Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Kennzeichnung von textilen Fußbodenbelägen, Fassung vom 16.12.2017

§ 0

Langtitel

Verordnung des Bundesministers für Handel, Gewerbe und Industrie vom 11. Juni 1981 über die Kennzeichnung der Beschaffenheit textiler Fußbodenbeläge
StF: BGBl. Nr. 287/1981

Änderung

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 32 des Bundesgesetzes vom 26. September 1923, BGBl. Nr. 531, gegen den unlauteren Wettbewerb, zuletzt geändert durch die UWG-Novelle 1980, BGBl. Nr. 120, wird verordnet:

§ 1

Text

§ 1. Textile Fußbodenbeläge im Sinne dieser Verordnung sind zum Belegen des Fußbodens eines Raumes von Wand zu Wand bestimmte flächenförmige Textilien, deren Oberseite hinsichtlich der Materialbeschaffenheit die typischen textilen physikalisch-technologischen Eigenschaften aufweist.

§ 2

Text

§ 2. (1) Textile Fußbodenbeläge dürfen im Inland nur dann gewerbsmäßig feilgehalten oder sonst in Verkehr gesetzt werden, wenn sie nach den Bestimmungen dieser Verordnung gekennzeichnet sind.

(2) Erfolgt das Feilhalten textiler Fußbodenbeläge an Letztverbraucher an Hand von Mustern oder Katalogen, so müssen nur diese nach den Bestimmungen dieser Verordnung gekennzeichnet sein.

§ 3

Text

§ 3. (1) Die Kennzeichnung hat deutlich sichtbar und lesbar in deutscher Sprache, lateinischen Buchstaben und arabischen Ziffern zu erfolgen und muß zumindest die Angaben zu den Kennzeichnungselementen der Abschnitte A bis F der Anlage 1 enthalten. Die im Abschnitt C der Anlage 1 angeführten ÖNORMEN S 1420 und S 1421 sind als Anlagen 3 und 4 angeschlossen.

(2) Werden sonstige Eigenschaften textiler Fußbodenbeläge angeführt (zB Stuhlrolleneignung, Treppeneignung), so muß das zur Ermittlung dieser Eigenschaften angewendete Verfahren nachweisbar sein.

§ 4

Text

§ 4. Zur Feststellung des Entzündbarkeitsverhaltens (Anlage 1 Abschnitt F) ist das in der Anlage 2 festgelegte Prüfverfahren anzuwenden.

§ 5

Text

§ 5. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Kennzeichnung ist der Unternehmer verantwortlich, in dessen Betrieb oder in dessen Auftrag die Kennzeichnung erfolgt ist; bei Importware ist der Importeur verantwortlich.

§ 6

Text

§ 6. Textile Fußbodenbeläge, deren Kennzeichnung der ursprünglichen Fassung dieser Verordnung entspricht, dürfen noch bis 1. Jänner 1995 gewerbsmäßig feilgehalten oder sonst in Verkehr gesetzt werden.

§ 7

Text

§ 7. (1) Diese Verordnung tritt mit 1. Juli 1981 in Kraft.

(2) Die Verordnung des Bundesministers für Handel, Gewerbe und Industrie vom 26. April 1979, BGBl. Nr. 196, über die Kennzeichnung der Beschaffenheit textiler Fußbodenbeläge in der Fassung der Verordnung BGBl. Nr. 261/1980 und der Kundmachung BGBl. Nr. 577/1980 tritt mit Ablauf des 30. Juni 1981 außer Kraft.

(3) Die Textilkennzeichnungsverordnung, BGBl. Nr. 336/1975, in der Fassung der Verordnung BGBl. Nr. 158/1979 wird durch diese Verordnung nicht berührt.

(4) § 3, § 6, Anlage 1 Abschnitte C und F sowie Anlagen 3 und 4 in der Fassung BGBl. Nr. 577/1994 treten mit 1. August 1994 in Kraft.

(5) Anlage 1 Abschnitt G tritt mit Ablauf des 31. Juli 1994 außer Kraft.

Anl. 1

Text

Anlage 1

(§ 3)

 

KENNZEICHNUNGSELEMENTE

A.

BESCHREIBUNG:

 

Warenbeschreibung (Typenbeszeichnung) ............................................................................

 

Name (Firma oder Firmenschlagwort) des erzeugenden, vertreibenden

 

oder importierenden inländischen Unternehmers ...................................................................

 

Erzeugungsland (erzeugt in ....................................., made in ...............................................)

B.

KENNZEICHNENDE MERKMALE:

 

Herstellungstechnik (zB gewebt, geflockt) .............................................................................

 

Faserstoffe der Nutzfläche (nach der

 

Textilkennzeichnungsverordnung) .........................................................................................

 

Poleinsatzgewicht ...................................................................................................................

C.

VERWENDUNGSBEREICHSEMPFEHLUNG:

 

für Polteppiche:

 

nach ÖNORM S 1420 .............................................................................................................

 

für Nadelfilz-Fußbodenbeläge:

 

nach ÖNORM S 1421 .............................................................................................................

D.

VERLEGUNGSHINWEISE: Werksangaben .........................................................................

E.

REINIGUNGS- UND PFLEGEANLEITUNG: Werksangaben .............................................

F.^

ENTZÜNDBARKEITSVERHALTEN:

 

Leicht entzündbar

 

Normal entzündbar

 

Schwer entzündbar

 

Anl. 2

Text

Anlage 2

(§ 4)

Prüfvorschrift zur Beurteilung des Entzündbarkeitsverhaltens textiler Fußbodenbeläge

Die Prüfung erfolgt durch Einwirkung einer definierten Flamme auf die Oberseite lotrecht aufgehängter textiler Fußbodenbeläge.

