Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für 1. Tierhaltungsverordnung, Fassung vom 29.05.2016

§ 0

Langtitel

Verordnung der Bundesministerin für Gesundheit und Frauen über die Mindestanforderungen für die Haltung von Pferden und Pferdeartigen, Schweinen, Rindern, Schafen, Ziegen, Schalenwild, Lamas, Kaninchen, Hausgeflügel, Straußen und Nutzfischen (1. Tierhaltungsverordnung)
StF: BGBl. II Nr. 485/2004

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund der §§ 7 Abs. 2 und 3, 14, 16 Abs. 4 und 24 Abs. 1 Z 1 des Bundesgesetzes über den Schutz der Tiere (Tierschutzgesetz - TSchG), BGBl. I Nr. 118/2004, Art. 2, wird im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft verordnet:

§ 1

Text

Geltungsbereich

 

§ 1. Diese Verordnung regelt die Mindestanforderungen für die Haltung von Pferden und Pferdeartigen, Schweinen, Rindern, Schafen, Ziegen, Schalenwild, Lamas, Kaninchen, Hausgeflügel, Straußen und Nutzfischen, die an diesen Tieren zulässigen Eingriffe sowie Art und Nachweis der Sachkunde von Betreuungspersonen und sonstigen sachkundigen Personen, die Eingriffe vornehmen dürfen.

§ 2

Text

Mindestanforderungen an die Haltung

§ 2. (1) Für die Haltung der in § 1 genannten Tierarten gelten die in den Anlagen 1 bis 11 festgelegten Mindestanforderungen. Für Quarantäne- sowie für sonstige aufgrund von tierseuchenrechtlichen Bestimmungen vorgeschriebenen Schutz und Überwachungsmaßnahmen oder für die Behandlung erkrankter Tiere sind fachlich begründete abweichende Haltungsbedingungen zulässig.

(2) Haltungsanlagen für Rinder, Schweine und Pferde, die bereits am 1. 1. 2005 bestanden haben, dürfen von den in dieser Verordnung festgelegten Maßen und Werten um maximal zehn Prozent abweichen, wenn folgende Voraussetzungen eingehalten werden:

1.

gemeinschaftsrechtliche Bestimmungen werden nicht berührt,

2.

das Wohlbefinden der jeweils betroffenen Tiere ist auch im Falle der Abweichung nicht eingeschränkt,

3.

der erforderliche bauliche Anpassungsbedarf ist unverhältnismäßig und

4.

die Abweichung wird der Behörde vor dem in § 44 Abs. 5 Z 4 TSchG jeweils festgelegten Zeitpunkt gemeldet.

(3) Werden im Zuge einer Kontrolle nicht gemäß Abs. 2 gemeldete Abweichungen festgestellt, so ist gemäß § 35 Abs. 6 und § 38 TSchG vorzugehen.

(4) Von den in den Anlagen 1 bis 11 genannten Mindestanforderungen kann dann abgewichen werden, wenn die Haltung projektgemäß in neuartigen serienmäßig hergestellten Aufstallungssystemen oder serienmäßig hergestellten Haltungssystemen und Stalleinrichtungen erfolgt, die von der gemäß § 18 Abs. 6 TSchG eingerichteten Fachstelle als tierschutzgesetzkonform befunden wurden und kein Widerspruch zu unionsrechtlichen Vorschriften vorliegt.

(5) Bis 31.12.2017 ist vom Bundesministerium für Gesundheit und vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft ein Projekt hinsichtlich der Evaluierung der Haltungssysteme im Bereich der Abferkelbuchten durchzuführen. Dieses Projekt hat alternative Verfahren zur Verbesserung sowie Adaptierung der bestehenden Abferkelbuchtsysteme im Sinne des Tierschutzes zu entwickeln. Insbesonders ist die Dauer der kritischen Lebensphase der Saugferkel zu untersuchen. Darüber hinaus sind auch die ökonomischen, arbeitstechnischen und ökologischen Auswirkungen der Abferkelsysteme unter Berücksichtigung der Entwicklung des europäischen Binnenmarktes zu berücksichtigen. Die auf Grund des Projekts als geeignet anzusehenden Haltungssysteme sind von den Auftraggebern des Projekts der gemäß § 18 Abs. 6 TSchG eingerichteten Fachstelle vorzulegen und von dieser zu begutachten.

(6) Neue Mindestbestimmungen sind auf Grund des Projekts gemäß Abs. 5 durch Anpassungen dieser Verordnung unverzüglich festzulegen.

§ 3

Text

Betreuungspersonen

 

§ 3. Die erforderliche Eignung sowie die erforderlichen Kenntnisse und beruflichen Fähigkeiten zur Betreuung von Tieren der Tierarten gemäß § 1 liegen jedenfalls dann vor, wenn

1.

die Betreuungsperson über eine einschlägige akademische oder schulische Ausbildung verfügt, oder

2.

die Betreuungsperson über eine Ausbildung als Tierpfleger verfügt, oder

3.

die Betreuungsperson nachweislich über eine außerschulisch-praktische Ausbildung einschließlich Unterweisung verfügt, oder

4.

die Betreuungsperson im Bereich der Teichwirtschaft über eine Ausbildung zum Fischereifacharbeiter oder Fischereimeister verfügt, oder

5.

die Betreuungsperson auf Grund eines Staatsvertrages im Rahmen der europäischen Integration über eine als gleichwertig anerkannte oder zu geltende Ausbildung verfügt, oder

6.

sonst aus dem Werdegang oder der Tätigkeit der Betreuungsperson glaubhaft ist, dass sie die übliche erforderliche Versorgung der gehaltenen Tiere sicherstellen und vornehmen kann.

§ 4

Text

Eingriffe

 

§ 4. (1) Es dürfen nur die in den Anlagen 1 bis 11 festgelegten Eingriffe vorgenommen werden.

(2) Sonstige sachkundige Personen, die Eingriffe vornehmen dürfen, sind Betreuungspersonen oder Personen, die nachweislich eine einschlägige Ausbildung insbesondere durch Kurse, Lehrgänge oder Praktika aufweisen, die die grundsätzlichen Kenntnisse der Anatomie, die Kenntnis der einschlägigen Rechtsvorschriften und ethologischen Grundsätze und die fachgerechte praktische Durchführung der Eingriffe beinhaltet.

§ 5

Text

Personenbezogene Bezeichnungen

 

§ 5. Alle in dieser Verordnung verwendeten personenbezogenen Bezeichnungen gelten gleichermaßen für Personen sowohl weiblichen als auch männlichen Geschlechts.

§ 6

Text

In-Kraft-Treten und Übergangsbestimmungen

§ 6. (1) Diese Verordnung tritt zugleich mit 1. Jänner 2005, jedoch nicht vor dem Ablauf des Tages ihrer Kundmachung im Bundesgesetzblatt, in Kraft.

(2) Für die Anforderungen an Betreuungspersonen nach § 3 und an sonstige sachkundige Personen nach § 4 gilt § 44 Abs. 11 TSchG.

(3) Für die bauliche Ausstattung und Haltungsvorrichtungen gelten nach Maßgabe des § 44 Abs. 4 und 5 TSchG die in den Anlagen 1 bis 11 jeweils angeführten Übergangsbestimmungen.

(4) § 2, Anlage 1 Punkt 2.10. sowie Anlage 9 in der Fassung BGBl. II Nr. 219/2010 treten mit 1. August 2010 in Kraft.

Anl. 1

Text

Anlage 1

MINDESTANFORDERUNGEN FÜR DIE HALTUNG VON PFERDEN UND PFERDEARTIGEN (EQUIDEN)

1.              BEGRIFFSBESTIMMUNGEN

 

Pferdeartige

Esel, Maultiere und Maulesel

Stockmaß (STM)

Größe eines Tieres gemessen vom ebenen Boden bis zur höchsten Stelle des Widerristes

 

2.              ALLGEMEINE HALTUNGSVORSCHRIFTEN

 

2.1.

GEBÄUDE UND STALLEINRICHTUNGEN

              Die Böden müssen rutschfest sein und so gestaltet und unterhalten werden, dass die Tiere keine Verletzungen oder Schmerzen erleiden. Die Liegeflächen der Tiere müssen eingestreut, trocken und so gestaltet sein, dass alle Tiere gleichzeitig und ungehindert liegen können. Boxentrennwände müssen einen direkten Sichtkontakt mit Artgenossen ermöglichen. Bei Hengsten können Boxentrennwände geschlossen ausgeführt sein, wenn sonstiger Sichtkontakt zu anderen Pferden besteht. Die Höhe der Abtrennungen muss bei Hengsten mindestens 1,3 x STM und bei anderen Tieren mindestens 0,8 x STM betragen.

 

2.2.              BEWEGUNGSFREIHEIT

2.2.1.              Anbindehaltung

Die Anbindehaltung ist verboten.

Ein vorübergehendes Anbinden ist insbesondere zum Angewöhnen der Tiere, zum Zweck von Pflegemaßnahmen, während des Deckens, bei sportlichen Anlässen und bei sonstigen Veranstaltungen zulässig.

2.2.2.              Einzelboxenhaltung

              Für die Haltung in Einzelboxen betragen die Mindestmaße:

 

Größe der Tiere

Boxenfläche 1

Kürzeste Seite

STM bis 120 cm

6,00 m²/Tier

180,00 cm/Tier

STM bis 135 cm

7,50 m²/Tier

200,00 cm/Tier

STM bis 150 cm

8,50 m²/Tier

220,00 cm/Tier

STM bis 165 cm

10,00 m²/Tier

250,00 cm/Tier

STM bis 175 cm

11,00 m²/Tier

260,00 cm/Tier

STM bis 185 cm

12,00 m²/Tier

270,00 cm/Tier

STM über 185 cm

14,00 m²/Tier

290,00 cm/Tier

1 Diese Fläche gilt auch für Stuten mit Fohlen bis zum Absetzen oder für zwei Fohlen bis zu einem Alter von einem Jahr.

 

2.2.3.              Gruppenhaltung

              Bei Gruppenhaltung betragen die Mindestmaße:

 

Größe der Tiere 1

Boxenfläche für das erste und zweite Tier 2

Boxenfläche für jedes weitere Tier 2

 

STM bis 120 cm

6,00 m²/Tier

4,00 m²/Tier

 

STM bis 135 cm

7,50 m²/Tier

5,00 m²/Tier

 

STM bis 150 cm

8,50 m²/Tier

6,00 m²/Tier

 

STM bis 165 cm

10,00 m²/Tier

7,00 m²/Tier

 

STM bis 175 cm

11,00 m²/Tier

7,50 m²/Tier

 

STM bis 185 cm

12,00 m²/Tier

8,00 m²/Tier

 

STM über 185 cm

14,00 m²/Tier

9,00 m²/Tier

 

1 im Durchschnitt der Gruppe

2 Fressstände sind in diese Flächen nicht einzurechnen

 

Bei Gruppenhaltung müssen in ausreichendem Ausmaß Absonderungsboxen zur Verfügung stehen.

2.2.4.              Auslauf

Mehrmals wöchentlich ist eine ausreichende Bewegungsmöglichkeit wie freier Auslauf, sportliches Training oder eine vergleichbare Bewegungsmöglichkeit sicherzustellen.

Besteht die Bewegungsmöglichkeit in freiem Auslauf, muss mindestens die zweifache Fläche wie für Einzelboxen gefordert vorhanden sein.

Die Umzäunung von Pferdekoppeln und Pferdeausläufen ist so zu gestalten, dass spitze Winkel vermieden werden. Die Verwendung von Stacheldraht oder weitmaschigen Knotengitterzäunen ist bei Pferdekoppeln und bei Pferdeausläufen verboten.

2.3.              STALLKLIMA

In geschlossenen Ställen müssen natürliche oder mechanische Lüftungsanlagen vorhanden sein.

Diese sind dauernd entsprechend zu bedienen oder zu regeln und so zu warten, dass ihre Funktion gewährleistet ist. In geschlossenen Ställen muss für einen dauernden und ausreichenden Luftwechsel gesorgt werden, ohne dass es im Tierbereich zu schädlichen Zuglufterscheinungen kommt.

2.4.              LICHT

Steht den Tieren kein ständiger Zugang ins Freie zur Verfügung, müssen Ställe offene oder transparente Flächen, durch die Tageslicht einfallen kann, im Ausmaß von mindestens 3% der Stallbodenfläche aufweisen. Im Tierbereich des Stalles ist über mindestens acht Stunden pro Tag eine Lichtstärke von mindestens 40 Lux zu gewährleisten.

2.5.              LÄRM

Der Lärmpegel ist so gering wie möglich zu halten. Dauernder oder plötzlicher Lärm ist zu vermeiden.

Die Konstruktion, die Aufstellung, die Wartung und der Betrieb der Belüftungsgebläse, Fütterungsmaschinen oder anderer Maschinen sind so zu gestalten, dass sie so wenig Lärm wie möglich verursachen.

2.6.              ERNÄHRUNG

Die Fütterungs- und Tränkvorrichtungen sind so zu gestalten und anzuordnen, dass die Tiere ungehindert fressen und trinken können.

Den Tieren ist das der Leistung entsprechende Kraftfutter und mindestens drei Mal täglich Raufutter zur Verfügung zu stellen, sofern keine Möglichkeit zu freier Aufnahme besteht. Bei der Fütterung in Gruppenhaltung ist sicherzustellen, dass jedes einzelne Tier ausreichend Nahrung aufnehmen kann und es nicht zu Verdrängungen kommt.

Werden die Tiere in Gruppen rationiert oder unter zeitlich begrenzter Futtervorlage gefüttert, muss für jedes Tier ein Fressplatz zur Verfügung stehen.

Werden Tiere in Gruppenhaltung ad libitum bei ganztägiger Futtervorlage gefüttert, darf ein Tier-Fressplatz-Verhältnis von 1,5 : 1 nicht überschritten werden.

              Die Mindestmaße für Fressplätze in Gruppenhaltungssystemen betragen:

Größe der Tiere 1

Fressplatzbreite

STM bis 120 cm

60,00 cm

STM bis 135 cm

65,00 cm

STM bis 150 cm

70,00 cm

STM bis 165 cm

75,00 cm

STM bis 175 cm

75,00 cm

STM bis 185 cm

80,00 cm

STM über 185 cm

85,00 cm

1 im Durchschnitt der Gruppe

 

2.7.              BETREUUNG

Bei Verwendung von Tieren als Zugtiere oder Lasttiere oder zu sonstiger Arbeit unter dem Sattel, an der Hand oder im Geschirr ist sicherzustellen, dass die Tiere ausreichende Ruhepausen haben und nicht überfordert werden. Innerhalb eines Zeitraumes von 24 Stunden ist jedenfalls eine durchgängige Ruhepause von mindestens acht Stunden zu gewähren. Bei rationierter Fütterung muss im Anschluss an die Fütterung eine Ruhepause von mindestens einer Stunde eingehalten werden.

Werden Pferde regelmäßig mehr als sechs Stunden pro Tag zur Personenbeförderung in einem Gespann eingesetzt, sind ihnen innerhalb einer Woche an mindestens zwei nicht aufeinander folgenden Tagen Ruhetage mit freiem Auslauf zu gewähren. Weiters muss sichergestellt werden, dass das Gesamtgewicht des voll beladenen Gespannes bei ebener Strecke und glattem Untergrund das Dreifache der Summe der Körpergewichte aller vorgespannten Pferde nicht überschreitet.

Dabei sollte die Arbeitsbelastung in einem angemessenen Verhältnis zur Leistungsfähigkeit des Tieres stehen. Kranke oder sonst beeinträchtigte Tiere dürfen zur Arbeit nicht herangezogen werden.

Verboten sind alle medikamentösen und nicht pferdegerechten Einwirkungen des Menschen, die beim Sportpferd gesetzt werden mit dem Ziel einer Beeinflussung über die natürliche Veranlagung, das Leistungsvermögen und die Leistungsbereitschaft des Pferdes hinaus.

