Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Verweis auf diese Darstellung: RIS - Justiz - Rechtssätze und Entscheidungstext 6Ob216/11z
  • Verweis auf diesen Rechtssatz: RIS - Justiz - Rechtssatz für 4Ob82/92
    4Ob6/93
    4Ob40/...
    Gericht
    OGH
    Dokumenttyp
    Rechtssatz
    Rechtssatznummer
    RS0032201
    Geschäftszahl
    4Ob82/92; 4Ob6/93; 4Ob40/93; 6Ob17/94; 6Ob21/94; 4Ob94/94; 4Ob1001/95; 6Ob2059/96d; 6Ob2105/96v; 6Ob2010/96y; 6Ob2177/96g; 6Ob2350/96y; 6Ob2197/96y; 6Ob2281/96a; 6Ob11/97d; 6Ob95/97g; 4Ob254/97i; 6Ob168/97t; 6Ob37/98d; 6Ob254/98s; 6Ob7/99v; 6Ob25/99s; 4Ob154/99x; 8ObA45/99x; 6Ob202/99w; 6Ob316/99k; 6Ob308/99h; 6Ob136/00v; 6Ob78/00i; 6Ob109/00y; 6Ob284/00h; 6Ob114/01k; 6Ob133/01d; 4Ob109/02m; 6Ob192/02g; 6Ob238/02x; 4Ob14/03t; 6Ob60/03x; 6Ob40/04g; 6Ob273/05y; 6Ob11/06w; 6Ob291/06x; 6Ob7/07h; 6Ob271/07g; 6Ob255/07d; 6Ob266/07x; 4Ob60/08i; 6Ob66/09p; 4Ob66/10z; 15Os81/11t; 15Os106/10t (15Os49/11m, 15Os50/11h); 15Os175/10i; 6Ob114/11z; 6Ob216/11z; 14Os12/11p; 6Ob258/11a; 6Ob243/11w; 15Os34/13h; 15Os52/12d
    Entscheidungsdatum
    24.11.1992
    Norm
    ABGB §43
    ABGB §1330 BII
    MRK Art10 Abs2 IV3b
    MRK Art10 Abs2 IV4b
    Rechtssatz

    Das Recht auf freie Meinungsäußerung kann eine Herabsetzung des politischen Gegners durch unwahre Tatsachenbehauptungen, mit denen er eines verwerflichen Verhaltens bezichtigt wird, nicht rechtfertigen.