Kurzbeschreibung des Verfahrens: Die auf einer Asbestzementplatte vertikal in den Brennerkasten angeordnete Probe wird mit einer definierten Gasflamme so beflammt, daß sich die Oberkante des Brenners 40 mm oberhalb der Probenunterkante befindet. Der Abstand zwischen Vorderkante der Brennerdüse (Schrägstellung 45 Grad) und Probenoberfläche muß 5 mm betragen. Nach einer Beflammungszeit von 15 Sekunden wird festgestellt, ob ein 150 mm oberhalb der Zündstelle quer zur Probe gespannter Baumwollfaden durchgebrannt ist oder welche Zeit vergeht, bis die Flamme vor dem Erreichen des Fadens erlischt. (Versuchsanordnung Bild 1)

Brennzeit: Als Brennzeit gilt die Zeit vom Beginn der Beflammung bis zum Durchbrennen eines 150 mm oberhalb der Zündstelle quer zur Probe gespannten Baumwollfadens oder die Zeit, die vergeht, bis die Flamme vor dem Durchbrennen des Fadens erlischt.

Prüfgeräte:

1.

Brennerkasten

Der Brennerkasten nach Bild 2 besteht aus nichtrostendem Blech. Die Gleichmäßigkeit der Luftführung wird durch den Gitterrost, auf dem das Stativ steht, gewährleistet.

Während der Messung muß die Luftabsaugung am oberen Ende des Kastens so angeschlossen sein, daß im Kasten von unten nach oben eine Luftgeschwindigkeit von 0,05 bis 0,2 m pro Sekunde herrscht.

Die Luftgeschwindigkeit kann mit einem Anemometer gemessen werden. (Meßpunkte siehe Bild 2).

Der Kasten ist vorn und an einer Seite durch feststellbare Glastüren abgeschlossen. Der Gasschlauch für den Brenner wird von unten in den Kasten geführt. Auf der Vorderseite befindet sich eine weitere Öffnung, durch die der Hebel zum Bewegen des Brenners geführt wird.

2.

Stativ (Bild 1)

Am Stativ mit Grundplatte ist die Aufhängevorrichtung (siehe Bild 3) so angebracht, daß die daran senkrecht aufgehängte Probe in der unter „Durchführung der Prüfung“ nach Z 4 geforderten Weise beflammt werden kann (siehe Bild 1). Der Brenner ist auf der Grundplatte verschiebbar angeordnet, um ein Ein- und Ausfahren in waagrechter Richtung zu ermöglichen.

3.

Probenhalter (Bild 3)

Der Probenhalter besteht aus einem U-förmigen Doppelrahmen aus nichtrostendem Stahl von 3 mm Dicke mit einer lichten Weite von 80 mm x 225 mm (siehe Bild 3). Die Schenkelbreite soll etwa 12 mm betragen. Der Probenhalter hat eine Vorrichtung, mit der er in das Stativ nach Z 2 eingehängt werden kann. Ferner besitzt der obere Probenhalter an den beiden Schenkeln 190 mm von der offenen Unterkante entfernt 2 Haken zum Einhängen des Baumwollfadens.

Ein weiterer Bestandteil des Probenhalters ist eine Asbestzementplatte von 230 mm x 90 mm mit einer Dicke von 3 mm bis 5 mm. Die Asbestzementplatte muß vor dem ersten Gebrauch mindestens 12 Stunden lang im Trockenschrank bei 110ºC getrocknet werden und muß zur Prüfung wieder Raumtemperatur angenommen haben. Durch federnde Klauen oder Schrauben werden die beiden Rahmen des Probenhalters so zusammengehalten, daß die eingespannte Probe möglichst nicht verformt wird.

4.

Brenner (Bild 4)

Zum Einstellen der Flammenhöhe dient ein Meßblech. Vor dem Brenner befindet sich ein Feineinstellventil. Die Länge der Flamme wird bestimmt durch den Abstand zwischen Brenneroberkante und der sichtbaren leuchtenden Spitze der Flamme.

5.

Brenngas

Als Brenngas dient handelsübliches Propangas (d. i. Propangas mit mindestens 95% (prozentueller Massenanteil) C3-Kohlenwasserstoffe, wobei der Propangehalt überwiegen muß. Restkohlenwasserstoffe können aus Aethan, Aethen sowie aus Butan, Buten oder deren Isomeren bestehen).

6.

Stoppuhr

Handelsübliche Stoppuhr, die es gestattet, die Zeit auf 0,5 Sekunden genau abzuschätzen.

7.

Schablone oder Stanzvorrichtung zum Ausschneiden der Proben mit einer Kantenlänge von 230 mm x 90 mm.

8.

Maßstab

Maßstab in mm-Teilung.

9.

Abstandslehre

Abstandslehre von 5 mm Dicke und etwa 50 mm Breite für das Einstellen des Abstandes zwischen Brennervorderkante und Probenoberfläche.

10.

Meßblech

Meßblech zum Einstellen der Flammenhöhe mit einer 20 mm-Markierung.

11.

Baumwollfaden

Es wird ein mercerisierter Baumwollfaden (Nähgarn, Etikett-Nr. 70) verwendet. Zum Spannen des Baumwollfadens werden beidseitig 15-g-Gewichtstücke verwendet.

