Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Ausbildungsvorschriften für Lehrberufe, Fassung vom 17.07.2018

§ 1

Text

§ 1. Für die nachstehend genannten Lehrberufe werden die in den jeweils angeführten Anlagen enthaltenen Ausbildungsvorschriften festgelegt:

1.

Für den Lehrberuf Dachdecker in der Anlage 1;

2.

für den Lehrberuf Fahrzeugfertiger in der Anlage 2 (Anm.: durch V, BGBl. II Nr. 262/2003, mit Ablauf des 30. Juni 2003 aufgehoben);

3.

für den Lehrberuf Formschmied in der Anlage 3;

4.

für den Lehrberuf Friseur und Perückenmacher in der Anlage 4 (Anm.: durch V, BGBl. Nr. 636/1996, mit Ablauf des 31. Dezember 1996 aufgehoben);

5.

für den Lehrberuf Landschaftsgärtner (Garten- und Grünflächengestalter) in der Anlage 5 (Anm.: durch V, BGBl. Nr. 103/1989, mit Ablauf des 30. Juni 1989 aufgehoben);

6.

für den Lehrberuf Blumenbinder und -händler (Florist) in der Anlage 6 (Anm.: durch V, BGBl. Nr. 101/1989, mit Ablauf des 30. Juni 1989 aufgehoben);

7.

für den Lehrberuf Pflasterer in der Anlage 7 (Anm.: durch V, BGBl. Nr. 241/1987, mit Ablauf des 30. Juni 1987 aufgehoben);

8.

für den Lehrberuf Physiklaborant in der Anlage 8;

9.

für den Lehrberuf Schmied in der Anlage 9 (Anm.: durch V, BGBl. Nr. 386/1990, mit Ablauf des 30. Juni 1990 aufgehoben);

10.

für den Lehrberuf Stukkateur in der Anlage 10 (Anm.: durch V, BGBl. Nr. 242/1987, mit Ablauf des 30. Juni 1987 aufgehoben);

11.

für den Lehrberuf Universalhärter in der Anlage 11 (Anm.: durch V, BGBl. II Nr. 272/2002, mit Ablauf des 30. Juni 2002 aufgehoben);

12.

für den Lehrberuf Werkstoffprüfer in der Anlage 12 (Anm.: durch V, BGBl. II Nr. 64/2008, mit Ablauf des 1. September 2011 aufgehoben).

§ 2

Text

§ 2. Diese Verordnung tritt am 1. Juli 1973 in Kraft.

Anl. 1

Beachte für folgende Bestimmung

vgl. auch Art. XV der V BGBl. Nr. 15/1980

Text

Anlage 1

Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf Dachdecker

Berufsbild

 

1. Lehrjahr

2. Lehrjahr

3. Lehrjahr

Handhaben und Instandhalten der zu verwendenden Werkzeuge, Vorrichtungen, Einrichtungen und Arbeitsbehelfe (insbesondere Arbeits-, Fang- und Schutzgerüste)

Handhaben und Instandhalten der zu verwendenden Werkzeuge, Maschinen, Vorrichtungen, Einrichtungen und Arbeitsbehelfe (insbesondere Arbeits-,Fang- und Schutzgerüste)

 

Kenntnis der Werk- und Hilfsstoffe, ihrer Eigenschaften, und Verwendungsmöglichkeiten

Grundkenntnisse der Lagerung der Werk- und Hilfsstoffe

Kenntnis der schädlichen Einflüsse auf die Baustoffe und der Maßnahmen zu deren Abwehr

Kenntnis der Belastbarkeit von Decken und Gerüsten

Kenntnis der Deckregeln

Kenntnis der Deckregeln

Kenntnis der Deckregeln

 

Schnüren und Einteilen des Deckverbandes

Bearbeiten von Deckmaterialien und deren Befestigung

Eindecken nach verschiedenen Decksystemen

Ausführen von Einfassungen

Ausführung von Einfassungen und Anschlüssen

 

Versetzen und Aufsetzen

Verstreichen mit Mörtel

Einbauen von liegenden Fenstern, Dach- und Schneefanghaken

Eindecken von Dachgaupen

 

