Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 6Ob2133/96m 6Ob60/97k 6...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0105665

Geschäftszahl

6Ob2133/96m; 6Ob60/97k; 6Ob72/98a; 6Ob153/01w; 6Ob146/01s; 6Ob143/01z; 6Ob233/01k; 6Ob14/03g; 6Ob137/04x; 4Ob26/06m; 6Ob184/04h; 9ObA142/07h; 4Ob46/09g; 6Ob40/09i; 6Ob46/08w; 6Ob196/12k; 8Ob110/12b; 6Ob170/13p; 6Ob42/14s; 4Ob210/15h; 6Ob105/17k; 6Ob20/18m; 6Ob88/18m; 6Ob30/19h

Entscheidungsdatum

10.10.1996

Norm

ABGB §1330 BI
ABGB §1330 BV

Rechtssatz

Die auf § 1330 Abs 2 ABGB gestützte Klage wäre nur im Fall einer wissentlich falschen Strafanzeige (Vorsatz des Anzeigers) berechtigt. Die vertrauliche Anzeige soll selbst bei Unwahrheit der Tatsachenmitteilung im Interesse der Allgemeinheit möglich (= nicht rechtswidrig) sein (so schon SZ 56/124). Die Beweislast für die Kenntnis der Unwahrheit und den Vorsatz des Täters trifft den Kläger.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 2133/96m
    Entscheidungstext OGH 10.10.1996 6 Ob 2133/96m
  • 6 Ob 60/97k
    Entscheidungstext OGH 19.06.1997 6 Ob 60/97k
  • 6 Ob 72/98a
    Entscheidungstext OGH 19.03.1998 6 Ob 72/98a
  • 6 Ob 153/01w
    Entscheidungstext OGH 05.07.2001 6 Ob 153/01w
    Auch
  • 6 Ob 146/01s
    Entscheidungstext OGH 05.07.2001 6 Ob 146/01s
    Auch
  • 6 Ob 143/01z
    Entscheidungstext OGH 23.08.2001 6 Ob 143/01z
    nur: Die Beweislast für die Kenntnis der Unwahrheit und den Vorsatz des Täters trifft den Kläger. (T1)
  • 6 Ob 233/01k
    Entscheidungstext OGH 13.09.2001 6 Ob 233/01k
    Auch
  • 6 Ob 14/03g
    Entscheidungstext OGH 26.06.2003 6 Ob 14/03g
    Auch
  • 6 Ob 137/04x
    Entscheidungstext OGH 08.07.2004 6 Ob 137/04x
    nur T1
  • 4 Ob 26/06m
    Entscheidungstext OGH 14.03.2006 4 Ob 26/06m
    nur T1
  • 6 Ob 184/04h
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 6 Ob 184/04h
    Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Wissentlich falsche Prozessbehauptung. (T2)
  • 9 ObA 142/07h
    Entscheidungstext OGH 28.11.2007 9 ObA 142/07h
    nur T1
  • 4 Ob 46/09g
    Entscheidungstext OGH 21.04.2009 4 Ob 46/09g
    Auch; nur T1
  • 6 Ob 40/09i
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 6 Ob 40/09i
    Auch; nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Diese Grundsätze finden keine Anwendung, wenn eine Prozesspartei nicht Behauptungen aufstellt, sondern (lediglich) den Prozessgegner bzw dessen Rechtsanwalt beschimpft (vgl in diesem Sinn 6 Ob 292/97b); insoweit sind ja weder der Wahrheitsbeweis noch der Beweis der Kenntnis der Unrichtigkeit der Äußerung denkmöglich. (T3)
  • 6 Ob 46/08w
    Entscheidungstext OGH 02.07.2009 6 Ob 46/08w
    Auch; nur T1
  • 6 Ob 196/12k
    Entscheidungstext OGH 31.01.2013 6 Ob 196/12k
    Vgl; nur T1; Beisatz: Die Erstattung von (nicht wissentlich unrichtigem) Prozessvorbringen ist nur dann nach § 1330 ABGB gerechtfertigt, wenn dieses Vorbringen nicht nur zeitlich aus Anlass bzw im Rahmen eines Verfahrens erstattet wird, sondern auch einen ‑ wenn auch großzügig zu beurteilenden - inhaltlichen Zusammenhang mit dem Verfahrensgegenstand aufweist. Vorbringen, das rechtlich unerheblich ist und auch nicht zur Illustration, Ausfüllung oder Untermauerung des rechtlich relevanten Tatsachenvortrags erstattet wird, sondern lediglich dazu dient, den Prozessgegner anzuschwärzen bzw herabzusetzen, wäre im Sinne der dargestellten Rechtsprechung nicht privilegiert. (T4)
  • 8 Ob 110/12b
    Entscheidungstext OGH 04.03.2013 8 Ob 110/12b
    Auch
  • 6 Ob 170/13p
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 6 Ob 170/13p
    Vgl; Beisatz: Hier: Behauptung eines Rechtsanwalts ein anderer Rechtsanwalt hätte ihm in einem Schreiben gewerbsmäßigen Betrug vorgeworfen. (T5)
  • 6 Ob 42/14s
    Entscheidungstext OGH 13.03.2014 6 Ob 42/14s
    Vgl auch; Beisatz: Im Allgemeinen wird von der Rechtsprechung eine grundsätzlich anzunehmende Rechtfertigung einer ehrenbeleidigenden oder kreditschädigenden Äußerung dann verneint, wenn diese wissentlich falsch ist. (T6)
    Beisatz: Hier: Rechtfertigung nach § 1330 Abs 2 dritter Satz ABGB (T7)
  • 4 Ob 210/15h
    Entscheidungstext OGH 15.12.2015 4 Ob 210/15h
    Auch
  • 6 Ob 105/17k
    Entscheidungstext OGH 07.07.2017 6 Ob 105/17k
    Vgl; Beisatz: Die Überlegungen zur Privilegierung von Parteibehauptungen, Aussagen oder Anzeigen lassen sich nicht auf außergerichtliche Auseinandersetzungen übertragen. Dabei findet nämlich kein rechtsförmiges Verfahren statt, in dessen Zuge auch die Richtigkeit der Behauptungen geklärt werden könnte. (T8)
  • 6 Ob 20/18m
    Entscheidungstext OGH 28.02.2018 6 Ob 20/18m
    Auch
  • 6 Ob 88/18m
    Entscheidungstext OGH 28.06.2018 6 Ob 88/18m
    Auch; Beis wie T3
  • 6 Ob 30/19h
    Entscheidungstext OGH 27.06.2019 6 Ob 30/19h
    Auch; nur T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1996:RS0105665

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

06.08.2019

Dokumentnummer

JJR_19961010_OGH0002_0060OB02133_96M0000_001