Probenahme und Probenvorbereitung

1.

Aus dem Probestück sind 5 Proben in den Maßen 230 mm x 90 mm in Längsrichtung zu entnehmen. Hat das Material der Probe einen Strich (wie bei Schnittflorware) sind die Proben in Strichrichtung zu entnehmen.

2.

Die Proben sind vor der Prüfung 72 Stunden im Normalklima (20ºC +/- 2ºC und 65% +/- 2% relative Luftfeuchte) auszulegen.

3.

Die Proben dürfen erst unmittelbar vor Durchführung der Prüfung aus dem klimatisierten Raum entnommen werden. Sind der klimatisierte Raum und die Brennprüfstelle getrennt, so müssen die Proben in einem wasserdampfdichten Behälter befördert werden. Die Luft im Behälter muß dem Normalklima (20ºC und 65% relative Luftfeuchtigkeit gemäß ÖNORM) angepaßt sein.

Durchführung der Prüfung

1.

Es werden 5 Proben 15 Sekunden lang beflammt.

2.

Jede Probe ist unmittelbar nach der Entnahme aus dem klimatisierten Raum oder dem wasserdampfdichten Behälter auf die Asbestzementplatte aufzulegen und so in den Probenhalter einzuspannen, daß sie auf der Unterlage gleichmäßig und fest aufliegt. Hat das Material einen Strich, so ist die Probe mit der Strichrichtung von oben nach unten einzuspannen. Nach dem Anbringen des Probenhalters am Stativ wird ein Baumwollfaden (s. Prüfgeräte Z 11) auf die unter Prüfgeräte Z 3 beschriebenen Haken gehängt.

3.

Der Abstand zwischen der Brennervorderkante und der Probenoberfläche muß 5 mm betragen. Er wird mit einer Abstandslehre - wie unter Prüfgeräte Z 9 beschrieben - so eingestellt, daß sich die Lehre zwischen der Brennervorderkante und der Probe leicht bewegen läßt.

4.

Der Brenner ist in herausgezogener senkrechter Stellung zu zünden und die Flammenhöhe auf 20 mm +/- 1 mm einzustellen. Der Abstand zwischen dem herausgezogenen Brenner und der Probe muß mindestens 50 mm betragen. Der Brenner muß vor dem Einstellen der Flamme mindestens 1 Minute lang gebrannt haben, gegebenenfalls muß der Brenner nachgestellt werden. Anschließend ist der Brenner um 45 Grad zu neigen und bis auf 5 mm an die Probenoberfläche heranzuschieben. Der Brenner muß so eingestellt sein, daß sich die Oberkante in der Mitte der Probe, 40 mm oberhalb der Probenunterkante, befindet (s. Bild 3).

5.

In dieser Stellung ist die Probe 15 Sekunden lang zu beflammen. Danach ist der Brenner mit langsamer und gleichmäßiger Geschwindigkeit zurückzuziehen. Falls die Probe entflammt, ist die Brennzeit zu messen. Von der beschädigten Fläche ist die längste in senkrechter Richtung eingebrannte Spur sowie deren größte Breite auszumessen. Falls die Flammen vor Erreichen des Baumwollfadens verlöschen, ist die Zeit bis zum Verlöschen der Flammen zu messen.

6.

Brennzeiten unter 2 Sekunden sind zwar anzugeben, werden aber für die Entscheidung über die Durchführung weiterer Versuche nicht gewertet.

7.

Vor Beginn eines neuen Versuches muß der Probenhalter mit Asbestzementplatte wieder auf Raumtemperatur abgekühlt sein. Etwaige an der Unterlage haftende Rückstände (zB von Rückenbeschichtungen) sind zu entfernen.

Prüfbericht

Im Prüfbericht ist unter Hinweis auf diese Prüfvorschrift anzugeben:

-

Beschreibung des Probenmaterials,

-

Brennzeiten, arithmetisches Mittel aus 5 Messungen, auf ganze Sekunden gerundet, mit Angabe der Einzelwerte,

-

Angabe ob der Baumwollfaden durchgebrannt ist,

-

Beobachtungen über besonderes Verhalten, zB ungleichmäßiges Brennen,

-

Abweichungen von der Prüfvorschrift,

-

Prüfdatum.

Auswertung der Versuchsergebnisse

1.

Schwer entzündbar

Textile Fußbodenbeläge gelten als schwer entzündbar, wenn bei einer Beflammzeit von 15 Sekunden nach Entfernen der Zündquelle keine der 5 Proben länger als 2 Sekunden nachbrennt.

2.

Normal entzündbar

Textile Fußbodenbeläge gelten als normal entzündbar, wenn bei allen 5 Proben die Flammenspitze die Meßmarke innerhalb von 20 Sekunden nach Beginn der Beflammung nicht erreicht. Textile Fußbodenbeläge, welche diese Bedingungen erfüllen, entsprechen zusätzlich der Beurteilung Normal Brennbar (Brennbarkeitsklasse B 2) nach ÖNORM B 3800, Teil 1, Abschnitt 4.2.2., Ausgabedatum 1. November 1979.

3.

Leicht entzündbar

Textile Fußbodenbeläge gelten als leicht entzündbar wenn sie die Bedingungen nach Z 2 nicht erfüllen.