Es ist sicherzustellen, dass die Anbindevorrichtungen und Ausrüstungsgegenstände, wie zB Geschirre, Zaumzeuge, Zügel, Gebisse oder Sattel, die Tiere nicht verletzen können und ein ungehindertes Fressen und Misten ermöglichen. Diese Einrichtungen sind regelmäßig auf ihren Sitz zu überprüfen und den Körpermaßen der Tiere anzupassen.

Eine regelmäßige und fachgerechte Hufpflege ist sicherzustellen.

Das Clippen der Tasthaare (Fibrissen) um Augen, Nüstern und Maul ist verboten.

2.8.              GANZJÄHRIGE HALTUNG IM FREIEN

Für jedes Tier muss eine überdachte, trockene und eingestreute Liegefläche mit Windschutz in einem Ausmaß zur Verfügung stehen, das allen Tieren ein gleichzeitiges ungestörtes Liegen ermöglicht.

Kann der Futterbedarf nicht ausreichend durch Weide gedeckt werden, muss zusätzliches Futter angeboten werden. Auch bei tiefen Temperaturen muss sichergestellt sein, dass Menge und Energiegehalt des vorhandenen Futters ausreichen, um den Energiebedarf der Tiere zu decken.

Der Boden im Bereich der ständig benützten Fütterungs- und Tränkebereiche muss befestigt sein.

Kranke und verletzte Tiere sind gesondert und geschützt unterzubringen.

2.9.              ALMWIRTSCHAFT

Sofern bei der Haltung auf Almen, Asten, Vorsäßen und dergleichen ein täglicher Weidegang erfolgt, finden die Bestimmungen hinsichtlich der Anforderungen an Ställe keine Anwendung.

2.10.              2.10.              ABSATZVERANSTALTUNGEN, TIERSCHAUEN UND SPORTLICHE ANLÄSSE

Für die kurzfristige Haltung während der Dauer von Absatzveranstaltungen, Tierschauen oder sportlichen Anlässen finden die Bestimmungen hinsichtlich der Anforderungen an Ställe keine Anwendung.

2.11.              EINGRIFFE

Zulässige Eingriffe dürfen nur durch einen Tierarzt oder eine sonstige sachkundige Person durchgeführt werden.

Zulässige Eingriffe sind:

1. Die Kastration, wenn der Eingriff durch einen Tierarzt nach wirksamer Betäubung durchgeführt wird

2. Die Kennzeichnung durch Brand.

3.              ÜBERGANGSBESTIMMUNGEN

Bei In-Kraft-Treten des Tierschutzgesetzes bestehende Anlagen und Haltungseinrichtungen zur Anbindehaltung dürfen bis zum Ablauf des 31. Dezember 2009 nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen weiter betrieben werden:

1.

Die Anbindehaltung ist jedenfalls verboten bei Tieren bis zu einem Alter von 30 Monaten, Stuten beim Abfohlen sowie Stuten mit Fohlen bei Fuß.

2.

In Anbindung gehaltenen Tieren muss täglich freier Auslauf gewährt werden. Sportbetätigung, Training oder andere nicht freie Bewegungsmöglichkeiten gelten nicht als freier Auslauf.

3.

Die Stände und Anbindevorrichtungen müssen dem Tier in der Längs- und Querrichtung sowie in der Vertikalen ausreichend Bewegungsfreiheit bieten, damit ein ungehindertes Stehen, Abliegen, Aufstehen, Liegen, Fressen und Zurücktreten möglich ist.

Anl. 2

Text

                                                            Anlage 2

 

             MINDESTANFORDERUNGEN FÜR DIE HALTUNG VON RINDERN

 

1.       BEGRIFFSBESTIMMUNGEN

 

         ___________________________________________________________

         Kälber       Rinder bis zu einem Alter von sechs Monaten

         ___________________________________________________________

         Kurzstand    Anbindestand, bei dem der Raum über dem

                      Futterbarn den Tieren jederzeit zum Stehen,

                      Abliegen, Aufstehen, Ruhen und Fressen zur

                      Verfügung steht

         ___________________________________________________________

         Mittel-      Anbindestand, bei dem der Raum über dem

         langstand    Futterbarn den Tieren nur zum Fressen zur

                      Verfügung steht

         ___________________________________________________________

         Anbinde-     Haltungsform, bei der jedes Tier einzeln auf

         haltung      einem Standplatz durch eine Anbindevorrichtung

                      fixiert ist

         ___________________________________________________________

2.       ALLGEMEINE HALTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR ALLE RINDER

2.1.     BODENBESCHAFFENHEIT

2.1.1.   Grundlegende Anforderungen

         Die Böden müssen rutschfest sein und so gestaltet und

         unterhalten werden, dass die Rinder keine Verletzungen oder

         Schmerzen erleiden. Weisen geschlossene Böden im

         Liegebereich der Tiere keine Beläge auf, die ihren

         Ansprüchen auf Weichheit oder Wärmedämmung genügen, sind

         sie ausreichend mit Stroh oder ähnlich strukturiertem

         Material einzustreuen. Die Liegeflächen der Tiere müssen

         trocken und so gestaltet sein, dass alle Tiere gleichzeitig

         und ungehindert liegen können.

2.1.2.   Anforderungen an perforierte Böden

         Bei Verwendung von Betonspaltenböden, Kunststoff-, oder

         Metallrosten dürfen folgende Spaltenbreiten nicht

         überschritten werden:

         ___________________________________________________________

                Tierkategorie          Maximale Spaltenbreite *1)

         ___________________________________________________________

         Rinder bis 200 kg                         25 mm

         ___________________________________________________________

         Rinder über 200 kg                        35 mm

         ___________________________________________________________

         Mutterkühe mit Kälbern                    30 mm

         ___________________________________________________________

*1) In Ställen mit Anbindehaltung sind Gülleroste mit einer maximalen Spaltenbreite von 40 mm und einer Mindeststegbreite von 25 mm zulässig.

Die Auftrittsfläche von Betonspaltenböden, Kunststoff-, Holzlatten- oder Metallrosten muss eben und gratfrei, die Kanten müssen gebrochen sein.

Spaltenböden aus Beton müssen aus Flächenelementen hergestellt und so ausgeführt sein, dass keine durchgehenden Schlitze entstehen. Die Auftrittsbreite dieser Böden muss mindestens 80 mm betragen. Holzlattenroste dürfen nicht mehr neu eingebaut werden.

2.2. BEWEGUNGSFREIHEIT

Die dauernde Anbindehaltung ist zulässig, wenn und insoweit eine Unterbrechung der Anbindehaltung gemäß § 16 Abs. 4 TSchG für den Tierhalter aus technischen oder rechtlichen Gründen nicht möglich ist.

Zwingende rechtliche oder technische Gründe, die der Gewährung von geeigneter Bewegungsfreiheit durch Auslauf oder Weidegang entgegenstehen können, sind folgende Gegebenheiten:

1.

Nicht-Vorhandensein von geeigneten Weideflächen oder Auslaufflächen oder

2.

bauliche Gegebenheiten am Betrieb oder

3.

Sicherheitsaspekte für Menschen und Tiere, insbesondere beim Ein- und Austreiben der Tiere.

Die Anbindevorrichtungen müssen dem Tier in der Längsrichtung mindestens 60,00 cm und in der Querrichtung mindestens 40,00 cm Bewegungsfreiheit bieten sowie genügend Spiel in der Vertikalen geben, damit ein ungehindertes Stehen, Abliegen, Aufstehen, Ruhen, Fressen und Zurücktreten möglich ist.

2.3. STALLKLIMA

In geschlossenen Ställen müssen natürliche oder mechanische Lüftungsanlagen vorhanden sein.

Diese sind dauernd entsprechend zu bedienen oder zu regeln und so zu warten, dass ihre Funktion gewährleistet ist. In geschlossenen Ställen muss für einen dauernden und ausreichenden Luftwechsel gesorgt werden, ohne dass es im Tierbereich zu schädlichen Zuglufterscheinungen kommt.

2.4. LICHT

Steht den Tieren kein ständiger Zugang ins Freie zur Verfügung, müssen Ställe Fenster oder sonstige offene oder transparente Flächen, durch die Tageslicht einfallen kann, im Ausmaß von mindestens 3% der Stallbodenfläche aufweisen. Im Tierbereich des Stalles ist über mindestens 8 Stunden pro Tag eine Lichtstärke von mindestens 40 Lux zu gewährleisten.

2.5. LÄRM

Der Lärmpegel ist so gering wie möglich zu halten. Dauernder oder plötzlicher Lärm ist zu vermeiden. Die Konstruktion, die Aufstellung, die Wartung und der Betrieb der Belüftungsgebläse, Fütterungsmaschinen oder anderer Maschinen sind so zu gestalten, dass sie so wenig Lärm wie möglich verursachen.

2.6. ERNÄHRUNG

Die Wasseraufnahme muss aus einer freien Wasseroberfläche möglich sein. Bei Gruppenhaltung ist das Angebot an Tränkevorrichtungen an die Gruppengröße anzupassen. Die Futterbarnsohle muss mindestens 10,00 cm über dem Standniveau liegen.

Bei der Fütterung von Rindern in Gruppenhaltung ist sicherzustellen, dass jedes einzelne Tier ausreichend Nahrung aufnehmen kann.

Werden Rinder in Gruppen rationiert oder unter zeitlich begrenzter Futtervorlage gefüttert, muss für jedes Tier ein Fressplatz zur Verfügung stehen.

Werden Rinder in Gruppenhaltung ad libitum bei ganztägiger Futtervorlage gefüttert, darf ein Tier-Fressplatz-Verhältnis von 2,5 : 1 nicht überschritten werden.

Die Mindestmaße für Fressplätze in Gruppenhaltungssystemen betragen:

         ___________________________________________________________

               Tiergewicht *1)            Fressplatzbreite *2)

         ___________________________________________________________

         bis 150 kg                           40,00 cm/Tier

         ___________________________________________________________

         bis 220 kg                           45,00 cm/Tier

         ___________________________________________________________

         bis 350 kg                           55,00 cm/Tier

         ___________________________________________________________

         bis 500 kg                           60,00 cm/Tier

         ___________________________________________________________

         bis 650 kg                           65,00 cm/Tier

         ___________________________________________________________

         über 650 kg                          75,00 cm/Tier

         ___________________________________________________________

*1) im Durchschnitt der Gruppe

*2) Diese Werte können für den einzelnen Fressplatz bei rationierter Fütterung um bis zu 10% reduziert werden, wenn die gesamte Fressplatzlänge dem Produkt aus der Tierzahl multipliziert mit den Fressplatzbreiten entspricht.

 

2.7. BETREUUNG

Es ist sicherzustellen, dass die Anbindevorrichtungen die Tiere nicht verletzen können. Ketten, Seile, Halsbänder oder andere Anbindevorrichtungen sind regelmäßig auf ihren Sitz zu überprüfen und den Körpermaßen der Tiere anzupassen.

Der Zustand der Klauen ist regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf ist eine Klauenpflege durchzuführen. Scharfkantige, spitze oder elektrisierende Vorrichtungen, die das Verhalten der Tiere im Stall steuern, sind verboten.

Elektrische Abschrankungen in Laufställen sind nur vorübergehend zulässig.

2.8. EINGRIFFE

Zulässige Eingriffe dürfen nur durch einen Tierarzt oder eine sonstige sachkundige Person durchgeführt werden.

Zulässige Eingriffe sind:

1.

Die Enthornung oder das Zerstören der Hornanlage, wenn

-

der Eingriff bei bis zu zwei Wochen alten Tieren durch Ausbrennen mit einem Brennstab, der über eine exakte Zeitsteuerung sowie eine automatische Abschaltung des Brennvorganges verfügt, fachgerecht durchgeführt wird, oder

-

der Eingriff durch Ausbrennen mit einem sonstigen Brennstab nach wirksamer Betäubung vorgenommen wird, oder

-

der Eingriff durch einen Tierarzt nach wirksamer Betäubung durchgeführt wird.

2.

Das Kupieren des Schwanzes von Kälbern im Ausmaß von höchstens 5,00 cm, wenn der Eingriff durch einen Tierarzt nach wirksamer Betäubung durchgeführt wird und eine betriebliche Notwendigkeit zur Minderung der Verletzungsgefahr für die Tiere gegeben ist.

3.

Die Kastration männlicher Rinder, wenn der Eingriff durch einen Tierarzt oder einen Viehschneider, der dieses Gewerbe auf Grund der Gewerbeordnung 1994, BGBl. Nr. 194, zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 118/2004, rechtmäßig ausübt nach wirksamer Betäubung durchgeführt wird.

4.

Das Einziehen von Nasenringen bei Zuchtstieren.

3.

BESONDERE HALTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR KÄLBER

3.1. Für Kälber bis 150 kg muss eine trockene, weiche und

verformbare Liegefläche vorhanden sein. Für Kälber unter zwei Wochen muss eine geeignete Einstreu zur Verfügung stehen.

3.2. BEWEGUNGSFREIHEIT

3.2.1. Anbindehaltung

Die Anbindehaltung von Kälbern ist verboten. Von diesem Verbot ausgenommen ist eine höchstens einstündige Anbindung oder Fixierung während bzw. unmittelbar nach der Milchtränke oder Milchaustauschertränke.

3.2.2. Einzelbuchtenhaltung

Seitliche Umschließungen von Einzelbuchten für Kälber müssen mit Ausnahme der Absonderung kranker Tiere einen direkten Sicht- und Berührungskontakt mit Artgenossen ermöglichen.

Für Einzelbuchten für Kälber gelten folgende Mindestmaße:

         ___________________________________________________________

                Alter            Länge *1)            Breite

         ___________________________________________________________

         bis 2 Wochen             120,00 cm            80,00 cm

         ___________________________________________________________

         bis 8 Wochen             140,00 cm            90,00 cm

         ___________________________________________________________

         über 8 Wochen *2)        160,00 cm            100,00 cm

         ___________________________________________________________

*1) Bei innen angebrachtem Trog ist die jeweilige Buchtenlänge um 20,00 cm zu verlängern.

*2) Einzelhaltung ab einem Lebensalter von acht Wochen ist nur gemäß Punkt 3.2.3. zulässig.

Bei Einzelhaltung im Freien muss die Einzelbucht überdacht und auf drei Seiten geschlossen sein (z.B. Kälberhütte, Iglu) und die Tiere gegen widrige Witterungseinflüsse geschützt sein. Zusätzlich zur Bucht muss ein Auslauf im Ausmaß der für Einzelbuchten festgelegten Mindestmaße vorhanden sein.

 

3.2.3. Gruppenhaltung

Über acht Wochen alte Kälber sind in Gruppen zu halten.

Über acht Wochen alte Kälber müssen nicht in Gruppen gehalten werden, wenn

-

auf dem Betrieb weniger als sechs Kälber gehalten werden,

-

die Kälber sich bei der Mutter befinden, um von ihr gesäugt zu werden, oder

-

eine tierärztliche Anordnung vorliegt, dass das betreffende Tier gesundheits- oder verhaltensbedingt in einer Einzelbucht gehalten werden muss, um behandelt werden zu können.

Bei Gruppenhaltung von Kälbern gelten folgende Mindestmaße:

         ___________________________________________________________

              Kälbergewicht *1)              Buchtenfläche

         ___________________________________________________________

         bis 150 kg                            1,60 m2/Tier

         ___________________________________________________________

         bis 220 kg                            1,80 m2/Tier

         ___________________________________________________________

         über 220 kg                           2,00 m2/Tier

         ___________________________________________________________

*1) im Durchschnitt der Gruppe

 

Bei Gruppenhaltung im Freien müssen die Buchten überdacht und auf drei Seiten geschlossen sein (z.B. Kälberhütte, Iglu) und die Tiere gegen widrige Witterungseinflüsse geschützt sein.

Zusätzlich zur Bucht muss ein Auslauf im Ausmaß der für Gruppenbuchten festgelegten Mindestmaße vorhanden sein.

3.3. ERNÄHRUNG

Alle Kälber müssen mindestens zweimal täglich gefüttert werden.

Kälber müssen ihrem Alter, ihrem Gewicht und ihren verhaltensmäßigen und physiologischen Bedürfnissen entsprechend ernährt werden.

