Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Elektrotechnikzugangs-Verordnung - Zugangsvoraussetzungen, Fassung vom 24.11.2014

  • Langtitel
    Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über die Zugangsvoraussetzungen für das reglementierte Gewerbe der Elektrotechnik (Elektrotechnikzugangs-Verordnung)
    StF: BGBl. II Nr. 41/2003
    Änderung
    Präambel/Promulgationsklausel

    Auf Grund des § 18 Abs. 1 der Gewerbeordnung 1994, BGBl. Nr. 194, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 111/2002, wird verordnet:

  • Text

    Zugangsvoraussetzungen

     

    § 1. (1) Durch die im Folgenden angeführten Belege ist die fachliche Qualifikation zum Antritt des unbeschränkten Gewerbes der Elektrotechnik (§ 94 Z 16 GewO 1994) als erfüllt anzusehen:

    1.

    das Zeugnis über die erfolgreich abgelegte Befähigungsprüfung oder

    2.

    Zeugnisse über

    a)

    den erfolgreichen Abschluss der Studienrichtung Elektrotechnik oder eines fachlich einschlägigen Fachhochschul-Studienganges und

    b)

    die erfolgreich abgelegte Unternehmerprüfung, sofern diese nicht auf Grund einer Verordnung gemäß § 23 Abs. 3 GewO 1994 entfällt, und

    c)

    den erfolgreichen Abschluss des in der Anlage 1 festgelegten Lehrganges über elektrotechnische Sicherheitsvorschriften und des in der Anlage 2 festgelegten Lehrganges über sicherheitstechnisches Fachwissen für die Errichtung von Alarmanlagen und

    d)

    eine mindestens einjährige fachliche Tätigkeit (§ 18 Abs. 3 GewO 1994) oder

    3.

    Zeugnisse über

    a)

    den erfolgreichen Besuch einer berufsbildenden höheren Schule oder deren Sonderformen, deren Ausbildung im Bereich Elektrotechnik mit einem für das reglementierte Gewerbe spezifischen Schwerpunkt liegt, und

    b)

    die erfolgreich abgelegte Unternehmerprüfung, sofern diese nicht auf Grund einer Verordnung gemäß § 23 Abs. 3 GewO 1994 entfällt, und

    c)

    den erfolgreichen Abschluss des in der Anlage 1 festgelegten Lehrganges über elektrotechnische Sicherheitsvorschriften und des in der Anlage 2 festgelegten Lehrganges über sicherheitstechnisches Fachwissen für die Errichtung von Alarmanlagen und

    d)

    eine mindestens eineinhalbjährige fachliche Tätigkeit oder

    4.

    Zeugnisse über

    a)

    den erfolgreichen Besuch der Werkmeisterschule für Berufstätige für Elektrotechnik, sofern Unterricht im Bereich Hochspannungstechnik im Rahmen eines alternativen Pflichtgegenstandes im Ausmaß von mindestens 40 Unterrichtseinheiten erteilt wurde, und

    b)

    die erfolgreich abgelegte Unternehmerprüfung, sofern diese nicht auf Grund einer Verordnung gemäß § 23 Abs. 3 GewO 1994 entfällt, und

    c)

    den erfolgreichen Abschluss des in der Anlage 1 festgelegten Lehrganges über elektrotechnische Sicherheitsvorschriften und des in der Anlage 2 festgelegten Lehrganges über sicherheitstechnisches Fachwissen für die Errichtung von Alarmanlagen und

    d)

    eine mindestens zweijährige fachliche Tätigkeit oder

    5.

    Zeugnisse über eine ununterbrochene sechsjährige einschlägige Tätigkeit als Selbstständiger oder als Betriebsleiter oder

    6.

    Zeugnisse über eine ununterbrochene dreijährige einschlägige Tätigkeit als Selbstständiger oder als Betriebsleiter, wenn für die betreffende Tätigkeit eine vorherige Ausbildung nach Abs. 3, die mindestens dreijährig war, nachgewiesen wird, oder

    7.

    Zeugnisse über eine ununterbrochene vierjährige einschlägige Tätigkeit als Selbstständiger oder als Betriebsleiter, wenn für die betreffende Tätigkeit eine vorherige Ausbildung nach Abs. 3, die mindestens zweijährig war, nachgewiesen wird, oder

    8.

    Zeugnisse über eine ununterbrochene dreijährige einschlägige Tätigkeit als Selbstständiger, wenn für die betreffende Tätigkeit eine mindestens fünfjährige einschlägige Tätigkeit als Unselbstständiger nachgewiesen wird, oder

    9.

    Zeugnisse über eine ununterbrochene fünfjährige fachspezifische Tätigkeit in leitender Stellung, davon eine mindestens dreijährige Tätigkeit mit technischen Aufgaben und mit der Verantwortung für mindestens eine Abteilung des Unternehmens, wenn für die betreffende Tätigkeit eine vorherige Ausbildung nach Abs. 3, die mindestens dreijährig war, nachgewiesen wird.

