Landesrecht Salzburg: Gesamte Rechtsvorschrift für Ausbildungskurse für Verwender von Pflanzenschutzmitteln, Fassung vom 22.08.2014

  • Langtitel
    Verordnung der Salzburger Landesregierung vom 10. Juli 1992 betreffend Ausbildungskurse für Verwender von Pflanzenschutzmitteln
    StF: LGBl. Nr. 75/1992
    Präambel/Promulgationsklausel

    Auf Grund des § 3 Abs. 2 Z. 1 des Salzburger Landwirtschaftlichen Pflanzenschutzmittelgesetzes, LGBl. Nr. 79/1991, wird verordnet:

  • Text

    Allgemeines

     

    § 1

     

    (1) Der Ausbildungskurs für die Verwendung von gefährlichen Pflanzenschutzmitteln gliedert sich in eine theoretische und in eine praktische Ausbildung.

    (2) In die Ausbildungsinhalte sind die Voraussetzungen für die Verwendung von gefährlichen Pflanzenschutzmitteln und die Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes einzubeziehen. Sie sind besonders auf die Vermeidung von Gefahren für Menschen und Umwelt auszurichten.

    (3) Die praktische Ausbildung hat methodische und praktische Hinweise

    a)

    zur Verwendung von gefährlichen Pflanzenschutzmitteln,

    b)

    zur Entsorgung von Restmengen und Leergebinden,

    c)

    zum Umgang mit Pflanzenschutzgeräten und

    d)

    für Sofort- und Gegenmaßnahmen bei Unfällen

    zu geben.

  • Theoretische Ausbildung

     

    § 2

     

    Die theoretische Ausbildung hat folgende Gegenstände zu umfassen und die jeweils angeführten Lehrstoffe zu vermitteln:

    1.

    Ökologie und Toxikologie:

    Grundzüge der Pflanzenkunde u. a. im Zusammenhang mit ihren Standorten und den erforderlichen klimatischen Bedingungen, Grundkenntnisse der Gefahren, die von der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln auf natürliche Kreisläufe ausgehen können, insbesondere auf Boden und Gewässer (Methabolite, Abbaugeschwindigkeit, Rückstände);

    2.

    Pflanzenschutzmittelkunde:

    Grundkenntnisse der wichtigsten Wirkstoffe, Überblick über Insektizide, Fungizide, Herbizide, Pflanzenhilfsstoffe und Bioregulatoren;

    3.

    Schädlings- und Nützlingskunde:

    Grundkenntnisse der Schädlingsarten, tierische Schädlinge, Viren, Bakterien, Pilze, Schadpflanzen, Einsatz von Nützlingen;

    4.

    Integrierter Pflanzenschutz:

    Abstimmung der kulturtechnischen, mechanischen, biologischen und chemischen Pflanzenschutzmaßnahmen je nach Schadfaktor, Schadschwellen und Warndienst;

    5.

    Rechtsvorschriften des Pflanzenschutzwesens:

    Kenntnisse des gesamten Pflanzenschutzmittelrechts (Chemikaliengesetz, Pflanzenschutzgesetz, Pflanzenschutzmittelgesetz), Recht des Bezuges (Giftbezug), der Lagerung und Entsorgung von gefährlichen Pflanzenschutzmitteln, Fragen der strafrechtlichen Verantwortlichkeit bei der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln;

    6.

    Sofort- und Gegenmaßnahmen bei Unfällen:

    Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Vergiftungsfällen mit Pflanzenschutzmitteln;

    7.

    Anwenderschutz beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln:

    Einkauf, Aufbewahrung, Transport von Pflanzenschutzmitteln, Ausgestaltung der Schutzkleidung, Verhaltensregeln vor, während und nach dem Umgang mit Pflanzenschutzmitteln;

    8.

    Verfahren und Geräte zum Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln:

    Art und Beschaffenheit von Pflanzenschutzgeräten, fachgerechter Einsatz, Wartung und Pflege von Pflanzenschutzgeräten, Hinweise auf die jeweiligen Anwendungsvorschriften, Aufwandmengen, Aufwandkonzentrationen, Anwendungszeitpunkte sowie Warte- und Anbaufristen, Kenntnisse über die Verwendung geeigneter und einwandfrei funktionierender Pflanzenschutzgeräte.

  • Praktische Ausbildung

     

    § 3

     

    Die praktische Ausbildung hat zu umfassen:

    1.

    das Erkennen von Nützlingen und Schädlingen sowie der wichtigsten Virosen, Bakteriosen und Pilze;

    2.

    die Darstellung der Gefahren bei der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln für Mensch und Umwelt soweit wie möglich auch anhand praktischer Beispiele;

    3.

    die Übung des Umganges mit Pflanzenschutzmitteln (Spritzbrühenzubereitung, Anwendungstechniken) und mit Pflanzenschutzmittelgeräten;

    4.

    die Berechnung von Konzentration und Aufwandmenge;

    5.

    die Entsorgung von Restmengen und Gebinden;

    6.

    die Anwendung von Erste-Hilfe-Maßnahmen im Vergiftungsfall.

  • Durchführung der Kurse

     

    § 4

     

    Die Ausbildungskurse werden durchgeführt:

    a)

    im allgemeinen von der Kammer für Land- und Forstwirtschaft in Salzburg;

    b)

    die Ausbildungskurse für die Punktanwendung von mindergiftigen Herbiziden von den Salzburger Landwirtschaftsschulen.

  • Teilnahmevoraussetzungen

     

    § 5

     

    Die Kursteilnehmer müssen bei Kursbeginn das 18. Lebensjahr, für die Ausbildungskurse für die Punktanwendung von mindergiftigen Herbiziden das 14. Lebensjahr vollendet haben.

  • Kursdauer

     

    § 6

     

    Der theoretische und praktische Unterricht der Ausbildungskurse hat zu betragen:

    a)

    im allgemeinen insgesamt 30 Stunden;

    b)

    im Ausbildungskurs für die Punktanwendung von mindergiftigen Herbiziden insgesamt 8 Stunden.

  • Kursgebühren

     

    § 7

     

    Die Kosten des Ausbildungskurses sowie die Kosten für die Kursunterlagen haben die Teilnehmer selbst zu tragen.

  • Bestätigung der Kursteilnahme

     

    § 8

     

    Über die Teilnahme an einem Ausbildungskurs ist eine schriftliche Bestätigung auszustellen.