Erlässe der Bundesministerien

ERL_BKA_20031126_924_341_2_III_2_2003

Bundesministerium

Bundeskanzleramt

Genehmigungsdatum

26.11.2003

Abteilung

Sektion III

Typ

Rundschreiben

Geschäftszahl

GZ 924.341/2-III/2/2003

Titel

Neuregelung der Vergütungen für Vortrags- und Prüfungstätigkeit im Rahmen der dienstlichen Aus- und Weiterbildung im Sinne des § 24 Abs. 1 BDG 1979 (Nebentätigkeitsvergütung gemäß § 25 Abs. 1 GehG)

Text

Original (PDF)

 

 

Betr.: Neuregelung der Vergütungen für Vortrags- und Prüfungstätigkeit im Rahmen der dienstlichen Aus- und Weiterbildung im Sinne des § 24 Abs. 1 BDG 1979 (Nebentätigkeitsvergütung gemäß § 25 Abs. 1 GehG)

 

 

A. Vortragstätigkeit

 

Das Bundeskanzleramt stimmt in Abänderung des Rundschreibens des Bundesministeriums für Finanzen vom 30. März 1998, GZ 942.341/3-VII/4/98, zu, dass die Vergütungen für die Vortragstätigkeit im Rahmen der dienstlichen Aus- und Weiterbildung (Nebentätigkeitsvergütungen gemäß § 25 Abs. 1 GehG) unabhängig von der besoldungsrechtlichen Einstufung der Teilnehmer, vor denen der Vortrag gehalten wird, einheitlich je Unterrichtsstunde à 50 min mit folgenden Bandbreiten neu bemessen werden:

 

Vortragende der Verw.Gr. A 1 (A)

und A 2 (B)                               30 € bis 45 €

Vortragende der Verw.Gr. A 3 (C) sowie

A 4 und A 5 (D                            20 € bis 35 €

 

Zur Ermittlung des individuellen Stundensatzes innerhalb der Bandbreiten werden folgende Zuschlagskriterien festgelegt, welche einzeln oder kumulativ zum jeweiligen Bandbreiten-Unterwert aufgeschlagen werden können:

 

Hoher Vorbereitungsaufwand                   bis zu 5 €

(bei hoher Einstufung des Zielpublikums, besonders schwierigem Lehrinhalt, erforderliche Spezialausbildung)

 

Besondere Präsentations- und

Informationsunterstützung                    bis zu 5 €

(aktuelle und übersichtliche Handouts, Powerpoint

-Präsentationen u.ä.)

 

Einzelvortragsbonus                          bis zu 5 €

(für ein- bis dreimaligen Vortrag pro Jahr bzw.

bei besonders starkem inhaltlichen Anpassungsbedarf)

 

Kurzvortragsbonus                            bis zu 5 €

(für Vorträge bis zu drei Stunden für den im Verhältnis zur Vortragszeit hohen zeitlichen Nebenaufwand)

 

Außerberufliche Fachkompetenz                bis zu 3 €

(für Vorträge außerhalb der arbeitsplatzspezifischen Fachkompetenz)

 

Der jeweilige Bandbreiten-Oberwert stellt dabei den höchstmöglichen Vergütungssatz dar.

Für Unterrichtsstunden mit geringerer Minutenzahl sind die Ansätze entsprechend zu aliquotieren.

 

Durch die Überlappung der Bandbreiten ist es auch möglich, in besonderen Fällen einen einheitlichen Stundensatz für alle Vortragenden der Verw.Gr. A 1 (A) bis A 5 (D) zu wählen.

 

Wenn in besonderen Fällen die Vermittlung von Wissen oder Fertigkeiten durch mehr als einen Vortragenden erfolgt, gebührt

bei zwei Vortragenden für jeden Vortragenden 80 v.H. des jeweiligen Stundensatzes und

bei drei Vortragenden für jeden Vortragenden 70 v.H. des jeweiligen Stundensatzes.

 

Durch diese Vergütungen werden sowohl die Vortragstätigkeiten selbst als auch die Vorbereitungszeiten und die Vorbereitungsarbeiten abgegolten.

 

Diese Vergütungen sind für jene Bedienstete vorgesehen, welche die Vortragstätigkeit ohne unmittelbaren Zusammenhang und nicht anstelle der ihnen obliegenden dienstlichen Aufgaben ausüben (§ 25 Abs. 1a GehG).

