und Heilbehelfen für Rechnung des Versicherungsträgers auch in diesen Fällen berechtigt.

§ 11 BEHANDLUNG IN DER ORDINATION

(1) Die Behandlungspflicht in der Ordination besteht gegenüber allen Anspruchsberechtigten, die den Vertragsarzt aufsuchen. Getrennte Wartezimmer (und unterschiedliche Ordinationszeiten) für Kassen- und Privatpatienten sowie die Bevorzugung von Privat- vor Kassenpatienten sind unzulässig.

(2) Der Vertragsarzt hat nach Möglichkeit die mit dem Versicherungsträger vereinbarte Ordinationszeit einzuhalten. Als vereinbart gelten die dem Versicherungsträger bekannt gegebenen Ordinationszeiten, sofern dieser dagegen keinen Einspruch erhebt. Kommt über eine vom Vertragsarzt beabsichtigte Änderung einer vereinbarten Ordinationszeit innerhalb von zwei Wochen nach Bekanntgabe dieser Absicht an den Versicherungsträger ein Einvernehmen zwischen den Parteien des Einzelvertrages nicht zustande, entscheidet auf Antrag die Paritätische Schiedskommission.

(3) Nur in medizinisch dringenden Fällen (wie z. B. bei Erster-Hilfe-Leistung) hat der Vertragsarzt auch außerhalb seiner Ordinationszeit ärztliche Hilfe zu leisten.

(4) Die Ordinationstätigkeit des Vertragsarztes darf grundsätzlich nur in den eigenen Ordinationsräumen ausgeübt werden. Ausnahmen sind nur im Einvernehmen zwischen den Vertragsparteien zulässig.

§ 12 KRANKENBESUCH

(1) Krankenbesuche sind vom Vertragsarzt durchzuführen, wenn dem Erkrankten wegen seines Zustandes das Aufsuchen des Vertragsarztes in der Ordination nicht zugemutet werden kann. Den Berufungen zu Krankenbesuchen soll entsprechend der Dringlichkeit so bald wie möglich Folge geleistet werden. Von plötzlichen schweren Erkrankungen und Unglücksfällen abgesehen, sind Krankenbesuche nach Möglichkeit bis 9.00 Uhr beim Arzt anzumelden.

(gültig ab 01.12.1958)

(2) Für Graz bestimmte Gemeinden kann im Anhang zwischen den Vertragsparteien eine Sonderregelung über die Verpflichtung des Vertragsarztes zu Krankenbesuchen vereinbart werden.

§ 13 INANSPRUCHNAHME VON VERTRAGSFACHÄRZTEN

(1) Der Vertragsfacharzt kann vom Anspruchsberechtigten unmittelbar oder auf schriftliche Zuweisung in Anspruch genommen werden. Abweichungen werden zwischen den Vertragsparteien vereinbart.

(2) Der Vertragsfacharzt hat Anspruchsberechtigte, die ihm zur fachärztlichen Untersuchung zugewiesen werden, nach der Untersuchung wieder an den zuweisenden Arzt unter Bekanntgabe der Diagnose und eines Behandlungsvorschlages zurückzuüberweisen.

§ 14 GENEHMIGUNGSPFLICHTIGE ÄRZTLICHE LEISTUNGEN

(1) Ist die Durchführung vertragsärztlicher Leistungen von einer Genehmigung des Versicherungsträgers abhängig, so hat der Vertragsarzt dem Anspruchsberechtigten einen entsprechenden Antrag zur Vorlage beim Versicherungsträger auszuhändigen oder dem Versicherungsträger einzusenden; der Antrag soll nach Möglichkeit innerhalb von 14 Tagen erledigt werden.

(2) Der Versicherungsträger darf die Genehmigung nicht von der Durchführung in kasseneigenen Einrichtungen (Vertragseinrichtungen) abhängig machen.

§ 15 NACHWEIS DER ANSPRUCHSBERECHTIGUNG

(1) Die Anspruchsberechtigten sind verpflichtet, vor der Inanspruchnahme der vertragsärztlichen Hilfe unaufgefordert ihre Berechtigung in der vom Versicherungsträger vorgeschriebenen Form (z. B. Behandlungsschein) nachzuweisen. Hiebei soll im Zweifelsfall nach Möglichkeit die Identität des Erkrankten geprüft werden.

(2) Ärztliche Leistungen können auf Rechnung des Versicherungsträgers nur in jenem Kalendervierteljahr erbracht werden, in welchem der Krankenbehandlungsschein ausgestellt wurde, sofern dieser nicht ausdrücklich für ein anderes Kalendervierteljahr ausgestellt worden ist. Überweisungs-, Verordnungs- und Zuweisungsscheine sind hingegen nur 14 Tage ab dem Ausstellungs- bzw. Bewilligungstag gültig.

(3) Erkrankte, die sich nicht im Sinne des Abs. 1 als Anspruchsberechtigte ausweisen, dürfen grundsätzlich für Rechnung des Versicherungsträgers auch dann nicht behandelt werden, wenn sie dem Vertragsarzt von früheren Behandlungen als Anspruchsberechtigte bekannt sind.

(4) Der Vertragsarzt ist berechtigt, Erkrankte, die ihre Anspruchsberechtigung glaubhaft machen, bei der ersten Ordination (Krankenbesuch) für Rechnung des Versicherungsträgers zu behandeln und hiebei einen Erlag für die erbrachte ärztliche Leistung zu verlangen. Wird die Anspruchsberechtigung innerhalb von zwei Wochen nachgewiesen, ist der Erlag zurückzuerstatten. Kann der Erkrankte den verlangten Erlag nicht leisten und ist die ärztliche Behandlung unabweislich, ist der Vertragsarzt berechtigt, vom Versicherungsträger die Ausstellung eines Ersatzbehandlungsscheines zu verlangen. Der Ersatzbehandlungsschein gilt nur für den Abrechnungszeitraum, für den er ausgestellt wurde. Die näheren Bestimmungen über die Ausstellung des Ersatzbehandlungsscheines enthält die Honorarordnung.

§ 16 BEREITSCHAFTSDIENST

Der Vertragsarzt ist zur Teilnahme an dem Bereitschaftsdienst verpflichtet, den die Kammer im Einvernehmen mit den im § 2 genannten Versicherungsträgern - diese allenfalls gemeinsam mit den nach dem B-KUVG, GSVG und BSVG eingerichteten Versicherungsträgern sowie den Krankenfürsorgeeinrichtungen - errichtet. Die Einteilung der Dienstsprengel ist einvernehmlich zu regeln.

§ 17 KONSILIUM

Wenn es aus medizinischen Gründen geboten ist, kann der Vertragsarzt in Gebieten, in denen Vertragsfachärzte zur Verfügung stehen, den fachlich zuständigen Vertragsfacharzt zu einem Konsilium berufen; sonst ist in der Regel der nächsterreichbare Vertragsarzt zu berufen.

§ 18 BETREUUNGSFÄLLE

(1) Soweit der Versicherungsträger zur Betreuung von Anspruchsberechtigten anderer österreichischer Krankenversicherungsträger verpflichtet ist, übernimmt der Vertragsarzt die ärztliche Behandlung zu den gleichen Bedingungen, wie sie für die Anspruchsberechtigten des Versicherungsträgers gelten, mit dem der Arzt im Vertragsverhältnis steht. Das gleiche gilt für jene Personen, die vom Krankenversicherungsträger nach den Bestimmungen des Kriegsopferversorgungsgesetzes, des Opferfürsorgegesetzes, des Heeresversorgungsgesetzes, des Verbrechensopfergesetzes oder des Strafvollzugsgesetzes zu betreuen sind.

(2) Die Bestimmungen des Abs. 1 gelten auch für nicht krankenversicherte Personen, deren Unfallheilbehandlung von einem österreichischen Träger der Unfallversicherung einem Krankenversicherungsträger übertragen wurde, sofern über die Honorierung der in Betracht kommenden ärztlichen Leistungen eine Sondervereinbarung zwischen den Vertragsparteien zustande kommt.

(3) Personen, die aufgrund zwischenstaatlicher Übereinkommen einem österreichischen Krankenversicherungsträger zur Betreuung überwiesen werden, sind den Anspruchsberechtigten nach Abs. 1 gleichzustellen, sofern es sich um Grenzgänger oder um Dienstnehmer handelt, die sich zum Zwecke der Berufsausübung im Bundesgebiet aufhalten. Über diesen Personenkreis hinaus wird die vertragsärztliche Behandlung nur übernommen, sofern eine Sondervereinbarung über die Honorierung der in Betracht kommenden ärztlichen Leistungen zwischen den Vertragsparteien zustande kommt.

 

(siehe Sondervereinbarung bzw. Zusatzprotokoll vom 30.06.1972, Seite 15-18)

 

§ 19 ABLEHNUNG DER BEHANDLUNG

Der Vertragsarzt ist berechtigt, in begründeten Fällen die Behandlung eines Anspruchsberechtigten abzulehnen. Er hat auf Verlangen des Versicherungsträgers diesem den Grund der Ablehnung mitzuteilen.

§ 20 ANSTALTSPFLEGE

(1) Wenn die Art der Erkrankung Anstaltspflege erfordert, beantragt der Vertragsarzt die Einweisung des Anspruchsberechtigten in die nächstgelegene geeignete Krankenanstalt. Wenn ärztliche Behandlung, nicht aber Anstaltspflege notwendig ist, jedoch die Möglichkeit einer entsprechenden häuslichen Pflege fehlt, so ist im Antrag darauf besonders hinzuweisen.