    Entscheidungstexte
    • 4 Ob 82/92
      Entscheidungstext OGH 24.11.1992 4 Ob 82/92
      Veröff: ÖBl 1993,84 = MR 1993,17
    • 4 Ob 6/93
      Entscheidungstext OGH 23.02.1993 4 Ob 6/93
      Auch; Veröff: MR 1993,101
    • 4 Ob 40/93
      Entscheidungstext OGH 04.05.1993 4 Ob 40/93
    • 6 Ob 17/94
      Entscheidungstext OGH 13.07.1994 6 Ob 17/94
    • 6 Ob 21/94
      Entscheidungstext OGH 10.08.1994 6 Ob 21/94
    • 4 Ob 94/94
      Entscheidungstext OGH 08.11.1994 4 Ob 94/94
      Beisatz: "Die lästige Witwe" (T1)
    • 4 Ob 1001/95
      Entscheidungstext OGH 17.01.1995 4 Ob 1001/95
      nur: Das Recht auf freie Meinungsäußerung kann eine Herabsetzung durch unwahre Tatsachenbehauptungen, nicht rechtfertigen. (T2); Beisatz: Hier: Unrichtige kreditschädigende Tatsachenbehauptung. (T3)
    • 6 Ob 2059/96d
      Entscheidungstext OGH 28.03.1996 6 Ob 2059/96d
      Auch
    • 6 Ob 2105/96v
      Entscheidungstext OGH 04.07.1996 6 Ob 2105/96v
    • 6 Ob 2010/96y
      Entscheidungstext OGH 11.04.1996 6 Ob 2010/96y
    • 6 Ob 2177/96g
      Entscheidungstext OGH 26.09.1996 6 Ob 2177/96g
    • 6 Ob 2350/96y
      Entscheidungstext OGH 21.11.1996 6 Ob 2350/96y
    • 6 Ob 2197/96y
      Entscheidungstext OGH 26.09.1996 6 Ob 2197/96y
    • 6 Ob 2281/96a
      Entscheidungstext OGH 16.01.1997 6 Ob 2281/96a
    • 6 Ob 11/97d
      Entscheidungstext OGH 24.04.1997 6 Ob 11/97d
    • 6 Ob 95/97g
      Entscheidungstext OGH 26.05.1997 6 Ob 95/97g
    • 4 Ob 254/97i
      Entscheidungstext OGH 11.09.1997 4 Ob 254/97i
    • 6 Ob 168/97t
      Entscheidungstext OGH 11.09.1997 6 Ob 168/97t
      Veröff SZ 70/180
    • 6 Ob 37/98d
      Entscheidungstext OGH 26.11.1998 6 Ob 37/98d
      nur T2
    • 6 Ob 254/98s
      Entscheidungstext OGH 26.11.1998 6 Ob 254/98s
      Beisatz: Auch keine Rechtfertigung im Wege einer umfassenden Interessenabwägung. (T4)
    • 6 Ob 7/99v
      Entscheidungstext OGH 25.02.1999 6 Ob 7/99v
    • 6 Ob 25/99s
      Entscheidungstext OGH 22.04.1999 6 Ob 25/99s
      Beisatz: Bei Äußerungen von Politikern über den Gegner können unter Umständen auch massiv in die Ehre des Gegners eingreifende Werturteile noch zulässig sein. Diese bedürfen aber eines rechtfertigenden wahren Sachverhalts als Basis der pointiert zum Ausdruck gebrachten Kritik. (T5)
    • 4 Ob 154/99x
      Entscheidungstext OGH 01.06.1999 4 Ob 154/99x
      Auch
    • 8 ObA 45/99x
      Entscheidungstext OGH 08.07.1999 8 ObA 45/99x
      nur T2
    • 6 Ob 202/99w
      Entscheidungstext OGH 25.11.1999 6 Ob 202/99w
      Beisatz: Die Äußerung, dass die FPÖ mit der Bestellung des Klägers zum Klubobmann den Bock zum Gärtner mache, ist im unmittelbaren Zusammenhang mit dem weiters beanstandeten Text, der dem Kläger die Mitwissenschaft und die Deckung der finanziellen Machenschaften R***** vorwirft, zu verstehen und als ehrenrührig anzusehen. (T6)
    • 6 Ob 316/99k
      Entscheidungstext OGH 15.12.1999 6 Ob 316/99k
      Vgl auch; Beisatz: Hier: Formulierungen wie: "bei der Klägerin herrsche angesichts der Überführung eines SPÖ-Funktionärs wegen eines Sittlichkeitsdeliktes betretenes Schweigen, die Klägerin mache sich mit jeder Minute, in welcher sie untätig bleibe, erneut bei der Verharmlosung von Kindesmissbrauch mitschuldig, es erhebe sich der Verdacht, dass sie ihrem verhafteten Genossen die Stange halten wolle, sie verharmlose Kindesmissbrauch noch, indem sie den Täter in einer Parteizeitung lobend erwähne" sind Kundgebung der eigenen Auffassung der Beklagten über die politische Unvertretbarkeit des Verhaltens der Repräsentanten der Klägerin. (T7)
    • 6 Ob 308/99h
      Entscheidungstext OGH 09.03.2000 6 Ob 308/99h
      nur T2
    • 6 Ob 136/00v
      Entscheidungstext OGH 28.06.2000 6 Ob 136/00v
      Vgl
    • 6 Ob 78/00i
      Entscheidungstext OGH 05.10.2000 6 Ob 78/00i
      nur T2; Beis wie T4; Beisatz: Auch wenn der Betroffene selbst die unwahre Behauptung aufgestellt und für deren Veröffentlichung gesorgt hat, steht dieser Umstand der Rechtswidrigkeit der Wiederholung durch Dritte nicht entgegen und nimmt den Betroffenen auch nicht das Interesse, gegen die Dritten eine Unterlassungsverpflichtung durchzusetzen. (T8)
    • 6 Ob 109/00y
      Entscheidungstext OGH 23.11.2000 6 Ob 109/00y
      Auch; nur T2; Veröff: SZ 73/181
    • 6 Ob 284/00h
      Entscheidungstext OGH 14.12.2000 6 Ob 284/00h
      Auch; Beis ähnlich wie T5
    • 6 Ob 114/01k
      Entscheidungstext OGH 16.05.2001 6 Ob 114/01k
      Vgl auch; nur T2; Beisatz: Auch für wertende Äußerungen ist es Voraussetzung, dass das ehrverletzende Werturteil auf der Basis eines wahren Sachverhaltes geäußert wurde. Ein Recht auf freie Meinungsäußerung auf der Grundlage unrichtiger oder nicht bewiesener Tatsachenbehauptungen gibt es nicht. (T9)
    • 6 Ob 133/01d
      Entscheidungstext OGH 21.06.2001 6 Ob 133/01d
      Auch
    • 4 Ob 109/02m
      Entscheidungstext OGH 02.07.2002 4 Ob 109/02m
      Beisatz: Der Vorwurf wissentlich falscher Berichterstattung und eines klaren Verstoßes gegen Medienrecht und journalistische Standesregeln ist zweifellos geeignet, den Kredit einer Zeitung zu schädigen. (T10)
    • 6 Ob 192/02g
      Entscheidungstext OGH 10.10.2002 6 Ob 192/02g
      Auch
    • 6 Ob 238/02x
      Entscheidungstext OGH 10.10.2002 6 Ob 238/02x
      Vgl auch; Beis wie T5; Beisatz: Dies entspricht auch der Rechtsprechung des EGMR, der selbst im politischen Meinungsstreit prüft, ob die notwendige Tatsachenbasis für einen wertenden Vorwurf vorliegt, weil auch ein Werturteil ohne jede unterstützende Tatsachengrundlage exzessiv sein kann (EGMR 27.2.2001 [Jerusalem gegen Österreich] = MR 2001, 89; EGMR 26.2.2002 [Dichand ua gegen Österreich] = MR 2002, 84; EGMR 26.2.2002 [Unabhängige Informationsvielfalt gegen Österreich] = MR 2002, 149). (T11)
    • 4 Ob 14/03t
      Entscheidungstext OGH 25.03.2003 4 Ob 14/03t
      Vgl auch; Beisatz: Eine den wirtschaftlichen Ruf beeinträchtigende unwahre Tatsachenbehauptung überschreitet selbst im Zuge eines "Schulenstreites" das Maß der zulässigen Kritik und kann auch im Wege einer umfassenden Interessenabwägung oder mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung nicht gerechtfertigt werden. (T12); Beisatz: Auch das Informationsinteresse der Öffentlichkeit vermag eine unrichtige, in schutzwürdige Interessen des Klägers eingreifende Aussage nicht zu rechtfertigen. (T13)
    • 6 Ob 60/03x
      Entscheidungstext OGH 24.04.2003 6 Ob 60/03x
    • 6 Ob 40/04g
      Entscheidungstext OGH 26.08.2004 6 Ob 40/04g
    • 6 Ob 273/05y
      Entscheidungstext OGH 26.01.2006 6 Ob 273/05y
      Beisatz: Hier: Herabsetzung durch unwahre Tatsachenbehauptungen, mit denen jemand eines verwerflichen Verhaltens - des „Durchdrehens" und der Verschleuderung von Gemeindevermögen - bezichtigt wird. (T14)
    • 6 Ob 11/06w
      Entscheidungstext OGH 16.02.2006 6 Ob 11/06w
    • 6 Ob 291/06x
      Entscheidungstext OGH 21.12.2006 6 Ob 291/06x
      Beis wie T9 nur: Ein Recht auf freie Meinungsäußerung auf der Grundlage unrichtiger oder nicht bewiesener Tatsachenbehauptungen gibt es nicht. (T15); Beisatz: Die offenbar ohne jedes Tatsachensubstrat erhobene Behauptung der intensiven Verwicklung („mächtig involviert") des Klägers in die Bawag-Affäre kann auch nicht durch die Eigenschaft des Klägers als „public figure" gerechtfertigt werden. (T16)
    • 6 Ob 7/07h
      Entscheidungstext OGH 15.02.2007 6 Ob 7/07h
      Beis wie T9; Beisatz: Hier: Vorwurf von massiven Pflichtverletzungen in einem Leserbrief, die nicht den Tatsachen entsprachen. (T17)
    • 6 Ob 271/07g
      Entscheidungstext OGH 12.12.2007 6 Ob 271/07g
      Vgl auch; Beis wie T11; Beis wie T15; Beis wie T16; Beisatz: Der strafrechtlich relevante Vorwurf der Bilanzfälschung bzw Bilanzmanipulation wird im Zusammenhang mit der Verbuchung von Digitalisierungskosten gebraucht. Tatsächlich fand eine Umbuchung dieser Kosten (nur) statt, um eine frühere unrichtige Zuordnung zum Vorteil der Mieter zu ändern. Die Bewertung eines derartigen Vorgangs als „Bilanzfälschung" oder „Bilanzmanipulation" als exzessiv bedeutet unter Berücksichtigung der jüngst ergangenen Rechtsprechung des EGMR keine krasse Fehlbeurteilung. Gleiches gilt für den weiteren, auf „verbrecherische" Methoden hinweisenden Vorwurf „rote Mietenmafia" bzw „Teil der roten Mietenmafia". Auch dieser Vorwurf geht weit über das hinaus, was der Leser auf den Tatsachenkern zurückführen kann. (T18)
    • 6 Ob 255/07d
      Entscheidungstext OGH 12.12.2007 6 Ob 255/07d
      Vgl auch; Beis wie T11; Beis wie T15; Beis wie T16
    • 6 Ob 266/07x
      Entscheidungstext OGH 12.12.2007 6 Ob 266/07x
    • 4 Ob 60/08i
      Entscheidungstext OGH 20.05.2008 4 Ob 60/08i
      Beisatz: Werturteile sind nur dann durch das Recht der freien Meinungsäußerung gedeckt, wenn sie auf ein im Kern wahres Tatsachensubstrat zurückgeführt werden können und die Äußerung nicht exzessiv ist. Der EGMR (Urteil vom 15. 11. 2007, ApplNr 12.556/03 - Pfeifer gegen Österreich) hat jüngst ausgesprochen, dass ein Werturteil, das weit über das hinausgeht, was vernünftigerweise auf den Tatsachenkern zurückgeführt werden kann, exzessiv ist und die Grenzen der nach Art 10 EMRK zulässigen Kritik überschreitet. (T19)
    • 6 Ob 66/09p
      Entscheidungstext OGH 05.08.2009 6 Ob 66/09p
      Auch; Beis wie T11; Beis wie T19; Beisatz: Hier: Vorwurf der zweckfremden Verwendung von Subventionen. (T20)
    • 4 Ob 66/10z
      Entscheidungstext OGH 13.07.2010 4 Ob 66/10z
      Beis wie T5; Veröff: SZ 2010/82
    • 15 Os 81/11t
      Entscheidungstext OGH 29.06.2011 15 Os 81/11t
      Vgl auch; Auch gegenüber Politikern sind Werturteile ohne hinreichendes Tatsachensubstrat oder Wertungsexzesse nicht vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. (T21); Vgl auch Beis wie T18 Hier: „rote Mietenmafia“ im Gesamtzusammenhang als noch zulässige politische Kritik gewertet. (T22)
    • 15 Os 106/10t
      Entscheidungstext OGH 29.06.2011 15 Os 106/10t
      Vgl; Beisatz: Im Rahmen politischer Auseinandersetzungen und bei „Public Figures“ genügt bereits ein „dünnes Tatsachensubstrat“ für die Zulässigkeit einer Wertung, siehe RS0127027. (T23)
    • 15 Os 175/10i
      Entscheidungstext OGH 29.06.2011 15 Os 175/10i
      Vgl auch; Beisatz: Unwahre, diffamierende Tatsachenbehauptungen oder auf unwahren bzw nicht hinreichenden Tatsachenbehauptungen beruhende negative Werturteile oder Wertungsexzesse fallen nicht unter den Schutzbereich des Art 10 MRK. (T24)
    • 6 Ob 114/11z
      Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 114/11z
      Auch; Beis wie T19 nur: Werturteile sind nur dann durch das Recht der freien Meinungsäußerung gedeckt, wenn sie auf ein im Kern wahres Tatsachensubstrat zurückgeführt werden können und die Äußerung nicht exzessiv ist. (T25)
    • 6 Ob 216/11z
      Entscheidungstext OGH 13.10.2011 6 Ob 216/11z
      Vgl auch
    • 14 Os 12/11p
      Entscheidungstext OGH 30.08.2011 14 Os 12/11p
      Auch; nur T2
    • 6 Ob 258/11a
      Entscheidungstext OGH 12.01.2012 6 Ob 258/11a
      Beis wie T25
    • 6 Ob 243/11w
      Entscheidungstext OGH 22.06.2012 6 Ob 243/11w
      Beis wie T11; Beis wie T18; Beisatz: Hier: Bezeichnung als fundamentalistischer Moslem und Hassprediger. (T26)
    • 15 Os 34/13h
      Entscheidungstext OGH 26.06.2013 15 Os 34/13h
      Auch; nur T2
    • 15 Os 52/12d
      Entscheidungstext OGH 11.12.2013 15 Os 52/12d
      Auch
    Im RIS seit
    15.06.1997
    Zuletzt aktualisiert am
    11.02.2014
    Dokumentnummer
    JJR_19921124_OGH0002_0040OB00082_9200000_004
  • Verweis auf diesen Rechtssatz: RIS - Justiz - Rechtssatz für 4Ob75/94
    6Ob24/95
    4Ob10...
    Gericht
    OGH
    Dokumenttyp
    Rechtssatz
    Rechtssatznummer
    RS0075552
    Geschäftszahl
    4Ob75/94; 6Ob24/95; 4Ob1009/96; 6Ob2060/96a; 4Ob2247/96m; 6Ob171/99m; 6Ob88/00k; 6Ob266/00m; 6Ob109/00y; 6Ob41/01z; 1Ob260/01v; 6Ob273/05y; 6Ob159/06k; 6Ob110/08g; Bsw49418/99; 6Ob244/09i; 6Ob128/10g; 6Ob114/11z; 6Ob216/11z; 6Ob162/12k; 4Ob166/12h
    Entscheidungsdatum
    28.06.1994
    Norm
    ABGB §1330 A
    ABGB §1330 B
    MRK §10
    Rechtssatz