Insbesondere muss ab Beginn der zweiten Lebenswoche Raufutter mit ausreichendem Rohfasergehalt in steigenden Mengen so zur Verfügung gestellt werden, dass die Mindestmenge für acht Wochen alte Kälber 50 g und für 20 Wochen alte Kälber 250 g beträgt. Die tägliche Futterration muss genügend Eisen enthalten, damit ein durchschnittlicher Hämoglobinwert von mindestens 4,5 mmol/l Blut gewährleistet ist.

Kälber müssen so schnell wie möglich nach der Geburt, auf jeden Fall innerhalb der ersten sechs Lebensstunden, Rinderkolostralmilch erhalten.

Über zwei Wochen alte Kälber müssen über die Milch- oder Milchaustauschertränke hinaus Zugang zu geeignetem Frischwasser oder anderen Flüssigkeiten in ausreichender Menge haben, um ihren Flüssigkeitsbedarf decken zu können. Bei erhöhtem Flüssigkeitsbedarf, insbesondere bei sehr hohen Temperaturen oder bei Krankheit, muss in jedem Fall der ständige Zugang zu geeignetem Frischwasser sichergestellt sein.

3.4. BETREUUNG

Kälber in Stallhaltung müssen mindestens zweimal täglich, Kälber in Weidehaltung mindestens einmal täglich kontrolliert werden.

Kälbern darf kein Maulkorb angelegt werden.

4. BESONDERE HALTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR RINDER ÜBER SECHS

MONATEN

4.1. BODENBESCHAFFENHEIT

Die Haltung von Kühen, hochträchtigen Kalbinnen und Zuchtstieren in Buchten mit vollperforierten Böden ist verboten.

4.2. BEWEGUNGSFREIHEIT

4.2.1. Anbindehaltung

Massive Barnsockel dürfen bei Kurzständen ab Standniveau höchstens 32,00 cm hoch und 12,00 cm stark sein. Bewegliche Barnabgrenzungen aus elastischem Material dürfen ab Standniveau höchstens 42,00 cm hoch sein.

Starre Seitenbegrenzungen dürfen maximal 70,00 cm in den Stand hineinreichen.

Bei Anbindehaltung betragen die Mindestmaße:

         ___________________________________________________________

         Tiergewicht   Standlänge *1)   Standlänge *1)   Standbreite

                        Kurzstand      Mittellangstand

         ___________________________________________________________

         bis 300 kg     130,00 cm        160,00 cm        85,00 cm

         ___________________________________________________________

         bis 400 kg     150,00 cm        185,00 cm        100,00 cm

         ___________________________________________________________

         bis 550 kg     165,00 cm        200,00 cm        115,00 cm

         ___________________________________________________________

         bis 700 kg     175,00 cm        210,00 cm        120,00 cm

         ___________________________________________________________

         über 700 kg    185,00 cm        220,00 cm        125,00 cm

         ___________________________________________________________

         *1) Gülleroste gelten nicht als Teil der Standlänge.

 

4.2.2.   Gruppenhaltung

         Für kalbende oder kranke Tiere in Gruppenhaltung müssen in

         ausreichendem Ausmaß Absonderungsbuchten zur Verfügung

         stehen.

Bei Gruppenhaltung müssen Möglichkeiten zur Fixierung der Tiere für Zwecke tierärztlicher oder sonstiger Behandlungen vorhanden sein.

4.2.2.1. Bei Gruppenhaltung in Liegeboxenlaufställen betragen die Mindestmaße:

Tiergewicht Boxenlänge wandständig Boxenlänge gegenständig

Boxenbreite

bis 300 kg 190,00 cm 170,00 cm 85,00 cm

bis 400 kg 210,00 cm 190,00 cm 100,00 cm

bis 550 kg 230,00 cm 210,00 cm 115,00 cm

bis 700 kg 240,00 cm 220,00 cm 120,00 cm

über 700 kg 260,00 cm 240,00 cm 125,00 cm

Die Fressgangbreite für Kühe und Mutterkühe muss mindestens

320,00 cm betragen.

Die Laufgangbreite muss für Kühe und Mutterkühe mindestens 250,00 cm betragen.

Für übrige Rinder dürfen die Gangbreiten angemessen verkleinert werden.

Bei Umbauten dürfen die Fressgangbreite um 40 cm und die Laufgangbreite um 30 cm kleiner ausgeführt werden, wenn

-

keine Sackgassen entstehen, oder

-

der Laufstall einen Zugang zu einem Auslauf aufweist, oder

-

jeweils nach maximal 10 Liegeboxen ein Quergang vorhanden ist, oder

-

einreihige Liegeboxenlaufställe mit Selbstfangfressgittern ausgestattet sind.

Es muss mindestens eine Liegebox je Tier vorhanden sein.

4.2.2.2. Bei sonstiger Gruppenhaltung in Ställen betragen die Mindestmaße:

         ___________________________________________________________

         Tiergewicht *1)                   Mindestfläche *2)

         ___________________________________________________________

         bis 350 kg 2,00 m2/Tier

         ___________________________________________________________

         bis 500 kg 2,40 m2/Tier

         ___________________________________________________________

         bis 650 kg 2,70 m2/Tier

         ___________________________________________________________

         über 650 kg 3,00 m2/Tier

         ___________________________________________________________

*1) im Durchschnitt der Gruppe

*2) diese Mindestflächen beziehen sich auf vollperforierte Böden. Buchten ohne vollperforierte Böden müssen jedenfalls eine trockene und ausreichend groß dimensionierte Liegefläche aufweisen.

 

4.3. GANZJÄHRIGE HALTUNG IM FREIEN

Für jedes Tier muss eine überdachte, trockene und eingestreute Liegefläche mit Windschutz in einem Ausmaß zur Verfügung stehen, das allen Tieren ein gleichzeitiges ungestörtes Liegen ermöglicht.

Kann der Futterbedarf nicht ausreichend durch Weide gedeckt werden, muss zusätzliches Futter angeboten werden. Auch bei tiefen Temperaturen muss sichergestellt sein, dass Menge und Energiegehalt des vorhandenen Futters ausreichen, um den Energiebedarf der Tiere zu decken.

Der Boden im Bereich der ständig benützten Fütterungs- und Tränkebereiche muss befestigt sein.

Kranke und verletzte Tiere sind gesondert und geschützt unterzubringen.

4.4. ALMWIRTSCHAFT

Sofern bei der Haltung auf Almen, Asten, Vorsäßen und dergleichen ein täglicher Weidegang erfolgt, finden die Bestimmungen der Punkte 2 und 4 hinsichtlich der Anforderungen an Ställe keine

Anwendung.

4.5. ABSATZVERANSTALTUNGEN UND TIERSCHAUEN

Für die kurzfristige Haltung von Rindern während der Dauer von Absatzveranstaltungen oder Tierschauen finden die Bestimmungen hinsichtlich der Anforderungen an Ställe keine Anwendung.

5. ÜBERGANGSBESTIMMUNGEN

Auch im Falle der Notwendigkeit baulicher Maßnahmen gelten für alle zwischen dem 01. Jänner 1994 und dem 31. Dezember 1997 neugebauten, umgebauten oder erstmals in Betrieb genommenen Anlagen und Haltungseinrichtungen die Bestimmungen des Punktes 3.2.3. (Sätze 1 und 2) ab dem 01. Jänner 2007, für alle anderen Anlagen und Haltungseinrichtungen ab dem In-Kraft-Treten des Tierschutzgesetzes.

Die Bestimmungen der Punkte 3.2.1. und 3.2.2. (mit Ausnahme des letzten Absatzes) gelten auch im Falle der Notwendigkeit baulicher Maßnahmen jedenfalls für alle Betriebe ab dem 01. Jänner 2005.

In bei In-Kraft-Treten des Tierschutzgesetzes bestehenden Anlagen und Haltungseinrichtungen dürfen über dem Widerrist angebrachte Elektrobügel weiterverwendet werden, wenn sie auf das Einzeltier mit einem Mindestabstand von 5,00 cm zwischen Bügel und Widerrist eingestellt sind und höchstens einen Tag pro Woche eingeschaltet sind. Der Einsatz ist nur bei bereits trächtigen Kalbinnen und trächtigen Kühen und nur bis zu einem Monat vor der zu erwartenden Abkalbung gestattet.

Anl. 3

Text

                                                           Anlage 3

 

            MINDESTANFORDERUNGEN FÜR DIE HALTUNG VON SCHAFEN

 

1.       BEGRIFFSBESTIMMUNGEN

         ___________________________________________________________

         Mutterschaf              Weibliches Schaf nach dem ersten

                                  Ablammen oder über 12 Monate

         ___________________________________________________________

         Lamm, Jungschaf          Schaf bis 12 Monate

         ___________________________________________________________

         Widder                   Männliches Schaf über 12 Monate

         ___________________________________________________________

2.       ALLGEMEINE HALTUNGSVORSCHRIFTEN

2.1.     BODENBESCHAFFENHEIT

         Die Haltung von Schafen in Buchten mit durchgehend

         perforierten Böden ist verboten. Weisen geschlossene Böden

         im Liegebereich der Tiere keine Beläge auf, die ihren

         Ansprüchen an Weichheit und Wärmedämmung genügen, sind sie

         ausreichend mit Stroh oder ähnlich strukturiertem Material

         einzustreuen.

2.2. BEWEGUNGSFREIHEIT

Die Anbindehaltung von Schafen ist verboten. Ein vorübergehendes Anbinden ist insbesondere zum Zweck von Pflegemaßnahmen, bei Tierschauen und sonstigen Veranstaltungen zulässig.

Lämmer und Jungschafe dürfen nicht in Einzelbuchten gehalten werden.

Bei der Haltung in Einzelbuchten muss Sichtkontakt zu anderen Tieren gewährleistet sein.

In Anlagen zur Einzelbuchtenhaltung dürfen Schafe nur gehalten werden, wenn eine ausreichende Unterbrechung der Einzelbuchtenhaltung durch Weidegang oder Auslauf an mindestens 90 Tagen im Jahr gegeben ist.

Jedem Tier muss mindestens folgende Bodenfläche im Stall zur Verfügung stehen:

         ___________________________________________________________

         Tierkategorie             Gruppenbucht         Einzelbucht

         ___________________________________________________________

         Mutterschaf ohne Lamm     0,80 m2/Tier         1,20 m2/Tier

         ___________________________________________________________

         Mutterschaf mit 1 Lamm    1,20 m2/Tier         2,00 m2/Tier

         ___________________________________________________________

         Mutterschaf mit mehr

         als 1 Lamm                1,50 m2/Tier         2,30 m2/Tier

         ___________________________________________________________

         Lämmer, Jungschafe bis

         6 Monate                  0,50 m2/Tier             ---

         ___________________________________________________________

         Jungschafe über 6 bis

         12 Monate                 0,60 m2/Tier             ---

         ___________________________________________________________

         Widder                    1,50 m2/Tier         3,00 m2/Tier

         ___________________________________________________________

2.3.     STALLKLIMA

         In geschlossenen Ställen müssen natürliche oder mechanische

         Lüftungsanlagen vorhanden sein.

Diese sind dauernd entsprechend zu bedienen oder zu regeln und so zu warten, dass ihre Funktion gewährleistet ist. In geschlossenen Ställen muss für einen dauernden und ausreichenden Luftwechsel gesorgt werden, ohne dass es im Tierbereich zu schädlichen Zuglufterscheinungen kommt.

2.4. LICHT

Steht den Tieren kein ständiger Zugang ins Freie zur Verfügung, müssen die Ställe offene oder transparente Flächen, durch die Tageslicht einfallen kann, im Ausmaß von mindestens 3% der Stallbodenfläche aufweisen. Im Tierbereich des Stalles ist über mindestens 8 Stunden pro Tag eine Lichtstärke von mindestens 40 Lux zu gewährleisten.

2.5. LÄRM

Der Lärmpegel ist so gering wie möglich zu halten. Dauernder oder plötzlicher Lärm ist zu vermeiden. Die Konstruktion, die Aufstellung, die Wartung und der Betrieb der Belüftungsgebläse, Fütterungsmaschinen oder anderer Maschinen sind so zu gestalten, dass sie so wenig Lärm wie möglich verursachen.

2.6. ERNÄHRUNG

Bei der Fütterung von Schafen in Gruppenhaltung ist sicherzustellen, dass jedes einzelne Tier ausreichend Nahrung aufnehmen kann.

Werden Schafe in Gruppen rationiert oder unter zeitlich begrenzter Futtervorlage gefüttert, muss für jedes Tier ein Fressplatz zur Verfügung stehen.

Werden Schafe in Gruppenhaltung ad libitum bei ganztägiger Futtervorlage gefüttert, darf ein Tier-Fressplatz-Verhältnis von 2,5 : 1 nicht überschritten werden.

Die Mindestmaße für Fressplätze in Gruppenhaltungssystemen betragen:

         ___________________________________________________________

         Tierkategorie                      Fressplatzbreite

         ___________________________________________________________

         Mutterschaf auch mit Lämmern         40,00 cm/Tier

         ___________________________________________________________

         Lämmer, Jungschafe bis

         6 Monate (ohne Mutterschaf)          20,00 cm/Tier

         ___________________________________________________________

         Jungschafe über 6 Monate bis

         12 Monate                            30,00 cm/Tier

         ___________________________________________________________

         Widder                               50,00 cm/Tier

         ___________________________________________________________

2.7.     BETREUUNG

         Schafe müssen, soweit dies rassebedingt erforderlich ist,

         mindestens einmal jährlich geschoren werden.

Der Zustand der Klauen ist regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf ist eine Klauenpflege durchzuführen.

2.8. GANZJÄHRIGE HALTUNG IM FREIEN

Für jedes Tier muss eine überdachte, trockene und eingestreute Liegefläche mit Windschutz in einem Ausmaß zur Verfügung stehen, das allen Tieren ein gleichzeitiges ungestörtes Liegen ermöglicht.

Kann der Futterbedarf nicht ausreichend durch Weide gedeckt werden, muss zusätzliches Futter angeboten werden. Auch bei tiefen Temperaturen muss sichergestellt sein, dass Menge und Energiegehalt des vorhandenen Futters ausreichen, um den Energiebedarf der Tiere zu decken.

Der Boden im Bereich der ständig benützten Fütterungs- und Tränkebereiche muss befestigt sein.

Kranke und verletzte Tiere sind gesondert und geschützt unterzubringen.

2.9. ALMWIRTSCHAFT

Sofern bei der Haltung auf Almen, Asten, Vorsäßen und dergleichen ein täglicher Weidegang erfolgt, finden die Bestimmungen hinsichtlich der Anforderungen an Ställe keine Anwendung.

2.10. ABSATZVERANSTALTUNGEN UND TIERSCHAUEN

Für die kurzfristige Haltung von Schafen während der Dauer von Absatzveranstaltungen oder Tierschauen finden die Bestimmungen hinsichtlich der Anforderungen an Ställe keine Anwendung.

2.11. EINGRIFFE

Zulässige Eingriffe dürfen nur durch einen Tierarzt oder eine sonstige sachkundige Person durchgeführt werden.

Zulässige Eingriffe sind:

1.

Das Kupieren des Schwanzes, wenn

-

die Lämmer nicht älter als drei Tage sind oder der Eingriff durch einen Tierarzt nach wirksamer Betäubung durchgeführt wird und

-

entweder höchstens ein Drittel oder im Falle einer tierärztlich bestätigten betrieblichen Notwendigkeit bei weiblichen Lämmern, die für die Zucht vorgesehen sind, höchstens die Hälfte des Schwanzes entfernt wird und

-

der Eingriff durch scharfes Abtrennen erfolgt.

2.

Die Kastration, wenn der Eingriff durch einen Tierarzt oder einen Viehschneider, der dieses Gewerbe auf Grund der Gewerbeordnung 1994, BGBl. Nr. 194, zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 118/2004, rechtmäßig ausübt. nach wirksamer Betäubung durchgeführt wird.

Anl. 4

Text

Anlage 4

MINDESTANFORDERUNGEN FÜR DIE HALTUNG VON ZIEGEN

1.

