Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen, Fassung vom 09.12.2016

§ 0

Langtitel

(Übersetzung)
EUROPÄISCHE CHARTA DER REGIONAL- ODER MINDERHEITENSPRACHEN
StF: BGBl. III Nr. 216/2001 (NR: GP XXI RV 437 AB 576 S. 69. BR: AB 6359 S. 677.)

Änderung

BGBl. III Nr. 80/2007 (K – Geltungsbereich)

BGBl. III Nr. 156/2008 (K – Geltungsbereich)

BGBl. III Nr. 82/2013 (K – Geltungsbereich)

BGBl. III Nr. 11/2016 (K – Geltungsbereich)

Vertragsparteien

*Armenien III 80/2007 *Bosnien-Herzegowina III 82/2013 *Dänemark III 216/2001 *Deutschland III 216/2001, III 80/2007 *Finnland III 216/2001, III 82/2013 *Kroatien III 216/2001 *Liechtenstein III 216/2001 *Luxemburg III 80/2007 *Montenegro III 80/2007 *Niederlande III 216/2001 *Norwegen III 216/2001 *Polen III 82/2013 *Rumänien III 156/2008 *Schweden III 216/2001 *Schweiz III 216/2001 *Serbien III 80/2007 *Slowakei III 80/2007, III 11/2016 *Slowenien III 216/2001, III 156/2008 *Spanien III 216/2001 *Tschechische R III 80/2007 *Ukraine III 80/2007 *Ungarn III 216/2001, III 156/2008 *Vereinigtes Königreich III 216/2001, III 80/2007 *Zypern III 80/2007, III 82/2013

Sonstige Textteile

Der Nationalrat hat beschlossen:

1. Der Abschluss des nachstehenden Staatsvertrages: Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen samt Erklärungen wird genehmigt.

2. Dieser Staatsvertrag ist im Sinne des Art. 50 Abs. 2 B-VG durch die Erlassung von Gesetzen zu erfüllen.

Ratifikationstext

Die vom Bundespräsidenten unterzeichnete und vom Bundeskanzler gegengezeichnete Ratifikationsurkunde wurde am 28. Juni 2001 beim Generalsekretär des Europarats hinterlegt; die Charta tritt gemäß ihrem Art. 19 Abs. 2 für Österreich mit 1. Oktober 2001 in Kraft.

Nach Mitteilungen des Generalsekretärs haben folgende weitere Staaten die Charta ratifiziert:

Dänemark, Deutschland, Finnland, Kroatien, Liechtenstein, Niederlande (für das Königreich in Europa), Norwegen, Schweden, Schweiz, Slowenien, Spanien, Ungarn, Vereinigtes Königreich.

Vorbehalte und Erklärungen zu dieser Charta – mit Ausnahme derer Österreichs und territorialer Anwendungen – werden im Teil III des Bundesgesetzblattes nicht veröffentlicht. Sie sind in englischer und französischer Sprache auf der Webseite des Europarats unter http://conventions.coe.int/ abrufbar [SEV Nr. 148]:

Bosnien und Herzegowina, Finnland, Polen, Zypern

Anlässlich der Hinterlegung ihrer Ratifikationsurkunde haben nachstehende Staaten folgende Erklärungen abgegeben bzw. Vorbehalte erklärt:

Österreich:

Erklärungen

Minderheitensprachen im Sinne der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen sind in der Republik Österreich das Burgenlandkroatische, das Slowenische, das Ungarische, das Tschechische, das Slowakische und das Romanes der österreichischen Volksgruppe der Roma. Die Republik Österreich bezeichnet gemäß Art. 3 Abs. 1 der Charta die nachfolgend genannten Minderheitensprachen, auf welche die nach Art. 2 Abs. 2 der Charta ausgewählten Bestimmungen nach Inkrafttreten der Charta in Österreich angewendet werden:

Burgenlandkroatisch im burgenlandkroatischen Sprachgebiet im Burgenland:

Art. 8 Abs. 1 lit. a ii, lit. b ii, lit. c iii, lit. d iv, lit. e iii, lit. f iii, lit. g, lit. h und i; Abs. 2.

Art. 9 Abs. 1 lit. a ii und iii, lit. b ii und iii, lit. c ii und iii, lit. d; Abs. 2 lit. a.

Art. 10 Abs. 1 lit. a iii, lit. c; Abs. 2 lit. b und d; Abs. 4 lit. a; Abs. 5.

Art. 11 Abs. 1 lit. b ii, lit. c ii, lit. d, lit. e i, lit. f ii; Abs. 2.

Art. 12 Abs. 1 lit. a und d; Abs. 2; Abs. 3.

Art. 13 Abs. 1 lit. d.

Art. 14 lit. b.

Slowenisch im slowenischen Sprachgebiet in Kärnten:

Art. 8 Abs. 1 lit. a iv, lit. b ii, lit. c iii, lit. d iv, lit. e iii, lit. f iii, lit. g, lit. h und i; Abs. 2.

Art. 9 Abs. 1 lit. a ii und iii, lit. b ii und iii, lit. c ii und iii; lit. d; Abs. 2 lit. a.

Art. 10 Abs. 1 lit. a iii, lit. c; Abs. 2 lit. b und d; Abs. 4 lit. a; Abs. 5.

Art. 11 Abs. 1 lit. b ii, lit. c ii, lit. d, lit. e i, lit. f ii; Abs. 2.

Art. 12 Abs. 1 lit. a, lit. d, lit. f; Abs. 2; Abs. 3.

Art. 13 Abs. 1 lit. d.

Art. 14 lit. b.

Ungarisch im ungarischen Sprachgebiet im Land Burgenland:

Art. 8 Abs. 1 lit. a ii, lit. b ii, lit. c iii, lit. d iv, lit. e iii, lit. f iii, lit. g, lit. h und i; Abs. 2.

Art. 9 Abs. 1 lit. a ii und iii, lit. b ii und iii, lit. c ii und iii, lit. d; Abs. 2 lit. a.

Art. 10 Abs. 1 lit. a iii, lit. c; Abs. 2 lit. b, lit. d; Abs. 4 lit. a; Abs. 5

Art. 11 Abs. 1 lit. b ii, lit. c ii, lit. d, lit. e i, lit. f ii; Abs. 2.

Art. 12 Abs. 1 lit. a und d; Abs. 2; Abs. 3.

Art. 13 Abs. 1 lit. d.

Art. 14 lit. b.

Die gesonderte Bezeichnung dieser Bestimmungen für das Gebiet einzelner Bundesländer entspricht dem bundesstaatlichen Aufbau der Republik Österreich und berücksichtigt die Gegebenheiten der Sprache im betreffenden Land.

Auf die Minderheitensprachen Burgenlandkroatisch, Tschechisch, Slowakisch, Slowenisch, Ungarisch und Romanes der österreichischen Volksgruppe der Roma wird Teil II der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen nach deren Inkrafttreten für die Republik Österreich entsprechend dieser Erklärung angewendet. Hinsichtlich dieser Sprachen werden daher die im Artikel 7 der Charta genannten Ziele und Grundsätze zu Grunde gelegt. Das österreichische Recht und die bestehende Verwaltungspraxis erfüllen damit gleichzeitig einzelne Bestimmungen aus Teil III der Charta:

Für Tschechisch im Land Wien:

Art. 8 Abs. 1 lit. a iv.

Art. 11 Abs. 1 lit. d, lit. f ii; Abs. 2.

Art. 12 Abs. 1 lit. a, lit. d; Abs. 3.

Art. 14 lit. b.

Für Slowakisch im Land Wien:

Art. 8 Abs. 1 lit. a iv.

Art. 11 Abs. 1 lit. d, lit. f ii; Abs. 2.

Art. 12 Abs. 1 lit. a und d; Abs. 3.

Art. 14 lit. b.

Für Romanes im Land Burgenland:

Art. 8 Abs. 1 lit. f iii.

Art. 11 Abs. 1 lit. b ii, lit. d, lit. f ii.

Art. 12 Abs. 1 lit. a und d; Abs. 3.

Art. 14 lit. b.

Slowenisch im Land Steiermark:

Art. 8 Abs. 1 lit. a iv, lit. e iii, lit. f iii.

Art. 11 Abs. 1 lit. d, lit. e i, lit. f ii; Abs. 2.

Art. 12 Abs. 1 lit. a und d; Abs. 2; Abs. 3.

Art. 13 Abs. 1 lit. d.

Art. 14 lit. b.

Für Ungarisch im Land Wien:

Art. 8 Abs. 1 lit. a iv, lit. e iii, lit. f iii.

Art. 11 Abs. 1 lit. d, lit. e i, lit. f ii.

Art. 12 Abs. 1 lit. a, lit. d; Abs. 2; Abs. 3.

Art. 13 Abs. 1 lit. d.

Art. 14 lit. b.

Die gesonderte Bezeichnung dieser Bestimmungen für das Gebiet einzelner Bundesländer entspricht dem bundesstaatlichen Staatsaufbau der Republik Österreich und berücksichtigt die Gegebenheiten der Sprache im betreffenden Land. Die Ausgestaltung der Implementierung der oben genannten Bestimmungen aus Teil III der Charta durch rechtliche Regelungen und Verwaltungshandeln unter Beachtung der in Artikel 7 der Charta genannten Ziele und Grundsätze liegt entsprechend der innerstaatlichen Kompetenzverteilung jeweils in der Entscheidung des Bundes oder des zuständigen Landes.

Armenien:

Erklärung zu Art. 3:

Gemäß Art. 3 Abs. 1 der Charta erklärt die Republik Armenien, dass im Sinne der Europäischen Charta für Regional- oder Minderheitensprachen, Minderheitensprachen in der Republik Armenien die assyrische, die jesidische, die griechische, die russische sowie die kurdische Sprache sind.

Erklärung zu Art. 2:

Gemäß Art. 2 Abs. 3 der Charta erklärt die Republik Armenien, dass sie folgende Bestimmungen der Charta auf die assyrische, die jesidische, die griechische, die russische sowie die kurdische Sprache anwendet:

Art. 8 – Ausbildung:

Abs. 1 lit. a iv; 1 lit. b iv; 1 lit. c iv; 1 lit. d iv; 1 lit. e iii; 1 lit. f iii.

Art. 9 – Justizbehörden:

Abs. 1 lit. a ii, iii, iv; 1 lit. b ii; 1 lit. c ii und iii; 1 lit. d.

Art. 10 – Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe:

Abs. 1 lit. a iv und v; 1 lit. b; 2 lit. b; 2 lit. f; 2 lit. g; 3 lit. c; 4 lit. c;

Abs. 5.

Art. 11 – Medien:

Abs. 1 lit. a iii; 1 lit. b ii; 1 lit. c ii; 1 lit. e;

                            Abs. 2 und 3.

Art. 12 – Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen:

Abs. 1 lit. a; lit. d; lit. f.

Art. 13 – Wirtschaftliches und soziales Leben:

Abs. 1 lit. b; 1 lit. c; 1 lit. d; 2 lit. b; 2 lit. c.

Art. 14 – Grenzüberschreitender Austausch:

lit. a und lit. b.

Dänemark:

In Übereinstimmung mit Art. 2 Abs. 2 sowie mit Art. 3 Abs. 1 der Charta erklärt Dänemark, dass es die folgenden Bestimmungen von Teil III der Charta auf die deutsche Minderheitensprache in Südjütland anwenden wird:

Art. 8, Abs. 1 a iii; b iv, c iii/iv, d iii; e ii, f ii, g; h; i; Abs. 2;

Art. 9, Abs. 1 b iii; c iii; Abs. 2 a/b/c;

Art. 10, Abs. 1 a v; Abs. 4 c; Abs. 5;

Art. 11, Abs. 1 b i/ii, c i/ii; d, e i, f ii; g, Abs. 2;

Art. 12, Abs. 1 a; b; d; e; f; g; Abs. 2; Abs. 3;

Art. 13, Abs. 1 a; c; d; Abs. 2 c;

Art. 14, a; b.

Die dänische Regierung ist der Auffassung, dass Art. 9 Abs. 1 (b) iii und 1 (c) iii nicht ausschließt, dass das nationale Verfahrensrecht Bestimmungen enthalten kann, auf Grund derer bei Vorlage von Dokumenten in einer ausländischen Sprache vor einem Gericht grundsätzlich eine Übersetzung mitgeliefert werden muss.

Das dänische Königreich umfasst Dänemark, die Färöer Inseln und Grönland.

§ 11 des Gesetzes Nr. 137 vom 23. März 1948 über die Selbstverwaltung der Färöer Inseln besagt, dass „Färöisch als Hauptsprache anerkannt wird, dass aber Dänisch gut und sorgfältig erlernt werden muss und dass Dänisch ebenso wie Färöisch in öffentlichen Belangen verwendet werden kann“. Auf Grund des besagten Gesetzes genießt die färöische Sprache ein hohes Maß an Schutz, weshalb die Bestimmungen der Charta auf die färöische Sprache keine Anwendung finden, siehe Art. 4 Abs. 2 der Charta. Aus diesem Grund beabsichtigt die dänische Regierung nicht, regelmäßige Berichte gemäß Art. 15 der Charta mit Bezug auf die färöische Sprache zu übermitteln.

Die Ratifikation der Charta durch Dänemark hat keinerlei präjudizierende Auswirkung auf das Ergebnis der Verhandlungen über den zukünftigen Status der Färöer Inseln.

Paragraph 9 des Gesetzes Nr. 577 vom 29. November 1978 über die grönländische Selbstverwaltung besagt, dass:

„(1) Grönländisch die Hauptsprache ist, dass jedoch Dänisch gründlich unterrichtet werden muss.

(2) jede der beiden Sprachen für offizielle Zwecke verwendet werden kann.“

Auf Grund des genannten Gesetzes genießt die grönländische Sprache ein hohes Maß an Schutz, weshalb die Bestimmungen der Charta auf die grönländische Sprache keine Anwendung finden, siehe Art. 4 Abs. 2 der Charta. Aus diesem Grund beabsichtigt die dänische Regierung nicht, regelmäßige Berichte gemäß Art. 15 der Charta mit Bezug auf die grönländische Sprache zu übermitteln.

Deutschland:

Minderheitensprachen im Sinne der Charta sind in Deutschland das Dänische, das Obersorbische, das Niedersorbische, das Nordfriesische, das Saterfriesische und das Romanes der deutschen Sinti und Roma; Regionalsprache im Sinne der Charta ist in Deutschland das Niederdeutsche.

Gemäß Art. 3 Abs. 1 der Charta bezeichnet Deutschland die Regional- oder Minderheitensprachen, auf welche die nach Art. 2 Abs. 2 der Charta ausgewählten Bestimmungen nach In-Kraft-Treten der Charta in der Bundesrepublik Deutschland angewendet werden:

Dänisch im dänischen Sprachgebiet im Land Schleswig-Holstein:

Art. 8 Abs. 1a iv; b iv; c iii/iv; d iii; e ii; f ii/iii; g; h; i; Abs. 2;

Art. 9 Abs. 1b iii; c iii; Abs. 2a;

Art. 10 Abs. 1a v; Abs. 4c; Abs. 5;

Art. 11 Abs. 1b ii; c ii; d; e ii; f ii; Abs. 2;

Art. 12 Abs. 1c; d; e; f; g; Abs. 2; Abs. 3;

Art. 13 Abs. 1a; c; d; Abs. 2c;

Art. 14a; b.

