Bundesrecht konsolidiert

Europäisches Übereinkommen über die Zustellung von Schriftstücken in Verwaltungssachen im Ausland samt Anlage und Erklärung § 0

Diese Fassung ist nicht aktuell

Kurztitel

Europäisches Übereinkommen über die Zustellung von Schriftstücken in Verwaltungssachen im Ausland samt Anlage und Erklärung

Kundmachungsorgan

BGBl. Nr. 67/1983 zuletzt geändert durch BGBl. III Nr. 198/2018

Typ

Vertrag - Multilateral

§/Artikel/Anlage

§ 0

Inkrafttretensdatum

23.11.2018

Außerkrafttretensdatum

25.06.2019

Unterzeichnungsdatum

24.11.1977

Index

49/08 Amtshilfe, Zustellung von Schriftstücken

Titel

Europäisches Übereinkommen über die Zustellung von Schriftstücken in Verwaltungssachen im Ausland samt Anlage und Erklärung der Republik Österreich
StF: BGBl. Nr. 67/1983 idF BGBl. III Nr. 53/2005 (VFB) (NR: GP XV RV 816 AB 956 S. 102. BR: AB 2456 S. 418.)

Änderung

BGBl. Nr. 141/1984 (K – Geltungsbereich)

BGBl. Nr. 64/1985 (K – Geltungsbereich)

BGBl. Nr. 408/1987 (K – Geltungsbereich)

BGBl. Nr. 10/1988 (K – Geltungsbereich)

BGBl. III Nr. 93/1999 (K – Geltungsbereich)

BGBl. III Nr. 15/2001 (K – Geltungsbereich)

BGBl. III Nr. 160/2001 (K – Geltungsbereich)

BGBl. III Nr. 167/2011 (K – Geltungsbereich)

BGBl. III Nr. 177/2011 (K – Geltungsbereich)

BGBl. III Nr. 128/2012 idF BGBl. III Nr. 148/2012 (VFB) (K – Geltungsbereich)

BGBl. III Nr. 64/2017 (K – Geltungsbereich)

BGBl. III Nr. 198/2018 (K – Geltungsbereich)

Sprachen

Englisch, Französisch

Vertragsparteien

*Österreich III 177/2011 *Belgien 67/1983, III 198/2018 *Deutschland III 15/2001, III 167/2011, III 128/2012 idF III 148/2012 (VFB) *Deutschland/BRD 67/1983, 10/1988 *Estland III 160/2001 *Frankreich 67/1983, 141/1984, III 64/2017 *Italien 64/1985 *Luxemburg 67/1983, III 167/2011 *Spanien 408/1987, III 93/1999, III 167/2011

Sonstige Textteile

Der Nationalrat hat beschlossen:

Der Abschluß des nachstehenden Staatsvertrages samt Anlage und Erklärung der Republik Österreich wird genehmigt.

Ratifikationstext

Die vom Bundespräsidenten unterzeichnete und vom Bundeskanzler gegengezeichnete Ratifikationsurkunde wurde am 24. November 1982 beim Generalsekretär des Europarats hinterlegt; das Übereinkommen tritt gemäß seinem Art. 17 Abs. 3 für Österreich am 1. März 1983 in Kraft.

Nach Mitteilungen des Generalsekretärs des Europarats haben folgende weitere Staaten das Übereinkommen ratifiziert bzw. genehmigt:

Belgien, Bundesrepublik Deutschland (einschließlich Land Berlin), Frankreich und Luxemburg.

(Übersetzung)

Erklärung

Anläßlich der Ratifikation des Übereinkommens erklärt die Republik Österreich:

 

1.

im Sinne des Art. 1 Abs. 2, daß das Übereinkommen auf der Basis der Gegenseitigkeit auch in Finanz- und Strafsachen angewendet werden wird,

Bezugnehmend auf das Europäische Übereinkommen über die Zustellung von Schriftstücken in Verwaltungssachen im Ausland (SEV Nr. 94), erklärt die Republik Österreich

im Sinne des Art. 2 Abs. 5, dass als zentrale Behörden, welche die von Behörden anderer Vertragsstaaten ausgehenden Zustellersuchen entgegennehmen und bearbeiten,