 

Die Festsetzung von Vergütungen kommt daher dann nicht in Betracht, wenn Bedienstete einer Schule, Akademie oder Ausbildungsstelle zur Dienstleistung zugewiesen sind und ihre Dienstleistung im Wesentlichen in der Unterrichtserteilung und Vortragstätigkeit besteht.

 

 

B. Prüfungstätigkeit

 

Weiters stimmt das Bundeskanzleramt zu, dass die Vergütungen für Prüfungstätigkeiten im Rahmen der dienstlichen Aus- und Weiterbildung, unabhängig von der besoldungsrechtlichen Einstufung der Kandidaten, nach § 25 Abs. 1 GehG wie folgt neu bemessen werden:

 

1. Prüfer der Verw.Gr. A 1 (A) und A 2 (B)

 

für eine mündliche Prüfung             12 € je Kandidat

für eine einstündige schriftliche

Klausurarbeit                          14 € je Kandidat

für eine zweistündige schriftliche

Klausurarbeit                          28 € je Kandidat

für eine drei- oder mehrstündige schriftliche

Klausurarbeit                          40 € je Kandidat

für die Beurteilung einer schriftlichen Hausarbeit, einer schriftlichen gemeinsamen Team-(Gruppen-)arbeit oder einer Projektarbeit: 40 €.

 

2. Prüfer der Verw.Gr. A 3 (C) sowie A 4 und A 5 (D)

 

für eine mündliche Prüfung               9 € je Kandidat

für eine einstündige schriftliche

Klausurarbeit                           10 € je Kandidat

für eine zweistündige schriftliche

Klausurarbeit                           20 € je Kandidat

für eine drei- oder mehrstündige schriftliche

Klausurarbeit                           30 € je Kandidat

für die Beurteilung einer schriftlichen Hausarbeit, einer schriftlichen gemeinsamen Team-(Gruppen-)arbeit oder einer Projektarbeit: 30 €.

 

Durch die Abgeltungssätze für mündliche Prüfungen gelten auch die Vorbereitung und die Ausarbeitung der Prüfungsfragen als abgegolten.

 

Durch die Abgeltungssätze für schriftliche Klausurarbeiten gelten auch die Vorbereitung, die Ausarbeitung der Prüfungsthemen und die Korrektur als abgegolten.

 

 

C. weiterer Anwendungsbereich

 

Die in den vorstehenden Abschnitten für Beamte des Allgemeinen Verwaltungsdienstes (der Allgemeinen Verwaltung) festgesetzten Vergütungen gelten auch für Beamte jeweils vergleichbarer Besoldungsgruppen.

 

 

D. Skriptenerstellung

 

Die bisherigen Vergütungsregelungen für die Ausarbeitung und Änderung von Lehrbehelfen (Skripten) sind weder zeitgemäß noch nehmen sie auf die fortgeschrittene IT-Entwicklung Rücksicht.

 

Als maximaler Richtwert wird daher ein Betrag von 23 € je Textseite (35 Zeilen á 65 Zeichen) einer systematischen Darstellung eines Wissensgebietes unter Beachtung didaktischer Grundsätze festgelegt.

 

Reine Vorlesungs- oder Vortragsmanuskripte, die vom Vortragenden zur Verfügung gestellt werden bzw. die Wiedergabe von Rechts- und sonstigen Vorschriften, können dabei nicht als eigenes Skriptum angesehen werden. Die Beistellung derartiger Unterlagen gilt bereits mit dem Vortragshonorar lt. Abschnitt A als abgegolten.

 

 

E. Vertragsbedienstete

 

Wird bei Vertragsbediensteten eine sondervertragliche Zusatzvereinbarung zum Dienstvertrag (§ 36 VBG 1948) abgeschlossen, die eine Honorierung der in den Abschnitten A bis D behandelten Leistungen zum Gegenstand hat, so erteilt der Bundeskanzler die generelle Genehmigung zum Abschluss dieser Sonderverträge, wenn dabei die Vergütungssätze dieses Rundschreibens nicht überschritten werden.

 

 

G. Wirksamkeitsbeginn

 

Diese Neuregelungen gelten für die Zeit ab 1. Jänner 2004.

Zuletzt aktualisiert am

30.03.2012

Dokumentnummer

ERL_BKA_20031126_924_341_2_III_2_2003