    (2) Die im Abs. 1 Z 5 und 8 geregelten Tätigkeiten dürfen, vom Zeitpunkt des Einlangens der Gewerbeanmeldung an gerechnet, nicht vor mehr als zehn Jahren beendet worden sein.

    (3) Ausbildungen nach Abs. 1 Z 6, 7 und 9 sind:

    1.

    der erfolgreiche Abschluss der Studienrichtung Elektrotechnik oder eines fachlich einschlägigen Fachhochschul-Studienganges oder

    2.

    der erfolgreiche Besuch einer im § 1 Z 3 lit. a genannten berufsbildenden höheren Schule oder

    3.

    die erfolgreiche Ablegung der Lehrabschlussprüfung in einem Lehrberuf, dessen schwerpunktmäßige Ausbildung im Bereich der elektrischen Energietechnik liegt, oder

    4.

    der erfolgreiche Besuch einer nicht in Z 2 angeführten Schule, deren schwerpunktmäßige Ausbildung im Bereich der elektrischen Energietechnik liegt.

  • Zulassungsvoraussetzungen bei eingeschränktem Berechtigungsumfang

     

    § 2. Zur Ausübung des Gewerbes der Elektrotechnik unter Ausschluss der Errichtung von Alarmanlagen entfällt bei den Voraussetzungen gemäß § 1 Abs. 1 Z 2 bis 4 die Notwendigkeit der Absolvierung des in Anlage 2 festgelegten Lehrgangs über sicherheitstechnisches Fachwissen für die Errichtung von Alarmanlagen, bei den Tätigkeiten gemäß § 1 Abs. 1 Z 5 bis 9 die Notwendigkeit einer entsprechenden Tätigkeit betreffend die Errichtung von Alarmanlagen.

  • § 3. Die fachliche Qualifikation zur eingeschränkten Ausübung des Gewerbes der Elektrotechnik umfassend die Installation elektrischer Starkstromanlagen und -einrichtungen, beschränkt auf Nennspannungen bis einschließlich 42 Volt oder Leistungen bis einschließlich 100 Watt, ist durch die im Folgenden angeführten Belege als erfüllt anzusehen:

    1.

    auf eine der im § 1 festgelegten Arten oder

    2. a)

    durch das Zeugnis über die erfolgreich abgelegte Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Elektrotechnik oder in einem mindestens zweijährig verwandten Lehrberuf und

    b)

    den erfolgreichen Abschluss des in der Anlage 1 festgelegten Lehrganges über elektrotechnische Sicherheitsvorschriften und

    c)

    eine mindestens zweijährige fachliche Tätigkeit.

  • § 4. Zur Ausübung des Gewerbes der Elektrotechnik eingeschränkt auf die Errichtung von Alarmanlagen entfällt bei den Voraussetzungen gemäß § 1 Abs. 1 Z 2 bis 4 die Notwendigkeit der Absolvierung des in Anlage 1 festgelegten Lehrgangs über elektrotechnische Sicherheitsvorschriften, bei den Tätigkeiten gemäß § 1 Abs. 1 Z 5 bis 9 die Notwendigkeit fachlicher Tätigkeiten, ausgenommen solche betreffend die Errichtung von Alarmanlagen. Zusätzlich kann die fachliche Qualifikation für die solcherart eingeschränkte Gewerbeausübung auch durch folgende Belege erbracht werden:

    1.

    Zeugnisse über

    a)

    den erbrachten Befähigungsnachweis für das Handwerk der Mechatroniker für Maschinen- und Fertigungstechnik oder für das Handwerk der Mechatroniker für Büro und EDV-Systemtechnik oder für das Handwerk der Kommunikationselektronik oder für das Handwerk der Schlosser und

    b)

    den erfolgreichen Abschluss des in der Anlage 2 festgelegten Lehrganges über sicherheitstechnisches Fachwissen für die Errichtung von Alarmanlagen oder

    2.

    Zeugnisse über

    a)

    die erfolgreich abgelegte Lehrabschlussprüfung in einem der folgenden Lehrberufe: Elektroinstallateur, Elektromechaniker für Schwachstrom, Elektromechaniker für Starkstrom, Nachrichtenelektroniker, Elektromechaniker und -maschinenbauer, Kommunikationstechniker - Audio- und Videoelektronik, Kommunikationstechniker - Nachrichtenelektronik, Radio- und Fernsehmechaniker, Fernmeldebaumonteur, Starkstrommonteur, Schlosser und

    b)

    die erfolgreich abgelegte Unternehmerprüfung, sofern diese nicht auf Grund einer Verordnung gemäß § 23 Abs. 3 GewO 1994 entfällt, und

    c)

    eine mindestens zweijährige fachliche Tätigkeit und

    d)

    den erfolgreichen Abschluss des in der Anlage 2 festgelegten Lehrganges über sicherheitstechnisches Fachwissen für die Errichtung von Alarmanlagen.

