Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 4Ob114/88 4Ob162/89 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0078308

Geschäftszahl

4Ob114/88; 4Ob162/89; 4Ob118/90; 4Ob154/90; 4Ob153/90; 4Ob36/91; 4Ob10/92; 4Ob58/92; 4Ob1/94; 4Ob30/94; 4Ob314/97y; 4Ob296/99d; 4Ob237/00g; 4Ob89/03x; 4Ob116/06x; 4Ob105/06d; 4Ob127/08t; 4Ob39/10d; 4Ob100/10z; 4Ob209/14k; 4Ob177/18k

Entscheidungsdatum

07.02.1989

Norm

UWG §1 D1c
UWG §1 D2d
UWG §7 C

Rechtssatz

Eine objektiver Nachprüfung entzogene, mit Schlagworten operierende - und deshalb dem Wahrheitsbeweis entzogene - Pauschalabwertung eines Konkurrenten, die den Boden einer sachlichen Aufklärung des Publikums verlässt, verstößt deshalb gegen § 1 UWG.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 114/88
    Entscheidungstext OGH 07.02.1989 4 Ob 114/88
    Veröff: SZ 62/20 = MR 1989,61
  • 4 Ob 162/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 4 Ob 162/89
    Vgl auch; Veröff: SZ 62/208
  • 4 Ob 118/90
    Entscheidungstext OGH 11.09.1990 4 Ob 118/90
    Auch; Veröff: MR 1991,35 = ÖBl 1991,64
  • 4 Ob 154/90
    Entscheidungstext OGH 20.11.1990 4 Ob 154/90
    Vgl auch; Beisatz: Ähnlich wie bei Werbevergleichen - die Beklagten haben die Nachteile des Kaufes bei "fliegenden Händlern" mit den Vorzügen des Fachhandels verglichen -, wäre die wettbewerbswidrige Warnung nur dann sachlich und informativ gewesen, wenn die Werbenden dem Publikum alle wesentlichen Umstände mitgeteilt hätten, die für die ausgesprochene Warnung maßgebend waren. (T1)
  • 4 Ob 153/90
    Entscheidungstext OGH 04.12.1990 4 Ob 153/90
    Auch; Beisatz: Kein Verstoß gegen das verfassungsgesetzlich verankerte Recht der freien Meinungsäußerung. (T2) Veröff: JBl 1991,390 (Pfersmann) = MR 1991,159
  • 4 Ob 36/91
    Entscheidungstext OGH 28.05.1991 4 Ob 36/91
    Beis wie T2; Veröff: ÖBl 1991,87 = MR 1992,35
  • 4 Ob 10/92
    Entscheidungstext OGH 16.06.1992 4 Ob 10/92
    Vgl auch; Beisatz: Eine wahrheitsgemäße geschäftsschädigende Behauptung ist dann zulässig, wenn der Wettbewerber hinreichenden Anlass hat, den eigenen Wettbewerb mit der Herabsetzung des Mitbewerbers zu verbinden, und sich die Kritik nach Art und Maß im Rahmen des Erforderlichen hält. (T3) Veröff: WBl 1992,410
  • 4 Ob 58/92
    Entscheidungstext OGH 14.07.1992 4 Ob 58/92
    Auch; Veröff: ÖBl 1992,210
  • 4 Ob 1/94
    Entscheidungstext OGH 15.02.1994 4 Ob 1/94
    Auch; Beisatz: Hier: Götz-Zitat für Konkurrenten. (T4)
  • 4 Ob 30/94
    Entscheidungstext OGH 14.12.1993 4 Ob 30/94
    Beis wie T3; Beisatz: Die Behauptungen sind, weil sittenwidrig, ohne Rücksicht auf ihren Wahrheitsgehalt unzulässig. "Hauszustellung einer Zeitung". (T5)
  • 4 Ob 314/97y
    Entscheidungstext OGH 19.12.1997 4 Ob 314/97y
    Vgl auch
  • 4 Ob 296/99d
    Entscheidungstext OGH 14.12.1999 4 Ob 296/99d
    Auch
  • 4 Ob 237/00g
    Entscheidungstext OGH 24.10.2000 4 Ob 237/00g
    Vgl auch
  • 4 Ob 89/03x
    Entscheidungstext OGH 24.06.2003 4 Ob 89/03x
    Vgl auch; Beisatz: Die Aussagen, andere Optiker würden das Komplettbrillenkonzept der Beklagten schlecht machen, in Betrieben von herkömmlichen Optikern werde eine Handelsspanne von 717 % erzielt, sind als mit Schlagworten operierende Pauschalabwertung von Konkurrenten zu beurteilen, die nicht unter § 7 UWG, sondern unter § 1 UWG fallen. Die Abgrenzung erfolgt nicht nach der Zulässigkeit eines Wahrheitsbeweises, sondern danach, ob - etwa durch Pauschalabwertungen, unnötiges Bloßstellen oder aggressive Tendenzen - das Sachlichkeitsgebot verletzt wird, in welchem Fall ein Verstoß gegen § 1 UWG vorliegt. (T6)
  • 4 Ob 116/06x
    Entscheidungstext OGH 09.08.2006 4 Ob 116/06x
    Auch; Beisatz: Gegen § 1 UWG verstößt, wer Mitbewerber unnötig bloßstellt oder der Lächerlichkeit preisgibt oder durch ironische Formulierungen oder aggressive Tendenzen das Sachlichkeitsgebot verletzt. (T7)
  • 4 Ob 105/06d
    Entscheidungstext OGH 28.09.2006 4 Ob 105/06d
    Auch; Beisatz: Hier: Ein Verstoß gegen § 1 UWG durch die beanstandeten Tatsachenmitteilungen wäre erst dann in Betracht zu ziehen, wenn - etwa durch Pauschalabwertungen, unnötiges Bloßstellen oder aggressive Tendenzen - das Sachlichkeitsgebot verletzt wird. Das zur Illustration einer konkreten Tatsache (Aufbau von Abhängigkeiten) verwendete Bild von den Seilbahnen am Haken ist jedoch weder aggressiv noch bloßstellend, sondern illustriert pointiert den Vorwurf der behaupteten wirtschaftlichen Abhängigkeit. (T8)
  • 4 Ob 127/08t
    Entscheidungstext OGH 23.09.2008 4 Ob 127/08t
    Beis wie T2; Beisatz: Nach § 1 UWG idF der UWG-Novelle 2007 ist die pauschale Herabsetzung von Mitbewerbern im Regelfall als unlautere Geschäftspraktik im Sinn der Generalklausel des § 1 UWG zu werten. (T9); Veröff: SZ 2008/132
  • 4 Ob 39/10d
    Entscheidungstext OGH 13.07.2010 4 Ob 39/10d
  • 4 Ob 100/10z
    Entscheidungstext OGH 05.10.2010 4 Ob 100/10z
  • 4 Ob 209/14k
    Entscheidungstext OGH 16.12.2014 4 Ob 209/14k
    Vgl; Beisatz: Hier: Vergleichende Werbung. (T10); Veröff: SZ 2014/128
  • 4 Ob 177/18k
    Entscheidungstext OGH 23.10.2018 4 Ob 177/18k
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0078308

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

03.01.2019

Dokumentnummer

JJR_19890207_OGH0002_0040OB00114_8800000_003