BEGRIFFSBESTIMMUNGEN

Mutterziege

Weibliche Ziege nach dem ersten Ablammen oder über 12 Monate

Kitz, Jungziege

Ziege bis 12 Monate

Bock

Männliche Ziege über 12 Monate

2.

ALLGEMEINE HALTUNGSVORSCHRIFTEN

2.1.

BODENBESCHAFFENHEIT

Die Haltung von Ziegen in Buchten mit durchgehend perforierten Böden ist verboten. Weisen geschlossene Böden im Liegebereich der Tiere keine Beläge auf, die ihren Ansprüchen an Weichheit und Wärmedämmung genügen, sind sie ausreichend mit Stroh oder ähnlich strukturiertem Material einzustreuen.

2.2.

BEWEGUNGSFREIHEIT

Die Anbindehaltung ist verboten.

Kitze und Jungziegen dürfen nicht in Einzelbuchten gehalten werden. Ein vorübergehendes Anbinden ist insbesondere zum Angewöhnen der Tiere, zum Zweck von Pflegemaßnahmen, bei Tierschauen und sonstigen Veranstaltungen zulässig. Bei der Haltung in Einzelbuchten muss Sichtkontakt zu anderen Tieren gewährleistet sein.

Die Einzelbuchtenhaltung ist zulässig, wenn eine Unterbrechung der Einzelbuchtenhaltung an mindestens 90 Tagen im Jahr durch Weidegang oder regelmäßigen Auslauf erfolgt.

Jedem Tier muss mindestens folgende Bodenfläche im Stall zur Verfügung stehen:

Tierkategorie

Gruppenbucht

Einzelbucht

Mutterziege ohne Kitz

0,70 m2/Tier

1,10 m2/Tier

Mutterziege mit 1 Kitz

1,10 m2/Tier

1,80 m2/Tier

Mutterziege mit mehr als 1 Kitz

1,40 m2/Tier

2,10 m2/Tier

Kitze, Jungziegen bis 6 Monate

0,50 m2/Tier

---

Jungziegen über 6 bis 12 Monate

0,60 m2/Tier

---

Böcke

1,50 m2/Tier

3,00 m2/Tier

2.3.

STALLKLIMA

In geschlossenen Ställen müssen natürliche oder mechanische Lüftungsanlagen vorhanden sein. Diese sind dauernd entsprechend zu bedienen oder zu regeln und so zu warten, dass ihre Funktion gewährleistet ist.

In geschlossenen Ställen muss für einen dauernden und ausreichenden Luftwechsel gesorgt werden, ohne dass es im Tierbereich zu schädlichen Zuglufterscheinungen kommt.

2.4.

LICHT

Steht den Tieren kein ständiger Zugang ins Freie zur Verfügung, müssen die Ställe offene oder transparente Flächen, durch die Tageslicht einfallen kann, im Ausmaß von mindestens 3% der Stallbodenfläche aufweisen. Im Tierbereich des Stalles ist über mindestens 8 Stunden pro Tag eine Lichtstärke von mindestens 40 Lux zu gewährleisten.

2.5.

LÄRM

Der Lärmpegel ist so gering wie möglich zu halten. Dauernder oder plötzlicher Lärm ist zu vermeiden. Die Konstruktion, die Aufstellung, die Wartung und der Betrieb der Belüftungsgebläse, Fütterungsmaschinen oder anderer Maschinen sind so zu gestalten, dass sie so wenig Lärm wie möglich verursachen.

2.6.

ERNÄHRUNG

Bei der Fütterung von Ziegen in Gruppenhaltung ist sicherzustellen, dass jedes einzelne Tier ausreichend Nahrung aufnehmen kann.

Werden Ziegen in Gruppen rationiert oder unter zeitlich begrenzter Futtervorlage gefüttert, muss für jedes Tier ein Fressplatz zur Verfügung stehen.

Werden Ziegen in Gruppenhaltung ad libitum bei ganztägiger Futtervorlage gefüttert, darf ein Tier-Fressplatz-Verhältnis von 2,5 : 1 nicht überschritten werden.

Die Mindestmaße für Fressplätze in Gruppenhaltungssystemen betragen:

Tierkategorie

Fressplatzbreite

Mutterziege auch mit Kitzen

40,00 cm/Tier

Kitze, Jungziegen bis 6 Monate (ohne Mutterziege)

20,00 cm/Tier

Jungziegen über 6 Monate bis 12 Monate

30,00 cm/Tier

Bock

50,00 cm/Tier

2.7.

BETREUUNG

Der Zustand der Klauen ist regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf ist eine Klauenpflege durchzuführen.

2.8.

ÜBERWIEGENDE HALTUNG IM FREIEN

Für jedes Tier muss eine überdachte, trockene und eingestreute Liegefläche mit Windschutz in einem Ausmaß zur Verfügung stehen, das allen Tieren ein gleichzeitiges ungestörtes Liegen ermöglicht.

Kann der Futterbedarf nicht ausreichend durch Weide gedeckt werden, muss zusätzliches Futter angeboten werden. Auch bei tiefen Temperaturen muss sichergestellt sein, dass Menge und Energiegehalt des vorhandenen Futters ausreichen, um den Energiebedarf der Tiere zu decken. Der Boden im Bereich der ständig benützten Fütterungs- und Tränkebereiche muss befestigt sein.

Kranke und verletzte Tiere sind gesondert und geschützt unterzubringen.

2.9.

ALMWIRTSCHAFT

Sofern bei der Haltung auf Almen, Asten, Vorsäßen und dergleichen ein täglicher Weidegang erfolgt, finden die Bestimmungen hinsichtlich der Anforderungen an Ställe keine Anwendung.

2.10. ABSATZVERANSTALTUNGEN UND TIERSCHAUEN

Für die kurzfristige Haltung von Ziegen während der Dauer von Absatzveranstaltungen oder Tierschauen finden die Bestimmungen hinsichtlich der Anforderungen an Ställe keine Anwendung.

2.11.              EINGRIFFE

Zulässige Eingriffe sind:

1.              die Kastration, sofern der Eingriff von einem Tierarzt oder Viehschneider, der dieses Gewerbe auf Grund der Gewerbeordnung 1994, BGBl. Nr. 194, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 111/2010, rechtmäßig ausübt, nach wirksamer Betäubung durchgeführt wird;

2.              die Enthornung von Kitzen, die für die Haltung in einem überwiegend auf Milchproduktion ausgerichteten Betrieb bestimmt sind, bis zu einem Alter von vier Wochen bis 31.12.2015, wenn der Eingriff von einem Tierarzt nach wirksamer Betäubung durchgeführt wird.

3.

ÜBERGANGSBESTIMMUNGEN

Bei In-Kraft-Treten des Tierschutzgesetzes bestehende Anlagen und Haltungseinrichtungen zur Anbindehaltung dürfen bis zum Ablauf des 31. Dezember 2009 nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen weiterbetrieben werden:

Die Stände und Anbindevorrichtungen müssen dem Tier in der Längs- und Querrichtung sowie in der Vertikalen ausreichend Bewegungsfreiheit bieten, damit ein ungehindertes Stehen, Abliegen, Aufstehen, Liegen, Fressen und Zurücktreten möglich ist.

Es ist sicherzustellen, dass die Anbindevorrichtungen die Tiere nicht verletzten können. Ketten, Seile, Halsbänder oder andere Anbindevorrichtungen sind regelmäßig auf ihren Sitz zu überprüfen und den Körpermaßen der Tiere anzupassen.

Anl. 5

Text

Anlage 5

MINDESTANFORDERUNGEN FÜR DIE HALTUNG VON SCHWEINEN

1.

BEGRIFFSBESTIMMUNGEN

 

Schweine

Hausschweine jeden Alters, insbesondere für Zucht- oder Mastzwecke

Eber

zur Zucht verwendete geschlechtsreife männliche Schweine

Jungsauen

weibliche Zuchtschweine nach dem Decken und vor dem ersten Abferkeln

Sauen

weibliche Zuchtschweine ab dem ersten Abferkeln

Säugende Sauen

weibliche Schweine vom Beginn der perinatalen Phase bis zum Absetzen der Saugferkel

Trockengestellte und trächtige Muttertiere

Sauen vom Zeitpunkt des Absetzens bis zur perinatalen Phase

Ferkel

Saugferkel und Absetzferkel

Saugferkel

Ferkel vom Zeitpunkt der Geburt bis zum Absetzen

Absetzferkel

abgesetzte Ferkel bis zum Alter von 10 Wochen

Mastschweine

zur Schlachtung bestimmte Schweine vom Alter von 10 Wochen bis zur Schlachtung

Zuchtläufer

zur Zucht bestimmte Schweine vom Alter von 10 Wochen bis zur Zuchtverwendung

Miniaturschweine

Schweine, die rassebedingt als ausgewachsene Tiere ein Körpergewicht von 120 kg nicht überschreiten

 

2.

ALLGEMEINE HALTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR ALLE SCHWEINE

2.1.

GRUNDLEGENDE ANFORDERUNGEN AN SCHWEINESTÄLLE

Buchten müssen so gebaut sein, dass die Schweine

-

Zugang zu einem größen- und temperaturmäßig angemessenen Liegebereich haben, der mit einem angemessenen Ableitungssystem ausgestattet und sauber ist und so viel Platz bietet, dass alle Schweine gleichzeitig liegen können,

-

normal aufstehen und abliegen können, sowie

-

bei Einzelhaltung andere Schweine sehen können.

2.2.

BODENBESCHAFFENHEIT

2.2.1.

Grundlegende Anforderungen

Die Böden müssen rutschfest sein und dürfen keine wesentlichen Unebenheiten aufweisen. Sie müssen so gestaltet und unterhalten werden, dass die Schweine keine Verletzungen oder Schmerzen erleiden. Sie müssen für die Größe und das Gewicht der Schweine geeignet sein und – wenn keine Einstreu zur Verfügung gestellt wird – eine starre, ebene und stabile Oberfläche aufweisen. Weisen geschlossene Böden im Liegebereich der Tiere keine Beläge auf, die ihren Ansprüchen auf Wärmedämmung ausreichend genügen, so sind sie ausreichend mit Stroh oder ähnlich strukturiertem Material einzustreuen.

2.2.2.

Besondere Anforderungen an perforierte Böden

Bei Verwendung von Betonspaltenböden dürfen folgende Spaltenbreiten nicht überschritten und folgende Auftrittsbreiten nicht unterschritten werden:

 

Tierkategorie

Maximale Spaltenbreite

Minimale Auftrittsbreite

Saugferkel

10 mm

50 mm

Absetzferkel

13 mm

50 mm

Mastschweine, Zuchtläufer

18 mm

80 mm

Jungsauen, Sauen und Eber

20 mm

80 mm

 

Spaltenböden aus Beton müssen aus Flächenelementen hergestellt und so ausgeführt sein, dass keine durchgehenden Schlitze entstehen. Die Auftrittsfläche muss eben und gratfrei, die Kanten gebrochen sein.

Kunststoff- und Metallroste dürfen bei Saugferkeln eine Spaltenbreite von 10 mm und bei Absetzferkeln eine Spaltenbreite von 12 mm nicht überschreiten. Bei Gussrosten gilt ein fertigungsbedingter Abweichungsspielraum von +/- 0,5 mm.

2.3.

BEWEGUNGSFREIHEIT

Die Anbindehaltung von Schweinen ist verboten.

2.4.

STALLKLIMA

In geschlossenen Ställen müssen natürliche oder mechanische Lüftungsanlagen vorhanden sein. Diese sind dauernd entsprechend zu bedienen oder zu regeln und so zu warten, dass ihre Funktion gewährleistet ist.

In geschlossenen Ställen muss für einen dauernden und ausreichenden Luftwechsel gesorgt werden, ohne dass es im Tierbereich zu schädlichen Zuglufterscheinungen kommt.

2.5.

LICHT

Steht den Tieren kein ständiger Zugang ins Freie zur Verfügung, müssen die Ställe Fenster oder sonstige offene oder transparente Flächen, durch die Tageslicht einfallen kann, im Ausmaß von mindestens 3% der Stallbodenfläche aufweisen. Im Tierbereich des Stalles ist über mindestens acht Stunden pro Tag eine Lichtstärke von mindestens 40 Lux zu erreichen.

2.6.

LÄRM

Der Lärmpegel darf 85 dBA nicht überschreiten. Dauernder oder plötzlicher Lärm ist zu vermeiden. Die Konstruktion, die Aufstellung, die Wartung und der Betrieb der Belüftungsgebläse, Fütterungsmaschinen oder anderer Maschinen sind so zu gestalten, dass sie so wenig Lärm wie möglich verursachen.

2.7.

BESCHÄFTIGUNGSMATERIAL

Schweine müssen ständigen Zugang zu ausreichenden Mengen an Materialien haben, die sie untersuchen und bewegen können, wie z. B. Stroh, Heu, Holz, Sägemehl, Pilzkompost, Torf oder eine Mischung dieser Materialien, durch die die Gesundheit der Tiere nicht gefährdet werden kann.

2.8.

ERNÄHRUNG

Alle Schweine müssen ständig Zugang zu ausreichend Frischwasser haben. Das Angebot an Tränkevorrichtungen ist an die Gruppengröße anzupassen.

Schweine müssen mindestens ein Mal pro Tag gefüttert werden.

Bei der Fütterung von Schweinen in Gruppenhaltung ist sicherzustellen, dass jedes einzelne Tier ausreichend Nahrung aufnehmen kann.

Bei rationierter oder restriktiver Fütterung muss für jedes Tier ein Fressplatz zur Verfügung stehen.

Bei Vorratsfütterung durch Trockenfutterautomaten muss für je vier Tiere ein Fressplatz zur Verfügung stehen. Bei Vorratsfütterung durch Feucht- oder Breifutterautomaten muss für je acht Tiere zumindest ein Fressplatz zur Verfügung stehen.

Die Mindestmaße für Fressplätze in Gruppenhaltungssystemen betragen:

 

Tierkategorie

Gewicht1

Fressplatzbreite

Absetzferkel, Mastschweine und Zuchtläufer

 

 

 

bis 15 kg

12,00 cm

 

bis 30 kg

18,00 cm

 

bis 40 kg

21,00 cm

 

bis 50 kg

24,00 cm

 

bis 60 kg

27,00 cm

 

bis 85 kg

30,00 cm

 

bis 110 kg

33,00 cm

Jungsauen, Sauen und Eber

 

40,00 cm

1 im Durchschnitt der Gruppe

2.9.

BETREUUNG

Bei Gruppenhaltung sind geeignete Maßnahmen zu treffen, um Aggressionen in der Gruppe auf ein Minimum zu beschränken.

In Gruppen gehaltene Schweine, die besonders aggressiv sind oder die bereits von anderen Schweinen angegriffen wurden, sowie kranke oder verletzte Schweine dürfen vorübergehend von der Gruppe getrennt werden. Für diesen Fall müssen ausreichend Absonderungsbuchten vorhanden sein, die bei Verwendung als Einzelbucht zumindest so groß sind, dass sich das Schwein ungehindert umdrehen kann, sofern dies nicht besonderen tierärztlichen Empfehlungen zuwiderläuft.

2.10.

EINGRIFFE

Zulässige Eingriffe dürfen nur durch einen Tierarzt oder eine sonstige sachkundige Person durchgeführt werden.

Zulässige Eingriffe sind:

1.

die Verkleinerung der Eckzähne, wenn

-

die Schweine nicht älter als sieben Tage sind,

-

durch Abschleifen eine glatte und intakte Oberfläche entsteht und

-

der Eingriff nicht routinemäßig, sondern nur zur Vermeidung von weiteren Verletzungen am Gesäuge der Sauen durchgeführt wird.

2.

das Verkürzen der Eckzähne von Ebern.

3.

das Kupieren des Schwanzes, wenn

-

die Schweine nicht älter als sieben Tage sind oder

-

der Eingriff durch einen Tierarzt nach wirksamer Betäubung und anschließender Verwendung schmerzstillender Mittel durchgeführt wird,

-

höchstens die Hälfte des Schwanzes entfernt wird und

-

der Eingriff zur Vermeidung von weiteren Verletzungen der Tiere notwendig ist.