 

Bild 1: Versuchsanordnung

Stativ mit Probenhalter und Brenner

Bild 2: Brennerkasten

Bild 3: Probenhalter

Rahmen zum Einspannen der Proben samt Vorrichtung zum Aufhängen des Rahmens

Bild 4: Brenner

Anl. 3

Text

Anlage 3

(§ 3)

 

 

3 Begriffsbestimmungen

3.1 Strapazierwert: Merkmal, das die Widerstandsfähigkeit gegenüber Begehbeanspruchungen sowie das druckelastische Verhalten beschreibt.

Er wird in 4 Gruppen eingeteilt. Die Einstufung in die Gruppen erfolgt anhand technologischer Laborprüfungen.

3.2 Komfortwert: Merkmal, das im wesentlichen die Weichheit und Dichte der Polschicht beschreibt.

Er wird aus der Flächenmasse der Polschicht und der Polschichtdicke sowie der Noppenzahl bestimmt und wird in vier Gruppen eingeteilt.

3.3 Verwendungsbereich eines Polteppiches: Merkmal, das aus der Kombination von Strapazierwert – und Komfortwert abgeleitet wird.

Er gibt die Summe des Gebrauchs- und Repräsentationsnutzens des Bodenbelages an.

 

4 Prüfverfahren und Bewertungsverfahren

4.1 Strapazierwert

Für die Bestimmung des Strapazierwertes sind folgende Prüfungen heranzuziehen:

4.1.1 Änderung des Warenbildes

Zur Prüfung der Veränderung des Warenbildes dient der Trommelversuch gemäß ÖNORM S 1413. Die Beurteilung erfolgt mit Noten zwischen 1 und 5. Die Beurteilungsnote ist gleichzeitig der Kennwert ITR0.

4.1.2 Abnutzung

Zur Prüfung der Abnutzung dient der Tretradversuch gemäß ÖNORM S 1412 Teil 1. Der Einstufungskennwert ITR wird gemäß der folgenden Formel errechnet.

              

Hierin bedeutet:

mA.P

Flächenmasse der Polschicht in g/m2 gemäß ÖNORM S 1405

mrv

relativer Masseverlust, bezogen auf die Flächenmasse der Polschicht (z. B. 50% Masseverlust ergibt mrv = 0,5).

Bei Waren mit einer Flächenmasse der Polschicht < 250 g/m2 wird der Kennwert ITR mit 3,0 festgelegt, sofern ein Masseverlust < 2% gemessen wird.

Werden bei nicht durchgewebten Web-Teppichwaren ganze Noppen herausgezogen und ist hiebei die von Noppen freie Fläche < 10% der beanspruchten Fläche, so muß zusätzlich die Noppenhaftkraft gemäß ÖNORM S 1434 bestimmt werden. Unter der Voraussetzung, daß die mittlere Noppenhaftkraft

 

3 N für Schnittpol-Webteppiche

5 N für Schlingenpol-Webteppiche

ist, werden für ITR folgende Kennwerte festgelegt:

 

Tabelle 1

 

Maximaler Masseverlust

ITR

50%. maximal jedoch 500 g/m2

3

65%, maximal jedoch 700 g/m2

2

80% maximal jedoch 900 g/m2

1

 

4.1.3 Eindruckverhalten

Das Eindruckverhalten wird gemäß ÖNORM S 1408 geprüft. Einstufungskennwerte sind IST und IST.S.

Der Einstufungskennwert IST wird wie folgt errechnet:

              

              

              

              

Hierin bedeutet:

e60

Eindrucktiefe in mm 60 min nach Entlastung gemäß ÖNORM S 1408

rST

Sichtbarkeit der Eindrucktiefe gemäß ÖNORM S 1408

a20,P

Polschichtdicke in mm gemäß ÖNORM S 1405

Die Kennwerte für IST1 und IST2 < 0,5 werden auf 0,5 angehoben.

 

4.1.4 Stuhlrollenneigung

Die Prüfung und Beurteilung der Stuhlrolleneignung erfolgt gemäß ÖNORM S 1414.

4.1.5 Schnittkantenfestigkeit

Die Schnittkantenfestigkeit wird im Trommelversuch gemäß ÖNORM S 1413 Teil 2 geprüft und beurteilt.

4.1.6 Pol-Rohdichte

Die Pol-Rohdichte R20wird gemäß ÖNORM S 1407 bestimmt und ist auf drei Stellen nach dem Komma zu runden.

4.1.7 Polnoppendichte

Die Polnoppendichte NA ist gemäß ÖNORM S 1409 zu bestimmen.

4.1.8 Flächenmasse der Polschicht

Die Flächenmasse der Polschicht mA.P ist gemäß ÖNORM S 1405 zu bestimmen.

 

4.2 Komfortwert

Der Komfortwert CF ist gemäß folgender Bestimmungsgleichung zu ermitteln:

(1) für Schnittpolteppiche

              

(2) für andere Polteppiche

              

Hierin bedeutet:

CF

Komfortwert

a20.P

Polschichtdicke in mm gemäß ÖNORM S 1405

mA.P

Flächenmasse der Polschicht in g/m2 gemäß ÖNORM S 1405

NA

Polnoppendichte pro m2 gemäß ÖNORM S 1409

 

5 Einstufung in Verwendungsbereiche

Es werden nur textile Fußbodenbeläge eingestuft, die folgende Grundanforderungen erfüllen:

die Lichtechtheitszahl gemäß ÖNORM S 1464 muß mindestens 5 sein;

die Reibechtheit gemäß ÖNORM S 1481 muß trocken mindestens Stufe 3 bis 4 des Graumaßstabes und naß mindestens Stufe 3 des Graumaßstabes entsprechen;

nach Prüfung der Wasserechtheit gemäß ÖNORM S 1466 muß die Änderung der Farbe mindestens Stufe 4 des Graumaßstabes entsprechen;

die Maßgenauigkeit von Fliesen muß innerhalb einer Toleranz von ± 0,3% des Nennmaßes (Ausgangsmaßes) liegen;

die Maßbeständigkeit von Fliesen darf bei Prüfung gemäß ÖNORM S 1410 ± 0,2% und

0,4% des Nennmaßes (Ausgangsmaßes) nicht überschreiten.

