Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung, Fassung vom 20.04.2014

Verweis auf die gesamte Rechtsvorschrift: RIS - Bundesrecht konsolidiert - Gesamte Rechtsvorschrift für Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung
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  • Langtitel
    Verordnung der Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend über Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung
    [CELEX-Nr. 32006L0141]
    StF: BGBl. II Nr. 68/2008
    Präambel/Promulgationsklausel

    Auf Grund des § 6 Abs. 1 und 2 des Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetzes - LMSVG, BGBl. I Nr. 13/2006, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 112/2007, wird - hinsichtlich der §§ 7 bis 9 im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit - verordnet:

  • Text

    Anwendungsbereich

     

    § 1. (1) Gegenstand dieser Verordnung ist Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung, die für gesunde Säuglinge bestimmt sind.

    (2) Gemäß dieser Verordnung sind;

    1.

    „Säuglinge“: Kinder unter 12 Monaten;

    2.

    „Kleinkinder“: Kinder zwischen ein und drei Jahren;

    3.

    „Säuglingsanfangsnahrung“: Lebensmittel, die für die besondere Ernährung von Säuglingen während der ersten Lebensmonate bestimmt sind und für sich allein den Ernährungserfordernissen dieser Säuglinge bis zur Einführung angemessener Beikost entsprechen;

    4.

    „Folgenahrung“: Lebensmittel, die für die besondere Ernährung von Säuglingen ab Einführung einer angemessenen Beikost bestimmt sind und den größten flüssigen Anteil einer nach und nach abwechslungsreicheren Kost für diese Säuglinge darstellen;

    5.

    „Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln“: Stoffe, einschließlich ihrer Metaboliten und Abbau- oder Reaktionsprodukte, die sich in Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung befinden und deren Vorhandensein von der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln herrührt.

  • Anforderungen

     

    § 2. Die in § 1 Abs. 2 Z 3 und 4 genannten Lebensmittel dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie den Definitionen und Vorschriften dieser Verordnung entsprechen. Das Inverkehrbringen von Lebensmitteln - außer Säuglingsanfangsnahrung -, die zur ausschließlichen Ernährung von gesunden Säuglingen während der ersten Lebensmonate bis zur Einführung einer angemessenen Beikost bestimmt sind, ist verboten.

  • § 3. (1) Säuglingsanfangsnahrung wird aus den in der Anlage 1 definierten Proteinquellen und sonstigen Zutaten hergestellt, deren Eignung für die besondere Ernährung von Säuglingen von der Geburt an durch allgemein anerkannte wissenschaftliche Erkenntnisse nachgewiesen ist.

    (2) Folgenahrung wird aus den in der Anlage 2 definierten Proteinquellen und gegebenenfalls anderen Zutaten hergestellt, deren Eignung für die besondere Ernährung von Säuglingen, die älter als sechs Monate sind, durch allgemein anerkannte wissenschaftliche Erkenntnisse nachgewiesen ist.

    (3) Die in Abs. 1 und 2 genannte Eignung wird nachgewiesen durch eine systematische Auswertung der verfügbaren Daten in Bezug auf die erwarteten Vorteile und in Bezug auf Sicherheitserwägungen sowie gegebenenfalls durch entsprechende Studien, die unter Zugrundelegung von in Fachkreisen allgemein anerkannten Empfehlungen zur Konzeption und Durchführung solcher Studien durchgeführt wurden.

    (4) Bei der Verwendung der Zutaten sind die in den Anlagen 1 und 2 festgelegten Verbote und Einschränkungen einzuhalten.

  • § 4. (1) Säuglingsanfangsnahrung muss den in Anlage 1 angeführten Kriterien für die Zusammensetzung entsprechen, wobei die Spezifikationen in Anlage 5 zu berücksichtigen sind.

    (2) Wird Säuglingsanfangsnahrung aus den in Anlage 1 Z 2.1 definierten Kuhmilchproteinen mit einem Proteingehalt zwischen dem Mindestwert und 0,5 g/100 kJ (2 g/100 kcal) hergestellt, so ist die Eignung der Säuglingsanfangsnahrung für die besondere Ernährung von Säuglingen durch entsprechende Studien nachzuweisen, die unter Zugrundelegung von in Fachkreisen allgemein anerkannten Empfehlungen zur Konzeption und Durchführung solcher Studien durchgeführt wurden.

    (3) Wird Säuglingsanfangsnahrung aus den in Anlage 1 Z 2.2 definierten Proteinhydrolysaten mit einem Proteingehalt zwischen dem Mindestwert und 0,56 g/100 kJ (2,25 g/100 kcal) hergestellt, so ist die Eignung der Säuglingsanfangsnahrung für die besondere Ernährung von Säuglingen durch entsprechende Studien nachzuweisen, die unter Zugrundelegung von in Fachkreisen allgemein anerkannten Empfehlungen zur Konzeption und Durchführung solcher Studien durchgeführt wurden; die entsprechenden Spezifikationen der Anlage 6 sind zu beachten.

    (4) Folgenahrung muss den in Anlage 2 angeführten Kriterien für die Zusammensetzung entsprechen, wobei die Spezifikationen in Anlage 5 zu berücksichtigen sind.

    (5) Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung bedürfen höchstens des Zusatzes von Wasser, um verzehrfertig zu werden; unter „Wasser“ sind nur Wasser gemäß der Trinkwasserverordnung-TWV, BGBl. II Nr. 304/2001, in der jeweils geltenden Fassung, oder Mineralwasser oder Quellwasser gemäß der Mineralwasser- und Quellwasserverordnung, BGBl. II Nr. 309/1999 in der jeweils geltenden Fassung, zu verstehen.

  • § 5. (1) Bei der Herstellung von Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung dürfen nur die in Anlage 3 angeführten Stoffe verwendet werden, um die Anforderungen an

    -

    Mineralstoffe,

    -

    Vitamine,

    -

    Aminosäuren und sonstige stickstoffhaltige Verbindungen und

    -

    sonstige Stoffe für besondere Ernährungszwecke

    zu erfüllen.

    (2) Für die in Anlage 3 angeführten Stoffe gelten die

    1.

    in der Verordnung über andere Zusatzstoffe als Farbstoffe und Süßungsmittel (ZuV), BGBl. II Nr. 383/1998 in der jeweils geltenden Fassung, und

    2.

    in der Verordnung über den Zusatz von Farbstoffen zu Lebensmitteln (Farbstoffverordnung), BGBl. Nr. 541/1996 in der jeweils geltenden Fassung, angeführten Reinheitskriterien.

    (3) Für jene Stoffe der Anlage 3, für die keine Reinheitskriterien festgelegt worden sind, gelten - bis zum Erlass solcher Spezifikationen - die allgemein anerkannten Reinheitskriterien, die von internationalen Gremien empfohlen werden.

  • § 6. (1) Bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die für die Herstellung von Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung bestimmt sind, dürfen die in Anlage 8 angeführten Schädlingsbekämpfungsmittel nicht verwendet werden. Zu Kontrollzwecken gelten jedoch für verbrauchsfertig angebotene oder nach den Anweisungen des Herstellers zubereitete Erzeugnisse

    a)

    die in Tabelle 1 der Anlage 8 angeführten Schädlingsbekämpfungsmittel als nicht verwendet, wenn ihre Rückstände nicht mehr als 0,003 mg/kg betragen. Dieser Wert, der als Bestimmungsgrenze der Analyseverfahren angesehen wird, ist regelmäßig unter Berücksichtigung des technischen Fortschritts zu überprüfen;

    b)

    die in Tabelle 2 der Anlage 8 angeführten Schädlingsbekämpfungsmittel als nicht verwendet, wenn ihre Rückstände nicht mehr als 0,003 mg/kg betragen. Dieser Wert ist regelmäßig unter Berücksichtigung der Daten über die Umweltkontamination zu überprüfen.

    (2) Rückstände anderer Schädlingsbekämpfungsmittel dürfen in Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung im verbrauchsfertig angebotenen oder nach den Anweisungen des Herstellers zubereiteten Erzeugnis nicht die Menge von 0,01 mg/kg überschreiten.

    (3) Abweichend von Abs. 2 gelten für die in Anlage 9 angeführten Schädlingsbekämpfungsmittel die dort genannten Rückstandshöchstgehalte.

  • Kennzeichnung

     

    § 7. Die handelsübliche Sachbezeichnung für die in § 1 Abs. 2 Z 3 und 4 genannten Lebensmittel hat „Säuglingsanfangsnahrung“ und „Folgenahrung“ zu lauten. Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung, die ausschließlich aus Kuhmilchproteinen hergestellt werden, sind jedoch als „Säuglingsmilchnahrung“ und „Folgemilch“ zu bezeichnen.