Obersorbisch im obersorbischen Sprachgebiet im Freistaat Sachsen:

Art. 8 Abs. 1a iii; b iv; c iv; d iv; e ii; f iii; g; h; i; Abs. 2;

Art. 9 Abs. 1a ii; a iii; b ii; b iii; c ii; c iii; d; Abs. 2a;

Art. 10 Abs. 1a iv/v; Abs. 2a; b; g; Abs. 3b/c; Abs. 4c; Abs. 5;

Art. 11 Abs. 1b ii; c ii; d; e i; f ii; Abs. 2;

Art. 12 Abs. 1a; b; c; d; e; f; g; h; Abs. 2; Abs. 3;

Art. 13 Abs. 1a; c; d; Abs. 2c.

Niedersorbisch im niedersorbischen Sprachgebiet im Land Brandenburg:

Art. 8 Abs. 1a iv; b iv; c iv; e iii; f iii; g; h; i;

Art. 9 Abs. 1a ii; a iii; b iii; c iii; Abs. 2a;

Art. 10 Abs. 1a iv/v; Abs. 2b; g; Abs. 3b/c; Abs. 4a; c; Abs. 5;

Art. 11 Abs. 1b ii; c ii; d; e i; Abs. 2;

Art. 12 Abs. 1a; b; c; d; e; f; g; h; Abs. 2; Abs. 3;

Art. 13 Abs. 1a; c; d.

Nordfriesisch im nordfriesischen Sprachgebiet im Land Schleswig-Holstein:

Art. 8 Abs. 1a iii/iv; b iv; c iv; e ii; f iii; g; h; i; Abs. 2;

Art. 9 Abs. 1b iii; c iii; Abs. 2a;

Art. 10 Abs. 1a v; Abs. 2 lit. g, Abs. 4c; Abs. 5;

Art. 11 Abs. 1b ii; c ii; d; e ii; f ii; Abs. 2;

Art. 12 Abs. 1a; b; c; d; e; f; g; h; Abs. 2; Abs. 3;

Art. 13 Abs. 1a; c; d;

Art. 14a.

Saterfriesisch im saterfriesischen Sprachgebiet im Land Niedersachsen:

Art. 8 Abs. 1a iv; e ii; f iii; g; i;

Art. 9 Abs. 1b iii; c iii; Abs. 2a;

Art. 10 Abs. 1a v; c; Abs. 2 lit. g, Abs. 2a; b; c; d; e; f; Abs. 4a; c; Abs. 5;

Art. 11 Abs. 1b ii; c ii; d; e ii; f ii; Abs. 2;

Art. 12 Abs. 1a; b; c; d; e; f; g; Abs. 2; Abs. 3;

Art. 13 Abs. 1a; c; d.

Niederdeutsch in den Ländern Freie Hansestadt Bremen, Freie und Hansestadt Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein:

Verpflichtungen für Niederdeutsch im Gebiet der Länder Freie Hansestadt Bremen, Freie und Hansestadt Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein:

Art. 8 Abs. 1a iv; e ii; g;

Art. 9 Abs. 1b iii; c iii; Abs. 2a;

Art. 10 Abs. 1a v; c; Abs. 2a; b; f;

Art. 11 Abs. 1b ii; c ii; d; e ii; f ii; Abs. 2;

Art. 12 Abs. 1a; d; f; Abs. 3;

Art. 13 Abs. 1a; c;

dazu ergänzend:

– in der Freien Hansestadt Bremen:

Art. 8 Abs. 1b iii; c iii; f i; h;

Art. 10 Abs. 2c; d; e;

Art. 11 Abs. 1g;

Art. 12 Abs. 1b; c; e; g;

Art. 13 Abs. 2c;

– in der Freien und Hansestadt Hamburg:

Art. 8 Abs. 1b iii; c iii; d iii; f ii; h; i;

Art. 10 Abs. 2e; Abs. 4c;

Art. 11 Abs. 1g;

Art. 12 Abs. 1g;

Art. 13 Abs. 1d; Abs. 2c;

– im Land Mecklenburg-Vorpommern:

Art. 8 Abs. 1b iii; c iii; d iii; h; i;

Art. 10 Abs. 4c;

Art. 12 Abs. 1b; c; e; h;

Art. 13 Abs. 1d; Abs. 2c;

– im Land Niedersachsen:

Art. 8 Abs. 1f iii; i;

Art. 10 Abs. 2c; d; e; Abs. 4a; c;

Art. 12 Abs. 1b; c; e; g; Abs. 2;

Art. 13 Abs. 1d;

Art. 14a; b;

– im Land Schleswig-Holstein:

Art. 8 Abs. 1b iii; c iii; f iii; h; i; Abs. 2;

Art. 10 Abs. 4c;

Art. 12 Abs. 1b; c; g;

Art. 13 Abs. 1d; Abs. 2c.

Die gesonderte Bezeichnung dieser Bestimmungen für das Gebiet einzelner Länder entspricht dem föderalen Staatsaufbau der Bundesrepublik Deutschland und berücksichtigt die Gegebenheiten der Sprache im betreffenden Land.

Die Sprache Romanes der deutschen Sinti und Roma im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland und die Sprache Niederdeutsch im Gebiet der Länder Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt werden gemäß Teil II der Charta geschützt.

Auf die Minderheitensprache Romanes der deutschen Sinti und Roma im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland und die Regionalsprache Niederdeutsch im Gebiet der Länder Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt wird Teil II der Charta nach deren In-Kraft-Treten in der Bundesrepublik Deutschland entsprechend der Erklärung der Bundesrepublik Deutschland vom 23. Januar 1998 angewendet. Hinsichtlich dieser Sprachen werden daher die im Art. 7 der Charta genannten Ziele und Grundsätze zugrunde gelegt. Das deutsche Recht und die bestehende Verwaltungspraxis erfüllen damit gleichzeitig einzelne Bestimmungen aus Teil III der Charta:

Für Romanes:

für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland:

Art. 8 Abs. 1f iii; g; h;

Art. 9 Abs. 1b iii; c iii; Abs. 2a;

Art. 10 Abs. 5;

Art. 11 Abs. 1d; e ii; f ii; g; Abs. 2;

Art. 12 Abs. 1g; Abs. 3;

Art. 13 Abs. 1a; c; d;

Art. 14a;

dazu ergänzend:

– im Land Baden-Württemberg:

Art. 8 Abs. 1a iv, 1e iii

Art. 10 Abs. 4c;

Art. 12 Abs. 1a, 1d; f; Abs. 2;

– im Land Berlin:

Art. 8 Abs. 1a i/ii; b i/ii/iii/iv; e i/ii/iii; i; Abs. 2;

Art. 11 Abs. 1b i/ii; c ii; e i/ii;

Art. 12 Abs. 1a; d; f;

– in der Freien und Hansestadt Hamburg:

Art. 8 Abs. 1b iv; c iv;

Art. 11 Abs. 1b ii; c ii;

Art. 12 Abs. 1a; d; f;

– im Land Hessen:

Art. 8 Abs. 1 lit. a iii/iv; lit. b iv; lit. c iv; lit. d iv; lit. e iii; lit. i; Abs. 2;

Art. 10 Abs. 2 lit. e, lit. f; Abs. 3 lit. c; Abs. 4 lit. c;

Art. 11 Abs. 1 lit. b ii; lit. c ii; lit. e i;

Art. 12 Abs. 1 lit. a; lit. d; lit. f; Abs. 2;

– im Land Nordrhein-Westfalen:

Art. 8 Abs. 1 e iii; Abs. 2;

Art. 12 Abs. 1a; d; f; Abs. 2;

– im Land Niedersachsen:

Art. 12 Abs. 1a; d; f;

– im Land Rheinland-Pfalz:

Art. 8 Abs. 1a iv; e iii;

Art. 11 Abs. 1c ii;

Art. 12 Abs. 1a; d; f;

– im Land Schleswig-Holstein:

Art. 10 Abs. 1a v; Abs. 2b; Abs. 4c;

Art. 11 Abs. 1b ii; c ii;

Art. 12 Abs. 1a; d; f; Abs. 2.

Für Niederdeutsch:

– im Land Brandenburg:

Art. 8 Abs. 1a iv; b iv; c iv; f iii; g;

Art. 9 Abs. 2a;

Art. 10 Abs. 2b; Abs. 3c;

Art. 11 Abs. 1b ii; c ii; d; e ii; f ii; Abs. 2;

Art. 12 Abs. 1a; f; g;

– im Land Nordrhein-Westfalen:

Art. 8 Abs. 1e iii; g; h; Abs. 2;

Art. 9 Abs. 1b iii; c iii; Abs. 2a;

Art. 11 Abs. 1d; Abs. 2;

Art. 12 Abs. 1a; d; e; f; g; h; Abs. 2;

Art. 13 Abs. 1a; c; d;

– im Land Sachsen-Anhalt:

Art. 8 Abs. 1a iv; b iv; c iv; g; h;

Art. 9 Abs. 2a;

Art. 11 Abs. 1b ii; c ii; e ii; Abs. 2;

Art. 12 Abs. 1a; f; g; h.

– in Verbindung mit den für das gesamte Bundesgebiet übernommenen Verpflichtungen:

Art. 8 Abs. 1 lit. f iii; lit. g; lit. h;

Art. 9 Abs. 1 lit. b iii; lit. c iii; Abs. 2 lit. a;

Art. 10 Abs. 5;

Art. 11 Abs. 1 lit. d; lit. e ii, lit. f ii; lit. g; Abs. 2;

Art. 12 Abs. 1 lit. g; Abs. 3;

Art. 13 Abs. 1 lit. a; lit. c; lit. d;

Art. 14 lit. a;

Die gesonderte Bezeichnung dieser Bestimmungen für das Gebiet einzelner Länder entspricht dem föderalen Staatsaufbau der Bundesrepublik Deutschland und berücksichtigt die Gegebenheiten der Sprache im betreffenden Land.

Die Ausgestaltung der Implementierung der oben genannten Bestimmungen aus Teil III der Charta durch rechtliche Regelungen und Verwaltungshandeln unter Beachtung der in Art. 7 der Charta genannten Ziele und Grundsätze liegt entsprechend der innerstaatlichen Kompetenzordnung jeweils in der Entscheidung des Bundes oder des zuständigen Landes. Einzelheiten werden im deutschen Vertragsgesetzverfahren in der Denkschrift zur Charta dargestellt.

Finnland:

Finnland erklärt in Übereinstimmung mit Art. 2 Abs. 2 und Art. 3 Abs. 1, dass es im Hinblick auf Saamisch, das eine Regional- oder Minderheitensprache in Finnland ist, die folgenden Bestimmungen von Teil III der Charta zur Anwendung bringt:

In Art. 8:

Abs. 1, a (i), b (i), c (i), d (ii), e (ii), f (ii), g, h, i;

Abs. 2.

In Art. 9:

Abs. 1, a (ii), a (iii), a (iv), b (ii), b (iii), c (ii), c (iii), d;

Abs. 2, a;

Abs. 3.

In Art. 10:

Abs. 1, a (iii), b, c;

Abs. 2, a, b, c, d, e, f, g;

Abs. 3, b;

Abs. 4, a, b;

Abs. 5.

In Art. 11:

Abs. 1, a (iii), b (i), c (ii), d, e (i), f (ii);

Abs. 2;

Abs. 3.

In Art. 12:

Abs. 1, a, b, c, d, e, f, g, h;

Abs. 2;

Abs. 3.

In Art. 13:

Abs. 1, a, c, d;

Abs. 2, b, c.

In Art. 14:

Abs. a;

Abs. b.

Finnland erklärt in Übereinstimmung mit Art. 2 Abs. 2 und Art. 3 Abs. 1, dass es im Hinblick auf das Schwedische als die weniger gebräuchliche Amtssprache in Finnland die folgenden Bestimmungen von Teil III der Charta zur Anwendung bringt:

In Art. 8:

Abs. 1, a (i), b (i), c (i), d (i), e (i), f (i), g, h, i;

Abs. 2.

In Art. 9:

Abs. 1, a (i), a (ii), a (iii), a (iv), b (i), b (ii), b (iii), c (i), c (ii), c (iii), d;

Abs. 2, a;

Abs. 3.

In Art. 10:

Abs. 1, a (i), b, c;

Abs. 2, a, b, c, d, e, f, g;

Abs. 3, a Abs. 4, a, b;

Abs. 5.

In Art. 11:

Abs. 1, a (iii), b (i), c (ii), d, e (i), f (ii);

Abs. 2;

Abs. 3.

In Art. 12:

Abs. 1, a, b, c, d, e, f, g, h;

Abs. 2;

Abs. 3.

In Art. 13:

Abs. 1, a, c, d;

Abs. 2, a, b, c, d, e.

In Art. 14:

Abs. a;

Abs. b.

Finnland erklärt unter Hinweis auf Art. 7 Abs. 5, dass es sich verpflichtet, die in den Absätzen 1 bis 4 des besagten Artikels angeführten Grundsätze sinngemäß auf das Romanes und die anderen nicht territorial gebundenen Sprachen in Finnland anzuwenden.

Finnland hat am 30. November 2009 seine Erklärung zu Art. 7 abgeändert.

Kroatien:

Kroatien erklärt gemäß Art. 21 der Charta, dass für Kroatien Art. 7 Abs. 5 der Charta keine Anwendung findet.

Kroatien erklärt in Übereinstimmung mit Art. 2 Abs. 2 und Art. 3 Abs. 1 der Charta, dass es im Hinblick auf die italienische, serbische, ungarische, tschechische, slowakische, ruthenische und ukrainische Sprache die folgenden Absätze der Charta zur Anwendung bringen wird:

In Art. 8:

Abs. 1, lit. a iii, b iv, c iv, d iv, e ii, f ii, g, h;

In Art. 9:

Abs. 1, lit. a ii, a iv, b ii, b iii, c ii, c iii, d;

Abs. 2, lit. a.

In Art. 10:

Abs. 1, lit. a iii, a iv, b, c;

Abs. 2, lit. a, b, c, d, g;

Abs. 3, lit. a, b, c;

Abs. 5.

In Art. 11:

Abs. 1, lit. a iii, d, e ii;

Abs. 2;

Abs. 3.

In Art. 12:

Abs. 1, lit. a, f, g.

In Art. 13:

Abs. 1, lit. a, b, c.

Art. 14.

Kroatien erklärt bezüglich Art. 1 Absatz b der Charta, dass sich nach der kroatischen Gesetzgebung die Bezeichnung „Gebiet, in dem die Regional- oder Minderheitensprache gebraucht wird“ auf diejenigen geographischen Gebiete bezieht, in denen der offizielle Gebrauch der Minderheitensprache in Übereinstimmung mit Art. 12 der Verfassung der Republik Kroatien sowie mit den Art. 7 und 8 des Verfassungsgesetzes über die Menschenrechte und Grundfreiheiten und die Rechte der nationalen und ethnischen Gruppen oder Minderheiten in der Republik Kroatien durch die von den Organen der örtlichen Selbstverwaltung erlassenen Verordnungen vorgesehen ist.

Liechtenstein:

Liechtenstein erklärt in Übereinstimmung mit Art. 2 Abs. 2 sowie mit Art. 3 Abs. 1 der Charta vom 5. November 1992, dass es auf dem Hoheitsgebiet des Fürstentums Liechtenstein zum Zeitpunkt der Ratifikation keine Regional- oder Minderheitensprachen im Sinne der Charta gibt.