(2) Ist die Anstaltspflege nicht durch die Notwendigkeit einer ärztlichen Behandlung bedingt (Asylierung), ist ein Antrag auf Anstaltspflege nicht zu stellen.

(3) Im Falle der Dringlichkeit kann der Vertragsarzt die Aufnahme des Anspruchsberechtigten unmittelbar in die nächstgelegene für die Behandlung des Krankheitsfalles geeignete Krankenanstalt veranlassen. Soweit eine geeignete Krankenanstalt des Versicherungsträgers oder eine Vertragskrankenanstalt zur Verfügung steht, soll die Aufnahme in diese veranlasst werden. Wünsche des Erkrankten sind insoweit zu berücksichtigen, als die Art der Krankheit es zulässt und dadurch kein Mehraufwand des Versicherungsträgers eintritt.

(4) Zur Beförderung des Anspruchsberechtigten in eine Krankenanstalt ist, sofern die Entfernung von der Krankenanstalt dies erfordert, grundsätzlich ein öffentliches Verkehrsmittel heranzuziehen. Nur in medizinisch begründeten Fällen kann der Arzt die Beförderung durch ein anderes Beförderungsmittel (z. B. Krankenauto) veranlassen. Die Notwendigkeit der Beförderung für Rechnung des Versicherungsträgers ist in jedem Fall vom Vertragsarzt zu bescheinigen.

§ 21 VERORDNUNG VON HEILMITTELN UND HEILBEHELFEN

(1) Der Vertragsarzt ist berechtigt, Heilmittel und Heilbehelfe für die Anspruchsberechtigten auf Kosten des Versicherungsträgers nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen zu verschreiben.

(2) Der Vertragsarzt wird bei der Verschreibung von Heilmitteln und Heilbehelfen für Rechnung des Versicherungsträgers die in der jeweiligen Fassung unter Mitwirkung der Österreichischen Ärztekammer aufgestellten Richtlinien des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger über die ökonomische Verschreibweise von Heilmitteln und Heilbehelfen beachten.

(3) Zur Verordnung von Heilmitteln und Heilbehelfen für Rechnung des Versicherungsträgers sind die von diesem zur Verfügung gestellten Vordrucke und Stempel zu verwenden. Steht der Stempel ausnahmsweise nicht zur Verfügung, so ersetzt der in Blockschrift beigesetzte Name des Vertragsarztes samt Anschrift den Stempelaufdruck.

(4) Für Anspruchsberechtigte, welche sich auf Rechnung des Versicherungsträgers in Anstaltspflege befinden, dürfen während deren Dauer Heilmittel für Rechnung des Versicherungsträgers nicht verschrieben werden.

(5) Wenn die vorsätzliche oder fahrlässige Außerachtlassung der Vorschriften der Abs. 1 bis 4 zu einer Mehrbelastung des Versicherungsträgers führt, so ist der Vertragsarzt vorerst darauf aufmerksam zu machen. Bei einem Streit über den Ersatz des daraus entstandenen Schadens findet § 35 Anwendung.

§ 22 MASSNAHMEN ZUR FESTIGUNG DER GESUNDHEIT

(1) Die Maßnahmen des Versicherungsträgers zur Festigung der Gesundheit (Heilstätten-, Kur-, Landaufenthalte u. dgl.) sind an seine vorherige Zustimmung gebunden. Der Vertragsarzt hat Anträge auf Bewilligung unter Verwendung der ihm hiefür zur Verfügung gestellten Vordrucke nur dann zu stellen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Der Antrag ist zu begründen. Medizinisch nicht begründete Wünsche der Anspruchsberechtigten soll schon der Vertragsarzt abweisen.

(2) Beabsichtigt der Versicherungsträger, Leistungen im Rahmen der Maßnahmen zur Festigung der Gesundheit zu gewähren, obwohl sich der behandelnde Vertragsarzt dagegen ausgesprochen hat, so hat der Versicherungsträger vorher den behandelnden Arzt anzuhören.

§ 23 FESTSTELLUNG DER ARBEITSUNFÄHIGKEIT DURCH DEN VERTRAGSARZT

(1) Die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten obliegt grundsätzlich dem behandelnden Vertragsarzt. Die Vertragsparteien können Abweichungen hievon vereinbaren.

(2) Der Vertragsarzt kann in Zweifelsfällen vor der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit (Arbeitsfähigkeit) die Stellungnahme der hiezu vom Versicherungsträger beauftragten Organe (Chefarzt, Kontrollarzt, Ambulatorium u. dgl.) einholen.

(3) Der Vertragsarzt kann dem arbeitsunfähig Erkrankten, soweit dies nach der Art der Erkrankung in Betracht kommt, eine Ausgehzeit bewilligen. Diese soll so festgesetzt werden, dass die Besorgung beruflicher Angelegenheiten nicht möglich ist und die Kontrolle des Arbeitsunfähigen durch den Versicherungsträger nicht behindert wird.

§ 24 MELDUNG DER ARBEITSUNFÄHIGKEIT DURCH DEN VERTRAGSARZT

(1) Die Aufnahme in den Krankenstand kann grundsätzlich nur mit dem Tag erfolgen, mit welchem die Arbeitsunfähigkeit vom behandelnden Vertragsarzt festgestellt wurde. Eine rückwirkende Aufnahme in den Krankenstand für mehr als einen Tag steht nur dem Chef-(Kontroll-)arzt des Versicherungsträgers aufgrund eines Vorschlages des behandelnden Vertragsarztes zu. Der Vertragsarzt hat in der Regel am gleichen Tag, an dem er die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten festgestellt hat, die Krankenstandsmeldung an den Versicherungsträger auszufertigen.

(2) Die Krankenstandsmeldung ist auf dem vorgesehenen Vordruck zu erstatten. Arbeitsunfälle (Berufskrankheiten) und Dienstbeschädigungen im Sinne des Kriegsopferversorgungsgesetzes oder des Heeresversorgungsgesetzes sind als solche zu bezeichnen. Das gleiche gilt für Krankheiten, die sich der Versicherte durch Beteiligung an einem Raufhandel zugezogen hat oder die sich als unmittelbare Folge der Trunkenheit oder des Missbrauches von Suchtgiften ergeben; ebenso ist anzugeben, wenn der Verdacht auf eine durch einen Dritten zugefügte Verletzung (z. B. Verkehrsunfall) besteht.

(3) Die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit und ihrer Dauer ist unter gewissenhafter Würdigung der maßgebenden Verhältnisse vorzunehmen. Bei Eintritt der Arbeitsfähigkeit ist der Versicherte vom Krankenstand abzumelden und der letzte Tag der Arbeitsunfähigkeit genau anzugeben.

(4) Ein als arbeitsunfähig gemeldeter Versicherter, bei dem ärztliche Besuche nicht notwendig sind und der auch in keiner ambulanten Behandlung steht, ist anzuweisen, sich dem Vertragsarzt fallweise vorzustellen, damit dieser den Fortbestand der Arbeitsunfähigkeit oder den Eintritt der Arbeitsfähigkeit zeitgerecht feststellen kann.

(5) Besteht nach einem Spitalsaufenthalt oder nach einem Aufenthalt in einer Heilstätte oder nach einem Kuraufenthalt Arbeitsunfähigkeit, so ist der Versicherte, auch wenn er unmittelbar vor einem solchen Aufenthalt schon arbeitsunfähig war, neuerlich als arbeitsunfähig zu melden.

§ 25 FESTSTELLUNG DER ARBEITSUNFÄHIGKEIT DURCH DEN VERSICHERUNGSTRÄGER

(1) Der Versicherungsträger ist berechtigt, durch die hiezu beauftragten Organe (Chefarzt, Kontrollarzt, Ambulatorium u. dgl. ) die Arbeitsfähigkeit der Versicherten unmittelbar festzustellen. In diesem Fall ist der behandelnde Vertragsarzt entsprechend zu unterrichten; die erhobenen Befunde sind ihm mitzuteilen.

(2) Ist die Arbeitsfähigkeit durch eine Verfügung eines Organes des Versicherungsträgers gemäß Abs. 1 festgestellt worden, so kann während des gleichen Krankheitsfalles eine Abänderung dieser Feststellung vom Vertragsarzt nur im Einvernehmen mit dem Organ des Versicherungsträgers vorgenommen werden.

(3) Beabsichtigt der Chef-(Kontroll-)arzt, einen Versicherten, der durch den behandelnden Vertragsarzt nicht in den Krankenstand genommen wurde, arbeitsunfähig zu erklären, so ist dem behandelnden Vertragsarzt vorher Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.

(4) Ist der behandelnde Vertragsarzt mit einer Verfügung eines Organes des Versicherungsträgers gemäß Abs. 2 oder 3 nicht einverstanden, so ist er berechtigt, dagegen schriftlich unter Anführung der medizinischen Gründe Einspruch zu erheben. Die endgültige Entscheidung steht dem Chefarzt des Versicherungsträgers zu.