  • § 8. Die Kennzeichnung hat zusätzlich zu den in der Lebensmittelkennzeichnungsverordnung 1993 - LMKV, BGBl. Nr. 72 in der jeweils geltenden Fassung, vorgeschriebenen Kennzeichnungselementen folgende - leicht verständliche, an gut sichtbarer Stelle, deutlich lesbare und dauerhaft angebrachte - Angaben zu enthalten:

    1.

    bei Säuglingsanfangsnahrung eine Angabe darüber, dass das Lebensmittel für die besondere Ernährung von Säuglingen von der Geburt an geeignet ist, wenn sie nicht gestillt werden;

    3.

    bei Folgenahrung die Angabe, dass sich das Lebensmittel nur für die besondere Ernährung von Säuglingen ab einem Alter von mindestens sechs Monaten eignet, nur Teil einer Mischkost sein soll und nicht als Ersatz für die Muttermilch während der ersten sechs Lebensmonate verwendet werden soll und dass die Entscheidung, mit der Verwendung von Beikost generell bzw. in Ausnahmefällen bereits in den ersten sechs Monaten zu beginnen, nur auf den Rat unabhängiger Fachleute auf dem Gebiet der Medizin, der Ernährung oder der Arzneimittel bzw. anderer für Säuglings- und Kinderpflege zuständiger Personen und unter Berücksichtigung der Wachstums- und Entwicklungsanforderungen des einzelnen Säuglings getroffen werden darf;

    4.

    bei Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung in der genannten Reihenfolge den in kJ und kcal ausgedrückten physiologischen Brennwert sowie den numerisch ausgedrückten Gehalt an Eiweiß (Proteinen), Kohlenhydraten und Fett (Lipiden) je 100 ml des verzehrfertigen Lebensmittels;

    5.

    bei Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung die durchschnittliche Menge aller in den Anlagen 1 und 2 angeführten Mineralstoffe und Vitamine sowie gegebenenfalls die numerisch ausgedrückte Menge an Cholin, Inositol und Carnitin je 100 ml des verzehrfertigen Lebensmittels;

    6.

    bei Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung eine Anleitung zur richtigen Zubereitung, Lagerung und Entsorgung des Lebensmittels sowie einen Hinweis auf eine gesundheitlich nachteilige Auswirkung bei einer unsachgemäßen Zubereitung und Lagerung.

  • § 8a. Die Kennzeichnung darf zusätzlich zu § 8 folgende Angaben enthalten:

    1.

    bei Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung die numerisch ausgedrückte durchschnittliche Menge der in Anlage 3 angeführten Nährstoffe je 100 ml des verzehrfertigen Lebensmittels, sofern eine solche Angabe nicht bereits gemäß § 7 Z 5 erfolgte;

    2.

    bei Folgenahrung zusätzlich zu den numerischen Angaben weitere Angaben über die in Anlage 7 angeführten Vitamine und Mineralstoffe je 100 ml des verzehrfertigen Lebensmittels (als prozentualer Anteil an den dort genannten Referenzwerten).

  • § 9. (1) Die Kennzeichnung von Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung muss die erforderlichen Informationen über die richtige Verwendung der Lebensmittel vermitteln und darf nicht vom Stillen abhalten. Die Verwendung der Begriffe „humanisiert“, „maternisiert“, „adaptiert“ oder ähnlicher Begriffe ist untersagt.

    (2) Die Kennzeichnung von Säuglingsanfangsnahrung muss zusätzlich die Worte „Wichtiger Hinweis“ oder eine ähnliche Aussage, gefolgt von folgenden Angaben, aufweisen:

    1.

    einen Hinweis auf die Überlegenheit des Stillens;

    2.

    die Empfehlung, das Lebensmittel nur auf Rat unabhängiger Fachleute auf dem Gebiet der Medizin, der Ernährung oder der Arzneimittel bzw. anderer für Säuglings- und Kinderpflege zuständiger Personen zu verwenden.

    (3) Säuglingsanfangsnahrung darf weder Abbildungen von Säuglingen noch den Gebrauch des Lebensmittels idealisierende sonstige Abbildungen oder Wortlaute enthalten. Auf dem Lebensmittel dürfen jedoch Zeichnungen zur leichteren Identifizierung des Lebensmittels und als Illustration der Zubereitungsmethoden angebracht sein.

    (4) Säuglingsanfangsnahrung darf nur in den in Anlage 4 genannten Fällen und unter den dort festgelegten Bedingungen nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben enthalten.

    (5) Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung sind so zu kennzeichnen, dass klar zwischen diesen beiden Erzeugnissen unterschieden werden kann, so dass das Risiko einer Verwechslung zwischen Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung ausgeschlossen ist.

    (6) Die Abs. 1 bis 5 sind auch auf die Werbung anzuwenden.

  • Werbung

     

    § 10. (1) Werbung für Säuglingsanfangsnahrung darf nur in für Säuglingspflege gewidmeten Veröffentlichungen und in wissenschaftlichen Publikationen erscheinen; sie darf nur wissenschaftliche und sachbezogene Informationen enthalten. Diese Information darf nicht implizieren oder suggerieren, dass Flaschennahrung der Muttermilch gleichwertig oder überlegen ist.

    (2) Jegliches an Schwangere oder Mütter von Säuglingen und Kleinkindern gerichtete Material zu Informations- und Ausbildungszwecken, das die Ernährung von Säuglingen betrifft, hat klare Aussagen zu folgenden Punkten zu enthalten:

    1.

    Nutzen und Vorzüge des Stillens;

    2.

    Ernährung der Mutter sowie Vorbereitung auf das Stillen und Möglichkeiten zur Fortsetzung des Stillens;

    3.

    die mögliche negative Auswirkung der zusätzlichen Flaschennahrung auf das Stillen;

    4.

    die Schwierigkeit, den Entschluß, nicht zu stillen, rückgängig zu machen;

    5.

    erforderlichenfalls die sachgemäße Verwendung der industriell hergestellten oder zu Hause zubereiteten Säuglingsanfangsnahrung.

    (3) Informationsmaterial über Säuglingsanfangsnahrung, das für Schwangere und Mütter von Säuglingen bestimmt ist, hat überdies auch Aussagen über die sozialen und finanziellen Auswirkungen des Nichtstillens, die Gefährdung der Gesundheit durch nicht geeignete Lebensmittel oder Ernährungsmethoden und vor allem die Gefährdung der Gesundheit durch unsachgemäße Verwendung von Säuglingsanfangsnahrung zu enthalten. Dieses Material darf keine Bilder verwenden, mit denen die Verwendung von Säuglingsanfangsnahrung idealisiert wird.

  • § 11. (1) Jede Werbung in Einzelhandelsgeschäften, die Verbraucher durch Verteilung von Proben oder mit anderen Werbemitteln zum Kauf von Säuglingsanfangsnahrung anregt, ist verboten.

    (2) Herstellern und Vertreibern von Säuglingsanfangsnahrung ist es untersagt, direkt oder indirekt über in der Gesundheitsvorsorge tätige Institutionen oder Personen, kostenlose oder verbilligte Säuglingsanfangsnahrung (zB Sonderangebote), deren Proben oder irgendein anderes darauf bezogenes Werbegeschenk in Verkehr zu bringen; dies gilt nicht für

    1.

    Säuglingsanfangsnahrung, die an Institutionen oder Organisationen zur Verwendung in den Institutionen oder zur Weiterverteilung außerhalb verschenkt oder zum Lagerpreis billig verkauft wird; sie darf aber nicht vom Stillen abhalten und darf daher nur für mit Säuglingsanfangsnahrung ernährte Säuglinge verwendet werden, die mit Säuglingsanfangsnahrung ernährt werden müssen und das nur so lange, wie diese Säuglinge sie brauchen. Die Abgabe von Säuglingsanfangsnahrungen in Probepackungen ist jedenfalls untersagt.

    2.

    Geräte und Material, die an in der Gesundheitsvorsorge tätige Institutionen oder Personen abgegeben werden, wenn sie von diesen schriftlich angefordert werden. Geräte und Material können den Namen oder das Firmenzeichen der Geberfirma tragen, dürfen jedoch keine besondere Handelsmarke für Säuglingsanfangsnahrung aufweisen.

  • Personenbezogene Bezeichnungen

     

    § 12. Bei den in dieser Verordnung verwendeten personenbezogenen Bezeichnungen gilt die gewählte Form für beide Geschlechter.

