Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Bezirksgerichtliche Organisation (Bund - NÖ), Fassung vom 17.10.2017

§ 0

Langtitel

Vereinbarung gemäß Artikel 15a B-VG zwischen dem Bund und dem Land Niederösterreich über die bezirksgerichtliche Organisation im Land Niederösterreich
StF: BGBl. Nr. 585/1991

Ratifikationstext

Diese Vereinbarung tritt gemäß Art. VII mit 12. November 1991 in Kraft.

Präambel/Promulgationsklausel

Der Bund, vertreten durch den Bundesminister für Justiz,

und

das Land Niederösterreich, vertreten durch den Landeshauptmann,

sind im Sinne des Art. VIII der Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG zwischen dem Bund und dem Land Niederösterreich über Vorhaben, deren Verwirklichung für die Vertragsparteien von besonderem Interesse ist, BGBL. Nr. 156/1989, übereingekommen, gemäß Art. 15a B-VG nachstehende

Vereinbarung

zwecks Herbeiführung einer den Anforderungen der rechtsschutzsuchenden Bevölkerung an eine funktionierende und zweckmäßig eingerichtete Justiz Rechnung tragenden Gerichtsorganisation bezüglich der in Niederösterreich gelegenen Bezirksgerichte zu schließen:

Art. 1

Text

Artikel I

 

Zusammenlegung von Bezirksgerichten

 

Die Niederösterreichische Landesregierung stimmt der vorgesehenen, als Anlage 1 angeschlossenen Verordnung der Bundesregierung gemäß § 8 Abs. 5 lit. d des Übergangsgesetzes 1920 zu.

Art. 2

Text

Artikel II

 

Gerichtstage, Gerichtstagsprengel

 

(1) Für die aus der Anlage 2 ersichtlichen Gerichtstagsprengel wird an den dort genannten Orten allwöchentlich ein Gerichtstag (§§ 69, 70 Geo.) abgehalten werden.

(2) Vor der Festlegung des jeweiligen Wochentags und jeder Änderung der Zahl der Gerichtstage werden die betroffenen Gemeinden gehört und wird mit der Niederösterreichischen Landesregierung das Einvernehmen hergestellt werden.

Art. 3

Text

Artikel III

 

Aufrechterhaltung der Notarstellen

 

Notarstellen, die an Orten eingerichtet sind, an denen nach der Anlage 1 keine Bezirksgerichte mehr bestehen werden (in der Folge kurz „Sitzgemeinden“ genannt), werden aufrechterhalten werden.

Art. 4

Text

Artikel IV

 

Grundbuchsabfragen

 

(1) Sitzgemeinden wird auf deren Wunsch kostenlos je eine Erstausstattung einer Bildschirmeinheit (bestehend aus einem IBM Personal Computer (Type XT oder PS2/30), einem Monobildschirm, einer Tastatur und einem Matrixdrucker (Proprinter)), die für Abfragen aus dem ADV-Grundbuch nach dem § 8 GUG mittels des Postdienstes BTX geeignet ist, vom Bundesministerium für Justiz zur Verfügung gestellt werden.

(2) Die Schaffung der jeweils erforderlichen Anschlußbedingungen (zB die Herstellung einer Postleitung) obliegt den Sitzgemeinden.

Art. 5

Text

Artikel V

 

Verwendung freier Gerichtsräumlichkeiten

 

Der Bundesminister für Justiz wird sich darum bemühen, mit den Sitzgemeinden das Einvernehmen über die weitere Verwendung jener Räumlichkeiten zu erzielen, die durch die Zusammenlegung der Bezirksgerichte frei werden.

Art. 6

Text

Artikel VI

 

Außenstellen, Amtstage

 

Der Bund wird abklären, inwieweit - entsprechend den bisherigen Dezentralisierungsmaßnahmen des Landes Niederösterreich - einem allfälligen ergänzenden Bedarf nach dezentralisierten Zugangsmöglichkeiten zu Bundesbehörden (Außenstellen, Amtstage) in Sitzgemeinden Rechnung getragen werden kann.

Art. 7

Text

Artikel VII

 

Inkrafttreten

 

Diese Vereinbarung tritt am Tag ihrer beiderseitigen Unterzeichnung in Kraft.

