Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 4Ob319/97h Ds3/99 Bsw37...

Gericht

OGH, AUSL EGMR

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0108834

Geschäftszahl

4Ob319/97h; Ds3/99; Bsw37928/97; 4Ob176/11b; 4Ob122/12p; 4Ob90/12g; 4Ob79/12i; 4Ob130/12i; 4Ob142/12d; Bsw16354/06; 4Ob58/16g; 4Ob241/16v; Bsw53495/09 (Bsw53649/09); 4Ob211/18k

Entscheidungsdatum

25.11.1997

Norm

ÄrzteG §25
ÄrzteG §53 Abs1
MRK Art10 Abs2 IV4f
MRK Art10 Abs2 IV4j

Rechtssatz

Nach der Rechtsprechung zu Art 10 MRK darf kommerzielle Werbung schärferen Einschränkungen unterworfen werden als (zum Beispiel) der Ausdruck politischer Ideen. § 25 ÄrzteG enthält, anders als § 25 ÄrzteG alte Fassung, kein absolutes Werbeverbot. Nur unsachliche, unwahre und das Standesansehen beeinträchtigende Informationen werden untersagt. Die Werbebeschränkung liegt nicht nur im Interesse der Ärzte, sondern vor allem im Interesse der Allgemeinheit, sich bei der Inanspruchnahme von ärztlichen Leistungen von sachlichen Erwägungen leiten zu lassen.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 319/97h
    Entscheidungstext OGH 25.11.1997 4 Ob 319/97h
  • Ds 3/99
    Entscheidungstext OGH 08.06.1999 Ds 3/99
    Vgl auch
  • Bsw 37928/97
    Entscheidungstext AUSL EGMR 17.10.2002 Bsw 37928/97
    Vgl auch; Beisatz: Die Berufspflicht der Ärzte, für die Gesundheit jedes Einzelnen und der Gemeinschaft zu sorgen, kann Verhaltensregeln rechtfertigen, einschließlich Beschränkungen ihrer Öffentlichkeitsarbeit und ihrer Teilnahme an Veröffentlichungen über berufliche Belange. Diese Verhaltensregeln gegenüber der Presse müssen abgewogen werden gegen das legitime Informationsinteresse der Öffentlichkeit und sind beschränkt auf die Sicherstellung des Funktionierens des medizinischen Berufsstandes. Sie sollten nicht in einer Weise ausgelegt werden, die Ärzten eine übermäßige Pflicht auferlegt, den Inhalt von Veröffentlichungen zu überprüfen. (Stambuk gegen Deutschland) (T1)
    Veröff: NL 2002,217
  • 4 Ob 176/11b
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 4 Ob 176/11b
    Vgl auch; Beisatz: Es bestehen weder verfassungs‑, noch unionsrechtliche Bedenken gegen Werbebeschränkungen für Ärzte. (T2) Beisatz: Hier: Werberichtlinien der Österreichischen Ärztekammer nach § 35 Abs 1 ZahnärzteG. (T3)
  • 4 Ob 122/12p
    Entscheidungstext OGH 10.07.2012 4 Ob 122/12p
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3; Beisatz: Werbebeschränkungen für Ärzte sind nicht nur aus Gründen des Gesundheitsschutzes zulässig, sondern auch zum Schutz sonstiger Interessen. (T4)
  • 4 Ob 90/12g
    Entscheidungstext OGH 10.07.2012 4 Ob 90/12g
    Vgl auch; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 4 Ob 79/12i
    Entscheidungstext OGH 02.08.2012 4 Ob 79/12i
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 4 Ob 130/12i
    Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 130/12i
    Vgl auch; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 4 Ob 142/12d
    Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 142/12d
    Vgl auch; Beis wie T2; Beis wie T3
  • Bsw 16354/06
    Entscheidungstext AUSL EGMR 13.07.2012 Bsw 16354/06
    Vgl; nur: Nach der Rechtsprechung zu Art 10 MRK darf kommerzielle Werbung schärferen Einschränkungen unterworfen werden als (zum Beispiel) der Ausdruck politischer Ideen. (T5)
    Veröff: NL 2012,243
  • 4 Ob 58/16g
    Entscheidungstext OGH 24.05.2016 4 Ob 58/16g
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 4 Ob 241/16v
    Entscheidungstext OGH 28.03.2017 4 Ob 241/16v
    Auch
  • Bsw 53495/09
    Entscheidungstext AUSL_EGMR 19.02.2015 Bsw 53495/09
    Auch; nur T5; Veröff: NL 2015,53
  • 4 Ob 211/18k
    Entscheidungstext OGH 26.03.2019 4 Ob 211/18k
    Beis wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0108834

Im RIS seit

25.12.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.05.2019

Dokumentnummer

JJR_19971125_OGH0002_0040OB00319_97H0000_004