4.

das Kastrieren männlicher Schweine, wenn

-

die Schweine nicht älter als sieben Tage sind oder

-

der Eingriff durch einen Tierarzt oder einen Viehschneider, der dieses Gewerbe auf Grund der Gewerbeordnung 1994, BGBl. Nr. 194, zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 118/2004, rechtmäßig ausübt nach wirksamer Betäubung und anschließender Verwendung schmerzstillender Mittel durchgeführt wird, und

-

der Eingriff mit einer anderen Methode als dem Herausreißen von Gewebe erfolgt.

3.

BESONDERE HALTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR SAUEN UND JUNGSAUEN

3.1.

GRUPPENHALTUNG

3.1.1.

Verpflichtende Gruppenhaltung

Sauen und Jungsauen sind für einen Zeitraum, der nach dem Decken beginnt und fünf Tage vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin endet, in Gruppen zu halten.

Abweichend davon können Sauen und Jungsauen in Betrieben mit weniger als zehn Sauen für den genannten Zeitraum einzeln gehalten werden, sofern sie sich in der Bucht ungehindert umdrehen können.

3.1.2.

Platzbedarf bei Gruppenhaltung

Bei Gruppenhaltung muss abhängig von der Gruppengröße eine uneingeschränkt benutzbare Bodenfläche in mindestens folgendem Ausmaß zur Verfügung stehen:

 

 

Mindestfläche
bei Gruppen
bis 5 Tiere

Mindestfläche
bei Gruppen
von 6 bis 39 Tieren

Mindestfläche
bei Gruppen
ab 40 Tieren

Jungsauen

1,85 m2/Tier

1,65 m2/Tier

1,50 m2/Tier

Sauen

2,50 m2/Tier

2,25 m2/Tier

2,05 m2/Tier

 

Davon muss zumindest eine Fläche von 0,95 m2 je Jungsau bzw. 1,30 m2 je Sau so ausgeführt sein, dass in keinem Bereich dieser Fläche ein Perforationsanteil von 15% überschritten wird.

3.1.3.

Buchtenform

              Bei Gruppenhaltung ab sechs Tieren muss jede Seite der Bucht über 2,80 m lang sein.

              Bei Gruppenhaltung bis fünf Tieren muss mindestens eine Seite der Bucht über 2,40 m lang sein.

3.2.

EINZELSTANDHALTUNG/EINZELBUCHTENHALTUNG

Einzelbuchten für Jungsauen und Sauen, die nicht in Gruppen gehalten werden können, müssen so gestaltet sein, dass sich die Tiere ungehindert umdrehen können.

Für den Zeitraum des Deckens, jedoch höchstens für zehn Tage, dürfen die Sauen in Einzelständen gehalten werden. In diesem Fall hat der Einzelstand eine Mindestbreite von 65 cm und eine Mindestlänge von 190 cm (ab Innenkante Trog) aufzuweisen. Für Jungsauen kann der Einzelstand auf eine Breite von 60 cm und eine Länge von 170 cm verkleinert werden.“

3.3.

HALTUNG IN ABFERKELBUCHTEN

3.3.1.

Abferkelsysteme ab 1.1.2013

Fünf Tage vor dem zu erwartenden Abferkeln sowie während des Abferkelns und Säugens können Jungsauen und Sauen von anderen Schweinen abgetrennt in Abferkelbuchten gehalten werden.

Abferkelbuchten müssen so gestaltet sein, dass die Ferkel ungehindert gesäugt werden können und einschließlich der Liegenester für die Ferkel folgende Mindestflächen aufweisen:

 

Gewicht der Saugferkel1)

Mindestfläche

bis 10 kg

4,00 m2/Sau

über 10 kg

5,00 m2/Sau

1) im Durchschnitt der Gruppe

 

Die Böden von Abferkelbuchten müssen mindestens zu einem Drittel geschlossen ausgeführt sein. Drainageelemente im Liegebereich der Sau mit einer Perforation von maximal 5% gelten als geschlossene Bereiche.

Abferkelbuchten, in denen sich Sauen oder Jungsauen frei bewegen können, müssen über eine Möglichkeit zum Schutz der Ferkel wie z.B. Schutzstangen verfügen.

Hinter der Sau oder Jungsau muss sich ein freier Bereich befinden, um ein selbständiges oder unterstütztes Abferkeln zu ermöglichen.

3.3.2.

Abferkelsysteme ab 1.1.2033

Ab fünf Tagen vor dem zu erwartenden Abferkeln sowie während des Abferkelns und Säugens können Jungsauen und Sauen von anderen Schweinen abgetrennt in Abferkelbuchten gehalten werden.

Abferkelbuchten müssen so gestaltet sein, dass sich Sauen und Jungsauen frei bewegen können und dass die Ferkel ungehindert gesäugt werden können. Die Abferkelbuchten müssen einschließlich der Liegenester für die Ferkel eine Mindestfläche von 5,50 m2 aufweisen. Davon muss mindestens die Hälfte dem Liegebereich von Sau und Ferkeln zugeordnet sein. Die Mindestbreite der Abferkelbucht muss 160 cm betragen.

Die Böden von Abferkelbuchten müssen mindestens zu einem Drittel geschlossen ausgeführt sein. Drainageelemente im Liegebereich der Sau mit einer Perforation von maximal 5% gelten als geschlossene Bereiche.

Bis zum Ende der kritischen Lebensphase der Saugferkel kann die Sau zum Schutz der Saugferkel vor Erdrücken fixiert werden, wobei die Abferkelstände sowohl in der Quer- als auch in der Längsrichtung auf die Körpergröße der Sauen bzw. Jungsauen einstellbar sein müssen.

Hinter der Sau oder Jungsau muss sich ein freier Bereich befinden, um ein selbständiges oder unterstütztes Abferkeln zu ermöglichen.

Abferkelbuchten, in denen sich Sauen oder Jungsauen während der gesamten Zeit frei bewegen können, müssen über eine Möglichkeit zum Schutz der Ferkel wie z.B. Schutzstangen verfügen.

3.4.

ERNÄHRUNG

Trockengestellten trächtigen Sauen muss ausreichend Grundfutter oder Futter mit hohem Rohfaseranteil sowie Kraftfutter verabreicht werden.

3.5.

BETREUUNG

Trächtige Sauen und Jungsauen müssen erforderlichenfalls gegen Ekto- und Endoparasiten behandelt werden. Vor dem Einstallen in Abferkelbuchten müssen die Tiere sorgfältig gereinigt werden. In der Woche vor dem zu erwartenden Abferkeln muss den Tieren in ausreichenden Mengen geeignete Nesteinstreu zur Verfügung gestellt werden, sofern dies im Rahmen des Gülle-Systems des Betriebes nicht technisch unmöglich ist.

4.

BESONDERE HALTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR SAUGFERKEL

4.1.

LIEGENEST

Ein angemessen großer Teil der Bodenfläche ist als Liegenest vorzusehen, so dass sich alle Tiere auch gleichzeitig hinlegen können. Das Liegenest muss eine geschlossene und trockene Oberfläche aufweisen und einen ausreichenden Schutz vor Unterkühlung, z. B. durch Wärmelampen, Bodenheizung, Einstreu oder Abdeckungen, bieten.

4.2.

ABSETZZEITPUNKT

Ferkel dürfen erst ab einem Alter von 28 Tagen abgesetzt werden, sofern nicht das Wohlergehen der Sau oder der Ferkel eine früheres Absetzen erfordert.

Die Ferkel dürfen jedoch zur Verringerung der Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern bis zu sieben Tage früher abgesetzt werden, wenn sie in spezielle Ställe verbracht werden, die

-

von den Ställen der Sauen getrennt sind und

-

leer, gründlich gereinigt und desinfiziert sind.

5.

BESONDERE HALTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR ABSETZFERKEL, MASTSCHWEINE UND ZUCHTLÄUFER

5.1.

FERKELKÄFIGE

Die Haltung von Ferkeln in allseitig umschlossenen, mit Gitterboden versehenen, mehrstöckigen Behältnissen ist verboten.

5.2.

PLATZBEDARF BEI GRUPPENHALTUNG

Absetzferkel, Mastschweine und Zuchtläufer sind in Gruppen zu halten.

Dabei muss jedem Tier mindestens folgende uneingeschränkt benutzbare Bodenfläche zur Verfügung stehen:

 

Tiergewicht1

Mindestfläche2,3

bis 20 kg

0,20 m2/Tier

bis 30 kg

0,30 m2/Tier

bis 50 kg

0,40 m2/Tier

bis 85 kg

0,55 m2/Tier

bis 110 kg

0,70 m2/Tier

über 110 kg

1,00 m2/Tier

1 im Durchschnitt der Gruppe

2 Buchten ohne durchgehend perforierte Böden müssen jedenfalls eine trockene und ausreichend dimensionierte Liegefläche aufweisen

3 Bei hohen Stalltemperaturen, an die die Tiere sich nicht anpassen können, ist diese Besatzdichte zu verringern oder für andere geeignete Abkühlungsmöglichkeiten zu sorgen

 

5.3.

ZUSAMMENSTELLUNG VON GRUPPEN

Die Zusammenstellung einander fremder Tiere zu Gruppen sollte nur im unbedingt notwendigen Ausmaß und so früh wie möglich erfolgen. Es sind vorbeugende Maßnahmen wie z. B. die Versorgung mit Beschäftigungsmaterial oder die Schaffung ausreichender Ausweichmöglichkeiten für die Tiere zu treffen. Bei Anzeichen von schweren Kämpfen nach einer Umgruppierung sind unverzüglich geeignete Maßnahmen zur Beruhigung der Tiere zu treffen (z. B. durch Versorgung mit zusätzlichem Beschäftigungsmaterial, Trennung besonders aggressiver oder gefährdeter Tiere von der Gruppe).

5.4.

DOKUMENTATION

Die Haltung von Mastschweinen mit kupierten Schwänzen ist nur zulässig, wenn der Mastbetrieb buchtenweise Aufzeichnungen führt über

-

Art und Menge des angebotenen Beschäftigungsmaterials und

-

Art und Umfang des Auftretens von Schwanz- oder Ohrenbeißen.

6.

BESONDERE HALTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR EBER

Eberbuchten müssen so gestaltet sein, dass der Eber sich umdrehen und andere Schweine hören, riechen und sehen kann. Es muss eine geschlossene, weiche Liegefläche vorhanden sein.

Einem ausgewachsenen Eber müssen

-

mindestens 6,00 m2 uneingeschränkt nutzbare Fläche zur Verfügung stehen oder

-

mindestens 10,00 m2 uneingeschränkt nutzbare Fläche ohne Hindernisse zur Verfügung stehen, wenn die Bucht auch zum Decken verwendet wird.

7.

BESONDERE HALTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR MINIATURSCHWEINE

Die Haltung von Miniaturschweinen muss mit Ausnahme extremer Witterungsverhältnisse in Ställen mit einem ständigen Zugang zu einem Auslauf erfolgen. Die Mindeststallfläche beträgt 2,00 m2/Tier, die Mindestauslauffläche 10,00 m2/Tier.

Die Haltung hat in Gruppen von mindestens zwei Tieren zu erfolgen.

Den Tieren muss ein trockener und eingestreuter Liegebereich zur Verfügung stehen.

Im Auslauf sind ein befestigter Futterplatz und eine Suhle vorzusehen.

8.

ÜBERGANGSBESTIMMUNGEN

Bei In-Kraft-Treten des Tierschutzgesetzes bestehende Anlagen und Haltungseinrichtungen zur Anbindehaltung von Jungsauen und Sauen dürfen bis zum Ablauf des 31. Dezember 2005 weiter betrieben werden. Die Halsanbindung ist verboten.

Die Bestimmungen der Punkte 2.7. (für Anlagen zur Haltung von Jungsauen und Sauen), 2.9. (letzter Satz), und 3.1.1, 3.1.2. (letzter Satz) und 3.1.3 gelten für alle ab dem 01. Jänner 2003 neugebauten, umgebauten oder erstmals in Betrieb genommenen Anlagen und Haltungseinrichtungen, sowie ab dem 01. Jänner 2013 auch im Falle der Notwendigkeit baulicher Maßnahmen für alle Anlagen und Haltungseinrichtungen.

Die Bestimmungen des Punktes 2.2.2. hinsichtlich der Spaltenbreiten und Auftrittsbreiten für Betonspaltenböden gelten für alle ab dem 01. Jänner 2003 neugebauten, umgebauten oder erstmals in Betrieb genommenen Anlagen und Haltungseinrichtungen, sowie ab dem 01. Jänner 2013 auch im Falle der Notwendigkeit baulicher Maßnahmen für alle Anlagen und Haltungseinrichtungen. Weisen jedoch in Anlagen und Haltungseinrichtungen, die zum Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens des Tierschutzgesetzes den landesrechtlichen Vorschriften oder den Vorschriften der Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG über den Schutz von Nutztieren in der Landwirtschaft entsprochen haben, bestehende Betonspaltenböden Spaltenbreiten von maximal 11 mm für Saugferkel oder maximal 14 mm für Absetzferkel auf, so müssen diese Böden erst am 01. Jänner 2020 den diesbezüglichen Bestimmungen des Punktes 2.2.2. entsprechen. Die Bestimmungen des Punkt 6 gelten auch im Falle der Notwendigkeit baulicher Maßnahmen für alle Betriebe ab In-Kraft-Treten dieser Verordnung.

Die Bestimmungen der Punkte 3.1.1., 3.2 und 3.3.1. in der Fassung BGBl. II Nr. 61/2012 gelten ab 1.1.2013 für alle neugebauten, umgebauten oder erstmals in Betrieb genommenen Anlagen und Haltungseinrichtungen, sowie für solche bestehenden Anlagen und Haltungseinrichtungen, bei denen die Anforderungen ohne bauliche Maßnahmen erfüllt werden können. Ab 1.1.2033 gelten die Bestimmungen der Punkte 3.1.1.und 3.2 in der Fassung BGBl. II Nr. 61/2012 für alle Betriebe.

Mit Ablauf des 31.12.2032 treten die Bestimmungen des Punktes 3.3.1. in der Fassung BGBl. II Nr. 61/2012 außer Kraft. Ab 1.1.2033 gelten die Bestimmungen des Punktes 3.3.2. in der Fassung BGBl. II Nr. 61/2012.

Neue Mindestbestimmungen für Abferkelsysteme, die aufgrund § 2 Abs. 6 in dieser Verordnung festgelegt werden, gelten für alle ab einem Jahr ab Veröffentlichung neugebauten, umgebauten oder erstmals in Betrieb genommenen Anlagen und Haltungseinrichtungen.

Anl. 6

Text

                                                           Anlage 6

 

       MINDESTANFORDERUNGEN FÜR DIE HALTUNG VON HAUSGEFLÜGEL

 

1.       BEGRIFFSBESTIMMUNGEN

         ___________________________________________________________

         Legehennen               Hennen im legereifen Alter der Art

                                  Gallus gallus, die zur Erzeugung

                                  von Eiern, die nicht zum Ausbrüten

                                  bestimmt sind, gehalten werden.

         ___________________________________________________________

         Zuchttiere               Hennen im legereifen Alter der Art

                                  Gallus gallus, die zur Erzeugung

                                  von Bruteiern gehalten werden

                                  sowie Hähne.

         ___________________________________________________________

         Aufzucht von Küken       Haltung von Jungtieren der Art

         und Junghennen           Gallus gallus, die zur späteren

                                  Eiererzeugung bestimmt sind.

         ___________________________________________________________

         Masthühner               Männliche und weibliche Hühner der

                                  Art Gallus Gallus, die zur

                                  Fleischgewinnung gehalten werden.

         ___________________________________________________________

         Nest                     Ein gesonderter Bereich zur

                                  Eiablage für einzelne Hennen oder

                                  Gruppen von Hennen (Gruppennest),

                                  für dessen Bodengestaltung

                                  Drahtgitter, das mit dem Geflügel

                                  in Berührung kommen könnte, nicht

                                  verwendet werden darf.

         ___________________________________________________________

         Einstreu                 Material mit lockerer Struktur,

                                  das es den Tieren ermöglicht, ihre

                                  ethologischen Bedürfnisse zu

                                  befriedigen (zB Staubbaden,

                                  Picken, Scharren).

