Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Ausbildungsvorschriften für Lehrberuf Masseur, Fassung vom 26.07.2014

  • Langtitel
    Verordnung des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten vom 21. April 1987, mit der Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf Masseur erlassen werden
    StF: BGBl. Nr. 200/1987
    Präambel/Promulgationsklausel

    Auf Grund des § 8 des Berufsausbildungsgesetzes, BGBl. Nr. 142/1969, in der Fassung der Berufsausbildungsgesetz-Novelle 1978, BGBl. Nr. 232, und des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 381/1986 wird - bezüglich der Verhältniszahlen im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Arbeit und Soziales - verordnet:

  • Text

    Artikel I

     

    Für den Lehrberuf Masseur werden folgende Ausbildungsvorschriften festgelegt:

     

                                1. Berufsbild

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    Pos.   1. Lehrjahr                   ! 2. Lehrjahr

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    1.    Handhaben und Instandhalten der zu verwendenden Geräte,

           Instrumente, Apparate, Einrichtungen und Arbeitsbehelfe

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    2.    Kenntnis der Arbeitsmaterialien und der Hilfsmittel, ihrer

                   Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten

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    3.    Kenntnis der Kräuter, Badezusätze für hygienische Zwecke,

                     Massagemittel, Präparate und Wirkstoffe

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    4.    Auf die Massagetätigkeit ausgerichtete Kenntnis der

           Somatologie (Lehre vom menschlichen Körper), Anatomie (Lehre

           vom Körperbau), speziellen Dermatologie und Histologie (Lehre

           von der Haut und vom Gewebe), Physiologie, allgemeinen

                Pathologie und Hygiene (Körper- und Arbeitshygiene)

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    5.    Grundkenntnisse über          !               -

           Elektrizität, Licht, Wärme,   !

           Kälte und Wasser und über     !

           deren Anwendung am und        !

           Wirkung auf den Körper

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    6.    Kenntnis, Erkennen und Berücksichtigen von krankhaften Stellen

               des Körpers und der Haut, Kenntnis von Massageverboten

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    7.    Kenntnis der Unfallverhütung  !               -

           und der Ersten Hilfe          !

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    8.    Grundkenntnisse des           !               -

           Alterungsprozesses            !

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    9.    Kenntnis der Massagearten und ! Kenntnis der speziellen

           grundlegenden Massagemethoden ! Massagemethoden

                                         ! (Lymphdrainage,

                                         ! Bindegewebsmassage,

                                         ! Segmentmassage)

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    10.   Anwenden verschiedener Stricharten und Handgriffe: Streichen,

           Vibrieren, Reiben (Friktion), Kneten, Hacken, Klopfen,

                        Pressen, Rollen, Schütteln, Bürsten

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    11.   Anwenden der klassischen Massage (Teil- und Ganzmassage)

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    12.                 -               ! Anwenden spezieller

                                         ! Massagearten und

                                         ! Massagemethoden

                                         ! (Fußreflexzonenmassage,

                                         ! Akupunktmassage)

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    13.                 -               ! Anwenden von apparativen

                                         ! Massagen

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    14.   Anwenden von Wirkstoffen in der Massage

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    15.   Kenntnis der                  ! Verabreichen von

           Wasseranwendungen und Bäder   ! Unterwassermassagen

           sowie deren Wirkung auf den   !

           menschlichen Körper           !

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    16.   Vorbereiten und Verabreichen  !               -

           von Bädern zu hygienischen    !

           Zwecken                       !

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    17.   Aufbereiten und Vorbereiten   !               -

           von Packungen, Wickeln und    !

           Kompressen                    !

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    18.                 -               ! Verabreichen von

                                         ! Paraffinpackungen

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    19.                 -               ! Kenntnis und Verabreichen von

                                         ! Bestrahlungen: Heißluft,

                                         ! Lichtkasten, Rotlicht,

                                         ! Blaulicht, Tiefenstrahler

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    20.   Grundkenntnisse über gesunde  ! Kenntnis über gesunde

           Ernährung                     ! Ernährung und Lebenshaltung

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    21.                 -               ! Kenntnis und Anwenden von

                                         ! Atemübungen, Bewegungsübungen

                                         ! und Gymnastik

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    22.                 -               ! fachliche Kundenberatung

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    23.   Grundkenntnisse der sich aus dem Lehrvertrag ergebenden

           Verpflichtungen (§§ 9 und 10 des Berufsausbildungsgesetzes)

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    24.   Kenntnis der einschlägigen Sicherheitsvorschriften sowie der

           sonstigen in Betracht kommenden Vorschriften zum Schutz des

                           Lebens und der Gesundheit

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    25.   Grundkenntnisse der aushangpflichtigen arbeitsrechtlichen

                                 Vorschriften

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    Die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sind dem Lehrling spätestens in dem angegebenen Lehrjahr beginnend derart zu vermitteln, daß sie nach einer Einführung erweitert und vertieft und schließlich in der betrieblichen Praxis zur Anwendung gebracht werden.

