Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 4Ob139/59 4Ob79/74 4Ob1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0043295

Geschäftszahl

4Ob139/59; 4Ob79/74; 4Ob13/81; 4Ob143/81 (4Ob144/81); 9ObA97/87; 9ObA113/89; 9ObA257/89; 9ObA11/91; 9ObA365/53; 8ObS3/94; 8ObA279/94; 9ObA100/95; 9ObA295/00y; 9ObA79/04i; 8ObA87/05k; 9ObA59/06a; 9ObA79/07v; 8ObA16/09z; 9ObA154/09a; 8ObA22/10h; 9ObA22/11t; 9ObA159/11i; 9ObA124/12v; 9ObA8/14p; 9ObA12/15b; 9ObA25/16s; 9ObA27/17m; 9ObA44/17m; 8ObA7/17p

Entscheidungsdatum

09.02.1960

Norm

AngG §8 Abs1
AngG §23 Abs1 IC
AngG §29
AngG §36 Abs2

Rechtssatz

Bei der Berechnung des Entgeltes nach § 8 AngG und bei der Bemessung der Abfertigung ist der Monatsdurchschnitt des letzten Jahres heranzuziehen, wenn die Monatsentgelte Schwankungen unterliegen.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 139/59
    Entscheidungstext OGH 09.02.1960 4 Ob 139/59
    Veröff: Arb 7170 = JBl 1960,613
  • 4 Ob 79/74
    Entscheidungstext OGH 18.02.1975 4 Ob 79/74
    Veröff: EvBl 1975/239 S 525 = Arb 9321 = DRdA 1976,253 (Klein) = SozM IA/e,1121
  • 4 Ob 13/81
    Entscheidungstext OGH 17.02.1981 4 Ob 13/81
    Ähnlich; Beisatz: Es kommt auf den Durchschnittsverdienst an. (T1) Veröff: Arb 9942
  • 4 Ob 143/81
    Entscheidungstext OGH 14.12.1982 4 Ob 143/81
    Beisatz: Dies gilt auch für die Berechnung der Höhe der Kündigungsentschädigung nach § 29 Abs 1 AngG. (T2)
  • 9 ObA 97/87
    Entscheidungstext OGH 18.11.1987 9 ObA 97/87
    Vgl auch; Veröff: ZAS 1988/13 S 121 (Andexlinger/Spitzl)
  • 9 ObA 113/89
    Entscheidungstext OGH 12.07.1989 9 ObA 113/89
    Auch; Beisatz: Wurden die Überstunden daher regelmäßiger Bestandteil des Entgelts der Klägerin, sind sie in rückschauender Betrachtung auch für die Höhe der Abfertigung und für die Bemessung des Ersatzanspruches der Kündigungsentschädigung zu berücksichtigen. (T3)
  • 9 ObA 257/89
    Entscheidungstext OGH 27.09.1989 9 ObA 257/89
    Auch; Beis wie T3
  • 9 ObA 11/91
    Entscheidungstext OGH 13.02.1991 9 ObA 11/91
    Auch; Beisatz: § 48 ASGG (T4)
  • 9 ObA 365/53
    Entscheidungstext OGH 26.01.1994 9 ObA 365/53
  • 8 ObS 3/94
    Entscheidungstext OGH 13.04.1994 8 ObS 3/94
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 8 ObA 279/94
    Entscheidungstext OGH 27.10.1994 8 ObA 279/94
    Auch; Beisatz: Zuzüglich der auch in größeren Abschnitten oder nur einmal im Jahr zur Auszahlung gelangenden Aushilfen, Remunerationen, Zulagen usw. (T5)
  • 9 ObA 100/95
    Entscheidungstext OGH 28.06.1995 9 ObA 100/95
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T5
  • 9 ObA 295/00y
    Entscheidungstext OGH 07.06.2001 9 ObA 295/00y
  • 9 ObA 79/04i
    Entscheidungstext OGH 15.12.2004 9 ObA 79/04i
    Ähnlich; Beis wie T1
  • 8 ObA 87/05k
    Entscheidungstext OGH 30.03.2006 8 ObA 87/05k
    Vgl auch
  • 9 ObA 59/06a
    Entscheidungstext OGH 27.09.2006 9 ObA 59/06a
    Auch; Beisatz: Bei der Bemessung ist grundsätzlich ein Beobachtungszeitraum von 12 Monaten zu wählen und der monatliche Durchschnittswert für die Bemessungsgrundlage anzusetzen. (T6)
  • 9 ObA 79/07v
    Entscheidungstext OGH 08.08.2007 9 ObA 79/07v
    Auch; Beis wie T6
  • 8 ObA 16/09z
    Entscheidungstext OGH 02.04.2009 8 ObA 16/09z
    Auch; Beisatz: Nach § 23 Abs 1 AngG stellt das für den letzten Monat des Dienstverhältnisses gebührende Entgelt die Basis der Berechnung des Abfertigungsanspruchs dar. Auf die Fälligkeit kommt es nicht an. Schwankt die Höhe des Entgelts innerhalb des letzten Jahres vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses, ist ein Zwölftel des gesamten Entgelts dieses Jahres als Bemessungsgrundlage der Abfertigung zu Grunde zu legen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob diese Schwankungen durch variable Prämien, Zulagen, Provisionen, Sonderzahlungen oder Überstundenentgelte bewirkt werden. (T7)
  • 9 ObA 154/09a
    Entscheidungstext OGH 11.05.2010 9 ObA 154/09a
    nur: Bei der Bemessung der Abfertigung ist der Monatsdurchschnitt des letzten Jahres heranzuziehen, wenn die Monatsentgelte Schwankungen unterliegen. (T8); Beis wie T7
  • 8 ObA 22/10h
    Entscheidungstext OGH 21.12.2010 8 ObA 22/10h
    Vgl auch; Beis wie T6; Beis ähnlich wie T7
  • 9 ObA 22/11t
    Entscheidungstext OGH 27.07.2011 9 ObA 22/11t
    nur T8; Beis wie T7
  • 9 ObA 159/11i
    Entscheidungstext OGH 29.05.2012 9 ObA 159/11i
    Vgl; Beisatz: § 36 Abs 2 AngG geht vom arbeitsrechtlichen weiten Entgeltbegriff aus. (T9)
  • 9 ObA 124/12v
    Entscheidungstext OGH 29.01.2013 9 ObA 124/12v
    Auch; Beis ähnlich wie T7; Beisatz: Hier: Zur Frage der (Nicht‑)Berücksichtigung von Entgeltansprüchen aus Gleitzeitguthaben. (T10)
  • 9 ObA 8/14p
    Entscheidungstext OGH 29.04.2014 9 ObA 8/14p
    Auch; Beis wie T7; Beisatz: Die auf das letzte Jahr vor Beendigung des Dienstverhältnisses abstellende Durchschnittsberechnung kommt nur für eine Leistung des Arbeitgebers in Betracht, die für den letzten Monat (noch) gebührt. (T11)
  • 9 ObA 12/15b
    Entscheidungstext OGH 25.02.2015 9 ObA 12/15b
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Schwankendes Entgelt aufgrund saisonal sehr unterschiedlicher Flugeinsatzzeiten der Arbeitnehmerin. (T12)
  • 9 ObA 25/16s
    Entscheidungstext OGH 29.11.2016 9 ObA 25/16s
    Auch
  • 9 ObA 27/17m
    Entscheidungstext OGH 25.07.2017 9 ObA 27/17m
    Auch; Beis wie T7
  • 9 ObA 44/17m
    Entscheidungstext OGH 25.07.2017 9 ObA 44/17m
    Auch; Beis wie T6
  • 8 ObA 7/17p
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 8 ObA 7/17p
    Auch