  • Schlussbestimmungen

     

    § 13. (1) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Verordnung über Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung, BGBl. Nr. 531/1995, in der Fassung BGBl. II Nr. 292/1997, außer Kraft.

    (2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt § 7 der Schädlingsbekämpfungsmittel-Höchstwerteverordnung, BGBl. II Nr. 441/2002 in der geltenden Fassung, außer Kraft.

  • § 14. Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung, die den bisher geltenden Bestimmungen entsprechen, dürfen noch bis 31. Dezember 2009 in Verkehr gebracht werden.

  • § 15. Durch diese Verordnung wird die Richtlinie 2006/141/EG über Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung, ABl. Nr. L 40 vom 30. Dezember 2006, in österreichisches Recht umgesetzt.

  • Anlage 1

     

    GRUNDZUSAMMENSETZUNG VON SÄUGLINGSANFANGSNAHRUNG BEI REKONSTITUTION

    NACH HINWEISEN DES HERSTELLERS

     

    Die in dieser Anlage angegebenen Werte beziehen sich auf das entweder so in Verkehr gebrachte oder nach den Anweisungen des Herstellers rekonstituierte verzehrfertige Erzeugnis.

     

    1. ENERGIE

    ____________________________________________________________________

              Mindestens                       Höchstens

    ____________________________________________________________________

             250 kJ/100 ml                  295 kJ/100 ml

            (60 kcal/100 ml)               (70 kcal/100 ml

    ____________________________________________________________________

     

    2. PROTEINE

    (Proteingehalt = Stickstoffgehalt × 6,25)

    2.1. Säuglingsanfangsnahrungen auf der Basis von Kuhmilchproteinen

    ____________________________________________________________________

              Mindestens *1)                   Höchstens

    ____________________________________________________________________

              0,45 g/100 kJ                   0,7 g/100 kJ

             (1,8 g/100 kcal)                (3 g/100 kcal)

    ____________________________________________________________________

    *1) Aus Kuhmilchproteinen mit einem Proteingehalt zwischen dem Mindestwert und 0,5 g/100 kJ (2 g/100 kcal) hergestellte Säuglingsanfangsnahrung muss den Anforderungen des § 4 Abs. 2 entsprechen.

    Bei gleichem Brennwert muss die Säuglingsanfangsnahrung jede unverzichtbare und bedingt unverzichtbare Aminosäure mindestens in der gleichen verfügbaren Menge enthalten wie das Referenzprotein (Muttermilch gemäß Anlage 5). Bei dieser Berechnung können jedoch der Methionin- und Zystingehalt zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Methionin zu Zystin nicht größer als 2 ist; der Phenylalanin- und Tyrosingehalt können zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Tyrosin zu Phenylalanin nicht größer als 2 ist. Das Verhältnis von Methionin zu Zystin darf größer als 2, jedoch höchstens 3 sein, vorausgesetzt, die Eignung des Erzeugnisses für die besonderen Ernährungsbedürfnisse von Säuglingen wurde durch geeignete Studien nachgewiesen, die nach allgemein anerkannten Empfehlungen von Fachkreisen für die Konzeption und Durchführung solcher Studien durchgeführt wurden.

     

    2.2. Säuglingsanfangsnahrungen auf der Basis von Proteinhydrolysaten

    ____________________________________________________________________

              Mindestens *1)                   Höchstens

    ____________________________________________________________________

              0,45 g/100 kJ                   0,7 g/100 kJ

             (1,8 g/100 kcal)                (3 g/100 kcal)

    ____________________________________________________________________

    *1) Aus Proteinhydrolysaten mit einem Proteingehalt zwischen dem Mindestwert und 0,56 g/100 kJ (2,25 g/100 kcal) hergestellte Säuglingsanfangsnahrung muss den Anforderungen des § 4 Abs. 3 entsprechen.

    Bei gleichem Brennwert muss die Säuglingsanfangsnahrung jede unverzichtbare und bedingt unverzichtbare Aminosäure mindestens in der gleichen verfügbaren Menge enthalten wie das Referenzprotein (Muttermilch gemäß Anlage 5). Bei dieser Berechnung können jedoch der Methionin- und Zystingehalt zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Methionin zu Zystin nicht größer als 2 ist; der Phenylalanin- und Tyrosingehalt können zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Tyrosin zu Phenylalanin nicht größer als 2 ist. Das Verhältnis von Methionin zu Zystin darf größer als 2, jedoch höchstens 3 sein, vorausgesetzt, die Eignung des Erzeugnisses für die besonderen Ernährungsbedürfnisse von Säuglingen wurde durch geeignete Studien nachgewiesen, die nach allgemein anerkannten Empfehlungen von Fachkreisen für die Konzeption und Durchführung solcher Studien durchgeführt wurden.

    Der L-Carnitingehalt muss mindestens 0,3 mg/100 kJ (1,2 mg/100 kcal) betragen.

     

    2.3. Säuglingsanfangsnahrungen aus Sojaproteinisolaten, pur oder in

    einer Mischung mit Kuhmilchproteinen

    ____________________________________________________________________

              Mindestens                       Höchstens

    ____________________________________________________________________

              0,56 g/100 kJ                   0,7 g/100 kJ

             (2,25 g/100 kcal)                (3 g/100 kcal)

    ____________________________________________________________________

    Bei der Herstellung dieser Säuglingsanfangsnahrungen sind nur Proteinisolate aus Soja zu verwenden.

    Bei gleichem Brennwert muss die Säuglingsanfangsnahrung jede unverzichtbare und bedingt unverzichtbare Aminosäure mindestens in der gleichen verfügbaren Menge enthalten wie das Referenzprotein (Muttermilch gemäß Anlage 5). Bei dieser Berechnung können jedoch der Methionin- und Zystingehalt zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Methionin zu Zystin nicht größer als 2 ist; der Phenylalanin- und Tyrosingehalt können zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Tyrosin zu Phenylalanin nicht größer als 2 ist. Das Verhältnis von Methionin zu Zystin darf größer als 2, jedoch höchstens 3 sein, vorausgesetzt, die Eignung des Erzeugnisses für die besonderen Ernährungsbedürfnisse von Säuglingen wurde durch geeignete Studien nachgewiesen, die nach allgemein anerkannten Empfehlungen von Fachkreisen für die Konzeption und Durchführung solcher Studien durchgeführt wurden.

    Der Gehalt an L-Carnitin muss mindestens 0,3 mg/100 kJ (1,2 mg/100 kcal) betragen.

     

    2.4. In allen Fällen dürfen Aminosäuren der Säuglingsanfangsnahrung nur zur Verbesserung des Nährwerts der Proteine in den hierfür notwendigen Mengen zugesetzt werden.

     

    3.

    TAURIN

    Wenn Taurin Säuglingsanfangsnahrung zugesetzt wird, darf der Tauringehalt nicht größer als 2,9 mg/100 kJ (12 mg/100 kcal) sein.

     

    4. CHOLIN

    ____________________________________________________________________

             Mindestens                       Höchstens

    ____________________________________________________________________

            1,7 mg/100 kJ                 (7 mg/100 kcal)

             12 mg/100 kJ                (50 mg/100 kcal)

    ____________________________________________________________________

     

    5. LIPIDE

    ____________________________________________________________________

             Mindestens                       Höchstens

    ____________________________________________________________________

           1,05 g/100 kJ                    (4,4 g/100 kcal)

           1,4 g/100 kJ                     (6,0 g/100 kcal)

    ____________________________________________________________________

    5.1. Die Verwendung folgender Stoffe ist untersagt:

      — Sesamöl,

      — Baumwollsaatöl.

    5.2. Laurinsäure und Myristinsäure

    ____________________________________________________________________

             Mindestens                       Höchstens

    ____________________________________________________________________

                                          einzeln oder insgesamt

                                          20% des Gesamtfettgehalts

    ____________________________________________________________________

    5.3. Der Gehalt an trans-Fettsäuren darf nicht über 3% des gesamten

    Fettgehalts liegen.

    5.4. Der Erucasäure-Gehalt darf nicht über 1% des gesamten

    Fettgehalts liegen.

    5.5. Linolsäure (in Form von Glyzeriden = Linoleaten)

    ____________________________________________________________________

             Mindestens                       Höchstens

    ____________________________________________________________________

            70 mg/100 kJ                    285 mg/100 kJ

          (300 mg/100 kcal)               (1 200 mg/100 kcal)

    ____________________________________________________________________

    5.6. Der Alphalinolsäure-Gehalt muss mindestens 12 mg/100 kJ (50 mg/100 kcal) betragen.

    Das Verhältnis Linolsäure/Alphalinolsäure muss mindestens 5 und darf höchstens 15 betragen.