5.1 Strapazierwert

Zur Einstufung in die folgenden Stufen des Strapazierwertes müssen die in der Tabelle 2 genannten Mindestwerte erfüllt sein:

 

Tabelle 2

 

Strapazierwert

Eindruckverhalten beim statischen Druckversuch

Abnutzung durch Tretradversuch

Veränderung des Warenbildes nach Trommelversuch

Kennwert

Kennwert

Kennwert

IST

IST.S

ITR

ITRO

gering

0,9

0,9

0,9

1,0

normal

1,7

1,7

1,7

2,0

stark

3,0

3,0

3,0

3,0

extrem

3,0

3,0

3,0

3,5

 

Für die Einstufung in den Strapazierwert „stark“ muß zusätzlich zu den Mindestwerten der Tabelle 2 eine der angeführten Anforderungen erfüllt sein:

 

- Flächenmasse der Polschicht

gemäß ÖNORM S 1405 größer als 310 g/m2

- Polnoppendichte

gemäß ÖNORM S 1409 größer als 110000 Noppen/m2

- Pol-Rohdichte

gemäß ÖNORM S 1407 größer als 0,09 g/cm3

 

Für die Einstufung in den Strapazierwert „extrem“ müssen zusätzlich zu den Mindestwerten der Tabelle 2 alle nachstehenden Anforderungen erfüllt sein:

Pol-Rohdichte bei Webteppichen gemäß ÖNORM S 1407 mindestens 0,09 g/cm3

Pol-Rohdichte bei Tuftingteppichen gemäß ÖNORM S 1407 mindestens 0,10 g/cm3

mittlere Faserfeinheit mindestens 7,0 dtex

Die Stuhlrolleneignung und die Schnittkantenfestigkeit müssen erfüllt sein.

Die Flächenmasse der Polschicht gemäß ÖNORM S 1405 muß mindestens 310 g/m2 oder die Polnoppendichte gemäß ÖNORM S 1409 muß mindestens 110000 Noppen/m2 betragen.

5.2 Komfortwert

Zur Einstufung in die folgenden Stufen des Komfortwertes müssen die in der Tabelle 3 genannten Mindestwerte erfüllt sein:

 

Tabelle 3

Komfortwert

CF

einfach

< 12

gut

12 bis < 24

hoch

24 bis < 36

luxuriös

36

 

Einem Bodenbelag mit einem-CF-Wert unter 12 wird trotzdem der Komfortwert „gut“ zugeordnet, wenn

die Flächenmasse der Polschicht mindestens 400 g/m2, jedoch weniger als 700 g/m2 beträgt, oder

es sich um einen Teppich mit veloursartiger Oberseite mit mindestens 500000 Noppen/m2 handelt oder

es sich um einen gewebten Teppich mit veloursartiger Oberseite handelt.

Einem Polteppich mit einem CF-Wert unter 24 wird trotzdem der Komfortwert „hoch“ zugeordnet, wenn die Flächenmasse seiner Polschicht mindestens 700 g/m2, jedoch weniger als 1000 g/m2 beträgt.

Einem Polteppich mit einem CF-Wert unter 36 wird trotzdem der Komfortwert „luxuriös“ zugeordnet, wenn die Flächenmasse seiner Polschicht mindestens 1000 g/m2 beträgt.

6 Prüfbericht

Im Prüfbericht sind unter Hinweis auf diese ÖNORM anzugeben:

(1) Beschreibung des geprüften textilen Fußbodenbelages gemäß ÖNORM S 1400

(2) Pol-Rohdichte gemäß ÖNORM S 1407

(3) Polnoppendichte gemäß ÖNORM S 1409

(4) alle für die Einstufung herangezogenen Prüfergebnisse und Kennwerte

(5) Strapazierwert

(6) Komfortwert

(7) Abweichungen von dieser ÖNORM

(8) Prüfdatum

(9) Name und Unterschrift des für die Prüfung Verantwortlichen.

7 Normbezeichnung

Polteppiche, die gemäß dieser ÖNORM eingestuft werden, müssen mit den Angaben über den Strapazierwert und den Komfortwert versehen sein. Die Darstellung erfolgt in Form eines Balkendiagramms (Bild 1) mit der Angabe „ÖNORM S 1420“

 

Strapazierwert

Komfortwert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

extrem

stark

normal

gering

einfach

gut

hoch

luxuriös

 

Bild 1: Balkendiagramm

 

Die Normbezeichnung erfolgt so, daß ausgehend von der Mitte des Balkens bis hin zu dem jeweils ermittelten Strapazier- und komfortwert alle Felder schraffiert werden.

Für den Schriftverkehr kann statt des Balkendiagramms unter Bezug auf diese ÖNORM das jeweils zutreffende Adjektiv verwendet werden.

 

Beispiele für die Normbezeichnung:

 

Ein Bodenbelag, an den geringe Ansprüche gestellt werden, der für einfache Verwendungszwecke in wenig begangenen Räumen geeignet ist, z. B. für Nebenräume.

