Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

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Entscheidungstext 97/15/0079

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

97/15/0079

Entscheidungsdatum

08.10.1998

Index

32/02 Steuern vom Einkommen und Ertrag;

Norm

EStG 1988 §16;
EStG 1988 §20 Abs1 Z2 lita;
  1. EStG 1988 § 16 heute
  2. EStG 1988 § 16 gültig von 01.01.2024 bis 22.12.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 108/2022
  3. EStG 1988 § 16 gültig von 01.01.2024 bis 19.07.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 18/2021
  4. EStG 1988 § 16 gültig ab 23.12.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/2023
  5. EStG 1988 § 16 gültig von 20.07.2022 bis 22.12.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 108/2022
  6. EStG 1988 § 16 gültig von 26.03.2021 bis 19.07.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2021
  7. EStG 1988 § 16 gültig von 08.01.2021 bis 25.03.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 18/2021
  8. EStG 1988 § 16 gültig von 25.07.2020 bis 07.01.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 96/2020
  9. EStG 1988 § 16 gültig von 30.10.2019 bis 24.07.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 103/2019
  10. EStG 1988 § 16 gültig von 15.08.2015 bis 29.10.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 118/2015
  11. EStG 1988 § 16 gültig von 30.12.2014 bis 14.08.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/2014
  12. EStG 1988 § 16 gültig von 01.05.2013 bis 29.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 53/2013
  13. EStG 1988 § 16 gültig von 21.03.2013 bis 30.04.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 53/2013
  14. EStG 1988 § 16 gültig von 15.12.2012 bis 20.03.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2012
  15. EStG 1988 § 16 gültig von 31.12.2010 bis 14.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  16. EStG 1988 § 16 gültig von 27.06.2008 bis 30.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 85/2008
  17. EStG 1988 § 16 gültig von 29.12.2007 bis 26.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2007
  18. EStG 1988 § 16 gültig von 24.05.2007 bis 28.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2007
  19. EStG 1988 § 16 gültig von 27.06.2006 bis 23.05.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2006
  20. EStG 1988 § 16 gültig von 28.10.2005 bis 26.06.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 115/2005
  21. EStG 1988 § 16 gültig von 31.12.2004 bis 27.10.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 180/2004
  22. EStG 1988 § 16 gültig von 05.06.2004 bis 30.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2004
  23. EStG 1988 § 16 gültig von 21.08.2003 bis 04.06.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  24. EStG 1988 § 16 gültig von 05.10.2002 bis 20.08.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 155/2002
  25. EStG 1988 § 16 gültig von 14.08.2002 bis 04.10.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 132/2002
  26. EStG 1988 § 16 gültig von 19.12.2001 bis 13.08.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 144/2001
  27. EStG 1988 § 16 gültig von 27.06.2001 bis 18.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2001
  28. EStG 1988 § 16 gültig von 15.07.1999 bis 26.06.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 106/1999
  29. EStG 1988 § 16 gültig von 01.05.1996 bis 14.07.1999 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  30. EStG 1988 § 16 gültig von 05.05.1995 bis 30.04.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 297/1995
  31. EStG 1988 § 16 gültig von 01.12.1993 bis 04.05.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 818/1993
  32. EStG 1988 § 16 gültig von 31.12.1991 bis 30.11.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 695/1991
  33. EStG 1988 § 16 gültig von 30.12.1989 bis 30.12.1991 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 660/1989
  34. EStG 1988 § 16 gültig von 30.07.1988 bis 29.12.1989
  1. EStG 1988 § 20 heute
  2. EStG 1988 § 20 gültig von 01.01.2023 bis 06.12.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 56/2022
  3. EStG 1988 § 20 gültig ab 07.12.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 194/2022
  4. EStG 1988 § 20 gültig von 01.03.2022 bis 06.12.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2022
  5. EStG 1988 § 20 gültig von 01.01.2016 bis 28.02.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 118/2015
  6. EStG 1988 § 20 gültig von 15.08.2015 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 118/2015
  7. EStG 1988 § 20 gültig von 01.03.2014 bis 14.08.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 13/2014
  8. EStG 1988 § 20 gültig von 21.03.2013 bis 28.02.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 53/2013
  9. EStG 1988 § 20 gültig von 01.04.2012 bis 20.03.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2012
  10. EStG 1988 § 20 gültig von 01.04.2012 bis 31.03.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 76/2011
  11. EStG 1988 § 20 gültig von 01.04.2012 bis 01.08.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  12. EStG 1988 § 20 gültig von 02.08.2011 bis 31.03.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 76/2011
  13. EStG 1988 § 20 gültig von 18.06.2009 bis 01.08.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  14. EStG 1988 § 20 gültig von 31.12.2005 bis 17.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 161/2005
  15. EStG 1988 § 20 gültig von 05.06.2004 bis 30.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2004
  16. EStG 1988 § 20 gültig von 21.08.2003 bis 04.06.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  17. EStG 1988 § 20 gültig von 15.07.1999 bis 20.08.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 106/1999
  18. EStG 1988 § 20 gültig von 13.01.1999 bis 14.07.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 28/1999
  19. EStG 1988 § 20 gültig von 01.01.1999 bis 12.01.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 79/1998
  20. EStG 1988 § 20 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 128/1997
  21. EStG 1988 § 20 gültig von 01.05.1996 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  22. EStG 1988 § 20 gültig von 05.05.1995 bis 30.04.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 297/1995
  23. EStG 1988 § 20 gültig von 01.01.1995 bis 04.05.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 21/1995
  24. EStG 1988 § 20 gültig von 27.08.1994 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 681/1994
  25. EStG 1988 § 20 gültig von 01.12.1993 bis 26.08.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 818/1993
  26. EStG 1988 § 20 gültig von 30.07.1988 bis 30.11.1993