         ___________________________________________________________

         Nutzbare Fläche          Eine uneingeschränkt begehbare

                                  Fläche mit

                                  - mindestens 30 cm Breite und

                                  - mindestens 45 cm lichter Höhe

                                    und

                                  - höchstens 14% (= 8°)Neigung.

                                  Nicht als nutzbare Flächen gelten:

                                  - die Nestflächen,

                                  - Flächen, bei denen der Kot

                                  regelmäßig auf darunter liegende

                                  von den Hennen genutzte Flächen

                                  fällt,

                                   - Flächen in Außenscharrräumen.

         ___________________________________________________________

         Außenscharrraum          Überdachter, eingestreuter

                                  Außenklimabereich, der an einer

                                  oder mehreren Seiten begrenzt wird

                                  (z.B. durch Gitter oder Windnetze)

                                  und nicht isoliert ist.

         ___________________________________________________________

         Erhöhte Fütterungen      Fütterungsanlagen, die mindestens

                                  35 cm über einer darunter

                                  liegenden nutzbaren Fläche

                                  angebracht sind.

                                  Stangen oder Laufstege, von denen

                                  aus die Hühner fressen, müssen

                                  eine problemlose Fortbewegung der

                                  Tiere gewährleisten.

         ___________________________________________________________

         Ausgestalteter Käfig     Käfig, der mit einem Nest,

                                  Sitzstangen und geeignetem

                                  Material zum Scharren und Picken

                                  ausgestattet ist

         ___________________________________________________________

         Alternativsysteme        Jedes Haltungssystem, das keine

                                  Käfighaltung ist.

         ___________________________________________________________

2.       ALLGEMEINE HALTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR HAUSGEFLÜGEL

2.1.     GEBÄUDE, STALLEINRICHTUNGEN

         Die Haltungssysteme müssen so gestaltet sein, dass die

         Tiere nicht entweichen können.

Stallungen mit mehreren Etagen müssen mit geeigneten Vorrichtungen oder Vorkehrungen versehen sein, die eine direkte und ungehinderte Kontrolle aller Etagen ermöglichen und das Entnehmen der Tiere erleichtern.

Böden, Roste oder Gitter müssen so beschaffen sein, dass die Tiere mit beiden Beinen sicher fußen können. Sitzstangen dürfen keine scharfen Kanten aufweisen und müssen es den Tieren ermöglichen, sich ungehindert darauf fortzubewegen und zu ruhen.

2.2. STALLKLIMA

In geschlossenen Ställen müssen natürliche oder mechanische Lüftungsanlagen vorhanden sein.

Diese sind dauernd entsprechend zu bedienen oder zu regeln und so zu warten, dass ihre Funktion gewährleistet ist. In geschlossenen Ställen muss für einen dauernden und ausreichenden Luftwechsel gesorgt werden, ohne dass es im Tierbereich zu schädlichen Zuglufterscheinungen kommt.

2.3. LICHT

In Geflügelställen ist im Tierbereich in der Lichtphase eine Lichtstärke von mindestens 20 Lux zu erreichen. Mit Ausnahme der Kükenaufzucht in den ersten 48 Stunden muss eine ununterbrochene Dunkelphase von täglich mindestens 6 Stunden gegeben sein. In der Dunkelphase ist eine Lichtstärke von höchstens 5 Lux zulässig.

Bei Lichtänderung sind gleitende oder gestaffelte Übergänge einzuhalten.

Bei Beleuchtung ausschließlich durch natürliches Licht müssen die Lichtöffnungen eine gleichmäßige Verteilung des Lichts im Stallbereich sicherstellen.

2.4. LÄRM

Der Lärmpegel ist so gering wie möglich zu halten. Dauernder oder plötzlicher Lärm ist zu vermeiden. Die Konstruktion, die Aufstellung, die Wartung und der Betrieb der Belüftungsgebläse, Fütterungsmaschinen oder anderer Maschinen sind so zu gestalten, dass sie so wenig Lärm wie möglich verursachen.

2.5. ERNÄHRUNG

Jedes Haltungssystem muss mit einer insbesondere der Größe der Gruppe angemessenen Tränkvorrichtung ausgestattet sein. Bei Verwendung von Nippeltränken oder Trinknäpfen müssen für jede Haltungseinheit (Gruppe) mindestens zwei dieser Einrichtungen in Reichweite sein.

Die Verteilung der Fütterungs- und Tränkanlagen muss sicherstellen, dass alle Tiere ungehinderten Zugang haben.

2.6. BETREUUNG

Sämtliche Gebäudeteile, Ausrüstungen und Geräte, mit denen die Tiere in Berührung kommen, sind regelmäßig, jedenfalls jedoch nach jeder kompletten Ausstallung und vor Aufstallung der nächsten Tierpartie gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Solange die Stallungen besetzt sind, müssen alle Oberflächen und sämtliche Anlagen in zufriedenstellender Weise sauber gehalten werden. Ausscheidungen sind so oft wie nötig und tote Tiere täglich zu entfernen.

Alle Tiere müssen mindestens einmal täglich kontrolliert werden.

2.7.     EINGRIFFE

2.7.1.   Zulässige Eingriffe dürfen nur durch einen Tierarzt oder

         eine sonstige sachkundige Person durchgeführt werden.

2.7.2.   Zulässige Eingriffe sind:

         - Das fachgerechte Kürzen von maximal einem Drittel des

           Schnabels gemessen vom distalen Rand der Nasenöffnungen

           bei weniger als 10 Tage alten Küken von Hühnern und

           Truthühnern.

         - Das Kürzen des nach innen gerichteten Zehenendgliedes bei

           Eintagesküken, die als Zuchthähne vorgesehen sind.

3.       BESONDERE HALTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR DIE AUFZUCHT VON KÜKEN

         UND JUNGHENNEN

3.1.     STALLEINRICHTUNGEN

         Fütterungs- und Tränkvorrichtungen müssen bei über 6 Wochen

         alten Tieren mindestens in folgendem Ausmaß vorhanden sein:

         ___________________________________________________________

         Stalleinrichtung             Mindestausmaß/Mindestanzahl

         ___________________________________________________________

         Fütterung                Käfighaltung     Alternativsysteme

         ___________________________________________________________

           Fressplatzlänge am

           Trog oder Band         3,00 cm/Tier        3,00 cm/Tier

         ___________________________________________________________

           Futterrinne am

           Rundautomaten              ---             1,50 cm/Tier

         ___________________________________________________________

         Tränken

         ___________________________________________________________

           Tränkrinnenseite       1,00 cm/Tier        1,00 cm/Tier

         ___________________________________________________________

           Tränkrinne an der

           Rundtränke *1)             ---             1,00 cm/Tier

         ___________________________________________________________

           Trinknippel,            1/15 Tiere,        1/15 Tiere

           Tränknäpfe              mindestens

                                    jedoch

                                    2/Käfig

         ___________________________________________________________

*1) Tränken, die eine stehende Wasseroberfläche aufweisen und mehreren Tieren gleichzeitig ein Schöpftrinken ermöglichen, werden als Rundtränken behandelt.

 

3.2.     BEWEGUNGSFREIHEIT:

         Den Tieren müssen folgende Mindestflächen zur Verfügung

         stehen:

         ___________________________________________________________

         Alter                         Nutzbare Fläche

         ___________________________________________________________

                            Käfighaltung   Alternativ-   Alternativ-

                                             systeme      systeme

                                                            mit

                                                         erhöhten

                                                        Sitzstangen

                                                            *1)

         ___________________________________________________________

         über 6 Wochen      1,00 m2/60     1,00 m2/24     1,00 m2/28

         bis 10 Wochen       Tiere           Tiere           Tiere

         ___________________________________________________________

         über 10 Wochen     1,00 m2/30     1,00 m2/12     1,00 m2/14

         bis Legereife       Tiere          Tiere            Tiere

         ___________________________________________________________

*1) Erhöhte Sitzstangen müssen in einem Ausmaß von mindestens 7,00 cm/Tier angeboten werden. Erhöhte Sitzstangen müssen von Beginn an vorhanden und zugänglich sein. Sie müssen so hoch über einer darunter liegenden nutzbaren Fläche angebracht sein, dass die Tiere ungehindert darunter durchgehen können.

 

4.       BESONDERE HALTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR LEGEHENNEN UND

         ZUCHTTIERE IN ALTERNATIVSYSTEMEN

4.1.     STALLEINRICHTUNGEN

         Stalleinrichtungen müssen mindestens in folgendem Ausmaß

         zur Verfügung stehen:

         ___________________________________________________________

         Stalleinrichtung             Mindestausmaß/Mindestanzahl

         ___________________________________________________________

         Fütterung

           Fressplatzlänge am Trog

           oder Band                           10,00 cm/Tier

           Futterrinne am

           Rundautomaten                        4,00 cm/Tier

         Tränken

           Tränkrinnenseite                     2,50 cm/Tier

           Tränkrinne an der

           Rundtränke *1)                       1,50 cm/Tier

           Trinknippel, Tränknäpfe              1/10 Tiere

         Sitzstangenlänge *2)                   20,00 cm/Tier

         Einzelnest                             1/7 Tiere

         Gruppennest                        1,00 m2/120 Tiere

         ___________________________________________________________

*1) Tränken, die eine stehende Wasseroberfläche aufweisen und mehreren Tieren gleichzeitig ein Schöpftrinken ermöglichen, werden als Rundtränken behandelt. *2) Sitzstangen, die über dem Einstreubereich angebracht sind, sind auf die Mindestsitzstangenlänge nicht anrechenbar. Gitterroste, die es den Tieren ermöglichen, sich ungehindert darauf fortzubewegen und zu ruhen, können bei der Berechnung der Mindestsitzstangenlänge berücksichtigt werden. Die Haltung von Zuchttieren ist von diesen Erfordernissen ausgenommen.

Der horizontale Abstand zur nächsten Sitzstange muss mindestens 30,00 cm und zur Wand mindestens 20,00 cm betragen.

 

4.2.     BEWEGUNGSFREIHEIT

         Den Tieren müssen folgende Mindestflächen zur Verfügung

         stehen:

         ___________________________________________________________

         Alternativhaltungssystem mit             nutzbare Fläche

         ___________________________________________________________

         einer nutzbaren Ebene                   1,00 m2/7 Tiere *1)

         ___________________________________________________________

           zusätzlich erhöhte                    1,00 m2/8 Tiere

         Fütterungen *2) oder

         Außenscharrraum *3)

         ___________________________________________________________

           zusätzlich erhöhte                    1,00 m2/9 Tiere

         Fütterungen *2) und

         Außenscharrraum *3)

         ___________________________________________________________

         mehreren nutzbaren Ebenen               1,00 m2/9 Tiere

         ___________________________________________________________

*1) Werden erhöhte Sitzstangen im Ausmaß von mindestens 7cm/Tier angeboten, erhöht sich dieser Wert um 0,5 Tiere/m2. Erhöhte Sitzstangen müssen mindestens 35 cm über einer darunter gelegenen nutzbaren Fläche angebracht sein. *2) Erhöhte Fütterungen müssen in diesem Fall bei Trog- oder Bandfütterung mindestens zur Hälfte und bei Rundtrögen oder kombinierten Fütterungen mindestens zu zwei Dritteln erhöht ausgeführt sein.

*3) Außenscharrräume müssen in diesem Fall mindestens eine Fläche von einem Drittel der nutzbaren Fläche umfassen und während des Lichttages uneingeschränkt zugänglich sein.

 

4.3. EINSTREU

Die Einstreufläche muss mindestens 250,00 cm2 pro Tier betragen.

Der Einstreubereich muss mindestens ein Drittel der Stallbodenfläche umfassen und mit Streumaterial bedeckt sein (wie z.B. Stroh, Holzspäne oder Sand).

4.4. EBENEN

Es sind höchstens vier nutzbare Ebenen übereinander einschließlich des Stallbodens zulässig.

Zwischen den Ebenen muss der Abstand mindestens 45,00 cm lichte Höhe betragen.

Die Ebenen müssen so gestaltet sein, dass keine Ausscheidungen auf die darunter liegenden Ebenen durchfallen können.

4.5. AUSLAUF

4.5.1. Im Falle der Auslaufgewährung gelten folgende Anforderungen

an Auslauföffnungen:

-

Bei einer Auslaufmöglichkeit ins Freie müssen mehrere Auslauföffnungen unmittelbar Zugang nach außen gewähren.

-

Die Auslauföffnungen müssen über die gesamte Länge des Gebäudes verteilt sein.

-

Die Auslauföffnungen müssen mindestens 35,00 cm hoch und mindestens 40,00 cm breit sein.

-

Für je 1000 Tiere müssen Auslauföffnungen von insgesamt mindestens 200,00 cm Breite zur Verfügung stehen.

-

Öffnungen vom Stall in einen Außenscharrraum müssen den Anforderungen an Auslauföffnungen genügen.

4.5.2. Im Falle der Auslaufgewährung gelten folgende Anforderungen an Auslaufflächen:

-

Die Auslauffläche beträgt mindestens 8,00 m²/Tier.

-

Eine gleichmäßige Koppelung (Aufteilung) der Auslauffläche zur Schonung des Bewuchses und zur Verminderung von Kontaminationen ist zulässig.

-

Die Auslauffläche muss über Unterschlupfmöglichkeiten zum Schutz vor widrigen Witterungsbedingungen und vor Raubtieren sowie bei Bedarf über geeignete Tränken verfügen.

4.6.     AUFZUCHTSYSTEM

         Legehennen und Zuchttiere sollen in Alternativsystemen

         nur gehalten werden, wenn die Aufzucht dieser Tiere ab

         der 6. Lebenswoche in Alternativsystemen erfolgte.

5.       BESONDERE HALTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR MASTGEFLÜGEL

5.1.     STALLEINRICHTUNGEN

         Stalleinrichtungen für Masthühner müssen mindestens im

         folgenden Ausmaß zur Verfügung stehen:

         ___________________________________________________________

         Stalleinrichtung                       Masthühner

         ___________________________________________________________

         Fütterung

           Fressplatzlänge am Trog               3,00 cm/Tier

           oder Band

           Futterrinne am                        1,50 cm/Tier

           Rundautomaten

         Tränken

           Tränkrinnenseite                      2,50 cm/Tier

           Tränkrinne an der Rundtränke *1)      1,50 cm/Tier

         Trinknippel, Tränknäpfe                 1/15 Tiere

         ___________________________________________________________

*1) Tränken, die eine stehende Wasseroberfläche aufweisen und mehreren Tieren gleichzeitig ein Schöpftrinken ermöglichen, gelten als Rundtränken.

 

5.2.     BEWEGUNGSFREIHEIT

5.2.1.   Folgende Grenzwerte sind einzuhalten:

         ___________________________________________________________

         Mastgeflügelart        Höchstbesatz       Auslauffläche *1)

         Masthühner               30 kg/m2           2,00 m2/Tier

         Truthühner               40 kg/m²          10,00 m2/Tier

         Gänse                    15 kg/m2          10,00 m2/Tier

         Enten                    25 kg/m2           2,00 m2/Tier

         ___________________________________________________________

         *1) Für Gänse und Enten ist der Auslauf verpflichtend.

 

5.2.2.   Bei Stallanlagen für Gänse und Enten ist eine Bade- oder

         Duschmöglichkeit vorzusehen.

5.3.     EINSTREU

         Die Haltung von Mastgeflügel im Stall ohne Einstreu ist

         verboten.

6.       ÜBERGANGSBESTIMMUNGEN

6.1.     Übergangsbestimmung für die Aufzucht von Küken und

         Junghennen

         Bei zum Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens des

         Tierschutzgesetzes bestehenden Anlagen und

         Haltungseinrichtungen ist bei den Maßen gemäß Punkt 3.2.

die lichte Höhe nicht zu berücksichtigen.

6.2. Übergangsbestimmung für die Haltung von Legehennen in Alternativsystemen

Die Bestimmungen der Punkte 4.1., 4.4., 4.5.1. und 4.5.2. (letzter Anstrich) gelten für alle ab dem 01.01.2002 neugebauten oder umgebauten Anlagen und Haltungseinrichtungen, ab dem 01.01.2007 auch im Falle notwendiger baulicher Maßnahmen für alle Anlagen und Haltungseinrichtungen.