Art. 8

Text

Artikel VIII

 

Kundmachung

 

Diese Vereinbarung wird nach ihrer beiderseitigen Unterzeichnung umgehend im Bundesgesetzblatt und im Landesgesetzblatt für Niederösterreich kundgemacht werden.

Art. 9

Text

Artikel IX

 

Hinterlegung

 

Diese Vereinbarung wird in zwei Urschriften ausgefertigt; nach deren beiderseitiger Unterzeichnung werden je eine dieser Urschriften beim Bundeskanzleramt und beim Amt der Niederösterreichischen Landesregierung hinterlegt.

Geschehen in Wien, am 12. November 1991

Anl. 1

Text

Anlage 1

Verordnung der Bundesregierung über die Zusammenlegung der Bezirksgerichte Allentsteig, Gföhl, Groß-Gerungs, Haugsdorf, Kirchschlag in der Buckligen Welt, Litschau, Marchegg, Ottenschlag, Persenbeug, Raabs an der Thaya, Ravelsbach, Schrems, Spitz und Weitra sowie die Änderung der Sprengel der Bezirksgerichte Gänserndorf, Gmünd, Hollabrunn, Krems, Waidhofen an der Thaya, Wiener Neustadt, Ybbs und Zwettl

Auf Grund des § 8 Abs. 5 lit. d des Übergangsgesetzes vom 1. Oktober 1920 in der Fassung des BGBl. Nr. 368 vom Jahre 1925 wird mit Zustimmung der Niederösterreichischen Landesregierung verordnet:

Artikel I

Die Bezirksgerichte Allentsteig, Groß-Gerungs und Ottenschlag werden mit dem Bezirksgericht Zwettl, die Bezirksgerichte Gföhl und Spitz mit dem Bezirksgericht Krems, die Bezirksgerichte Haugsdorf und Ravelsbach mit dem Bezirksgericht Hollabrunn, das Bezirksgericht Kirchschlag in der Buckligen Welt mit dem Bezirksgericht Wiener Neustadt, die Bezirksgerichte Litschau, Schrems und Weitra mit dem Bezirksgericht Gmünd in Niederösterreich, das Bezirksgericht Marchegg mit dem Bezirksgericht Gänserndorf, das Bezirksgericht Persenbeug mit dem Bezirksgericht Ybbs und das Bezirksgericht Raabs an der Thaya mit dem Bezirksgericht Waidhofen an der Thaya zusammengelegt.

Artikel II

Der Art. I der Verordnung der Bundesregierung, BGBl. Nr. 478/1971, über die Sprengel der in Niederösterreich gelegenen Bezirksgerichte, zuletzt geändert durch die Verordnung BGBl. Nr. 28/ 1975, wird wie folgt geändert:

1. Die §§ 1, 9, 13, 17, 22, 29, 31, 37, 38, 42, 43, 47, 49 und 55 werden aufgehoben.

2. Der § 8 hat zu lauten:

§ 8. Der Sprengel des Bezirksgerichts Gänserndorf umfaßt folgende Gemeinden:

1.

Gänserndorf, Aderklaa, Angern an der March, Auersthal, Bad Pirawarth, Deutsch-Wagram, Ebenthal, Groß-Schweinbarth, Hohenruppersdorf, Matzen-Raggendorf, Prottes, Schönkirchen-Reyersdorf, Spannberg, Strasshof an der Nordbahn, Velm-Götzendorf und Weikendorf sowie

2.

Marchegg, Engelhartstetten, Lassee, Untersiebenbrunn und Weiden an der March.“

3. Der § 11 hat zu lauten:

§ 11. Der Sprengel des Bezirksgerichts Gmünd in Niederösterreich umfaßt folgende Gemeinden:

1.

Gmünd, Großdietmanns, Hoheneich und Waldenstein;

2.

Litschau, Eggern, Eisgarn, Haugschlag, Heidenreichstein und Reingers;

3.

Schrems, Amaliendorf-Aalfang, Brand-Nagelberg, Kirchberg am Walde und Hirschbach sowie

4.

Weitra, Bad Großpertholz, Großschönau, Moorbad Harbach, St. Martin und Unserfrau-Altweitra.“

4. Der § 19 hat zu lauten:

§ 19. Der Sprengel des Bezirksgerichts Hollabrunn umfaßt folgende Gemeinden:

1.