Beachte

Miterledigung (miterledigt bzw zur gemeinsamen Entscheidung verbunden): 97/15/0080

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Pokorny und die Hofräte Dr. Sulyok, Dr. Fuchs, Dr. Zorn und Dr. Robl als Richter, im Beisein der Schriftführerin Mag. Zeller, über die Beschwerde des F S in S, vertreten durch Dr. Peter Eigenthaler, Rechtsanwalt in 3180 Lilienfeld, Babenbergerstraße 30/2, gegen die Bescheide der Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland 1. vom 21. März 1997, Zl. GA 8 - 1753/96, betreffend Einkommensteuer 1994, und 2. vom 21. März 1997, Zl. GA 8 - 1753/1/96, betreffend Einkommensteuer 1995, zu Recht erkannt:

Spruch

Die angefochtenen Bescheide werden wegen Rechtswidrigkeit ihres Inhaltes aufgehoben.

Der Bund hat dem Beschwerdeführer Aufwendungen in der Höhe von 25.480 S binnen zwei Wochen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.

Begründung

Mit dem erstangefochtenen Bescheid wurde für das Jahr 1994, mit dem zweitangefochtenen Bescheid für das Jahr 1995 gegenüber dem Beschwerdeführer - er erzielte Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit als Sozialarbeiter des Landes Niederösterreich - die Einkommensteuer im Instanzenzug festgesetzt.

Über die gegen diese Bescheide erhobene Beschwerde hat der Verwaltungsgerichtshof erwogen:

Berufskleidung:

Der Beschwerdeführer machte für beide Veranlagungsjahre Ausgaben für "Dienstbekleidung" als Werbungskosten geltend. Im Außendienst als Sozialarbeiter werde die Bekleidung beschädigt, etwa weil sie in unsauberen Wohnungen verschmutzt oder von Hunden zerrissen werde. Er erhalte vom Arbeitgeber keinen Ersatz.

In den angefochtenen Bescheiden anerkannte die belangte Behörde die Aufwendungen nicht als Werbungskosten. Bei der Bekleidung des Beschwerdeführers handle es sich um bürgerliche Kleidung und sohin nicht um typische Berufsbekleidung mit einem die private Nutzung praktisch ausschließenden Uniformcharakter. Aufwendungen für bürgerliche Kleidung könnten aber nicht einkünftemindernd berücksichtigt werden.

In der Beschwerde wird vorgebracht, der Beschwerdeführer trage die Kleidung bei seiner Tätigkeit als Sozialarbeiter. Er müsse als Sozialarbeiter ein gewisses optisches Image berücksichtigen, um seinem Berufsbild gerecht zu werden.

Gemäß Paragraph 20, Absatz eins, Ziffer 2, Litera a, EStG 1988 dürfen Aufwendungen oder Ausgaben für die Lebensführung, selbst wenn sie die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringt und sie zur Förderung des Berufes oder der Tätigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen, nicht bei Ermittlung der Einkünfte in Abzug gebracht werden.