    Da die Freiheit der politischen Debatte einer der Pfeiler des Konzeptes einer demokratischen Gesellschaft ist, sind die Grenzen einer vertretbaren Kritik in Bezug auf einen Politiker, der in seiner öffentlichen Eigenschaft auftritt, weiter zu ziehen als in Bezug auf eine Privatperson. Jeder Politiker setzt sich selbst unvermeidlich und willentlich einer genauen Beurteilung jeder seiner Worte und Taten nicht nur durch Journalisten und das breitere Publikum, sondern insbesondere auch durch den politischen Gegner aus. Der Kläger muss sich daher als Spitzenkandidat einer wahlwerbenden Partei eine humorvoll-satirische Kritik gefallen lassen.

    Entscheidungstexte
    • 4 Ob 75/94
      Entscheidungstext OGH 28.06.1994 4 Ob 75/94
      Veröff: SZ 67/114
    • 6 Ob 24/95
      Entscheidungstext OGH 13.10.1995 6 Ob 24/95
      nur: Da die Freiheit der politischen Debatte einer der Pfeiler des Konzeptes einer demokratischen Gesellschaft ist, sind die Grenzen einer vertretbaren Kritik in Bezug auf einen Politiker, der in seiner öffentlichen Eigenschaft auftritt, weiter zu ziehen als in Bezug auf eine Privatperson. (T1)
    • 4 Ob 1009/96
      Entscheidungstext OGH 26.02.1996 4 Ob 1009/96
      Auch; Beisatz: Die Verbreitung von Bildnissen solcher Personen ist aber dennoch nicht schrankenlos zulässig. (T2)
    • 6 Ob 2060/96a
      Entscheidungstext OGH 28.09.1996 6 Ob 2060/96a
    • 4 Ob 2247/96m
      Entscheidungstext OGH 17.09.1996 4 Ob 2247/96m
      nur: Da die Freiheit der politischen Debatte einer der Pfeiler des Konzeptes einer demokratischen Gesellschaft ist, sind die Grenzen einer vertretbaren Kritik in Bezug auf einen Politiker, der in seiner öffentlichen Eigenschaft auftritt, weiter zu ziehen als in Bezug auf eine Privatperson. Jeder Politiker setzt sich selbst unvermeidlich und willentlich einer genauen Beurteilung jeder seiner Worte und Taten nicht nur durch Journalisten und das breitere Publikum, sondern insbesondere auch durch den politischen Gegner aus. (T3); Beisatz: Als Spitzenkandidat einer wahlwerbenden Partei muss sich der Kläger eine Kritik seiner Wahlkampfaussagen gefallen lassen, auch wenn sie, um besonders einprägsam zu sein, seinen Wahlkampfstil nachahmt und seine Aussagen persifliert. Die Grenzen zulässiger politischer Kritik werden dadurch nicht überschritten. (T4)
    • 6 Ob 171/99m
      Entscheidungstext OGH 29.09.1999 6 Ob 171/99m
      Vgl auch; Beisatz: Wenn auch das Recht auf freie Meinungsäußerung keinen Freibrief bedeutet, den guten Ruf des Betroffenen herabzusetzen und ihn zu beleidigen (6 Ob 32/95; 4 Ob 302/98h), können doch selbst Beschimpfungen im Rahmen politischer Debatten durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gerechtfertigt sein, wenn ein entsprechender Sachbezug gegeben ist. (T5)
    • 6 Ob 88/00k
      Entscheidungstext OGH 13.04.2000 6 Ob 88/00k
      Vgl auch; Beisatz: Eine in die Ehre eingreifende politische Kritik auf Basis unwahrer Tatsachenbehauptungen verstoßt gegen § 1330 ABGB. Behauptung, dass die Heime der Klägerin Heimstätte illegalen Drogenhandels seien, in einem derartigen Heim Suchtgift in näher bezeichnetem Wert sichergestellt worden sei und durch die Kläger Drogenhändler gedeckt würden. (T6)
    • 6 Ob 266/00m
      Entscheidungstext OGH 23.10.2000 6 Ob 266/00m
      nur T1
    • 6 Ob 109/00y
      Entscheidungstext OGH 23.11.2000 6 Ob 109/00y
      nur T3; Beisatz: Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung ist großzügig auszulegen, insbesondere wenn es um zur Debatte stehende politische Verhaltensweisen geht. (T7); Veröff: SZ 73/181
    • 6 Ob 41/01z
      Entscheidungstext OGH 15.03.2001 6 Ob 41/01z
      nur: Die Freiheit der politischen Debatte ist einer der Pfeiler des Konzeptes einer demokratischen Gesellschaft. (T8); Beisatz: Die Freiheit der politischen Debatte, die unter Umständen sogar verletzende oder beunruhigende Äußerungen als gerechtfertigt ansieht, lässt umso mehr als harmlos oder indifferent anzusehende Äußerungen zu. (T9)
    • 1 Ob 260/01v
      Entscheidungstext OGH 22.10.2001 1 Ob 260/01v
      Vgl; Beisatz: Die Urteile des EGMR [Oberschlick II], [Oberschlick I] und [Lingens]) sind nicht so zu verstehen, dass im Interesse der durch die Konvention gewährleisteten Freiheit der Meinungsäußerung der in der Rechtsordnung vorgesehene Persönlichkeitsschutz gegen eine nach dem Strafgesetzbuch (objektiv) tatbildliche üble Nachrede oder Beleidigung bei allen Akten staatlicher Vollziehung unter allen Umständen zurückzutreten habe, sobald sich die üble Nachrede oder Beleidigung gegen einen Politiker richtet. Die innerstaatlichen Behörden haben bei ihren Entscheidungen einen gewissen Ermessensspielraum, ob und in welchem Ausmaß eine Notwendigkeit für einen Eingriff in die Freiheit der Meinungsäußerung besteht. (T10)
    • 6 Ob 273/05y
      Entscheidungstext OGH 26.01.2006 6 Ob 273/05y
      Beisatz: Das Recht auf freie Meinungsäußerung findet in der Interessenabwägung gegenüber der ehrenbeleidigenden Rufschädigung seine Grenze in einer unwahren Tatsachenbehauptung. Hier: Herabsetzung durch unwahre Tatsachenbehauptungen, mit denen jemand eines verwerflichen Verhaltens - des „Durchdrehens" und der Verschleuderung von Gemeindevermögen - bezichtigt wird. (T11)
    • 6 Ob 159/06k
      Entscheidungstext OGH 12.10.2006 6 Ob 159/06k
      Auch; Beisatz: Hier: Inserat in einer Faschingszeitung im Zuge einer politischen Auseinandersetzung. (T12)
    • 6 Ob 110/08g
      Entscheidungstext OGH 07.07.2008 6 Ob 110/08g
      Vgl; Beisatz: Hauptverfahren zum Provisorialverfahren 6 Ob 159/06k mit Bezugnahme auf die Entscheidung MR2007, 419 (Lindon und Otchakovsky-Laurens/Frankreich) des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. (T13)
    • Bsw 49418/99
      Entscheidungstext AUSL EGMR 20.07.2004 Bsw 49418/99
      nur T3; Veröff: NL 2004,188
    • 6 Ob 244/09i
      Entscheidungstext OGH 19.03.2010 6 Ob 244/09i
      nur T1; Beisatz: Für Beschränkungen von politischen Aussagen oder einer Debatte über Fragen des öffentlichen Interesses besteht dabei nach der ständigen Rechtsprechung nur ein sehr enger Ermessensspielraum (vgl EGMR Pfeifer, Nr 12556/03; Lingens, MR 1986, H 4, 11 = EuGRZ 1986, 424). (T14); Beisatz: Ob eine politische Äußerung nach Art 10 EMRK gerechtfertigt erscheint, ist zusammengefasst an der politischen Bedeutung der Stellungnahme, am Gewicht des Anlassfalls, an der Form und Ausdrucksweise sowie dem danach zu unterstellenden Verständnis der Erklärungsempfänger zu messen. (T15)
    • 6 Ob 128/10g
      Entscheidungstext OGH 17.11.2010 6 Ob 128/10g
      nur T1; Beisatz: Dem Beklagten darf nicht das Risiko der Unrichtigkeit der Medienberichterstattung auferlegt werden. (T16); Beisatz: Anderes gilt naturgemäß für den Fall, dass dem Äußernden die Unrichtigkeit der Berichterstattung bekannt war oder leicht erkennbar war. (T17)
    • 6 Ob 114/11z
      Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 114/11z
      nur T1
    • 6 Ob 216/11z
      Entscheidungstext OGH 13.10.2011 6 Ob 216/11z
      Vgl
    • 6 Ob 162/12k
      Entscheidungstext OGH 15.10.2012 6 Ob 162/12k
      Vgl; Beisatz: Im Sinne der angeführten Grundsätze müssen auch Medieninhaber, Herausgeber und Chefredakteure des die Kritik provozierenden Mediums sich einen höheren Grad an Toleranz gegenüber der Kritik des angegriffenen politischen Gegners zurechnen lassen. (T18); Beisatz: Art 10 MRK schützt nicht nur stilistisch hochwertige, sachlich vorgebrachte und niveauvoll ausgeführte Bewertungen, sondern jedwedes Unwerturteil, dass nicht in einem Wertungsexzess gipfelt. (T19); Beisatz: Hier: „journalistischer Bettnässer“. (T20)
    • 4 Ob 166/12h
      Entscheidungstext OGH 15.01.2013 4 Ob 166/12h
      nur T8; Beis wie T14; Beis wie T15; Beisatz: Mit Ausführungen zum Verhältnis zu § 1 UWG iSd Fallgruppe „Ausnützen fremden Vertragsbruchs“. (T21)
    Im RIS seit
    15.06.1997
    Zuletzt aktualisiert am
    11.03.2013
    Dokumentnummer
    JJR_19940628_OGH0002_0040OB00075_9400000_001
  • Verweis auf diesen Rechtssatz: RIS - Justiz - Rechtssatz für 6Ob18/94
    6Ob1/96
    6Ob100...
    Gericht
    OGH
    Dokumenttyp
    Rechtssatz
    Rechtssatznummer
    RS0054830
    Geschäftszahl
    6Ob18/94; 6Ob1/96; 6Ob1005/96; 6Ob24/95; 6Ob2060/96a; 6Ob171/99m; 1Ob117/99h; 6Ob88/00k; 6Ob109/00y; 6Ob142/03f; 6Ob83/04f; 6Ob273/05y; 6Ob159/06k; 6Ob258/07w; 6Ob110/08g; Bsw28525/95; Bsw39394/98; 6Ob128/10g; 15Os81/11t; 6Ob114/11z; 6Ob216/11z
    Entscheidungsdatum
    22.08.1995
    Norm
    ABGB §1330 A
    ABGB §1330 B1
    MRK Art10 Abs2 IV3
    MRK Art10 Abs2 IV4a
    Rechtssatz