    5.7. Langkettige (20 und 22 Kohlenstoffatome), mehrfach ungesättigte Fettsäuren können hinzugefügt werden. In diesem Fall darf ihr Anteil an dem gesamten Fettgehalt

    — bei langkettigen, mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren

    höchstens 1%, und

    — bei langkettigen, mehrfach ungesättigten

    n-6-Fettsäuren höchstens 2% (bei Arachidonsäure höchstens 1%

    (20:4n-6))

    betragen.

    Der Gehalt an Eicosapentaensäure (20:5 n-3) darf nicht höher als der Gehalt an Docosahexaensäure (22:6 n-3) sein.

    Der Gehalt an Docosahexaensäure (22:6 n-3) darf nicht höher als der Gehalt an langkettigen, mehrfach ungesättigten n-6-Fettsäuren sein.

     

    6.

    PHOSPHOLIPIDE

    Der Gehalt an Phospholipiden in Säuglingsanfangsnahrung darf nicht höher als 2 g/l sein.

     

    7. INOSITOL

    ____________________________________________________________________

             Mindestens                       Höchstens

    ____________________________________________________________________

             1 mg/100 kJ                    (4 mg/100 kcal)

            10 mg/100 kJ                    (40 mg/100 kcal)

    ____________________________________________________________________

     

    8. KOHLENHYDRATE

    ____________________________________________________________________

             Mindestens                       Höchstens

    ____________________________________________________________________

           2,2 g/100 kJ                    (9 g/100 kcal)

           3,4 g/100 kJ                    (14 g/100 kcal)

    ____________________________________________________________________

    8.1. Es dürfen nur folgende Kohlenhydrate verwendet werden:

      — Lactose,

      — Maltose,

      — Saccharose,

      — Glucose,

      — Malto-Dextrine,

      — Glucosesirup oder getrockneter Glucosesirup,

      — vorgekochte Stärke (von Natur aus glutenfrei)

      — gelatinierte Stärke, (von Natur aus glutenfrei)

    8.2. Laktose

    ____________________________________________________________________

            Mindestens                       Höchstens

    ____________________________________________________________________

            1,1 g/100 kJ                          -

          (4,5 g/100 kcal)                        -

    ____________________________________________________________________

    Diese Bestimmung gilt nicht für Säuglingsanfangsnahrungen, bei denen der Anteil an Sojaproteinisolaten mehr als 50% des Gesamtproteingehalts beträgt.

    8.3. Saccharose

    Saccharose darf ausschließlich aus Proteinhydrolysaten hergestellter Säuglingsanfangsnahrung zugesetzt werden. Wird Saccharose zugesetzt, darf ihr Gehalt 20% des Gesamtkohlenhydratgehalts nicht übersteigen.

    8.4. Glucose

    Glucose darf ausschließlich aus Proteinhydrolysaten hergestellter Säuglingsanfangsnahrung zugesetzt werden. Wird Glucose zugesetzt, darf ihr Gehalt 0,5 g/100 kJ (2 g/100 kcal) nicht übersteigen.

    8.5. Vorgekochte Stärke und/oder gelatinierte Stärke

    ____________________________________________________________________

            Mindestens                        Höchstens

    ____________________________________________________________________

                -                  2 g/100 ml und 30% des

                                   Gesamtkohlenhydratgehalts

    ____________________________________________________________________

     

    9.

    FRUCTO-OLIGOSACCHARIDE UND GALACTO-OLIGOSACCHARIDE Fructo-Oligosaccharide und Galacto-Oligosaccharide dürfen Säuglingsanfangsnahrung zugesetzt werden.

    In diesem Fall darf ihr Anteil 0,8 g/100 ml in einer Kombination aus 90% Oligogalactosyl-Lactose und 10% Oligofructosyl-Saccharose mit hohem Molekulargewicht nicht übersteigen.

    Andere Kombinationen und Höchstgehalte von Fructo-Oligosacchariden und Galacto-Oligosacchariden können gemäß § 3 Abs. 1 und 3 verwendet werden.

     

    10. MINERALSTOFFE

    10.1. Säuglingsanfangsnahrungen aus Kuhmilchproteinen oder

    Proteinhydrolysaten

    ____________________________________________________________________

                                    Je 100 kJ          Je 100 kcal

                     ___________________________________________________

                        Mindestens  Höchstens  Mindestens  Höchstens

    ____________________________________________________________________

    Natrium (mg)            5           14         20         60

    Kalium (mg)            15           38         60        160

    Chlor (mg)             12           38         50        160

    Calcium (mg)           12           33         50        140

    Phosphor (mg)           6           22         25         90

    Magnesium (mg)         1,2         3,6          5         15

    Eisen (mg)             0,07        0,3         0,3       1,3

    Zink (mg)              0,12        0,36        0,5       1,5

    Kupfer (myg)           8,4          25         35        100

    Jod (myg)              2,5          12         10         50

    Selen (myg)            0,25        2,2          1          9

    Mangan (myg)           0,25         25          1        100

    Fluor (myg)             -           25          -        100

    ____________________________________________________________________

    Das Kalzium-Phosphor-Verhältnis beträgt mindestens 1,0 und höchstens 2,0.

    10.2. Säuglingsanfangsnahrungen aus Sojaproteinisolaten, pur oder als Mischung mit Kuhmilchproteinen

    Es gelten alle Anforderungen aus Z 10.1 mit Ausnahme der Anforderungen für Eisen und Phosphor, die wie folgt lauten:

    ____________________________________________________________________

                                    Je 100 kJ          Je 100 kcal

                     ___________________________________________________

                        Mindestens  Höchstens  Mindestens  Höchstens

    ____________________________________________________________________

    Eisen (mg)             0,12         0,5        0,45        2

    Phosphor (mg)          7,5           25         30       100

    ____________________________________________________________________

     

    11. VITAMINE

    ____________________________________________________________________

                                    Je 100 kJ          Je 100 kcal

                     ___________________________________________________

                        Mindestens  Höchstens  Mindestens  Höchstens

    ____________________________________________________________________

    Vitamine A

    (myg-ER) *1)            14           43         60       180

    Vitamin D

    (myg) *2)              0,25         0,65         1       2,5

    Thiamin (myg)           14           72         60       300

    Riboflavin (myg)        19           95         80       400

    Niacin (myg) *3)        72          375        300      1 500

    Pantothensäure

    (myg)                   95          475        400      2 000

    Vitamin B tief 6

    (myg)                    9           42         35        175

    Biotin (myg)           0,4          1,8        1,5       7,5

    Folsäure (myg)         2,5           12         10        50

    Vitamin B tief 12

    (myg)                 0,025         0,12       0,1       0,5

    Vitamin C (mg)         2,5          7,5         10        30

    Vitamin K (myg)          1            6          4        25

    Vitamin E(mg

    alpha-TE) *4)       0,5/g           1,2    0,5/g           5

                        mehrfach               mehrfach

                        ungesät-               ungesät-

                        tigte                  tigte

                        Fettsäuren,            Fettsäuren,

                        als Linol-             als Linol-

                        säure aus-             säure aus-

                        gedrückt,              gedrückt,

                        korrigiert             korrigiert

                        um die                 um die

                        Zahl der               Zahl der

                        Doppel-                Doppel-

                        bindungen              bindungen

                        *5), auf               *5), auf

                        keinen Fall            keinen Fall

                        jedoch                 jedoch

                        weniger als            weniger als

                        0,1 mg/100             0,1 mg/100

                        verfügbare             verfügbare

                        kJ                     kJ

    ____________________________________________________________________

      *1) RE = Retinoläquivalent, alle trans.

      *2) In Form von Cholecalciferol, davon 10 myg = 400 IE Vitamin D.

    *3) Vorgebildetes Niacin.

    *4) alpha-TE = d-alpha-Tocopheroläquivalent.

    *5) 0,5 mg alpha-TE/1 g Linolsäure (18:2 n-6); 0,75 mg alpha-TE/1 g alpha-Linolensäure (18:3 n-3); 1,0 mg alpha-TE/1 g Arachidonsäure (20:4 n-6); 1,25 mg alpha-TE/1 g Eicosapentaensäure (20:5 n-3); 1,5 mg alpha-TE/1 g Docosahexaensäure (22:6 n-3)

     

    12. NUKLEOTIDE

    Folgende Nukleotide können verwendet werden

    ____________________________________________________________________

                                                    Höchstwert *1)

                                          ______________________________

                                            (mg/100 kJ)  (mg/100 kcal)

    ____________________________________________________________________

    Cytidin-5’-monophosphat                    0,60         2,50

    Uridin-5’-monophosphat                     0,42         1,75

    Adenosin-5’-monophosphat                   0,36         1,50

    Guanosin-5’-monophosphat                   0,12         0,50

    Inosin-5’-monophosphat                     0,24         1,00

    ____________________________________________________________________

    *1) Die Gesamtkonzentration an Nukleotiden darf 1,2 mg/100 kJ (5 mg/100 kcal) nicht überschreiten.