A.

für Schriftstücke, die Angelegenheiten des Flüchtlingswesens, des Waffenwesens oder des Fremdenpolizeiwesens betreffen, für das gesamte Bundesgebiet das Bundesministerium für Inneres, Herrengasse 7, 1014 Wien,

B.

im Übrigen für jedes Land das Amt der Landesregierung bestimmt wird, und zwar:

a)

für das Land Burgenland: Amt der Burgenländischen Landesregierung, Europaplatz 1, 7000 Eisenstadt;

b)

für das Land Kärnten: Amt der Kärntner Landesregierung, Arnulfplatz 1, 9020 Klagenfurt am Wörthersee;

c)

für das Land Niederösterreich: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Landhausplatz 1, 3109 St. Pölten;

d)

für das Land Oberösterreich: Amt der Oberösterreichischen Landesregierung, Landhausplatz 1, 4021 Linz;

e)

für das Land Salzburg: Amt der Salzburger Landesregierung, Postfach 527/Chiemseehof, 5010 Salzburg;

f)

für das Land Steiermark: Amt der Steiermärkischen Landesregierung, 8011 Graz-Burg;

g)

für das Land Tirol: Amt der Tiroler Landesregierung, Eduard-Wallnöfer-Platz 3, 6020 Innsbruck;

h)

für das Land Vorarlberg: Amt der Vorarlberger Landesregierung, Landhaus, 6901 Bregenz;

i)

für das Land Wien: Amt der Wiener Landesregierung, Rathaus, 1082 Wien.

Anläßlich der Hinterlegung ihrer Ratifikationsurkunden haben folgende Staaten nachstehende Erklärungen abgegeben:

Belgien:

Artikel 2:

Die belgische Regierung bestimmt als zentrale Behörde und als Absendebehörde das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, Außenhandel und Zusammenarbeit bei der Entwicklung (Ministère des Affaires étrangères, du Commerce extérieur et de la Coopération au Développement/Ministerie van Buitenlandse Zaken, Buitenlandse Handel en Ontwikkelingssamenwerking), 2, rue Quatre Bras, 1000 Brüssel.

Zentrale Behörde:

Service public fédéral Affaires étrangères

15, rue des Petits Carmes

B – 1000 Bruxelles

 

Artikel 10 (2):

Die belgische Regierung erklärt, daß sie sich auf die in Artikel 10 Absatz 2 des Übereinkommens enthaltene Bestimmung beruft.

Deutschland:

1.

nach Artikel 1 Abs. 2 des Übereinkommens:

„Das Übereinkommen findet bezüglich der an die Bundesrepublik Deutschland gerichteten Ersuchen Anwendung auf Verfahren über Straftaten, deren Verfolgung und Bestrafung im Zeitpunkt des Ersuchens nicht in die Zuständigkeit der Gerichte fällt. In der Bundesrepublik Deutschland entsprechen diesen Verfahren die Bußgeldverfahren nach dem Gesetz über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 2. Januar 1975 (BGBl. I S. 80), zuletzt geändert durch Artikel 4 des Gesetzes vom 5. Oktober 1978 (BGBl. I S. 1645). Die Bundesrepublik Deutschland behält sich jedoch vor, in solchen Fällen die Erledigung des Rechtshilfeersuchens unter Hinweis auf das Fehlen der Gegenseitigkeit zu verweigern.

Das Übereinkommen findet keine Anwendung auf Zustellungen von Schriftstücken, die Steuerordnungswidrigkeiten betreffen.“

2.

nach Artikel 1 Abs. 3 des Übereinkommens:

„Das Übereinkommen findet keine Anwendung auf an die Bundesrepublik Deutschland gerichtete Ersuchen in Außenwirtschaftsangelegenheiten (Warenverkehr, Dienstleistungsverkehr, Kapital- und Zahlungsverkehr) und für Verbote und Beschränkungen für den Warenverkehr über die Grenze.“

3.

nach Artikel 2 Abs. 1 Satz 2 des Übereinkommens:

„In der Bundesrepublik Deutschland werden die Aufgaben nach diesem Übereinkommen durch zentrale Behörden wahrgenommen, die von den Ländern bestimmt wurden.