Schlagworte

Jahresdurchschnitt, Einkommensunterschiede, Entgeltsunterschiede

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1960:RS0043295

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.01.2018

Dokumentnummer

JJR_19600209_OGH0002_0040OB00139_5900000_005

Rechtssatz für 4Ob67/73 4Ob13/81 4Ob63...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0028490

Geschäftszahl

4Ob67/73; 4Ob13/81; 4Ob63/81; 4Ob164/85; 9ObA138/87; 9ObA97/87; 9ObS1/89; 9ObA113/89; 9ObA257/89; 9ObA145/90; 9ObA76/94; 8ObA277/94; 9ObA203/94; 9ObA100/95; 9ObA2019/96v; 8ObA42/98d; 9ObA224/00g; 9ObA125/01z; 9ObA146/02i; 9ObA59/06a; 9ObA22/11t; 9ObA124/12v; 9ObA8/14p; 9ObA27/17m; 9ObA44/17m

Entscheidungsdatum

09.10.1973

Norm

AngG §23 IC

Rechtssatz

"Monatsentgelt" umfaßt neben dem eigentlichen Gehalt auch die übrigen regelmäßigen Leistungen.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 67/73
    Entscheidungstext OGH 09.10.1973 4 Ob 67/73
    Veröff: Arb 9159 = SozM IC,857
  • 4 Ob 13/81
    Entscheidungstext OGH 17.02.1981 4 Ob 13/81
    Beisatz: Regelmäßig im Monat wiederkehrenden Bezüge, aber auch die in größeren Zeitabschnitten oder nur einmal im Jahr zur Auszahlung gelangenden Entgeltbeträge, wie etwa Aushilfen, Urlaubsaushilfen, Remunerationen, Zulagen oder Prämien. (T1)
  • 4 Ob 63/81
    Entscheidungstext OGH 07.07.1981 4 Ob 63/81
    Beisatz: Bauzulage (T2) Beis wie T1; Veröff: Arb 9999 = ZAS 1984,18 (Steinbauer)
  • 4 Ob 164/85
    Entscheidungstext OGH 10.12.1985 4 Ob 164/85
    Beis wie T1; Veröff: SZ 58/199
  • 9 ObA 138/87
    Entscheidungstext OGH 18.11.1987 9 ObA 138/87
    Beisatz: Hier: Regelmäßig geleistete Überstunden. (T3)
  • 9 ObA 97/87
    Entscheidungstext OGH 18.11.1987 9 ObA 97/87
    Auch; Beis wie T1; Veröff: ZAS 1988/13 S 121 (Andexlinger/Spitzl)
  • 9 ObS 1/89
    Entscheidungstext OGH 15.03.1989 9 ObS 1/89
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Hier: IESG - Berechnung. (T4)
  • 9 ObA 113/89
    Entscheidungstext OGH 12.07.1989 9 ObA 113/89
    Auch; Beis wie T3
  • 9 ObA 257/89
    Entscheidungstext OGH 27.09.1989 9 ObA 257/89
    Beis wie T1; Beis wie T3; Veröff: WBl 1990,80
  • 9 ObA 145/90
    Entscheidungstext OGH 27.06.1990 9 ObA 145/90
    Auch; Beisatz: Gewinnprämie (T5) Veröff: Arb 10873
  • 9 ObA 76/94
    Entscheidungstext OGH 25.05.1994 9 ObA 76/94
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Auch die private Personenkraftwagenbenützung oder Dienstwohnungen. (T6)
  • 8 ObA 277/94
    Entscheidungstext OGH 13.10.1994 8 ObA 277/94
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Gewinnbeteiligung des letzten Jahres (§ 48 ASGG). (T7)
  • 9 ObA 203/94
    Entscheidungstext OGH 30.11.1994 9 ObA 203/94
    Auch; Beis wie T3
  • 9 ObA 100/95
    Entscheidungstext OGH 28.06.1995 9 ObA 100/95
    Beis wie T1; Beis wie T3
  • 9 ObA 2019/96v
    Entscheidungstext OGH 15.05.1996 9 ObA 2019/96v
    Vgl auch; Beisatz: Auch der Naturalbezug von Freiflugtickets und Dienstkleidung, unabhängig von einer Widerrufbarkeit - Durchschnitt des letzten Jahres. (T8)
  • 8 ObA 42/98d
    Entscheidungstext OGH 12.02.1998 8 ObA 42/98d
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Provisionen eines Fußballtrainers für gelegentlich vermittelte Werkverträge - verneint. (T9); Beisatz: Privatnutzung des PKW - Schätzung nach § 273 Abs 1 ZPO. (T10)
  • 9 ObA 224/00g
    Entscheidungstext OGH 23.05.2001 9 ObA 224/00g
    Vgl auch; Beisatz: Der Entgeltbegriff des AngG ist ein umfassender; er mitumfasst neben dem eigentlichen Gehalt auch die übrigen zusätzlichen Zahlungen, insbesondere auch Sonderzahlungen. (T11)
  • 9 ObA 125/01z
    Entscheidungstext OGH 11.07.2001 9 ObA 125/01z
    Beis wie T1 nur: Regelmäßig im Monat wiederkehrenden Bezüge, aber auch die in größeren Zeitabschnitten oder nur einmal im Jahr zur Auszahlung gelangenden Entgeltbeträge. (T12); Beis wie T7
  • 9 ObA 146/02i
    Entscheidungstext OGH 13.11.2002 9 ObA 146/02i
    Besi wie T11
  • 9 ObA 59/06a
    Entscheidungstext OGH 27.09.2006 9 ObA 59/06a
    Vgl auch; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Unregelmäßig gewährter, in 12-tel Anteilen monatlich ausbezahlter Jahresbonus. (T13)
  • 9 ObA 22/11t
    Entscheidungstext OGH 27.07.2011 9 ObA 22/11t
    Auch; Beis wie T7 nur: Gewinnbeteiligung des letzten Jahres. (T14)
  • 9 ObA 124/12v
    Entscheidungstext OGH 29.01.2013 9 ObA 124/12v
    Auch; Beisatz: Hier: Zur Frage der (Nicht‑)Berücksichtigung von Entgeltansprüchen aus Gleitzeitguthaben. (T15)
  • 9 ObA 8/14p
    Entscheidungstext OGH 29.04.2014 9 ObA 8/14p
    Beis wie T1
  • 9 ObA 27/17m
    Entscheidungstext OGH 25.07.2017 9 ObA 27/17m
    Auch
  • 9 ObA 44/17m
    Entscheidungstext OGH 25.07.2017 9 ObA 44/17m
    Auch; Beis wie T1

Schlagworte

Auto, Abfertigung, Bemessung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1973:RS0028490

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

11.09.2017

Dokumentnummer

JJR_19731009_OGH0002_0040OB00067_7300000_001

Rechtssatz für 9ObA97/87 9ObA257/89 8O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0028943

Geschäftszahl

9ObA97/87; 9ObA257/89; 8ObS3/94; 8ObA277/94; 9ObA100/95; 9ObA20/99b; 9ObA125/01z; 9ObA79/04i; 9ObA6/05f; 9ObA65/05g; 9ObA154/09a; 9ObA109/10k; 9ObA90/10s; 9ObA124/12v; 9ObA8/14p; 9ObA27/17m

Entscheidungsdatum

18.11.1987

Norm

AngG §23 Abs1 IC
ArbAbfG §2 Abs1

Rechtssatz

Dem Arbeitnehmer soll für den durch die Abfertigung abgedeckten Zeitraum der zuletzt bezogene Durchschnittsverdienst gesichert und damit eine gewisse Kontinuität des zuletzt bezogenen Verdienstes für diesen fiktiven Zeitraum gewährleistet werden. Die Abfertigung darf daher diesen Durchschnittsverdienst weder übersteigen noch hinter ihm zurückbleiben (Arb 9942).