    Ob im politischen Meinungsstreit eine den politischen Gegner treffende Äußerung noch im Sinne des Art 10 MRK gerechtfertigt erscheint, ist vor allem an der politischen Bedeutung der die eigene Sicht und Haltung ausdrückenden Stellungnahme, insbesondere im Zusammenhang mit dem politischen Verhalten des Betroffenen an der dem Anlassfall und der Bedeutung des Aussageinhalts angepassten Form und Ausdrucksweise sowie dem danach zu unterstellenden Verständnis der Erklärungsempfänger zu messen.

    Entscheidungstexte
    • 6 Ob 18/94
      Entscheidungstext OGH 22.08.1995 6 Ob 18/94
    • 6 Ob 1/96
      Entscheidungstext OGH 11.01.1996 6 Ob 1/96
    • 6 Ob 1005/96
      Entscheidungstext OGH 22.02.1996 6 Ob 1005/96
      Vgl
    • 6 Ob 24/95
      Entscheidungstext OGH 13.10.1995 6 Ob 24/95
      Auch
    • 6 Ob 2060/96a
      Entscheidungstext OGH 28.09.1996 6 Ob 2060/96a
    • 6 Ob 171/99m
      Entscheidungstext OGH 29.09.1999 6 Ob 171/99m
      Vgl auch; Beisatz: Es können selbst Beschimpfungen im Rahmen politischer Debatten durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gerechtfertigt sein, wenn ein entsprechender Sachbezug gegeben ist. (T1)
    • 1 Ob 117/99h
      Entscheidungstext OGH 27.10.1999 1 Ob 117/99h
      Vgl; Beisatz: Es muß - wenngleich gewiß nicht im gleichen Ausmaß wie bei (Partei-)Politikern, die mit ihren Äußerungen an die Öffentlichkeit drängen, - im Interesse einer freien, demokratischen Diskussion Kritik auch an der Amtsführung von Vereinsorganen erlaubt sein. Sie muß allerdings in einer Form vorgebracht werden, die das absolut geschützte Recht auf Ehre nicht verletzt, und, sofern sie - wie hier - einen nachprüfbaren Tatsachenkern enthält, auch erweislich wahr sein. (Hier: Auseinandersetzung von Vertretern unterschiedlicher Interessengruppen im Zuge eines standespolitischen Meinungsstreits innerhalb des klagenden Vereins. (T2)
    • 6 Ob 88/00k
      Entscheidungstext OGH 13.04.2000 6 Ob 88/00k
      Auch; Beis ähnlich T2; Beisatz: Eine in die Ehre eingreifende politische Kritik auf Basis unwahrer Tatsachenbehauptungen verstoßt gegen § 1330 ABGB. Behauptung, dass die Heime der Klägerin Heimstätte illegalen Drogenhandels seien, in einem derartigen Heim Suchtgift in näher bezeichnetem Wert sichergestellt worden sei und durch die Kläger Drogenhändler gedeckt würden. (T3)
    • 6 Ob 109/00y
      Entscheidungstext OGH 23.11.2000 6 Ob 109/00y
      Beis wie T1; Veröff: SZ 73/181
    • 6 Ob 142/03f
      Entscheidungstext OGH 10.07.2003 6 Ob 142/03f
      Auch
    • 6 Ob 83/04f
      Entscheidungstext OGH 26.08.2004 6 Ob 83/04f
    • 6 Ob 273/05y
      Entscheidungstext OGH 26.01.2006 6 Ob 273/05y
      Vgl; Beisatz: Das Recht auf freie Meinungsäußerung findet in der Interessenabwägung gegenüber der ehrenbeleidigenden Rufschädigung seine Grenze in einer unwahren Tatsachenbehauptung. Hier: Herabsetzung durch unwahre Tatsachenbehauptungen, mit denen jemand eines verwerflichen Verhaltens - des „Durchdrehens" und der Verschleuderung von Gemeindevermögen - bezichtigt wird. (T4)
    • 6 Ob 159/06k
      Entscheidungstext OGH 12.10.2006 6 Ob 159/06k
      Vgl; Beisatz: Hier: Inserat in einer Faschingszeitung im Zuge einer politischen Auseinandersetzung. (T5)
    • 6 Ob 258/07w
      Entscheidungstext OGH 24.01.2008 6 Ob 258/07w
    • 6 Ob 110/08g
      Entscheidungstext OGH 07.07.2008 6 Ob 110/08g
      Vgl; Beisatz: Hauptverfahren zum Provisorialverfahren 6 Ob 159/06k mit Bezugnahme auf die Entscheidung MR2007, 419 (Lindon und Otchakovsky-Laurens/Frankreich) des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. (T6)
    • Bsw 28525/95
      Entscheidungstext AUSL EGMR 26.02.2002 Bsw 28525/95
      Vgl auch; Veröff: NL 2002,29
    • Bsw 39394/98
      Entscheidungstext AUSL EGMR 13.11.2003 Bsw 39394/98
      Vgl auch; Veröff: NL 2003,307
    • 6 Ob 128/10g
      Entscheidungstext OGH 17.11.2010 6 Ob 128/10g
      Vgl auch
    • 15 Os 81/11t
      Entscheidungstext OGH 29.06.2011 15 Os 81/11t
      Vgl auch; Beisatz: Auch gegenüber Politikern sind Werturteile ohne hinreichendes Tatsachensubstrat oder Wertungsexzesse nicht vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. (T7)
    • 6 Ob 114/11z
      Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 114/11z
      Vgl auch
    • 6 Ob 216/11z
      Entscheidungstext OGH 13.10.2011 6 Ob 216/11z
      Vgl
    Im RIS seit
    15.06.1997
    Zuletzt aktualisiert am
    27.02.2012
    Dokumentnummer
    JJR_19950822_OGH0002_0060OB00018_9400000_001
  • Verweis auf diesen Rechtssatz: RIS - Justiz - Rechtssatz für 6Ob2059/96d
    6Ob258/07w...
    Gericht
    OGH
    Dokumenttyp
    Rechtssatz
    Rechtssatznummer
    RS0102052
    Geschäftszahl
    6Ob2059/96d; 6Ob258/07w; 6Ob114/11z; 6Ob216/11z
    Entscheidungsdatum
    28.03.1996
    Norm
    ABGB §1330 A
    ABGB §1330 BI
    Rechtssatz

    In einer politischen Auseinandersetzung muss es den Opponenten in einer demokratischen Gesellschaft gestattet sein, wertende gegensätzliche Standpunkte auch in scharfer Form zu formulieren und Argumente, die für den eigenen Standpunkt sprechen, darzulegen. Eine politische Wertung, die nicht den Vorwurf eines persönlich unehrenhaften Verhaltens des politischen Gegners enthält, ist nicht tatbildlich im Sinne des § 1330 Abs 1 oder Abs 2 ABGB.