§ 26 AUSKUNFTSERTEILUNG

(1) Der Vertragsarzt ist zur Erteilung von Auskünften in medizinischen Fragen, insbesondere zur Bekanntgabe der Diagnose, nur gegenüber den ordnungsgemäß ausgewiesenen bevollmächtigten Ärzten des Versicherungsträgers verpflichtet. Soweit es sich um Auskünfte in Fragen nicht medizinischer Art im Zusammenhang mit der Behandlung des Erkrankten handelt, sind diese Auskünfte auch den gehörig ausgewiesenen sonstigen Bevollmächtigten des Versicherungsträgers zu geben. Zur Auskunftserteilung ist der Vertragsarzt jedoch nur insoweit verpflichtet, als dies für die Durchführung der Aufgaben des Versicherungsträgers notwendig ist.

(2) Der Versicherungsträger hat für die Geheimhaltung der vom Vertragsarzt erteilten Auskünfte gegenüber unberufenen Personen Sorge zu tragen.

§ 27 KRANKENAUFZEICHNUNGEN

Der Vertragsarzt führt für die in seiner Behandlung stehenden Anspruchsberechtigten die notwendigen Aufzeichnungen.

§ 28 ADMINISTRATIVE MITARBEIT

(1) Der Vertragsarzt ist zur Durchführung schriftlicher Arbeiten im Rahmen seiner vertragsärztlichen Tätigkeit insoweit verpflichtet, als dies im Gesamtvertrag vorgesehen oder sonst zwischen den Vertragsparteien vereinbart wird.

(2) Die für die vertragsärztliche Tätigkeit einschließlich der Rechnungslegung notwendigen Vordrucke (Bescheinigungen) werden zwischen den Vertragsparteien (Hauptverband) vereinbart. Der Versicherungsträger stellt dem Vertragsarzt die Vordrucke kostenlos zur Verfügung (Anhang 4).

(3) Der Versicherungsträger hat darauf Bedacht zu nehmen, dass die administrative Belastung des Vertragsarztes auf das unumgänglich notwendige Mindestmaß beschränkt bleibt.

(4) Die Vordrucke sind entsprechend auszufüllen und vom Vertragsarzt mit seiner Unterschrift und seiner Stampiglie zu versehen. Beim Zusammentreffen mehrerer Krankheiten ist in den Vordrucken jene Diagnose zu unterstreichen, welche die Arbeitsunfähigkeit begründet. Ergibt sich während der Behandlung eine Änderung der Diagnose, so ist dies auf den hiefür vorgesehenen Vordrucken zu vermerken. Zur Wahrung des ärztlichen Berufsgeheimnisses und zur Vermeidung einer Beunruhigung des Anspruchsberechtigten können die für die Krankheitsstatistik vorgesehenen medizinischen üblichen Abkürzungen oder sonst vereinbarten Bezeichnungen verwendet werden.

(5) Wegen der Erteilung von Auskünften, die die Krankenversicherung und deren Leistungen, nicht aber medizinische Angelegenheiten betreffen, sind die Anspruchsberechtigten an den Versicherungsträger zu verweisen.

§ 29 HONORIERUNG DER VERTRAGSÄRZTLICHEN TÄTIGKEIT

(1) Die Honorierung der vertragsärztlichen Tätigkeit wird durch die Honorarordnung geregelt; diese bildet einen Bestandteil des Gesamtvertrages und enthält insbesondere:

a)

die Grundsätze über die Verrechnung und Honorierung der vertragsärztlichen Leistungen;

b)

das Verzeichnis der vertragsärztlichen Leistungen;

c)

die Bewertung der einzelnen Leistungen in Eurobeträgen.

(2) Verändern sich die wirtschaftlichen Verhältnisse oder die sonstigen Voraussetzungen, die für die Festsetzung der Tarife maßgebend waren, kann jede Vertragspartei eine Abänderung der Tarife verlangen.

(gültig ab 01.12.1958)

Die Steiermärkische Gebietskrankenkasse ist verpflichtet, die Honorarvorauszahlungen wie folgt vorzunehmen:

An die Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde eine erste Vorauszahlung in der Mitte jedes Quartals (also 15.2., 15.5., 15.8. und 15.11) in der Höhe von 35 % auf Basis des zuletzt abgerechneten Quartals, sodann eine zweite Vorauszahlung innerhalb einer Woche nach Vorlage der Abrechnung für das vorangegangene Quartal in Höhe der Differenz der Summe der ersten Vorauszahlung auf 85 % der gegenständlichen Abrechnung, und schließlich die Restzahlung in Höhe von 15 % auf die Abrechnung bis zum Monatsletzten des Kalendervierteljahres, in welchem die Abrechnung vorgelegt wurde.

 

(Laut Bescheid der LSK für Steiermark vom 06.04.1987, LSK 1/86)

 

§ 30 RECHNUNGSLEGUNG

(1) Die Rechnungslegung durch den Vertragsarzt wird in der Honorarordnung geregelt. Im Falle einer Stellvertretung verrechnet der Versicherungsträger nur mit dem vertretenen Vertragsarzt.

(2) Rechnet der Vertragsarzt ohne triftige Begründung später als drei Monate nach dem Einsendetermin ab, kann der Versicherungsträger von der Honorarsumme 5% abziehen. Dieser Betrag ist dem Unterstützungsfonds der Kammer zu überweisen. Für mehr als drei Jahre zurückliegende Zeiträume werden Honorare vom Versicherungsträger nicht bezahlt.

§ 31 HONORARABZÜGE UND HONORAREINBEHALTE

(1) Der Versicherungsträger wird von dem Vertragsarzt zustehenden Honorar jene Beträge einbehalten, die rechtzeitig von der Kammer schriftlich bekannt gegeben werden; diese Beträge sind ehestens der Kammer zu überweisen. Die Überweisungstermine werden zwischen den Vertragsparteien vereinbart.

(2) Wird vom Versicherungsträger eine Überprüfung der Honorarabrechnung durch den Schlichtungsausschuss (die Paritätische Schiedskommission) beantragt, so ist der strittige Honoraranteil als vorläufige Zahlung anzuweisen. Der Honoraranteil, der vom Schlichtungsausschuss (von der Paritätischen Schiedskommission) rechtskräftig gestrichen wird, kann bei der nächsten Honorarauszahlung in Abzug gebracht werden.

§ 32 TOD DES VERTRAGSARZTES

(1) Durch den Tod des Vertragsarztes erlischt das Vertragsverhältnis zwischen den Parteien des Einzelvertrages. Die im Zeitpunkt des Todes des Vertragsarztes diesem gebührenden offenen Honoraransprüche gegen den Versicherungsträger stehen den vom Verlassenschaftsgericht festgestellten Erben zu.

(2) Der von der Witwe eines Vertragsarztes im Einvernehmen mit den Vertragsparteien mit der Weiterführung der Praxis für eine bestimmte Zeit betraute Arzt ist für Rechnung der Erben zur Ausübung der vertragsärztlichen Tätigkeit nach den Bestimmungen des mit dem verstorbenen Arzt geschlossenen Einzelvertrages berechtigt.

§ 33 GEGENSEITIGE UNTERSTÜTZUNGSPFLICHT

(1) Die Vertragsparteien verpflichten sich zur gegenseitigen Unterstützung bei der Durchführung des Gesamtvertrages. Die gleiche Verpflichtung übernehmen die Parteien des Einzelvertrages.

(2) Die Vertragsparteien verpflichten sich, bei der Erfüllung der dem Landesärzteausschuss, der Paritätischen Schiedskommission, der Landesschiedskommission und der Landesberufungskommission gestellten Aufgaben mitzuwirken und diese Einrichtungen zu unterstützen.

(3) Der Versicherungsträger wird der Kammer auf Anfrage alle mit der Durchführung dieses Vertrages im Zusammenhang stehenden Auskünfte erteilen.

(4) Der Versicherungsträger hat alles zu unterlassen, was das Ansehen des Vertragsarztes und dessen Leistungen in den Augen der Anspruchsberechtigten oder der Öffentlichkeit herabsetzen könnte. Ebenso hat der Vertragsarzt alles zu unterlassen, was den Versicherungsträger und dessen Einrichtungen in den Augen der Anspruchsberechtigten oder der Öffentlichkeit herabsetzen könnte.

(5) Der Vertragsarzt teilt dem Versicherungsträger die missbräuchliche Inanspruchnahme von Leistungen mit, das gleiche gilt, wenn ein in Behandlung stehender Anspruchsberechtigter ein Verhalten zeigt, das seine Wiederherstellung erschwert oder verzögert.

§ 34 ZUSAMMENARBEIT DER VERTRAGSÄRZTE MIT DEM
CHEF- (KONTROLL-) ÄRZTLICHEN DIENST

(1) Der Versicherungsträger wird in allen medizinischen Angelegenheiten gegenüber dem Vertragsarzt durch den Chef-(Kontroll-)arzt vertreten. Der Chef-(Kontroll-)arzt und der Vertragsarzt sind zu kollegialer Zusammenarbeit verpflichtet.

(2) Die Eigenverantwortlichkeit des behandelnden Arztes bleibt auch bei Ausübung der vertragsärztlichen Tätigkeit unberührt. Der Chef-(Kontroll-)arzt ist daher nicht berechtigt, in die ärztliche Behandlung unmittelbar einzugreifen.

§ 35 VORBEHANDLUNG VON STREITIGKEITEN IM SCHLICHTUNGSAUSSCHUSS

(1) Streitigkeiten zwischen dem Vertragsarzt und dem Versicherungsträger sollen einvernehmlich beige-legt werden. Hiebei wird der Versicherungsträger, soweit Fragen der ärztlichen Behandlung berührt werden, durch den Chefarzt vertreten (§ 34). Kommt eine einvernehmliche Beilegung der Streitigkeiten nicht zustande, so wird der Streitfall in einem Schlichtungsausschuss nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen vorbehandelt.