Hollabrunn, Göllersdorf, Grabern, Guntersdorf, Nappersdorf-Kammersdorf, Sitzendorf an der Schmida und Wullersdorf;

2.

Haugsdorf, Alberndorf im Pulkautal, Hadres, Mailberg, Pernersdorf und Seefeld-Kadolz sowie

3.

Ravelsbach, Heldenberg, Hohenwarth-Mühlbach a. M., Maissau und Ziersdorf.“

5. Der § 25 hat zu lauten:

§ 25. Der Sprengel des Bezirksgerichts Krems an der Donau umfaßt die Stadt mit eigenem Statut Krems an der Donau und folgende Gemeinden:

1.

Albrechtsberg an der Großen Krems, Bergern im Dunkelsteinerwald, Dürnstein, Furth bei Göttweig, Gedersdorf, Mautern an der Donau, Paudorf, Rohrendorf bei Krems, Rossatz, Senftenberg, Stratzing-Droß, Weinzierl am Walde und Weißenkirchen in der Wachau;

2.

Gföhl, Jaidhof, Krumau am Kamp, Lichtenau im Waldviertel, Rastenfeld und St. Leonhard am Hornerwald sowie

3.

Spitz, Aggsbach, Maria Laach am Jauerling und Mühldorf.“

6. Der § 53 hat zu lauten:

§ 53. Der Sprengel des Bezirksgerichts Waidhofen an der Thaya umfaßt folgende Gemeinden:

1.

Waidhofen an der Thaya, Dobersberg, Gastern, Kautzen, Pfaffenschlag bei Waidhofen an der Thaya, Thaya, Vitis, Waidhofen an der Thaya-Land, Waldkirchen an der Thaya und Windigsteig sowie

2.

Raabs an der Thaya, Dietmanns, Groß-Siegharts, Karlstein an der Thaya und Ludweis-Aigen.“

7. Der § 56 hat zu lauten:

§ 56. Der Sprengel des Bezirksgerichts Wiener Neustadt umfaßt die Stadt mit eigenem Statut Wiener Neustadt und folgende Gemeinden:

1.

Bad Fischau-Brunn, Bromberg, Ebenfurth, Eggendorf, Erlach, Felixdorf, Gutenstein, Hochwolkersdorf, Hohe Wand, Katzelsdorf, Lanzenkirchen, Lichtenwörth, Markt Piesting, Matzendorf-Hölles, Miesenbach, Muggendorf, Pernitz, Rohr im Gebirge, Schwarzenbach, Sollenau, Theresienfeld, Waidmannsfeld, Waldegg, Walpersbach, Weikersdorf am Steinfelde, Wiesmath, Winzendorf-Muthmannsdorf, Wöllersdorf-Steinabrückl und Zillingdorf sowie

2.

Kirchschlag in der Buckligen Welt, Bad Schönau, Hochneukirchen-Gschaidt, Hollenthon, Krumbach und Lichtenegg.“

8. Der § 58 hat zu lauten:

§ 58. Der Sprengel des Bezirksgerichts Ybbs umfaßt folgende Gemeinden:

1.

Ybbs an der Donau, Bergland, Blindenmarkt, Neumarkt an der Ybbs, Petzenkirchen und St. Martin-Karlsbach sowie

2.

Persenbeug-Gottsdorf, Dorfstetten, Hofamt Priel, Marbach an der Donau, Maria Taferl, Nöchling, St. Oswald und Yspertal.“

9. Der § 60 hat zu lauten:

§ 60. Der Sprengel des Bezirksgerichts Zwettl umfaßt folgende Gemeinden:

1.

Zwettl-Niederösterreich, Großgöttfritz, Schweiggers und Waldhausen;

2.

Allentsteig, Echsenbach, Göpfritz an der Wild, Pölla und Schwarzenau;

3.

Groß-Gerungs, Altmelon, Arbesbach, Langschlag und Rappottenstein sowie

4.

Ottenschlag, Bärnkopf, Grafenschlag, Gutenbrunn, Kirchschlag, Kottes-Purk, Martinsberg, Sallingberg, Schönbach und Traunstein.“

Artikel III

Diese Verordnung tritt mit dem 1. Jänner 1992 in Kraft.