Es entspricht der ständigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes, daß Aufwendungen für bürgerliche Bekleidung nicht als Werbungskosten oder Betriebsausgaben in Abzug gebracht werden dürfen vergleiche Hofstätter/Reichel, Paragraph 20, EStG 1988, Tz 5 Stichwort "Arbeitskleidung"). Daran ändert auch nichts, wenn die Berufsausübung, etwa weil zwingend ein Anzug getragen werden muß, eine bestimmte bürgerliche Bekleidung (in ordentlichem Zustand) erfordert vergleiche das hg. Erkenntnis vom 20. Februar 1996, 92/13/0287). Zu Recht hat somit die belangte Behörde den geltend gemachten Bekleidungsaufwendungen die Anerkennung versagt.

Kilometergelder:

Der Beschwerdeführer machte für beide Veranlagungsjahre die Differenz zwischen den ihm vom Arbeitgeber gewährten Kilometergeldern und den Sätzen des Paragraph 26, Ziffer 4, EStG 1988 als Werbungskosten geltend. Er brachte vor, es seien ihm vom Finanzamt entsprechende Listen zur Ermittlung dieser Differenz ausgehändigt worden; er habe die Listen ausgefüllt und dem Finanzamt übermittelt.

Mit den angefochtenen Bescheiden versagte die belangte Behörde den genannten Differenzbeträgen die Anerkennung als Werbungskosten. Zur Begründung führt sie aus, nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes könnten neben dem Kilometergeld nicht weitere Kosten für ein Fahrzeug als Werbungskosten geltend gemacht werden.

In der Beschwerde wird vorgebracht, mit den Kilometergeldern seien die Kfz-Kosten nicht abgegolten. Der Beschwerdeführer habe - auf entsprechenden Formularen des Finanzamtes - die Differenz zwischen den ihm vom Land gewährten Kilometergeldern und den "Bundeskilometergeldern" geltend gemacht. Die belangte Behörde habe diese Differenz nicht berücksichtigt.

Der Beschwerdeführer hat bereits im Verwaltungsverfahren darauf verwiesen, daß er die Differenz zwischen den ihm vom Arbeitgeber gewährten Kilometergeldern und den Sätzen des Paragraph 26, Ziffer 4, EStG 1988 dem Finanzamt bekanntgegeben hat. Vor diesem Hintergrund müssen die Rechtsausführungen der belangten Behörde dahingehend verstanden werden, daß vom Arbeitgeber gewährte Kilometergelder, auch wenn sie unter den Sätzen des Paragraph 26, Ziffer 4, EStG 1988 liegen, der Berücksichtigung weiterer Werbungskosten aus dem Titel einer beruflichen Fahrt entgegenstünden. Damit hat die belangte Behörde aber die Rechtslage verkannt. Die belangte Behörde führt gestützt auf das hg. Erkenntnis vom 11. Mai 1993, 90/14/0008, aus, wenn ein Steuerpflichtiger das Kilometergeld in Anspruch nehme, entscheide er sich für eine grobe Schätzung und könne nicht neben den pauschalen Sätzen auch noch einzelne bestimmte Aufwendungen für das Kfz als Werbungskosten geltend machen. Sie verkennt damit, daß sich die Ausführungen im zitierten hg. Erkenntnis nicht auf einen vom Arbeitgeber bezahlten, unter dem amtlichen Kilometergeld liegenden Spesenersatz beziehen.

Pendlerpauschale:

Der Beschwerdeführer beantragte in der Berufung gegen die erstinstanzlichen Bescheide die Berücksichtigung des Pendlerpauschales. Die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte betrage 2,5 km. Auch im Vorlageantrag vom 18. Oktober 1995 sprach er die Entfernung von 2 km an.

Mit den angefochtenen Bescheiden gewährte die belangte Behörde das beantragte Pendlerpauschale nicht. Zur Begründung führte sie aus, daß die Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte weniger als 2 km betrage und aufgrund der Gehbehinderung des Beschwerdeführers ohnedies außergewöhnliche Belastungen iSd Paragraph 3, der VO Bundesgesetzblatt 675 aus 1988, anerkannt worden seien.

Ist dem Arbeitnehmer die Benützung eines Massenbeförderungsmittels zwischen Wohnung und Arbeitsstätte - zumindest hinsichtlich der halben Fahrtstrecke - nicht zumutbar, so steht ihm nach der Regelung des Paragraph 16, Absatz eins, Ziffer 6, Litera c, EStG 1988 ab einer einfachen Fahrtstrecke von 2 km ein Pendlerpauschale zu.