Montenegro:

Erklärung zu Art. 1:

Gemäß Art. 2 Abs. 2 der Charta erkennt die Republik Montenegro die Anwendung folgender Bestimmungen für die Sprachen Albanisch und Romanes an:

Art. 8 Abs. 1 lit. a iii, lit. a iv, lit. b ii, lit. b iv, lit. c iii, lit. c iv, lit. d iv, lit. e ii, lit. f iii, lit. g, lit. h;

Art. 9 Abs. 1 lit. a ii, lit. a iii, lit. a iv, lit. b ii, lit. b iii, lit. c ii, lit. c iii, lit. d; Abs. 2 lit. a, lit. b, lit. c; Abs. 3;

Art. 10 Abs. 1 lit. a iii, lit. a iv, lit. a v, lit. c; Abs. 2 lit. b, lit. d, lit. g; Abs. 3 lit. a; Abs. 4 lit. a, lit. c; Abs. 5;

Art. 11 Abs. 1 lit. a iii, lit. b ii, lit. c ii, lit. d, lit. e i, lit. f ii; Abs. 2; Abs. 3;

Art. 12 Abs. 1 lit. a, lit. b, lit. c, lit. f; Abs. 2;

Art. 13 Abs. 1 lit. c.

Vorbehalt zu Art. 2:

Zu Art. 1 lit. b der Charta erklärt Serbien und Montenegro, dass der Ausdruck „Gebiet, in dem die Regional- oder Minderheitensprache gebraucht wird“ Gebiete bezeichnet, in denen Regional- und Minderheitensprachen offiziell gemäß den innerstaatlichen Gesetzen gebraucht werden.

Niederlande:

Die Niederlande erklären in Übereinstimmung mit Art. 2 Abs. 2 und mit Art. 3 Abs. 1 der Charta, dass es im Hinblick auf die friesische Sprache in der Provinz Friesland die folgenden Bestimmungen von Teil III der Charta zur Anwendung bringt:

In Art. 8:

Abs. 1, a (ii), b (ii), c (iii), e (ii), f (i), g, h, i;

Abs. 2.

In Art. 9:

Abs. 1, a (ii), a (iii), b (iii), c (ii), c (iii);

Abs. 2, b.

In Art. 10:

Abs. 1, a (v), c;

Abs. 2, a, b, c, d, e, f, g;

Abs. 4, a, c;

Abs. 5.

In Art. 11:

Abs. 1, a (iii), b (ii), c (ii), f (ii);

Abs. 2.

In Art. 12:

Abs. 1, a, b, d, e, f, g, h;

Abs. 2;

Abs. 3.

In Art. 13:

Abs. 1, a, c, d;

Abs. 2, b, c.

In Art. 14:

Abs. a;

Abs. b.

Die Niederlande erklären weiters, dass die in Teil II der Charta aufgezählten Grundsätze im Hinblick auf die in den Niederlanden gebrauchten niedersächsischen Sprachen, sowie in Übereinstimmung mit Art. 7 Abs. 5 auf Jiddisch und Romanes (Romani chib) zur Anwendung kommen.

Ferner haben die Niederlande am 19. März 1997 in Übereinstimmung mit Art. 2 Abs. 1 und mit Art. 3 Abs. 1 der Charta erklärt, dass die in Teil II der Charta angeführten Grundsätze auf die in den Niederlanden gebrauchte limburgische Sprache angewendet werden.

Norwegen:

Wir verpflichten uns, die in den Teilen I, II, IV und V der Charta enthaltenen Bestimmungen sowie in Übereinstimmung mit Art. 2 Abs. 2 die in den folgenden Artikeln, Absätzen und Buchstaben von Teil III enthaltenen Bestimmungen anzuwenden:

In Art. 8:

Abs. 1, a (iii), b (iv), c (iv), d (iv), e (ii), f (ii), g, h, i;

Abs. 2.

In Art. 9:

Abs. 1, a (i-iv), b (i-iii), d;

Abs. 2, a;

Abs. 3.

In Art. 10:

Abs. 1, a (iii), b, c;

Abs. 2, a, b, c, d, e, f, g;

Abs. 3, b;

Abs. 4, a;

Abs. 5.

In Art. 11:

Abs. 1, a (iii), b (i), c (ii), e (i), f (ii), g;

Abs. 2.

In Art. 12:

Abs. 1, a, d, e, f, g, h;

Abs. 2;

Abs. 3.

In Art. 13:

Abs. 2, c, e.

In Art. 14:

b.

Die oben angeführten Absätze und Buchstaben werden gemäß Art. 3 Abs. 1 auf die saamische Sprache angewendet.

Rumänien:

Erklärung zu Art. 3

1. Die Bestimmungen der Charta werden auf folgende auf rumänischem Gebiet verwendete Minderheitensprachen angewendet:

a)

Albanische Sprache;

b)

Armenische Sprache;

c)

Bulgarische Sprache;

d)

Tschechische Sprache;

e)

Kroatische Sprache;

f)

Deutsche Sprache;

g)

Griechische Sprache;

h)

Italienische Sprache;

i)

Jiddische Sprache;

j)

Mazedonische Sprache;

k)

Ungarische Sprache;

l)

Polnische Sprache;

m)

Romanes Sprache;

n)

Russische Sprache;

o)

Ruthenische Sprache;

p)

Serbische Sprache;

q)

Slowakische Sprache;

r)

Tatarische Sprache;

s)

Türkische Sprache;

t)

Ukrainische Sprache.

2. Für die Zwecke des rumänischen Rechts verweisen die Regional- oder Minderheitensprachen auf die Sprachen der nationalen Minderheiten.

Erklärung zu Art. 2

Rumänien erklärt, dass gemäß Art. 2 Abs. 1 der Charta, Teil II der Charta auf die folgenden Regional- oder Minderheitensprachen angewendet wird:

a)

Albanische Sprache;

b)

Armenische Sprache;

c)

Griechische Sprache;

d)

Italienische Sprache;

e)

Jiddische Sprache;

f)

Mazedonische Sprache;

g)

Polnische Sprache;

h)

Romanes Sprache;

i)

Ruthenische Sprache;

j)

Tatarische Sprache.

Erklärung zu Art. 2 und 3

Rumänien erklärt, dass gemäß Art. 2 Abs. 2, und Art. 3 Abs. 1 der Charta die folgenden Bestimmungen, die in Teil III der Charta enthalten sind, auf die folgenden nationalen Minderheitensprachen angewendet werden:

a)

Bulgarische Sprache:

Art. 8 – Bildung:

Abs. 1, lit. a(ii), b(ii), c(iii), d(iv), e(ii), g, h, i;

Abs. 2;

Art. 9 – Justizbehörden:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), b(ii), b(iii), c(ii), c(iii), d;

Abs. 1, lit. a;

Abs. 3;

Art. 10 – Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), a(iv), a(v);

Abs. 2, lit. b, c, d, e, f, g;

Abs. 3, lit. a, b, c;

Abs. 4, lit. b, c;

Abs. 5;

Art. 11 – Medien:

Abs. 1, lit. a(iii), b(ii), c(ii), d, e(i), g;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 12 – Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen:

Abs. 1;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 13 – Wirtschaftliches und soziales Leben:

Abs. 1, lit. a, b;

Art. 14 – Grenzüberschreitender Austausch:

Abs. a;

Abs. b;

b)

Tschechische Sprache:

Art. 8 – Bildung:

Abs. 1, lit. a(ii), b(ii), c(iii), d(iv), g, i;

Abs. 2;

Art. 9 – Justizbehörden:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), b(ii), b(iii), c(ii), c(iii), d;

Abs. 2, lit. a;

Abs. 3;

Art. 10 – Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), a(iv), a(v);

Abs. 2, lit. b, c, d, e, f, g;

Abs. 3, lit. a, b, c;

Abs. 4, lit. b, c;

Abs. 5;

Art. 11 – Medien:

Abs. 1, lit. a(iii), b(ii), c(ii), d, e(i), g;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 12 – Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen:

Abs. 1;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 13 – Wirtschaftliches und soziales Leben:

Abs. 1, lit. a, b;

Art. 14 – Grenzüberschreitender Austausch:

Abs. a;

Abs. b;

c)

Kroatische Sprache:

Art. 8 – Bildung:

Abs. 1, lit. a(i), b(i), c(ii), e(iii), g, h, i;

Abs. 2;

Art. 9 – Justizbehörden:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), b(ii), b(iii), c(ii), c(iii), d;

Abs. 2, lit. a;

Abs. 3;

Art. 10 – Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), a(iv), a(v);

Abs. 2, lit. b, d, f, g;

Abs. 3, lit. a, b;

Abs. 4, lit. b, c;

Abs. 5;

Art. 11 – Medien:

Abs. 1, lit. a(iii), c(ii), d, e(i), g;

Abs. 2;

Art. 12 – Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen:

Abs. 1;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 13 – Wirtschaftliches und soziales Leben:

Abs. 1, lit. a, b;

Art. 14 – Grenzüberschreitender Austausch:

Abs. a;

Abs. b;

d)

Deutsche Sprache:

Art. 8 – Bildung:

Abs. 1, lit. a(i), b(i), c(i), d(i), e(i), f(iii), g, h, i;

Abs. 2;

Art. 9 – Justizbehörden:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), b(ii), b(iii), c(ii), c(iii), d;

Abs. 2, lit. a;

Abs. 3;

Art. 10 – Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), a(iv), a(v), b, c;

Abs. 2, lit. b, c, d, e, f, g;

Abs. 3, lit. a, b, c;

Abs. 4, lit. b, c;

Abs. 5;

Art. 11 – Medien:

Abs. 1, lit. a(iii), b(ii), d, e(i), f(i), g;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 12 – Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen:

Abs. 1;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 13 – Wirtschaftliches und soziales Leben:

Abs. 1, lit. a, b, c;

Abs. 2, lit. c, d, e;

Art. 14 – Grenzüberschreitender Austausch:

Abs. a;

Abs. b;

e)

Ungarische Sprache:

Art. 8 – Bildung:

Abs. 1, lit. a(i), b(i), c(i), d(i), e(i), f(i), g, h, i;

Abs. 2;

Art. 9 – Justizbehörden:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), b(ii), b(iii), c(ii), c(iii), d;

Abs. 2, lit. a;

Abs. 3;

Art. 10 – Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), a(iv), a(v), b, c;

Abs. 2, lit. b, c, d, e, f, g;

Abs. 3;

Abs. 4, lit. b, c;

Abs. 5;

Art. 11 – Medien:

Abs. 1, lit. a(ii), b(i), c(i), d, e(i), f(i), g;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 12 – Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen:

Abs. 1;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 13 – Wirtschaftliches und soziales Leben:

Abs. 1;

Abs. 2, lit. c, d, e;

Art. 14 – Grenzüberschreitender Austausch:

Abs. a;

Abs. b;

f)

Russische Sprache:

Art. 8 – Bildung:

Abs. 1, lit. a(iii), b(iii), c(iiii), d(iv), e(ii), f(iii), g, h, i;

Abs. 2;

Art. 9 – Justizbehörden:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), b(ii), b(iii), c(ii), c(iii), d;

Abs. 2, lit. a;

Abs. 3;

Art. 10 – Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), a(iv), a(v);

Abs. 2, lit. b, d, f, g;

Abs. 3, lit. a, b;

Abs. 4, lit. b, c;

Abs. 5;

Art. 11 – Medien:

Abs. 1, lit. a(iii), b(ii), c(ii), d, e(i), g;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 12 – Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen:

Abs. 1;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 13 – Wirtschaftliches und soziales Leben:

Abs. 1, lit. a, b;

Art. 14 – Grenzüberschreitender Austausch:

Abs. a;

Abs. b;

g)

Serbische Sprache:

Art. 8 – Bildung:

Abs. 1, lit. a(ii), b(i), c(i), d(iv), e(ii), g, h, i;

Art. 9 – Justizbehörden:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), b(ii), b(iii), c(ii), c(iii), d;

Abs. 2, lit. a;

Abs. 3;

Art. 10 – Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), a(iv), a(v);

Abs. 2, lit. b, d, f, g;

Abs. 3, lit. a, b;

Abs. 4, lit. b, c;

Abs. 5;

Art. 11 – Medien:

Abs. 1, lit. a(iii), b(ii), c(ii), d, e(i), g;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 12 – Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen:

Abs. 1;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 13 – Wirtschaftliches und soziales Leben:

Abs. 1, lit. a, b;

Art. 14 – Grenzüberschreitender Austausch:

Abs. a;

Abs. b;

h)

Slowakische Sprache:

Art. 8 – Bildung:

Abs. 1, lit. a(i), b(i), c(i), d(iv), e(ii), g, h, i;

Abs. 2;

Art. 9 – Justizbehörden:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), b(ii), b(iii), c(ii), c(iii), d;

Abs. 2, lit. a;

Abs. 3;

Art. 10 – Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), a(iv), a(v);

Abs. 2, lit. b, d, f, g;

Abs. 3, lit. a, b;

Abs. 4, lit. b, c;

Abs. 5;

Art. 11 – Medien:

Abs. 1, lit. a(iii), b(ii), c(ii), d, e(i), g;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 12 – Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen:

Abs. 1;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 13 – Wirtschaftliches und soziales Leben:

Abs. 1, lit. a, b;

Art. 14 – Grenzüberschreitender Austausch:

Abs. a;

Abs. b;

i)

Türkische Sprache:

Art. 8 – Bildung:

Abs. 1, lit. a(i), b(i), c(i), d(iv), e(ii), f(iii), g, h, i;

Abs. 2;

Art. 9 – Justizbehörden:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), b(ii), b(iii), c(ii), c(iii), d;

Abs. 2, lit. a;

Abs. 3;

Art. 10 – Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), a(iv), a(v);

Abs. 2, lit. b, d, e, f, g;

Abs. 3;

Abs. 4, lit. b, c;

Abs. 5;

Art. 11 – Medien:

Abs. 1, lit. a(iii), b(ii), c(ii), d, e(i), g;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 12 – Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen:

Abs. 1;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 13 – Wirtschaftliches und soziales Leben:

Abs. 1, lit. b;

Art. 14 – Grenzüberschreitender Austausch:

Abs. a;

Abs. b;

j)

Ukrainische Sprache:

Art. 8 – Bildung:

Abs. 1, lit. a(i), b(i), c(i), d(iv), e(iii), f(iii), g, h, i;

Abs. 2;

Art. 9 – Justizbehörden:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), b(ii), b(iii), c(ii), c(iii), d;

Abs. 2, lit. a;

Abs. 3;

Art. 10 – Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe:

Abs. 1, lit. a(ii), a(iii), a(iv), a(v);

Abs. 2, lit. b, d, e, f, g;

Abs. 3, lit. a, b, c;

Abs. 4, lit. b, c;

Abs. 5;

Art. 11 – Medien:

Abs. 1, lit. a(iii), b(ii), c(ii), d, e(i), g;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 12 – Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen:

Abs. 1;

Abs. 2;

Abs. 3;

Art. 13 – Wirtschaftliches und soziales Leben:

Abs. 1, lit. b;

Art. 14 – Grenzüberschreitender Austausch:

Abs. a;

Abs. b.

Erklärung zu Art. 1

Rumänien erklärt, dass mit dem Satz „Gebiet, in dem die Regional- oder Minderheitensprache gebraucht wird“ gemäß Art. 1 Abs. b der Charta die Verwaltungsgebiete gemeint sind, in welchen eine Regional- oder Minderheitensprache von mindestens 20% der Bevölkerung dieser Verwaltungsgebiete verwendet wird.