(2) Der Schlichtungsausschuss besteht aus je einem ärztlichen Vertreter der Kammer und des Versicherungsträgers. Dem Schlichtungsausschuss können Referenten beigezogen werden; der beteiligte Vertragsarzt kann zu einer schriftlichen Stellungnahme oder zur Teilnahme an der Verhandlung eingeladen werden.

(3) Der Schlichtungsausschuss trifft bei übereinstimmender Auffassung beider Mitglieder eine Vorentscheidung; er bestimmt die vom Versicherungsträger dem Vertragsarzt zu zahlende Vergütung für Leistungen aus dem Vertragsverhältnis, wobei er einzelne Leistungen als nicht begründet streichen oder die Honorarabrechnung in angemessener Weise kürzen kann. Der Schlichtungsausschuss ist überdies berechtigt, den Ersatz zu bestimmen, den der Vertragsarzt bei Nichtbeachtung der Bestimmungen des § 21 dem Versicherungsträger zu leisten hat.

(4) Die Vorentscheidung ist entsprechend zu begründen und dem Vertragsarzt sowie dem Versicherungsträger mittels eingeschriebenen Briefes bekannt zu geben, wobei auf die Möglichkeit eines Einspruches gemäß Abs. 5 hinzuweisen ist.

(5) Der Vertragsarzt und der Versicherungsträger können binnen 14 Tagen nach Erhalt der Vorentscheidung des Schlichtungsausschusses mittels eingeschriebenen Briefes bei der Paritätischen Schiedskommission eine Entscheidung dieser Kommission beantragen. Wird ein solcher Antrag nicht fristgerecht gestellt, so gilt die Vorentscheidung des Schlichtungsausschusses als bindender Schiedsspruch.

(6) Einwendungen gegen die Honorarabrechnung müssen von den Parteien des Einzelvertrages bei sonstigem Ausschluss binnen sechs Monaten geltend gemacht werden. Die 6-Monate-Frist beginnt für den Vertragsarzt mit der Zahlung des Honorars, für den Versicherungsträger mit dem Einlangen der Honorarabrechnung. Wenn der Arzt die Bestimmungen des § 21 nicht beachtet, ist eine Beanstandung des Versicherungsträgers nur innerhalb von neun Monaten nach Einlangen der Verschreibung beim Versicherungsträger zulässig.

§ 36 VERFAHREN BEI STREITIGKEITEN

Streitigkeiten, die sich aus diesem Gesamtvertrag oder aus einem aufgrund dieses Gesamtvertrages abgeschlossenen Einzelvertrag zwischen den Vertragsparteien dieser Verträge ergeben, unterliegen - unbeschadet der Bestimmungen des § 35 - dem in den §§ 344 bis 348 ASVG geregelten Verfahren.

§ 37 AUFLÖSUNG DES EINZELVERTRAGSVERHÄLTNISSES

Das Vertragsverhältnis zwischen dem Vertragsarzt und dem Versicherungsträger kann - ausgenommen die einvernehmliche Lösung des Vertragsverhältnisses und den Verzicht gemäß § 9 Abs. 2 - nur aufgrund der Bestimmungen des § 343 Abs. 2 bis 4 ASVG aufgelöst werden.

§ 38 AUSSCHREIBUNG VON FREIEN FACHARZTSTELLEN IN DEN
AMBULATORIEN DES VERSICHERUNGSTRÄGERS

Der Versicherungsträger wird freie Facharztstellen in einem von ihm geführten Ambulatorium in den Mitteilungen der Kammer ausschreiben.

§ 39 GEMEINSAME DURCHFÜHRUNG DES GESAMTVERTRAGES SEITENS DER VERSICHERUNGSTRÄGER

(1) Die diesen Gesamtvertrag abschließenden Versicherungsträger haben die Stmk. Gebietskrankenkasse bevollmächtigt, sie gegenüber der Kammer sowie den Vertragsärzten in allen Angelegenheiten der Durchführung dieses Gesamtvertrages und der Einzelverträge zu vertreten. Die Stmk. Gebietskrankenkasse ist berechtigt, die in diesem Gesamtvertrag den Versicherungsträgern eingeräumten Rechte in deren Namen und mit Rechtswirkung für sie gegenüber Kammer und Vertragsärzten geltend zu machen; insbesondere ist der Stmk. Gebietskrankenkasse das Recht eingeräumt, Einzelverträge mit Rechtswirkung für alle beteiligten Versicherungsträger abzuschließen.

(2) Zur Entgegennahme des den Gesamtvertrag und die Einzelverträge betreffenden Schriftverkehrs, wird die Gemeinsame Ärzteverrechnungsstelle der steirischen Krankenversicherungsträger bevollmächtigt.

(3) Wird die Vollmachterteilung im Sinne der Abs. 1 und 2 von einem Versicherungsträger abgeändert oder aufgehoben, so ist dies der Kammer unverzüglich zur Kenntnis zu bringen. Die sich daraus ergebenden Wirkungen gegenüber der Kammer und den Vertragsärzten treten erst mit dem Ablauf des zweiten Kalendervierteljahres ein, das auf die Mitteilung folgt.

§ 40 SONDERREGELUNG FÜR DIE VERTRAGSZAHNÄRZTE

(1) Die Durchführung der vertragsärztlichen Zahnbehandlung und des Zahnersatzes wird in einer Sonderregelung vereinbart, die von diesem Gesamtvertrag abweichende Bestimmungen enthalten kann.

(2) Dieser Gesamtvertrag tritt für die Vertragszahnärzte erst mit dem Abschluss der Sonderregelung in Kraft.

(3) Die Sonderregelung ist ein Bestandteil des Gesamtvertrages. Der Gesamtvertrag kann mit ausschließlicher Wirkung oder ohne Wirkung für die Vertragszahnärzte gekündigt werden (§ 42).

§ 41 ÜBERNAHME DER BISHERIGEN VERTRAGSÄRZTE

(1) Alle Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (approbierte Zahnärzte), die am 30. Jänner 1957 in einem Vertragsverhältnis zu einem Krankenversicherungsträger standen, werden ohne neuerlichen Antrag in das Vertragsverhältnis nach dem vorliegenden Gesamtvertrag übernommen. Diese Ärzte werden dies durch die Unterfertigung eines neuen Einzelvertrages, der den Bestimmungen dieses Gesamtvertrages entspricht, innerhalb von zwei Monaten nach Zusendung des Einzelvertrages durch den Krankenversicherungsträger bestätigen.

(2) Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (approbierte Zahnärzte), die bis zum 30. Jänner 1957 ohne Vorliegen eines Einzelvertrages für Rechnung eines nach dem ASVG eingerichteten Krankenversicherungsträgers tätig waren, werden ohne neuerlichen Antrag in ein Vertragsverhältnis nach dem vorliegenden Gesamtvertrag übernommen; Abs. 1 zweiter Satz gilt sinngemäß.

§ 42 GÜLTIGKEITSDAUER

(1) Dieser Gesamtvertrag tritt mit 01.07.1993 in Kraft und wird auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Er kann von den Vertragsparteien zum Ende eines jeden Kalenderhalbjahres unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist mit eingeschriebenem Brief aufgekündigt werden.

(2) Im Falle der Aufkündigung des Gesamtvertrages werden die Vertragsparteien Verhandlungen über den Abschluss eines neuen Gesamtvertrages ohne Verzug aufnehmen.

§ 43 VERLAUTBARUNG

(1) Dieser Gesamtvertrag und seine Abänderungen werden jeweils in geeigneter Form durch Publikationen in den Mitteilungsblättern der Kammer oder der Sozialversicherungsträger und/oder im Internet auf den Homepages der Kammer und/oder der Sozialversicherungsträger verlautbart. Die Kundmachung dieses Gesamtvertrages und seiner Abänderungen kann auch durch Rundschreiben des Geschäftsausschusses der steirischen § 2-Krankenversicherungsträger an die Vertrags-(fach-)ärzte erfolgen.

(2) Diese Sonderregelung wird in den „Mitteilungen der Bundesfachgruppe führ Zahnheilkunde der Österreichischen Ärztekammer“ auf Kosten der Kammer und in der Zeitschrift „Soziale Sicherheit“ auf Kosten des Krankenversicherungsträgers verlautbart“.

 

 

 

 

Sondervereinbarung

 

Gemäß § 18 Abs. 3 des Gesamtvertrages mit den ASVG-Krankenversicherungsträgern des Bundeslandes Steiermark abgeschlossen zwischen der Ärztekammer für Steiermark einerseits und dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger andererseits.

 

§ 1

An Personen, die gegenüber einem Träger der gesetzlichen Krankenversicherung der Bundesrepublik Deutschland Anspruch auf ärztliche Betreuung haben, sich zu Urlaubszwecken vorübergehend in der Republik Österreich aufhalten und wegen ihres Zustandes sofort Arzthilfe benötigen, erbrachte Leistungen werden mit einem bundeseinheiltichen Pauschalbetrag für das Kalendervierteljahr je Behandlungsfall honoriert.

Dieser Pauschalbetrag wird für jedes Kalenderjahr neu ermittelt, wobei der Pauschalbetrag für das Kalendervierteljahr im Jahre 1968 S 114,--, für das Kalendervierteljahr 1969 S 122,20 und für das Kalendervierteljahr 1970 S 131,-- beträgt. Diese vorstehenden Werte werden jeweils um 17 % erhöht.