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 97/87
    Entscheidungstext OGH 18.11.1987 9 ObA 97/87
    Veröff: RdW 1988,139 = ZAS 1988/13 S 121 (Andexlinger/Spitzl)
  • 9 ObA 257/89
    Entscheidungstext OGH 27.09.1989 9 ObA 257/89
    Vgl auch; Veröff: WBl 1990,80
  • 8 ObS 3/94
    Entscheidungstext OGH 13.04.1994 8 ObS 3/94
    Beisatz: Zu diesem Durchschnittsverdienst gehören auch regelmäßig geleistete Überstunden. (T1)
  • 8 ObA 277/94
    Entscheidungstext OGH 13.10.1994 8 ObA 277/94
    Beisatz: § 48 ASGG. (T2)
  • 9 ObA 100/95
    Entscheidungstext OGH 28.06.1995 9 ObA 100/95
    Auch
  • 9 ObA 20/99b
    Entscheidungstext OGH 14.04.1999 9 ObA 20/99b
    Beis wie T1
  • 9 ObA 125/01z
    Entscheidungstext OGH 11.07.2001 9 ObA 125/01z
    nur: Dem Arbeitnehmer soll für den durch die Abfertigung abgedeckten Zeitraum der zuletzt bezogene Durchschnittsverdienst gesichert und damit eine gewisse Kontinuität des zuletzt bezogenen Verdienstes gewährleistet werden. (T3)
  • 9 ObA 79/04i
    Entscheidungstext OGH 15.12.2004 9 ObA 79/04i
    Vgl auch; Beisatz: In den Zeiten der Nichtarbeit ist letzten Endes weder eine Entgeltschmälerung noch ein Entgeltausfall eingetreten, sodass das in diesen Zeiträumen bezogene - wenn auch nach dem Ausfallsprinzip bemessene und daher fiktive - Entgelt voll dem Arbeitsentgelt gleichgestellt ist. Für eine „Neutralisierung" dieser Zeiten bei der Berechnung der Abfertigung besteht daher kein Anlass. (T4)
  • 9 ObA 6/05f
    Entscheidungstext OGH 29.06.2005 9 ObA 6/05f
    nur T3
  • 9 ObA 65/05g
    Entscheidungstext OGH 30.09.2005 9 ObA 65/05g
  • 9 ObA 154/09a
    Entscheidungstext OGH 11.05.2010 9 ObA 154/09a
    Auch; nur T3
  • 9 ObA 109/10k
    Entscheidungstext OGH 22.12.2010 9 ObA 109/10k
    Vgl auch; Beisatz: Die „Erhöhung“ der gesetzlichen Abfertigung in § 34 Abs 2 des Kollektivvertrags für Angestellte der Versicherungsunternehmen – Innendienst (KVI) bezieht sich auf das zeitliche Ausmaß der gesetzlichen Abfertigung. Die Erhöhung des gesetzlichen Ausmaßes der Abfertigung um 50 %, 100 % oder 150 % bedeutet, dass sich bei einem gesetzlichen Ausmaß der Abfertigung von 12 Monaten der abgedeckte Abfertigungszeitraum auf 18 Monate, 24 Monate oder 30 Monate erhöht. Erst nach Ermittlung dieser Zeitkomponente, also des Zeitraums, für den die Abfertigung (idR nach der Anzahl der Monatsentgelte) geleistet wird, hat die Berechnung der Höhe der Abfertigung unter Heranziehung der konkreten Bemessungsgrundlage zu erfolgen. (T5)
  • 9 ObA 90/10s
    Entscheidungstext OGH 22.10.2010 9 ObA 90/10s
  • 9 ObA 124/12v
    Entscheidungstext OGH 29.01.2013 9 ObA 124/12v
    Auch
  • 9 ObA 8/14p
    Entscheidungstext OGH 29.04.2014 9 ObA 8/14p
  • 9 ObA 27/17m
    Entscheidungstext OGH 25.07.2017 9 ObA 27/17m
    Auch

Schlagworte

Angestellte, Berechnung, Höhe, Zweck, Berücksichtigung, Grundlage, Bemessung, Umfang, Ausmaß

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0028943

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

06.09.2017