Erklärung zu Art. 8

Rumänien erklärt, dass mit dem Satz „die Zahl, die als genügend groß angesehen wird“ in Art. 8 Abs. 1 lit. a(iii) der Charta die Mindestanzahl von Kindern gemeint ist, die notwendig ist, um eine Klasse oder eine Gruppe zu bilden, gemäß Art. 158 des Bildungsgesetzes Nr. 184 aus 1955, wieder verlautbart mit weiteren Ergänzungen und Änderungen.

Erklärung zu Art. 9

Rumänien erklärt, dass Art. 9 der Charta in Übereinstimmung mit Art. 128 der rumänischen Verfassung angewendet wird, wieder verlautbart, sowie mit Art. 14 des Gesetzes über die Organisation der Justizbehörden Nr. 304 aus 2004, wieder verlautbart mit weiteren Ergänzungen und Änderungen.

Erklärung zu Art. 10

Rumänien erklärt, dass Art. 10 der Charta in Übereinstimmung mit der rumänischen Verfassung, wieder verlautbart, und dem Gesetz für Gemeindeverwaltung Nr. 215 aus 2001, wieder verlautbart, sowie mit dem Rahmenübereinkommen über den Schutz nationaler Minderheiten, angenommen in Straßburg am 1. Februar 1995, ratifiziert durch Rumänien im Gesetz Nr. 33 aus 1995, angewendet wird.

Erklärung zu Art. 11

Rumänien erklärt, dass Art. 11 Abs.1 lit. f(i) der Charta in Übereinstimmung mit dem Gesetz über die Organisation und Funktion der Rumänischen Radiogesellschaft und der Rumänischen Fernsehgesellschaft Nr. 41 aus 1994 angewendet wird.

Schweden:

Saamisch, Finnisch und Meänkieli (Tornedal-Finnisch) sind Regional- oder Minderheitensprachen in Schweden. Die Verpflichtungen Schwedens gemäß Art. 2 Abs. 2 hinsichtlich dieser Sprachen werden im Anhang beschrieben.

Romanes (Romani chib) und Jiddisch gelten mit der Anwendung der Charta in Schweden als nicht territorial gebundene Minderheitensprachen.

Anhang:

Umfang der schwedischen Verpflichtungen in Übereinstimmung mit Teil III der Charta.

Die folgenden Absätze und Buchstaben des Art. 8 werden auf Saamisch, Finnisch und Meänkieli angewendet:

8.1.a.iii

8.1.b.iv

8.1.c.iv

8.1.d.iv

8.1.e.iii

8.1.f.iii

8.1.g

8.1.h

8.1.i

8.2.

Die folgenden Absätze und Buchstaben des Art. 9 werden auf Saamisch, Finnisch und Meänkieli angewendet:

9.1.a.ii

9.1.a.iii

9.1.a.iv

9.1.b.ii

9.1.b.iii

9.1.c.ii

9.1.c.iii

9.1.d

9.2

9.3.

Die folgenden Absätze und Buchstaben des Art. 10 werden auf Saamisch, Finnisch und Meänkieli angewendet:

10.1.a.iii

10.1.a.v

10.1.c.

10.2.b.

10.2.c.

10.2.d.

10.2.g.

10.4.a.

10.5.

Die folgenden Absätze und Buchstaben des Art. 11 werden auf Saamisch, Finnisch und Meänkieli angewendet:

11.1.a.iii

11.1.d

11.1.e.i

11.1.f.ii

11.2.

Außerdem wird Art. 11.1.c.i auf Finnisch angewendet.

Die folgenden Absätze und Buchstaben des Art. 12 werden auf Saamisch, Finnisch und Meänkieli angewendet:

12.1.a

12.1.b

12.1.d

12.1.f

12.1.g

12.2.

Außerdem werden die Bestimmungen von Art. 12.1.e auf Sami, sowie von Art. 12.1.c und 12.1.h auf Finnisch und Saamisch angewendet.

Die folgenden Absätze des Art. 13 werden auf Saamisch, Finnisch und Meänkieli angewendet:

13.1.a.

Die folgenden Absätze des Art. 14 werden auf Saamisch, Finnisch und Meänkieli angewendet:

14. a

14. b.

Das heißt, dass insgesamt 45 Absätze oder Buchstaben in Teil III der Charta auf Saamisch und Finnisch sowie 42 Absätze oder Buchstaben auf Meänkieli angewendet werden.

Schweiz:

Die Schweiz erklärt in Übereinstimmung mit Art. 3 Abs. 1 der Charta, dass in der Schweiz Romansch und Italienisch die weniger gebräuchlichen Amtssprachen sind, auf welche die folgenden in Übereinstimmung mit Art. 2 Abs. 2 der Charta ausgewählten Absätze angewendet werden:

a. Romansh

Art. 8: (Bildung)

Abs. 1, a (iv), b (i), c (iii), d (iii), e (ii), f (iii), g, h, i.

Art. 9 (Justizbehörden)

Abs. 1, a (ii), a (iii), b (ii), b (iii), c (ii);

Abs. 2, a;

Abs. 3.

Art. 10 (Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe)

Abs. 1, a (i), b, c;

Abs. 2, a, b, c, d, e, f, g;

Abs. 3, b;

Abs. 4, a, c;

Abs. 5.

Art. 11 (Medien)

Abs. 1, a (iii), b (i), c (ii), e (i), f (i);

Abs. 3.

Art. 12 (Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen)

Abs. 1, a, b, c, e, f, g, h;

Abs. 2;

Abs. 3.

Art. 13 (Wirtschaft und soziales Leben)

Abs. 1, d;

Abs. 2, b.

Art. 14 (Grenzüberschreitender Austausch)

a;

b.

b. Italian

Art. 8 (Bildung)

Abs. 1, a (i), a (iv), b (i), c (i), c (ii), d (i), d (iii), e (ii), f (i), f (iii), g, h, i.

Art. 9 (Justizbehörden)

Abs. 1, a (i), a (ii), a (iii), b (i), b (ii), b (iii), c (i), c (ii), d;

Abs. 2, a;

Abs. 3.

Art. 10 (Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe)

Abs. 1, a (i), b, c;

Abs. 2, a, b, c, d, e, f, g;

Abs. 3, a, b;

Abs. 4, a, b, c;

Abs. 5.

Art. 11 (Medien)

Abs. 1, a (i), e (i), g;

Abs. 2;

Abs. 3.

Art. 12 (Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen)

Abs. 1, a, b, c, d, e, f, g, h;

Abs. 2;

Abs. 3.

Art. 13 (Wirtschaftliches und soziales Leben)

Abs. 1, d;

Abs. 2, b.

Art. 14 (Grenzüberschreitender Austausch)

a;

b.

Serbien:

Erklärung zu Art. 1:

Gemäß Art. 2 Abs. 2 der Charta erkennt Serbien und Montenegro die Anwendung folgender Bestimmungen an:

In der Republik Serbien für die albanische, die bosnische, die bulgarische, die ungarische, die rumänische, die ruthenische, die slowakische, die ukrainische und die kroatische Sprache und Romanes:

Art. 8 Abs. 1 lit. a iii, lit. a iv, lit. b iv, lit. d iv, lit. e ii, lit. f iii, lit. g;

Art. 9 Abs. 1 lit. a ii, lit. a iii, lit. b ii, lit. c ii, lit. d; Abs. 2 lit. a, lit. b, lit. c; Abs. 3;

Art. 10 Abs. 1 lit. a iv, lit. a v, lit. c; Abs. 2 lit. b, lit. c, lit. d, lit. g; Abs. 3 lit. c; Abs. 4 lit. c; Abs. 5;

Art. 11 Abs. 1 lit. a iii, lit. b ii, lit. c ii, lit. d, lit. e i, lit. f ii; Abs. 2; Abs. 3;

Art. 12 Abs. 1 lit. a, lit. b, lit. c, lit. f; Abs. 2;

Art. 13 Abs. 1 lit. c;

Art. 14 lit. a, lit. b.

Vorbehalt zu Art. 2:

Zu Art. 1 lit. b der Charta erklärt Serbien und Montenegro, dass der Ausdruck „Gebiet, in dem die Regional- oder Minderheitensprache gebraucht wird“ Gebiete bezeichnet, in denen Regional- und Minderheitensprachen offiziell gemäß den innerstaatlichen Gesetzen gebraucht werden.

Slowakei:

Die Slowakische Republik erklärt, dass sie die Charta in Übereinstimmung mit der Verfassung der Slowakischen Republik sowie den relevanten internationalen Übereinkommen zur Gewährleistung der Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz ohne Unterschied der Herkunft, der Rasse oder Staatsangehörigkeit anwenden wird, um das Erbe der europäischen Sprache zu fördern, ohne den Gebrauch der offiziellen Sprache zu beeinträchtigen.

Erklärung zu Art. 1 und 10:

Die Slowakische Republik erklärt, dass gemäß Art. 1 lit. b der Charta der Ausdruck „Gebiet, in dem die Regional- oder Minderheitensprache gebraucht wird“ auch hinsichtlich der Anwendung in Art. 10 auf Städte hinweist, in denen die Staatsbürger der Slowakischen Republik, die zu nationalen Minderheiten gehören, mindestens 20 % der Bevölkerung darstellen, gemäß der Verordnung der Regierung der Slowakischen Republik Nr. 221/1999 Coll., vom 25. August 1999.

Erklärung zu Art. 2 und 3

In Übereinstimmung mit Art. 3 Abs. 1 der Charta erklärt die Slowakische Republik, dass die „Regional- oder Minderheitensprachen“ in der Slowakischen Republik die folgenden Sprachen sind: Bulgarisch, Kroatisch, Tschechisch, Deutsch, Ungarisch, Polnisch, Romanes, Russisch, Ruthenisch, Serbisch und Ukrainisch. Die Anwendung der Bestimmungen der Charta in Übereinstimmung mit Art. 2 Abs. 2 ist wie folgt:

Bulgarisch, Kroatisch, Tschechisch, Deutsch, Polnisch und Romanes:

Art. 8 Abs. 1 lit. a iii; lit. b iii, lit. c iii; lit. e ii; lit. f ii; lit. g; lit. h; lit. i;

Art. 9 Abs. 1 lit. a ii/iii; lit. b ii/iii; lit. c ii/iii; lit. d;

Art. 10 Abs. 1 lit. a iii/iv; Abs. 2 lit. b; lit. c; lit. d; lit. f; lit. g; Abs. 3 lit. c; Abs. 4 lit. a; lit. c; Abs. 5;

Art. 11 Abs. 1 lit. a iii; lit. b ii; lit. c ii; lit. d; lit. e; lit. i; lit. f ii; Abs. 2; Abs. 3;

Art. 12 Abs. 1 lit. a; lit. b; lit. c; lit. d; lit. e; lit. f; lit. g; Abs. 2; Abs. 3;

Art. 13 Abs. 1 lit. a; lit. b; lit. c; Abs. 2 lit. c;

Art. 14 lit. a;

Art. 14 lit. b, nur für die tschechische, die deutsche und die polnische Sprache.

Ruthenisch und Ukrainisch:

Art. 8 Abs. 1 lit. a ii; lit. b ii; lit. c ii; lit. d ii; lit. e ii; lit. f ii; lit. g; lit. h; lit. i;

Art. 9 Abs. 1 lit. a ii/iii; lit. b ii/iii; lit. c ii/iii; lit. d; Abs. 3;

Art. 10 Abs. 1 lit. a iii/iv; Abs. 2 lit. b; lit. c; lit. d; lit. f; lit. g; Abs. 3 lit. c; Abs. 4 lit. a; lit. c; Abs. 5;

Art. 11 Abs. 1 lit. a iii; lit. b ii; lit. c ii; lit. d; lit. e i; lit. f ii; Abs. 2; Abs. 3;

Art. 12 Abs. 1 lit. a; lit. b; lit. c; lit. d; lit. e; lit. f; lit. g; Abs. 2; Abs. 3;

Art. 13 Abs. 1 lit. a; lit. b; lit. c; Abs. 2 lit. c;

Art. 14 lit. a;

Art. 14 lit. b, nur für die ukrainische Sprache.

Ungarisch:

Art. 8 Abs. 1 lit. a i; lit. b i; lit. c i; lit. d i; lit. e i; lit. f i; lit. g; lit. h; lit. i;

Art. 9 Abs. 1 lit. a ii/iii; lit. b ii/iii; lit. c ii/iii; lit. d; Abs. 2 lit. a; Abs. 3;

Art. 10 Abs. 1 lit. a ii; Abs. 2 lit. a; lit. b; lit. c; lit. d; lit. f; lit. g; Abs. 3 lit. b; lit. c; Abs. 4 lit. a; lit. c; Abs. 5;

Art. 11 Abs. 1 lit. a iii; lit. b ii; lit. c ii; lit. d; lit. e i; lit. f i; Abs. 2; Abs. 3;

Art. 12 Abs. 1 lit. a; lit. b; lit. c; lit. d; lit. e; lit. f; lit. g; Abs. 2; Abs. 3;

Art. 13 Abs. 1 lit. a; lit. b; lit. c; Abs. 2 lit. c;

Art. 14 lit. a; lit. b.

Erklärung zu Art. 8:

Die Slowakische Republik legt Art. 8 Abs. 1 lit. e i dahingehend aus, als dass er im Zusammenhang mit Kursen für Lehrer, Theologen, Arbeitnehmer im Kultur- und Bildungsbereich steht, ohne Beeinträchtigung für den Unterricht in der offiziellen Sprache, worunter zu verstehen ist, dass der Großteil der Unterrichtsfächer in der Minderheitensprache unterrichtet werden, unter Berücksichtigung der Gesetzgebung der Slowakischen Republik im Hochschulbereich.

Erklärung zu Art. 10:

Die Slowakische Republik erklärt, dass Art. 10 Abs. 1 lit. a ii, Art. 10 Abs. 2 lit. a und Art. 10 Abs. 3 lit. b ohne Beeinträchtigung für den Gebrauch der offiziellen Sprache ausgelegt werden sollen, gemäß der Verfassung der Slowakischen Republik und in Übereinstimmung mit der Rechtsordnung der Slowakischen Republik.

Erklärung zu Art. 12 und 13:

Die Slowakische Republik erklärt, dass Art. 12 Abs. 1 lit. e, und Art. 13 Abs. 2 lit. c anzuwenden sind, vorausgesetzt, dass die Wirkungen ihrer Anwendung nicht im Konflikt mit anderen Bestimmungen der Rechtsordnung der Slowakischen Republik über das Verbot der Diskriminierung slowakischer Staatsbürger in arbeitsrechtlichen Verhältnissen auf dem Hoheitsgebiet der Slowakischen Republik stehen.

Die Slowakei hat am 27. November 2015 in Übereinstimmung mit Art. 2 Abs. 1 der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen die Anerkenntnis von Russisch und Serbisch als Minderheitensprachen gemäß Teil II der Charta erklärt.