     

    In Fällen der gleichzeitigen Ausbildung eines Lehrlings in zwei Lehrberufen sind dem Lehrling die Fertigkeiten und Kenntnisse beider Lehrberufe in der in den beiden Berufsbildern festgelegten zeitlichen Reihenfolge unter Bedachtnahme auf die sich gemäß § 6 Abs. 2 des Berufsausbildungsgesetzes ergebende Lehrzeitdauer zu vermitteln.

     

    2. Verhältniszahlen

     

    A. Gemäß § 8 Abs. 3 lit. a des Berufsausbildungsgesetzes (fachlich

    einschlägig ausgebildete Personen - Lehrlinge)

     

    1 fachlich einschlägig ausgebildete Person ......         1 Lehrling

    2-3 fachlich einschlägig ausgebildete Personen ..         2 Lehrlinge

    4-7 fachlich einschlägig ausgebildete Personen ..         3 Lehrlinge

    ab 8 fachlich einschlägig ausgebildete Personen

    für je 5 Personen ............................... 1 weiterer Lehrling

     

    Auf die Verhältniszahlen sind Lehrlinge in den letzten 4 Monaten ihrer Lehrzeit und Lehrlinge, denen unter Anwendung des § 28 oder/und § 29 des Berufsausbildungsgesetzes mindestens 1 1/2 Lehrjahre ersetzt wurden, nicht anzurechnen.

     

    Auf die Verhältniszahlen sind fachlich einschlägig ausgebildete Personen, die nur vorübergehend oder aushilfsweise im Betrieb beschäftigt sind, nicht anzurechnen.

     

    Werden in einem Betrieb in mehr als einem Lehrberuf Lehrlinge ausgebildet, dann sind Personen, die für mehr als einen dieser Lehrberufe fachlich einschlägig ausgebildet sind, nur auf die Verhältniszahl eines dieser Lehrberufe anzurechnen. Wenn aber in einem Betrieb nur eine einzige, jedoch für alle in Betracht kommenden Lehrberufe fachlich einschlägig ausgebildete Person beschäftigt ist, dürfen - unter Beachtung der für die einzelnen in Betracht kommenden Lehrberufe jeweils festgelegten Verhältniszahlen - insgesamt höchstens zwei Lehrlinge ausgebildet werden.

     

    Ein Ausbilder ist bei der Ermittlung der Verhältniszahl gemäß § 8 Abs. 3 lit. a des Berufsausbildungsgesetzes als eine fachlich einschlägig ausgebildete Person zu zählen. Wenn er jedoch mit Ausbildungsaufgaben in mehr als einem Lehrberuf betraut ist, ist er als eine fachlich einschlägig ausgebildete Person bei den Verhältniszahlen aller Lehrberufe zu zählen, in denen er Lehrlinge ausbildet.

     

    B. Gemäß § 8 Abs. 3 lit. b des Berufsausbildungsgesetzes (Ausbilder

    - Lehrlinge)

     

    Auf je 3 Lehrlinge zumindest 1 Ausbilder, der nicht ausschließlich mit Ausbildungsaufgaben betraut ist.

     

    Auf je 5 Lehrlinge zumindest 1 Ausbilder, der ausschließlich mit Ausbildungsaufgaben betraut ist.

     

    Die Verhältniszahl gemäß § 8 Abs. 3 lit. a des Berufsausbildungsgesetzes darf jedoch nicht überschritten werden.

     

    Ein Ausbilder, der mit Ausbildungsaufgaben in mehr als einem Lehrberuf betraut ist, darf - unter Beachtung der für die einzelnen in Betracht kommenden Lehrberufe jeweils festgelegten Verhältniszahlen gemäß § 8 Abs. 3 lit. b des Berufsausbildungsgesetzes - insgesamt höchstens so viele Lehrlinge ausbilden, wie es der höchsten Verhältniszahl gemäß § 8 Abs. 3 lit. b des Berufsausbildungsgesetzes der in Betracht kommenden Lehrberufe entspricht.

  • Artikel II

     

    Diese Verordnung tritt mit 1. Juli 1987 in Kraft.