6.3. Übergangsbestimmung für die Käfighaltung von Legehennen

6.3.1. Übergangsfrist für bestehende nicht ausgestaltete

Käfiganlagen

Anlagen und Haltungseinrichtungen für die Haltung von Legehennen gemäß Artikel 5 der Richtlinie 1999/74/EG zur Festlegung von Mindestanforderungen zum Schutz von Legehennen, die vor dem 01.01.2003 gebaut und in Betrieb genommen wurden, dürfen bis zum 31.12.2008 weiter betrieben werden, wenn die folgenden Bestimmungen eingehalten werden.

Stalleinrichtungen müssen mindestens in folgendem Ausmaß zur Verfügung stehen:

         ___________________________________________________________

         Stalleinrichtung             Mindestausmaß/Mindestanzahl

         ___________________________________________________________

         Fütterung

         ___________________________________________________________

           Fressplatzlänge am Trog

         oder Band                             10,00 cm/Tier

         ___________________________________________________________

         Tränken

         ___________________________________________________________

         Tränkrinnenseite                      10,00 cm/Tier

         ___________________________________________________________

         Trinknippel, Tränknäpfe               1/15 Tiere,

                                         mindestens jedoch 2/Käfig

         ___________________________________________________________

Die Käfigfläche muss mindestens 550,00 cm2 horizontal bemessene zugängliche Fläche/Tier betragen. Hochgezogene Ränder (Ablenkplatten) zur Vermeidung von Futterverlusten werden, falls durch diese die Zugänglichkeit der darunter liegenden Fläche nicht mehr gegeben ist, nicht mitgerechnet.

Die Käfighöhe muss mindestens 35,00 cm an jeder Stelle sowie 40,00 cm über mindestens 65% der erforderlichen zugänglichen Fläche betragen.

Der Neigungswinkel des Käfigbodens darf höchstens 14% (= 8°) betragen.

6.3.2. Übergangsfrist für bestehende ausgestaltete Käfiganlagen

6.3.2.1 Anlagen und Haltungseinrichtungen für die Haltung von Legehennen gemäß Artikel 6 der Richtlinie 1999/74/EG zur Festlegung von Mindestanforderungen zum Schutz von Legehennen, die vor dem In-Kraft-Treten des Tierschutzgesetzes gebaut und in Betrieb genommen wurden, dürfen bis zum Ablauf von 15 Jahren ab der ersten Inbetriebnahme weiter betrieben werden, wenn die Bestimmungen des Punktes 6.3.2.2 eingehalten werden. Vor dem In-Kraft-Treten des Tierschutzgesetzes gebaute und in Betrieb genommene Anlagen und Haltungseinrichtungen zur Käfighaltung von Legehennen, die bei der dem In-Kraft-Treten des Tierschutzgesetzes folgenden nächstmöglichen Einstallung den Bestimmungen gemäß Artikel 6 der Richtlinie 1999/74/EG zur Festlegung von Mindestanforderungen zum Schutz von Legehennen entsprechen, gelten als bestehende ausgestaltete Käfiganlagen.

6.3.2.2 Stalleinrichtungen müssen mindestens in folgendem Ausmaß zur Verfügung stehen:

         ___________________________________________________________

         Stalleinrichtung           Mindestausmaß/Mindestanzahl

         ___________________________________________________________

         Fütterung

         ___________________________________________________________

           Fressplatzlänge am Trog

           oder Band                          12,00 cm/Tier

         Tränken

           Trinknippel, Tränknäpfe             1/15 Tiere,

                                         mindestens jedoch 2/Käfig

         ___________________________________________________________

           Tränkrinnenseite                    durchgehend

         ___________________________________________________________

         Sitzstangenlänge                     15,00 cm/Tier

         ___________________________________________________________

         Nest                                   1/Käfig

         ___________________________________________________________

Material zum Scharren und Picken

Die Käfige müssen mit geeignetem Material zum Scharren und Picken (wie zB Einstreu) ausgestattet sein.

-

Käfiganordnung

-

die Gänge zwischen den Käfigreihen müssen mindestens 90,00 cm breit sein,

-

der Abstand zwischen dem Boden des Gebäudes und den unteren Käfigreihen muss mindestens 35,00 cm betragen.

-

Käfige sind mit geeigneten Vorrichtungen zum Kürzen der Krallen auszustatten.

-

Form und Größe von Käfigöffnungen müssen es ermöglichen, ein ausgewachsenes Tier herauszunehmen, ohne dass es unnötig leidet oder verletzt wird.

Die Käfighöhe muss an jeder Stelle außerhalb der nutzbaren

Fläche mindestens 20,00 cm betragen.

Die Käfigfläche muss mindestens betragen:

-

750,00 cm2/Tier, davon mindestens 600,00 cm2 nutzbare Fläche,

-

2000,00 cm2/Käfig.

Anl. 7

Text

                                                          Anlage 7

 

          MINDESTANFORDERUNGEN FÜR DIE HALTUNG VON STRAUSSEN

 

1.       GRUNDSÄTZLICHE ANFORDERUNGEN

         Die Haltung muss in mit Zäunen gesicherten Gehegen mit

         einem ständigen Zugang zu einem Stallgebäude erfolgen.

2.       GEHEGE

2.1.     UMZÄUNUNG

         Die Gehege müssen für Tiere über 14 Monate eine

         Mindestbreite von 12 m und eine längliche Form aufweisen.

Der Gehegezaun muss eine Mindesthöhe von 160,00 cm für bis 14 Monate alte Tiere und von 200,00 cm für über 14 Monate alte Tiere aufweisen.

Der Zaun ist so auszuführen, dass er für die Tiere gut erkennbar ist und die Tiere sich nicht verletzen oder verfangen können. Er muss elastisch und stark genug sein. Stacheldraht oder elektrische Weidezäune dürfen nur als zweiter Zaun außerhalb des Geheges verwendet werden.

2.2. BODENBESCHAFFENHEIT

Der Boden muss trittsicher und trocken sein. Flächen, auf denen bei Niederschlägen Morast entsteht, sind durch Drainagen oder Aufbringung von Sand oder Kies trockenzulegen.

2.3. WEITERE ANFORDERUNGEN

Jedes Gehege muss mindestens eine überdachte, trockene und möglichst windgeschützte Sandfläche im Mindestausmaß 200,00 cm x 200,00 cm als Platz für das Sandbaden aufweisen.

Treibwege müssen so breit sein, dass auch mehrere Tiere nebeneinander Platz finden können. Zwischen Zuchtgehegen muss ein direkter Zaunkontakt verhindert werden. Dies kann zB durch einen mindestens 100,00 cm breiten Zwischenraumstreifen, Vorrichtungen wie Stangen und Rohre oder durch Verhinderung des Sichtkontakts durch Verblenden oder Baum- und Strauchbewuchs erfolgen.

In jedem Zuchtgehege ist an einer höher gelegenen und trockenen Stelle ein Nistplatz mit einem Durchmesser von mindestens 150,00 cm zu errichten. Der Nistplatz muss durch eine entsprechende Überdachung gegen Witterungseinflüsse geschützt sein.

3.

STALLGEBÄUDE

Stallräume für Tiere über 14 Monate müssen eine lichte Raumhöhe von mindestens 300,00 cm aufweisen. Tore müssen so groß sein, dass auch mehrere Tiere gleichzeitig passieren können. Gegenstände, an denen sich die Tiere verletzen könnten, dürfen im Stallraum nicht vorhanden sein. Der Boden muss geschlossen, rutschfest und trocken sein. Die Stallräume müssen für Strauße geeignete Futter- und Tränkeeinrichtungen aufweisen.

4.

BEWEGUNGSFREIHEIT, PLATZANGEBOT

4.1. Strauße sind in Gruppen zu halten. Ausgenommen hiervon ist

die vorübergehende Einzelhaltung von zugekauften Tieren oder Tieren, die besonders agressiv sind oder behandelt werden. Einzeln gehaltene Strauße müssen Sichtkontakt zu anderen Straussen haben.

Eine Gruppe bei Tieren über 14 Monaten darf höchstens 40 Tiere umfassen.

4.2. Tieren ab dem 4. Lebenstag bis zu einem Alter von drei Monaten ist bei warmem, sonnigem und trockenem Wetter täglich Auslauf zu gewähren. Tieren über drei Monaten ist ausgenommen bei Glatteis, Temperaturen unter –10°C, Dauerregen oder stauender Nässe ständiger ungehinderter Zugang von den Stallungen zum Gehege zu gewähren.

4.3. Durch die Wahl der Besatzdichte ist die Erhaltung einer Bodenvegetation sicherzustellen, die eine Weidemöglichkeit bietet. Davon ausgenommen ist die Haltung von Straussen in Zoos. Die Mindestmaße für Stall- und Gehegeflächen betragen:

         ___________________________________________________________

         Alter       Mindest-   Mindest-   Mindest-   Mindest-

         der         stall-     stall-     gehege-    gehege

         Tiere       fläche     fläche     fläche     fläche

                     pro        pro        pro        pro

                     gruppe     Tier       Gruppe     Tier

                     *1)        *1)        *2)        *2)

         ___________________________________________________________

         bis 4       2,50 m2    0,25 m2    100,00 m2    4,00 m2

         Wochen

         ___________________________________________________________

         über 4      5,00 m2    1,00 m2    500,00 m2   20,00 m2

         Wochen

         bis 3

         Monate

         ___________________________________________________________

         über 3     10,00 m2    2,00 m2   1000,00 m2   40,00 m2

         Monate

         bis 6

         Monate

         ___________________________________________________________

         über 6     20,00 m2    4,00 m2   1000,00 m2   80,00m2

         Monate

         ___________________________________________________________

         Zuchttiere 24,00 m2    6,00 m2   1000,00 m2  700,00 m2/Hahn

                                                      150,00

                                                      m2/Henne

         ___________________________________________________________

         *1) Vorgehege (Trockengehege) gelten als Teil der

             Stallfläche, wenn sie überdacht und witterungsgeschützt

             sind und höchstens 50% der erforderlichen Stallfläche

             umfassen.

         *2) Bei Haltung in Zoos müssen die Gehegeflächen zumindest

             50% dieser Werte betragen.

 

5.       STALLKLIMA

         Die Kükenaufzucht muss bis zur 6. Lebenswoche in

         beheizbaren Räumen erfolgen. Hierfür müssen ausreichend

         Wärmequellen vorhanden sein.

6.       BETREUUNG UND ERNÄHRUNG

         Küken sind mindestens vier Mal täglich zu füttern. Sie

         müssen zusätzlich mit Futterkalk versorgt werden. Allen

         Tieren sind stets Magensteine in einer dem Alter

         entsprechenden Größe anzubieten. Es ist auf eine

         ausreichende Mineral- und Ballaststoffgabe zu achten.

Ab einem Alter von drei Wochen muss den Tieren im Stall Einstreu (z.B. Sand, Sägemehl oder Strohhäcksel) geboten werden.

Zur Untersuchung oder Behandlung von Tieren ist eine Möglichkeit zur Separierung einzelner Tiere vorzusehen. Über Zu- und Abgänge, Bruterfolge, Behandlungen, Befunde, Todesfälle und sonstige Vorfälle sind Aufzeichnungen in einem Gehegebuch zu führen.

Das Abschneiden ausgereifter Schwanz- und Flügelfedern muss mindestens 2,50 cm über der Haut erfolgen und es müssen ausreichend Federn verbleiben, damit das normale Verhalten nicht beeinträchtigt wird.

Anl. 8

Text

                                                          Anlage 8

 

   MINDESTANFORDERUNGEN FÜR DIE HALTUNG VON ROT-, SIKA-, DAM-,

          MUFFEL- UND SCHWARZWILD SOWIE DAVIDSHIRSCHEN

 

1.       GRUNDSÄTZLICHE ANFORDERUNGEN

         Die Haltung muss in Gehegen erfolgen.

         Eine Zuchtgruppe muss zumindest aus einem männlichen

         Zuchttier und 3 weiblichen Zuchttieren bestehen

2.       GEHEGE

2.1.     UMZÄUNUNG

         Die Umzäunung muss so gestaltet sein, dass sich die Tiere

         nicht verletzen können. Die Zaunführung darf keine spitzen

         Ecken aufweisen oder Trichter bilden. Der Einsatz von

         Stacheldraht ist unzulässig.

2.2. BODENBESCHAFFENHEIT

Der Gehegeboden für Muffelwild muss trocken sein und steinige Flächen aufweisen.

Für Rot- und Schwarzwild ist eine Suhle anzulegen. Für Schwarzwild hat Streumaterial zur Verfügung zu stehen.

2.3. GEHEGEEINRICHTUNG

Ist die Gehegefläche nicht zu mindestens 5% mit Sträuchern oder Bäumen bewachsen oder beschirmt, muss ein zusätzlicher Witterungsschutz zur Verfügung stehen.

Der zusätzliche Witterungsschutz muss aus mindestens zwei Seitenwänden und einer Überdachung bestehen und allen Tieren auch gleichzeitig Unterstand bieten. Einrichtungen zur Vorratsfütterung (z.B. Heuraufen) müssen überdacht sein.

3.

BEWEGUNGSFREIHEIT

Durch die Wahl der Besatzdichte und die Zufütterung von Grund- und Kraftfutter ist die Erhaltung der Bodenvegetation sicherzustellen. Davon ausgenommen ist die Haltung in Zoos sowie die Haltung von Schwarzwild.

Die folgenden Maße sind einzuhalten:

____________________________________________________________________

Tierart         Mindest          maximale           Mindestfläche

               gehegegröße     Besatzdichte        Witterungsschutz

____________________________________________________________________

Rotwild,         2,00 ha         10 adulte         4,00 m²/adultes

Davidshirsche                    Tiere *1)/ha         Tier *1)

____________________________________________________________________

Damwild,         1,00 ha         20 adulte         2,00 m²/adultes

Sikawild                         Tiere *1)/ha         Tier *1)

____________________________________________________________________

Muffelwild       1,00 ha         15 adulte         1,50 m²/adultes

                                 Tiere *2)/ha         Tier *2)

____________________________________________________________________

Schwarzwild      2,00 ha         5 adulte          5,00 m²/adultes

                                 Tiere *3)/ha         Tier *3)

____________________________________________________________________

*1) 2 Tiere bis 18 Monate entsprechen 1 erwachsenen Tier *2) 3 Tiere bis 12 Monate entsprechen 1 erwachsenen Tier *3) Frischlinge bis 6 Monate sind bei der Besatzdichte

nicht zu berücksichtigen;

2 Tiere von 6 bis 12 Monaten entsprechen 1 erwachsenen Tier

 

Bei Haltung in Zoos gelten folgende Maße:

____________________________________________________________________

Tierart         Mindest          maximale           Mindestfläche

               gehegegröße     Besatzdichte        Witterungsschutz

____________________________________________________________________

Rotwild,         800,00 m2       80,00 m2/       4,00 m2/adultes

Davidshirsche                    adultes Tier         Tier

                                   *3)                 *1)

____________________________________________________________________

Damwild,         500,00 m2       50,00 m2/       2,00 m2/adultes

Sikawild                         adultes Tier         Tier

                                   *3)                 *1)

____________________________________________________________________

Muffelwild       500,00 m2       50,00 m2/       1,50 m2/adultes

                                 adultes Tier         Tier

                                   *3)                 *2)

____________________________________________________________________

Schwarzwild      200,00 m2       40,00 m2/       5,00 m2/adultes

                                 adultes Tier         Tier

                                   *3)                 *3)

____________________________________________________________________

*1) 2 Tiere bis 18 Monate entsprechen 1 erwachsenen Tier *2) 3 Tiere bis 12 Monate entsprechen 1 erwachsenen Tier *3) Frischlinge bis 6 Monate sind bei der Besatzdichte

nicht zu berücksichtigen

2 Tiere von 6 bis 12 Monaten entsprechen 1 erwachsenen

Tier

 

4.