Slowenien:

Erklärung zu Art. 2

Die Republik Slowenien erklärt, dass sie mehrere andere noch nicht näher bestimmte Verpflichtungen aus der Charta in einer dem Generalsekretär zum Zeitpunkt der Hinterlegung der Ratifikationsurkunde übergebenen Verbalnote übernimmt. Zugleich bestimmt die Republik Slowenien die Absätze und Unterabsätze gemäß Art. 2 Abs. 2 und Art. 3 Abs. 2 der Charta aus Teil III der Charta, die auf die beiden Sprachen, die sie zu Regional- oder Minderheitensprachen in der Republik Slowenien erklärt hat, angewendet werden. Gemäß Art. 3 Abs. 3 bildet dieser Vorgang einen integralen Bestandteil der Ratifikation, mit Wirkung vom Datum der Notifizierung. Die Republik Slowenien ersetzt die Erklärung in der Verbalnote vom 19. September 2000 mit folgender Erklärung:

„Die Republik Slowenien erklärt, dass die italienische und die ungarische Sprache als Regional- und Minderheitensprachen in der Republik Slowenien im Rahmen der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen betrachtet werden. Gemäß Art. 2 Abs. 2 der Charta wendet die Republik Slowenien auf diese beiden Sprachen folgende Bestimmungen von Teil III der Charta an:

Art. 8

Für die italienische Sprache:

Abs. 1, lit. a (i), b (i), c (i), d (i), e (iii), f (iii), g, h, i

Abs. 2

Für die ungarische Sprache :

Abs. 1, lit. a (ii), b (ii), c (ii), d (ii), e (iii), f (iii), g, h, i

Abs. 2

Art. 9

Für die italienische und die ungarische Sprache:

Abs. 1, lit. a, b, c, d

Abs. 2, lit. a

Art. 10

Für die italienische und die ungarische Sprache:

Abs. 1, lit. a (i), b, c

Abs. 2

Abs. 3, lit. a

Abs. 4

Abs. 5

Art. 11

Für die italienische und die ungarische Sprache:

Abs. 1, lit. a (i), e (i)

Abs. 2

Abs. 3

Art. 12

Für die italienische und die ungarische Sprache:

Abs. 1, lit. a, d, e, f

Abs. 2

Abs. 3

Art. 13

Für die italienische und die ungarische Sprache:

Abs. 1

Abs. 2

Art. 14

Für die italienische und die ungarische Sprache:

Abs. a

Abs. b“.

Spanien:

Spanien erklärt, dass für die Zwecke der genannten Artikel diejenigen Sprachen als Regional- oder Minderheitensprachen gelten, die gemäß den Autonomiestatuten der autonomen Gebiete des Baskenlandes, Kataloniens, der balearischen Inseln, Galiziens, Valenzias und Navarras als Amtssprachen anerkannt sind.

Desgleichen erklärt Spanien auch, dass die Sprachen, die durch die Autonomiestatute in den Gebieten, in denen sie herkömmlicherweise gesprochen werden, geschützt sind, ebenfalls als Regional- oder Minderheitensprachen gelten.

Die folgenden Bestimmungen von Teil III der Charta werden auf die im ersten Absatz angeführten Sprachen angewendet:

Art. 8:

Abs. 1 a(i), b(i), c(i), d(i), e(iii), f(i), g, h, i;

Abs. 2.

Art. 9:

Abs. 1, a(i), a(ii), a(iii), a(iv), b(i), b(ii), b(iii), c(i), c(ii), c(iii), d;

Abs. 2, a;

Abs. 3.

Art. 10:

Abs. 1, a(i), b, c;

Abs. 2, a, b c, d, e, f, g;

Abs. 3, a, b;

Abs. 4, a, b, c;

Abs. 5.

Art. 11:

Abs. 1, a(i), b(i), c(i), d, e(i), f(ii), g;

Abs. 2;

Abs. 3.

Art. 12:

Abs. 1, a, b, c, d, e, f, g, h;

Abs. 2;

Abs. 3.

Art. 13:

Abs. 1, a, b, c, d;

Abs. 2, a, b, c, d, e.

Art. 14:

a;

b.

Alle Bestimmungen von Teil III der Charta, die gemäß den in Art. 7 festgelegten Zielen und Grundsätzen sinnvollerweise anzuwenden sind, werden auf die im zweiten Absatz angeführten Sprachen angewendet.

Tschechische Republik:

Erklärung zu Art. 1:

Die Tschechische Republik erklärt hiermit, dass sie die Charta im Einklang mit ihrer Verfassungsordnung sowie den internationalen Verträgen, an die sie gebunden ist, anwenden wird.

Obwohl es in der Tschechischen Republik keine allgemeine gesetzliche Regelung im Zusammenhang mit der offiziellen Landessprache für die Zwecke der Charta gibt, werden als Minderheitensprachen Sprachen angesehen, die die Bedingungen von Artikel 1 lit. a erfüllen. In Übereinstimmung mit der Charta erklärt daher die Tschechische Republik, dass sie die slowakische, die polnische, die deutsche Sprache und Romanes als Minderheitensprachen betrachtet, die auf ihrem Hoheitsgebiet gesprochen werden und hinsichtlich derer sie die Bestimmungen von Teil II der Charta anwenden wird.

Erklärung zu Art. 2 und 3:

Die Tschechische Republik erklärt, dass sie gemäß Art. 2 Abs. 2 und Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens folgende ausgewählte Bestimmungen von Teil III der Charta auf diese Sprachen anwenden wird:

Die polnische Sprache in der Region Mähren-Schlesien, im Gebiet der Bezirke von Frydek-Místek und Karviná:

Art. 8 Abs. 1 lit. a i, lit. a ii, lit. b i, lit. c i, lit. c ii, lit. d ii, lit. e iii, lit. f iii, lit. g, lit. h, lit. i; Abs. 2;

Art. 9 Abs. 1 lit. a ii, lit. a iii, lit. a iv, lit. b ii, lit. b iii, lit. c ii, lit. c iii, lit. d; Abs. 2 lit. a;

Art. 10 Abs. 1 lit. a iv; Abs. 2 lit. b, lit. e, lit. f, lit. g; Abs. 4 lit. a; Abs. 5;

Art. 11 Abs. 1 lit. a iii, lit. b ii, lit. c ii, lit. d, lit. e i; Abs. 2;

Art. 12 Abs. 1 lit. a, lit. f, lit. g; Abs. 2; Abs. 3;

Art. 13 Abs. 1 lit. c; Abs. 2 lit. e;

Art. 14 lit. a, lit. b.

Die slowakische Sprache im gesamten Hoheitsgebiet der Tschechischen Republik:

Art. 8 Abs. 1 lit. a iv, lit. b iv, lit. e iii, lit. g, lit. i; Abs. 2;

Art. 9 Abs. 1 lit. a ii, lit. a iii, lit. a iv, lit. b ii, lit. b iii, lit. c ii, lit. c iii, lit. d; Abs. 2 lit. a;

Art. 10 Abs. 1 lit. a iv, lit. a v; Abs. 2 lit. b, lit. e, lit. f; Abs. 3 lit. c; Abs. 4 lit. a; Abs. 5;

Art. 11 Abs. 1 lit. a iii, lit. b ii, lit. d, lit. e i; Abs. 2;

Art. 12 Abs. 1 lit. a, lit. f, lit. g; Abs. 2; Abs. 3;

Art. 13 Abs. 1 lit. c; Abs. 2 lit. e;

Art. 14 lit. a, lit. b.

Ukraine:

Erklärung zu Art. 3:

Die Ukraine erklärt, dass die Bestimmungen der Charta auf die Sprachen der folgenden ethnischen Minderheiten der Ukraine anzuwenden sind: belorussisch, bulgarisch, gagausisch, griechisch, jüdisch, krimtatarisch, moldawisch, deutsch, polnisch, russisch, rumänisch, slowakisch und ungarisch.

Erklärung zu Art. 2:

Die Ukraine übernimmt Verpflichtungen aus den Teilen I, II, IV, V der Charta mit Ausnahme von Teil II Art. 7 Abs. 5.

Die Ukraine erklärt, dass die folgenden Absätze und Unterabsätze von Art. 8 bis 14 von Teil III der Charta hinsichtlich jeder oben angeführten Regionalsprache anzuwenden sind, auf die die Bestimmungen der Charta angewendet werden:

a.

Art. 8 Abs. 1 lit. a iii, lit. b iv, lit. c iv, lit. d iv, lit. e iii, lit. f iii, lit. g, lit. h, lit. i; Abs. 2;

b.

Art. 9 Abs. 1 lit. a iii, lit. b iii, lit. c iii; Abs. 2 lit. c; Abs. 3;

c.

Art. 10 Abs. 2 lit. a, lit. c, lit. d, lit. e, lit. f, lit. g; Abs. 4 lit. c;

d.

Art. 11 Abs. 1 lit. a iii, lit. b ii, lit. c ii, lit. d, lit. e i, lit. g; Abs. 2 und 3;

e.

Art. 12 Abs. 1 lit. a, lit. b, lit. c, lit. d, lit. f, lit. g; Abs. 2 und Abs. 3;

f.

Art. 13 Abs. 1 lit. b und lit. c;

g.

Art. 14 lit. a und lit. b.

Die Ukraine erklärt, unter Anwendung der Bestimmungen der Charta, dass die Maßnahmen zur Einrichtung der ukrainischen Sprache als offizieller Sprache, ihrer Entwicklung und ihres Einsatzes in allen Bereichen des sozialen Lebens im gesamten Hoheitsgebiet der Ukraine nicht dahingehend ausgelegt werden dürfen, als dass sie die Erhaltung und Entwicklung der Sprachen, auf die die Bestimmungen der Charta angewendet werden sollen, beeinträchtigen oder bedrohen.

Ungarn:

Die Regierung der Republik Ungarn, gestützt auf die Ermächtigung des Parlaments und in Übereinstimmung mit Art. 2 Abs. 2 der Charta wendet folgende Bestimmungen auf die Romanes Sprache an:

Art. 8

Abs. 1, lit. a (iii), b (iv), c (iv), d (iv), e (iii), f (iii), g, h, i

Abs. 2

Art. 9

Abs. 1, lit. a (ii) (iii) (iv), b (ii) (iii), c (ii) (iii)

Abs. 2, lit. c

Art. 10

Abs. 1, lit. a (iv), b, c

Abs. 2, lit. b, e, f, g

Abs. 3, lit. c

Abs. 4, lit. a, c

Art. 11

Abs. 1, lit. a (ii), b (ii), c (ii), d, e (ii), f (ii), g

Abs. 3

Art. 12

Abs. 1, lit. a, b, c, d, f, g

Abs. 2

Abs. 3

Art. 13

Abs. 1, lit. a, c

Abs. 2, lit. c

Art. 14

Abs. a

Abs. b.

Die Regierung der Republik Ungarn, gestützt auf die Ermächtigung des Parlaments und in Übereinstimmung mit Art. 2 Abs. 2 der Charta wendet folgende Bestimmungen auf die Beás Sprache an:

Art. 8

Abs. 1, lit. a (iv), b (iv), c (iv), d (iv), e (iii), f (iii), g, h, i

Abs. 2

Art. 9

Abs. 1, lit. a (ii) (iii) (iv), b (ii) (iii), c (ii) (iii)

Abs. 2 lit. c

Art. 10

Abs. 1, lit. a (v), c

Abs. 2, lit. b, e, f, g

Abs. 3, lit. c

Abs. 4, lit. a, c

Art. 11

Abs. 1, lit. a (iii), b (ii), c (ii), e (ii), f (i), g

Abs. 3

Art. 12

Abs. 1, lit. a, b, c, d, f, g

Abs. 2

Abs. 3

Art. 13

Abs. 1, lit. a

Abs. 2, lit. c

Art. 14

Abs. a

Abs. b.

Die Anwendung der Charta in Bezug auf diese zwei Sprachen trat am 28. Juni 2008 in Kraft.

Vereinigtes Königreich:

Das Vereinigte Königreich erklärt, dass die Charta auf das britische Festland und Nordirland Anwendung findet.

a) Das Vereinigte Königreich erklärt gemäß Art. 2 Abs. 2 und Art. 3 Abs. 1 der Charta, dass es die folgenden Bestimmungen für die Zwecke von Teil III der Charta auf Walisisch, Schottisch-Gälisch und Irisch anwenden wird.

Walisisch – 52 Absätze.

Art. 8: Bildung

Abs. 1a (i) 1b (i) 1c (i) 1d(iv) 1e (iii) 1f (ii) 1g 1h 1i;

Total: 9.

Art. 9: Justizbehörden

Abs. 1a (ii) 1a (iii) 1b (ii) 1b (iii) 1c (ii) 1c (iii) 1d 2b;

Total: 8.

Art. 10: Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe

Abs. 1a (i) 1b 1c 2a 2b 2c 2d 2e 2f 2g 3a 4a 4b 5;

Total: 14.

Art. 11: Medien

Abs. 1a (i) 1d 1e (i) 1f (ii) 2 3;

Total: 6.

Art. 12: Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen

Abs. 1a 1b 1c 1d 1e 1f 1g 1h 2 3;

Total: 10.

Art. 13: Wirtschaftliches und soziales Leben

Abs. 1a 1c 2b 2c 2e;

Total: 5.

Schottisch-Gälisch – 39 Absätze

Art. 8: Bildung

Abs. 1a (i) 1b (i) 1c (i) 1d(iv) 1e (iii) 1f (iii) 1g 1h 1i 2;

Total: 10.

Art. 9: Justizbehörden

Abs. 1b (iii);

Total: 1.

Art. 10: Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe

Abs. 1c 2a 2b 2d 2e 2f 2g 5;

Total: 8.

Art. 11: Medien

Abs. 1a (ii) 1b (ii) 1c (ii) 1d 1e (ii) 1f (ii) 1g 2;

Total: 8.

Art. 12: Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen

Abs. 1a 1d 1e 1f 1g 1h 2 3;

Total: 8.

Art. 13: Wirtschaftliches und soziales Leben

Abs. 1a 1c;

Total: 2.

Art. 14: Grenzüberschreitender Austausch

Abs. a b;

Total: 2.

Irisch – 30 Absätze, in denen auf Angelegenheiten im Zuständigkeitsbereich der dezentralen Verwaltung in Nordirland Bezug genommen wird

Art. 8: Bildung

Abs. 1a (iii) 1b (iv) 1c (iv) 1d(iv) 1e (iii) 1f (ii) 1g 1h;

Total: 8.

Art. 9: Justizbehörden

Abs. 3;

Total: 1.

Art. 10: Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe

Abs. 1a (iv) 1c 2b 2e 2f 2g 3c 4a 5;

Total: 9.

Art. 11: Medien

Abs. 1d 1e (i) 1f (ii) 1g;

Total: 4.

Art. 12: Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen

Abs. 1a 1d 1e 1f 1h 2 3;

Total: 7.

Art. 13: Wirtschaftliches und soziales Leben

Abs. 1d;

Total: 1.

Irisch – 6 Absätze, in denen auf Angelegenheiten im Zuständigkeitsbereich der Verwaltung des Vereinigten Königreichs in Nordirland Bezug genommen wird

Art. 8: Bildung

Abs. 2;

Total: 1.

Art. 11: Medien

Abs. 1a (iii) 1b (ii) 2;

Total: 3.

Art. 14: Grenzüberschreitender Austausch

Abs. a b;

Total: 2. (Insgesamt 36 Absätze)

b) Das Vereinigte Königreich erklärt in Übereinstimmung mit Art. 2 Abs. 1 der Charta seine Anerkennung, dass Schottisch und Ulster-Schottisch der Definition von Regional- oder Minderheitensprachen für die Zwecke von Teil II der Charta entsprechen.

Erklärung zu Art. 2:

Das Vereinigte Königreich erklärt gemäß Art. 2 Abs. 1 der Charta, dass Kornisch als Regional- oder Minderheitensprache gemäß Teil II der Charta anerkannt wird.