Ein Teppichboden für wenig begangene Räume, bei denen es aber auf hohen Komfort und Gemütlichkeit ankommt, z. B. Schlaf- und Gästezimmer.

Eine Auslegeware für normal beanspruchte Wohnräume mit durchschnittlichem Komfortanspruch, z. B. Wohnzimmer, Jugendzimmer.

Ein Bodenbelag, der starken Belastungen gewachsen ist, bei dem jedoch die Strapazierfähigkeit Vorrang vor dem Komfort hat, z. B. für Dielen und Büroräume.

Dieser Teppichboden bietet höchsten Komfort. Dagegen hat er nur geringen Strapazierwert. Ein Luxus-Teppichboden für wenig beanspruchte Räume, z. B.

anspruchsvolle Schlafzimmer

Ein Teppichboden mit hohem Komfortwert, der zugleich normalen Strapazierforderungen im gehobenen Wohnbereich gerecht wird, der aber auch einem Einzelbüro persönliche Atmosphäre verleiht.

Qualitäten dieser Art eignen sich z. B. für Wohnzimmer von Familien, die den Teppichboden stark beanspruchen, zugleich aber auf Behaglichkeit Wert legen, und für Büros.

Eine typische Objektqualität mit überwiegend funktionalem Charakter Für Treppen, Gänge, Großraumbüros.

Dieser Teppichboden stellt ein absolutes Spitzenprodukt dar Er vereint höchsten Komfort mit extremer Strapazierfähigkeit. Ideal geeignet für stark frequentierte Repräsentationsräume.

Anmerkung:

Teppiche, die die Mindestbedingungen dieser ÖNORM nicht erfüllen, können nicht eingestuft werden.

 

8 Normkennzeichnung

Zum Nachweis, daß Polteppiche gemäß dieser ÖNORM ausgeführt wurden, darf das Kennwort „ÖNORM“ oder das Kennzeichen „“ — möglichst unter Zusatz der ÖNORM-Nummer — verwendet werden. Das Kennwort oder das Kennzeichen ist auf dem Erzeugnis dauerhaft anzubringen und darf wesentliche Eigenschaften, z. B. die Festigkeit des Erzeugnisses, nicht beeinträchtigen. Ein Hinweis auf Normgerechtheit des Erzeugnisses darf auch auf Lieferscheinen, Verkaufsunterlagen, Werbematerial u. dgl. angebracht werden.

Wird die Normkennzeichnung fälschlich verwendet, ist sie widerrechtlich im Sinne von § 8 Normengesetz 1971

9 Bezugsnormen

ÖNORM S 1400

Textile Fußbodenbeläge; Begriffe, Einteilung, kennzeichnende Merkmale

ÖNORM S 1405

Textile Fußbodenbeläge; Bestimmung der Dicke und der Flächenmasse der Polschicht; Verfahren mit der Bandmesser-Spaltmaschine

ÖNORM S 1407

Textile Fußbodenbeläge; Bestimmung der Pol-Rohdichte und der relativen Pol-Rohdichte von Polteppichen

ÖNORM S 1408

Textile Fußbodenbeläge; statischer Druckversuch

ÖNORM S 1409

Textile Fußbodenbeläge; Bestimmung der Polnoppenzahl

ÖNORM S 1410

Textile Fußbodenbeläge; Bestimmung der Maßänderung bei abwechselnder Einwirkung von Wasser und Wärme

ÖNORM S 1412 Teil 1

Textile Fußbodenbeläge; Bestimmung der Abnutzung; Tretradversuch nach Lisson (in Vorbereitung)

ÖNORM S 1413 Teil 1

Textile Fußbodenbeläge; Bestimmung der Abnutzung; Trommelversuch, Änderung des Warenbildes

ÖNORM S 1413 Teil 2

Textile Fußbodenbeläge; Bestimmung der Abnutzung; Trommelversuch, Schnittkantenfestigkeit von Polteppichen

ÖNORM S 1414

Textile Fußbodenbeläge; Bestimmung der Abnutzung; Stuhlrollenversuch

ÖNORM S 1434

Textile Fußbodenbeläge; Bestimmung der Noppenhaftkraft

ÖNORM S 1464

Prüfung der Farbechtheit von Textilien; Lichtechtheit von Färbungen und Drucken mit künstlichem Tageslicht (gefiltertes Xenonbogenlicht)

ÖNORM S 1466

Prüfung der Farbechtheit von Textilien; Wasserechtheit von Färbungen und Drucken (schwere Beanspruchung)

ÖNORM S 1481

Prüfung der Farbechtheit von Textilien; Bestimmung der Reibechtheit von Färbungen und Drucken

 

Anl. 4

Text

Anlage 4

(§ 3)

 

 

3 Begriffsbestimmungen

3.1 Strapazierwert: Maß für die Widerstandsfähigkeit von Nadelfilz-Fußbodenbelägen gegenüber Beanspruchung sowie für ihr druckelastisches Verhalten.

Die Einstufung erfolgt nach den Ergebnissen von technologischen Laborprüfungen in vier Stufen.

3.2 Komfortwert: Einteilungskriterium, das bei Nadelfilz-Fußbodenbelägen mit polartiger Oberseite durch die flächenbezogene Masse der polartigen Schicht bestimmt wird.

Glatte Nadelfilz-Fußbodenbeläge haben keine polartige Oberseite und werden daher in die niedrigste Kofortwert-Stufe eingestuft.