ERNÄHRUNG

Das Wild muss jederzeit ausreichend mit artgemäßer Nahrung und Wasser versorgt sein. Verfügt das Gehege nicht über geeignete natürliche Fließgewässer, sind künstliche Tränkeeinrichtungen einzurichten.

Bei der Fütterung ist sicherzustellen, dass jedes einzelne Tier ausreichend Nahrung aufnehmen kann.

Werden die Tiere rationiert oder unter zeitlich begrenzter Futtervorlage gefüttert, muss sichergestellt sein, dass alle Tiere gleichzeitig fressen können.

Futterplätze für Schwarzwild müssen leicht zu reinigen sein und sind mit Betonboden, schweren Futtertrögen und Frischlingsrechen auszustatten.

5.

BETREUUNG

Über Zu- und Abgänge, Behandlungen, Befunde, Todesfälle und sonstige Vorfälle sind Aufzeichnungen in einem Gehegebuch zu führen.

Anl. 9

Text

Anlage 9

MINDESTANFORDERUNGEN FÜR DIE HALTUNG VON KANINCHEN

 

1.              BEGRIFFSBESTIMMUNGEN

 

Jungtiere

Kaninchen ab dem Absetzen oder spätestens ab dem 35. Lebenstag bis zur Geschlechtsreife bzw. bis zum ersten Decken

Adulte Kaninchen

Kaninchen ab der Geschlechtsreife oder ab dem ersten Decken

Bodenfläche

Die gesamte den Kaninchen zur Verfügung stehende Fläche, ausgenommen die Nestkammer. Erhöhte Flächen sind Teil der Bodenfläche.

Erhöhte Flächen

Flächen, die eine lichte Höhe von mindestens 20,00 cm bei Jungtieren und mindestens 25,00 cm bei adulten Tieren über der darunter liegenden Fläche aufweisen.

 

2.              HALTUNGSANFORDERUNGEN

2.1.Allgemeine Bedingungen:

2.1.1. Bodengestaltung

Die Verwendung von Drahtgitterböden ist verboten. Die Böden müssen der Größe und dem Gewicht der Tiere angepasst sein.

 

2.1.2. Haltung in nicht klimatisierten Haltungssystemen

Bei Temperaturen unter 10°C ist den Tieren trockene und saubere Einstreu zur Verfügung zu stellen. Es sind ausreichender Wind- und Witterungsschutz (wie z. B. Überdachung) und ein isolierter Rückzugsbereich vorzusehen.

 

2.1.3. Strukturierung und Rückzugsmöglichkeiten

Den Tieren sind:

-

Haltungssysteme mit erhöhten Flächen oder

-

ein zusätzlicher, räumlich getrennter und abgedunkelter Bereich

zur Verfügung zu stellen.

 

2.1.4. Sozialkontakt

Ist Gruppenhaltung bei der Haltung mehrerer Tiere nicht möglich, muss zumindest geruchlicher, akustischer und visueller Kontakt zu anderen Kaninchen möglich sein. Jungtiere dürfen mit Ausnahme kranker oder verletzter Tiere nicht in Einzelhaltung gehalten werden.

 

2.1.5. Nagematerial und Raufutter sowie Zugang zu Wasser

Kaninchen müssen dauernd Zugang zu Nagematerial (Holz, Äste etc.) und zu Stroh oder Heu in einer Raufe haben.

Es muss ständiger Zugang zu Wasser vorhanden sein.

 

2.1.6. Licht

Steht den Tieren kein ständiger Zugang ins Freie zur Verfügung, müssen die Ställe Fenster oder sonstige offene oder transparente Flächen durch die Tageslicht einfallen kann im Ausmaß von mindestens drei Prozent der Stallbodenfläche aufweisen. Im Tierbereich des Stalles ist über acht Stunden pro Tag eine Lichtstärke von mindestens 20 Lux zu erreichen.

2.2. Spezielle Anforderungen:

2.2.1. Kaninchen zur Fleischgewinnung

Kaninchen zur Fleischgewinnung müssen in Buchten oder Freigehegen gehalten werden. Mehrere Haltungseinrichtungen dürfen nicht übereinander positioniert werden.

 

2.2.2. Jungtiere

Bei perforierten Böden darf eine maximale Spaltenbreite von 10 mm nicht überschritten und eine minimale Auftrittsbreite von 8 mm nicht unterschritten werden. Bei Lochböden mit kreisrunden Löchern dürfen die Öffnungen einen Durchmesser von 12 mm nicht überschreiten.

Geschlossene Bodenbereiche müssen eingestreut sein.

Der Anteil an erhöhten Fläche muss mindestens 25 Prozent der Mindestbodenfläche gemäß Tabelle unter Punkt 2.3. betragen.

 

2.2.3. Adulte Kaninchen

In Haltungssystemen für adulte Kaninchen ist pro Tier eine erhöhte Fläche von mindestens 1500 cm² oder ein separater zusätzlicher Bereich von mindestens 40 Prozent der Mindestbodenfläche gemäß Tabelle unter Punkt 2.3. vorzusehen. Erhöhte Flächen müssen eine Mindestbreite von 27 cm haben.

Trächtige Häsinnen müssen spätestens eine Woche vor dem Geburtstermin bis zum Absetzen der Jungen Zugang zu einer Nestkammer haben. Die Anzahl der Nestkammern muss mindestens der Anzahl der trächtigen weiblichen Tiere entsprechen. Die Tiere müssen die Nestkammern mit geeignetem Nestmaterial auspolstern können. Die Muttertiere müssen die Möglichkeit haben, sich vor ihren Jungen zurückziehen zu können (erhöhte Flächen, separater Bereich mit einer Abtrennung von 20 cm Höhe).

Nestkammern müssen mindestens 25 cm hoch sein. Die kürzeste Seite muss mindestens 25 cm lang sein.

 

2.3. Bewegungsfreiheit:

Haltungssysteme für Kaninchen müssen zumindest die Vorgaben der Tabelle 2.3. einhalten.

Bei Häsinnen, Rammlern und Jungtieren darf eine Kantenlänge der Haltungseinrichtung von mindestens 0,5 m nicht unterschritten werden.

Haltungssysteme für Häsinnen, Rammler und Jungtiere müssen eine Mindestbodenfläche von 6000 cm² je Haltungseinheit aufweisen.

 

Tabelle zu 2.3. Mindestmaße für die Kaninchenhaltung:

 

Mindest-höhe1)

Mindestbodenfläche

Mindestzusatz-fläche Nestkammer

Jungtiere

 

 

 

In Gruppen bis zu

40 Tieren

 

 

 

bis 1,5 kg

50 cm

1000 cm²/Tier

----

über 1,5 kg

50 cm

1500 cm²/Tier

----

In Gruppen über

40 Tieren

 

 

 

bis 1,5 kg

50 cm

800 cm²/Tier

----

über 1,5 kg

50 cm

1200 cm²/Tier

----

adulte Kaninchen2)

 

 

 

bis 5,5 kg

60 cm

6000 cm²/Tier

1000 cm²/Tier

über 5,5 kg

60 cm

7800 cm²/Tier

1200 cm²/Tier

1) diese Höhe muss auf mindestens 50 Prozent der Bodengrundfläche vorhanden sein

2) gilt auch für Muttertiere mit Jungen bis zum Absetzen oder bis zum 35. Lebenstag

 

2.4. Übergangsfrist:

2.4.1. Für vor dem 1. August 2010 bestehende Anlagen und Haltungseinrichtungen für Kaninchen zur Fleischgewinnung gelten die Anforderungen des Punkt 2.1. bis 2.3. – ausgenommen in den Fällen des § 44 Abs. 5 Z 4 lit. d TSchG - ab 1. Jänner 2012.

2.4.2. Anlagen und Haltungseinrichtungen für andere Kaninchen, die vor dem 1. August 2010 den bis dahin geltenden Anforderungen entsprechend errichtet und betrieben wurden, haben den Haltungsanforderungen gemäß Punkt 2.1. bis 2.3. ab dem 1. Jänner 2020 - auch im Falle der Notwendigkeit baulicher Maßnahmen - zu entsprechen.

Anl. 10

Text

                                                          Anlage 10

 

       MINDESTANFORDERUNGEN FÜR DIE HALTUNG VON NUTZFISCHEN

 

1.       ALLGEMEINE HALTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR ALLE FISCHE IN

         AQUAKULTUR

1.1.     WASSERQUALITÄT

         Die Wasserqualität (insbesondere Temperatur,

         Sauerstoffgehalt, pH-Wert, Härte, Gehalt an

         Stickstoffverbindungen, Grad der organischen Belastung und

         der Gassättigung) muss den physiologischen Bedürfnissen der

         darin gehaltenen Fischarten entsprechen.

1.2. ERNÄHRUNG

Bei der Ernährung sind die teichklimatischen Bedingungen, d.h. insbesondere Art und Menge des natürlichen Nahrungsangebotes und die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse der jeweiligen Fischarten zu berücksichtigen. Ist nicht ausreichend Naturnahrung vorhanden, muss in geeigneter Form beigefüttert werden.

1.3. BEWEGUNGSFREIHEIT

Bei der Besatzdichte ist auf die Bedürfnisse und Größe der jeweiligen Fischarten, auf die Wasserqualität und Durchflussmengen sowie auf Form und Volumen der Haltungseinrichtung Bedacht zu nehmen.

1.4. BIOTECHNOLOGISCHE VERFAHREN

Die hormonelle oder physikalische Geschlechtsbeeinflussung von Fischen darf nur von Personen vorgenommen werden, die über die hierfür erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

2. BESONDERE HALTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR SPEZIELLE FORMEN DER

AQUAKULTUR

2.1. KARPFENTEICHWIRTSCHAFT

2.1.1. Geltungsbereich

Die nachstehenden Mindestanforderungen gelten für Karpfen und üblicherweise in Karpfenteichen gehaltene Nebenfische

2.1.2. Vermehrung

Werden künstliche Fortpflanzungsmethoden angewendet, so haben die erforderlichen Manipulationen, einschließlich der Hypophysierung, so schonend wie möglich zu erfolgen. Der Aufenthalt der Fische außerhalb des Wassers ist auf ein Minimum zu beschränken; erforderlichenfalls sind die Fische während dieser Zeitspanne in feuchte Tücher einzuschlagen.

2.1.3. Abfischen

Die Zeit, die die Fische während des Abfischens und des nachfolgenden Sortierens und Wägens außer Wasser verbringen, ist auf ein Minimum zu beschränken. Empfindliche Fische, wie zB Coregonen- oder Zandersetzlinge, sind soweit möglich vor den anderen Fischarten abzufischen.

2.1.4. Winterung

Winterteiche müssen an der tiefsten Stelle mindestens 1,80 m tief sein, und einen auch bei strengem Frost funktionsfähigen Zufluss aufweisen.

2.2. FORELLENTEICHWIRTSCHAFT

2.2.1. Geltungsbereich

Die nachstehenden Mindestanforderungen gelten für Regenbogenforellen, Bachforellen, Bachsaiblinge, Seesaiblinge und andere Salmoniden sowie für Äschen in intensiver und extensiver Aquakultur.

2.2.1. Besatzdichte

Die Besatzdichte ist so zu wählen, dass der Sauerstoffgehalt des Ablaufes 5 mg O tief 2/l nicht unterschreitet.

Darüber hinaus darf bei der Haltung von Regenbogenforellen in Erdteichen ein Besatz von maximal 10 kg und bei der Haltung in Rund- oder Langstrombecken sowie Fließkanälen ein Besatz von maximal 60 kg Regenbogenforellen in Speisefischgröße je m3 Teich- bzw. Beckenvolumen nicht überschritten werden.

2.2.2. Vermehrung

Das Streifen der Geschlechtsprodukte der männlichen und weiblichen Fische darf nur von Personen vorgenommen werden, die über die hierfür erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

Werden die Fische zu diesem Zweck sediert, sind die Fische zur Erholung in sauerstoffreiches Wasser zu setzten, bevor sie in den Teich zurückgesetzt werden.

Die Fische dürfen nur mit nassen Händen oder Tüchern gehandhabt werden.

2.2.4. Abfischen

Das Abfischen mit Hilfe eines Zugnetzes, eines Keschers oder eines Vakuumsaugfasses hat unter Anwendung der gebotenen Sorgfalt zu erfolgen.

2.2.6. Sortieren, Wiegen

Das Sortieren und Wiegen hat manuell oder mit Hilfe geeigneter Sortierwaagen oder geeigneter Maschinen zu erfolgen.

Anl. 11

Text

                                                          Anlage 11

 

           MINDESTANFORDERUNGEN FÜR DIE HALTUNG VON LAMAS

 

1.       GRUNDSÄTZLICHE ANFORDERUNGEN

         Die Haltung muss in mit Zäunen gesicherten Gehegen

         erfolgen.

2.       UMZÄUNUNG

         Der Zaun ist so auszuführen, dass er für die Tiere gut

         erkennbar ist und die Tiere sich nicht verletzen können.

         Stacheldraht darf nicht verwendet werden.

3.       STALLGEBÄUDE UND UNTERSTÄNDE

         Den Tieren muss ein Stall oder ein Unterstand als

         Witterungsschutz zur Verfügung stehen, der allen Tieren

         auch gleichzeitig Schutz bietet. Werden die Tiere

         vorübergehend auf Weiden ohne direkten Zugang zu einem

         Unterstand oder Stall gehalten, so muss entweder

         ausreichend natürlicher Schutz durch Felsvorsprünge oder

         Baumgruppen vorhanden sein, oder die Tiere müssen bei für

         die Tiere schädlicher Hitze oder Nässe in ein Gehege mit

         Zugang zu einem Unterstand oder Stall verbracht werden.

Ein Unterstand muss aus mindestens zwei Seitenwänden und einer Überdachung bestehen. Ställe oder Unterstände müssen eine lichte Raumhöhe von mindestens 200,00 cm aufweisen. Der Boden muss geschlossen, rutschfest und trocken sein.

4.

BEWEGUNGSFREIHEIT, PLATZANGEBOT

4.1. Lamas sind in Gruppen zu halten. Ausgenommen hiervon ist

die vorübergehende Einzelhaltung von zugekauften Tieren oder Tieren, die besonders aggressiv sind oder behandelt werden. Einzeln gehaltene Lamas müssen Sichtkontakt zu anderen Lamas haben.

4.2. Durch die Wahl der Besatzdichte ist die Erhaltung einer Bodenvegetation sicherzustellen, die eine Weidemöglichkeit bietet. Davon ausgenommen ist die Haltung von Lamas in Gehegen mit befestigtem Boden.

Die Mindestmaße für Stall- und Gehegeflächen betragen:

____________________________________________________________________

Gehegeart          Mindest-     Mindest-      Mindest-      Mindest-

                   stall-       stall-        gehege-       gehege-

                   fläche       fläche        fläche        fläche

                   pro          pro           pro           pro

                   Gruppe       adultem       Gruppe        adultem

                    Tier                                     Tier

____________________________________________________________________

Gehege mit         6,00 m2       2,00 m2     250,00 m2     40,00 m2

aus-

schließlich

befestigtem

Boden

____________________________________________________________________

Sonstige           6,00 m2       2,00 m2     800,00 m2    100,00 m2

Gehege

____________________________________________________________________

5.       BETREUUNG UND ERNÄHRUNG

         Wenn die Tiere keinen ständigen Zugang zu einer Weide

         haben, müssen sie jederzeit Raufutter zur freien Verfügung

         haben.

Einrichtungen zur Vorratsfütterung im Freien müssen überdacht sein.

Bei Verwendung von Tieren als Zugtiere oder Lasttiere oder zu sonstiger Arbeit ist sicherzustellen, dass die Tiere ausreichende Ruhepausen haben und nicht überfordert werden. Innerhalb eines Zeitraumes von 24 Stunden ist jedenfalls eine durchgängige Ruhepause von mindestens acht Stunden zu gewähren. Dabei sollte die Arbeitsbelastung in einem angemessenen Verhältnis zur Leistungsfähigkeit des Tieres stehen. Kranke oder sonst beeinträchtigte Tiere dürfen zur Arbeit nicht herangezogen werden.