Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Trinkwasserverordnung, Fassung vom 30.08.2014

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  • Langtitel
    Verordnung des Bundesministers für soziale Sicherheit und Generationen über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung - TWV)
    StF: BGBl. II Nr. 304/2001 [CELEX-Nr.: 398L0083]
    Präambel/Promulgationsklausel

    Auf Grund der §§ 10 Abs. 1, 21 Abs. 1, 29 lit. b und 39 Abs. 8 des Lebensmittelgesetzes 1975, BGBl. Nr. 86, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 21/2001, wird verordnet:

  • Text

    Geltungsbereich

    § 1. (1) Diese Verordnung regelt die Anforderungen an die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch.

    (2) Diese Verordnung ist nicht anwendbar auf natürliche Mineralwässer gemäß der Mineralwasser- und Quellwasserverordnung, BGBl. II Nr. 309/1999, in der jeweils geltenden Fassung.

    (3) Bei allen personenbezogenen Formulierungen gilt die gewählte Form für beide Geschlechter.

  • Definitionen

    § 2. Gemäß dieser Verordnung ist

    1. „Wasser“

    Wasser für den menschlichen Gebrauch gemäß § 3 Z 2 LMSVG;

    2. „Zuständige Behörde“

    der Landeshauptmann (§ 24 LMSVG).

  • Anforderungen

    § 3. (1) Wasser muss geeignet sein, ohne Gefährdung der menschlichen Gesundheit getrunken oder verwendet zu werden. Das ist gegeben, wenn es

    1.

    Mikroorganismen, Parasiten und Stoffe jedweder Art nicht in einer Anzahl oder Konzentration enthält, die eine potentielle Gefährdung der menschlichen Gesundheit darstellen und

    2.

    den in Anhang I Teile A und B festgelegten Mindestanforderungen entspricht. Die in Anhang I Teil C definierten Anforderungen für Indikatorparameter gelten für Überwachungszwecke. Bei Nichteinhaltung der Werte oder Spezifikationen ist den in Anhang I Teil C angeführten Verpflichtungen nachzukommen.

    (2) Für Wasser, das in Lebensmittelbetrieben ausschließlich zur Reinigung oder im Zuge von Desinfektionsverfahren (zB Nachspülung) verwendet wird und bei dem sichergestellt ist, dass dieses Wasser nicht für andere Zwecke gemäß § 2 Z 1 verwendet wird, gelten die Anforderungen gemäß Anhang I Teil B nicht. Der Untersuchungsumfang kann gemäß § 5 Z 2 auf jene Parameter und jene Indikatorparameter beschränkt werden, die zur hygienischen und mikrobiologischen Beurteilung erforderlich sind.

  • § 4. Die im Anhang I festgelegten Anforderungen gelten

    1.

    an den Entnahmestellen eines Verteilungsnetzes, die üblicherweise zur Wasserentnahme dienen;

    2.

    bei Wasser, das in Flaschen oder andere Behältnisse in Verkehr gebracht wird, am Punkt der Abfüllung;

    3.

    bei in einem Lebensmittelbetrieb verwendeten Wasser an der Stelle der Verwendung des Wassers im Betrieb;

    4.

    bei Wasser aus Tankfahrzeugen an der Entnahmestelle am Tankfahrzeug.

  • Eigenkontrolle

    § 5. Der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage hat

    1.

    die Wasserversorgungsanlage dem Stand der Technik entsprechend zu errichten, in ordnungsgemäßem Zustand zu halten und vorzusorgen, dass eine negative Beeinflussung des Wassers hintangehalten wird;

    a)

    zu diesem Zweck ist die Anlage fachgerecht von geschulten Personen zu errichten, zu warten und instand zu halten;

    b)

    über Maßnahmen gemäß lit. a sind Aufzeichnungen zu führen, insbesondere über

    -

    Baupläne und Planungsunterlagen,

    -

    Wartungsarbeiten und

    -

    Schulungen der für die Instandhaltung und Wartung eingesetzten Personen oder

    -

    gegebenenfalls Nachweise über die durchgeführten Tätigkeiten einschlägiger Betriebe.

                  Diese Aufzeichnungen sind solange aufzubewahren, dass der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage jederzeit die Erfüllung der Aufgaben nach lit. a nachweisen kann. Sie sind jedenfalls fünf Jahre aufzubewahren und jederzeit auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzuweisen. Baupläne und Planungsunterlagen sind unbegrenzt aufzubewahren;

    2.

    Untersuchungen des Wassers gemäß dem Untersuchungsumfang und den Untersuchungshäufigkeiten nach Anhang II von der Agentur gemäß § 65 LMSVG, den Untersuchungsanstalten der Länder gemäß § 72 LMSVG oder von einer gemäß § 73 LMSVG hiezu berechtigten Person durchführen zu lassen;

                  diese haben

    -

    bei der Probenahme auch die Überprüfung der Wasserversorgungsanlage (Lokalaugenschein; einschließlich der Wasserspende mit Fassungszone) vorzunehmen,

    -

    Proben zu entnehmen und

    -

    die in Anhang III aufgeführten Spezifikationen für die Analysen anzuwenden.

    Andere als die in Anhang III Z 1 genannten Verfahren dürfen angewendet werden, wenn die erzielten Ergebnisse nachweislich mindestens genauso zuverlässig sind, wie die mit den vorgegebenen Verfahren ermittelten Ergebnisse;

    3.

    die Proben

    -

    im Falle einer Wasserversorgungsanlage, die ≤ 10 m3 Wasser pro Tag (siehe Anhang II Teil B Anmerkung 1) liefert, an der Stelle oder an den Stellen entnehmen zu lassen, die eine Beurteilung der Qualität des Wassers an den in § 4 genannten Stellen ermöglichen. Werden Desinfektionsverfahren angewandt, sind zur Überprüfung der Wirksamkeit einer Desinfektionsmaßnahme über die in Anhang II Teil B festgelegte Mindestprobenzahl hinaus, weitere Proben entnehmen zu lassen.

    -

    im Falle einer Wasserversorgungsanlage, die > 10 m3 Wasser pro Tag (siehe Anhang II Teil B Anmerkung 2) liefert, für die Untersuchungen gemäß Z 2 zumindest an den von der zuständigen Behörde gemäß § 7 Z 1 festgelegten Probenahmestellen entnehmen zu lassen;

    Sind aus Gründen der Sicherung der einwandfreien Beschaffenheit des Wassers an weiteren Stellen oder zusätzliche Probenahmen erforderlich, oder besteht Grund zur Annahme, dass Stoffe oder Mikroorganismen, für die keine Parameterwerte festgesetzt wurden, in einer Menge oder Anzahl vorhanden sind, die eine potentielle Gefährdung der menschlichen Gesundheit darstellen, sind entsprechende zusätzliche Proben entnehmen zu lassen oder zusätzliche Untersuchungen durchführen zu lassen;

    4.