Dokumentnummer

JJR_19871118_OGH0002_009OBA00097_8700000_001

Rechtssatz für 9ObA213/88 8ObS3/94 9Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0051781

Geschäftszahl

9ObA213/88; 8ObS3/94; 9ObA124/12v; 8ObA64/15t; 9ObA107/16z

Entscheidungsdatum

14.09.1988

Norm

AZG §10

Rechtssatz

Die Gewährung eines auf die Normalarbeitszeit anzurechnenden Freizeitausgleiches ist kein (zusätzliches) Entgelt für die Zurverfügungstellung der Arbeitskraft.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 213/88
    Entscheidungstext OGH 14.09.1988 9 ObA 213/88
    Veröff: RdW 1989,106 = WBl 1989,125
  • 8 ObS 3/94
    Entscheidungstext OGH 13.04.1994 8 ObS 3/94
  • 9 ObA 124/12v
    Entscheidungstext OGH 29.01.2013 9 ObA 124/12v
    Auch
  • 8 ObA 64/15t
    Entscheidungstext OGH 28.06.2016 8 ObA 64/15t
    Auch
  • 9 ObA 107/16z
    Entscheidungstext OGH 17.11.2016 9 ObA 107/16z
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0051781

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

14.03.2017

Dokumentnummer

JJR_19880914_OGH0002_009OBA00213_8800000_002

Rechtssatz für 9ObA47/92 8ObS3/94 9ObA...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0051784

Geschäftszahl

9ObA47/92; 8ObS3/94; 9ObA124/12v; 9ObA11/13b; 8ObS4/14t; 8ObA64/15t; 9ObA107/16z; 8ObA7/17p; 9ObA10/18p

Entscheidungsdatum

26.02.1992

Norm

AZG §10

Rechtssatz

Der Anspruch aus einer Vereinbarung über Zeitausgleich hat keinen Entgeltcharakter, sondern beruht nur auf einer anderen Verteilung der Arbeitszeit.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 47/92
    Entscheidungstext OGH 26.02.1992 9 ObA 47/92
    Veröff: SZ 65/31 = Arb 11015
  • 8 ObS 3/94
    Entscheidungstext OGH 13.04.1994 8 ObS 3/94
  • 9 ObA 124/12v
    Entscheidungstext OGH 29.01.2013 9 ObA 124/12v
    Auch
  • 9 ObA 11/13b
    Entscheidungstext OGH 29.05.2013 9 ObA 11/13b
    Auch; Veröff: SZ 2013/55
  • 8 ObS 4/14t
    Entscheidungstext OGH 28.04.2014 8 ObS 4/14t
    Vgl auch; Beisatz: Nicht verbrauchtes Zeitguthaben aus Überstunden, das nicht in einen fälligen Geldanspruch umgewandelt wurde, ist nicht „Arbeitsentgelt“. (T1)
    Veröff: SZ 2014/46
  • 8 ObA 64/15t
    Entscheidungstext OGH 28.06.2016 8 ObA 64/15t
    Auch
  • 9 ObA 107/16z
    Entscheidungstext OGH 17.11.2016 9 ObA 107/16z
    Auch; Beisatz: Die Gewährung einer auf die Normalarbeitszeit anzurechnenden Ersatzruhezeit für den Nachtdienst ist kein (zusätzliches) Entgelt für die Zurverfügungstellung von Arbeitskraft. (T2)
  • 8 ObA 7/17p
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 8 ObA 7/17p
    Beisatz: Soweit Zeitguthaben durch Zeitausgleich unter Anrechnung auf die Normalarbeitszeit verbraucht wurden, liegen daher keine Überstunden vor. (T3)
  • 9 ObA 10/18p
    Entscheidungstext OGH 27.02.2018 9 ObA 10/18p
    Auch; Beisatz: Hier: Vom Dienstgeber im Rahmen der Dienstplangestaltung nach § 76 NÖ LBG bzw § 36 Abs 1 NÖ LVBG iVm § 71 DPL 1972 einseitig angeordneter Zeitausgleich. (T4)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0051784

