Erlässe der Bundesministerien

ERL_BKA_20111202_924_341_0001_III_2_2011

Bundesministerium

Bundeskanzleramt

Genehmigungsdatum

02.12.2011

Abteilung

Sektion III

Typ

Rundschreiben

Geschäftszahl

GZ 924.341/0001-III/2/2011

Titel

Neuregelung der Vergütungen für Vortrags- und Prüfungstätigkeit im Rahmen der dienstlichen Aus- und Weiterbildung im Sinne des § 24 Abs. 1 BDG 1979 (Nebentätigkeitsvergütung gemäß § 25 Abs. 1 GehG)

Text

Original (PDF)

 

Neuregelung der Vergütungen für Vortrags- und Prüfungstätigkeit im Rahmen der dienstlichen Aus- und Weiterbildung im Sinne des § 24 Abs. 1 BDG 1979 (Nebentätigkeitsvergütung gemäß § 25 Abs. 1 GehG)

 

 

A. Vortragstätigkeit

 

Das Bundeskanzleramt stimmt in Abänderung des Rundschreibens vom 26. November 2003, GZ 942.341/2-III/2/03 zu, dass die Vergütungen für Vortragstätigkeit im Rahmen der dienstlichen Aus- und Weiterbildung (Nebentätigkeitsvergütungen gemäß § 25 Abs. 1 GehG) einheitlich je Unterrichtsstunde à 50 min mit folgenden Beträgen neu bemessen werden:

 

Vortragende aller Verwendungsgruppen erhalten einen

Sockelbetrag in Höhe von 35 €

 

Diesem Sockelbetrag können einzeln oder kumulativ die folgenden Zuschläge hinzugerechnet werden:

 

1. Akademische Ausbildung              5 €

(für Vortragende mit abgeschlossenem Universitäts- oder Fachhochschulstudium oder einer vergleichbaren Ausbildung)

 

2. Fachpublikum                        5 €

(für Vorträge vor Fachpublikum, die nicht bloß der Vermittlung von Basiskenntnissen dienen)

 

3. Vortragsbonus                       5 €

(für Vorträge mit besonders starkem Anpassungsbedarf und/oder hohem zeitlichem oder pädagogischem Nebenaufwand)

 

4. Außerberufliche Fachkompetenz       3 €

(für Vorträge außerhalb der arbeitsplatzspezifischen Fachkompetenz)

 

Durch diese Vergütungen werden sowohl die Vortragstätigkeit selbst, als auch die Vorbereitungszeiten und die Vorbereitungsarbeiten abgegolten.

 

Alternativ, wenn die Vortragstätigkeit selbst innerhalb und lediglich die Vorbereitungszeiten und die Vorbereitungsarbeiten außerhalb der Dienstzeit erfolgen, erhalten Vortragende aller Verwendungsgruppen einen Fixbetrag

in Höhe von 22 €

Für Unterrichtsstunden mit geringerer Minutenzahl als 50 sind die Ansätze entsprechend zu aliquotieren.

 

Wenn in besonderen Fällen die Vermittlung von Wissen oder Fertigkeiten durch mehr als einen Vortragenden erfolgt, gebührt bei zwei Vortragenden für jeden Vortragenden 80% des jeweiligen Stundensatzes und bei drei Vortragenden für jeden Vortragenden 70% des jeweiligen Stundensatzes.

 

Diese Vergütungen sind für jene Bedienstete vorgesehen, welche die Vortragstätigkeit ohne unmittelbaren Zusammenhang der ihnen obliegenden dienstlichen Aufgaben ausüben (§ 25 Abs. 1a GehG).

 

Die Festsetzung von Vergütungen kommt daher dann nicht in Betracht, wenn Bedienstete einer Schule, Akademie oder Ausbildungsstelle zur Dienstleistung zugewiesen sind und ihre Dienstleistung im Wesentlichen in der Unterrichtserteilung und Vortragstätigkeit besteht.

 

B. Prüfungstätigkeit

 

Weiters stimmt das Bundeskanzleramt zu, dass die Vergütungen für Prüfungstätigkeiten im Rahmen der dienstlichen Aus- und Weiterbildung, unabhängig von der besoldungsrechtlichen Einstufung der KandidatInnen, nach § 25 Abs. 1 GehG wie folgt neu bemessen werden:

 

für eine mündliche Prüfung           13 € je KandidatIn

 

für eine einstündige schriftliche

Klausurarbeit                        15 € je KandidatIn

 

für eine zweistündige schriftliche

Klausurarbeit                        30 € je KandidatIn

 

für eine drei- oder mehrstündige

schriftliche Klausurarbeit           43 € je KandidatIn

 

für die Beurteilung einer schriftlichen Hausarbeit, einer schriftlichen gemeinsamen Team-(Gruppen-) arbeit oder einer Projektarbeit bis zu 20 Seiten (ca. 40.000 Zeichen) 30 €

 

für die Beurteilung einer schriftlichen Hausarbeit, einer schriftlichen gemeinsamen Team-(Gruppen-) arbeit oder einer Projektarbeit ab 21 Seiten (mehr als 40.000 Zeichen) 43 €.

 

Durch die Abgeltungssätze für mündliche Prüfungen gelten auch die Vorbereitung und die Ausarbeitung der Prüfungsfragen als abgegolten.

 

Durch die Abgeltungssätze für schriftliche Klausurarbeiten gelten auch die Vorbereitung, die Ausarbeitung der Prüfungsthemen und die Korrektur als abgegolten.

 

C. Skriptenerstellung

 

Die Vergütungsregelungen für die Ausarbeitung und Änderung von Lehrbehelfen (Skripten) sollen künftig unter Zuhilfenahme der technischen Möglichkeiten (Wordfunktion: Extras – Wörter zählen…) transparent gestaltet werden.

 

Als maximaler Richtwert wird daher ein Betrag von 12 € je 1.000 Zeichen (ohne Leerzeichen) einer systematischen Darstellung eines Wissensgebietes unter Beachtung didaktischer Grundsätze festgelegt.

 

Reine Vorlesungs- oder Vortragsmanuskripte, die von den Vortragenden zur Verfügung gestellt werden bzw. die Wiedergabe von Rechts- und sonstigen Vorschriften, können dabei nicht als eigenes Skriptum angesehen werden. Die Beistellung derartiger Unterlagen gilt bereits mit dem Vortragshonorar lt. Abschnitt A als abgegolten.

 

D. Vertragsbedienstete

 

Wird bei Vertragsbediensteten eine sondervertragliche Zusatzvereinbarung zum Dienstvertrag (§ 36 VBG 1948) abgeschlossen, die eine Honorierung der in den Abschnitten A bis C behandelten Leistungen zum Gegenstand hat, so erteilt die Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst die generelle Genehmigung zum Abschluss dieser Sonderverträge, wenn dabei die Vergütungssätze dieses Rundschreibens nicht überschritten werden.

 

G. Wirksamkeitsbeginn

 

Diese Neuregelungen gelten für die Zeit ab 1. Jänner 2012.

Zuletzt aktualisiert am

01.06.2012

Dokumentnummer

ERL_BKA_20111202_924_341_0001_III_2_2011