    Befunde und Gutachten über die gemäß Anhang II durchgeführten Untersuchungen

    -

    unverzüglich an die zuständige Behörde weiterzuleiten und

    -

    fünf Jahre lang zur Kontrolle aufzubewahren, ausgenommen die Befunde und Gutachten der Vollanalyse, die zehn Jahre aufzubewahren sind;

    5.

    soweit bei Untersuchungen gemäß den Z 2 und 3 die Nichteinhaltung der mikrobiologischen oder chemischen Anforderungen gemäß Anhang I Teil A und B festgestellt wurde, unverzüglich

    Maßnahmen zur Wiederherstellung der einwandfreien Qualität Des abgegebenen Wassers zu ergreifen, um spätestens innerhalb von 30 Tagen den Parameterwerten zu entsprechen;

    die Abnehmer über den (die) betreffenden Parameter sowie den

    dazugehörigen Parameterwert gemäß Anhang I Teil A und B zu informieren und auf etwaige Vorsichtsmaßnahmen (zB Nutzungsbeschränkungen für das Wasser oder bestimmte Behandlungsverfahren wie zB bei Nichteinhaltung der mikrobiologischen Anforderungen das Kochen bei Siedetemperatur, die zumindest drei Minuten gehalten werden muss) hinzuweisen. Weiters sind die Abnehmer darauf hinzuweisen, dass diese Informationen allen Verbrauchern (zB durch Aushang im Gebäude) in geeigneter Weise zur Kenntnis zu bringen sind.

    die zuständige Behörde zu informieren und ihr alle erforderlichen Informationen zur Verfügung zu stellen.

  • Information

    § 6. (1) Der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage hat die Abnehmer über die aktuelle Qualität des Wassers zu informieren. Die Information hat auf Basis der aktuellen Untersuchungsergebnisse gemäß § 5 zu erfolgen.

    (2) Die Abnehmer sind einmal jährlich entweder

    1.

    mit der Wasserrechnung oder

    2.

    über Informationsblätter der Gemeinden (zB Gemeindezeitung) oder

    3.

    auf eine andere geeignete Weise

    zumindest über die Analysenergebnisse folgender Parameter - in der in Klammer angeführten Einheit - zu informieren:

    a)

    “Nitrat” (mg NO3/l)

    b)

    “Pestizide” (µg/l) unter Angabe der Stoffe, die quantitativ erfasst wurden; liegt der Gehalt aller untersuchten Pestizide unter der Bestimmungsgrenze, so hat die Angabe “Pestizide im untersuchten Umfang nicht bestimmbar” zu erfolgen.

    c)

    Wasserstoffionenkonzentration (pH-Wert)

    d)

    Gesamthärte °dH

    e)

    Carbonathärte °dH (Säurekapazität bis pH 4,3)

    f)

    Kalium, Kalzium, Magnesium und Natrium bzw. Chlorid und Sulfat (mg/l)

    Wenn auf Grund der Anforderungen gemäß Anhang II keine Untersuchung auf Pestizide erforderlich ist, muss an Stelle der Analysenergebnisse auf diesen Umstand hingewiesen werden. Zu diesen Parametern sind jeweils auch die Parameterwerte gemäß Anhang I Teil B anzugeben.

    (3) Ist zu erwarten, dass bei den einzelnen Abnehmern die Konzentrationen der Parameter unterschiedlich sind oder schwanken (zB bei Mischung von Wässern unterschiedlicher Beschaffenheit), ist der auf Grund der vorliegenden Analysenergebnisse mögliche Schwankungsbereich anzugeben.

    (4) Der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage hat die Abnehmer darauf hinzuweisen, dass die Information gemäß Abs. 2 allen Verbrauchern (zB durch Aushang im Gebäude) zur Kenntnis zu bringen ist.

    (5) Der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage, der auf Grund eines Bescheides gemäß § 8 höher belastetes Wasser abgibt, hat die Abnehmer zunächst unverzüglich und in weiterer Folge einmal jährlich gemäß Abs. 2 über den betreffenden Parameter, den für die Abweichung vorgesehenen höchstzulässigen Wert, die Dauer der Abweichung sowie den dazugehörigen Parameterwert gemäß Anhang I Teil B zu informieren. Stellt die Abweichung für bestimmte Bevölkerungsgruppen ein besonderes Risiko dar, ist bei der Information darauf hinzuweisen; wenn möglich, werden Maßnahmen zur Reduzierung des Risikos empfohlen.

    (6) Die Information über weitere Parameter erfolgt auf schriftliche Anfrage des Verbrauchers gemäß Abs. 1. Die Bekanntgabe erfolgt durch schriftliche Information.

  • Überwachung

    § 7. Die zuständige Behörde

    1.

    hat die Probenahmestellen für jede Wasserversorgungsanlage, die > 10 m3 Wasser pro Tag liefert (siehe Anhang II Teil B Anmerkung 1), nach Anhörung des Betreibers der Wasserversorgungsanlage festzulegen. Dabei sind auch solche Probenahmestellen aus dem Verteilungsnetz festzulegen, die einen Rückschluss auf die Wasserbeschaffenheit beim Verbraucher zulassen. Werden Desinfektionsverfahren angewandt, sind zur Überprüfung der Wirksamkeit von Desinfektionsmaßnahmen und zur Sicherung der einwandfreien Beschaffenheit Probenahmestellen auf verschiedenen Stufen der Wasserversorgungsanlage festzulegen;

    2.

    kann bei ihrer Überwachungstätigkeit Untersuchungen folgender Parameter durch hierfür besonders geschulte Organe selbst durchführen:

    a)

    Aussehen,

    b)

    Geruch,

    c)

    Geschmack,

    d)

    Temperatur,

    e)

    pH-Wert,

    f)

    Leitfähigkeit,

    g)

    Nitrit,

    h)

    Messungen im Zusammenhang mit Desinfektionsmaßnahmen (zB Chlor, Chlordioxid, Ozon, UV-Durchlässigkeit);

    3.

    kann für einen von ihr festzulegenden Zeitraum feststellen, dass das Vorhandensein eines Parameters gemäß Anhang I in einer bestimmten Wasserversorgung nicht in Konzentrationen zu erwarten ist, die die Einhaltung des entsprechenden Parameterwertes gefährden könnte. Dementsprechend kann der Untersuchungsumfang auf Antrag des Betreibers der Wasserversorgungsanlage um diese(n) Parameter reduziert werden. Für die Festlegung des Untersuchungsumfanges für Pestizide (siehe Anhang I Teil B Anmerkung 6) gilt Folgendes:

    a)

    Bei der Festlegung des Untersuchungsumfanges sind

    die Nutzungen der Flächen im Wassereinzugsgebiet,

    mögliche Anwendungen von Pestiziden in der Vergangenheit, die noch Auswirkungen auf die gegenwärtige Wasserqualität haben könnten,

    die örtliche Situation der Wasserspende sowie

    alle weiteren Informationen, die einen Hinweis auf den Eintrag oder auf das Vorhandensein von Pestiziden geben, zu berücksichtigen.

    b)

    Bei der Festlegung des Untersuchungsumfanges

    kann die Liste gemäß Anhang I Teil B Anmerkung 6 um jene Pestizide reduziert werden, deren Auftreten bei der konkreten Wasserversorgungsanlage nicht anzunehmen ist,

    hat die Liste gemäß Anhang I Teil B Anmerkung 6 um jene Pestizide erweitert zu werden, deren Auftreten bei der konkreten Wasserversorgungsanlage anzunehmen ist.

    4.

    kann den Untersuchungsumfang und die Untersuchungshäufigkeit gemäß Anhang II für eine Wasserversorgungsanlage erforderlichenfalls erhöhen oder gegebenenfalls einzelne Parameter zusätzlich vorschreiben, um die Erhaltung oder Wiederherstellung der einwandfreien Wasserqualität zu überwachen;

    5.