Erklärung zu Art. 1:

Die Regierung des Vereinigten Königreiches erklärt, dass die Anwendung der Charta auf die Insel Man ausgedehnt wird, als einem Gebiet, für dessen internationale Beziehungen das Vereinigte Königreich verantwortlich ist.

Erklärung zu Art. 2:

Als Folge der Ausdehnung der Anwendung der Charta auf die Insel Man wird die Manx-Gälische Sprache eine „Regional- oder Minderheitensprache“ im Sinne der Charta sein und daher Teil II der Charta von nun an auf die Manx-Gälische Sprache angewendet.

Zypern:

Erklärung zu Art. 2:

Anlässlich der Ratifikation der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen hinterlegte die Republik Zypern am 26. August 2002 eine Erklärung, die mit den Bestimmungen der Charta nicht vereinbar scheint.

Um Unsicherheiten zu beseitigen und das Ausmaß der übernommenen Verpflichtungen klarzustellen, nimmt die Republik Zypern die Erklärung vom 26. August 2002 zurück und ersetzt sie durch die folgende:

Die Republik Zypern bekräftigt ihre Verpflichtung, Ziele und Grundsätze der Europäischen Charta für Regional- oder Minderheitensprachen zu respektieren und erklärt, dass sie Teil II der Charta gemäß Art. 2 Abs. 1 auf die armenische Sprache als eine „nicht territorial gebundene Sprache“ gemäß Art. 1 lit. c der Charta anwenden wird.

Die Republik Zypern möchte weiters festhalten, dass ihre Verfassung und Gesetze wirksam die Grundsätze der Gleichheit und Nicht-Diskriminierung hinsichtlich der Gemeinschaft einer Person, ihrer Rasse, Religion, Sprache, ihres Geschlechts, ihrer politischen und anderen Überzeugungen, ihrer nationalen oder sozialen Abstammung, Geburt, Hautfarbe, ihres Besitzes, ihres sozialen Hintergrundes oder aus anderen Gründen hochhält und schützt.

Zypern hat am 12. November 2008 Erklärungen gem. Art. 2 Abs. 1 und Art. 5 abgegeben.

Präambel/Promulgationsklausel

Präambel

Die Mitgliedstaaten des Europarats, die diese Charta unterzeichnen,

in der Erwägung, daß es das Ziel des Europarats ist, eine engere Verbindung zwischen seinen Mitgliedern herbeizuführen, um insbesondere die Ideale und Grundsätze, die ihr gemeinsames Erbe bilden, zu wahren und zu fördern;

in der Erwägung, daß der Schutz der geschichtlich gewachsenen Regional- oder Minderheitensprachen Europas, von denen einige allmählich zu verschwinden drohen, zur Erhaltung und Entwicklung der Traditionen und des kulturellen Reichtums Europas beiträgt;

in der Erwägung, daß das Recht, im privaten Bereich und im öffentlichen Leben eine Regional- oder Minderheitensprache zu gebrauchen, ein unveräußerliches Recht in Übereinstimmung mit den im Internationalen Pakt der Vereinten Nationen über bürgerliche und politische Rechte 1) enthaltenen Grundsätzen darstellt und dem Geist der Konvention des Europarats zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 2) entspricht;

eingedenk der im Rahmen der KSZE geleisteten Arbeit und insbesondere der Schlußakte von Helsinki von 1975 und des Dokuments des Kopenhagener Treffens von 1990;

unter Betonung des Wertes der interkulturellen Beziehungen und der Mehrsprachigkeit sowie in der Erwägung, daß der Schutz und die Förderung der Regional- oder Minderheitensprachen sich nicht nachteilig auf die Amtssprachen und die Notwendigkeit, sie zu erlernen, auswirken sollte;

in dem Bewußtsein, daß der Schutz und die Stärkung der Regional- oder Minderheitensprachen in den verschiedenen Ländern und Regionen Europas einen wichtigen Beitrag zum Aufbau eines Europas darstellen, das auf den Grundsätzen der Demokratie und der kulturellen Vielfalt im Rahmen der nationalen Souveränität und der territorialen Unversehrtheit beruht;

unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse und der geschichtlich gewachsenen Traditionen in den verschiedenen Regionen der Staaten Europas,

sind wie folgt übereingekommen:

_______________________________

1) Kundgemacht in BGBl. Nr. 591/1978

2) Kundgemacht in BGBl. Nr. 210/1958

Art. 1

Text

Teil I – Allgemeine Bestimmungen

Artikel 1

Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieser Charta:

a)

bezeichnet der Ausdruck „Regional- oder Minderheitensprachen“ Sprachen,

i)

die herkömmlicherweise in einem bestimmten Gebiet eines Staates von Angehörigen dieses Staates gebraucht werden, die eine Gruppe bilden, deren Zahl kleiner ist als die der übrigen Bevölkerung des Staates, und

ii)

die sich von der (den) Staatssprache(n) unterscheiden;

er umfaßt weder Dialekte der Staatssprache(n) noch die Sprachen von Zuwanderern;

b)

bezeichnet der Ausdruck „Gebiet, in dem die Regional- oder Minderheitensprache gebraucht wird“, das geographische Gebiet, in dem die betreffende Sprache das Ausdrucksmittel einer Zahl von Menschen ist, welche die Übernahme der in dieser Charta vorgesehenen verschiedenen Schutz- und Förderungsmaßnahmen rechtfertigt;

c)

bezeichnet der Ausdruck „nicht territorial gebundene Sprachen“ von Angehörigen des Staates gebrauchte Sprachen, die sich von der (den) von der übrigen Bevölkerung des Staates gebrauchten Sprache(n) unterscheiden, jedoch keinem bestimmten Gebiet innerhalb des betreffenden Staates zugeordnet werden können, obwohl sie herkömmlicherweise im Hoheitsgebiet dieses Staates gebraucht werden.

Art. 2

Text

Artikel 2

Verpflichtungen

(1) Jede Vertragspartei verpflichtet sich, Teil II auf alle in ihrem Hoheitsgebiet gebrauchten Regional- oder Minderheitensprachen anzuwenden, die der Begriffsbestimmung in Artikel 1 entsprechen.

(2) In bezug auf jede nach Artikel 3 im Zeitpunkt der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung bezeichnete Sprache verpflichtet sich jede Vertragspartei, mindestens fünfunddreißig aus Teil III ausgewählte Absätze oder Buchstaben anzuwenden, darunter mindestens je drei aus den Artikeln 8 und 12 und je einen aus den Artikeln 9, 10, 11 und 13.

Art. 3

Text

Artikel 3

Einzelheiten der Durchführung

(1) Jeder Vertragsstaat bezeichnet in seiner Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunde jede Regional- oder Minderheitensprache oder in seinem gesamten Hoheitsgebiet oder einem Teil desselben weniger verbreitete Staatssprache, auf welche die nach Artikel 2 Absatz 2 ausgewählten Bestimmungen angewendet werden.

(2) Jede Vertragspartei kann jederzeit danach dem Generalsekretär notifizieren, daß sie die Verpflichtungen übernimmt, die sich aus anderen Bestimmungen der Charta ergeben, die sie nicht bereits in ihrer Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunde bezeichnet hat, oder daß sie Absatz 1 auf andere Regional- oder Minderheitensprachen oder in ihrem gesamten Hoheitsgebiet oder einem Teil desselben weniger verbreitete andere Staatssprachen anwenden wird.

(3) Die nach Absatz 2 eingegangenen Verpflichtungen gelten als untrennbarer Teil der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung und haben vom Tag ihrer Notifikation an dieselbe Wirkung.

Art. 4

Text

Artikel 4

Bestehende Schutzregelungen

(1) Die Bestimmungen dieser Charta sind nicht als Beschränkung oder Beeinträchtigung von Rechten auszulegen, die durch die Europäische Menschenrechtskonvention gewährleistet sind.

(2) Diese Charta läßt in einer Vertragspartei bereits bestehende oder in einschlägigen zwei- oder mehrseitigen Übereinkünften vorgesehene günstigere Bestimmungen über den Status der Regional- oder Minderheitensprachen oder die Rechtsstellung der Personen, die Minderheiten angehören, unberührt.

Art. 5

Text

Artikel 5

Bestehende Verpflichtungen

Die Bestimmungen dieser Charta sind nicht so auszulegen, als gewährten sie das Recht, irgendeine Tätigkeit auszuüben oder irgendeine Handlung vorzunehmen, die gegen die Ziele der Charta der Vereinten Nationen oder sonstige völkerrechtliche Verpflichtungen einschließlich des Grundsatzes der Souveränität und territorialen Unversehrtheit der Staaten verstößt.

Art. 6

Text

Artikel 6

Information

Die Vertragsparteien verpflichten sich, dafür zu sorgen, daß die betroffenen Behörden, Organisationen und Personen über die in dieser Charta festgelegten Rechte und Pflichten informiert werden.

Art. 7

Text

Teil II – Ziele und Grundsätze in Übereinstimmung mit Artikel 2 Absatz 1

Artikel 7

Ziele und Grundsätze

(1) Hinsichtlich der Regional- oder Minderheitensprachen legen die Vertragsparteien in den Gebieten, in denen solche Sprachen gebraucht werden, unter Berücksichtigung der Situation jeder Sprache ihrer Politik, Gesetzgebung und Praxis folgende Ziele und Grundsätze zugrunde:

a)

die Anerkennung der Regional- oder Minderheitensprachen als Ausdruck des kulturellen Reichtums;

b)

die Achtung des geographischen Gebiets jeder Regional- oder Minderheitensprache, um sicherzustellen, daß bestehende oder neue Verwaltungsgliederungen die Förderung der betreffenden Regional- oder Minderheitensprache nicht behindern;

c)

die Notwendigkeit entschlossenen Vorgehens zur Förderung von Regional- oder Minderheitensprachen, um diese zu schützen;

d)

die Erleichterung des Gebrauchs von Regional- oder Minderheitensprachen in Wort und Schrift im öffentlichen Leben und im privaten Bereich und/oder die Ermutigung zu einem solchen Gebrauch;

e)

die Erhaltung und Entwicklung von Verbindungen in den von dieser Charta erfaßten Bereichen zwischen Gruppen, die eine Regional- oder Minderheitensprache gebrauchen, und anderen Gruppen in diesem Staat mit einer in derselben oder ähnlicher Form gebrauchten Sprache sowie das Herstellen kultureller Beziehungen zu anderen Gruppen in dem Staat, die andere Sprachen gebrauchen;

f)

die Bereitstellung geeigneter Formen und Mittel für das Lehren und Lernen von Regional- oder Minderheitensprachen auf allen geeigneten Stufen;

g)

die Bereitstellung von Einrichtungen, die es Personen, die eine Regional- oder Minderheitensprache nicht sprechen, aber in dem Gebiet leben, in dem sie gebraucht wird, ermöglichen, sie zu erlernen, wenn sie dies wünschen;

h)

die Förderung des Studiums und der Forschung im Bereich der Regional- oder Minderheitensprachen an Universitäten oder in gleichwertigen Einrichtungen;

i)

die Förderung geeigneter Formen des grenzüberschreitenden Austausches in den von dieser Charta erfaßten Bereichen für Regional- oder Minderheitensprachen, die in zwei oder mehr Staaten in derselben oder ähnlicher Form gebraucht werden.

(2) Die Vertragsparteien verpflichten sich, sofern dies noch nicht geschehen ist, jede ungerechtfertigte Unterscheidung, Ausschließung, Einschränkung oder Bevorzugung zu beseitigen, die den Gebrauch einer Regional- oder Minderheitensprache betrifft und darauf ausgerichtet ist, die Erhaltung oder Entwicklung einer Regional- oder Minderheitensprache zu beeinträchtigen oder zu gefährden. Das Ergreifen besonderer Maßnahmen zugunsten der Regional- oder Minderheitensprachen, welche die Gleichstellung zwischen den Sprechern dieser Sprachen und der übrigen Bevölkerung fördern sollen oder welche ihre besondere Lage gebührend berücksichtigen, gilt nicht als diskriminierende Handlung gegenüber den Sprechern weiter verbreiteter Sprachen.

(3) Die Vertragsparteien verpflichten sich, durch geeignete Maßnahmen das gegenseitige Verständnis zwischen allen Sprachgruppen des Landes zu fördern, indem sie insbesondere Achtung, Verständnis und Toleranz gegenüber den Regional- oder Minderheitensprachen in die Ziele der in ihren Ländern vermittelten Bildung und Ausbildung einbeziehen und indem sie die Massenmedien ermutigen, dasselbe Ziel zu verfolgen.

(4) Bei der Festlegung ihrer Politik in bezug auf Regional- oder Minderheitensprachen berücksichtigen die Vertragsparteien die von den Gruppen, die solche Sprachen gebrauchen, geäußerten Bedürfnisse und Wünsche. Sie werden ermutigt, erforderlichenfalls Gremien zur Beratung der Behörden in allen Angelegenheiten der Regional- oder Minderheitensprachen einzusetzen.

(5) Die Vertragsparteien verpflichten sich, die in den Absätzen 1 bis 4 genannten Grundsätze sinngemäß auf nicht territorial gebundene Sprachen anzuwenden. Jedoch werden hinsichtlich dieser Sprachen Art und Umfang der Maßnahmen, die getroffen werden, um dieser Charta Wirksamkeit zu verleihen, flexibel festgelegt, wobei die Bedürfnisse und Wünsche der Gruppen, die diese Sprachen gebrauchen, berücksichtigt und ihre Traditionen und Eigenarten geachtet werden.