Gießen, Kleben, Nageln, Flämmen, Besanden und Beschütten von Deckmaterialien bei Herstellung von Kalt- und Warmdächern

Einfaches Skizzieren

Lesen von Werkzeichnungen (Ausführungszeichnungen)

 

Vermessen von Deckflächen

Feststellen des Materialbedarfes

Ausfüllen der Ausmaß- und Arbeitsbestätigungen

Grundkenntnisse der sich aus dem Lehrvertrag ergebenden Verpflichtungen (§§ 9 und 10 Berufsausbildungsgesetz)

Kenntnis der einschlägigen Sicherheitsvorschriften sowie der sonstigen in Betracht kommenden Vorschriften zum Schutze des Lebens und der Gesundheit, insbesondere in bezug auf Brand- und Explosionsgefahr

Grundkenntnisse der aushangpflichtigen arbeitsrechtlichen Vorschriften

 

Die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sind dem Lehrling spätestens in dem jeweils angegebenen Lehrjahr beginnend derart zu vermitteln, daß sie nach einer Einführung erweitert und vertieft und schließlich in der betrieblichen Praxis zur Anwendung gebracht werden.

Verhältniszahlen

Gemäß § 8 Abs. 3 lit. a Berufsausbildungsgesetz

 

1 fachlich einschlägig ausgebildete Person

2 Lehrlinge

2 fachlich einschlägig ausgebildete Personen

2 Lehrlinge

3 fachlich einschlägig ausgebildete Personen

3 Lehrlinge

4 fachlich einschlägig ausgebildete Personen

4 Lehrlinge

auf jede weitere fachlich einschlägig ausgebildete Person

1 weiterer Lehrling

Auf die Höchstzahl sind Lehrlinge in den letzten vier Monaten ihrer Lehrzeit nicht zu zählen; ebenso nicht Lehrlinge, denen unter Anwendung der §§ 28 und 29 Berufsausbildungsgesetz mindestens zwei Lehrjahre ersetzt wurden.

Auf die Zahl der fachlich einschlägig ausgebildeten Personen sind Personen nicht anzurechnen, die nur vorübergehend oder aushilfsweise im Betrieb beschäftigt sind.

Werden in einem Betrieb in mehreren Lehrberufen Lehrlinge ausgebildet, sind jene Personen, die als fachlich einschlägig ausgebildet für mehr als einen Lehrberuf gelten, nur jeweils bei der Verhältniszahl eines dieser Lehrberufe anzurechnen; wenn jedoch nur eine einzige im Betrieb beschäftigte Person, die die erforderlichen fachlichen Kenntnisse zur Ausbildung für mehrere Lehrberufe besitzt, Lehrlinge in diesen Lehrberufen ausbilden soll, dürfen – unter Bedachtnahme auf die für die einzelnen Lehrberufe geltenden Höchstzahlen – insgesamt nicht mehr als 2 Lehrlinge ausgebildet werden.

Besitzt ein Ausbilder, der ausschließlich mit Ausbildungsaufgaben betraut ist, die erforderlichen Fachkenntnisse zur Ausbildung in mehreren Lehrberufen, so wird er der Ermittlung der Verhältniszahl jeweils in den Lehrberufen zugrunde gelegt, in denen er Lehrlinge ausbilden soll.

Gemäß § 8 Abs. 3 lit. b Berufsausbildungsgesetz

Sofern Ausbilder bestellt wurden, die nicht ausschließlich mit Ausbildungsaufgaben betraut sind, auf je 3 Lehrlinge zumindest 1 Ausbilder.

Sofern Ausbilder bestellt wurden, die ausschließlich mit Ausbildungsaufgaben betraut sind, auf je 15 Lehrlinge zumindest 1 Ausbilder.

Die Zahl der Lehrlinge darf jedoch die sich aus der Verhältniszahl nach § 8 Abs. 3 lit. a Berufsausbildungsgesetz ergebende Zahl der Lehrlinge nicht überschreiten.

