Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 1974/62

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 2856 F/1963;

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

1974/62

Entscheidungsdatum

29.04.1963

Index

32/02 Steuern vom Einkommen und Ertrag

Norm

EStG 1953 §4 Abs1 idF 1957/283;
EStG 1953 §6 Abs1 Z1 idF 1957/283;
EStG 1953 §6a idF 1957/283;

Rechtssatz

1) Die Übung, für bestimmte Anlagegüter, von denen regelmäßig ein bestimmter Vorrat vorhanden sein muß, einen Festwert (als eisernen Bestand) zu bilden, ist steuerlich anzuerkennen. Von diesem Festwerte können dann keine Absetzungen für Abnutzung vorgenommen werden. Hingegen können die zur Erhaltung des Bestandes notwendigen Ersatznachschaffungen als Betriebsausgaben voll abgesetzt werden. 2) Hat der Steuerpflichtige einen solchen Festwert einmal gebildet, dann kann er von dieser Bilanzierungsart nur bei Vorliegen stichhaltiger Gründe abgehen.

3) Erweist es sich infolge Ausdehnung der Erzeugung als notwendig, den Bestand an solchen Gütern in bestimmter Weise zu erhöhen, dann ist auch der Festwert entsprechend zu erhöhen.

4) Sind jedoch die bei einer Betriebsausweitung angeschafften Wirtschaftsgüter solcherart, daß sie nach einwandfreien Unterscheidungsmerkmalen eine selbständige Gruppe der zum Bestand gehörigen Wirtschaftsgüter bilden würden, dann kann der Steuerpflichtige nach seiner Wahl bei Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen diese Wirtschaftgüter auch als kurzlebige Wirtschaftsgüter sofort abschreiben (Hinweis auf RFH-Urteil vom 16.12.1936, RStBl 1937, S 242).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1963:1962001974.X01

Im RIS seit

29.06.2001

Dokumentnummer

JWR_1962001974_19630429X01