Nach Mitteilung des Generalsekretärs des Europarats hat Deutschland am 13. August 2012 seine zentralen Behörden gemäß Art. 2 Abs. 1 des Europäischen Übereinkommens über die Zustellung von Schriftstücken in Verwaltungssachen im Ausland (BGBl. Nr. 67/1983, letzte Kundmachung des Geltungsbereichs BGBl. III Nr. 167/2011) wie folgt geändert:

 

Baden-Württemberg

Regierungspräsidium Freiburg

Bissierstraße 7

79114 Freiburg i.Br.

Postanschrift:

Regierungspräsidium Freiburg

79083 Freiburg i.Br.

Bayern

Regierung der Oberpfalz

Emmeramsplatz 8

93047 Regensburg

Berlin

Landesverwaltungsamt Berlin

10702 Berlin

Brandenburg

Zentraldienst der Polizei

Zentrale Bußgeldstelle

Oranienburger Straße 31 A

16775 Gransee

Bremen

Senator für Inneres, Kultur und Sport

Contrescarpe 22/24

28203 Bremen

Hamburg

Freie und Hansestadt Hamburg

Behörde für Justiz und Gleichstellung

Postfach 30 28 22

20310 Hamburg

Hessen

Regierungspräsidium Gießen

Postfach 100851

35338 Gießen

Mecklenburg-Vorpommern

Ministerium für Inneres und Sport Mecklenburg-Vorpommern

Arsenal am Pfaffenteich

Alexandrinenstraße 1

19055 Schwerin

Postanschrift:

Ministerium für Inneres und Sport Mecklenburg-Vorpommern

19048 Schwerin

Niedersachsen

Polizeidirektion Lüneburg

Auf der Hude 2

21339 Lüneburg

oder

Postfach 2240

21312 Lüneburg

Nordrhein-Westfalen

Bezirksregierung Köln

Zeughausstraße 2-10

50606 Köln

Rheinland-Pfalz

Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion

Willy Brandt-Platz 3

54290 Trier

Saarland

Ministerium für Inneres, Kultur und Europa

Referat B1

Mainzer Straße 136

66121 Saarbrücken

Sachsen

Landesdirektion Leipzig

Braustraße 2

04107 Leipzig

Sachsen-Anhalt

Landesverwaltungsamt

Ernst-Kamieth-Straße 2

06112 Halle (Saale)

Postanschrift:

Landesverwaltungsamt

Postfach 200256

06003 Halle (Saale)

Schleswig-Holstein

Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein

Postfach 7125

24171 Kiel

Thüringen

Thüringer Landesverwaltungsamt

Weimarplatz 4

99423 Weimar

Postaschrift:

Thüringer Landesverwaltungsamt

Postfach 2249

99403 Weimar“

 

4.

nach Artikel 7 Abs. 3 des Übereinkommens:

„Die Bundesrepublik Deutschland weist darauf hin, daß Schriftstücke, die in einer fremden Sprache abgefaßt sind und nicht von einer Übersetzung in die deutsche Sprache begleitet werden, nicht nach Artikel 6 Abs. 1 Buchstabe b des Übereinkommens förmlich zugestellt werden können.“

5.

nach Artikel 10 Abs. 2 des Übereinkommens:

„Die Bundesrepublik Deutschland widerspricht der Zustellung durch diplomatische oder konsularische Vertreter, wenn das Schriftstück einer anderen Person als einem Staatsangehörigen des ersuchenden Staates zuzustellen ist.“

6.

nach Artikel 11 Abs. 2 des Übereinkommens:

„Die Bundesrepublik Deutschland widerspricht der Zustellung von Schriftstücken durch die Post in ihrem Hoheitsgebiet.“

Estland:

Anlässlich der Hinterlegung der Ratifikationsurkunde hat Estland nachstehende Erklärungen abgegeben:

1.

Gemäß Art. 1 Abs. 2 erklärt Estland, dass es das Übereinkommen in Finanzsachen anwendet.

2.

Gemäß Art. 2 Abs. 1 bestimmt Estland als zentrale Behörde das „Ministry of Justice“.