Ab 1971 wird der Pauschalbetrag in der Weise ermittelt, dass der für das Vorjahr errechnete durchschnittliche Fallwert um jenen Prozentsatz verändert wird, der der Veränderung des durchschnittlichen Fallwertes aller Behandlungsfälle sämtlicher Vertragsärzte im Bereiche der Vorarlberger Gebietskrankenkasse für Arbeiter und Angestellte – mit Ausnahme der Vertragsfachärzte für Zahnheilkunde – des jeweils zweitvorangegangenen Jahres gegenüber dem Fallwert des jeweiligen Vorjahres entspricht; der so errechnete Grundwert wird um einen Zuschlag von 17 % erhöht.

Eine auftretende Differenz zwischen dem Grundwert nach Abs. 2 und dem für das Rechnungsjahr nachträglich ermittelten tatsächlichen Fallwert wird durch eine Erhöhung bzw. Verminderung des Grundwertes im nächsten Jahr ausgeglichen, sodass eine Nachverrechnung in jedem Fall unterbleibt.

§ 2

Für die Zahlung des Pauschalbetrages ist jene Gebietskrankenkasse zuständig, die den Krankenschein ausgestellt hat oder im Falle des § 3 Abs. 2 in deren Bereich die Ordinationsstätte des den Krankenschein ausstellenden Arztes liegt.

Diese Kranken-(Ersatzkranken-)scheine sind vom Vertragsarzt an die von der österreichischen Ärztekammer namhaft gemachte Abrechnungsstelle innerhalb von drei Wochen nach Ende eines jeden Kalendervierteljahres zu senden. Die Abrechnungsstelle wird die Kranken-(Ersatzkranken-)scheine alphabetisch geordnet an die Gebietskrankenkasse (Abs. 1) übersenden. Die Gebietskrankenkasse hat innerhalb von drei Wochen nach Einlangen der Schein die dafür fälligen Pauschalbeträge an die von der Österreichischen Ärztekammer dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger mit eingeschriebenem Brief bekannt gegebene Zahlstelle zu überweisen.

§ 3

1)

Die im § 1 Abs. 1 genannten Personen, welche in Österreich auf Grund des Abkommens ärztliche Hilfe bei einem Vertragsarzt in Anspruch nehmen wollen, haben sich grundsätzlich bei der für ihren Aufenthaltsort zuständigen Gebietskrankenkasse einen Krankenschein für die Inanspruchnahme eines Vertragsarztes ausstellen zu lassen.

2)

Ist wegen der Dringlichkeit der Behandlung der Umtausch des Formblattes Ö/D 6, auf dem der deutsche Krankenversicherungsträger die Anspruchsberechtigung bestätigt hat, nicht möglich, so kann der in Anspruch genommene Vertragsarzt einen Ersatzkrankenschein ausstellen, wenn ihm das Formblatt Ö/D 6 übergeben wird. In diesem Fall ist das von Vertragsarzt einzuziehende Formblatt Ö/D 6 vom Vertragsarzt umgehend an die zuständige Gebietskrankenkasse (§ 2 Abs. 1) weiterzuleiten.

§ 4

Personen, die von einem Träger der Bundesrepublik Deutschland eine Rente beziehen und ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Gebiet der Republik Österreich haben, wird die Arzthilfe wie bisher unter denselben Bedingungen gewährt, wie wenn sie bei einem österreichischen Krankenversicherungsträger versichert wären.

§ 5

Die vorstehenden Regelungen gelten sinngemäß auch für die von den Vertragsfachärzten zur Zahnheilkunde erbrachten Leistungen.

§ 6

Die Sondervereinbarung tritt mit 1. Juli 1972 in Kraft, wobei eine Nachverrechnung nach dem vorstehenden Bestimmungen entfällt.

 

 

Graz, Wien, 30. Juni 1972

 

 

Zusatzprotokoll

 

zur Sondervereinbarung vom 30. Juni 1972 zwischen der Ärztekammer für Steiermark und dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

 

ARTIKEL I

1)

Die Vertragsärzte jener § 2-Krankenversicherungsträger, in deren Bereich gegenwärtig eine Sondervereinbarung zur Behandlung deutscher krankenversicherter Urlauber und Rentner besteht, sind berechtigt, innerhalb von 4 Wochen nach Vereinbarung dieses Zusatzprotokolles auf Landesebene mit eingeschriebenem Brief an die zuständige Gebietskrankenkasse zu erklären, dass sie die Behandlung dieser Urlauber und Rentner nach Maßgabe dieser Sondervereinbarung nicht übernehmen. Später einlangende Erklärungen werden erst mit dem auf das Einlangen der Erklärung nächstfolgenden Quartal wirksam.

2)

Alle übrigen Vertragsärzte der § 2-Krankenversicherungsträger sind nur dann zur Behandlung der deutschen krankenversicherten Urlauber nach Maßgabe dieser Sondervereinbarung verpflichtet, wenn sie dies der zuständigen Gebietskrankenkasse mit eingeschriebenem Brief mitteilen. Dieser Mitteilung, die sondervereinbarungsgemäße Behandlung zu übernehmen, ist eine entsprechende Erklärung beim Abschluss eines Einzelvertrages gleichzuhalten. Diese Mitteilung bzw. Erklärung kann zum Ende eines jeden Quartales mit eingeschriebenem Brief widerrufen werden.

 

ARTIKEL II

Die Sondervereinbarung kann mit eingeschriebenem Brief unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist zu jedem Quartalsende unabhängig vom Gesamtvertrag aufgekündigt werden.

 

ARTIKEL III

Dieses Zusatzprotokoll tritt mit Abschluss der Sondervereinbarung auf Landesebene in Wirksamkeit.

 

 

 

Graz/ Wien, am 30. Juni 1972

 

 

 

RICHTLINIE
für die Auswahl von
Vertragsfachärzten für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Vertragszahnärzten
und Vertragsgruppenpraxen für Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnärzte

Gemäß § 5 Abs. 2 des Gesamtvertrages vom 8. Juli 1957 werden in Anwendung der Reihungskriterienverordnung, BGBl. II 487/2002 i.d.g.F., zwischen der Landeszahnärztekammer für Steiermark (im Folgenden kurz Kammer genannt) einerseits und den im § 2 des Gesamtvertrages vom 08. Juli 1957 i.d.d.g.F. angeführten Krankenversicherungsträgern (im Folgenden kurz Versicherungsträger genannt) andererseits, folgende Kriterien für die Auswahl von Vertragsfachärzten für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnärzten vereinbart.

§ 1 Geltungsbereich

(1) Die Richtlinie findet Anwendung für die Vergabe von §-2-Kassenplanstellen in der Steiermark für Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnärzte.

(2) Sofern in dieser Richtlinie personenbezogene Bezeichnungen in männlicher Form verwendet werden, beziehen sie sich auf Frauen und Männer in gleicher Weise.

(3) Diese Richtlinie ist sinngemäß auch für Dentisten anzuwenden.

§ 2 Reihungsliste(n)

(1) Zum Zweck der Durchführung der Planstellenvergabe nach dieser Richtlinie werden von der Kammer Reihungslisten geführt. In diese Listen können alle Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnärzte eingetragen werden, die Staatsangehörige der Vertragsparteien des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum, der Schweizerischen Eidgenossenschaft oder eines Vertragsstaates eines Abkommens mit der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedsstaaten, welches die Mitgliedsstaaten zur Inländergleichbehandlung hinsichtlich des Niederlassungsrechtes und des Dienstleistungsverkehrs verpflichtet (Assoziationsstaaten), sind und die Voraussetzungen des § 3 erfüllen. Die Aufnahme in die Reihungsliste(n) erfolgt über schriftlichen Antrag.

(2) Die Reihungslisten werden nach den folgenden Räumen geführt:

1)

Graz/Graz-Umgebung,

2)

Steiermark Raum Nordwest (dieser umfasst die Bezirke Liezen, Murtal (ehemalige Bezirke Judenburg und Knittelfeld) und Murau)

3)

Steiermark Raum Nordost (dieser umfasst die Bezirke Leoben und Bruck-Mürzzuschlag (ehemalige Bezirke Bruck/Mur und Mürzzuschlag),

4)

Steiermark Raum Südwest (dieser umfasst die Bezirke Voitsberg, Deutschlandsberg und Leibnitz),

5)

Steiermark Raum Südost (dieser umfasst die Bezirke Hartberg-Fürstenfeld (ehemalige Bezirke Hartberg und Fürstenfeld), Weiz und Südoststeiermark (ehemalige Bezirke Feldbach und Radkersburg).

Weiters besteht die Möglichkeit im Rahmen des erstmaligen Antrages auf Reihung in einem Reihungsraum einen Präferenzort anzugeben bzw. im Raum Graz einen Präferenzbezirk. Der angegebene Präferenzort / Präferenzbezirk kann schriftlich mit Begründung abgeändert werden. Die Änderung eines bereits angegebenen Präferenzortes / Präferenzbezirkes in Graz oder nachträgliche Angabe eines Präferenzortes / Präferenzbezirkes in Graz bei Gereihten, die bislang keine Angabe gemacht haben, wird nach Ablauf von 6 Monaten – ab dem Datum der Änderung oder Neuangabe – wirksam.

Die bis zum 30. Juni 2004 gereihten Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnärzte hatten bis zum Inkrafttreten dieser neuen Reihungsrichtlinien per 1. Juli 2004 die Möglichkeit, den Präferenzort / Präferenzbezirk ohne Angabe von Gründen zu ändern.

