Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Fremdenführer-Verordnung - Zugangsvoraussetzungen, Fassung vom 29.06.2016

§ 0

Langtitel

Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über die Zugangsvoraussetzungen für das reglementierte Gewerbe der Fremdenführer (Fremdenführer-Verordnung)
StF: BGBl. II Nr. 46/2003

Änderung

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 18 Abs. 1 der Gewerbeordnung 1994, BGBl. Nr. 194, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 111/2002, wird verordnet:

§ 1

Text

Zugangsvoraussetzung

 

§ 1. (1) Die fachliche Qualifikation zum Gewerbe der Fremdenführer (§ 94 Z 21 GewO 1994) wird durch Zeugnisse über den erfolgreichen Abschluss des in der Anlage festgesetzten Lehrganges für Fremdenführer und die erfolgreich abgelegte Befähigungsprüfung erbracht.

(2) Vom Abschluss der Gegenstände „Rechtskunde" und „Grundzüge der Wirtschafts- und Sozialkunde einschließlich Rechnungswesen und Betriebswirtschaft" des in der Anlage festgesetzten Lehrganges für Fremdenführer ist befreit, wer die erfolgreiche Ablegung der Unternehmerprüfung oder das Vorliegen der Voraussetzungen für deren Entfall auf Grund einer Verordnung gemäß § 23 Abs. 3 GewO 1994 oder den erfolgreichen Abschluss einer der folgenden Studienrichtungen oder eines fachlich einschlägigen Fachhochschul-Studienganges nachweist:

1.

Rechtswissenschaften,

2.

Volkswirtschaft,

3.

Betriebswirtschaft,

4.

Internationale Betriebswirtschaft,

5.

Wirtschaftswissenschaften mit internationaler Ausrichtung,

6.

Handelswissenschaft oder

7.

Wirtschaftspädagogik.

(3) Vom Abschluss des Gegenstandes „Erste Hilfe" des in der Anlage festgesetzten Lehrganges für Fremdenführer ist befreit, wer die Befähigung zur Leistung Erster Hilfe durch Belege folgender Art nachweist:

1.

Zeugnisse über den erfolgreichen Abschluss der Studienrichtungen Medizin/Humanmedizin/Zahnmedizin oder Veterinärmedizin oder Pharmazie oder

2.

Bescheinigung einer Dienststelle des Österreichischen Roten Kreuzes über eine abgeschlossene Ausbildung in erster Hilfe oder

3.

Zeugnisse sonstiger einschlägiger Stellen über eine der Ausbildung in erster Hilfe gleichwertige Ausbildung.

(4) Personen, die die Ausbildung einschließlich der Prüfung gemäß Abs. 1 erfolgreich abgelegt haben, können die Kenntnis weiterer Fremdsprachen durch die erfolgreiche Ablegung einer Ergänzungsprüfung nachweisen.

§ 2

Text

Prüfung zum Nachweis der fachlichen Eignung der bei der Ausübung

des Gewerbes der Fremdenführer verwendeten Personen

 

§ 2. Die fachliche Eignung von Personen gemäß § 108 Abs. 7 GewO 1994, die bei der Ausübung des Fremdenführergewerbes verwendet werden, ist durch Zeugnisse über die Ausbildung nach § 1 Abs. 1 nachzuweisen.

§ 3

Text

Übergangsbestimmung

 

§ 3. Zeugnisse über die erfolgreich abgelegte Befähigungs-(Konzessions-)Prüfung für das Fremdenführergewerbe, die gemäß den bis zum In-Kraft-Treten dieser Verordnung geltenden Vorschriften erworben worden sind, gelten als Zeugnisse über die erfolgreich abgelegte Prüfung gemäß § 1 Abs. 1 dieser Verordnung.

Anl. 1

Text

                                                              Anlage

                                                              (§ 1)

 

Lehrgang für Fremdenführer

 

1.

Der Lehrgang ist am Wirtschaftsförderungsinstitut einer Kammer der gewerblichen Wirtschaft, am Berufsförderungsinstitut oder an einer vergleichbaren nichtschulischen Einrichtung zu absolvieren.

2.

Der Lehrgang hat sich zumindest auf folgende Gegenstände mit der für den jeweiligen Gegenstand angegebenen Mindestzahl an Lehrstunden zu erstrecken:

____________________________________________________________________

         Gegenstand                Mindestzahl der Lehrstunden

____________________________________________________________________

Geschichte einschließlich                      35

politischer Bildung

(insbesondere Urgeschichte,

Reichsgeschichte und

österreichische Geschichte)

____________________________________________________________________

Kultur- und Kunstgeschichte                    35

____________________________________________________________________

Heimat- und Volkskunde                         20

____________________________________________________________________

Grundzüge der Wirtschafts- und                 20

Sozialkunde einschließlich

Rechnungswesen und

Betriebswirtschaft

____________________________________________________________________

Fremdenverkehrsgeographie

einschließlich Wirtschaftsgeographie           15

____________________________________________________________________

Fremdenverkehrslehre                           15

____________________________________________________________________

Durchführung von Führungen

einschließlich praktischer Übungen

in den Fremdsprachen und in

Rhetorik und Verhaltensstrategie               25

____________________________________________________________________

Rechtskunde                                    20

____________________________________________________________________

Erste Hilfe                                    15

____________________________________________________________________

3.

Im Rahmen des Lehrganges sind zusätzlich zum theoretischen Unterricht Exkursionen im Gesamtausmaß von 50 Lehrstunden durchzuführen.