  • Nichtberücksichtigung lange zurückliegender Ausbildungen

     

    § 5. Ein Zeugnis über den erfolgreichen Abschluss des Lehrganges über elektrotechnische Sicherheitsvorschriften, ein Zeugnis über eine fachliche Tätigkeit und ein Zeugnis über die erfolgreich abgelegte Befähigungsprüfung sind nicht mehr zu berücksichtigen, wenn der Inhaber des Zeugnisses seit dem Abschluss des Lehrganges oder seit der Beendigung der fachlichen Tätigkeit oder seit der Ablegung der Prüfung zehn Jahre lang nicht mehr die den Gegenstand des Gewerbes der Elektrotechnik bildenden Tätigkeiten ausgeübt hat.

  • Übergangsbestimmung

     

    § 6. Zeugnisse über die erfolgreich abgelegte Befähigungsprüfung gemäß § 4 Z 4 der Verordnung BGBl. Nr. 436/1982 sowie gemäß § 5 der Verordnung BGBl. Nr. 972/1994 gelten nach Maßgabe des § 4 als Zeugnis über die erfolgreich abgelegte Prüfung gemäß § 1 Abs. 1 Z 1.

  • Anlage 1

     

    Lehrgang über elektrotechnische Sicherheitsvorschriften

     

    1.

    Der Lehrgang ist am Wirtschaftsförderungsinstitut einer Kammer der gewerblichen Wirtschaft, am Berufsförderungsinstitut oder an einer vergleichbaren sonstigen berufsbildenden Einrichtung zu absolvieren.

    2.

    Der Lehrgang hat sich jedenfalls auf folgende Gegenstände mit der für den jeweiligen Gegenstand angegebenen Mindestzahl der Lehrstunden zu erstrecken:

     

                                                             Mindestzahl

    Gegenstand                                           der Lehrstunden

     

    Wirkungen des elektrischen Stromes auf den Menschen,

    erste Hilfe bei Elektrounfällen ...........................   2

    Stromausbreitung im Erdreich, Spannungstrichter, Erder,

    Schrittspannung, ..........................................   1

    Fehlerspannung und Berührungsspannung,

    Potentialausgleich ........................................   1

    Messung und Prüfung von Erdern ............................   2

    Leitungsschutz, Schmelzsicherungen,

    Leitungsschutzschalter ....................................   2

    Elektrotechnikgesetz, ÖVE-Vorschriften, nationale und

    internationale elektrotechnische Sicherheitsvorschriften,

    Vorschriften über die Normalisierung und Typisierung,

    Normen, Vorschriften über Unfallverhütung und

    Arbeitnehmerschutz ........................................   3

    elektrotechnisches Prüfwesen ..............................   1

    Errichtungsvorschriften für Niederspannungsanlagen

    (ausgenommen Schutzmaßnahmen) .............................   5

    Errichtungsvorschriften für Hochspannungsanlagen ..........   2

    Errichtungsanlagen für Blitzschutzanlagen .................   1

    Schutzmaßnahmen in den Niederspannungsanlagen

    (Schutzkleinspannungen, Schutztrennung, Schutzisolierung,

    Schutzerdung, Schutzleitungssystem, FI-Schutzschaltung,

    Prüfung der Schutzmaßnahmen, Reparatur von Geräten) .......   6

    praktische Übungen (Erdungsmessungen, Bestimmung des

    spezifischen Erdungswiderstandes,

    Schleifenwiderstandsmessungen, Prüfung der

    FI-Schutzschaltung, Prüfung des Potentialausgleiches,

    Isolationswiderstandsmessung) .............................   8

     

    3.

    Die Gesamtzahl der Lehrstunden des Lehrganges hat mindestens 34 zu betragen.

  • Anlage 2

     

    Lehrgang über sicherheitstechnisches Fachwissen für die Errichtung

    von Alarmanlagen

     

    1.

    Der Lehrgang ist am Wirtschaftsförderungsinstitut einer Kammer der gewerblichen Wirtschaft, am Berufsförderungsinstitut oder an einer vergleichbaren sonstigen berufsbildenden Einrichtung zu absolvieren.

    2.

    Der Lehrgang hat sich jedenfalls auf folgende Gegenstände mit der für den jeweiligen Gegenstand angegebenen Mindestzahl der Lehrstunden zu erstrecken:

     

                                                             Mindestzahl

    Gegenstand                                           der Lehrstunden

     

    Physik ...................................................   24

    Anlagenkonzeption ........................................   60

    Begriffs- und Richtlinienkunde ...........................    4

    Benutzerschulung .........................................    4

    Alarmorganisation und Einsatztechnik .....................   20

    Übertragungstechnik und Endgeräte ........................   12

    Recht ....................................................    4

    Brandmeldetechnik ........................................   24

    Zutrittskontrollanlagen ..................................    8

    Mechanik .................................................    8

    Videotechnik .............................................    8

    Praxistests ..............................................   16

    Projektierung von Alarmanlagen ...........................    8

    Versicherungstechnisches Fachwissen ......................   24

     

    3.

    Die Gesamtzahl der Lehrstunden des Lehrganges hat mindestens 224 zu betragen.