Besitzt ein Ausbilder die fachliche Eignung zur Ausbildung in mehreren Lehrberufen, so darf er – unter Beachtung der für die einzelnen Lehrberufe geltenden Höchstzahlen – insgesamt höchstens so viele Lehrlinge ausbilden, als der Verhältniszahl in jenem dieser Lehrberufe entspricht, dessen Ausbildungsvorschrift die höchste Verhältniszahl im Sinne des § 8 Abs. 3 lit. b Berufsausbildungsgesetz vorsieht.

Anl. 3

Beachte für folgende Bestimmung

vgl. auch Art. XVII der V BGBl. Nr. 291/1979

Text

Anlage 3

Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf Formschmied

Berufsbild

 

1. Lehrjahr

2. Lehrjahr

3. Lehrjahr

Handhaben und Instandhalten der zu verwendenden Werkzeuge, Maschinen, Vorrichtungen, Einrichtungen und Arbeitsbehelfe

Kenntnis der Werk- und Hilfsstoffe, ihrer Eigenschaften, Verwendungs- und Bearbeitungsmöglichkeiten

Messen

Messen

Anreißen

Anreißen

Feilen

Feilen

Meißeln

Sägen von Hand

Sägen von Hand und mit Maschine

Sägen mit Maschine

Bohren

Bohren

Gewindeschneiden von Hand

Gewindeschneiden

Hartlöten

Hartlöten

Einfaches Schleifen

Schleifen

Feuerführen und Warmmachen des Schmiedestückes

Strecken

Strecken

Breiten

Breiten

Spitzen

Spitzen

Stauchen

Stauchen

Lochen

Lochen

Falten

Falten

Absetzen

Absetzen

Absetzen

Richten

Richten

Biegen

Biegen

Kröpfen, Rollen, Verdrehen

Schroten

Schroten

Gasschmelzschweißen

Brennschneiden

Elektroschweißen

Lesen von Fertigungszeichnungen

Lesen von Fertigungszeichnungen

Lesen von Fertigungszeichnungen

Schmieden von Hand nach Zeichnung

Schmieden von Hand und unter Krafthammer, auch mittels Hilfsgelenk nach Zeichnung, Muster und Schablone

Glühen einfacher Werkstücke

Glühen und Härten

Aufschrumpfen

Aufschrumpfen

Anfertigen von Schmiedewerkzeugen

Grundkenntnisse der sich aus dem Lehrvertrag ergebenden Verpflichtungen (§§ 9 und 10 Berufsausbildungsgesetz)

Kenntnis der einschlägigen Sicherheitsvorschriften sowie der sonstigen in Betracht kommenden Vorschriften zum Schutze des Lebens und der Gesundheit

Grundkenntnisse der aushangpflichtigen arbeitsrechtlichen Vorschriften

 

Die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sind dem Lehrling spätestens in dem jeweils angegebenen Lehrjahr beginnend derart zu vermitteln, daß sie nach einer Einführung erweitert und vertieft und schließlich in der betrieblichen Praxis zur Anwendung gebracht werden.

Verhältniszahlen

Gemäß § 8 Abs. 3 lit. a Berufsausbildungsgesetz

1 fachlich einschlägig ausgebildete Person

2 Lehrlinge

2 fachlich einschlägig ausgebildete Personen

3 Lehrlinge

3 fachlich einschlägig ausgebildete Personen

4 Lehrlinge

4 fachlich einschlägig ausgebildete Personen

5 Lehrlinge

5 fachlich einschlägig ausgebildete Personen

6 Lehrlinge

von der 6. bis 50.

fachlich einschlägig ausgebildeten Person für jede Person

1 weiterer Lehrling

von der 51. bis 102.

fachlich einschlägig ausgebildeten Person für je 3 fachlich einschlägig ausgebildete Personen

1 weiterer Lehrling

ab der 103.

fachlich einschlägig ausgebildeten Person für je 5 fachlich einschlägig ausgebildete Personen

1 weiterer Lehrling

Auf die Höchstzahl sind Lehrlinge in den letzten vier Monaten ihrer Lehrzeit nicht zu zählen; ebenso nicht Lehrlinge, denen unter Anwendung der §§ 28 und 29 Berufsausbildungsgesetz mindestens zwei Lehrjahre ersetzt wurden.