Der Begründung eines Bescheides muß ua zu entnehmen sein, welchen Sachverhalt die Behörde ihrer Entscheidung zugrundelegt und aus welchen Erwägungen sie gerade diesen Sachverhalt für erwiesen hält vergleiche das hg. Erkenntnis vom 28. Mai 1997, 94/13/0200). Diesen Anforderungen entsprechen die angefochtenen Bescheide hinsichtlich der Länge der Wegstrecke, die der Beschwerdeführer zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zurückzulegen hat, in keiner Weise, weil sie nicht aufzeigen, wie die belangte Behörde die Entfernung ermittelt hat. Soweit die belangte Behörde in einer alternativen Begründung die Anerkennung des Pendlerpauschales mit dem Hinweis auf die Berücksichtigung außergewöhnlicher Belastungen aufgrund der Gehbehinderung des Beschwerdeführers versagt hat, hat sie die Rechtslage verkannt: durch das Pendlerpauschale werden bestimmte beruflich veranlaßte Fahrtaufwendungen abgegolten, die in Rede stehenden außergewöhnlichen Belastungen stehen in Zusammenhang mit durch die Behinderung veranlaßten Mehraufwendungen.

Sonderausgaben:

Der Beschwerdeführer verausgabte im Jahr 1995 13.949 S aus dem Titel Wohnraumsanierung. Im zweitangefochtenen Bescheid wurde die Hälfte dieses Betrages bei Berechnung des Einkommens in Abzug gebracht.

In der Beschwerde wird vorgebracht, bei richtiger Anwendung des EStG hätte der Gesamtbetrag in Abzug gebracht werden müssen.

Aus der Regelung des Paragraph 18, Absatz 3, EStG 1988 in der Stammfassung Bundesgesetzblatt 400 aus 1988, ergibt sich, daß Ausgaben iSd Paragraph 18, Absatz eins, Ziffer 3, - hiezu zählen Ausgaben für die Wohnraumsanierung - nur zur Hälfte als Sonderausgaben abzusetzen sind. Hinsichtlich der Sonderausgaben zeigt die Beschwerde daher eine Rechtswidrigkeit nicht auf.

Außergewöhnliche Belastung:

In den angefochtenen Bescheiden berücksichtigte die belangte Behörde außergewöhnliche Belastungen aufgrund der Gehbehinderung des Beschwerdeführers (Grad der Behinderung: 70 %) mit Beträgen in Höhe von jährlich 30.192 S (Pauschbetrag nach Paragraph 35, Absatz 3, EStG 1988 und nach Paragraph 3, der VO Bundesgesetzblatt 675 aus 1988,). Aufwendungen für Schuhe und ein Bett, die der Beschwerdeführer für das Jahr 1995 geltend gemacht hatte, anerkannte die belangte Behörde deshalb nicht als außergewöhnliche Belastungen, weil der Zusammenhang mit der Behinderung nicht erwiesen sei. Bei den Schuhen handle es sich um Bergschuhe, die in einem Sportgeschäft angeschafft worden seien. Hinsichtlich des Bettes sei der Beschwerdeführer den Ausführungen des Finanzamtes, wonach die Aufwendungen nicht ein krankheitsbedingtes Spezialbett beträfen, nicht entgegengetreten.

In der Beschwerde wird vorgebracht, der Beschwerdeführer habe das Bett anschaffen müssen, weil er behinderungsbedingt Schmerzen in der Wirbelsäule verspüre. Die angekauften Sport-Bergschuhe benötige er, weil nur diese die für den Fußausgleich notwendigen Einlagen aufnehmen - ein Fuß des Beschwerdeführers sei verkürzt - und den Stoß bei jedem Schritt dämpfen könnten.