    Entscheidungstexte
    • 6 Ob 2059/96d
      Entscheidungstext OGH 28.03.1996 6 Ob 2059/96d
    • 6 Ob 258/07w
      Entscheidungstext OGH 24.01.2008 6 Ob 258/07w
    • 6 Ob 114/11z
      Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 114/11z
      Vgl auch
    • 6 Ob 216/11z
      Entscheidungstext OGH 13.10.2011 6 Ob 216/11z
      Vgl auch
    Im RIS seit
    15.06.1997
    Zuletzt aktualisiert am
    21.10.2011
    Dokumentnummer
    JJR_19960328_OGH0002_0060OB02059_96D0000_001
  • Verweis auf diesen Rechtssatz: RIS - Justiz - Rechtssatz für 4Ob174/97k
    6Ob304/01a
    6...
    Gericht
    OGH
    Dokumenttyp
    Rechtssatz
    Rechtssatznummer
    RS0107768
    Geschäftszahl
    4Ob174/97k; 6Ob304/01a; 6Ob95/03v; 6Ob96/04t; 9Ob42/04y; 6Ob344/04p; 6Ob81/06i; 6Ob3/07w; 9ObA16/08f; 6Ob256/08b; 6Ob240/08z; 6Ob36/10b; 6Ob173/11a; 6Ob216/11z; 6Ob187/11k; 6Ob245/11i; 3Ob65/12y; 6Ob51/14i
    Entscheidungsdatum
    10.06.1997
    Norm
    ABGB §1330 Abs2 BI
    ZPO §502 Abs1 HI2
    Rechtssatz

    Ob eine andere Beurteilung der festgestellten Äußerung vertretbar ist, hat keine über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung und bildet demnach keine erhebliche Rechtsfrage im Sinne des § 502 Abs 1 ZPO.

    Entscheidungstexte
    • 4 Ob 174/97k
      Entscheidungstext OGH 10.06.1997 4 Ob 174/97k
    • 6 Ob 304/01a
      Entscheidungstext OGH 20.12.2001 6 Ob 304/01a
    • 6 Ob 95/03v
      Entscheidungstext OGH 26.06.2003 6 Ob 95/03v
      Auch
    • 6 Ob 96/04t
      Entscheidungstext OGH 27.05.2004 6 Ob 96/04t
    • 9 Ob 42/04y
      Entscheidungstext OGH 15.09.2004 9 Ob 42/04y
      Auch
    • 6 Ob 344/04p
      Entscheidungstext OGH 25.08.2005 6 Ob 344/04p
    • 6 Ob 81/06i
      Entscheidungstext OGH 27.04.2006 6 Ob 81/06i
    • 6 Ob 3/07w
      Entscheidungstext OGH 15.02.2007 6 Ob 3/07w
    • 9 ObA 16/08f
      Entscheidungstext OGH 09.07.2008 9 ObA 16/08f
      Auch; Beisatz: Ob einer Erklärung ein über ihren bloßen Wortlaut hinausgehender Bedeutungsinhalt zuzumessen ist bzw bejahendenfalls welcher, kann immer nur unter Beachtung der Umstände des konkreten Einzelfalls beurteilt werden und vermag daher - von unvertretbaren Fehlbeurteilungen der zweiten Instanz abgesehen - die Zulässigkeit der Revision nicht zu rechtfertigen. (T1)
    • 6 Ob 256/08b
      Entscheidungstext OGH 17.12.2008 6 Ob 256/08b
    • 6 Ob 240/08z
      Entscheidungstext OGH 14.05.2009 6 Ob 240/08z
    • 6 Ob 36/10b
      Entscheidungstext OGH 15.04.2010 6 Ob 36/10b
    • 6 Ob 173/11a
      Entscheidungstext OGH 14.09.2011 6 Ob 173/11a
    • 6 Ob 216/11z
      Entscheidungstext OGH 13.10.2011 6 Ob 216/11z
    • 6 Ob 187/11k
      Entscheidungstext OGH 14.09.2011 6 Ob 187/11k
    • 6 Ob 245/11i
      Entscheidungstext OGH 21.12.2011 6 Ob 245/11i
    • 3 Ob 65/12y
      Entscheidungstext OGH 15.05.2012 3 Ob 65/12y
      Ähnlich
    • 6 Ob 51/14i
      Entscheidungstext OGH 26.06.2014 6 Ob 51/14i
    Im RIS seit
    15.06.1997
    Zuletzt aktualisiert am
    21.08.2014
    Dokumentnummer
    JJR_19970610_OGH0002_0040OB00174_97K0000_002
  • Verweis auf diesen Rechtssatz: RIS - Justiz - Rechtssatz für 6Ob123/00g
    6Ob324/01t
    6...
    Gericht
    OGH
    Dokumenttyp
    Rechtssatz
    Rechtssatznummer
    RS0113943
    Geschäftszahl
    6Ob123/00g; 6Ob324/01t; 6Ob245/04d; 6Ob81/06i; 6Ob3/07w; 6Ob207/07w; 6Ob61/08a; 6Ob256/08b; 6Ob240/08z; 6Ob46/08w; 4Ob83/11a; 6Ob232/10a; 6Ob216/11z; 6Ob187/11k; 9ObA77/11f; 6Ob170/13p
    Entscheidungsdatum
    28.06.2000
    Norm
    ABGB §1330 Abs1 A
    ZPO §502 Abs1 HI2
    Rechtssatz

    Die Frage, ob eine bestimmte Äußerung als Wertungsexzess zu qualifizieren ist, hängt von den jeweiligen Umständen ab und stellt im vorliegenden Einzelfall keine erhebliche Rechtsfrage dar.