(3) Die Reihungslisten enthalten folgende Angaben:

a)

Name des gereihten Facharztes für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnarztes

b)

Datum der Eintragung in die Reihungsliste

c)

Reihungsposition

d)

Präferenzort / Präferenzbezirk in Graz

(4) Maßgeblich für die Reihenfolge und das Datum der Eintragung in die Reihungsliste ist das Datum des Einlangens des schriftlichen Ansuchens um Aufnahme in die Reihungsliste in der Kammer. Durch die schriftliche Antragstellung stimmt der Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnarzt ausdrücklich der Ausweisung der in Abs. 3 genannten Daten in der Reihungsliste zu.

§ 3 Eintragung in die Reihungsliste(n)

(1) Voraussetzung für die Eintragung in die Reihungsliste(n) ist der Nachweis der Berechtigung zur selbstständigen Ausübung des zahnärztlichen Berufs in Österreich. Die erforderlichen Unterlagen sind bei der Antragstellung vorzulegen.

Die Eintragung in die Reihungsliste(n) kann frühestens mit dem Tag der Beendigung der Ausbildung zum Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (=Datum Facharztdekret) oder zum Zahnarzt (Dr. med. dent.) (=Nachweis über das erworbene Doktorat der Zahnheilkunde oder ein in einem EWR-Staat oder der Schweiz erworbener zahnärztlicher Qualifikationsnachweis oder Datum der Approbationsurkunde) unter Vorlage der entsprechenden Bestätigung über die abgeschlossene Ausbildung erfolgen.

(2) Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnärzte ohne §-2-Kassenvertrag können sich in maximal 3 Reihungslisten eintragen lassen; §-2-Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnärzte in 1 Reihungsliste. Der Wechsel in einen anderen Reihungsraum ist möglich. Dieser Wechsel ist schriftlich bekannt zu geben, unter gleichzeitiger Mitteilung welcher Reihungsraum zu streichen ist, wenn eine Reihung bereits in 3 Reihungsräumen vorgenommen wurde. Als Reihungsdatum für den neuen Reihungsraum gilt das Datum des Einlangens des neuerlichen Reihungsantrages.

(3) Während einer laufenden Ausschreibungsfrist kann eine Eintragung in die Reihungsliste oder ein Reihungsraumwechsel in den ausgeschriebenen Reihungsraum erfolgen. Die daraus resultierende Reihungsposition kann jedoch bei einer gleichzeitigen Bewerbung um eine ausgeschriebene Planstelle nicht bepunktet werden.

(5) Bewirbt sich ein Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnarzt für eine ausgeschriebene Planstelle in einem Reihungsraum, in dem er nicht gereiht ist, erfolgt keine automatische Aufnahme in die Reihungsliste des betreffenden Reihungsraumes.

(6) Die Reihungslisten sind für Kammermitglieder, für alle gereihten Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnärzte und die Versicherungsträger öffentlich. Sie können während der Öffnungszeiten der Kammer jederzeit eingesehen werden. Kopien an Kammermitglieder und gereihte Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnärzte können auf ausdrücklichem Wunsch ausgehändigt werden, versehen mit dem Vermerk „Kopie ausschließlich zur persönlichen Verwendung“. Dem Geschäftsausschuss der Versicherungsträger werden auf Verlangen periodisch Abschriften der Listen übermittelt. Die Einsicht in die konkrete Bewerberliste für eine ausgeschriebene Planstelle inklusive der von den Bewerbern erreichten Punktezahlen steht nur den Bewerbern während den Öffnungszeiten der Kammer bzw. dem Geschäftsausschuss der Versicherungsträger gemäß § 7 Abs. 2 zu.

(7) Die Kammer kann für die Führung der Reihungslisten von den gereihten Fachärzten für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnärzten einen jährlichen Verwaltungskostenbeitrag verlangen. Die Höhe des Verwaltungskostenbeitrages ist zwischen der Kammer und den Versicherungsträgern im Einvernehmen festzulegen. Die Nichtentrichtung dieses Beitrages führt zur Streichung aus der (den) Reihungsliste(n). Für der Landeszahnärztekammer für Steiermark zugeordnete ordentliche Kammermitglieder ist der Verwaltungskostenbeitrag im Kammerbeitrag enthalten.

(8) Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnärzte, die zwischen 1. Jänner 2000 und dem Datum des Inkrafttretens dieser Richtlinie ihren Antrag auf Reihung bei der Ärztekammer für Steiermark abgegeben haben und in den bisherigen Reihungslisten geführt werden, werden mit Geltungsbeginn der gegenständlichen Richtlinie mit ihrem bisherigen Reihungsdatum und ihrer bisherigen Reihungsposition in die neue(n) Reihungsliste(n) übernommen.

§ 4 Streichung und Wiedereintragung in die Reihungsliste(n), Rückreihung

(1) Eine Streichung aus der (den) Reihungsliste(n) erfolgt,

a)

wenn der gereihte Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnarzt dies selbst schriftlich verlangt mit dem Datum des Einlangens des Streichungsantrages bei der Kammer,

b)

im Falle des Todes des gereihten Facharztes für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnarztes mit dem Zeitpunkt des Todes,

c)

wenn der gereihte Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnarzt als Einzelvertragsarzt oder als Gesellschafter einer Gruppenpraxis einen Vertrag mit den §-2-Krankenversicherungsträgern abschließt oder ein vergleichbares Vertragsverhältnis außerhalb der Steiermark eingeht, mit dem Zeitpunkt des Inkrafttretens des Vertragsverhältnisses,

d)

bei Nichtbewerbung in einem Reihungsraum, wo der Gereihte keinen Präferenzort / Präferenzbezirk angegeben hat, erfolgt eine automatische Rückreihung an das Ende der Reihungsliste. Hat ein Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnarzt in dem ausgeschriebenen Reihungsraum einen Präferenzort (Präferenzbezirk in Graz) angegeben, ist er nicht verpflichtet sich für eine andere Stelle im selben Reihungsraum zu bewerben und verbleibt somit in seiner Reihungsposition.

e)

im Falle einer Verurteilung des gereihten Facharztes für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnarztes im Sinne des § 343 Abs. 2 Zi 4 bis 6 ASVG,

f)

im Falle einer rechtskräftigen Kündigung eines bereits innegehabten Kassenvertrages durch den Versicherungsträger,

g)

im Fall der Streichung aus der Zahnärzteliste gem. §§ 45, 46 und 47 Zahnärztegesetz (ZÄG),

h)

bei Nichtentrichtung des Verwaltungsbeitrages gemäß § 3 Abs. 7,

i)

beim zweiten Verzicht auf eine Planstelle durch den erstgereihten Bewerber nach der erfolgten Reihung für eine konkret ausgeschriebene Planstelle gemäß § 7 Abs. 3,

j)

beim Verzicht auf eine Planstelle durch den erstgereihten Bewerber nach der erfolgten Reihung für eine konkret ausgeschriebene Planstelle gemäß § 7 Abs. 3, wenn für diese Planstelle ein Präferenzort / Präferenzbezirk in Graz angegeben wurde.

(2) In Einzelfällen kann der Landesausschuss der Kammer bei Vorliegen eines berücksichtigungswürdigen Grundes über schriftlichen Antrag mit 2/3 Mehrheit beschließen, dass eine Streichung oder Rückreihung der betreffenden Person aus der Reihungsliste gemäß Abs. 1 lit. d nicht erfolgt.

(3) Bei einer Streichung gemäß Abs. 1 lit. c erfolgt die Streichung aus allen Reihungslisten. Eine Wiedereintragung in einem bestimmten Reihungsraum ist möglich. Eine neuerliche Reihung kann frühestens mit dem Datum des Beginns des Vertragsverhältnisses mit den §-2-Krankenversicherungsträgern erfolgen.

(4) Bei einer Streichung gemäß Abs. 1 lit. e ist eine Wiedereintragung erst nach Ablauf der gesetzlichen Tilgungsfrist möglich, bei einer Streichung gemäß Abs. 1 lit. g erst nach Ablauf der befristeten Berufsuntersagung bzw. nach erfolgter Wiedereintragung in die Zahnärzteliste.

§ 5 Ausschreibung

(1) Die §-2-Kassenplanstellen werden im Mitteilungsorgan der Kammer (derzeit in der Österreichischen Zahnärztezeitung (ÖZZ)) im Einvernehmen zwischen der Kammer und den Versicherungsträgern jeweils in den Ausgaben 1-2, 5, 7-8 und 11 der ÖZZ ausgeschrieben. Bei Bedarf kann im beiderseitigen Einvernehmen von diesen Terminen auch abgewichen werden. Die Ausschreibung wird überdies im Internet auf der Homepage der Kammer (http://stmk.zahnaerztekammer.at/) verlautbart. Die Bewerbungsfrist, die mindestens 14 Tage zu betragen hat, ist in der Ausschreibung anzuführen.

(2) Liegen berücksichtigungswürdige Gründe vor, kann die Ausschreibung im Einvernehmen zwischen dem Geschäftsausschuss der Versicherungsträger und der Kammer widerrufen werden.

§ 6 Bewerbungen

(1) Bewerbungen für eine ausgeschriebene Planstelle sind innerhalb der kundgemachten Ausschreibungsfrist an die Kammer zu richten und müssen spätestens am letzten Tag der Ausschreibungsfrist bei der Kammer einlangen. Der Bewerbung sind alle für die Reihung der Bewerber gemäß den §§ 8 bis 11 relevanten Unterlagen beizuschließen. Später einlangende Bewerbungen oder Unterlagen können nicht mehr berücksichtigt werden.