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.04.2018

Dokumentnummer

JJR_19920226_OGH0002_009OBA00047_9200000_004

Rechtssatz für 8ObS3/94 9ObA124/12v 8O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0028524

Geschäftszahl

8ObS3/94; 9ObA124/12v; 8ObA64/15t; 9ObA144/17t

Entscheidungsdatum

13.04.1994

Norm

AngG §23 IC
AngG §29
AZG §10
UrlG §6
UrlG §9

Rechtssatz

War vereinbart, dass der Arbeitnehmer die durchschnittlich im Monat geleisteten Überstunden durch Zeitausgleich ausgleicht, kann ein Teil davon aber nicht mehr vor Beendigung des Dienstverhältnisses ausgeglichen werden, so ist der dafür bezahlte Geldersatz in die Bemessungsgrundlage für die Abfertigung, die Kündigungsentschädigung und Urlaubsentschädigung nicht einzubeziehen, da es bei dieser bloß einmaligen Zahlung an den Minimalvoraussetzungen für die Annahme eines regelmäßigen Charakters dieses Bezuges mangelt.

Entscheidungstexte

  • 8 ObS 3/94
    Entscheidungstext OGH 13.04.1994 8 ObS 3/94
  • 9 ObA 124/12v
    Entscheidungstext OGH 29.01.2013 9 ObA 124/12v
    Beisatz: Es macht keinen Unterschied, ob der Geldersatz einmalig am Ende des Dienstverhältnisses ausbezahlt wird oder ob der Arbeitgeber ‑ gewissermaßen als Vorgriff auf diese Einmalzahlung ‑ über die letzte Zeit der Beschäftigung des Dienstnehmers Teilleistungen auf diesen Anspruch erbringt. Anderes könnte nur dann gelten, wenn eine Übereinkunft dahin besteht, vom Ausgleich eines Zeitguthabens durch Zeitausgleich abzugehen und dem Arbeitnehmer die Gutstunden regelmäßig als Überstunden zu entlohnen. (T1)
  • 8 ObA 64/15t
    Entscheidungstext OGH 28.06.2016 8 ObA 64/15t
    Auch; Beisatz: Anderes hat aber dann zu gelten, wenn eine Übereinkunft dahin besteht, vom Ausgleich eines Zeitguthabens abzugehen und dem Arbeitnehmer die Gutstunden regelmäßig als Überstunden zu entlohnen. (T2)
  • 9 ObA 144/17t
    Entscheidungstext OGH 27.02.2018 9 ObA 144/17t
    Beis wie T1; Beis wie T2

Schlagworte

Angestellte, Berechnung, Grundlage, Ausmaß, Höhe, Umfang, Entgelt, Einrechnung, Anrechnung, Mehrleistung, Ende, Auflösung, Lohn, Gehalt

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0028524

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.04.2018

Dokumentnummer

JJR_19940413_OGH0002_008OBS00003_9400000_001

Rechtssatz für 9ObA22/11t 9ObA124/12v...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0127201

Geschäftszahl

9ObA22/11t; 9ObA124/12v; 9ObA8/14p

Entscheidungsdatum

27.07.2011

Norm

AngG §23 Abs1

Rechtssatz

Abfertigungswirksam sind nur jene Gewinnbeteiligungen, die für das letzte Jahr vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses gebühren, nicht jedoch jene, die in diesem Zeitraum lediglich ausbezahlt werden.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 22/11t
    Entscheidungstext OGH 27.07.2011 9 ObA 22/11t
  • 9 ObA 124/12v
    Entscheidungstext OGH 29.01.2013 9 ObA 124/12v
    Auch; Beisatz: Ein aus einem Zeitguthaben resultierender Entgeltanspruch ist dann, wenn das Ende des Durchrechnungszeitraums noch vor dem für die Abfertigungsbemessung maßgeblichen Jahr liegt und nur die Auszahlung in dieses Jahr fällt, jedenfalls kein Entgelt, das iSd § 23 Abs 1 AngG „für diesen Zeitraum gebührt“. (T1)
  • 9 ObA 8/14p
    Entscheidungstext OGH 29.04.2014 9 ObA 8/14p
    Auch; Die auf das letzte Jahr vor Beendigung des Dienstverhältnisses abstellende Durchschnittsberechnung kommt nur für eine Leistung des Arbeitgebers in Betracht, die für den letzten Monat (noch) gebührt. (T2)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2011:RS0127201