    Entscheidungstexte
    • 6 Ob 123/00g
      Entscheidungstext OGH 28.06.2000 6 Ob 123/00g
    • 6 Ob 324/01t
      Entscheidungstext OGH 31.01.2002 6 Ob 324/01t
      Beisatz: Ebenso die Frage, ob "Tatsachen" verbreitet werden und ob eine wertende Äußerung vorliegt. (T1)
    • 6 Ob 245/04d
      Entscheidungstext OGH 16.02.2006 6 Ob 245/04d
    • 6 Ob 81/06i
      Entscheidungstext OGH 27.04.2006 6 Ob 81/06i
    • 6 Ob 3/07w
      Entscheidungstext OGH 15.02.2007 6 Ob 3/07w
      Beis wie T1
    • 6 Ob 207/07w
      Entscheidungstext OGH 13.09.2007 6 Ob 207/07w
    • 6 Ob 61/08a
      Entscheidungstext OGH 08.05.2008 6 Ob 61/08a
      Beisatz: Jedenfalls ist - von einer krassen Fehlbeurteilung durch die Vorinstanzen abgesehen - eine das jeweilige Verfahren an Bedeutung übersteigende Rechtsfrage im Sinne des § 528 Abs 1 ZPO darin nicht zu erblicken. (T2)
    • 6 Ob 256/08b
      Entscheidungstext OGH 17.12.2008 6 Ob 256/08b
    • 6 Ob 240/08z
      Entscheidungstext OGH 14.05.2009 6 Ob 240/08z
    • 6 Ob 46/08w
      Entscheidungstext OGH 02.07.2009 6 Ob 46/08w
    • 4 Ob 83/11a
      Entscheidungstext OGH 21.06.2011 4 Ob 83/11a
      Auch; Beis wie T1; Beis ähnlich wie T2
    • 6 Ob 232/10a
      Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 232/10a
    • 6 Ob 216/11z
      Entscheidungstext OGH 13.10.2011 6 Ob 216/11z
    • 6 Ob 187/11k
      Entscheidungstext OGH 14.09.2011 6 Ob 187/11k
    • 9 ObA 77/11f
      Entscheidungstext OGH 29.03.2012 9 ObA 77/11f
    • 6 Ob 170/13p
      Entscheidungstext OGH 30.09.2013 6 Ob 170/13p
      Auch
    Im RIS seit
    28.07.2000
    Zuletzt aktualisiert am
    18.11.2013
    Dokumentnummer
    JJR_20000628_OGH0002_0060OB00123_00G0000_002
  • Verweis auf diesen Rechtssatz: RIS - Justiz - Rechtssatz für 6Ob149/01g
    6Ob176/01b
    6...
    Gericht
    OGH, AUSL EGMR
    Dokumenttyp
    Rechtssatz
    Rechtssatznummer
    RS0115541
    Geschäftszahl
    6Ob149/01g; 6Ob176/01b; 6Ob168/01a; 6Ob191/01h; 6Ob313/02a; 6Ob56/03h; 6Ob250/03p; 6Ob273/05y; 6Ob245/04d; 6Ob159/06k; 6Ob250/06t; 6Ob79/07x; 6Ob258/07w; 6Ob285/07s; 6Ob110/08g; 6Ob218/08i; 6Ob62/09z; Bsw26958/95; Bsw29032/95; Bsw65924/01; Bsw49418/99; Bsw46572/99; Bsw53678/00; Bsw49017/99; Bsw58547/00; Bsw66298/01; 4Ob132/09d; Bsw13071/03; Bsw19710/02; 6Ob128/10g; Bsw68354/01; Bsw3138/04; Bsw21279/02 (Bsw36448/02); 8ObA51/10y; Bsw78060/01; 15Os81/11t; 15Os106/10t (15Os49/11m, 15Os50/11h); 6Ob114/11z; 6Ob216/11z; Bsw34438/04; Bsw5380/07; 6Ob243/11w; Bsw20928/05; Bsw17265/05; Bsw37520/07; 6Ob162/12k; Bsw2034/07; Bsw18990/05; Bsw34702/07; Bsw33497/07 (Bsw3401/07)
    Entscheidungsdatum
    05.07.2001
    Norm
    ABGB §1330 A
    ABGB §1330 BI
    MedG §6 Abs1
    MRK Art10 Abs2 IV4b
    StGB §111 Abs1
    Rechtssatz

    Die Grenzen zulässiger Kritik an Politikern in Ausübung ihres öffentlichen Amtes sind im Allgemeinen weiter gesteckt als bei Privatpersonen, weil sich Politiker unweigerlich und wissentlich der eingehenden Beurteilung ihrer Worte und Taten durch die Presse und die allgemeine Öffentlichkeit aussetzen. Politiker müssen daher einen höheren Grad an Toleranz zeigen, besonders wenn sie selbst öffentliche Äußerungen tätigen, die geeignet sind, Kritik auf sich zu ziehen. Dieser Grundsatz gilt - im Sinne der neuesten Rechtsprechung des EGMR (Susanne Jerusalem gegen Österreich, MR 2001,89) - aber auch für Privatpersonen und private Vereinigungen, sobald sie die politische Bühne (die Arena der politischen Auseinandersetzung) betreten.