Frankreich:

Nach Mitteilung des Generalsekretärs des Europarates hat die Französische Regierung gemäß Art. 2 Abs. 1 des Europäischen Übereinkommens über die Zustellung von Schriftstücken in Verwaltungssachen im Ausland (BGBl. Nr. 67/1983) das Ministère des Affaires étrangères et du Développement international (Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und internationale Entwicklung)

Service des conventions, des Affaires civiles et de l’entraide judiciaire

Mission des Conventions et de l’entraide judiciaire (FAE/SAEJ/CEJ)

27 rue de la Convention

CS91533

F – 75732 Paris Cedex 15

als Zentralbehörde bestimmt.

Italien:

Anläßlich der Hinterlegung seiner Ratifikationsurkunde hat Italien folgende Erklärungen abgegeben:

Zu Art. 1 Abs. 2:

„Die italienische Regierung erklärt, daß das Übereinkommen auf Ersuchen Anwendung findet, die Verfahren über Vergehen betreffen, deren Bestrafung im Zeitpunkt des Ersuchens um Amtshilfe nicht in die Zuständigkeit ihrer Gerichte fällt. Die italienische Regierung behält sich das Recht vor, bei fehlender Gegenseitigkeit Ersuchen nicht anzunehmen.“

Zu Art. 1 Abs. 3:

„Die italienische Regierung erklärt, daß das Übereinkommen keine Anwendung findet auf an die Italienische Republik gerichtete Ersuchen, die den Außenhandel (Warenverkehr, Dienstleistungsverkehr, Kapital- und Zahlungsverkehr) oder Verbote und Beschränkungen für den Warenverkehr über die Grenze betreffen.“

Zu Art. 2 Abs. 1:

„Die italienische Regierung bestimmt als zentrale Behörde für die Wahrnehmung der Aufgaben gemäß Art. 2 Abs. 1 des Übereinkommens das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, Piazza della Farnesina 1, Rom.“

Luxemburg:

Das Großherzogtum Luxemburg wird das Übereinkommen auf alle Verfahren über Straftaten, ausgenommen über Steuersachen, anwenden, deren Verfolgung und Bestrafung im Zeitpunkt des Ersuchens nicht in die Zuständigkeit unserer Gerichte fällt.

In Ausführung des Artikels 2 des Übereinkommens bestimmt das Großherzogtum Luxemburg als zentrale Behörde, welche die Zustellungsersuchen aus dem Ausland entgegennimmt,

Ministry of Justice

13 Rue Erasme

Centre Administratif Pierre Werner

L – 1468 Luxembourg

Spanien:

Spanien hat anläßlich der Hinterlegung seiner Ratifikationsurkunde folgende Erklärung zu Art. 10 Abs. 2 abgegeben:

„Spanien widerspricht der Zustellung durch Konsuln, wenn Schriftstücke an Empfänger zuzustellen sind, die nicht Angehörige des Staates sind, den der Konsul vertritt.“

Spanien hat folgende zentrale Behörde gemäß Art. 2 notifiziert:

Dirección General de Asuntos Consulares y Migratorios

Calle Ruiz de Alarcón, no. 5

28071 Madrid

España

Präambel/Promulgationsklausel

PRÄAMBEL

Die Mitgliedstaaten des Europarats, die dieses Übereinkommen unterzeichnen –

in der Erwägung, daß es das Ziel des Europarats ist, eine engere Verbindung zwischen seinen Mitgliedern herbeizuführen, die vor allem auf der Achtung des Vorranges des Rechts sowie der Menschenrechte und Grundfreiheiten beruht,

überzeugt, daß die Einführung geeigneter Maßnahmen der gegenseitigen Amtshilfe zur Erreichung dieses Zieles beitragen wird,

in der Erwägung, daß es wichtig ist, Schriftstücke in Verwaltungssachen, die im Ausland zugestellt werden sollen, den Empfängern rechtzeitig zur Kenntnis zu bringen –

sind wie folgt übereingekommen:

Schlagworte

e-rk2,
Finanzsache, Kapitalverkehr

Im RIS seit

26.11.2018

Zuletzt aktualisiert am

27.06.2019

Gesetzesnummer

10005537

Dokumentnummer

NOR40209523