(2) Bewerber, die überhaupt noch nicht gereiht sind, haben die Berufsberechtigung nachzuweisen. Eine Bewerbung führt nicht automatisch zur Aufnahme in die Reihungsliste.

§ 7 Reihung der Bewerber

(1) Die Kammer prüft die bis zum Ende der Bewerbungsfrist eingelangten Bewerbungsunterlagen und führt eine Reihung der Bewerber durch. Die Reihung erfolgt anhand der übermittelten Unterlagen auf Grund der Bewertungskriterien der §§ 8 bis 11.

(2) Die Kammer erstellt die Reihung aller Bewerber innerhalb einer Frist von 4 Wochen nach Ablauf der Bewerbungsfrist inklusive der Berechnung der Punkte pro Bewerber und übermittelt diese inklusive aller Bewerbungsunterlagen der zwölf Bewerber mit den höchsten Punktezahlen an den Geschäftsausschuss der Versicherungsträger. Auf Verlangen des Geschäftsausschusses können auch die Bewerbungsunterlagen weiterer Bewerber übermittelt werden.

(3) Ein Verzicht auf die Stelle nach erfolgter Reihung ist nur mittels schriftlicher und eigenhändig unterfertigter Erklärung möglich und führt bei zweimaligem Verzicht zur Streichung aus der Reihungsliste gem. § 4 Abs. 1 lit. i. Im Falle des Verzichts des erstgereihten Bewerbers rückt der zweitgereihte Bewerber in die Position des erstgereihten Bewerbers und so weiter.

Bei Verzicht auf die Annahme einer Planstelle, wofür ein Präferenzort / Präferenzbezirk in Graz angegeben wurde, erfolgt die Streichung gem. § 4 Abs. 1 lit. j).

§ 8 Fachliche Eignung

(1) Die fachliche Eignung der Bewerber ist wie folgt zu bewerten:

a)

angestellter Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnarzt

Die Tätigkeit als selbständig berufsberechtigter angestellter Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnarzt mit einem Beschäftigungsausmaß von zumindest 20 Wochenstunden 0,25 Punkte monatlich.

Ein Anstellungsverhältnis unter 20 Wochenstunden 0,125 Punkte monatlich; bei einem Anstellungsverhältnis unter fünf Wochenstunden erfolgt keine Bewertung.

b)

hauptberuflicher Wahlfacharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Wahlzahnarzt

Die Niederlassung als hauptberuflicher Wahlfacharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Wahlzahnarzt (mit Kleinen Kassen oder ohne Kassen) mit einem gemeldeten Ordinationszeitenausmaß von zumindest 20 Wochenstunden 0,25 Punkte monatlich.

Ein gemeldetes Ordinationszeitenausmaß unter 20 Wochenstunden 0,125 Punkte monatlich; bei gemeldeten Ordinationszeiten unter fünf Wochenstunden erfolgt keine Bewertung.

c)

Niederlassung als Wahlfacharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Wahlzahnarzt und Anstellung

Die Niederlassung als Wahlfacharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Wahlzahnarzt (mit Kleinen Kassen oder ohne Kassen) und die gleichzeitige Tätigkeit als selbständig berufsberechtigter angestellter Zahnarzt 0,25 Punkte monatlich.

d)

Vertragsfacharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Vertragszahnarzt

die Tätigkeit als Vertragsfacharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Vertragszahnarzt einer Gebietskrankenkasse oder einer vergleichbaren Krankenversicherungsanstalt innerhalb des Staatsgebietes einer der Vertragsparteien des Europäischen Wirtschaftsraumes, der Schweizerischen Eidgenossenschaft oder eines Assoziationsstaates 0,25 Punkte monatlich.

e)

Praxisvertreter

die Tätigkeit als Praxisvertreter mit 0,02 Punkten pro Tag, wobei der Vertretungstag für die Anrechenbarkeit zumindest 6 Stunden umfassen muss. Die Vertretungstätigkeit beim zahnärztlichen Bereitschaftsdienst am Wochenende (2 Tage) wird als ein Vertretungstag berechnet.

(2) Die maximale Punkteanzahl für jede Tätigkeit laut Abs. 1 lit. a), b), c), d) e) ist mit jeweils 16 Punkten festgelegt. Die Gesamtpunkteanzahl aus verschiedenen Tätigkeiten kann ebenfalls 16 Punkte nicht überschreiten.

(3) Die Niederlassung als hauptberuflicher Wahlfacharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Wahlzahnarzt (mit Kleinen Kassen oder ohne Kassen) wird nach 3 Jahren Niederlassung mit 2 Zusatzpunkten und nach 5 Jahren Niederlassung mit 3 weiteren Punkten bewertet, so dass aus diesem Titel insgesamt 21 Punkte erreicht werden können.

(4) Für die Tätigkeit als Praxisvertreter in der Ordination, wo der §-2-Kassenvertrag nachbesetzt werden soll, mit 0,02 Zusatzpunkten pro Tag bis maximal 10 Zusatzpunkte.

§ 9 Zusätzliche fachliche Qualifikation

Folgende zusätzliche fachliche Qualifikationen, die durch die Vorlage der entsprechenden Bestätigungen, die das geleistete Punkte- oder Stundenausmaß ausweisen, nachzuweisen sind bzw. von der Österreichischen Zahnärztekammer - entsprechend dem Fortbildungsprogramm der Österreichischen Zahnärztekammer (ZFP-ÖZÄK) – anerkannte Fortbildungen, werden mit den nachfolgend angeführten Punkten bewertet:

a)

Fortbildung

von der Österreichischen Zahnärztekammer anerkannte Fortbildungen 0,07 Punkte pro geleistetem(r) Fortbildungspunkt / - stunde.

b)

weitere abgeschlossene Ausbildungen:

Arzt für Allgemeinmedizin oder Facharzt

4 Punkte

Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

6 Punkte

c)

Vollzeitanstellung als Assistent an einer Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, in einem Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum, der Schweizerischen Eidgenossenschaft oder eines Vertragsstaates eines Abkommens mit der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedsstaaten, welches die Mitgliedsstaaten zur Inländergleichbehandlung hinsichtlich des Niederlassungsrechtes und des Dienstleistungsverkehrs verpflichtet (Assoziationsstaaten).

2 Punkte pro Jahr, maximal 6 Punkte

d)

Zahnmedizinstudenten

Hospitation (zahnärztlich relevante Tätigkeiten) in Wartezeiten während des Studiums oder in den Ferien

0,01 Punkte pro Tag, maximal 4 Punkte

Die erreichten Punktezahlen aus a), b), c) oder d) für die zusätzliche Qualifikation können kumuliert werden. Die Gesamtpunkteanzahl aus diesen Tätigkeiten und Fortbildungen zusammen kann allerdings 15 Punkte nicht überschreiten.

§ 10 Zeitpunkt der Eintragung in die Reihungsliste

(1) Die zwölf Bewerber für eine konkret ausgeschriebene Planstelle mit den besten Reihungspositionen in der jeweiligen Reihungsliste zum Stichtag des Endes der Bewerbungsfrist erhalten ausschließlich für die Ermittlung der Reihung für die ausgeschriebene Planstelle folgende Punkte:

a) Erstgereihter

15 Punkte

b) Zweitgereihter

12 Punkte

c) Drittgereihter

10 Punkte

d) Viertgereihter

9 Punkte

e) Fünftgereihter

8 Punkte

f) Sechstgereihter

7 Punkte

g) Siebtgereihter

6 Punkte

h) Achtgereihter

5 Punkte

i) Neuntgereihter

4 Punkte

j) Zehntgereihter

3 Punkte

k) Elftgereihter

2 Punkte

l) Zwölftgereihter

1 Punkt

Diese Punkte werden bei jeder Ausschreibung neuerlich ermittelt.

Bonus für angegebenen Präferenzort außerhalb von Graz / Präferenzbezirk in Graz zusätzlich 5 Punkte.

(2) Sind zwei oder mehrere Bewerber in der jeweiligen Reihungsliste mit identen Positionen gereiht, so erhalten sie jeweils die gleiche volle Punkteanzahl.

§ 11 Behindertengerechter Zugang

(1) Für die Zusage, sich ernsthaft zu bemühen, einen behindertengerechten Zugang zu den Praxisräumlichkeiten nach den Bestimmungen der ÖNORM B1600 „Barrierefreies Bauen“ sowie der ÖNORM B 1601 „Spezielle Baulichkeiten für behinderte und alte Menschen“ bei Vertragsbeginn oder innerhalb einer angemessenen Frist nach Vertragsbeginn zu schaffen, werden fünf Punkte angerechnet. Die Zusage hat schriftlich zu erfolgen.

§ 12 Nachweise

(1) Als Nachweis für die Vergabe von Punkten gem. § 8 Abs. 1 lit. a, c und d werden in erster Linie die Zahnärzteliste bzw. schriftliche Bestätigungen der jeweiligen Standesvertretung aus dem Ausland herangezogen. Insbesondere sind folgende Nachweise beizubringen:

a.

für den angestellten Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnarzt Bestätigungen über die Dauer der / des Dienstverhältnisse(s) unter Angabe des Wochenstundenausmaßes,

b.

für den hauptberuflichen Wahlfacharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Wahlzahnarzt (mit Kleinen Kassen oder ohne Kassen) oder Vertragsfacharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Vertragszahnarzt außerhalb der Steiermark eine Bestätigung der jeweiligen Standesvertretung über den Niederlassungsbeginn als hauptberuflicher Wahlarzt oder Vertragsarzt mit dem Ordinationszeitenausmaß,

c.

für die Praxisvertretung Bestätigungen des Facharztes für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnarztes, in dessen Ordination die Vertretung statt gefunden hat unter Angabe der einzelnen Vertretungstage mit dem entsprechenden Stundenausmaß.