Im gegenständlichen Fall ist entscheidend, daß der Beschwerdeführer den Ausführungen in der Berufungsentscheidung, wonach es sich um kein "Spezialbett" handle, nicht entgegengetreten ist. Hat aber die Behörde in sachverhaltsmäßiger Hinsicht von einer Normalausstattung ausgehen können, hat sie, ohne den Bescheid mit Rechtswidrigkeit zu belasten, davon ausgehen dürfen, daß die Behinderung im gegebenen Zusammenhang nicht zu Mehraufwendungen geführt hat. Was die Sport-Bergschuhe anlangt, so ist mit dem Hinweis, daß diese für Einlagen geeignet seien und eine Dämpfung aufwiesen, noch nicht ein behinderungsbedingter Mehraufwand dargelegt. Ein Mehraufwand läge insoweit vor, als das vom Beschwerdeführer - für den täglichen Bedarf - benötigte Schuhwerk teuer ist als jenes, welches er bei Außerachtlassung der Behinderung anzuschaffen gehalten wäre. Es braucht sohin nicht darauf eingegangen zu werden, ob die getätigten Aufwendungen mit den anerkannten Pauschalbeträgen abgegolten wären.

Unterhalt an die Gattin:

Der Beschwerdeführer machte für beide Veranlagungsjahre Unterhaltszahlungen an die Gattin (1994: 52.000 S; 1995: 54.000 S) als außergewöhnliche Belastung iSd Paragraph 34, EStG 1988 geltend. Er sei zivilrechtlich zur Unterhaltsleistung gegenüber der Gattin, mit der er in aufrechter Ehe lebe, verpflichtet. Darin liege - im Vergleich zu einem in Lebensgemeinschaft lebenden Mann - eine außergewöhnliche Belastung.

In den angefochtenen Bescheiden versagte die belangte Behörde diesen Zahlungen die Anerkennung als außergewöhnliche Belastung. Dem Beschwerdeführer werde der Alleinverdienerabsetzbetrag gewährt. Gemäß Paragraph 34, Absatz 7, Ziffer 3, EStG 1988 seien Unterhaltszahlungen gegenüber dem Ehepartner mit dem Alleinverdienerabsetzbetrag abgegolten. Das EStG sehe eine darüberhinausgehende Absetzbarkeit der Unterhaltszahlungen nicht vor.

In der Beschwerde verweist der Beschwerdeführer auf seine Körperbehinderung und bringt vor, durch die unterlassene Berücksichtigung der Unterhaltskosten würden behinderte und nicht behinderte Personen unterschiedlich behandelt. Aufgrund der Behinderung würden dem Beschwerdeführer höhere Aufwendungen erwachsen als der Mehrzahl der anderen Steuerpflichtigen.

Gemäß Paragraph 34, Absatz 7, Ziffer 3, EStG 1988 in der Fassung Bundesgesetzblatt 312 aus 1992, sind Unterhaltsleistungen an den (Ehe)Partner durch den Alleinverdienerabsetzbetrag abgegolten.

Im Verwaltungsverfahren hat der Beschwerdeführer auf eine Reihe von Aufwendungen verwiesen, die ihm aufgrund seiner Körperbehinderung erwachsen seien. Daß der Unterhalt gegenüber der Ehegattin (eventuell hinsichtlich eines bestimmten Anteiles) im Zusammenhang mit der Behinderung stehe, ist eine Behauptung, die erstmals im verwaltungsgerichtlichen Verfahren erhoben wird und sich daher als unbeachtliche Neuerung darstellt. Aus der Beschwerdebehauptung ergibt sich zudem nicht die konkrete Gestalt dieses Zusammenhanges.

Auf der Grundlage des Sachverhaltes, von welchem der Verwaltungsgerichtshof gemäß Paragraph 41, Absatz eins, VwGG auszugehen hat, ist es jedenfalls nicht als rechtswidrig zu erkennen, daß die belangte Behörde die Unterhaltszahlungen an die Gattin angesichts des klaren Wortlautes des Paragraph 34, Absatz 7, Ziffer 3, EStG 1988 nicht als außergewöhnliche Belastung anerkannt hat.

Wie sich aus den Ausführungen zum Kilometergeld und zum Pendlerpauschale ergibt, sind die angefochtenen Bescheide mit Rechtswidrigkeit des Inhaltes belastet. Sie waren daher gemäß Paragraph 42, Absatz 2, Ziffer eins, VwGG wegen Rechtswidrigkeit ihres Inhaltes aufzuheben.

Die Kostenentscheidung gründet sich auf die Paragraphen 47, ff insbesondere Paragraph 52, Absatz eins, VwGG in Verbindung mit der VO BGBl- 416/1994. Wien, am 8. Oktober 1998

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1998:1997150079.X00

Im RIS seit

03.04.2001

Dokumentnummer

JWT_1997150079_19981008X00

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