Im RIS seit

16.11.2011

Zuletzt aktualisiert am

09.07.2014

Dokumentnummer

JJR_20110727_OGH0002_009OBA00022_11T0000_001

Entscheidungstext 9ObA124/12v

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

ARD 6311/3/2013 = RdW 2013/293 S 293 - RdW 2013,293 = ecolex 2013/223 S 555 - ecolex 2013,555 = infas 2013,137/A44 - infas 2013 A44 = DRdA 2013,430 = Schrank, ZAS 2014/19 S 110 (Rechtsprechungsübersicht) - Schrank, ZAS 2014,110 (Rechtsprechungsübersicht) = Arb 13.091

Geschäftszahl

9ObA124/12v

Entscheidungsdatum

29.01.2013

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Hopf als Vorsitzenden, den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Kuras, die Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Dr. Dehn sowie die fachkundigen Laienrichter Mag. Andreas Mörk und AR Angelika Neuhauser als weitere Richter in der Arbeitsrechtssache der klagenden Partei O***** K*****, vertreten durch Urbanek Lind Schmied Reisch Rechtsanwälte OG in St. Pölten, gegen die beklagte Partei I***** GmbH, *****, vertreten durch Dr. Hans-Jörg Haftner, Dr. Peter Schobel, Mag. Alois Franz Strohmayer, Mag. Alexander Heihs, Rechtsanwälte in St. Pölten, wegen 3.861,78 EUR sA, über die außerordentliche Revision der beklagten Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Wien als Berufungsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen vom 29. August 2012, GZ 7 Ra 75/12v-12, mit dem der Berufung der beklagten Partei gegen das Urteil des Landesgerichts St. Pölten als Arbeits- und Sozialgericht vom 22. März 2012, GZ 27 Cga 10/12d-8, nicht Folge gegeben wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

 

Der Revision wird Folge gegeben.

Die Urteile der Vorinstanzen werden dahin abgeändert, dass das Klagebegehren, die beklagte Partei sei schuldig, der klagenden Partei 3.861,71 EUR samt 8,38 % Zinsen seit 1. 8. 2011 zu bezahlen, abgewiesen wird.

Die klagende Partei ist verpflichtet, der beklagten Partei binnen 14 Tagen die mit 1.008,07 EUR (darin 168,01 EUR USt) bestimmten Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens, die mit 1.170,32 EUR (darin 518 EUR Barauslagen, 108,72 EUR USt) bestimmten Kosten des Berufungsverfahrens und die mit 1.095,98 EUR (darin 648 EUR Barauslagen, 74,66 EUR USt) bestimmten Kosten des Revisionsverfahrens zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Der Kläger, der bei der Beklagten vom 24. 1. 1994 bis 31. 7. 2011 angestellt war, begehrt von ihr 3.861,78 EUR sA mit dem Vorbringen, dass das ihm im Zeitraum August 2010 bis Juli 2011 abgerechnete und ausbezahlte Überstundenentgelt von durchschnittlich 643,63 EUR brutto pro Monat zu Unrecht nicht in die Berechnung seines Abfertigungsanspruchs einbezogen worden sei. Die Differenz ergebe den Klagsbetrag.

Die Beklagte bestritt, beantragte Klagsabweisung und wandte ein, dass die Berechnung der Abfertigung korrekt erfolgt sei. Die Überstunden würden nicht die durch den Kläger regelmäßig geleisteten Überstunden widerspiegeln, weil sich die Abrechnung der Überstunden im letzten Jahr auch auf bereits früher erworbene Überstunden bezogen habe und die Abrechnung und Auszahlung in Hinblick auf die Beendigung des Unternehmens vorgenommen worden sei. Im Bemühen um den Abbau der Gutstunden seien teilweise Auszahlungen der in früheren Perioden geleisteten Gutstunden erfolgt. Für den Zeitraum August 2010 bis Juli 2011 seien vom Kläger Gutstunden im Umfang von 47,76 Stunden geleistet worden, wovon 64,68 Stunden aus der Fahrtzeit zum Arbeitsplatz (deren Bezahlung widerrufen worden sei) abzuziehen seien. Er habe im Juli 2011 noch 130,90 Gutstunden konsumiert. Insgesamt liege ein negativer Gleitzeitkontostand vor.

Das Erstgericht gab dem Klagebegehren statt. Es stellte fest, dass dem Kläger aufgrund der Beendigung des Dienstverhältnisses eine Abfertigung in Höhe von 32.310 EUR brutto ausbezahlt wurde. Zwischen den Parteien bestand eine Gleitzeitvereinbarung, im Rahmen derer regelmäßig Überstunden geleistet wurden. In den Monaten August 2010 bis Juli 2011 erhielt der Kläger von der Beklagten aus dem Titel Überstunden nachstehende, bei der Berechnung der Abfertigung nicht berücksichtigte Beträge ausbezahlt:

August 2010               EUR 489,60 brutto

                                                        EUR 318,23 brutto

Oktober 2010               EUR 760,98 brutto

                                                        EUR 494,62 brutto

November 2010               EUR 706,64 brutto

                                                        EUR 459,31 brutto

Mai 2011                            EUR 656,13 brutto

                                                        EUR 426,47 brutto

Juni 2011                            EUR 2.023,01 brutto

                                                        EUR 1.314,92 brutto

Juli 2011                            EUR 44,64 brutto

                                                        EUR 29,02 brutto

gesamt                            EUR 7.723,57 brutto.