3.3 Verwendungsbereich: konsumentenrelevante Verwendungsempfehlung für Nadelfilz-Bodenbeläge, die aus der Kombination von Strapazierwert und Komfortwert abgeleitet wird.

4 Prüfverfahren und Bewertungsverfahren

4.1 Strapazierwert

Für die Bestimmung des Strapazierwertes werden folgende Prüfungen herangezogen:

4.1.1 Veränderung der Abnutzung

Zur Prüfung der Veränderung des Warenbildes dient der Trommelversuch gemäß ÖNORM S 1413 Teil 1. Die Beurteilung erfolgt mit Noten zwischen 1 und 5. Die Beurteilungsnote ist gleichzeitig der Kennwert ITRO

4.1.2 Bestimmung der Abnutzung

Zur Prüfung der Abnutzung dient die Tretradprüfung gemäß ÖNORM S 1412 Teil 1. Der Einstufungskennwert ITR wird nach folgenden Formeln errechnet:

ITR = 5 – (0,07 mv)

(1)

ITR = 0,19mAP (1 – mrv)

(2)

Hierin bedeutet:

mv

absoluter Masseverlust in g/m2

mAP

flächenbezogene Masse der polartigen Schicht in g/m2

mrv

relativer Masseverlust, bezogen auf die Masse der polartigen Schicht (z. B. 50% Masseverlust ergibt mrv = 0,5)

 

Der Kennwert ITR wird für glatte Nadelfilz-Fußbodenbeläge gemäß Formel  (1), für Nadelfilz-Fußbodenbeläge mit polartiger Oberseite gemäß Formel (2) berechnet.

4.1.3 Eindruckverhalten

Das Eindruckverhalten wird gemäß ÖNORM S 1408 geprüft. Einstufungskennwerte sind IST und IST.S.

Der Einstufungskennwert IST wird wie folgt errechnet:

IST = 5 – 2,8e60

(3)

 

IST (IST1 + IST2) 0,55

(4)

 

wobei

 

IST1 = 4,5 – 2,25 e60

 

 

IST2 = 4,5 – 9,0 e60/a20.P

 

 

Hierin bedeutet:

e60

Eindrucktiefe nach 60 min Entlastung in mm

a20.P

Polschichtdicke gemäß ÖNORM S 1405.

Die Kennwerte für IST1 und IST2. die kleiner als 0,5 sind, werden auf 0,5 angehoben.

Glatte Nadelfilz- Fußbodenbeläge werden nach Formel (3), Nadelfilz-Fußbodenbeläge mit polartiger Oberseite nach Formel (4) ausgewertet.

Die Sichtbarkeit der Eindrucktiefe IST.S wird gemäß ÖNORM S 1408 beurteilt. Der Einstufungskennwert IST.S ist der Mediän ST aus den einzelnen Beurteilungswerten rST der beurteilenden Personen.

              

Die Anforderungen an die Einstufungskennwerte gemäß ÖNORM S 1408 müssen sowohl von IST.S als auch von IST.S erfüllt werden.

4.1.4 Stuhlrolleneingang

Die Prüfung und Beurteilung der Stuhlrolleneignung erfolgt gemäß ÖNORM S 1414.

4.2 Komfortwert

Für die Einstufung von Nadelfilz-Fußbodenbelägen mit polartiger Oberseite nach dem Komfortwert ist die flächenbezogene Masse der polartigen Schicht mAP maßgebend. Sie wird durch Abscheren in Anlehnung an ÖNORM S1405 bestimmt.

 

5 Einstufung in Verwendungsbereiche

Es werden nur textile Fußbodenbeläge eingestuft, die folgende Grundanforderungen erfüllen:

Die Lichtechtheitszahl gemäß ÖNORM S 1464 muß mindestens 5 sein.

Die Reibechtheit gemäß ÖNORM S 1481 muß trocken mindestens Stufe 3 bis 4 des Graumaßstabes und naß mindestens Stufe 3 des Graumaßstabes entsprechen.

Nach Prüfung der Wasserechtheit gemäß ÖNORM S 1466 muß die Änderung der Farbe mindestens Stufe 4 des Graumaßstabes entsprechen.

Die Maßgenauigkeit von Fliesen muß innerhalb einer Toleranz von + 0,3%, bezogen auf das Ausgangsmaß, liegen.

Die Maßbeständigkeit darf bei Prüfung gemäß ÖNORM S 1410 die Grenzen von +0,2% und — 0,4% bei Fliesenerzeugnissen und + 0,5% und — 1 % bei Bahnenware, jeweils bezogen auf das Ausgangsmaß, nicht überschreiten.

5.1 Strapazierwert

Zur Einstufung eines Nadelfilz-Fußbodenbelages in die folgenden Stufen für den Strapazierwert müssen die in der Tabelle 1 genannten Mindestwerte erfüllt sein:

 

Tabelle 1

Strapazierwert

Mindestwerte für

Eindruckverhalten

IST

Tretradprüfung

ITR

Trommelversuch

ITRO

gering

0,9

0,9

1,0

normal

1,7

1,7

2,0

stark

3,0

3,0

3,0

extrem

3,0

3,0

3,5

 

Zusätzlich zu den Werten der Tabelle 1 muß für die Einstufung in die Strapazierwert-Stufe „extrem“ die Stuhlrolleneignung gegeben sein.

Bei Nadelfilz-Fußbodenbelägen mit polartiger Schicht muß außerdem die Masse der polartigen Schicht mAP 500 g/m2 sein.

