Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ro 2016/08/0013

Gericht

Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ro 2016/08/0013

Entscheidungsdatum

14.09.2016

Index

E1E
E3R E05204020
E3R E05205000
E6J
10/07 Verwaltungsgerichtshof
59/04 EU - EWR
62 Arbeitsmarktverwaltung
66/01 Allgemeines Sozialversicherungsgesetz
66/02 Andere Sozialversicherungsgesetze

Norm

12010E004 AEUV Art4;
12010E258 AEUV Art258;
12010E267 AEUV Art267;
32004R0883 Koordinierung Soziale Sicherheit Art12 Abs1;
32004R0883 Koordinierung Soziale Sicherheit Art12;
32004R0883 Koordinierung Soziale Sicherheit Art9;
32009R0987 Koordinierung Soziale Sicherheit DV Art19 Abs2;
32009R0987 Koordinierung Soziale Sicherheit DV Art19;
32009R0987 Koordinierung Soziale Sicherheit DV Art5 Abs1;
32009R0987 Koordinierung Soziale Sicherheit DV Art5 Abs2;
32009R0987 Koordinierung Soziale Sicherheit DV Art5;
32009R0987 Koordinierung Soziale Sicherheit DV Art6;
61981CJ0283 CILFIT und Lanificio di Gavardo VORAB;
61997CJ0178 Banks VORAB;
61997CJ0202 Fitzwilliam VORAB;
62005CJ0002 Herbosch Kiere VORAB;
62006CJ0073 Planzer Luxembourg VORAB;
62014CJ0012 Kommission / Malta;
62014CJ0072 van Dijk VORAB;
AlVG 1977 §1 Abs1 lita;
ASVG §4 Abs1;
ASVG §4 Abs2;
VwGG §38b;

Beachte

Vorabentscheidungsverfahren: * EU-Register: EU 2016/0002 * EuGH-Zahl: C-527/16 Miterledigung (miterledigt bzw zur gemeinsamen Entscheidung verbunden): Ro 2016/08/0014

Rechtssatz

Dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) werden nach Art. 267 AEUV folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt:

1. Gilt die in Art. 5 der Verordnung (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit normierte Bindungswirkung von Dokumenten im Sinn des Art. 19 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 987/2009 auch in einem Verfahren vor einem Gericht im Sinn des Art. 267 AEUV?

2. Für den Fall, dass nicht schon die Frage 1. verneint wird:

a) Gilt die genannte Bindungswirkung auch dann, wenn zuvor ein Verfahren vor der Verwaltungskommission für die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit stattgefunden hat, das weder zu einer Einigung noch zu einer Zurückziehung der strittigen Dokumente geführt hat?

b) Gilt die genannte Bindungswirkung auch dann, wenn ein Dokument "A1" erst ausgestellt wird, nachdem der Aufnahmemitgliedstaat formell die Pflichtversicherung nach seinen Rechtsvorschriften festgestellt hat? Gilt die Bindungswirkung in diesen Fällen auch rückwirkend?

3. Für den Fall, dass sich unter bestimmten Voraussetzungen eine beschränkte Bindungswirkung von Dokumenten im Sinn des Art. 19 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 987/2009 ergibt:

Widerspricht es dem in Art. 12 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 enthaltenen Ablöseverbot, wenn die Ablöse nicht in Form einer Entsendung durch denselben Dienstgeber erfolgt, sondern durch einen weiteren Dienstgeber? Spielt es dabei eine Rolle,

a) ob dieser Dienstgeber im selben Mitgliedstaat wie der erste Dienstgeber seinen Sitz hat oder

b) ob zwischen dem ersten und dem zweiten entsendenden Dienstgeber personelle und/oder organisatorische Verflechtungen bestehen?

Gerichtsentscheidung

EuGH 61981CJ0283 CILFIT und Lanificio di Gavardo VORAB
EuGH 61997CJ0178 Banks VORAB
EuGH 61997CJ0202 Fitzwilliam VORAB
EuGH 62005CJ0002 Herbosch Kiere VORAB
EuGH 62006CJ0073 Planzer Luxembourg VORAB
EuGH 62014CJ0012 Kommission / Malta
EuGH 62014CJ0072 van Dijk VORAB

Im RIS seit

24.11.2016

Zuletzt aktualisiert am

20.07.2017

Dokumentnummer

JWR_2016080013_20160914J01