In rechtlicher Hinsicht stellt das Erstgericht die von der Rechtsprechung zu § 23 AngG entwickelten Grundsätze zur Bemessungsgrundlage für die Abfertigung dar. Der Argumentation der Beklagten, dass der aus dem Titel Überstunden ausbezahlte Betrag deswegen nicht Berücksichtigung zu finden hätte, weil es sich tatsächlich um Überstunden aus früheren Gleitzeitperioden handle, könne nicht gefolgt werden. Bei der Abgeltung von Zeitguthaben handle es sich nämlich um laufendes Entgelt, das über größere Zeiträume hinweg (die Gleitzeitperiode) erarbeitet worden sei. Das Gleitzeitguthaben werde dabei aber nicht „laufend existent“, sondern entstehe erst am Ende des Durchrechnungszeitraums. Ob ein Gleitzeitguthaben anfalle, könne nämlich aufgrund der Natur des Gleitzeitmodells erst am Ende der Gleitzeitperiode festgestellt werden. Eine individualisierbare Zuordnung zu den einzelnen Kalendermonaten der Gleitzeitperiode sei daher nicht möglich. Eine „Aufrollung“ der einzelnen monatlichen Zeiträume, aus denen ein Überstundenguthaben stamme, sei nicht tunlich, weil dieses Guthaben gleichsam als Ergebnis eines „Arbeitszeitkontokorrents“ das rechnerische Ergebnis von Gut- und Fehlstunden sei und als solches daher keinem bestimmten Zeitraum zugeordnet werden könne. Es könne daher rechtlich nur jenem Zeitraum zugeordnet werden, in dem die Abgeltung ausbezahlt werde. Das Klagebegehren bestehe daher zu Recht.

Das Berufungsgericht gab der Berufung der Beklagten nicht Folge, sondern teilte die Ansicht des Erstgerichts. Der Umstand, dass es im Lauf der Jahre 2010 und 2011 zu Auszahlungen früher erworbener Gutstunden aus der festgestellten Gleitzeitvereinbarung gekommen sei, könne an der Beurteilung nichts ändern, zumal eine Gleitzeitvereinbarung schon ihrer Natur nach mit sich bringe, dass Mehrarbeitsleistungen erst am Ende der Gleitzeitperiode unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorgaben abgegolten werden. Angesichts des als Obergrenze anzusetzenden Ein-Jahres-Zeitraums zur Ermittlung des „durchschnittlichen Entgelts“ komme auch dem Motiv der Arbeitgeberin, in bestimmten Zeiträumen überdurchschnittliche Auszahlungen für bereits zuvor erbrachte Mehrarbeitsleistungen zu tätigen, keine Bedeutung zu. Dem Arbeitnehmer solle für den durch die Abfertigung abgedeckten Zeitraum der zuletzt bezogene Durchnittsverdienst gesichert und damit eine gewisse Kontinuität des zuletzt bezogenen Verdienstes für diesen fiktiven Zeitraum gewährleistet werden. Die Abfertigung dürfe ihn weder übersteigen noch hinter ihm zurückbleiben.

In ihrem dagegen gerichteten - als außerordentliche Revision zu behandelnden (§§ 502 Abs 5 Z 4 iVm 505 Abs 4 ZPO) - Rechtsmittel beantragt die Beklagte die Abänderung des Berufungsurteils im Sinne einer Klagsabweisung; hilfsweise wird ein Aufhebungsantrag gestellt.

Der Kläger beantragt, der Revision keine Folge zu geben.

Die Revision ist zulässig und berechtigt.

Rechtliche Beurteilung

Die Beklagte ist weiterhin der Ansicht, dass die dem Kläger im letzten Jahr vor dem Ende seines Dienstverhältnisses ausbezahlten Überstunden nicht der Bemessung der Abfertigung zugrunde zu legen seien, weil eine Gleitzeitregelung bestanden habe und die Auszahlung auch für in früheren Perioden geleistete Gutstunden erfolgt sei. Auch in Hinblick auf die Entscheidung 9 ObA 22/11t sei darin kein „für den letzten Monat des Dienstverhältnisses gebührendes Entgelt“ iSd § 23 Abs 1 AngG zu sehen.

Es entspricht der herrschender Ansicht, dass nach § 23 Abs 1 AngG das für den letzten Monat des Dienstverhältnisses gebührende Entgelt die Basis für die Berechnung des Abfertigungsanspruchs darstellt. Nach Lehre und Rechtsprechung ist darunter der sich aus den mit einer gewissen Regelmäßigkeit - wenn auch nicht jeden Monat - wiederkehrenden Bezügen ergebende Durchschnittsverdienst zu verstehen. Die Abfertigung darf diesen als Bemessungsgrundlage dienenden Durchschnittsverdienst weder übersteigen noch hinter ihm zurückbleiben (RIS-Justiz RS0028943). Schwankt die Höhe des Entgelts innerhalb des letzten Jahres vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses, ist ein Zwölftel des gesamten Entgelts dieses Jahres als Bemessungsgrundlage der Abfertigung zugrunde zu legen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob diese Schwankungen durch variable Prämien, Zulagen, Provisionen, Sonderzahlungen oder Überstundenentgelte bewirkt werden (RIS-Justiz RS0043295).

Auf die Fälligkeit der Ansprüche kommt es nicht an (8 ObA 16/09z; 9 ObA 22/11t mwN). In der Entscheidung 9 ObA 22/11t wurde betont, dass § 23 Abs 1 zweiter Satz AngG nicht auf das „im“ letzten Monat gebührende Entgelt heranzuziehen sei, sondern auf jenes „für“ diesen Monat, was darauf hindeute, dass es dem Gesetzgeber nicht darum gegangen sei, welche Entgelte im letzten Monat fällig und auszuzahlen seien, sondern welche als Gegenleistung „gebührten“. Bei der Berechnung der Abfertigung gehe es auch darum, dauerhaften Veränderungen im letzten Jahr Rechnung zu tragen (Holzer in Marhold/Burgstaller/Preyer, AngG § 23 Rz 26, 36). Daher sei auch bei einer Gewinnbeteiligung jene heranzuziehen, die für das letzte Jahr gebühre, und nicht jene, die in diesem - mehr oder weniger zufällig - ausbezahlt worden sei.

