Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 1Ob538/57 6Ob267/58 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0039811

Geschäftszahl

1Ob538/57; 6Ob267/58; 1Ob424/61; 6Ob99/64; 7Ob199/66; 6Ob375/66; 6Ob163/66; 6Ob233/66; 4Ob348/67; 4Ob21/70; 4Ob44/70; 4Ob67/71; 1Ob103/75; 5Ob681/76; 5Ob625/76; 7Ob580/77; 3Ob524/81; 6Ob599/81; 1Ob7/83 (1Ob8/83, 1Ob9/83); 8Ob508/85; 1Ob19/87; 2Ob1524/95; 5Ob209/07g; 3Ob23/11w; 1Ob15/11d; 4Ob160/11z; 5Ob49/12k; 1Ob212/13b; 2Ob119/13h; 8Ob134/17i; 9Ob19/18m

Entscheidungsdatum

20.11.1957

Norm

JN §42 Abs3 Ac
ZPO §240 Abs3 CIb

Rechtssatz

Von einer bindenden Wirkung kann nur dann gesprochen werden, wenn eine ausdrückliche Entscheidung, ein Beschluss, über die, wenn auch von Amts wegen aufgeworfene Frage des Bestehens eines Prozesshindernisses vorliegt. Trifft dies nicht zu, hat das Gericht zu den von Amts wegen aufgeworfenen Fragen des Vorliegens eines Prozesshindernisses nur in den Gründen in verneinender Hinsicht Stellung genommen, dann kann von einer bindenden Entscheidung, die anfechtbar ist und angefochten wird, nicht gesprochen werden.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 538/57
    Entscheidungstext OGH 20.11.1957 1 Ob 538/57
  • 6 Ob 267/58
    Entscheidungstext OGH 22.10.1958 6 Ob 267/58
  • 1 Ob 424/61
    Entscheidungstext OGH 29.11.1961 1 Ob 424/61
    Veröff: JBl 1962,315 (mit Glosse von Novak)
  • 6 Ob 99/64
    Entscheidungstext OGH 15.10.1964 6 Ob 99/64
    Veröff: JBl 1965,469
  • 7 Ob 199/66
    Entscheidungstext OGH 30.11.1966 7 Ob 199/66
  • 6 Ob 375/66
    Entscheidungstext OGH 21.12.1966 6 Ob 375/66
  • 6 Ob 163/66
    Entscheidungstext OGH 21.12.1966 6 Ob 163/66
    Beisatz: Vgl aber die zum Judikat 63 neu angeführten Entscheidungen. (T1)
  • 6 Ob 233/66
    Entscheidungstext OGH 30.12.1966 6 Ob 233/66
  • 4 Ob 348/67
    Entscheidungstext OGH 19.12.1967 4 Ob 348/67
    Veröff: ÖBl 1968,61
  • 4 Ob 21/70
    Entscheidungstext OGH 28.04.1970 4 Ob 21/70
    Veröff: IndS 1971 H5-6,804 = Arb 8761 = SozM VIIA,21
  • 4 Ob 44/70
    Entscheidungstext OGH 09.06.1970 4 Ob 44/70
    Veröff: Arb 8786
  • 4 Ob 67/71
    Entscheidungstext OGH 21.09.1971 4 Ob 67/71
    Beisatz: Von einer Bindungswirkung kann umso weniger die Rede sein, wenn sich die Untergerichte mit der Frage der Zulässigkeit des Rechtsweges nicht ausdrücklich befasst, sondern sie offenbar vorausgesetzt haben. (T2) Veröff: Arb 8901 = SozM IA/d,973 = IndS 1973 H9-10,886
  • 1 Ob 103/75
    Entscheidungstext OGH 02.07.1975 1 Ob 103/75
    Vgl auch; Beisatz: Die Auffassung darüber, ob die übereinstimmende Bejahung einer Prozessvoraussetzung durch die Untergerichte, die sich nur aus den Entscheidungsgründen ergibt, den OGH bindet, gehen auseinander. Jedenfalls aber kann die nur in den Gründen der Entscheidungen von Untergerichte geschehene Bejahung der Parteifähigkeit eines Gebildes, die nicht einmal darauf Bedacht nimmt, ob es einen gesetzlichen Vertreter hat, den OGH nicht binden. (T3) Veröff: SZ 48/76 = EvBl 1976/81 S 155