    (Anm.: aufgehoben durch BGBl. II Nr. 254/2006)

  • Ausnahmen

    § 8. (1) Gelangt die zuständige Behörde auf Grund von Messergebnissen zu der Auffassung, dass die Parameterwerte des Anhanges I Teil B in einer bestimmten Wasserversorgungsanlage nicht entsprechen, so kann sie über Antrag des durch diese Belastung betroffenen Betreibers der Wasserversorgungsanlage die Anwendung dieser Parameterwerte befristet aussetzen, sofern die ortsübliche Wasserversorgung nicht auf andere zumutbare Weise sichergestellt werden kann. Mit dem Antrag sind vom Betreiber der Wasserversorgungsanlage alle zur Verfügung stehenden Informationen gemäß Abs. 5 vorzulegen.

    (2) Bescheide gemäß Abs. 1 sind zeitlich bis zu jenem Zeitpunkt zu befristen, ab dem voraussichtlich - insbesondere im Hinblick auf die von der Wasserrechtsbehörde getroffenen oder sonstigen Maßnahmen - die Einhaltung der Grenzwerte zu erwarten ist. Diese Befristung darf drei Jahre nicht überschreiten.

    (3) Bei der Erlassung von Bescheiden gemäß Abs. 1 hat die zuständige Behörde zu bestimmen, um welche Werte die betreffenden Parameterwerte überschritten werden dürfen. Diese Werte sind unter Beachtung der örtlichen Gegebenheiten so festzulegen, dass die Überschreitung möglichst gering ist und in dem vorgesehenen Zeitraum (Abs. 2) die Volksgesundheit aus hygienisch-toxikologischer Sicht nicht gefährdet.

    (4) Bei der Erlassung von Bescheiden gemäß Abs. 1 ist ein geeignetes Überwachungsprogramm, erforderlichenfalls mit einer erhöhten Untersuchungshäufigkeit vorzuschreiben, mit dem Ziel vor Ablauf der Frist einen Trend ableiten zu können.

    (5) Folgende Informationen müssen für jeden Bescheid gemäß Abs. 1 vorliegen:

    1.

    Grund für die Abweichung;

    2.

    betreffender Parameter;

    3.

    frühere einschlägige Untersuchungsergebnisse;

    4.

    für die Abweichung vorgesehener höchstzulässiger Wert;

    5.

    geographisches Gebiet (Versorgungsgebiet der Wasserversorgungsanlage) und durchschnittlich gelieferte Wassermenge pro Tag;

    6.

    betroffene Bevölkerung und die Angabe, ob Lebensmittelbetriebe mit überregionaler Bedeutung betroffen sind oder nicht;

    7.

    Überwachungsprogramm;

    8.

    Zusammenfassung der Maßnahmen, die zur Einhaltung der Parameterwerte ergriffen werden, mit einem Zeitplan für die Arbeiten, einer Vorausschätzung der Kosten und Bestimmungen zur Überprüfung der Maßnahmen;

    9.

    erforderliche Dauer der Abweichung.

    (6) Betrifft ein Bescheid gemäß Abs. 1

    1.

    eine Wasserversorgungsanlage, die > 1 000 m3 Wasser pro Tag (siehe Anhang II Teil B Anmerkung 2) liefert, sind die in Abs. 5 genannten Informationen von der zuständigen Behörde unverzüglich an das Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend weiterzuleiten;

    2.

    eine Wasserversorgungsanlage, die ≤ 1 000 m3 Wasser pro Tag (siehe Anhang II Teil B Anmerkung 2) liefert, sind die in Abs. 5 genannten Informationen zumindest für die Dauer der im Bescheid vorgesehenen Frist von der zuständigen Behörde aufzubewahren und auf Anfrage an das Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend weiterzuleiten.

    (7) Vor Ablauf der Frist des Bescheides gemäß Abs. 1 überprüft die zuständige Behörde, ob entsprechende Fortschritte - insbesondere in Hinblick auf die von der Wasserrechtsbehörde getroffenen oder sonstigen Maßnahmen - erzielt worden sind.

    (8) Gelangt die zuständige Behörde auf Grund der Überprüfung gemäß Abs. 7 zu der Auffassung, dass die Parameterwerte des Anhanges I Teil B bei diesem Wasser nicht eingehalten werden können, jedoch innerhalb einer Frist von drei Jahren zu erwarten ist, dass die Parameterwerte - insbesondere im Hinblick auf die von der Wasserrechtsbehörde getroffenen Maßnahmen oder sonstige Maßnahmen - eingehalten werden können, so kann sie über Antrag des durch diese Belastung betroffenen Betreibers einer Wasserversorgungsanlage die Anwendung dieser Parameterwerte ein zweites Mal gemäß den in den Abs. 2 bis 5 genannten Voraussetzungen aussetzen, sofern die ortsübliche Wasserversorgung nicht auf andere zumutbare Weise sichergestellt werden kann. Mit dem Antrag sind vom Betreiber einer Wasserversorgungsanlage alle zur Verfügung stehenden Informationen gemäß Abs. 5 vorzulegen.

    (9) Die in Abs. 5 genannten Informationen sind betreffend Bescheide gemäß Abs. 8 von der zuständigen Behörde unverzüglich an das Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend weiterzuleiten.

  • § 9. (1) Die Erteilung einer Ausnahme gemäß § 8 ist nicht erforderlich, wenn die Nichteinhaltung der Parameterwerte unerheblich ist und das Problem mittels Abhilfemaßnahmen innerhalb von 30 Tagen behoben werden kann. In diesem Fall legt die zuständige Behörde den für die Abweichung vorgesehenen höchstzulässigen Wert und die Frist zur Beseitigung des Problems fest.

    (2) Abs. 1 darf nicht angewendet werden, wenn ein Parameterwert während der vorangegangenen zwölf Monate über insgesamt mehr als 30 Tage nicht eingehalten worden ist.

  • Schlussbestimmungen

    § 10. (1) Diese Verordnung tritt mit dem ihrer Kundmachung folgenden Monatsersten in Kraft.

    (2) Mit In-Kraft-Treten dieser Verordnung treten die

    1.

    Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch, BGBl. II Nr. 235/1998, in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 161/2000,

    2.

    Trinkwasser-Nitratverordnung, BGBl. Nr. 557/1989, in der Fassung der Verordnungen BGBl. Nr. 287/1996 und BGBl. Nr. 714/1996,

    3.

    Trinkwasser-Pestizidverordnung, BGBl. Nr. 448/1991,

    4.

    Trinkwasser-Ausnahmeverordnung, BGBl. Nr. 384/1993, in der Fassung der Verordnung BGBl. Nr. 287/1996, und

    5.

    Trinkwasser-Informationsverordnung, BGBl. II Nr. 352/1999,

    außer Kraft.

    (3) Befristete Bescheide gemäß der Trinkwasser-Ausnahmeverordnung, BGBl. Nr. 384/1993, in der Fassung der Verordnung BGBl. Nr. 287/1996 bleiben bis zum Ablauf ihrer Befristung, längstens jedoch bis zum 1. Dezember 2003, in Kraft.

  • § 11. Durch diese Verordnung wird die Richtlinie 98/83/EG, ABl. Nr. L 330 vom 5. Dezember 1998, in österreichisches Recht umgesetzt.