    Entscheidungstexte
    • 6 Ob 149/01g
      Entscheidungstext OGH 05.07.2001 6 Ob 149/01g
      Veröff: SZ 74/117
    • 6 Ob 176/01b
      Entscheidungstext OGH 27.09.2001 6 Ob 176/01b
      Auch
    • 6 Ob 168/01a
      Entscheidungstext OGH 27.09.2001 6 Ob 168/01a
      Auch; Beisatz: Die Zeitschrift der Kläger hat durch die nicht gerade zimperliche Darstellungsweise des im Bericht massiv angegriffenen Politikers selbst die Kritik des Beklagten ausgelöst. Die Kläger, Medieninhaber, Herausgeber und Chefredakteure des die Kritik provozierenden Mediums müssen sich daher einen höheren Grad an Toleranz gegenüber der Kritik des angegriffenen politischen Gegners zurechnen lassen. Nach diesen Gesichtspunkten überschreitet die Kritik des Beklagten nicht den Rahmen des in einem politischen Meinungsstreit Zulässigen. (T1)
    • 6 Ob 191/01h
      Entscheidungstext OGH 27.09.2001 6 Ob 191/01h
      Auch; Beis wie T1
    • 6 Ob 313/02a
      Entscheidungstext OGH 23.01.2003 6 Ob 313/02a
    • 6 Ob 56/03h
      Entscheidungstext OGH 20.03.2003 6 Ob 56/03h
      Auch
    • 6 Ob 250/03p
      Entscheidungstext OGH 19.02.2004 6 Ob 250/03p
      Beis wie T1; Beisatz: Politiker müssen einen höheren Grad an Toleranz zeigen, vor allem dann, wenn sie selbst öffentliche Äußerungen tätigen, die geeignet sind, Kritik auf sich zu ziehen, wie etwa dann, wenn der Verletzte durch eine herabsetzende und provokante Schreibweise selbst die Kritik seines Werkes ausgelöst hat. (T2); Beisatz: Hier: "Enthüllungsjournalist"-Verdächtigungen gegen FPÖ-Funktionäre. (T3)
    • 6 Ob 273/05y
      Entscheidungstext OGH 26.01.2006 6 Ob 273/05y
      Beisatz: Das Recht auf freie Meinungsäußerung findet in der Interessenabwägung gegenüber der ehrenbeleidigenden Rufschädigung seine Grenze in einer unwahren Tatsachenbehauptung. Hier: Herabsetzung durch unwahre Tatsachenbehauptungen, mit denen jemand eines verwerflichen Verhaltens - des „Durchdrehens" und der Verschleuderung von Gemeindevermögen - bezichtigt wird. (T4)
    • 6 Ob 245/04d
      Entscheidungstext OGH 16.02.2006 6 Ob 245/04d
      Beisatz: Hier: Journalist. (T5)
    • 6 Ob 159/06k
      Entscheidungstext OGH 12.10.2006 6 Ob 159/06k
      Auch; nur: Die Grenzen zulässiger Kritik an Politikern in Ausübung ihres öffentlichen Amtes sind im Allgemeinen weiter gesteckt als bei Privatpersonen, weil sich Politiker unweigerlich und wissentlich der eingehenden Beurteilung ihrer Worte und Taten durch die Presse und die allgemeine Öffentlichkeit aussetzen. Politiker müssen daher einen höheren Grad an Toleranz zeigen, besonders wenn sie selbst öffentliche Äußerungen tätigen, die geeignet sind, Kritik auf sich zu ziehen. (T6); Beisatz: Hier: Inserat in einer Faschingszeitung im Zuge einer politischen Auseinandersetzung. (T7)
    • 6 Ob 250/06t
      Entscheidungstext OGH 30.11.2006 6 Ob 250/06t
      Auch; nur T6; Beisatz: Hier: Behauptung erfolgte im Rahmen eines öffentlich geführten und den Lesern der Website zweifellos bekannten Meinungsstreits über Sinn und Zweck von Tiergärten. (T8)
    • 6 Ob 79/07x
      Entscheidungstext OGH 21.06.2007 6 Ob 79/07x
      Beisatz: Hier: In Artikeln von Branchenzeitungen ausgetragene Auseinandersetzung zwischen zwei Medieninhabern. (T9)
    • 6 Ob 258/07w
      Entscheidungstext OGH 24.01.2008 6 Ob 258/07w
      Beisatz: Hier: Vorwurf gegen einen Landeshauptmann, Beihilfe zur Vertuschung geleistet zu haben. (T10)
    • 6 Ob 285/07s
      Entscheidungstext OGH 10.04.2008 6 Ob 285/07s
      Auch; Beisatz: Hier: Vorwurf in Zeitungsartikel, dass Pädagogen auf Weisung orange Flugblätter während des Unterrichts austeilen mussten und dadurch der parteipolitische Missbrauch auf die Spitze getrieben würde und dies ein diktatorisches Verhalten wäre. (T11)
    • 6 Ob 110/08g
      Entscheidungstext OGH 07.07.2008 6 Ob 110/08g
      Vgl; Beisatz: Hauptverfahren zum Provisorialverfahren 6 Ob 159/06k mit Bezugnahme auf die Entscheidung MR 2007, 419 (Lindon und Otchakovsky-Laurens/Frankreich) des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. (T12)
    • 6 Ob 218/08i
      Entscheidungstext OGH 15.01.2009 6 Ob 218/08i
      Beisatz: Der von den Vorinstanzen angenommene Bedeutungsinhalt der Äußerungen des Beklagten, dieser habe den Klägern den Vorwurf der Beteiligung an einer strafbaren Handlung, nämlich der verdeckten Parteienfinanzierung, gemacht, überschreitet insbesondere dann die Auslegungsgrenzen, wenn - wie dargestellt - von Politikern (wozu auch der Erstkläger gehört) ein größeres Maß an Toleranz verlangt wird. Ein massiver Wertungsexzess liegt jedenfalls nicht vor. (T13)
    • 6 Ob 62/09z
      Entscheidungstext OGH 02.07.2009 6 Ob 62/09z
      Beisatz: Hier: Amtsmissbrauchsvorwürfe gegenüber dem Bürgermeister einer Gemeinde im Zusammenhang mit einer Bauverhandlung. (T14)
    • Bsw 26958/95
      Entscheidungstext AUSL EGMR 27.02.2001 Bsw 26958/95
      Vgl; Veröff: NL 2001,52
    • Bsw 29032/95
      Entscheidungstext AUSL EGMR 12.07.2001 Bsw 29032/95
      Vgl; nur T6; Veröff: NL 2001,149
    • Bsw 65924/01
      Entscheidungstext AUSL EGMR 09.10.2003 Bsw 65924/01
      Vgl auch; nur T6; Veröff: NL 2003,253
    • Bsw 49418/99
      Entscheidungstext AUSL EGMR 20.07.2004 Bsw 49418/99
      Vgl; nur T6; Veröff: NL 2004,188
    • Bsw 46572/99
      Entscheidungstext AUSL EGMR 28.09.2004 Bsw 46572/99
      Vgl; Veröff: NL 2004,228
    • Bsw 53678/00
      Entscheidungstext AUSL EGMR 16.11.2004 Bsw 53678/00
      Veröff: NL 2004,289
    • Bsw 49017/99
      Entscheidungstext AUSL EGMR 17.12.2004 Bsw 49017/99
      Beisatz: Es kann jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass Beamte sich im selben Maße bewusst einer strengen Beobachtung ihrer Worte und Taten unterwerfen wie Politiker. (T15); Veröff: NL 2005,10
    • Bsw 58547/00
      Entscheidungstext AUSL EGMR 27.10.2005 Bsw 58547/00
      nurT6; Veröff: NL 2005,246
    • Bsw 66298/01
      Entscheidungstext AUSL EGMR 13.12.2005 Bsw 66298/01
      Veröff: NL 2005,298
    • 4 Ob 132/09d
      Entscheidungstext OGH 20.10.2009 4 Ob 132/09d
      Vgl; Beisatz: Die Grenzen zulässiger Kritik an Politikern sind erheblich weiter gezogen als bei Privatpersonen. Dieser Grundsatz gilt auch für Privatpersonen und private Vereinigungen, sobald sie die politische Bühne betreten. (T16)
    • Bsw 13071/03
      Entscheidungstext AUSL EGMR 02.11.2006 Bsw 13071/03
      Vgl; nur T6
    • Bsw 19710/02
      Entscheidungstext AUSL EGMR 02.11.2006 Bsw 19710/02
      Vgl; nur T6; Veröff: NL 2006,291
    • 6 Ob 128/10g
      Entscheidungstext OGH 17.11.2010 6 Ob 128/10g
      Vgl; Beisatz: Dem Beklagten darf nicht das Risiko der Unrichtigkeit der Medienberichterstattung auferlegt werden. (T17); Beisatz: Anderes gilt naturgemäß für den Fall, dass dem Äußernden die Unrichtigkeit der Berichterstattung bekannt war oder leicht erkennbar war. (T18)
    • Bsw 68354/01
      Entscheidungstext AUSL EGMR 25.01.2007 Bsw 68354/01
      nur T6; Veröff: NL 2007,19
    • Bsw 3138/04
      Entscheidungstext AUSL EGMR 25.01.2007 Bsw 3138/04
      nur T6; Beisatz: Vorwurf der Zerstörung des Gesundheitssystems und Bezeichnung als „technischer Wunderwuzzi“ im Zuge einer politischen und öffentlichen Debatte über die Zukunft der Landeskrankenanstalten. (Arbeiter gegen Österreich) (T19); Veröff: NL 2007,23
    • Bsw 21279/02
      Entscheidungstext AUSL EGMR 22.10.2007 Bsw 21279/02
      nur T6; Veröff: NL 2007,261
    • 8 ObA 51/10y
      Entscheidungstext OGH 22.03.2011 8 ObA 51/10y
      Vgl auch
    • Bsw 78060/01
      Entscheidungstext AUSL EGMR 14.10.2008 Bsw 78060/01
      Veröff: NL 2008,287
    • 15 Os 81/11t
      Entscheidungstext OGH 29.06.2011 15 Os 81/11t
      Vgl auch
    • 15 Os 106/10t
      Entscheidungstext OGH 29.06.2011 15 Os 106/10t
      Auch; Beisatz: Im Rahmen politischer Auseinandersetzungen und bei „Public Figures“ genügt bereits ein „dünnes Tatsachensubstrat“ für die Zulässigkeit einer Wertung, siehe RS0127027. (T20)
    • 6 Ob 114/11z
      Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 114/11z
      Auch
    • 6 Ob 216/11z
      Entscheidungstext OGH 13.10.2011 6 Ob 216/11z
      Auch
    • Bsw 34438/04
      Entscheidungstext AUSL EGMR 16.04.2009 Bsw 34438/04
      Vgl; Beis: Die Situation einer verurteilten Straftäterin ist nicht mit der einer Person vergleichbar, die sich in ihrer Rolle als Politiker, als eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens oder als Teilnehmer an einer im allgemeinen Interesse gelegenen öffentlichen Debatte der Öffentlichkeit aussetzt. (Bem: Egeland und Hanseid gegen Norwegen) (T21)
      Veröff: NL 2009,104
    • Bsw 5380/07
      Entscheidungstext AUSL EGMR 01.12.2009 Bsw 5380/07
      Auch; nur T1; Beisatz: Dies gilt auch für Wissenschafter, die sich als Autoren von Beiträgen in Tageszeitungen an einer öffentlichen Debatte beteiligen. (Bem: Karsai gegen Ungarn) (T22)
      Veröff: NL 2009,346
    • 6 Ob 243/11w
      Entscheidungstext OGH 22.06.2012 6 Ob 243/11w
    • Bsw 20928/05
      Entscheidungstext AUSL EGMR 30.03.2010 Bsw 20928/05
      Vgl auch; Veröff: NL 2010,109
    • Bsw 17265/05
      Entscheidungstext AUSL EGMR 06.05.2010 Bsw 17265/05
      Auch; Beisatz: Dies gilt auch für Wissenschafter, die ihre Ideen und Überzeugungen in Vorträgen öffentlich machen. (Bem: Brunet Lecomte und Lyon Mag gg. Frankreich) (T23)
      Veröff: NL 2010,147
    • Bsw 37520/07
      Entscheidungstext AUSL EGMR 06.07.2010 Bsw 37520/07
      Auch; Beisatz: Die Vertreterin einer NGO, die deren Ziele öffentlich fördert und über Jahre in den Medien präsent ist, kann nicht als völlig private Person angesehen werden, auch wenn sie nicht in die Gruppe der Personen des öffentlichen Lebens fällt. (Bem: Niskasaari u.a. gg. Finnland) (T24)
      Veröff: NL 2010,215
    • 6 Ob 162/12k
      Entscheidungstext OGH 15.10.2012 6 Ob 162/12k
      Beisatz: Im Sinne der angeführten Grundsätze müssen auch Medieninhaber, Herausgeber und Chefredakteure des die Kritik provozierenden Mediums sich einen höheren Grad an Toleranz gegenüber der Kritik des angegriffenen politischen Gegners zurechnen lassen. (T25); Beisatz: Art 10 MRK schützt nicht nur stilistisch hochwertige, sachlich vorgebrachte und niveauvoll ausgeführte Bewertungen, sondern jedwedes Unwerturteil, dass nicht in einem Wertungsexzess gipfelt. (T26); Beisatz: Hier: „journalistischer Bettnässer“. (T27)
    • Bsw 2034/07
      Entscheidungstext AUSL EGMR 15.03.2011 Bsw 2034/07
      nur: Die Grenzen zulässiger Kritik an Politikern in Ausübung ihres öffentlichen Amtes sind im Allgemeinen weiter gesteckt als bei Privatpersonen, weil sich Politiker unweigerlich und wissentlich der eingehenden Beurteilung ihrer Worte und Taten durch die Presse und die allgemeine Öffentlichkeit aussetzen. (T28)
      Veröff: NL 2011,78
    • Bsw 18990/05
      Entscheidungstext AUSL EGMR 05.07.2011 Bsw 18990/05
      nur: Die Grenzen zulässiger Kritik an Politikern in Ausübung ihres öffentlichen Amtes sind im Allgemeinen weiter gesteckt als bei Privatpersonen. (T29)
      Veröff: NL 2011,208
    • Bsw 34702/07
      Entscheidungstext AUSL EGMR 10.01.2012 Bsw 34702/07
      Vgl auch; Beisatz: Ein Mitglied der Treasury-Abteilung einer Bank ist keine Figur des öffentlichen Lebens. (Bem: Standard Verlags GmbH gg. Österreich [Nr. 3]) (T30)
      Veröff: NL 2012,3
    • Bsw 33497/07
      Entscheidungstext AUSL EGMR 17.01.2012 Bsw 33497/07
      Vgl auch; Beisatz: Dadurch, dass eine Person Opfer einer strafbaren Handlung wurde, die beachtliche Aufmerksamkeit auf sich lenkt, betritt sie nicht die öffentliche Bühne.. (Bem: Krone Verlag GmbH & Co KG und Krone Multimedia GmbH & Co KG gg. Österreich und Kurier Zeitungsverlag und Druckerei GmbH gg. Österreich) (T31)
      Veröff: NL 2012,28
    European Case Law Identifier (ECLI)
    ECLI:AT:OGH0002:2001:RS0115541
    Im RIS seit
    04.08.2001
    Zuletzt aktualisiert am
    22.09.2014
    Dokumentnummer
    JJR_20010705_OGH0002_0060OB00149_01G0000_001
  • Verweis auf diesen Rechtssatz: RIS - Justiz - Rechtssatz für 6Ob216/11z
    6Ob208/11y
    7...
    Gericht
    OGH
    Dokumenttyp
    Rechtssatz
    Rechtssatznummer
    RS0127140
    Geschäftszahl
    6Ob216/11z; 6Ob208/11y; 7Ob1/12s; 1Ob255/12z
    Entscheidungsdatum
    13.10.2011
    Norm
    ZPO idF Budgetbegleitgesetz 2011 §222 Abs1
    Rechtssatz