  • 5 Ob 681/76
    Entscheidungstext OGH 02.11.1976 5 Ob 681/76
    Veröff: SZ 49/126 = EvBl 1977/120 S 271
  • 5 Ob 625/76
    Entscheidungstext OGH 02.11.1976 5 Ob 625/76
  • 7 Ob 580/77
    Entscheidungstext OGH 02.06.1977 7 Ob 580/77
  • 3 Ob 524/81
    Entscheidungstext OGH 08.07.1981 3 Ob 524/81
  • 6 Ob 599/81
    Entscheidungstext OGH 16.12.1981 6 Ob 599/81
    Vgl aber; Veröff: SZ 54/190 = RZ 1982/55 S 199
  • 1 Ob 7/83
    Entscheidungstext OGH 27.04.1983 1 Ob 7/83
    Abweichend
  • 8 Ob 508/85
    Entscheidungstext OGH 10.07.1985 8 Ob 508/85
    Abweichend
  • 1 Ob 19/87
    Entscheidungstext OGH 26.05.1987 1 Ob 19/87
    Abweichend; Beisatz: Da eine den OGH bindende Entscheidung der Vorinstanzen vorliegt, wenn die Frage des Vorliegens des Prozesshindernisses von den Vorinstanzen übereinstimmend, wenn auch nur in den Gründen der Entscheidung, verneint wurde. (T4)
  • 2 Ob 1524/95
    Entscheidungstext OGH 24.08.1995 2 Ob 1524/95
    Gegenteilig; Beis wie T4
  • 5 Ob 209/07g
    Entscheidungstext OGH 05.02.2008 5 Ob 209/07g
    Vgl aber; Beis ähnlich wie T2; Beisatz: Es entspricht einer Linie der Rechtsprechung, dass eine bloß implizite Bejahung der Rechtswegzulässigkeit, etwa durch meritorische Behandlung eines Begehrens, für eine bindende Bejahung der Zulässigkeit des (hier: außerstreitigen) Rechtswegs nicht ausreicht. (T5)
  • 3 Ob 23/11w
    Entscheidungstext OGH 13.04.2011 3 Ob 23/11w
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 1 Ob 15/11d
    Entscheidungstext OGH 31.03.2011 1 Ob 15/11d
    Gegenteilig; Veröff: SZ 2011/43
  • 4 Ob 160/11z
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 4 Ob 160/11z
    Vgl aber; Beis ähnlich wie T2; Beis ähnlich wie T4; Beis ähnlich wie T5; Veröff: SZ 2011/151
  • 5 Ob 49/12k
    Entscheidungstext OGH 16.05.2012 5 Ob 49/12k
    Auch; Beis wie T4
  • 1 Ob 212/13b
    Entscheidungstext OGH 23.01.2014 1 Ob 212/13b
    Vgl; Beis wie T2
  • 2 Ob 119/13h
    Entscheidungstext OGH 13.02.2014 2 Ob 119/13h
    Vgl; Beisatz: Hier: Rechtskräftiger Beschluss des Rekursgerichts über Zulässigkeit des streitigen Rechtswegs. (T6)
  • 8 Ob 134/17i
    Entscheidungstext OGH 29.11.2017 8 Ob 134/17i
    Vgl; Beis wie T5; nur: Eine bloß implizite Bejahung der Rechtswegszulässigkeit durch meritorische Behandlung reicht für die bindende Bejahung der Zulässigkeit des streitigen Rechtswegs nicht aus. (T7)
  • 9 Ob 19/18m
    Entscheidungstext OGH 25.04.2018 9 Ob 19/18m
    Abweichend; Beisatz: Nach nunmehr ständiger Rechtsprechung ist für eine bindende Entscheidung über eine Prozessvoraussetzung iSd § 42 Abs 3 JN nicht erforderlich, dass das Gericht über ihr Vorliegen ausdrücklich und spruchgemäß entschieden hat. (T8)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1957:RS0039811

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

20.06.2018

Dokumentnummer

JJR_19571120_OGH0002_0010OB00538_5700000_001