  • Anhang I

     

    Parameter und Parameterwerte

    Teil A

    Mikrobiologische Parameter

     

    Für nicht desinfiziertes Wasser:

     

    Parameter

    Wert

    Einheit

    Escherichia coli

    0

    Anzahl/100 ml

    Enterokokken

    0

    Anzahl/100 ml

    Pseudomonas aeruginosa

    0

    Anzahl/100 ml

     

    Für desinfiziertes Wasser, unmittelbar nach Abschluss der Desinfektion (Die Probenahme erfolgt unmittelbar nach Abschluss der Desinfektionsmaßnahme. Diese Untersuchung dient zur Überprüfung der Wirksamkeit der Desinfektionsmaßnahme.):

     

    Parameter

    Wert

    Einheit

    Escherichia coli

    0

    Anzahl/250 ml

    Enterokokken

    0

    Anzahl/250 ml

    Pseudomonas aeruginosa

    0

    Anzahl/250 ml

     

    Für Wasser, das in Flaschen oder sonstigen Behältnissen in Verkehr gebracht wird, gilt am Punkt der Abfüllung Folgendes:

     

    Parameter

    Wert

    Einheit

    KBE 22 (koloniebildende Einheiten bei 22 °C Bebrütungstemperatur)

    100

    Anzahl/ml

    KBE 37 (koloniebildende Einheiten bei 37 °C Bebrütungstemperatur)

    20

    Anzahl/ml

    Escherichia coli

    0

    Anzahl/250 ml

    Enterokokken

    0

    Anzahl/250 ml

    Pseudomonas aeruginosa

    0

    Anzahl/250 ml

     

    Teil B

    Chemische Parameter

     

    Parameter

    Parameterwert

    Einheit

    Anmerkungen

    Acrylamid

     

    0,10

    µg/l

    Anm. 1

    Antimon

     

    5,0

    µg/l

    Anm. 12

    Arsen

     

    10

    µg/l

    Anm. 12

    Benzol

     

    1,0

    µg/l

     

    Benzo-(a)-pyren

     

    0,010

    µg/l

     

    Blei

     

    10

    µg/l

    Anm. 3 und 4

    Bor

     

    1,0

    mg/l

     

    Bromat

     

    10

    µg/l

    Anm. 2

    Cadmium

     

    5,0

    µg/l

     

    Chrom

     

    50

    µg/l

     

    Cyanid

     

    50

    µg/l

     

    1,2-Dichlorethan

     

    3,0

    µg/l

     

    Epichlorhydrin

     

    0,10

    µg/l

    Anm. 1

    Fluorid

     

    1,5

    mg/l

     

    Kupfer

     

    2,0

    mg/l

    Anm. 3

    Nickel

     

    20

    µg/l

    Anm. 3

    Nitrat

     

    50

    mg/l

    Anm. 5

    Nitrit

     

    0,1

    mg/l

    Anm. 11

    Pestizide

     

    0,10

    µg/l

    Anm. 6 und 7

    Pestizide insgesamt

     

    0,50

    µg/l

    Anm. 6 und 8

    Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

     

    0,10

    µg/l

    Summe der Konzentrationen der spezifizierten Verbindungen; Anm. 9

    Quecksilber

     

    1,0

    µg/l

     

    Selen

     

    10

    µg/l

     

    Tetrachlorethen und Trichlorethen

     

    10

    µg/l

    Summe der Konzentrationen der spezifizierten Parameter

    Trihalomethane insgesamt

     

    30

    µg/l

    Summe der Konzentrationen der spezifizierten Verbindungen; Anm. 10

    Uran

     

    15

    µg/l

     

    Vinylchlorid

     

    0,50

    µg/l

    Anm. 1

     

    Anmerkung 1:

    Der Parameter bezieht sich auf die Restmonomerkonzentration im Wasser, berechnet aus den Spezifikationen der maximalen Freisetzung aus dem entsprechenden Polymer in Berührung mit dem Wasser.

     

    Anmerkung 2:

    Im Fall von Wasser gemäß § 4 Z 1, 3 und 4 ist der Wert spätestens am 1. Dezember 2008 einzuhalten. Der Parameterwert für Bromat beträgt für den Zeitraum zwischen 1. Dezember 2003 und 1. Dezember 2008 25 µg/l.

     

    Anmerkung 3:

    Der Wert gilt für eine Probe von Wasser für den menschlichen Gebrauch, die mit einem geeigneten Probenahmeverfahren an der Wasserentnahmestelle in der Weise entnommen wird, dass sich eine für die durchschnittliche wöchentliche Wasseraufnahme durch Verbraucher repräsentative Probe ergibt.

     

    Anmerkung 4:

    Im Fall von Wasser gemäß § 4 Z 1 und 3 ist der Wert spätestens ab 1. Dezember 2013 einzuhalten. Der Parameterwert für Blei beträgt bis 1. Dezember 2003 50 µg/l und für den Zeitraum zwischen 1. Dezember 2003 und 1. Dezember 2013 25 µg/l.

     

    Anmerkung 5:

    Es ist die Bedingung, [Nitrat]/50 + [Nitrit]/3 ≤ 1 einzuhalten (die eckigen Klammern stehen für Konzentrationen in mg/l, und zwar für Nitrate [NO3] und für Nitrite [NO2]).

     

    Anmerkung 6:

    “Pestizide” bedeuten:

     

     

    - organische Insektizide,

     

     

    - organische Herbizide,

     

     

    - organische Fungizide,

     

     

    - organische Nematizide,

     

     

    - organische Akarizide,

     

     

    - organische Algizide,

     

     

    - organische Rodentizide,

     

     

    - organische Schleimbekämpfungsmittel,

     

     

    - verwandte Produkte (ua. Wachstumsregulatoren) und die relevanten Metaboliten, Abbau- und Reaktionsprodukte.

     

     

    Es brauchen nur solche Pestizide überwacht werden, deren Vorhandensein in einer bestimmten Wasserversorgung anzunehmen ist. Das Vorhandensein folgender Pestizide ist anzunehmen:

     

     

    1. Alachlor

     

     

    2. Aldrin und Dieldrin

     

     

    3. Amidosulfuron

     

     

    4. Atrazin

     

     

    5. Bentazone

     

     

    6. Bromoxynil

     

     

    7. Buturon

     

     

    8. 4-(4-Chlor-2-methylphenoxy)-buttersäure (MCPB) einschließlich Salze und Ester - insgesamt als MCPB

     

     

    9. (4-Chlor-2-methylphenoxy)-essigsäure (MCPA) einschließlich Salze und Ester - insgesamt als MCPA

     

     

    10. 2-(4-Chlor-2-methylphenoxy)-propionsäure(Mecoprop, MCPP) einschließlich Salze und Ester - insgesamt als Mecoprop

     

     

    11. Chlorbromuron

     

     

    12. Chlordan

     

     

    13. Chlortoluron

     

     

    14. CL 9673 (als Metabolit von Pyridate)

     

     

    15. Cyanazin

     

     

    16. Deltamethrin

     

     

    17. Desethylatrazin

     

     

    18. Desisopropylatrazin

     

     

    19. Dicamba

     

     

    20. (2,4-Dichlorphenoxy)-essigsäure(2,4-D) einschließlich Salze und Ester - insgesamt als 2,4-D

     

     