Auf die Zahl der fachlich einschlägig ausgebildeten Personen sind Personen nicht anzurechnen, die nur vorübergehend oder aushilfsweise im Betrieb beschäftigt sind.

Werden in einem Betrieb in mehreren Lehrberufen Lehrlinge ausgebildet, sind jene Personen, die als fachlich einschlägig ausgebildet für mehr als einen Lehrberuf gelten, nur jeweils bei der Verhältniszahl eines dieser Lehrberufe anzurechnen; wenn jedoch nur eine einzige im Betrieb beschäftigte Person, die die erforderlichen fachlichen Kenntnisse zur Ausbildung für mehrere Lehrberufe besitzt, Lehrlinge in diesen Lehrberufen ausbilden soll, dürfen – unter Bedachtnahme auf die für die einzelnen Lehrberufe geltenden Höchstzahlen – insgesamt nicht mehr als 3 Lehrlinge ausgebildet werden.

Besitzt ein Ausbilder die erforderlichen Fachkenntnisse zur Ausbildung in mehreren Lehrberufen, so wird er der Ermittlung der Verhältniszahl jeweils in den Lehrberufen zugrunde gelegt, in denen er Lehrlinge ausbilden soll.

Gemäß § 8 Abs. 3 lit. b Berufsausbildungsgesetz

Sofern Ausbilder bestellt wurden, die nicht ausschließlich mit Ausbildungsaufgaben betraut sind, auf je 5 Lehrlinge zumindest 1 Ausbilder.

Sofern Ausbilder bestellt wurden, die ausschließlich mit Ausbildungsaufgaben betraut sind, auf je 15 Lehrlinge zumindest 1 Ausbilder.

Die Zahl der Lehrlinge darf jedoch die sich aus der Verhältniszahl nach § 8 Abs. 3 lit. a Berufsausbildungsgesetz ergebende Zahl der Lehrlinge nicht überschreiten.

Besitzt ein Ausbilder die fachliche Eignung zur Ausbildung in mehreren Lehrberufen, so darf er – unter Beachtung der für die einzelnen Lehrberufe geltenden Höchstzahlen – insgesamt höchstens so viele Lehrlinge ausbilden, als der Verhältniszahl in jenem dieser Lehrberufe entspricht, dessen Ausbildungsvorschrift die höchste Verhältniszahl im Sinne des § 8 Abs. 3 lit. b Berufsausbildungsgesetz vorsieht.

Anl. 8

Text

 

Anlage 8

Ausbildungsvorschriften

für den Lehrberuf Physiklaborant

Berufsbild

Handhaben und Instandhalten der zu verwendenden Werkzeuge, Maschinen, Vorrichtungen, Einrichtungen und Arbeitsbehelfe

Kenntnis der Werk- und Hilfsstoffe, ihrer Eigenschaften, Verarbeitungs- und Bearbeitungsmöglichkeiten

Prüfen und Justieren physikalischer Meßgeräte

Führen von Protokollen

Auswerten von Meßergebnissen

Einfache photographische Arbeiten

Einfache chemische Arbeiten

Lesen technischer Zeichnungen und Anfertigen von einfachen Skizzen

Probennahme, Vorbereiten und Ausführen von Versuchen und Messungen auf den Gebieten der Mechanik, Wärmetechnik und Elektrotechnik

Kenntnis des physikalischen Fachrechnens

Physikalische Grundkenntnisse auf den Gebieten der Mechanik, Wärmetechnik, Elektrotechnik und Optik

Grundkenntnisse der wichtigsten Begriffe der Chemie

Grundkenntnisse der sich aus dem Lehrvertrag ergebenden Verpflichtungen (§§ 9 und 10 Berufsausbildungsgesetz)

Kenntnis der einschlägigen Sicherheitsvorschriften sowie der sonstigen in Betracht kommenden Vorschriften zum Schutze des Lebens und der Gesundheit

Grundkenntnisse der aushangpflichtigen arbeitsrechtlichen Vorschriften

Verhältniszahlen

(Anm.: aufgehoben durch BGBl. II Nr. 177/2005)