  • Anlage 2

     

    GRUNDZUSAMMENSETZUNG VON FOLGENAHRUNG BEI DER REKONSTITUTION NACH

    HINWEISEN DES HERSTELLERS

     

    Die in dieser Anlage angegebenen Werte beziehen sich auf das entweder so in Verkehr gebrachte oder nach den Anweisungen des Herstellers rekonstituierte verzehrfertige Erzeugnis.

     

    1. ENERGIE

    ____________________________________________________________________

                     Mindestens                  Höchstens

    ____________________________________________________________________

                    250 kJ/100 ml              295 kJ/100 ml

                   (60 kcal/100 ml)           (70 kcal/100 ml

    ____________________________________________________________________

     

    2. PROTEINE

    (Proteingehalt = Stickstoffgehalt × 6,25)

    2.1. Folgenahrungen aus Kuhmilchproteinen

    ____________________________________________________________________

                     Mindestens                  Höchstens

    ____________________________________________________________________

                    0,45 g/100 kJ               0,8 g/100 kJ

                  (1,8 g/100 kcal)            (3,5 g/100 kcal)

    ____________________________________________________________________

    Bei gleichem Brennwert muss die Folgenahrung jede unverzichtbare und bedingt unverzichtbare Aminosäure mindestens in der gleichen verfügbaren Menge wie das Referenzprotein enthalten (Muttermilch im Sinne der Definition in Anlage 5). Bei dieser Berechnung können jedoch der Methionin- und Zystingehalt zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Methionin zu Zystin nicht größer als 3 ist; der Phenylalanin- und Tyrosingehalt können zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Tyrosin zu Phenylalanin nicht größer als 2 ist.

    2.2 Folgenahrungen auf der Basis von Proteinhydrolysaten

    ____________________________________________________________________

                     Mindestens                  Höchstens

    ____________________________________________________________________

                    0,56 g/100 kJ               0,8 g/100 kJ

                  (2,25 g/100 kcal)           (3,5 g/100 kcal)

    ____________________________________________________________________

    Bei gleichem Brennwert muss die Folgenahrung jede unverzichtbare und bedingt unverzichtbare Aminosäure mindestens in der gleichen verfügbaren Menge wie das Referenzprotein enthalten (Muttermilch im Sinne der Definition in Anlage 5). Bei dieser Berechnung können jedoch der Methionin- und Zystingehalt zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Methionin zu Zystin nicht größer als 3 ist; der Phenylalanin- und Tyrosingehalt können zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Tyrosin zu Phenylalanin nicht größer als 2 ist.

    2.3 Folgenahrungen aus Sojaproteinisolaten, pur oder in einer

    Mischung mit Kuhmilchproteinen

    ____________________________________________________________________

                     Mindestens                  Höchstens

    ____________________________________________________________________

                    0,56 g/100 kJ               0,8 g/100 kJ

                  (2,25 g/100 kcal)           (3,5 g/100 kcal)

    ____________________________________________________________________

    Bei der Herstellung dieser Fertignahrungen sind nur Proteinisolate aus Soja zu verwenden.

    Bei gleichem Brennwert muss die Folgenahrung jede unverzichtbare und bedingt unverzichtbare Aminosäure mindestens in der gleichen verfügbaren Menge enthalten wie das Referenzprotein (Muttermilch im Sinne der Definition in Anlage 5). Bei dieser Berechnung können jedoch der Methionin- und Zystingehalt zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Methionin zu Zystin nicht größer als 3 ist; der Phenylalanin- und Tyrosingehalt können zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Tyrosin zu Phenylalanin nicht größer als 2 ist.

    2.4. In allen Fällen dürfen Aminosäuren der Folgenahrung nur zur Verbesserung des Nährwerts der Proteine in den hierfür notwendigen Mengen zugesetzt werden.

     

    3.

    TAURIN

    Wenn Taurin Folgenahrung zugesetzt wird, darf der Tauringehalt nicht größer als 2,9 mg/100 kJ (12 mg/100 kcal) sein.

     

    4. LIPIDE

    ____________________________________________________________________

                     Mindestens                  Höchstens

    ____________________________________________________________________

                    0,96 g/100 kJ               1,4 g/100 kJ

                  (4,0 g/100 kcal)            (6,0 g/100 kcal)

    ____________________________________________________________________

    4.1. Die Verwendung folgender Stoffe ist untersagt:

    — Sesamöl,

    — Baumwollsaatöl

    4.2 Laurinsäure und Myristinsäure

    ____________________________________________________________________

                     Mindestens                  Höchstens

    ____________________________________________________________________

    -                                      einzeln oder insgesamt:

                                           20 des Gesamtfettgehalts

    ____________________________________________________________________

    4.3. Der Gehalt an trans-Fettsäuren darf nicht über 3% des gesamten

    Fettgehalts liegen.

    4.4 Der Erucasäure-Gehalt darf nicht über 1% des gesamten

    Fettgehalts liegen.

    4.5 Linolsäure (in Form von Glyzeriden = Linoleaten)

    ____________________________________________________________________

                     Mindestens                  Höchstens

    ____________________________________________________________________

                     70 mg/100 kJ              285 mg/100 kJ

                   (300 mg/100 kcal)        (1 200 mg/100 kcal)

    ____________________________________________________________________

    4.6 Der Alphalinolsäure-Gehalt muss mindestens 12 mg/100 kJ (50 mg/100 kcal) betragen.

    Das Verhältnis Linolsäure/Alphalinolsäure muss mindestens 5 und darf höchstens 15 betragen

    4.7 Langkettige (20 und 22 Kohlenstoffatome), mehrfach ungesättigte Fettsäuren können hinzugefügt werden. In diesem Fall darf ihr Anteil — bei langkettigen, mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren höchstens 1%, und

    — bei langkettigen, mehrfach ungesättigten n-6-Fettsäuren höchstens 2% (bei Arachidonsäure höchstens 1% (20:4 n-6) betragen. Der Gehalt an Eicosapentaensäure (20:5 n-3) darf nicht höher als der Gehalt an Docosahexaensäure (22:6 n-3) sein.

    Der Gehalt an Docosahexaensäure (22:6 n-3) darf nicht höher als der Gehalt an langkettigen, mehrfach ungesättigten n-6-Fettsäuren sein.

     

    5.

    PHOSPHOLIPIDE

    Der Gehalt an Phospholipiden in Folgenahrung darf nicht höher als 2 g/l sein.

     

    6. KOHLENHYDRATE

    ____________________________________________________________________

                     Mindestens                  Höchstens

    ____________________________________________________________________

                     2,2 g/100 kJ               3,4 g/100 kJ

                    (9 g/100 kcal)             (14g/100 kcal)

    ____________________________________________________________________

    6.1 Die Verwendung von glutenhaltigen Zutaten ist untersagt.

    6.2 Laktose

    ____________________________________________________________________

                     Mindestens                  Höchstens

    ____________________________________________________________________

                     1,1 g/100 kJ          -

                   (4,5 g/100 kcal)

    ____________________________________________________________________

    Die Bestimmung gilt nicht für Folgenahrung, in der der Anteil von

    Sojaproteinisolaten mehr als 50% des Gesamtproteingehalts beträgt.

    6.3 Saccharose, Fructose, Honig

    ____________________________________________________________________

                     Mindestens                  Höchstens

    ____________________________________________________________________

    -                                      einzeln oder insgesamt:

                                       20% des Gesamtkohlenhydratgehalts

    ____________________________________________________________________

    Honig ist einer Behandlung zur Abtötung von Clostridium botulinum-Sporen zu unterziehen

    6.4 Glucose

    Glucose darf ausschließlich aus Proteinhydrolysaten hergestellter Folgenahrung zugesetzt werden. Wird Glucose zugesetzt, darf ihr Gehalt 0,5 g/100 kJ (2 g/100 kcal) nicht übersteigen.

     

    7.

    FRUCTO-OLIGOSACCHARIDE UND GALACTO-OLIGOSACCHARIDE Fructo-Oligosaccharide und Galacto-Oligosaccharide dürfen Folgenahrung zugesetzt werden. In diesem Fall darf ihr Anteil 0,8 g/100 ml in einer Kombination aus 90% Oligogalactosyl-Lactose and 10% Oligofructosyl-Saccharose mit hohem Molekulargewicht nicht übersteigen.