    21. 2-(2,4-Dichlorphenoxy)-propionsäure(Dichlorprop, 2,4-DP) einschließlich Salze und Ester - insgesamt als Dichlorprop

     

     

    22. Dinoseb

     

     

    23. Dinoseb-Acetat

     

     

    24. Diuron

     

     

    25. Gluphosinat

     

     

    26. Glyphosat

     

     

    27. Heptachlor

     

     

    28. Heptachlorepoxid

     

     

    29. Hexachlorbenzol

     

     

    30. Isoproturon

     

     

    31. Ioxynil

     

     

    32. Lindan

     

     

    33. Linuron

     

     

    34. Metazachlor

     

     

    35. Metobromuron

     

     

    36. Metolachlor

     

     

    37. Metoxuron

     

     

    38. Metsulfuron

     

     

    39. Monolinuron

     

     

    40. Neburon

     

     

    41. Nicosulfuron

     

     

    42. Orbencarb

     

     

    43. Primisulfuron

     

     

    44. Prometryn

     

     

    45. Propazin

     

     

    46. Pyridate

     

     

    47. Rimsulfuron

     

     

    48. Sebuthylazin

     

     

    49. Simazin

     

     

    50. Terbutryn

     

     

    51. Terbuthylazin

     

     

    52. Thifensulfuron

     

     

    53. Triasulfuron

     

     

    54. (2,4,5-Trichlorphenoxy)-essigsäure (2,4,5-T) einschließlich Salze und Ester - insgesamt als 2,4,5-T

     

     

    55. Trifluralin

     

     

    56. Triflusulfuron-methyl

     

     

    57. Vinclozolin

     

    Anmerkung 7:

    Der Parameterwert gilt jeweils für die einzelnen Pestizide. Für Aldrin, Dieldrin, Heptachlor und Heptachlorepoxid ist der Parameterwert 0,030 µg/l.

     

    Anmerkung 8:

    “Pestizide insgesamt” bezeichnet die Summe aller einzelnen Pestizide, die bestimmt wurden.

     

    Anmerkung 9:

    Bei den spezifizierten Verbindungen handelt es sich um:

     

     

    - Benzo-(b)-fluoranthen,

     

     

    - Benzo-(k)-fluoranthen,

     

     

    - Benzo-(ghi)-perylen,

     

     

    - Inden-(1,2,3-cd)-pyren.

     

    Anmerkung 10:

    Die spezifizierten Verbindungen sind Chloroform, Bromoform, Dibromchlormethan, Bromdichlormethan.

    Anmerkung 11:

    Dieser Wert gilt jedenfalls am Ausgang der Wasserwerke. Für einen begrenzten Zeitraum, dermaximal sechs Monate nicht übersteigen darf, ist eine Überschreitung des Parameterwertes bis 0,5 mg/l zulässig,

     

    - falls sie technisch bedingt ist (zB bei Verwendung von verzinkten Werkstoffen bis zur Bildung einer entsprechenden Schutzschicht) und

     

    - wenn sichergestellt ist, dass dieses Wasser nicht für die Zubereitung von Nahrung für Säuglinge verwendet wird.

    Anmerkung 12:

    Der Parameterwert ist spätestens ab 1. Dezember 2003 einzuhalten. Der Parameterwert beträgt bis zum 30. November 2003 für Antimon 10 µg/l und für Arsen 50 µg/l.

     

    Teil C

    Parameter mit Indikatorfunktion (Indikatorparameter)

    Werte von Indikatorparametern stellen Konzentrationen an Inhaltsstoffen, Mikroorganismen oder Strahlenaktivitäten dar, bei deren Überschreitung die Ursache zu prüfen und festzustellen ist, ob bzw. welche Maßnahmen zur Aufrechterhaltung einer einwandfreien Wasserqualität erforderlich sind. Natürliche Gehalte sind, auch wenn sie weit unter dem jeweiligen Wert liegen, vor unerwünschten Veränderungen zu schützen.

     

    Chemische und physikalische Indikatorparameter

     

    Indikatorparameter

    Wert

    Einheit

    Anmerkungen

    Aluminium

    200

    µg/l

     

    Ammonium

    0,50

    mg/l

    Geogen bedingte Überschreitungen bleiben bis zu 5 mg/l NH4 außer Betracht. Ab einem Gehalt von mehr als 0,2 mg/l NH4 dürfen Chlorungsverfahren nicht angewendet werden.

    Chlorid

    200

    mg/l

    Das Wasser sollte nicht korrosiv wirken.

    Eisen

    200

    µg/l

     

    Färbung spektraler Absorptionskoeffizient bei 436 nm

    Für den Verbraucher annehmbar und ohne anormale Veränderung 0,5

    m-1

    Messung nur erforderlich, wenn grobsinnlich wahrnehmbar.

    Geruch

    Für den Verbraucher annehmbar und ohne anormaleVeränderung

     

     

    Geschmack

    Für den Verbraucher annehmbar und ohne anormale Veränderung

     

     

    Leitfähigkeit

    2 500

    µS cm-1 bei 20°C

    Das Wasser sollte nicht korrosiv wirken.

    Mangan

    50

    µg/l

     

    Natrium

    200

    mg/l

     

    Organisch gebundener Kohlenstoff (TOC)

    Ohne anormale Veränderung

     

    Bei Versorgungssystemen mit einer Abgabe von weniger als 10 000 m3 pro Tag, braucht dieser Parameter nicht bestimmt zu werden.

    Oxidierbarkeit

    5,0

    mg/l O2

    Dieser Parameter braucht nicht bestimmt zu werden, wenn der Parameter TOC analysiert wird. 5 mg O2 entsprechen 20 mg KMnO4.

    Sulfat

    250

    mg/l

    Das Wasser sollte nicht korrosiv wirken. Überschreitungen bis zu 750 mg/l SO4 bleiben außer Betracht, sofern der dem Calcium nicht äquivalente Gehalt des Sulfates 250 mg/l nicht übersteigt.

    Temperatur

    25
    ohne anormale Veränderung

    °C

     

    Trübung

    Für den Verbraucher annehmbar und ohne anormale Veränderung

     

    Bei der Aufbereitung von Oberflächen-
    wasser gilt ein Parameterwert von 1,0 NTU (nephelometrische Trübungsein-
    heiten) im Wasser am Ausgang der Wasserauf-
    bereitungsanlage.

    Wasserstoffionen-Konzentration

    ≥ 6,5 und ≤ 9,5

    pH-Einheiten

    Das Wasser sollte nicht korrosiv wirken. Bei Wasser gemäß § 4 Z 2 darf der pH-Wert am Ort der Abfüllung bis zu 4,5 pH-Einheiten betragen. Ist dieses Wasser von Natur aus kohlensäurehaltig oder ist es mit Kohlensäure versetzt, kann der Mindestwert niedriger sein.