Anl. 2

Text

Anlage 2

Erlaß vom XXXXXXXXXXXXX 1991 über die Abhaltung von Gerichtstagen an den Sitzen der in Niederösterreich zusammengelegten Bezirksgerichte sowie an bisherigen Gerichtstagsorten

1. Gemäß Art. II der Verordnung der Bundesregierung, BGBl. Nr. 586/1991, über die Zusammenlegung der Bezirksgerichte Allentsteig, Gföhl, Groß-Gerungs, Haugsdorf, Kirchschlag in der Buckligen Welt, Litschau, Marchegg, Ottenschlag, Persenbeug, Raabs an der Thaya, Ravelsbach, Schrems, Spitz und Weitra wurden die Sprengel der Bezirksgerichte Gänserndorf, Gmünd, Hollabrunn, Krems, Waidhofen an der Thaya, Wiener Neustadt, Ybbs und Zwettl geändert.

2. Gemäß § 29 GOG und § 69 Geo. wird - in Abstimmung mit dem Land Niederösterreich - die Abhaltung folgender regelmäßiger Gerichtstage an den Sitzen der zusammengelegten Bezirksgerichte sowie an bisherigen Gerichtstagsorten angeordnet:

 

Bezirksgerichte,die die Gerichtstage abzuhalten haben

Gerichtstagsorte

Gerichtstagssprengel

Wochentag der Gerichtstage

Anzahl der abzuhaltenden Gerichtstage

Gänserndorf

Marchegg

Marchegg, Engelhartstetten, Lassee, Untersiebenbrunn, Weiden an der March

 

wöchentlich

Gmünd in Niederösterreich

Litschau

Litschau, Eggern, Eisgarn, Haugschlag, Heidenreichstein, Reingers

 

wöchentlich

 

Schrems

Schrems, Amaliendorf-Aalfang, Brand-Nagelberg, Kirchberg am Walde, Hirschbach

 

wöchentlich

 

Weitra

Weitra, Bad Großpertholz, Großschönau, Moorbad Harbach, St. Martin, Unserfrau-Altweitra

 

wöchentlich

Hollabrunn

Haugsdorf

Haugsdorf, Alberndorf im Pulkautal, Hadres, Mailberg, Pernersdorf, Seefeld-Kadolz

 

wöchentlich

 

Ravelsbach

Ravelsbach, Heldenberg, Hohenwarth-Mühlbach a. M, Maissau, Ziersdorf

 

wöchentlich

Krems an der Donau

Gföhl

Gföhl, Jaidhof, Krumau am Kamp, Lichtenau im Waldviertel, Rastenfeld, St. Leonhard am Hornerwald

 

wöchentlich

 

Spitz

Spitz, Aggsbach, Maria Laach am Jauerling, Mühldorf

 

wöchentlich

Waidhofen an der Thaya

Raabs an der Thaya

Raabs an der Thaya, Dietmanns, Groß-Siegharts, Karlstein an der Thaya, Ludweis-Aigen

 

wöchentlich

 

Groß-Siegharts

Groß-Siegharts, Ludweis-Aigen

Mittwoch

wöchentlich

Wiener Neustadt

Kirchschlag

Kirchschlag in der Buckligen Welt, Bad Schönau, Hochneukirchen-Gschaidt, Hollenthon, Krumbach, Lichtenegg

 

wöchentlich

 

Hollenthon

Hollenthon, Lichtenegg

1. Dienstag im Monat

einmal monatlich

Ybbs

Persenbeug

Persenbeug-Gottsdorf, Dorfstetten, Hofamt Priel, Marbach an der Donau, Maria Taferl, Nöchling, St. Oswald, Yspertal

 

wöchentlich

Zwettl

Allentsteig

Allentsteig, Echsenbach, Göpfritz an der Wild, Pölla, Schwarzenau

 

wöchentlich

 

Groß-Gerungs

Groß-Gerungs, Altmelon, Arbesbach, Langschlag, Rappottenstein

 

wöchentlich

 

Ottenschlag

Ottenschlag, Bärnkopf, Grafenschlag, Gutenbrunn, Kirchschlag, Kottes-Purk, Martinsberg, Sallingberg, Schönbach, Traunstein

 

wöchentlich

 

3. Dieser Erlaß tritt mit dem 1. Jänner 1992 in Kraft.