5.2 Komfortwert

5.2.1 Glatte Nadelfilz – Fußbodenbeläge

Glatten Nadelfilz-Fußbodenbelägen wird der Komfortwert „einfach“ zugeordnet.

5.2.2 Nadelfilz – Fußbodenbeläge mit polartiger Oberseite

Bei Nadelfilz-Fußbodenbelägen mit polartiger Oberseite wird die flächenbezogene Masse der polartigen Schicht mAP in Anlehnung an ÖNORM S 1405 bestimmt.

Zur Einstufung von Nadelfilz-Fußbodenbelägen mit polartiger Oberseite in die folgenden Stufen des Komfortwertes muß die in Tabelle 2 genannte flächenbezogene Masse der polartigen Schicht mAP erreicht werden.

 

Tabelle 2

 

Komfortwert

mAP

g/m2

einfach

<

400

gut

400

hoch

700

luxuriös

1000

 

6 Prüfbericht

Im Prüfbericht ist unter Hinweis auf diese ÖNORM anzugeben:

Beschreibung des geprüften textilen Bodenbelages gemäß ÖNORM S 1400;

alle für die Einstufung herangezogenen Prüfergebnisse und Kennwerte;

Strapazierwert;

Komfortwert;

gegebenenfalls Abweichungen von dieser ÖNORM;

Prüfdatum;

Name und Unterschrift des für die Prüfung Verantwortlichen.

7 Kennzeichnung

Textile Bodenbeläge, die nach dieser ÖNORM eingestuft werden müssen Angaben über den Strapazierwert und den Komfortwert aufweisen. Die Darstellung erfolgt in Form eines Balkendiagrammes (Bild 1).

 

Strapazierwert

Komfortwert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

extrem

stark

normal

gering

einfach

gut

hoch

luxuriös

 

Bild 1: Balkendiagramm

 

Die Kennzeichnung erfolgt in der Weise, daß ausgehend von der Mitte des Balkens bis hin zu dem jeweils ermittelten Strapazier- und Komfortwert alle Felder schraffiert werden.

Für den Schriftverkehr darf statt des Balkendiagrammes unter Bezug auf diese ÖNORM das jeweilig zutreffende Adjektiv verwendet werden.

 

Beispiele Balkendiagramm

Verwendungsbereich

Für normal strapazierte Räume, bei denen man an den Komfort geringe Ansprüche stellt, z. B. Hobbyräume

Strapazierwert normal – Komfortwert einfach

 

Für normal beanspruchte Wohnräume mit durchschnittlichem Komfortanspruch, z. B. Wohnzimmer, Jugendzimmer

Strapazierwert normal – Komfortwert gut

 

Für starke Belastungen, bei denen jedoch die Strapazierfähigkeit Vorrang vor dem Komfortwert hat, z. B .für Dielen, Kinder- und Spielzimmer sowie Büroräume

Strapazierwert stark – Komfortwert einfach

 

Eine typische Objektqualität mit überwiegend funktionalem Charakter Für Treppen, Gänge, Großraumbüros, Schalterhallen

Strapazierwert extrem – Komfortwert einfach

 

 

8 Normkennzeichnung

Zum Nachweis, daß Nadelfilz-Fußbodenbeläge gemäß dieser ÖNORM ausgeführt wurden, darf das Kennwort „ÖNORM“ oder das Kennzeichen .,„ — möglichst unter Zusatz der ÖNORM-Nummer — verwendet werden. Das Kennwort oder das Kennzeichen ist auf dem Erzeugnis dauerhaft anzubringen und darf wesentliche Eigenschaften, z. B. die Festigkeit des Erzeugnisses, nicht beeinträchtigen. Ein Hinweis auf Normgerechtheit des Erzeugnisses darf auch auf Lieferscheinen, Verkaufsunterlagen, Werbematerial u. dgl. angebracht werden.

Wird die Normkennzeichnung fälschlich verwendet, ist sie widerrechtlich im Sinne von § 8 Normengesetz 1971.

9 Bezugsnormen

ÖNORM S 1400

Textile Fußbodenbeläge; Benennungen mit Definitionen, Einteilung, kennzeichnende Merkmale

ÖNORM S 1405

Textile Fußbodenbeläge; Bestimmung der Dicke und der flächenbezogenen Masse der Polschicht; Verfahren mit der Bandmesser-Spaltmaschine

ÖNORM S 1408

Prüfung von Textilien; Bestimmung des Eindruckverhaltens textiler Fußbodenbeläge unter statischer Druckbeanspruchung

ÖNORM S 1410

Textile Fußbodenbeläge; Bestimmung der Maßänderung bei abwechselnder Einwirkung von Wasser und Wärme

ÖNORM S 1412

Teil 1 Textile Fußbodenbeläge; Bestimmung der Abnutzung; Tretradprüfung nach Lisson

ÖNORM S 1413

Teil 1 Textile Fußbodenbeläge; Bestimmung der Abnutzung; Trommelversuch, Änderung des Warenbildes

ÖNORM S 1414

Textile Bodenbeläge; Bestimmung der Abnutzung; Stuhlrollenversuch

ÖNORM S 1464

Prüfung der Farbechtheit von Textilien; Bestimmung der Lichtechtheit von Färbungen und Drucken mit Xenonbogenlicht

ÖNORM S 1466

Prüfung der Farbechtheit von Textilien; Bestimmung der Wasserechtheit von Färbungen und Drucken (schwere Beanspruchung)

ÖNORM S 1481

Prüfung der Farbechtheit von Textilien; Bestimmung der Reibechtheit von Färbungen und Drucken