     

    Mikrobiologische Indikatorparameter

     

    Für nicht desinfiziertes Wasser:

     

    Indikatorparameter

    Wert

    Einheit

    KBE 22 (koloniebildende Einheiten bei 22 °C Bebrütungstemperatur)

    100

    Anzahl/ml

    KBE 37 (koloniebildende Einheiten bei 37 °C Bebrütungstemperatur)

    20

    Anzahl/ml

    coliforme Bakterien

    0

    Anzahl/100 ml

    Clostridium perfringens (einschließlich Sporen) (Anmerkung 1)

    0

    Anzahl/100 ml

     

    Für desinfiziertes Wasser, unmittelbar nach Abschluss der Desinfektion (Die Probenahme erfolgt unmittelbar nach Abschluss der Desinfektionsmaßnahme. Diese Untersuchung dient zur Überprüfung der Wirksamkeit der Desinfektionsmaßnahme.):

     

    Indikatorparameter

    Wert

    Einheit

    KBE 22 (koloniebildende Einheiten bei 22 °C Bebrütungstemperatur)

    10

    Anzahl/ml

    KBE 37 (koloniebildende Einheiten bei 37 °C Bebrütungstemperatur)

    10

    Anzahl/ml

    coliforme Bakterien

    0

    Anzahl/250 ml

    Clostridium perfringens (einschließlich Sporen)

    0

    Anzahl/250 ml

     

    Für Wasser, das in Flaschen oder sonstigen Behältnissen in Verkehr gebracht wird, gilt am Punkt der Abfüllung Folgendes:

     

    Indikatorparameter

    Wert

    Einheit

    coliforme Bakterien

    0

    Anzahl/250 ml

    Clostridium perfringens (einschließlich Sporen)

    0

    Anzahl/250 ml

     

    Anmerkung 1: Dieser Parameter braucht nur bestimmt zu werden, wenn das Wasser von Oberflächenwasser stammt oder von Oberflächenwasser beeinflusst wird. Ist dieser Parameterwert überschritten, so sind Nachforschungen in der Wasserversorgungsanlage vorzunehmen, um festzustellen, ob eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch krankheitserregende Mikroorganismen oder Parasiten (wie zB Cryptosporidium) besteht. Die zuständige Behörde ist jedenfalls gemäß § 5 Z 5 dritter Gedankenstrich zu informieren.

     

    Radioaktivität (Indikatorparameter)

     

    Indikatorparameter

    Wert

    Einheit

    Anmerkungen

    Tritium

    100

    Bq/l

     

    Gesamtrichtdosis

    0,10

    mSv/Jahr

    Mit Ausnahme von Tritium, Kalium-40, Radon und Radonzer- fallsprodukten.

     

  • Anhang II

     

    Überwachung

    Teil A

    Zu analysierende Parameter

    1. Routinemäßige Kontrollen

    KBE 22

    KBE 37

    Escherichia coli

    coliforme Bakterien

    Enterokokken

    Pseudomonas aeruginosa (Anmerkung 1)

    Clostridium perfringens (Anmerkung 2)

    Geruch

    Färbung

    Trübung

    Geschmack

    Temperatur

    Leitfähigkeit

    Ammonium

    Nitrit (Anmerkung 3)

    Wasserstoffionenkonzentration (pH-Wert)

    Aluminium (Anmerkung 4)

    Eisen (Anmerkung 5)

    Je nach Art des eingesetzten Desinfektionsverfahrens:

    Chlorung:

    – Konzentration an Chlorverbindungen

    Ozonung:

    – Konzentration an Ozon

    UV-Bestrahlung:

    – UV-Durchlässigkeit des Wassers (253,7 nm; 100 mm Schichtdicke)

    – Durchfluss des Wassers

    – Referenzbestrahlungsstärke (W/m2), Ablesung an der Anzeige des Anlagenradiometers (Sensor)

    2. Umfassende Kontrollen (Volluntersuchung)

    Alle Parameter des Anhangs I

    Je nach Art des eingesetzten Desinfektionsverfahrens:

    Chlorung:

    – Konzentration an Chlorverbindungen

    Ozonung:

    – Konzentration an Ozon

    UV-Bestrahlung:

    – UV-Durchlässigkeit des Wassers (253,7 nm; 100 mm Schichtdicke)

    – Durchfluss des Wassers

    – Referenzbestrahlungsstärke (W/m2), Ablesung an der Anzeige des Anlagenradiometers (Sensor)

    Weiters werden solche Parameter bestimmt, welche die Berechnung der Ionenbilanz und die Charakterisierung des Wassers ermöglichen (Gesamthärte °dH, Carbonathärte °dH (Säurekapazität bis pH 4,3), Kalzium, Kalium, Magnesium).

    3. Kontrollen für kleine Wasserversorgungsanlagen (Abgabe von ≤ 100 m3 Wasser pro Tag bzw. Versorgung von ≤ 500 Personen) (Mindestuntersuchung)

    KBE 22

    KBE 37

    Escherichia coli

    coliforme Bakterien

    Enterokokken

    Pseudomonas aeruginosa (Anmerkung 1)

    Clostridium perfringens (Anmerkung 2)

    Geruch

    Färbung

    Trübung

    Geschmack

    Temperatur

    Leitfähigkeit

    Wasserstoffionenkonzentration (pH-Wert)

    Gesamthärte °dH

    Carbonathärte °dH (Säurekapazität bis pH 4,3)

    Oxidierbarkeit (siehe Anmerkung in Anhang I Teil C)

    Ammonium

    Nitrit

    Nitrat

    Chlorid

    Sulfat

    Eisen

    Mangan

    Aluminium (Anmerkung 4)

    Je nach Art des eingesetzten Desinfektionsverfahrens:

    Chlorung:

    – Konzentration an Chlorverbindungen

    Ozonung:

    – Konzentration an Ozon

    UV-Bestrahlung:

    – UV-Durchlässigkeit des Wassers (253,7 nm; 100 mm Schichtdicke)

    – Durchfluss des Wassers

    – Referenzbestrahlungsstärke (W/m2), Ablesung an der Anzeige des Anlagenradiometers (Sensor)

    Zusätzlich werden jene Parameter aufgenommen, deren regelmäßige Untersuchung erforderlich ist, um eine mögliche Nichteinhaltung eines Parameterwertes rechtzeitig zu erkennen. Insbesondere werden solche Parameter einbezogen, die nachteiligen Einfluss auf die Beschaffenheit des dem Verbraucher gelieferten Wassers haben können. Weiters werden solche Parameter bestimmt, welche die Berechnung der Ionenbilanz und die Charakterisierung des Wassers ermöglichen (Gesamthärte °dH, Carbonathärte °dH (Säurekapazität bis pH 4,3), Kalzium, Kalium, Magnesium, Natrium). Die Probenahme erfolgt an ausgewählten – in § 5 Z 3 festgelegten – Probenahmestellen und in solchen Zeitabständen, die erforderlich sind, um die Erhaltung oder Wiederherstellung der einwandfreien Wasserqualität zu überwachen.

    Anmerkung 1: Dieser Parameter muss nur bei Wässern, die in Flaschen oder anderen Behältnissen in Verkehr gebracht werden (am Punkt der Abfüllung) und bei Wässern, welche chemischtechnisch (zB Ionenaustausch, Aktivkohlefilter) aufbereitet wurden, untersucht werden. Weiters ist dieser Parameter im Rahmen der Wirksamkeitskontrolle von Desinfektionsverfahren bei Proben vor und unmittelbar nach Abschluss der Desinfektion zu untersuchen.

    Anmerkung 2: Dieser Parameter braucht nur bestimmt zu werden, wenn das Wasser von Oberflächenwasser stammt oder von Oberflächenwasser beeinflusst wird. Weiters ist dieser Parameter im Rahmen der Wirksamkeitskontrolle von Desinfektionsverfahren bei Proben vor und unmittelbar nach Abschluss der Desinfektion zu untersuchen.