    Andere Kombinationen und Höchstgehalte von Fructo-Oligosacchariden und Galacto-Oligosacchariden können gemäß § 3 Abs. 2 und 3 verwendet werden.

     

    8. MINERALSTOFFE

    8.1 Folgenahrungen aus Kuhmilchproteinen oder Proteinhydrolysa

    ____________________________________________________________________

                                    Je 100 kJ          Je 100 kcal

                     ___________________________________________________

                        Mindestens  Höchstens  Mindestens  Höchstens

    ____________________________________________________________________

    Natrium (mg)            5           14         20         60

    ____________________________________________________________________

    Kalium (mg)            15           38         60        160

    ____________________________________________________________________

    Chlor (mg)             12           38         50        160

    ____________________________________________________________________

    Kalzium (mg)           12           33         50        140

    ____________________________________________________________________

    Phosphor (mg)           6           22         25         90

    ____________________________________________________________________

    Magnesium (mg)         1,2         3,6          5         15

    ____________________________________________________________________

    Eisen (mg)             0,14        0,5        0,6         2

    ____________________________________________________________________

    Zink (mg)              0,12        0,36       0,5        1,5

    ____________________________________________________________________

    Kupfer (myg)           8,4          25         35        100

    ____________________________________________________________________

    Jod (myg)              2,5          12         10         50

    ____________________________________________________________________

    Selen (myg)            0,25        2,2          1          9

    ____________________________________________________________________

    Mangan (myg)           0,25         25          1        100

    ____________________________________________________________________

    Fluor (myg)             -           25          -        100

    ____________________________________________________________________

    Das Kalzium-Phosphor-Verhältnis in Folgenahrung muss mindestens 1,0 und darf höchstens 2,0 betragen.

    8.2 Folgenahrungen aus Sojaproteinisolaten, pur oder in einer Mischung mit Kuhmilchproteinen

    Es gelten alle Anforderungen aus Z 8.1 mit Ausnahme der Anforderungen für Eisen und Phosphor, die wie folgt lauten:

    je 100 kJ je 100 kcal

    ____________________________________________________________________

                                    je 100 kJ          je 100 kcal

                     ___________________________________________________

                        Mindestens  Höchstens  Mindestens  Höchstens

    ____________________________________________________________________

    Eisen (mg)             0,22        0,65       0,9        2,5

    ____________________________________________________________________

    Phosphor (mg)           7,5         25         30        100

    ____________________________________________________________________

     

    9. VITAMINE

    ____________________________________________________________________

                       je 100 kJ              je 100 kcal

                     ___________________________________________________

                        Mindestens  Höchstens   Mindestens  Höchstens

    ____________________________________________________________________

    Vitamine A

    (myg-ER) *1)            14          43          60         180

    Vitamin D (myg)

    *2)                    0,25        0,75          1           3

    Thiamin (myg)           14          72          60         300

    Riboflavin (myg)        19          95          80         400

    Niacin (myg) *3)        72         375         300        1 500

    Pantothensäure

    (myg)                   95         475         400        2 000

    Vitamin B tief 6

    (myg)                    9          42          35         175

    Biotin (myg)            0,4         1,8         1,5         7,5

    Folsäure (myg)          2,5         12          10          50

    Vitamin B tief 12

    (myg)                  0,025       0,12         0,1         0,5

    Vitamin C (mg)          2,5         7,5         10          30

    Vitamin K (myg)          1           6           4          25

    Vitamin E

    alpha-TE) *4)       0,5/g           1,2    0,5/g             5

                        mehrfach               mehrfach

                        ungesät-               ungesät-

                        tigte                  tigte

                        Fettsäuren,            Fettsäuren,

                        als Linol-             als Linol-

                        säure aus-             säure aus-

                        gedrückt,              gedrückt,

                        korrigiert             korrigiert

                        um die                 um die

                        Zahl der               Zahl der

                        Doppel-                Doppel-

                        bindungen              bindungen

                        *5), auf               *5), auf

                        keinen Fall            keinen Fall

                        jedoch                 jedoch

                        weniger als            weniger als

                        0,1 mg/100             0,1 mg/100

                        verfügbare             verfügbare

                        kJ                     kJ

    ____________________________________________________________________

      *1) RE = Retinoläquivalent, alle trans.

      *2) In Form von Cholecalciferol, davon 10 myg = 400 IE Vitamin D.

    *3) Vorgebildetes Niacin.

    *4) alpha-TE = d-alpha-Tocopheroläquivalent.

    *5) 0,5 mg alpha-TE/1 g Linolsäure (18:2 n-6); 0,75 mg alpha-TE/1 g alpha-Linolensäure (18:3 n-3); 1,0 mg alpha-TE/1 g Arachidonsäure (20:4 n-6); 1,25 mg alpha-TE/1 g Eicosapentaensäure (20:5 n-3); 1,5 mg -TE/1 g Docosahexaensäure (22:6 n-3)

     

    10.

    NUKLEOTIDE

    Folgende Nukleotide können verwendet werden:

    ____________________________________________________________________

                                                    Höchstwert *1)

                                          ______________________________

                                            (mg/100 kJ)  (mg/100 kcal)

    ____________________________________________________________________

    Cytidin-5’-monophosphat                    0,60         2,50

    Uridin-5’-monophosphat                     0,42         1,75

    Adenosin-5’-monophosphat                   0,36         1,50

    Guanosin-5’-monophosphat                   0,12         0,50

    Inosin-5’-monophosphat                     0,24         1,00

    ____________________________________________________________________

    *1) Die Gesamtkonzentration an Nukleotiden darf 1,2 mg/100 kJ (5 mg/100 kcal) nicht überschreiten.

  •                                                             Anlage 3

     

                                  NÄHRSTOFFE

     

                                  1. Vitamine

    ____________________________________________________________________

                 Vitamin                Vitaminzubereitung

    ____________________________________________________________________

    Vitamin A                 Retinylacetat

    ____________________________________________________________________

                              Retinylpalmitat

    ____________________________________________________________________

                              Retinol

    ____________________________________________________________________

    Vitamin D                 Vitamin D tief 2 (Ergocalciferol)

    ____________________________________________________________________

                              Vitamin D tief 3 (Cholecalciferol)

    ____________________________________________________________________

    Vitamin B tief 1          Thiaminhydrochlorid

    ____________________________________________________________________

                              Thiaminmononitrat

    ____________________________________________________________________

    Vitamin B tief 2          Riboflavin

    ____________________________________________________________________

                              Riboflavin-5`-phosphat-Natrium

    ____________________________________________________________________

    Niacin                    Nicotinsäureamid

    ____________________________________________________________________

                              Nicotinsäure

    ____________________________________________________________________

    Vitamin B tief 6          Pyridoxinhydrochlorid

    ____________________________________________________________________

                              Pyridoxin-5`-phosphat

    ____________________________________________________________________

    Folate                    Folsäure

    ____________________________________________________________________

    Pantothensäure            Calcium-D-pantothenat

    ____________________________________________________________________

                              Natrium-D-pantothenat

    ____________________________________________________________________

                              Dexpanthenol

    ____________________________________________________________________

    Vitamin B12               Cyanocobalamin

    ____________________________________________________________________

                              Hydroxocobalamin

    ____________________________________________________________________

    Biotin                    D-Biotin

    ____________________________________________________________________

    Vitamin C                 L-Ascorbinsäure

    ____________________________________________________________________

                              Natrium-L-ascorbat

    ____________________________________________________________________

                              Calcium-L-ascorbat

    ____________________________________________________________________

                              6-Palmitoyl-L-Ascorbinsäure

                              (L-Ascorbylpalmitat)

    ____________________________________________________________________

                              Kaliumascorbat

    ____________________________________________________________________

    Vitamin E                 D-alpha-Tocopherol

    ____________________________________________________________________

                              DL-alpha-Tocopherol

    ____________________________________________________________________

                              D-alpha-Tocopherylacetat

    ____________________________________________________________________

                              DL-alpha-Tocopherylacetat

    ____________________________________________________________________

    Vitamin K                 Phyllochinon (Phytomenadion)

    ____________________________________________________________________

     