Die Vorinstanzen sprechen sich offenkundig gegen eine periodengerechte Abgrenzung eines Zeitguthabens je nachdem, ob die Leistungen vor oder im letzten Jahr des Dienstverhältnisses erbracht wurden, aus. Sie begründen dies damit, dass das Gleitzeitguthaben im Sinn eines „Arbeitszeitkontokorrents“ erst am Ende des Durchrechnungszeitraums als rechnerisches Ergebnis von Gut- und Fehlstunden existent wird, sodass eine individualisierbare Zuordnung eines aus dem Guthaben resultierenden Entgeltanspruchs zu den einzelnen Kalendermonaten der Gleitzeitperiode nicht in Betracht kommt (vgl - jedoch in anderem Zusammenhang - VwGH 21. 4. 2004, 2001/08/0048, ZAS 2005/31 mAnm Drs).

Dies vermag aber nichts daran zu ändern, dass ein aus einem Zeitguthaben resultierender Entgeltanspruch dann, wenn das Ende des Durchrechnungszeitraums noch vor dem für die Abfertigungsbemessung maßgeblichen Jahr liegt und nur die Auszahlung in dieses Jahr fällt, nach der dargelegten Rechtsprechung jedenfalls kein Entgelt mehr ist, das iSd § 23 Abs 1 AngG „für diesen Zeitraum gebührt“.

Doch auch dann, wenn das Ende des Durchrechnungszeitraums in das letzte Jahr fällt, ein Zeitguthaben besteht und keine Zuordnung der einzelnen Guthabensstunden zu den Monaten ihrer Erwirtschaftung vorgenommen wird, zeigt sich im vorliegenden Fall kein anderes Ergebnis:

Die Vereinbarung, dass Zeitguthaben erwirtschaftet werden können und durch Zeitausgleich abzubauen sind, führt lediglich zu einer anderen Verteilung der Arbeitszeit, ohne dass die Gewährung eines auf die Normalarbeitszeit anzurechnenden Freizeitausgleichs ein zusätzliches Entgelt für die Zurverfügungstellung der Arbeitskraft darstellen könnte (vgl RIS-Justiz RS0051784; RS0051781). War in diesem Sinn vereinbart, dass der Arbeitnehmer die durchschnittlich im Monat geleisteten Überstunden durch Zeitausgleich ausgleicht, kann aber ein Teil davon nicht mehr vor Beendigung des Dienstverhältnisses ausgeglichen werden, so wurde bereits ausgesprochen, dass der dafür bezahlte Geldersatz in die Bemessungsgrundlage für die Abfertigung nicht einzubeziehen ist, weil es bei dieser bloß einmaligen Zahlung an den Minimalvoraussetzungen für die Annahme eines regelmäßigen Charakters dieses Bezugs mangelt (RIS-Justiz RS0028524; ebenso K. Mayr in ZellKomm² § 23 AngG Rz 27; Schindler in Mazal/Risak, Arbeitsrecht, Kap XX Rz 60).

Im vorliegenden Fall bestritt der Kläger das Vorbringen der Beklagten nicht, dass die aus der Gleitzeit resultierenden Gutstunden des Klägers generell durch Zeitausgleich abgebaut werden sollten und die Auszahlung des Zeitguthabens im letzten Jahr vor Beendigung des Dienstverhältnisses lediglich in Hinblick darauf erfolgte, dass die Beklagte ihren Standort schloss und der Kläger die Überstunden nicht mehr durch Zeitausgleich abbauen konnte. Wie eben dargelegt, ist die Auszahlung eines offenen Zeitguthabens zum Ende eines Dienstverhältnisses nicht abfertigungswirksam. Es kann allerdings keinen Unterschied machen, ob der Geldersatz nun einmalig am Ende des Dienstverhältnisses ausbezahlt wird oder ob der Arbeitgeber - gewissermaßen als Vorgriff auf diese Einmalzahlung - über die letzte Zeit der Beschäftigung des Dienstnehmers Teilleistungen auf diesen Anspruch erbringt. Anderes könnte nur dann gelten, wenn eine Übereinkunft dahin besteht, vom Ausgleich eines Zeitguthabens durch Zeitausgleich abzugehen und dem Arbeitnehmer die Gutstunden regelmäßig als Überstunden zu entlohnen. Dass dies hier nicht der Fall war, zeigt sich daran, dass dem Kläger auch die im letzten Jahr seiner Beschäftigung erwirtschafteten Zeitguthaben nicht monatlich abgegolten wurden, sondern die Streitteile prinzipiell am Abbau der Zeitguthaben durch Zeitausgleich festhalten wollten (Abbau der restlichen 130 Stunden durch Zeitausgleich im Juli 2011). Daraus wird ersichtlich, dass selbst jene Gutstunden, die der Kläger im letzten Jahr seiner Beschäftigung leistete, nicht dazu angetan waren, seinen Normallohn mit einer gewissen Regelmäßigkeit zu erhöhen.

Unabhängig davon, ob es sich um ein vor oder im letzten Beschäftigungsjahr erwirtschaftetes Zeitguthaben handelte, führt der dafür bezahlte Geldersatz daher nicht zu seiner Einbeziehung in die Bemessungsgrundlage für den Abfertigungsanspruch des Klägers.

Der Revision ist danach Folge zu geben und das Klagebegehren abzuweisen.

Die Kostenentscheidung beruht auf den §§ 41, 50 ZPO.

Schlagworte

Arbeitsrecht

Textnummer

E103154

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2013:009OBA00124.12V.0129.000

Im RIS seit

05.03.2013

Zuletzt aktualisiert am

12.11.2014

Dokumentnummer

JJT_20130129_OGH0002_009OBA00124_12V0000_000