Art. 8

Text

Teil III – Maßnahmen zur Förderung des Gebrauchs von Regional- oder Minderheitensprachen im öffentlichen Leben im Einklang mit den nach Artikel 2 Absatz 2 eingegangenen Verpflichtungen

Artikel 8

Bildung

(1) Im Bereich der Bildung und Erziehung verpflichten sich die Vertragsparteien, in dem Gebiet, in dem solche Sprachen gebraucht werden, unter Berücksichtigung der Situation jeder dieser Sprachen und unbeschadet des Unterrichts der Staatssprache(n)

a)

i) die vorschulische Erziehung in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten oder

ii)

einen erheblichen Teil der vorschulischen Erziehung in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten oder

iii)

eine der unter den Ziffern i und ii vorgesehenen Maßnahmen zumindest auf diejenigen Schüler anzuwenden, deren Familien dies verlangen, wenn die Zahl der Schüler als genügend groß angesehen wird, oder

iv)

falls die staatlichen Stellen keine unmittelbare Zuständigkeit im Bereich der vorschulischen Erziehung haben, die Anwendung der unter den Ziffern i bis iii vorgesehenen Maßnahmen zu begünstigen und/oder dazu zu ermutigen;

b)

i) den Grundschulunterricht in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten oder

ii)

einen erheblichen Teil des Grundschulunterrichts in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten oder

iii)

innerhalb des Grundschulunterrichts den Unterricht der betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen als integrierenden Teil des Lehrplans vorzusehen oder

iv)

eine der unter den Ziffern i bis iii vorgesehenen Maßnahmen zumindest auf diejenigen Schüler anzuwenden, deren Familien dies verlangen, wenn die Zahl der Schüler als genügend groß angesehen wird;

c)

i) den Unterricht im Sekundarbereich in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten oder

ii)

einen erheblichen Teil des Unterrichts im Sekundarbereich in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten oder

iii)

innerhalb des Unterrichts im Sekundarbereich den Unterricht der betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen als integrierenden Teil des Lehrplans vorzusehen oder

iv)

eine der unter den Ziffern i bis iii vorgesehenen Maßnahmen zumindest auf diejenigen Schüler anzuwenden, die oder – wo dies in Betracht kommt – deren Familien dies wünschen, wenn deren Zahl als genügend groß angesehen wird;

d)

i) die technische und berufliche Bildung in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten oder

ii)

einen erheblichen Teil der technischen und beruflichen Bildung in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten oder

iii)

innerhalb der technischen und beruflichen Bildung den Unterricht der betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen als integrierenden Teil des Lehrplans vorzusehen oder

iv)

eine der unter den Ziffern i bis iii vorgesehenen Maßnahmen zumindest auf diejenigen Schüler anzuwenden, die oder – wo dies in Betracht kommt – deren Familien dies wünschen, wenn deren Zahl als genügend groß angesehen wird;

e)

i) an Universitäten und anderen Hochschulen Unterricht in den Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten oder

ii)

Möglichkeiten für das Studium dieser Sprachen als Studienfächer an Universitäten und anderen Hochschulen anzubieten oder

iii)

falls wegen der Rolle des Staates in bezug auf Hochschuleinrichtungen die Ziffern i und ii nicht angewendet werden können, dazu zu ermutigen und/oder zuzulassen, daß an Universitäten und anderen Hochschulen Unterricht in den Regional- oder Minderheitensprachen oder Möglichkeiten zum Studium dieser Sprachen als Studienfächer angeboten werden;

f)

i) dafür zu sorgen, daß in der Erwachsenen- und Weiterbildung Kurse angeboten werden, die überwiegend oder ganz in den Regional- oder Minderheitensprachen durchgeführt werden, oder

ii)

solche Sprachen als Fächer der Erwachsenen- und Weiterbildung anzubieten oder

iii)

falls die staatlichen Stellen keine unmittelbare Zuständigkeit im Bereich der Erwachsenenbildung haben, das Angebot solcher Sprachen als Fächer der Erwachsenen- und Weiterbildung zu begünstigen und/oder dazu zu ermutigen;

g)

für den Unterricht der Geschichte und Kultur, die in der Regional- oder Minderheitensprache ihren Ausdruck finden, zu sorgen;

h)

für die Aus- und Weiterbildung der Lehrer zu sorgen, die zur Durchführung derjenigen Bestimmungen der Buchstaben a bis g erforderlich sind, welche die Vertragspartei angenommen hat;

i)

ein oder mehrere Aufsichtsorgane einzusetzen, welche die zur Einführung oder zum Ausbau des Unterrichts der Regional- oder Minderheitensprachen getroffenen Maßnahmen und die dabei erzielten Fortschritte überwachen und darüber regelmäßig Berichte verfassen, die veröffentlicht werden.

(2) Im Bereich der Bildung und Erziehung verpflichten sich die Vertragsparteien in bezug auf andere Gebiete als diejenigen, in denen die Regional- oder Minderheitensprachen herkömmlicherweise gebraucht werden, Unterricht der Regional- oder Minderheitensprache oder Unterricht in dieser Sprache auf allen geeigneten Bildungsstufen zuzulassen, zu ermutigen oder ihn anzubieten, wenn die Zahl der Sprecher einer Regional- oder Minderheitensprache dies rechtfertigt.

Art. 9

Text

Artikel 9

Justizbehörden

(1) Die Vertragsparteien verpflichten sich, in bezug auf diejenigen Gerichtsbezirke, in denen die Zahl der Einwohner, welche die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, die nachstehenden Maßnahmen rechtfertigt, unter Berücksichtigung der Situation jeder dieser Sprachen und unter der Bedingung, daß die Inanspruchnahme der durch diesen Absatz gebotenen Möglichkeiten nach Auffassung des Richters eine ordentliche Rechtspflege nicht behindert:

a)

in Strafverfahren:

i)

dafür zu sorgen, daß die Gerichte auf Antrag einer der Parteien das Verfahren in den Regional- oder Minderheitensprachen durchführen, und/oder

ii)

sicherzustellen, daß der Angeklagte das Recht hat, seine Regional- oder Minderheitensprache zu gebrauchen, und/oder

iii)

dafür zur sorgen, daß Anträge und Beweismittel, gleichviel ob schriftlich oder mündlich, nicht allein aus dem Grund als unzulässig angesehen werden, weil sie in einer Regional- oder Minderheitensprache abgefaßt sind, und/oder

iv)

auf Verlangen Schriftstücke, die mit Gerichtsverfahren zusammenhängen, in der betreffenden Regional- oder Minderheitensprache abzufassen,

wenn nötig durch Inanspruchnahme von Dolmetschern und Übersetzungen, wodurch den Betroffenen keine zusätzlichen Kosten entstehen dürfen;

b)

in zivilrechtlichen Verfahren:

i)

dafür zu sorgen, daß die Gerichte auf Antrag einer der Parteien das Verfahren in den Regional- oder Minderheitensprachen durchführen, und/oder

ii)

zuzulassen, daß eine Prozeßpartei, wenn sie persönlich vor Gericht erscheinen muß, ihre Regional- oder Minderheitensprache gebrauchen kann, ohne daß ihr dadurch zusätzliche Kosten entstehen, und/oder

iii)

zuzulassen, daß Urkunden und Beweismittel in den Regional- oder Minderheitensprachen vorgelegt werden,

wenn nötig durch Inanspruchnahme von Dolmetschern und Übersetzungen;

c)

in Verfahren vor Gerichten für Verwaltungssachen:

i)

dafür zu sorgen, daß die Gerichte auf Antrag einer der Parteien das Verfahren in den Regional- oder Minderheitensprachen durchführen, und/oder

ii)

zuzulassen, daß eine Prozeßpartei, wenn sie persönlich vor Gericht erscheinen muß, ihre Regional- oder Minderheitensprache gebrauchen kann, ohne daß ihr dadurch zusätzliche Kosten entstehen, und/oder

iii)

zuzulassen, daß Urkunden und Beweismittel in den Regional- oder Minderheitensprachen vorgelegt werden,

wenn nötig durch Inanspruchnahme von Dolmetschern und Übersetzungen;

d)

dafür zu sorgen, daß den Betroffenen durch die Anwendung des Buchstabens b Ziffern i und iii und des Buchstabens c Ziffern i und iii sowie durch eine notwendige Inanspruchnahme von Dolmetschern und Übersetzungen keine zusätzlichen Kosten entstehen.

(2) Die Vertragsparteien verpflichten sich:

a)

die Rechtsgültigkeit von im Inland abgefaßten Rechtsurkunden nicht allein aus dem Grund zu verneinen, weil sie in einer Regional- oder Minderheitensprache abgefaßt sind, oder

b)

die Rechtsgültigkeit von im Inland abgefaßten Rechtsurkunden im Verhältnis zwischen den Parteien nicht allein aus dem Grund zu verneinen, weil die Urkunden in einer Regional- oder Minderheitensprache abgefaßt sind, und vorzusehen, daß sie gegen beteiligte Dritte, die diese Sprachen nicht gebrauchen, unter der Bedingung verwendet werden können, daß ihnen der Inhalt der Urkunden von der (den) Person(en), welche die Urkunden verwendet (verwenden), zur Kenntnis gebracht worden ist, oder

c)

die Rechtsgültigkeit von im Inland abgefaßten Rechtsurkunden im Verhältnis zwischen den Parteien nicht allein aus dem Grund zu verneinen, weil die Urkunden in einer Regional- oder Minderheitensprache abgefaßt sind.

(3) Die Vertragsparteien verpflichten sich, die wichtigsten Gesetzestexte des Staates sowie diejenigen, welche sich besonders auf Personen beziehen, die diese Sprachen gebrauchen, in den Regional- oder Minderheitensprachen zur Verfügung zu stellen, sofern sie nicht anderweitig verfügbar sind.

Art. 10

Text

Artikel 10

Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe

(1) Innerhalb der Verwaltungsbezirke des Staates, in denen die Zahl der Einwohner, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, die nachstehenden Maßnahmen rechtfertigt, und unter Berücksichtigung der Situation jeder Sprache verpflichten sich die Vertragsparteien, im Rahmen des Zumutbaren:

a)

i) sicherzustellen, daß die Verwaltungsbehörden die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, oder

ii)

sicherzustellen, daß diejenigen ihrer Bediensteten, die unmittelbaren Kontakt zur Bevölkerung haben, die Regional- oder Minderheitensprachen in ihrem Umgang mit Personen gebrauchen, die sich in diesen Sprachen an sie wenden, oder

iii)

sicherzustellen, daß Personen, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, in diesen Sprachen mündliche oder schriftliche Anträge stellen und eine Antwort erhalten können, oder

iv)

sicherzustellen, daß Personen, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, in diesen Sprachen mündliche oder schriftliche Anträge stellen können, oder

v)

sicherzustellen, daß Personen, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, in diesen Sprachen abgefaßte Urkunden rechtsgültig vorlegen können;

b)

allgemein verwendete Verwaltungsbestimmungen und -formulare für die Bevölkerung in den Regional- oder Minderheitensprachen oder zweisprachig zur Verfügung zu stellen;

c)

zuzulassen, daß die Verwaltungsbehörden Schriftstücke in einer Regional- oder Minderheitensprache abfassen.

(2) In bezug auf die örtlichen und regionalen Behörden, in deren örtlichem Zuständigkeitsbereich die Zahl der Einwohner, welche die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, die nachstehenden Maßnahmen rechtfertigt, verpflichten sich die Vertragsparteien, folgendes zuzulassen und/oder dazu zu ermutigen:

a)

den Gebrauch von Regional- oder Minderheitensprachen innerhalb der regionalen oder örtlichen Behörde;

b)

die Möglichkeit, daß Personen, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, mündliche oder schriftliche Anträge in diesen Sprachen stellen;

c)

die Veröffentlichung der amtlichen Schriftstücke der regionalen Behörden durch diese auch in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen;

d)

die Veröffentlichung der amtlichen Schriftstücke der örtlichen Behörden durch diese auch in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen;

e)

den Gebrauch von Regional- oder Minderheitensprachen durch die regionalen Behörden in deren Ratsversammlungen, ohne jedoch den Gebrauch der Staatssprache(n) auszuschließen;

f)

den Gebrauch von Regional- oder Minderheitensprachen durch die örtlichen Behörden in deren Ratsversammlungen, ohne jedoch den Gebrauch der Staatssprache(n) auszuschließen;

g)

den Gebrauch oder die Annahme der herkömmlichen und korrekten Formen von Ortsnamen in Regional- oder Minderheitensprachen, wenn nötig in Verbindung mit dem Namen in der (den) Staatssprache(n).

(3) In bezug auf die öffentlichen Dienstleistungen, die von den Verwaltungsbehörden selbst oder in deren Auftrag erbracht werden, verpflichten sich die Vertragsparteien, in dem Gebiet, in dem Regional- oder Minderheitensprachen gebraucht werden, unter Berücksichtigung der Situation jeder Sprache und im Rahmen des Zumutbaren:

a)

sicherzustellen, daß die Regional- oder Minderheitensprachen bei der Erbringung der Dienstleistung gebraucht werden, oder

b)

zuzulassen, daß Personen, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, in diesen Sprachen einen Antrag stellen und eine Antwort erhalten, oder

c)

zuzulassen, daß Personen, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, in diesen Sprachen einen Antrag stellen.

(4) Die Vertragsparteien verpflichten sich, eine oder mehrere der folgenden Maßnahmen zu treffen, um die von ihnen angenommenen Bestimmungen der Absätze 1, 2 und 3 in Kraft zu setzen:

a)

Übersetzen oder Dolmetschen je nach Bedarf;

b)

Einstellung und, soweit erforderlich, Ausbildung der benötigten Beamten und sonstigen Angehörigen des öffentlichen Dienstes;

c)

nach Möglichkeit Erfüllung der Wünsche von Angehörigen des öffentlichen Dienstes, die über Kenntnisse in einer Regional- oder Minderheitensprache verfügen, in dem Gebiet eingesetzt zu werden, in dem diese Sprache gebraucht wird.

(5) Die Vertragsparteien verpflichten sich, den Gebrauch oder die Annahme von Familiennamen in den Regional- oder Minderheitensprachen auf Antrag der Betroffenen zuzulassen.

Art. 11

Text

Artikel 11

Medien

(1) Die Vertragsparteien verpflichten sich, für die Sprecher von Regional- oder Minderheitensprachen in den Gebieten, in denen diese Sprachen gebraucht werden, unter Berücksichtigung der Situation jeder Sprache und in dem Ausmaß, in dem die staatlichen Stellen in diesem Bereich unmittelbar oder mittelbar Zuständigkeit, Befugnisse oder Einfluß haben, unter Achtung des Grundsatzes der Unabhängigkeit und Autonomie der Medien folgende Maßnahmen zu treffen:

a)

soweit Hörfunk und Fernsehen eine öffentliche Aufgabe erfüllen:

i)

die Einrichtung mindestens eines Hörfunksenders und eines Fernsehkanals in den Regional- oder Minderheitensprachen sicherzustellen oder

ii)

zur Einrichtung mindestens eines Hörfunksenders und eines Fernsehkanals in den Regional- oder Minderheitensprachen zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern oder

iii)

angemessene Vorkehrungen dafür zu treffen, daß Rundfunkveranstalter Sendungen in den Regional- oder Minderheitensprachen anbieten;

b)

i) zur Einrichtung mindestens eines Hörfunksenders in den Regional- oder Minderheitensprachen zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern oder

ii)

zur regelmäßigen Ausstrahlung von Hörfunksendungen in den Regional- oder Minderheitensprachen zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern;

c)

i) zur Einrichtung mindestens eines Fernsehkanals in den Regional- oder Minderheitensprachen zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern oder

ii)

zur regelmäßigen Ausstrahlung von Fernsehsendungen in den Regional- oder Minderheitensprachen zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern;

d)

zur Produktion und Verbreitung von Audio- und audiovisuellen Werken in den Regional- oder Minderheitensprachen zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern;

e)

i) zur Schaffung und/oder Erhaltung mindestens einer Zeitung in den Regional- oder Minderheitensprachen zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern oder

ii)

zur regelmäßigen Veröffentlichung von Zeitungsartikeln in den Regional- oder Minderheitensprachen zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern;

f)

i) die zusätzlichen Kosten derjenigen Medien zu decken, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, wenn das Recht eine finanzielle Hilfe für die Medien allgemein vorsieht, oder

ii)

die bestehenden Maßnahmen finanzieller Hilfe auf audiovisuelle Produktionen in Regional- oder Minderheitensprachen zu erstrecken;

g)

die Ausbildung von Journalisten und anderem Personal für Medien zu unterstützen, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen.

(2) Die Vertragsparteien verpflichten sich, den freien direkten Empfang von Hörfunk- und Fernsehsendungen aus Nachbarländern in einer Sprache zu gewährleisten, die in derselben oder ähnlicher Form wie die Regional- oder Minderheitensprache gebraucht wird, und die Weiterverbreitung von Hörfunk- und Fernsehsendungen aus Nachbarländern in einer solchen Sprache nicht zu behindern. Sie verpflichten sich ferner, sicherzustellen, daß die Freiheit der Meinungsäußerung und die freie Verbreitung von Informationen in den Printmedien in einer Sprache, die in derselben oder ähnlicher Form wie die Regional- oder Minderheitensprache gebraucht wird, keiner Einschränkung unterworfen werden. Da die Ausübung der erwähnten Freiheiten Pflichten und Verantwortung mit sich bringt, kann sie bestimmten, vom Gesetz vorgesehenen Formvorschriften, Bedingungen, Einschränkungen oder Strafdrohungen unterworfen werden, wie sie in einer demokratischen Gesellschaft im Interesse der nationalen Sicherheit, der territorialen Unversehrtheit oder der öffentlichen Sicherheit, der Aufrechterhaltung der Ordnung und der Verbrechensverhütung, des Schutzes der Gesundheit und der Moral, des Schutzes des guten Rufes oder der Rechte anderer unentbehrlich sind, um die Verbreitung von vertraulichen Nachrichten zu verhindern oder das Ansehen und die Unparteilichkeit der Rechtsprechung zu gewährleisten.