(2) Als Nachweis für die Vergabe von Punkten gem. § 9 sind Bestätigungen, die das geleistete Punkte- oder Stundenausmaß ausweisen, vorzulegen. Das sind insbesondere:

a)

von der Österreichischen Zahnärztekammer - entsprechend dem Fortbildungsprogramm der Österreichischen Zahnärztekammer (ZFP-ÖZÄK) – anerkannte Fortbildungen bzw. etwaige DFP und Diplome der ÖÄK.

b)

für abgeschlossene Ausbildungen die Diplome,

c)

für die Vollzeitanstellung als Assistent an einer Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, in einem Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum, der Schweizerischen Eidgenossenschaft oder eines Vertragsstaates eines Abkommens mit der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedsstaaten, welches die Mitgliedsstaaten zur Inländergleichbehandlung hinsichtlich des Niederlassungsrechtes und des Dienstleistungsverkehrs verpflichtet (Assoziationsstaaten), die Vorlage von Bestätigungen des Dienstgebers mit dem Wochenstundenausmaß,

d)

für die Hospitation von Zahnmedizinstudenten die Vorlage von Bestätigungen der Einrichtungen, wo die Hospitation erbracht wurde mit dem Tages- / Wochenstundenausmaß.

(3) Zur Erlangung der Punkte gem. § 11 ist eine eigenhändig unterfertigte schriftliche Zusage vorzulegen.

(4) Die erforderlichen Nachweise sind vom Bewerber längstens am letzten Tag der Ausschreibungsfrist der Kammer vorzulegen. Nicht fristgereicht vorgelegte Nachweise können nicht berücksichtigt werden.

§ 13 Bewertung – Auswahl

(1) Sämtliche Bewerber werden anhand der gem. §§ 8 bis 11 erzielten Punkteanzahl bewertet und beginnend mit der höchsten Punkteanzahl gereiht. Der Geschäftsausschuss überprüft die gemäß § 7 vorgenommene Reihung. Wird innerhalb einer Frist von 4 Wochen ab Einlangen der übermittelten Reihung kein Einspruch erhoben, gilt die vorgenommene Reihung als bestätigt und das Einvernehmen über die Planstellenvergabe hergestellt.

(2) Haben zwei oder mehrere Bewerber dieselbe Punktezahl erreicht, so gilt jener Bewerber als erstgereiht, dessen Punkteanzahl bei der Beurteilung der fachlichen Qualifikation (§§ 8 und 9) am höchsten ist. Ist der Punktestand der Bewerber auch bei der Beurteilung der fachlichen Qualifikation gleich, so ist die Entscheidung über die Vergabe der Stelle auf Grund eines Hearings zu treffen. Bei einem allfälligen Hearing ist die Frauenquote zu berücksichtigen. Zusätzlich können im Rahmen eines Hearings geleistete Präsenz-, Ausbildungs- oder Zivildienstzeiten, zurückgelegte Mutterschutzzeiten nach dem Mutterschutzgesetz 1979, zurückgelegte Karenzzeiten, auch wenn diese in einem anderen EG-Mitgliedstaat oder EWR-Staat zurückgelegt wurden, Zeiten, für die ein Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld oder gleichartige Leistungen für Bewerberinnen aus anderen EG-Mitgliedsstaaten oder EWR-Staaten besteht sowie die soziale Förderungswürdigkeit, etwa auf Grund von bestehenden Sorgepflichten für Kinder oder auf Grund von gegenwärtiger Arbeitslosigkeit, berücksichtigt werden.

(3) Die Teilnehmer des Hearings sind die gem. Abs. 1 gleichgereihten Bewerber sowie jeweils zwei Vertreter der Kammer und der Krankenversicherungsträger.

(4) Ist der Anteil an Vertragsärztinnen für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnärzte geringer als der Anteil an Bewerberinnen in der jeweiligen Reihungsliste, so ist das Hearing nach Abs. 2 (bei Punktegleichstand von 2 oder mehreren Bewerbern) mit der/dem (den) nach der fachlichen Qualifikation (§§ 8 und 9) Erstgereihten und mit jener Bewerberin (jenen Bewerberinnen), die ausschließlich wegen der Reihungspunkte gemäß § 10 nicht erstgereiht ist (sind), durchzuführen.

(5) Abs. 4 findet keine Anwendung, wenn

(1)

eine Bewerberin bereits nach Abs. 2 erster Satz alleine erstgereiht ist,

(2)

an einem Hearing der allein Erstgereihten nach Abs. 2 zweiter Satz mindestens gleich viele Bewerberinnen wie Bewerber teilnehmen oder

(3)

der Anteil der Vertragsärztinnen im Fachgebiet Zahnheilkunde und im regionalen Versorgungsgebiet des ausgeschriebenen Einzelvertrages 50% oder mehr beträgt.

(6) Die Anzahl der Bewerberinnen, die für das Hearing auf Grund der Anwendung des Abs. 4 in Betracht kommen ist dadurch begrenzt, dass jeweils nur so viele Bewerberinnen zugelassen werden, als notwendig sind, um das Hearing mit gleich vielen Bewerberinnen wie Bewerbern durchzuführen. Die Zulassung erfolgt in der Reihenfolge, die sich aus der Anwendung aller Reihungskriterien ergibt. Am Hearing nehmen jeweils zwei Vertreter der Kammer und der Krankenversicherungsträger teil.

(7) Wenn ein Bewerber für zwei oder mehrere ausgeschriebene Planstellen erstgereiht ist, hat er sich nach Aufforderung durch die Kammer binnen einer Frist von einer Woche schriftlich für eine Planstelle zu entscheiden. Sofern keine schriftliche Festlegung erfolgt, entscheiden die Kammer und die Krankenversicherungsträger im Einvernehmen, welche Planstelle diesem Bewerber zuerkannt wird.

(8) Ist ein Bewerber erstgereiht, der in einem aufrechten Dienstverhältnis mit einer Dienstleistungsverpflichtung von mehr als 15 Wochenstunden beschäftigt ist, so kann diesem die ausgeschriebene Planstelle nur dann zuerkannt werden, wenn er sich verpflichtet, das Dienstverhältnis innerhalb einer Frist von 3 Monaten ab Zuerkennung der Planstelle endgültig aufzulösen. Diese Verpflichtung besteht dann nicht, wenn die Bewerbung im Rahmen einer Teambewerbung für eine Vertragsgruppenpraxis erfolgt und zumindest ein Teammitglied keine Dienstverpflichtung im Sinne des vorstehenden Satzes aufweist.

(9) Sobald Einvernehmen zwischen der Kammer und den Krankenversicherungsträgern hergestellt ist, ist der Erstgereihte über die Beschlussfassung zu informieren.

(10) Die Entscheidung zu Gunsten eines Bewerbers sowie die erzielte Punkteanzahl sind nach erzieltem Einvernehmen zwischen der Kammer und den Krankenversicherungsträgern im Mitteilungsblatt der Kammer sowie auf der Internethomepage der Kammer zu veröffentlichen.

(11) Die Kammer und die Krankenversicherungsträger können gemeinsam die Invertragnahme des erstgereihten Bewerbers ablehnen, wenn erhebliche Bedenken bestehen, dass der mit dem Einzelvertrag verbundene Versorgungsauftrag durch den Bewerber nicht erfüllt werden kann.

(12) Für die Auswahl von Vertragsgruppenpraxen sind die sich jeweils gemeinsam bewerbenden Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnärzte als Team zu bewerten, wobei die Kriterien der §§ 8 bis 11 auf jeden einzelnen Gesellschafter anzuwenden sind und für die Bewertung die Summe der Punkte aller Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde / Zahnärzte eines Teams heranzuziehen ist.

§ 14 Inkrafttreten - Kündigung

(1) Diese Richtlinie tritt mit 1.10.2013 in Kraft, wird auf unbestimmte Zeit abgeschlossen und ist für die Vergabe von Planstellen anzuwenden, die nach diesem Termin ausgeschrieben werden. Sie kann von den Vertragsparteien unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von sechs Monaten jeweils zum 31.12. eines Jahres schriftlich aufgekündigt werden. Gleichzeitig mit der Beendigung des zwischen den Vertragsparteien bestehenden Gesamtvertrages erlischt diese Richtlinie automatisch, ohne dass es dafür einer gesonderten Aufkündigung bedarf. Die bisher vereinbarte Richtlinie vom 9. März 2004 tritt gleichzeitig mit Inkrafttreten dieser Richtlinie außer Kraft.

(2) Im Falle der Aufkündigung dieser Richtlinie werden die Vertragsparteien unmittelbar Verhandlungen über den Abschluss einer neuen einvernehmlichen Richtlinie aufnehmen.

(3) Mitteilungen gemäß § 3 Abs. 8 hinsichtlich der Übernahme in die neuen Reihungslisten können unmittelbar ab Verlautbarung dieser Richtlinie im Mitteilungsorgan der Kammer erstattet werden.

 

Graz, am 1. Oktober 2013