                             2. Mineralstoffe

    ____________________________________________________________________

                Mineralstoff               Zulässige Salze

    ____________________________________________________________________

    Calcium (Ca)              Calciumcarbonat

    ____________________________________________________________________

                              Calciumchlorid

    ____________________________________________________________________

                              Calciumcitrate

    ____________________________________________________________________

                              Calciumgluconat

    ____________________________________________________________________

                              Calciumglycerophosphat

    ____________________________________________________________________

                              Calciumlactat

    ____________________________________________________________________

                              Calciumorthophosphate

    ____________________________________________________________________

                              Calciumhydroxid

    ____________________________________________________________________

    Magnesium (Mg)            Magnesiumcarbonat

    ____________________________________________________________________

                              Magnesiumchlorid

    ____________________________________________________________________

                              Magnesiumoxid

    ____________________________________________________________________

                              Magnesiumorthophosphate

    ____________________________________________________________________

                              Magnesiumsulfat

    ____________________________________________________________________

                              Magnesiumgluconat

    ____________________________________________________________________

                              Magnesiumhydroxid

    ____________________________________________________________________

                              Magnesiumcitrate

    ____________________________________________________________________

    Eisen (Fe)                Eisencitrat

    ____________________________________________________________________

                              Eisengluconat

    ____________________________________________________________________

                              Eisenlactat

    ____________________________________________________________________

                              Eisensulfat

    ____________________________________________________________________

                              Eisenammoniumcitrat

    ____________________________________________________________________

                              Eisenfumarat

    ____________________________________________________________________

                              Eisendiphosphat (Eisenpyrophosphat)

    ____________________________________________________________________

                              Eisen-Bisglycinat

    ____________________________________________________________________

    Kupfer (Cu)               Kupfercitrat

    ____________________________________________________________________

                              Kupfergluconat

    ____________________________________________________________________

                              Kupfersulfat

    ____________________________________________________________________

                              Kupferlysinkomplex

    ____________________________________________________________________

                              Kupfercarbonat

    ____________________________________________________________________

    Jod (I)                   Kaliumjodid

    ____________________________________________________________________

                              Natriumjodid

    ____________________________________________________________________

                              Kaliumjodat

    ____________________________________________________________________

    Zink (Zn)                 Zinkacetat

    ____________________________________________________________________

                              Zinkchlorid

    ____________________________________________________________________

                              Zinklactat

    ____________________________________________________________________

                              Zinksulfat

    ____________________________________________________________________

                              Zinkcitrat

    ____________________________________________________________________

                              Zinkgluconat

    ____________________________________________________________________

                              Zinkoxid

    ____________________________________________________________________

    Mangan (Mn)               Mangancarbonat

    ____________________________________________________________________

                              Manganchlorid

    ____________________________________________________________________

                              Mangancitrat

    ____________________________________________________________________

                              Mangansulfat

    ____________________________________________________________________

                              Mangangluconat

    ____________________________________________________________________

    Natrium (Na)              Natriumbicarbonat

    ____________________________________________________________________

                              Natriumchlorid

    ____________________________________________________________________

                              Natriumcitrat

    ____________________________________________________________________

                              Natriumgluconat

    ____________________________________________________________________

                              Natriumcarbonat

    ____________________________________________________________________

                              Natriumlactat

    ____________________________________________________________________

                              Natriumorthophosphate

    ____________________________________________________________________

                              Natriumhydroxid

    ____________________________________________________________________

    Kalium (K)                Kaliumbicarbonat

    ____________________________________________________________________

                              Kaliumcarbonat

    ____________________________________________________________________

                              Kaliumchlorid

    ____________________________________________________________________

                              Kaliumcitrate

    ____________________________________________________________________

                              Kaliumgluconat

    ____________________________________________________________________

                              Kaliumlactat

    ____________________________________________________________________

                              Kaliumorthophosphate

    ____________________________________________________________________

                              Kaliumhydroxid

    ____________________________________________________________________

    Selen (Se)                Natriumselenat

    ____________________________________________________________________

                              Natriumselenit

    ____________________________________________________________________

     

        3. Aminosäuren und sonstige stickstoffhaltige Verbindungen

    ____________________________________________________________________

    L-Cystin und sein Hydrochlorid

    L-Histidin und sein Hydrochlorid

    L-Isoleucin und sein Hydrochlorid

    L-Leucin und sein Hydrochlorid

    L-Lysin und sein Hydrochlorid

    L-Cystein und sein Hydrochlorid

    L-Methionin

    L-Phenylalanin

    L-Threonin

    L-Tryptophan

    L-Tyrosin

    L-Valin

    L-Carnitin und sein Hydrochlorid

    L-Carnitin-L-Tartrat

    Taurin

    Cytidin-5’-monophosphat und sein Natriumsalz

    Uridin-5’-monophosphat und sein Natriumsalz

    Adenosin-5’-monophosphat und sein Natriumsalz

    Guanosin-5’-monophosphat und sein Natriumsalz

    Inosin-5’-monophosphat und sein Natriumsalz

    ____________________________________________________________________

     

                            4. Sonstige Nährstoffe

    ____________________________________________________________________

    Cholin

    Cholinchlorid

    Cholincitrat

    Cholintartrat

    Inositol

    ____________________________________________________________________

  • Anlage 4

     

    NÄHRWERT- UND GESUNDHEITSBEZOGENE ANGABEN FÜR

    SÄUGLINGSANFANGSNAHRUNG UND VORAUSSETZUNGEN, DIE EINE ENTSPRECHENDE

    ANGABE RECHTFERTIGEN

     

    1. NÄHRWERTBEZOGENE ANGABEN

    ____________________________________________________________________

    Nährwertbezogene Angabe       Voraussetzung für die nährwertbezogene

                                  Angabe

    ____________________________________________________________________

    1.1 Nur Lactose enthalten     Lactose ist das einzige vorhandene

                                  Kohlenhydrat.

    ____________________________________________________________________

    1.2 Lactosefrei               Der Lactosegehalt beträgt höchstens

                                  2,5 mg/100 kJ (10 mg/100 kcal).

    ____________________________________________________________________

    1.3 Zusatz von langkettigen,  Der Gehalt an Docosahexaensäure

    mehrfach ungesättigten        beträgt mindestens 0,2% des

    Fettsäuren oder eine          Gesamtfettsäuregehalts.

    gleichwertige

    Nährwertbezogene Angabe in

    Bezug auf den Zusatz von

    Docosahexaensäure

    ____________________________________________________________________

    1.4 Nährwertbezogene Angabe

    bezüglich des Zusatzes der

    folgenden optionalen

    Zutaten:

    ____________________________________________________________________

    1.4.1 Taurin

    _____________________________

    1.4.2 Fructo-Oligosaccharide  Freiwillig zugesetzt in einer

    und Galacto-Oligosaccharide   Konzentration, die für die

                                  bestimmungsgemäße besondere Verwendung

                                  durch Säuglinge angemessen ist und den

                                  Bedingungen in Anlage I entspricht.

    _____________________________

    1.4.3 Nukleotide

    ____________________________________________________________________

     

    2. GESUNDHEITSBEZOGENE ANGABEN (EINSCHLIESSLICH ANGABEN ZUR

    REDUZIERUNG VON KRANKHEITSRISIKEN

    ____________________________________________________________________

      Gesundheitsbezogene Angabe         Voraussetzung für die

                                         gesundheitsbezogene Angabe

    ____________________________________________________________________

    2.1 Verringerung des Risikos von     a) Zum Nachweis der behaupteten

    Allergien auf Milchproteine. In      Eigenschaften müssen objektive

    dieser gesundheitsbezogenen Angabe   und wissenschaftlich

    können Begriffe verwendet werden,    nachgewiesene Daten vorliegen.

    die sich auf reduzierten Allergen-   b) Die Säuglingsanfangsnahrung

    oder reduzierten Antigengehalt       muss den in Anlage I Z 2.2

    beziehen                             aufgeführten Bestimmungen

                                         genügen, die Menge der

                                         Immunreaktionen hervorrufenden

                                         Proteine muss mit allgemein

                                         akzeptierten Messmethoden

                                         nachgewiesen werden und darf

                                         höchstens 1% der Stickstoff

                                         enthaltenden Stoffe der

                                         Anfangsnahrung ausmachen.

                                         c) Auf der Kennzeichnung ist

                                         anzugeben, dass Säuglinge, die

                                         gegen intakte Proteine, aus

                                         denen die Nahrung hergestellt

                                         ist, allergisch sind, diese

                                         nicht verzehren dürfen, es sei

                                         denn, dass in allgemein

                                         anerkannten klinischen Tests

                                         der Nachweis der

                                         Verträglichkeit der

                                         Säuglingsanfangsnahrung in mehr

                                         als 90% (Vertrauensbereich 95%)

                                         der Fälle erbracht wurde, in

                                         denen Säuglinge unter einer

                                         Überempfindlichkeit gegenüber

                                         den Proteinen leiden, aus denen

                                         das Hydrolysat hergestellt ist.