    Die Verwendung der Präposition "zwischen" in § 222 Abs 1 ZPO (idF Budgetbegleitgesetz 2011) schließt ein Verständnis dahin, dass von dieser Formulierung auch der Anfangs- und Endtermin umfasst ist, keineswegs aus. Der 15. Juli und der 17. August sind daher jeweils mitzuzählen.

    Entscheidungstexte
    • 6 Ob 216/11z
      Entscheidungstext OGH 13.10.2011 6 Ob 216/11z
    • 6 Ob 208/11y
      Entscheidungstext OGH 24.11.2011 6 Ob 208/11y
    • 7 Ob 1/12s
      Entscheidungstext OGH 25.01.2012 7 Ob 1/12s
    • 1 Ob 255/12z
      Entscheidungstext OGH 31.01.2013 1 Ob 255/12z
    Im RIS seit
    24.10.2011
    Zuletzt aktualisiert am
    28.03.2013
    Dokumentnummer
    JJR_20111013_OGH0002_0060OB00216_11Z0000_001
Verweis auf diesen Entscheidungstext: RIS - Justiz - Entscheidungstext 6Ob216/11z
Gericht
OGH
Dokumenttyp
Entscheidungstext
Fundstelle
Zak 2011/710 S 379 - Zak 2011,379 = ecolex 2011/436 S 1115 (Zemann) - ecolex 2011,1115 (Zemann) = JBl 2012,123 = RZ 2012,67 EÜ37 - RZ 2012 EÜ37 = Mietslg 63.650
Geschäftszahl
6Ob216/11z
Entscheidungsdatum
13.10.2011
Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Pimmer als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Schramm, Dr. Gitschthaler, Univ.-Prof. Dr. Kodek und Dr. Nowotny als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei L***** Verlag GmbH, *****, vertreten durch Stenitzer & Stenitzer Rechtsanwälte OG in Leibnitz, gegen die beklagte Partei Mag. I*****, vertreten durch Mörth Ecker Filzmaier Rechtsanwaltspartnerschaft in Graz, wegen Unterlassung, Widerrufs und Veröffentlichung des Widerrufs (Gesamtstreitwert 36.000 EUR), über die außerordentliche Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Graz als Berufungsgericht vom 6. Juli 2011, GZ 5 R 82/11k-22, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die außerordentliche Revision wird gemäß § 508a Abs 2 ZPO mangels der Voraussetzungen des § 502 Abs 1 ZPO zurückgewiesen (§ 510 Abs 3 ZPO).

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

1. Vorweg ist festzuhalten, dass die außerordentliche Revision rechtzeitig ist. Zwar wird in der Literatur teilweise die Auffassung vertreten, die Präposition „zwischen“ in § 222 Abs 1 ZPO sei dahin zu verstehen, dass der Anfangs- und Endtermin, also der 15. Juli und der 17. August, jeweils nicht mitgezählt werden (Hinger, ÖJZ 2011, 427), sodass bei Zustellung eines Urteils in diesem Zeitraum der 13. September 2011 den letzten Tag der 4-wöchigen Frist darstellt.

Dieser Auffassung kann jedoch nicht gefolgt werden. Die Verwendung des Worts „zwischen“ schließt ein Verständnis dahin, dass von dieser Formulierung auch der Anfangs- und Endtermin umfasst ist, keineswegs aus (vgl Kolmasch, Zak 2011, 230).

2.1. Ob eine bestimmte Äußerung als Wertungsexzess zu qualifizieren ist (RIS-Justiz RS0113943) sowie ob eine andere Beurteilung der festgestellten Äußerung vertretbar gewesen wäre (RIS-Justiz RS0107768), stellt jeweils eine Frage des Einzelfalls dar. Der Oberste Gerichtshof hat bereits wiederholt darauf hingewiesen, dass Art 10 Abs 2 EMRK wenig Raum für Einschränkungen gegenüber politischen Reden oder Debatten über Fragen von öffentlichem Interesse zulässt (6 Ob 114/11z; vgl auch RIS-Justiz RS0075552, RS0054830, RS0102052). Demnach sind die Grenzen der zulässigen Kritik an Politikern erheblich weiter gezogen als bei Privatpersonen. Dieser Grundsatz gilt auch für Privatpersonen und private Vereinigungen, sobald sie die politische Bühne betreten (RIS-Justiz RS0115541).

2.2. In der Entscheidung 6 Ob 114/11z wandte der erkennende Senat diese Grundsätze auch auf Publikationen zum Thema Islam an. Durch eine Buchveröffentlichung und zahlreiche Vorträge zum Thema Islam sei der Kläger zweifellos als „public figure“ zu qualifizieren. Der maßgerechte Durchschnittsleser fasse die abgedruckten Leserbriefe zwangsläufig in dem Sinne auf, dass es sich dabei um eine bloß rein subjektive Meinung im Rahmen der heftig geführten öffentlichen Debatte über das Verhältnis von Islam und Demokratie handle. Dabei stehe nicht die wissenschaftliche Expertise des Autors im Vordergrund; vielmehr gehe es um einen - wenn auch von allen Seiten teilweise überaus heftig geführten - Meinungsstreit im Zuge eines öffentlichen Diskurses.

2.3. Im vorliegenden Fall hat die klagende Partei das Buch von Rudolf Czernin „Das Ende der Tabus“ verlegt, in welchem der Autor ua die Existenz der Gaskammer in Mauthausen und überhaupt die Existenz eines nationalsozialistischen Plans zur physischen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung anzweifelt. Von der klagenden Partei wurde das Buch ua mit folgender Textpassage beworben: „In vielen Bereichen der Zeitgeschichtsschreibung herrschen auch heute noch Tabus … aber der Fortschritt der Forschung lässt sich weder durch Gesetz noch durch Zensur langfristig aufhalten.“

2.4. Wenn bei dieser Sachlage die Vorinstanzen die inkriminierte Äußerung der beklagten Partei, wer dieses Buch als Fortschritt feiere, bekenne sich zur Geschichtslüge als Programm, als nicht das Maß der in einer öffentlich geführten Debatte zulässigen Kritik übersteigend angesehen und einen Wertungsexzess verneint haben, so ist darin keine vom Obersten Gerichtshof im Interesse der Rechtssicherheit aufzugreifende Fehlbeurteilung zu erblicken. Aus dem geschilderten Kontext der Äußerung ergibt sich zweifelsfrei, dass es sich dabei nur um eine intensive Kritik an dem betreffenden Buch handelt, dass damit aber nicht unterstellt wurde, das Verlagsprogramm der klagenden Partei sei insgesamt auf eine vorsätzliche Verzerrung historischer Gegebenheit ausgerichtet. In Anbetracht des Umstands, dass auch die Klägerin selbst einräumt, dass es sich beim Verfasser dieses Buchs nur um einen Hobbyhistoriker handle, dem überdies Fehler unterlaufen seien, kann auch vom Fehlen eines ausreichenden Tatsachensubstrats (vgl RIS-Justiz RS00322201 [T11, T18]) keine Rede sein.

Schlagworte
Zivilverfahrensrecht
Textnummer
E98598
Im RIS seit
20.10.2011
Zuletzt aktualisiert am
14.02.2013
Dokumentnummer
JJT_20111013_OGH0002_0060OB00216_11Z0000_000