(3) Die Vertragsparteien verpflichten sich, sicherzustellen, daß die Interessen der Sprecher von Regional- oder Minderheitensprachen innerhalb etwaiger im Einklang mit dem Gesetz geschaffener Gremien, die für die Gewährleistung von Freiheit und Pluralismus der Medien verantwortlich sind, vertreten oder berücksichtigt werden.

Art. 12

Text

Artikel 12

Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen

(1) In bezug auf kulturelle Einrichtungen und Tätigkeiten – insbesondere Bibliotheken, Videotheken, Kulturzentren, Museen, Archive, Akademien, Theater und Kinos sowie literarische Werke und Filmproduktionen, volkstümliche Formen des kulturellen Ausdrucks, Festspiele und die Kulturindustrien, einschließlich unter anderem des Einsatzes neuer Technologien – verpflichten sich die Vertragsparteien, in dem Gebiet, in dem solche Sprachen gebraucht werden, in dem Ausmaß, in dem die staatlichen Stellen in diesem Bereich Zuständigkeit, Befugnisse oder Einfluß haben:

a)

zu den Regional- oder Minderheitensprachen eigenen Formen des Ausdrucks und der Initiative zu ermutigen sowie die verschiedenen Zugangsmöglichkeiten zu den in diesen Sprachen geschaffenen Werken zu fördern;

b)

die verschiedenen Zugangsmöglichkeiten zu den in Regional- oder Minderheitensprachen geschaffenen Werken in anderen Sprachen zu fördern, indem sie Tätigkeiten auf dem Gebiet der Übersetzung, Synchronisation, Nachsynchronisation und Untertitelung unterstützen und ausbauen;

c)

in Regional- oder Minderheitensprachen den Zugang zu Werken zu fördern, die in anderen Sprachen geschaffen worden sind, indem sie Tätigkeiten auf dem Gebiet der Übersetzung, Synchronisation, Nachsynchronisation und Untertitelung unterstützen und ausbauen;

d)

sicherzustellen, daß die für die Veranstaltung oder Unterstützung kultureller Tätigkeiten verschiedener Art verantwortlichen Gremien bei den Unternehmungen, die sie ins Leben rufen oder unterstützen, in angemessener Weise dafür sorgen, daß die Kenntnis und der Gebrauch von Regional- oder Minderheitensprachen sowie Regional- oder Minderheitenkulturen berücksichtigt werden;

e)

Maßnahmen zu fördern, um sicherzustellen, daß die für die Veranstaltung oder Unterstützung kultureller Tätigkeiten verantwortlichen Gremien über Personal verfügen, das die betreffende Regional- oder Minderheitensprache sowie die Sprache(n) der übrigen Bevölkerung beherrscht;

f)

zur unmittelbaren Mitwirkung von Vertretern der Sprecher einer bestimmten Regional- oder Minderheitensprache bei der Bereitstellung von Einrichtungen und der Planung kultureller Tätigkeiten zu ermutigen;

g)

zur Schaffung eines oder mehrerer Gremien, die für die Sammlung, Aufbewahrung und Aufführung oder Veröffentlichung von in den Regional- oder Minderheitensprachen geschaffenen Werken verantwortlich sind, zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern;

h)

wenn nötig Übersetzungs- und Terminologieforschungsdienste zu schaffen und/oder zu fördern und zu finanzieren, insbesondere im Hinblick auf die Erhaltung und Entwicklung geeigneter Terminologie in jeder Regional- oder Minderheitensprache für die Bereiche Verwaltung, Handel, Wirtschaft, Gesellschaft, Technik oder Recht.

(2) In bezug auf andere Gebiete als diejenigen, in denen die Regional- oder Minderheitensprachen herkömmlicherweise gebraucht werden, verpflichten sich die Vertragsparteien, wenn die Zahl der Sprecher einer Regional- oder Minderheitensprache dies rechtfertigt, geeignete kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen in Übereinstimmung mit Absatz 1 zuzulassen, dazu zu ermutigen und/oder sie vorzusehen.

(3) Die Vertragsparteien verpflichten sich, bei der Verfolgung ihrer Kulturpolitik im Ausland Regional- oder Minderheitensprachen und die in ihnen zum Ausdruck kommenden Kulturen angemessen zu berücksichtigen.

Art. 13

Text

Artikel 13

Wirtschaftliches und soziales Leben

(1) In bezug auf wirtschaftliche und soziale Tätigkeiten verpflichten sich die Vertragsparteien, im ganzen Land:

a)

aus ihrem Recht jede Bestimmung zu entfernen, die den Gebrauch von Regional- oder Minderheitensprachen in Urkunden betreffend das wirtschaftliche oder soziale Leben, insbesondere Arbeitsverträge, sowie in technischen Schriftstücken wie Gebrauchsanweisungen für Erzeugnisse oder Anlagen ungerechtfertigt verbietet oder einschränkt;

b)

die Aufnahme von Klauseln, die den Gebrauch von Regional- oder Minderheitensprachen ausschließen oder einschränken, in innerbetriebliche Vorschriften und Privaturkunden zumindest zwischen Personen, die dieselbe Sprache gebrauchen, zu verbieten;

c)

Praktiken entgegenzutreten, die den Gebrauch von Regional- oder Minderheitensprachen im Zusammenhang mit wirtschaftlichen oder sozialen Tätigkeiten behindern sollen;

d)

den Gebrauch von Regional- oder Minderheitensprachen durch andere als die unter den Buchstaben a bis c genannten Mittel zu erleichtern und/oder dazu zu ermutigen.

(2) In Bezug auf wirtschaftliche und soziale Tätigkeiten verpflichten sich die Vertragsparteien, insoweit die staatlichen Stellen zuständig sind, in dem Gebiet, in dem die Regional- oder Minderheitensprachen gebraucht werden, im Rahmen des Zumutbaren:

a)

in ihre Finanz- und Bankvorschriften Bestimmungen aufzunehmen, die im Wege von Verfahren, welche mit den Handelsbräuchen vereinbar sind, den Gebrauch von Regional- oder Minderheitensprachen beim Ausstellen von Zahlungsanweisungen (Schecks, Wechseln usw.) oder sonstigen Finanzdokumenten ermöglichen, oder, wo dies in Betracht kommt, die Durchführung solcher Bestimmungen sicherzustellen;

b)

in den ihrer unmittelbaren Kontrolle unterstehenden Wirtschafts- und Sozialbereichen (öffentlicher Sektor) Maßnahmen zur Förderung des Gebrauchs von Regional- oder Minderheitensprachen zu ergreifen;

c)

sicherzustellen, daß soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser, Altersheime und Heime die Möglichkeit bieten, Sprecher einer Regional- oder Minderheitensprache, die auf Grund von Krankheit, Alter oder aus anderen Gründen der Betreuung bedürfen, in deren eigener Sprache aufzunehmen und zu behandeln;

d)

durch geeignete Mittel sicherzustellen, daß Sicherheitsvorschriften auch in Regional- oder Minderheitensprachen zugänglich sind;

e)

dafür zu sorgen, daß Informationen der zuständigen staatlichen Stellen über die Rechte der Verbraucher in Regional- oder Minderheitensprachen erhältlich sind.

Art. 14

Text

Artikel 14

Grenzüberschreitender Austausch

Die Vertragsparteien verpflichten sich:

a)

bestehende zwei- und mehrseitige Übereinkünfte anzuwenden, die sie mit den Staaten verbinden, in denen dieselbe Sprache in derselben oder ähnlicher Form gebraucht wird, oder sich, wenn nötig, um den Abschluß solcher Übereinkünfte zu bemühen, um dadurch Kontakte zwischen den Sprechern derselben Sprache in den betreffenden Staaten in den Bereichen Kultur, Bildung und Erziehung, Information, berufliche Bildung und Weiterbildung zu fördern;

b)

zugunsten von Regional- oder Minderheitensprachen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, insbesondere zwischen regionalen oder örtlichen Behörden, zu erleichtern und zu fördern, in deren örtlichem Zuständigkeitsbereich dieselbe Sprache in derselben oder ähnlicher Form gebraucht wird.

Art. 15

Text

Teil IV – Anwendung der Charta

Artikel 15

Regelmäßige Berichte

(1) Die Vertragsparteien legen dem Generalsekretär des Europarats in einer vom Ministerkomitee zu bestimmenden Form in regelmäßigen Abständen einen Bericht über ihre in Übereinstimmung mit Teil II dieser Charta verfolgte Politik und über die in Anwendung der von ihnen angenommenen Bestimmungen des Teiles III getroffenen Maßnahmen vor. Der erste Bericht wird innerhalb des Jahres vorgelegt, das auf das Inkrafttreten der Charta für die betreffende Vertragspartei folgt, die weiteren Berichte in Abständen von drei Jahren nach Vorlage des ersten Berichts.

(2) Die Vertragsparteien veröffentlichen ihre Berichte.

Art. 16

Text

Artikel 16

Prüfung der Berichte

(1) Die dem Generalsekretär des Europarats nach Artikel 15 vorgelegten Berichte werden von einem nach Artikel 17 eingesetzten Sachverständigenausschuß geprüft.

(2) In einer Vertragspartei rechtmäßig gegründete Organisationen oder Vereinigungen können den Sachverständigenausschuß auf Fragen aufmerksam machen, die sich auf die von der betreffenden Vertragspartei nach Teil III dieser Charta eingegangenen Verpflichtungen beziehen. Nach Konsultation der betroffenen Vertragspartei kann der Sachverständigenausschuß diese Informationen bei der Ausarbeitung des in Absatz 3 genannten Berichts berücksichtigen. Diese Organisationen oder Vereinigungen können außerdem Erklärungen zu der von einer Vertragspartei in Übereinstimmung mit Teil II verfolgten Politik vorlegen.

(3) Auf der Grundlage der in Absatz 1 genannten Berichte und der in Absatz 2 erwähnten Informationen arbeitet der Sachverständigenausschuß einen Bericht für das Ministerkomitee aus. Diesem Bericht werden die Stellungnahmen, um welche die Vertragsparteien ersucht wurden, beigefügt; er kann vom Ministerkomitee veröffentlicht werden.

(4) Der in Absatz 3 genannte Bericht enthält insbesondere die Vorschläge des Sachverständigenausschusses an das Ministerkomitee für die Ausarbeitung von etwa erforderlichen Empfehlungen des Ministerkomitees an eine oder mehrere Vertragsparteien.

(5) Der Generalsekretär des Europarats erstattet der Parlamentarischen Versammlung alle zwei Jahre ausführlich Bericht über die Anwendung der Charta.

Art. 17

Text

Artikel 17

Sachverständigenausschuß

(1) Der Sachverständigenausschuß besteht aus einem Mitglied je Vertragspartei, das vom Ministerkomitee aus einer Liste von durch die betreffende Vertragspartei vorgeschlagenen Persönlichkeiten von höchster Integrität und anerkannter Sachkenntnis in den durch die Charta erfaßten Angelegenheiten ausgewählt wird.

(2) Die Mitglieder des Ausschusses werden für die Dauer von sechs Jahren ernannt; Wiederernennung ist zulässig. Kann ein Mitglied seine Amtszeit nicht beenden, so wird es nach dem in Absatz 1 festgelegten Verfahren ersetzt; das an seine Stelle tretende Mitglied vollendet die Amtszeit seines Vorgängers.

(3) Der Sachverständigenausschuß gibt sich eine Geschäftsordnung. Sein Sekretariat wird durch den Generalsekretär des Europarats versehen.

Art. 18

Text

Teil V – Schlußbestimmungen

Artikel 18

Diese Charta liegt für die Mitgliedstaaten des Europarats zur Unterzeichnung auf. Sie bedarf der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung. Die Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunden werden beim Generalsekretär des Europarats hinterlegt.

Art. 19

Text

Artikel 19

(1) Diese Charta tritt am ersten Tag des Monats in Kraft, der auf einen Zeitabschnitt von drei Monaten nach dem Tag folgt, an dem fünf Mitgliedstaaten des Europarats nach Artikel 18 ihre Zustimmung ausgedrückt haben, durch die Charta gebunden zu sein.

(2) Für jeden Mitgliedstaat, der später seine Zustimmung ausdrückt, durch die Charta gebunden zu sein, tritt sie am ersten Tag des Monats in Kraft, der auf einen Zeitabschnitt von drei Monaten nach Hinterlegung der Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunde folgt.

Art. 20

Text

Artikel 20

(1) Nach Inkrafttreten dieser Charta kann das Ministerkomitee des Europarats jeden Nichtmitgliedstaat des Europarats einladen, der Charta beizutreten.

(2) Für jeden beitretenden Staat tritt die Charta am ersten Tag des Monats in Kraft, der auf einen Zeitabschnitt von drei Monaten nach Hinterlegung der Beitrittsurkunde beim Generalsekretär des Europarats folgt.

Art. 21

Text

Artikel 21

(1) Jeder Staat kann bei der Unterzeichnung oder bei der Hinterlegung seiner Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde einen oder mehrere Vorbehalte zu Artikel 7 Absätze 2 bis 5 anbringen. Weitere Vorbehalte sind nicht zulässig.

(2) Jeder Vertragsstaat, der einen Vorbehalt nach Absatz 1 angebracht hat, kann ihn durch eine an den Generalsekretär des Europarats gerichtete Notifikation ganz oder teilweise zurücknehmen. Die Rücknahme wird mit dem Eingang der Notifikation beim Generalsekretär wirksam.

Art. 22

Text

Artikel 22

(1) Jede Vertragspartei kann diese Charta jederzeit durch eine an den Generalsekretär des Europarats gerichtete Notifikation kündigen.

(2) Die Kündigung wird am ersten Tag des Monats wirksam, der auf einen Zeitabschnitt von sechs Monaten nach Eingang der Notifikation beim Generalsekretär folgt.

Art. 23

Text

Artikel 23

Der Generalsekretär des Europarats notifiziert den Mitgliedstaaten des Rates und jedem Staat, der dieser Charta beigetreten ist:

a)

jede Unterzeichnung;

b)

jede Hinterlegung einer Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde;

c)

jeden Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Charta nach den Artikeln 19 und 20;

d)

jede nach Artikel 3 Absatz 2 eingegangene Notifikation;

e)

jede andere Handlung, Notifikation oder Mitteilung im Zusammenhang mit dieser Charta.

ZU URKUND dessen haben die hierzu gehörig befugten Unterzeichneten diese Charta unterschrieben.

GESCHEHEN zu Straßburg am 5. November 1992 in englischer und französischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermaßen verbindlich ist, in einer Urschrift, die im Archiv des Europarats hinterlegt wird. Der Generalsekretär des Europarats übermittelt allen Mitgliedstaaten des Europarats und allen zum Beitritt zu dieser Charta eingeladenen Staaten beglaubigte Abschriften.