                                         d) Die oral verabreichte

                                         Säuglingsanfangsnahrung sollte

                                         bei Tieren keine

                                         Sensibilisierung gegen die

                                         intakten Proteine, aus denen

                                         die Säuglingsanfangsnahrung

                                         hergestellt wird, hervorrufen.

    ____________________________________________________________________

  • Anlage 5

     

    UNVERZICHTBARE UND BEDINGT UNVERZICHTBARE AMINOSÄUREN IN MUTTERMILCH

     

    Für diese Richtlinie gelten folgende Werte für die unverzichtbare und bedingt unverzichtbare Aminosäuren in Muttermilch, ausgedrückt in mg je 100 kJ und 100 kcal:

    ____________________________________________________________________

                                     je 100 kJ *1)     je 100 kcal

    ____________________________________________________________________

    Cystin                                 9                38

    ____________________________________________________________________

    Histidin                              10                40

    ____________________________________________________________________

    Isoleucin                             22                90

    ____________________________________________________________________

    Leucin                                40               166

    ____________________________________________________________________

    Lysin                                 27               113

    ____________________________________________________________________

    Methionin                              5                23

    ____________________________________________________________________

    Phenylalanin                          20                83

    ____________________________________________________________________

    Threonin                              18                77

    ____________________________________________________________________

    Tryptophan                             8                32

    ____________________________________________________________________

    Tyrosin                               18                76

    ____________________________________________________________________

    Valin                                 21                88

    ____________________________________________________________________

      *1) 1 kJ = 0,239 kcal.

  • Anlage 6

     

    Spezifikation für Proteingehalt und -quelle und Proteinverarbeitung bei der Herstellung von Säuglingsanfangsnahrung mit einem Proteingehalt von weniger als 0,56 g/100 kJ (2,25 g/100 kcal) auf Basis von Molkenproteinhydrolysaten aus Kuhmilchprotein

     

    1. Proteingehalt

    Proteingehalt = Stickstoffgehalt × 6,25

    ____________________________________________________________________

                  Mindestens                    Höchstens

    ____________________________________________________________________

    0,44 g/100 kJ                      0,7 g/100 kJ

    ____________________________________________________________________

    (1,86 g/100 kcal)                  (3 g/100 kcal)

    ____________________________________________________________________

     

    2.

    Proteinquelle

    Entmineralisiertes Süßmolkenprotein aus Kuhmilch nach enzymatischer Ausfällung von Casein unter Verwendung von Chymosin, bestehend aus:

    a)

    63% Casein-Glykomakropeptid-freies Molkeprotein-Isolat mit einem Protein-Mindestgehalt von 95% Trockenmasse und einer Protein-Denaturierung von weniger als 70% sowie einem Asche-Höchstgehalt von 3% und

    b)

    37% Süßmolkenproteinkonzentrat mit einem Protein-Mindestgehalt von 87% Trockenmasse und Protein-Denaturierung von weniger als 70% sowie einem Asche-Höchstgehalt von 3,5%.

     

    3.

    Proteinverarbeitung

    Zweistufiges Hydrolyseverfahren unter Verwendung einer Trypsin-Zubereitung mit einem Wärmebehandlungsschritt (3 bis 10 Minuten bei 80 bis 100°C) zwischen den beiden Hydrolyseschritten.

  •                                                             Anlage 7

     

    REFERENZWERTE FÜR DIE NÄHRWERTKENNZEICHNUNG VON LEBENSMITTELN, DIE

               FÜR SÄUGLINGE UND KLEINKINDER BESTIMMT SIND

    ____________________________________________________________________

              Nährstoff                      Referenzwert

    ____________________________________________________________________

    Vitamin A                                 (myg) 400

    ____________________________________________________________________

    Vitamin D                                  (myg) 7

    ____________________________________________________________________

    Vitamin E                                  mg TE) 5

    ____________________________________________________________________

    Vitamin K                                  (myg) 12

    ____________________________________________________________________

    Vitamin C                                   (mg) 45

    ____________________________________________________________________

    Thiamin                                    (mg) 0,5

    ____________________________________________________________________

    Riboflavin                                 (mg) 0,7

    ____________________________________________________________________

    Niacin                                      (mg) 7

    ____________________________________________________________________

    Vitamin B6                                 (mg) 0,7

    ____________________________________________________________________

    Folate                                    (myg) 125

    ____________________________________________________________________

    Vitamin B12                               (myg) 0,8

    ____________________________________________________________________

    Pantothensäure                              (mg) 3

    ____________________________________________________________________

    Biotin                                     (myg) 10

    ____________________________________________________________________

    Calcium                                    (mg) 550

    ____________________________________________________________________

    Phosphor                                   (mg) 550

    ____________________________________________________________________

    Kalium                                    (mg) 1 000

    ____________________________________________________________________

    Natrium                                    (mg) 400

    ____________________________________________________________________

    Chlor                                      (mg) 500

    ____________________________________________________________________

    Eisen                                       (mg) 8

    ____________________________________________________________________

    Zink                                        (mg) 5

    ____________________________________________________________________

    Jod                                        (myg) 80

    ____________________________________________________________________

    Selen                                      (myg) 20

    ____________________________________________________________________

    Kupfer                                     (mg) 0,5

    ____________________________________________________________________

    Magnesium                                  (mg) 80

    ____________________________________________________________________

    Mangan                                     (mg) 1,2

    ____________________________________________________________________

     

    ____________________________________________________________________

  • Anlage 8

     

    SCHÄDLINGSBEKÄMPFUNGSMITTEL, DIE NICHT BEI LANDWIRTSCHAFTLICHEN

    ERZEUGNISSEN VERWENDET WERDEN DÜRFEN, DIE ZUR HERSTELLUNG VON

    SÄUGLINGSANFANGSNAHRUNG UND FOLGENAHRUNG BESTIMMT SIND

     

                               Tabelle 1

    ____________________________________________________________________

         Chemische Bezeichnung des Stoffs (Rückstandsdefinition)

    ____________________________________________________________________

    Disulfoton (Summe von Disulfoton, Disulfoton-Sulfoxid und

    Disulfoton-Sulfon, ausgedrückt als Disulfoton)

    ____________________________________________________________________

    Fensulfothion (Summe von Fensulfothion, dessen Sauerstoff-Analogon

    und deren Sulfonen, ausgedrückt als Fensulfothion

    ____________________________________________________________________

    Fentin, ausgedrückt als Triphenylzinn-Kation

    ____________________________________________________________________

    Haloxyfop (Summe von Haloxyfop, dessen Salzen und Estern

    einschließlich Konjugaten, ausgedrückt als Haloxyfop)

    ____________________________________________________________________

    Heptachlor und trans-Heptachlorepoxid, ausgedrückt als Heptachlor

    ____________________________________________________________________

    Hexachlorbenzol

    ____________________________________________________________________

    Nitrofen

    ____________________________________________________________________

    Omethoat

    ____________________________________________________________________

    Terbufos (Summe von Terbufos, dessen Sulfoxid und dessen Sulfon,

    ausgedrückt als Terbufos)

    ____________________________________________________________________

     

                               Tabelle 2

    ____________________________________________________________________

                     Chemische Bezeichnung des Stoffs

    ____________________________________________________________________

    Aldrin und Dieldrin, ausgedrückt als Dieldrin

    ____________________________________________________________________

    Endrin

    ____________________________________________________________________

  •                                                             Anlage 9

     

                 SPEZIFISCHE RÜCKSTANDSHÖCHSTGEHALTE FÜR

           SCHÄDLINGSBEKÄMPFUNGSMITTEL ODER DEREN METABOLITEN IN

                SÄUGLINGSANFANGSNAHRUNG UND FOLGENAHRUNG

    ____________________________________________________________________

       Chemische Bezeichnung des Stoffs      Rückstandshöchstgehalt

                                                    (mg/kg)

    ____________________________________________________________________

    Cadusafos                                        0,006

    ____________________________________________________________________

    Demeton-S-methyl/Demeton-S-methyl-

    sulfon/Oxydemetonmethyl (einzeln oder

    kombiniert, ausgedrückt als

    Demeton-S-methyl                                 0,006

    ____________________________________________________________________

    Ethoprophos                                      0,008

    ____________________________________________________________________

    Fipronil (Summe von Fipronil und

    Fipronil-desulfinyl, ausgedrückt als

    Fipronil)                                        0,004

    ____________________________________________________________________

    Propineb/Propylen-thioharnstoff (Summe

    von Propineb und Propylen-thioharnstoff          0,006

    ____________________________________________________________________