    Anmerkung 3: Nur erforderlich, wenn Chloraminierung als Desinfektionsmethode verwendet wird.

    Anmerkung 4: Bei Verwendung von Aluminiumverbindungen in der Wasseraufbereitung.

    Anmerkung 5: Bei Verwendung von Eisenverbindungen in der Wasseraufbereitung.

     

    Teil B

    Untersuchungshäufigkeit

    1. Mindesthäufigkeit der Probenahmen und Analysen bei Wasser, das aus einem Verteilungsnetz oder einem Tankfahrzeug bereitgestellt oder in einem Lebensmittelbetrieb verwendet wird.

    Bei der Probenahme und der Beurteilung der Probe sind die verschiedenen Stufen der Wasserversorgungsanlage (zB Aufbereitung) zu berücksichtigen. Die Anzahl der Proben ist im Hinblick auf Zeit und Ort gleichmäßig zu verteilen.

     

    Menge des abgegebenen Wassers in m3 pro Tag (Anmerkung 1)

    Routinemäßige Kontrollen

    Anzahl der Proben pro Jahr (Anmerkung 2)

    Umfassende Kontrollen (Volluntersuchung) Anzahl der Proben pro Jahr

    ≤ 10

    1
    (Anmerkung 3, 4 und 6)

    > 10 bis ≤ 100

    1

    1
    (Anmerkung 4)

    > 100 bis ≤ 1 000

    4

    1

    > 1 000 bis ≤ 10 000

    4
    + 3 pro 1 000 m3 pro Tag und Teile davon bezogen auf die Gesamtmenge

    1
    + 1 pro 3 300 m3 pro Tag und Teile davon bezogen auf die Gesamtmenge
    (Anmerkung 5)

    > 10 000 bis ≤ 100 000

    3
    + 1 pro 10 000 m3 pro Tag und Teile davon bezogen auf die Gesamtmenge
    (Anmerkung 5)

    > 100 000

    10
    + 1 pro 25 000 m3 pro Tag und Teile davon bezogen auf die Gesamtmenge
    (Anmerkung 5)

     

    Die erforderliche Probenanzahl ist bei Vorliegen mehrerer Wasserspender bzw. mehrerer Objekte der Wasserversorgungsanlage (zB Aufbereitungs- und Desinfektionsanlagen, Behälter, Versorgungsnetz) entsprechend zu erweitern.

    Bei einer Überschreitung einer Nitratkonzentration von 25 mg/l und wenn ein Anstieg zu befürchten ist, hat eine zumindest vierteljährige Untersuchung des Wassers auf Nitrat zu erfolgen, wenn nicht gemäß obiger Tabelle eine häufigere Untersuchung vorgeschrieben ist.

    Anmerkung 1: Die Mengen werden als Mittelwerte über ein Jahr hinweg berechnet. An Stelle der Menge des abgegebenen Wassers kann zur Bestimmung der Mindesthäufigkeit auch die Einwohnerzahl eines Versorgungsgebietes herangezogen werden, wobei ein täglicher Pro-Kopf-Verbrauch von 200 l zur Umrechnung angesetzt wird.

    Anmerkung 2: Die Anzahl der Proben in der Tabelle kann für die verschiedenen Parameter in Anhang I – ausgenommen Wasserversorgungsanlagen, die ≤ 100 m3 Wasser pro Tag abgeben – von der zuständigen Behörde verringert werden, wenn

    – die Werte der in einem Zeitraum von mindestens zwei aufeinander folgenden Jahren durchgeführten Probenahmen konstant und erheblich besser als die in Anhang I angeführten Parameterwerte sind und – sich voraussichtlich kein Faktor negativ auf die Wasserqualität auswirken wird.

    Die Mindesthäufigkeit darf nicht weniger als 50% der in der Tabelle genannten Anzahl der Proben betragen.

    Anmerkung 3: Für nicht desinfiziertes Wasser, das nicht von Oberflächenwasser stammt oder von Oberflächenwasser beeinflusst wird und entsprechend den Bestimmungen des § 3 Abs. 2 dieser Verordnung ausschließlich zur Reinigung oder im Zuge von Desinfektionsverfahren (zB Nachspülung) verwendet wird, gilt ein auf die mikrobiologischen Parameter des Anhangs II Teil A reduzierter Untersuchungsumfang.

    Anmerkung 4: Es gilt der Untersuchungsumfang gemäß Teil A Z 3. Bei Neuerschließung sind vom Betreiber zusätzlich jene Parameter einzubeziehen, die nachteiligen Einfluss auf die Beschaffenheit des Wassers haben können.

    Anmerkung 5: Die Indikatorparameter für die Radioaktivität sind nur einmalig zu ermitteln. Bei Änderungen an der Wasserversorgungsanlage, die eine relevante Erhöhung der Radioaktivität bewirken können (jedenfalls bei Neuerschließungen von Wasserspendern), ist eine neuerliche Untersuchung durchzuführen. Im Fall einer Überschreitung von Indikatorparameterwerten kann die zuständige Behörde im Einzelfall weitere Untersuchungen auf Radioaktivität vorschreiben.

    Anmerkung 6: Wird weniger als 10 m³ Wasser pro Tag aus einer Wasserversorgungsanlage gemäß den Bestimmungen des § 3 Abs. 2 entnommen und wird aufgrund einer Untersuchung gemäß § 5 Z 2 festgestellt, dass das Wasser den Anforderungen dieser Verordnung entspricht, gilt ein Untersuchungsintervall von drei Jahren.

     

    2. Mindesthäufigkeit der Probenahmen und Analysen bei Wasser, das dazu bestimmt ist, in Flaschen oder anderen Behältnissen in Verkehr gebracht zu werden, am Punkt der Abfüllung.

     

    Menge des pro Tag produzierten Wassers in m3
    (Anmerkung 1)

    Routinemäßige Kontrollen Anzahl der Proben pro Jahr

    Umfassende Kontrollen (Volluntersuchung)

    Anzahl der Proben pro Jahr

    ≤ 10

    1

    1

    > 10 bis ≤ 60

    12

    1

    > 60

    1 pro 5 m3 und Teile davon bezogen auf die Gesamtmenge

    1 pro 100 m3 und Teile davon bezogen auf die Gesamtmenge

     

    Anmerkung 1: Für die Berechnung der Mengen werden Durchschnittswerte – ermittelt über ein Kalenderjahr – zugrunde gelegt.

  • Anhang III

     

    Spezifikationen für die Analyse der Parameter

    1. Parameter, für die Analyseverfahren spezifiziert sind

    Die nachstehenden Verfahrensgrundsätze für mikrobiologische Parameter haben, sofern ein CEN/ISO-Verfahren angegeben ist, Referenzfunktion. Wird ein anderes als das angegebene Verfahren eingesetzt, ist nachzuweisen, dass das eingesetzte Verfahren vergleichbare Ergebnisse zum Referenzverfahren liefert.

    Coliforme Bakterien und Escherichia coli (E. coli) (ÖNORM ISO 9308-1)

    Enterokokken (ÖNORM ISO 7899-2)

    Pseudomonas aeruginosa (ÖNORM EN 12780)

    Bestimmung kultivierbarer Mikroorganismen - Koloniezahl bei

    22°C (ÖNORM EN ISO 6222)

    Bestimmung kultivierbarer Mikroorganismen - Koloniezahl bei 37°C (ÖNORM EN ISO 6222)

    Clostridium perfringens (einschließlich Sporen) Membranfiltration, dann anaerobe Bebrütung der Membran auf m-CP-Agar (siehe Anmerkung 1) bei 44 ± 1°C über 21 ± 3 Stunden. Auszählen aller dunkelgelben Kolonien, die nach einer Bedampfung mit Ammoniumhydroxid über eine Dauer von 20 bis 30 Sekunden rosafarben oder rot werden.

     

    Anmerkung 1: Zusammensetzung des m-CP-Agar:

     

    Basismedium

     

    Tryptose

    30 g

    Hefeextrakt

    20 g

    Saccharose

    5 g

    L-Cysteinhydrochlorid

    1 g

    MgSO4•7H2O

    0,1 g

    Bromkresolpurpur

    40 mg

    Agar

    15 g

    Wasser

    1 000 ml

    Die Bestandteile des Basismediums auflösen und einen pH-Wert von 7,6 einstellen. Autoklavieren bei 121 °C für eine Dauer von 15 Minuten. Abkühlen lassen und Folgendes hinzufügen:

    D-Cycloserin

    400 mg

    Polymyxin-B-Sulfat

    25 mg

    Indoxyl-ß-D-Glukosid aufgelöst in 8 ml sterilem Wasser

    60 mg

    Filter-sterilisierte 0,5 %ige Phenolphtalein-Diphosphat-Lösung

    20 ml

    Filter-sterilisierte 4,5 %ige Lösung von FeCl3•6H2O

    2 ml

     

    2. Parameter, für die Verfahrenskennwerte spezifiziert sind

    2.1.

    Für folgende Parameter sollen die spezifizierten Verfahrenskennwerte gewährleisten, dass das verwendete Analyseverfahren mindestens geeignet ist, dem Parameterwert entsprechende Konzentrationen mit den nachstehend genannten Spezifikationen für Richtigkeit, Präzision und Nachweisgrenze zu messen.

    Unabhängig von der Empfindlichkeit des verwendeten Analyseverfahrens ist das Ergebnis mindestens bis auf die gleiche Dezimalstelle wie bei dem jeweiligen Parameterwert in Anhang I Teile B und C anzugeben.

     

    Parameter

    Richtigkeit
    in % des
    Parameter-
    wertes
    (Anm. 1)

    Präzision
    in % des
    Parameter-
    wertes
    (Anm. 2)

    Nachweis-
    grenze in % des Para-
    meterwertes
    (Anm. 3)

    Bedingungen

    Anmerkungen

    Acrylamid

     

     

     

    Anhand der Produkt-
    spezifikation
    zu kontrollieren

     

    Aluminium

    10

    10

    10

     

     

    Ammonium

    10

    10

    10

     

     

    Antimon

    25

    25

    25

     

     

    Arsen

    10

    10

    10

     

     

    Benzo-(a)-
    pyren

    25

    25

    25

     

     

    Benzol

    25

    25

    25

     

     

    Bor

    10

    10

    10

     

     

    Bromat

    25

    25

    25

     

     

    Cadmium

    10

    10

    10

     

     

    Chlorid

    10

    10

    10

     

     

    Chrom

    10

    10

    10

     

     

    Leitfähigkeit

    10

    10

    10

     

     

    Kupfer

    10

    10

    10

     

     

    Cyanid

    10

    10

    10

     

     

    1,2-Dichlor-
    ethan

    25

    25

    10

     

     

    Epichlorhydrin

     

     

     

    Anhand der Produkt-
    spezifikation
    zu kontrollieren

     

    Fluorid

    10

    10

    10

     

     

    Eisen

    10

    10

    10

     

     

    Blei

    10

    10

    10

     

     

    Mangan

    10

    10

    10

     

     

    Quecksilber

    20

    10

    10

     

     

    Nickel

    10

    10

    10

     

     

    Nitrat

    10

    10

    10

     

     

    Nitrit

    10

    10

    10

     

     

    Oxidierbarkeit

    25

    25

    10

     

    Anm. 4

    Pestizide

    25

    25

    25

     

    Anm. 5

    Polyzyklische aromatische Kohlen-
    wasserstoffe

    25

    25

    25

     

    Anm. 6

    Selen

    10

    10

    10

     

     

    Natrium

    10

    10

    10

     

     

    Sulfat

    10

    10

    10

     

     

    Tetrachlor-
    ethen

    25

    25

    10

     

    Anm. 7

    Trichlorethen

    25

    25

    10

     

    Anm. 7

    Trihalo-
    methane insgesamt

    25

    25

    10

     

    Anm. 6

    Uran

    10

    10

    10

     

     

    Vinylchlorid

     

     

     

    Anhand der Produkt-
    spezifikation
    zu kontrollieren

     

     

    2.2.

    Für die Wasserstoffionen-Konzentration sollen die spezifizierten Verfahrenskennwerte gewährleisten, dass das verwendete Analyseverfahren geeignet ist, dem Parameterwert entsprechende Konzentrationen mit einer Richtigkeit von 0,2 pH-Einheiten und einer Präzision von 0,2 pH-Einheiten zu messen.

     

    Anmerkung 1:

    Richtigkeit ist die systematische Messabweichung, die sich als Differenz zwischen dem Mittelwert aus einer großen Anzahl von wiederholten Messungen und dem wahren Wert ergibt.

    Anmerkung 2:

    Präzision ist die zufällige Messabweichung, die in der Regel als die Standardabweichung (innerhalb einer Messwertreihe und zwischen Messwertreihen) der Streuung von Ergebnissen um den Mittelwert ausgedrückt wird. Als annehmbare Präzision gilt die zweifache relative Standardabweichung.

    Anmerkung 3:

    Nachweisgrenze ist entweder

     

    - die dreifache relative Standardabweichung (innerhalb einer Messwertreihe) einer natürlichen Probe mit einer niedrigen Konzentration des Parameters; oder

     

    - die fünffache relative Standardabweichung (innerhalb einer Messwertreihe) einer Blindprobe.

    Anmerkung 4:

    Die Oxidation ist über 10 Minuten bei 100 °C in saurem Milieu mittels Permanganat durchzuführen.

    Anmerkung 5:

    Die Verfahrenskennwerte gelten für jedes einzelne Pestizid und hängen von dem betreffenden Pestizid ab.

    Anmerkung 6:

    Die Verfahrenskennwerte gelten für die einzelnen spezifizierten Stoffe bei 25% des Parameterwerts in Anhang I.

    Anmerkung 7:

    Die Verfahrenskennwerte gelten für die einzelnen spezifizierten Stoffe bei 50% des Parameterwerts in Anhang I.

     

    3. Indikatorparameter, für die keine Verfahrenskenndaten

    Angegeben sind

    Färbung

    Geruch

    Geschmack

    Organisch gebundener Kohlenstoff

    Trübung (Anmerkung 1)

     

    Anmerkung 1:

    Für die Kontrolle der Trübung von aufbereitetem Oberflächenwasser sollen die spezifizierten Verfahrenskennwerte gewährleisten, dass das angewandte Analyseverfahren mindestens geeignet ist, dem Parameterwert entsprechende Konzentrationen mit einer Richtigkeit von 25%, einer Präzision von 25% und einer Nachweisgrenze von 25% zu messen.